Star Wars: The Last Jedi – Nahezu Spoilerfreies Review

Vor zwei Wochen schrieb ich einen kurzen Text über James Damores Googlememo und erzählte, wie dieses Memo zustande kam und warum die Medien dabei nahezu komplett versagten. Weil sie der Meme des „Sexist Screed“ (dt. „sexistische Tirade“) folgen mussten, initiiert von schlechten Clickbait-Medien (Gizmodo), die verfälscht und immer ideologisch eingefärbt berichteten. Die Meme wurde dann natürlich in den Sozialen Medien als Standard-Virtue-Signaling-Munition aufgenommen und fertig war der Bullshit des Sommers. Die deutschen Medien haben diesen Bullshit dann praktisch nahtlos übernommen, mehr nicht. Und in dieser Bullshit-Form war die Berichterstattung zum Memo nahezu komplett falsch. Good job.

Jetzt verklagt Damore seinen ehemaligen Arbeitgeber und die dpa (hier am Beispiel der Süddeutschen) schreibt dazu:

Im Sommer fiel der Google-Entwickler James Damore mit diskriminierenden Aussagen auf - jetzt fühlt er sich selbst diskriminiert. Weil der Konzern ihm gekündigt hat, zieht er nun vor Gericht.

Es war ein sexistisches Schreiben, das Damore im August bekannt machte. In einem internen Papier erklärte er den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit angeblichen biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern. In dem Brief behauptete er zudem, die Dominanz progressiver Ideologie bei Google verhindere eine offene Diskussion über solche Themen.

An diesen zwei Absätzen sind genau 2 Aussagen korrekt: Damore zieht vor Gericht und die Behauptung, die dominanz progressiver Ideologie bei Google verhindere eine offene Diskussion. Die letzte Behauptung wurde von den Medien letzten Sommer bewiesen und die erste ist ein Fakt.

Der Rest dieser zwei Absätze ist kompletter Bullshit, mindestens die Hälfte des Artikel ist gelogen: 1.) das Memo ist nicht diskriminierend, sondern weißt auf biologische Geschlechter-Unterschiede in Interessen und Vorlieben hin 2.) das Memo ist nicht sexistisch, sondern weißt auf biologische Geschlechter-Unterschiede in Interessen und Vorlieben hin und 3.) die „angeblichen biologischen Unterschiede […] zwischen den Geschlechtern“ hab ich selbst schon ein paar mal gesehen und miterlebt, dpa. Unglaublich aber wahr. Und mit einem solchen Bullshit auf'm Zettel wollen Medien dann irgendetwas gegen FakeNews ausrichten, dabei sind sie selber blind wie'n Fisch.

Zur Meldung selbst: Ich bin ziemlich gespannt, grade zur juristischen Dimension des Falls hatte ich das hier aufgeschrieben:

Google befindet sich in mehrere Klagen verstrickt, die dem Konzern geschlechtsbasierte Gehaltsdiskriminierung vorwerfen – eine zusätzliche Belastung der Konzern-Strategie durch eine populärwissenschaftliche Kritik kam zu diesem Zeitpunkt äußerst ungelegen. Für Google ein Dilemma, man kann sich keine Debatte um Diversity-Maßnahmen im Konzern leisten und sägt Damore kurzerhand ab, ging schnell und mit Ansage.

Die Medien errichteten das Narrativ, die Meme des AltRight-Sexisten und bewahrten so Googles Selbstwahrnehmung als „der progressive Internet-Gigant“, der für Diversity kämpft und auch vor Gericht damit glänzen kann. Wäre ich Damores Anwalt, ich würde diese Punkte anführen. Ethics in Social Justice Clickbait-Media anyone?

Damore mag ein Idiot sein, alles was er nach dem Memo getan hat (minus das Peterson-Interview) war mehr oder weniger dumm und unerfahren. Aber er hat auch ein Memo geschrieben, das gar nicht mal so doof war und wurde davon von der Presse zerfickt. Oder: Sie hatten es versucht und, wie man hier am Beispiel der dpa und der Süddeutschen sieht, sie versuchen es immer noch. Ich jedenfalls drücke ihm die Daumen.

[UPDATE] Christian hat sich die Klageschrift angesehen und ein paar Stellen übersetzt, Hervorhebungen von mir. Ich würde alle, die denken, die Assoziation von „3rd Wave Feminismus“ und „Totalitarismus“, sich diese Stellen mal sehr genau durchzulesen und die Stichworte „Gamifizierte Jagd auf Andersdenkende“ im Kopf zu behalten, Hervorhebungen von mir:

67. Am 3. August 2017 schickte George Sadlier („Sadlier“), ein Direktor bei Google, eine Massen-E-Mail, in der James‘ Essay als „abstoßend und intellektuell unehrlich“ verurteilt wird und Personalabteilungsmaßnahmen versprochen werden Sadlier bewarb auch Mitteilungen, die sich für körperliche Gewalt gegen Damore aussprachen. Daraufhin erhielt Damore am Freitag, den 4. August 2017, eine nächtliche E-Mail von Alex.Hidalgo, ein Site Reliability Engineer bei Google in Sadlier’s Organisation, der feststellte: „Du bist ein Frauenfeind und eine schreckliche Person. Ich werde dich weiter verfolgen, bis einer von uns gefeuert wird. „Fick dich“ […]

75. Das Google Recognition Team erlaubte es den Mitarbeitern, Kollegen „Peer Bonus“ zu geben, wenn diese gegen Damores politische Standpunkte argumnentierten. Peer Boni waren typischerweise reserviert für herausragender berufliche Leistungen oder wenn ein Mitarbeiter über seine Pflichten hinaus im besonderen Maße tätig war. Die Verteidigung der liberale Agenda oder die Verteidigung von Verstößen gegen das kalifornische Arbeitsrecht ist in keinem Stellenbeschreibung eines Google-Mitarbeiter enthalten.

76. In einem Beispiel gab ein Mitarbeiter einem anderen Mitarbeiter einen Peer Bonus und erklärte, dass die Prämie für „das Eintreten für die googleischen Werte und die Förderung von Vielfalt und Integration sei gegen „dem elenden Haufen von Abschaum und Niedertracht, welchen das Damore Meno darstellt“. Das Google Erkennungsteam überprüfte diese Begründung, hielt sie für angemessen, und erlaubt die Durchsetzung des Bonus.

Teen Sprite

I find this far funnier than I should. (via Ronny)

2018/01/07 Music #R.I.P.

France Gall R.I.P.

France Gall ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Ich kenne nicht allzuviele ihrer Songs, aber meine Mutti war Fan…

Reviews zu allen Folgen der vierten Black Mirror-Staffel. Ich bin insgesamt sehr begeistert, halte die Staffel für die beste der Serie und glaube, dass Brooker hier als Schreiber und Produzent für Netflix ein ideales Zuhause für sein Baby gefunden hat und ich denke, da ist sogar noch Luft nach oben. Ganz großartige Staffel und ich bin sehr gespannt, was da noch kommt.

Episode 1: USS Callister

Jesse Plemons spielt den fiesen, verhuschten und gemobbten Coder Robert Daly, der zusammen mit seinem „Kumpel“ Walton die virtuelle Spielwelt Infinity entwickelte, ein MMO in Space, das per Neuro-Interface gezockt wird, während der Echtwelt-Fleischsack mit weißen Pupillen im Liegestuhl vergammelt.

Da Robert Daly aber eben nicht nur verhuscht und verlacht, sondern auch ein tyrannisches Arschloch mit Aggro-Problemen ist, entwickelte er sich einen MOD für Privatzockereien, eine Spielwelt nur für sich, angelehnt an die Star Trek-Version dieser Black Mirror-Welt. Und mit einem Bullshit-DNA-Scanner klont er digitale Versionen seiner Echtwelt-Mitarbeiter in sein Starfleet-Reich, wo er seine neu geklonten Untertanen als Schauspieler in schlechten SciFi-Szenarios hält, sie in riesige Mutantenspacemonster verwandelt, oder virtuelle Versionen ihrer realen Kinder in den Weltraum schießt, um sie zu quälen. „A Bubble-Universe ruled by an Asshole-God“. Dann aber beamt sich der fiese Arschlochgott die neue Mitarbeiterin Nanette Cole (Cristin Milioti in ihrer Hoffentlich-Breakout-Rolle) auf's Schiff und alles wird anders.

Es ist nun so: Auf dem 34c3 rannte ich rum und erzählte jedem, der es hören wollte, dass die totalitäre Dimension der Digitalität in der Totalität des Editierbaren liegt, that is: Jedes Interface ins Digitale erlaubt die Manipulation seines Inhalts und im Netz treffen alle manipulierten Digitalwelten aufeinander. Wer die meisten Skills am vernetzten Interface vorweist, kann auch die Welten anderer Akteure manipulieren und wer sowohl genug Skills als auch genug Skrupellosigkeit aufweisen kann, der kann die Realität seiner Mitmenschen durchaus bereits jetzt maßgeblich beeinflussen. Genau wie Robert Daly.

Sein Character ist eine Anspielung auf den Nerd Power Komplex, das Paradox der Macht totaler digitaler Manipulationsmöglichkeit, die im echten Leben bis vor wenigen Jahren noch weitgehend machtlos war und mittlerweile sogar ganze Wahlen mitentscheiden.

Zum Glück bietet die Folge im Black Mirror-Universum eins der wenigen Happy Ends der Serie: Während Daly in seinem Stuhl vor sich hin sabbert, bricht die digitale Cristin „Cole“ Milioti aus seiner tyrannischen Spielwelt aus, trifft im Free Space zuallererst auf Gamer691, gesprochen von Aaron „Jesse Pinkman“ Paul, und der ist selbst als shitpostender Troll immer noch ein weitaus angenehmerer Digital-Zeitgenosse, als „Todd Alquist the murderous Digital-Tyrant“.

USS Callister ist übrigens, neben den offensichtlichen Zitaten aus Star Trek, angelehnt an die Shortstory „I have no mouth and I must scream“ von Harlan Ellison, in Deutsch zu finden im Buch Science-Fiction-Stories 35 vom Ullstein Verlag, gibts auf Ebay für paar Euro.

Episode 2: Arkangel

Die zweite Folge erzählt die Geschichte einer kontrollsüchtigen und überfürsorglichen Mutter Marie, die per Brainchip direkten Zugang zur visuellen Wahrnehmung ihrer Tochter Sara erhält. Marie kann ihre Tochter zu jedem Zeitpunkt genau lokalisieren, Mutti sieht, was Sara sieht und sie kann die Wahrnehmung ihrer Tochter in einen Safe Space verwandeln, in der sich jegliche Bedrohung, jede Störung und alle Gewalt als Pixelhaufen darstellen. Selbstverständlich rebelliert Sara in den kommenden Jahren gegen ihre von ihrer eigenen Mutter verkrüppelten Wahrnehmung, während sich die Gewalt, die sie ihrer Tochter ersparen wollte, mit voller Wucht in Saras finalen, blutigen Befreiungsschlag an Mutti selbst entlädt.

Jodie Fosters Regiearbeit für Black Mirror ist vielleicht nicht die stärkste Folge der neuen Staffel und die Charakterzeichnung der überfürsorglichen Mutter hätte ein paar psychologische Tiefen vertragen können, aber mir gefiel an der Episode vor allem, dass sie ihre Story *nach* der technologischen Katastrophe erzählt. Das Arkangel-Programm wird im Laufe der Story eingestampft und illegalisiert, Ärzte raten der Mutter dazu, das Interface zur Wahrnehmung ihrer Tochter wegzuwerfen. Doch zu verführerisch ist die Macht des Überwachers, die für Marie zum Untergang führen wird.

Gute Story mit hochaktuellem Safe-Space-Subtext, geht neben anderen, herausstechenderen Folgen der Staffel leider etwas unter.

Episode 3: Crocodile

Rob und Mia überfahren nach einer Nacht im Club einen Fahrradfahrer, beseitigen die Leiche und vertuschen die Tat. Als Rob Jahre später in einem Artikel davon liest, dass die Partnerin des Toten immer noch nach ihm sucht, will er ihr einen anonymen Brief schreiben – woraufhin ihn Mia ebenfalls tötet, um die Tat weiterhin geheim zu halten.

Leider beobachtet sie kurz nach der Tat einen Unfall mit einem Pizzalieferanten und in dieser Zukunft ermöglichen Mindreading-Devices namens Recaller die Extraktion von Erinnerungen. Als Versicherungs-Detektivin Shazia sich mit ihrem Gedankenlesegerät auf Pizzaunfall-Spurensuche begibt, trifft sie auf Mia und deren Gedanken sind mörderisch.

Tolle, unheimlich dicht erzählte Mindreading-Crimestory in üblicher Black Mirror-Trostlosigkeit, in weiten Shots aufgenommen, die über die Schneelandschaften Islands streifen. Die Folge ist die wahrscheinlich fieseste und kälteste der neuen Staffel und ich mochte sie besonders wegen des detailiert gezeichneten Charakters der Mia, die durch die Konstellation der Geschehnisse und ihre eigene Egozentrik zum Serienmord getrieben wird. Eine eiskalte Mörderparabel vom Ende der Gedankenfreiheit.

Episode 4: Hang the DJ

Wenn die USS Callister das verspielte Hirn der neuen Staffel ist, dann ist Hang the Deejay ihr rebellisches Herz und die grundlegende Prämisse ist clever: Nur wer gegen den Algorithmus des Systems rebelliert, erfüllt den Algorithmus der Liebe – ein altes Motiv, spätestens seit Shakespeares Romeo und Julia auch im Mainstream bekannt. Diese Rebellion gegen das System führt in Black Mirror dann zur Erfüllung des Meta-Systems mit 99,8%igen Erfolgswahrscheinlichkeit.

Die Regeln des Algorithmus werden in der Story als totalitäres Dating-System dargestellt, die unterschiedlichen Bettgeschichten und Lebens- und Zeitabschnitte als undurchschaubares Labyrinth aus Figuren und Handlungen, dessen Sinnlosigkeit Amy und Frank gleich beim ersten Date erkennen und die Formalien möglichst schnell hinter sich bringen, um schleunigst zum interessanten Teil überzugehen, an dessen Ende dann die Flucht und Auflösung im Perfect Match liegt. <3

Dazu bietet die Folge einmal mehr ganz großartiges Schauspiel, die Chemie zwischen Joe Cole und Georgina Campbell stimmt und das sieht man. Ganz großartig und eine weitere fantastische „Black Mirror-Romance“ nach San Junipero.

Episode 5: Metalhead

Minimalistische Action-Vignette um Boston Dynamics Robo-Dogs aus der Zukunft, die Schottland überrannt haben.

Bella, Tony und Clarke brauchen ein bestimmtes Item aus einem Lagerhaus, doch genau dort lauert einer dieser Robots. Es ist nun so, dass die Backstory – warum sie in das Lagerhaus müssen, warum genau diesen Gegenstand und wer und wo überhaupt etc usw – völlig unwichtig ist und extrem schnell weggewischt wird für ein Wettrennen gegen einen pfeilschnellen und tödlichen Roboter-Hund, der fahrenden Vans durch geschlossene Türen ins Heck springt, trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit extrem effektiv arbeitet und selbst in seiner Zerstörung noch Tracker für seine Hundekumpel abfeuert.

Der Robodog wirkt dabei gleichzeitig supercreepy und die ständigen Wechsel aus rasanten Verfolgungsjagten mit brachialer Gewalt und ruhigen Passagen, in denen Robot entweder seine Waffe justieren oder gleich eine Batterie aufladen muss, verleihen der Folge eine druckvolle Action, die man in vorherigen Folgen bislang nur erahnen konnte (White Bear, Men against Fire). Hooray Minimalist Storytelling!

Episode 6: Black Museum

Nach dem Weihnachtsspecial eine weitere Meta-Episode, diesmal mit einem Rundgang durch die Ausstellung von Folterinstrumenten aus der Hölle der Zukunft (aka vergangene BM-Episoden). Wir sehen den DNA-Scanner von Arschlochgott Robert Daly, die hassgesteuerte Robot-Biene aus Hated In The Nation oder die Maske des White Bears und die drei in dieser Meta-Story erzählten Kurzgeschichten handeln allesamt vom Transfer des Bewusstseins:

Die erst Story beginnt mit einer rudimentären Synchronisationen im Lustzentrum eines zunächst sehr glücklichen Doktors from Hell, der zunächst Krankheiten nachempfinden kann und die Orgasmen seiner Partnerin, also gleichzeitig zum heilenden Jesus und doppelorgasmenden Superficker. Dann entdeckt er die Lust des Schmerzes und alles geht zur Hölle: Der nun bedauernswerte Doktor entwickelt eine Sucht nach Schmerz, er heilt keine Patienten mehr sondern genießt ihren Schmerz, ergeht sich schließlich in laserfokussierter Selbstverstümmelung und als auch das nicht mehr kickt, schmeißt er sich einen Bohrer-„Speedball of Pain and Fear and Death“ ein. Black Mirrors Version von Abel Ferraras Driller Killer.

Die zweite Shortstory handelt vom Horror des ewigen Partners im Kopf. Brooker schreibt hier Schizophrenie und Liebe zusammen, schickt einen Partner in den Wahnsinn und seine Frau Carrie in die Seelen-Paralyse. Am Ende dann der totale Betrug, die Auslöschung ihrer Expression, die im System des Alltags zerrieben wird und keinen Raum für das Individuum mehr kennt – nur noch im Spielzeug.

Interessant an dieser Kurzgeschichte sind die Verweise auf das größere Black Mirror-Universum, in dem offenbar zum Zeitpunkt der Meta-Story um das Museum der Transfer des Bewusstseins auf „limitierte Formate“ wie Spielzeuge verboten wurde und es gibt einen ersten Hinweis auf „Human Rights for Cookies“. Diese Meta-Story lässt sich in zukünftigen Staffeln in allen möglichen Wegen weitererzählen, nice!

Die dritte Kurzgeschichte gibt der kompletten Folge ihren endgültigen narrativen Rahmen: Rolo Haynes' Black Museum sollte eigentlich mal ein Madame Tussauds mit lebenden Hologrammen werden, aber scheiß Consciousness-Persönlichkeitsrechte und sowas wie neuartige Copyrights Rights machten das ganze zu teuer. Aber zum Glück gibt's ja billige Mörderseelen und so verdammt Haynes den Mörder Clayton Leigh zur Folter in einer ewigen Exekution auf einem holographischen elektrischen Stuhl. (Wer das übrigens für eine Zukunftsvision hält, für den habe ich drei Worte auf VHS: Faces of Death. Wie oft ich den Tod auf dem elektrischen Stuhl in diesem Film gesehen habe, weiß ich nicht [allzu oft nicht], aber es war die 80s-Version von Rolo Haynes Black Museum: Fun Sized Suffering.)

Zum Glück sperrt Nish, die Tochter von Clayton Leigh, den Satan (Rolo Haynes) in seine eigene Maschine, presst seinen Hass in Miniaturform, rettet die im Teddy gefangene Spielzeug-Carrie und fährt in den Sonnenuntergang. Wunderbar.

„To the Future“.

Gib mir den Rest, Baby…

Es ist abzusehen, dass uns Black Mirror als jährliches dystopisches Ritual erhalten bleiben wird. Ob Brooker und Netflix weiter einen jährlichen Rythmus einhalten können, werden wir sehen, aber sie planen bereits jetzt ein USS Callister-Spinoff und die Serie hat sich wohl schon seit einer ganzen Weile zur Institution entwickelt. Deshalb habe ich mal alle Folgen geranked und meines Erachtens lässt sich da eine ziemliche Qualitätssteigerung feststellen und da bleibt tatsächlich trotz „Best SciFi-Series of the World“ immer noch Luft nach oben. Erstaunlich und pretty, pretty, pretty good.

Ich werde das Ranking dann jährlich aktualisieren, hier V2017:

19. Men Against Fire (Season 3, Episode 5 – Podcast)
18. The Waldo Moment (Season 2, Episode 3)
17. The National Anthem (Season 1, Episode 1 – Review)
16. The Entire History of You (Season 1, Episode 3 – Review)
15. White Bear (Season 2, Episode 2 – Review)
14. Shut Up and Dance (Season 3, Episode 3 – Podcast)
13. Playtest (Season 3, Episode 2 – Podcast)
12. Hated in the Nation (Season 3, Episode 6 – Podcast)
11. White Christmas (Holiday Special – Podcast)
10. Be Right Back (Season 2, Episode 1 – Review)
9. Metalhead (Season 4, Episode 5 – ReviewIncoming)
8. Nosedive (Season 3, Episode 1 – Podcast)
7. Arkangel (Season 4, Episode 2 – ReviewIncoming)
6. Crocodile (Season 4, Episode 3 – ReviewIncoming)
5. Black Museum (Season 4, Episode 6 – ReviewIncoming)
4. San Junipero (Season 3, Episode 4 – Podcast)
3. Hang the DJ (Season 4, Episode 4 – ReviewIncoming)
2. Fifteen Million Merits (Season 1, Episode 2 – Review)
1. USS Callister (Season 4, Episode 1 – ReviewIncoming)

Darth Elle Nerdinger, Aktivistin der dunklen Seite des Feminismus, hat zusammen mit yours truly ein neues Podcast-Format am Start: Der Hetenraum. Darin erzählt sie von ihren eigenen Interpretationen feministischer Themen, während ich im Text eine Antwort darauf formuliere, die mal Zustimmung ausdrücken kann oder auch prinzipielle Ablehnung hulkschen Ausmaßes. Zum Abschluss der insgesamt 6 kurzen Episoden folgt ein langer Podcast, in dem wir das Gesagte und Geschriebene noch einmal reflektieren. Am Ende holen wir dann die Lichtschwerter raus und hauen uns die Köpfe kaputt, so wie das sein muss.

Hier die dritte Folge über Gender-Marketing und ähnlichen Unfug:

Hetenraum 03: Wo wir doch beim Gendern war'n

MP3: http://www.nerdcore.de/podcast/het_03.mp3, Soundcloud

In der dritten Folge des Darth-Podcasts von Elle Forschungstortes dunkler Seite des Feminismus beschäftigt sich mit Gender-Marketing, also Überraschungseier in Pink für Typen und Motorsägen mit Carbonitummantelung für die Damen und die dazwischen kriegen nix. Und ganz konsequent fordert Frau Elle dann am Ende des Podcasts auch irres, ironisches Marketing, dass die Geschlechterrollen persifliert und auf die Spitze treibt mit Bloody Mary Pussywagon beim Grillen.

Ich will daran gar nicht viel kritisieren, das allermeiste Gendermarketing ist zynischer Dreck, niemand braucht geschlechtskategorisiertes Klopapier, außer BWL-Student*Innen (scnr) vielleicht.

Nun ist es aber eben auch so, dass Studien nicht umsonst anzeigen, dass sich Individuen bezüglich ihrer Vorlieben grade in den freiesten Gesellschaften auf ihre klassischen Geschlechterrollen zurückziehen und es wäre ein Versagen im Job eines Marketingfuzzies, das nicht zu berücksichtigen.

Es bleibt also auch hier ein gar nicht mal so kleiner Bereich, in dem es immer Actionfiguren für Jungs und Barbies für Mädchen geben wird. Aber zum Glück bieten auch solche binären Kategorien immer noch Spielräume (denn wir reden hier strenggenommen von "binär" als Metapher) und der Markt lässt hier selbstverständlich alle Produkt- und Vermarktungsvariationen zu, wie bei allen anderen Kontexten auch.

Deshalb muss ich die Forschungstorte auch hier zwar ein bisschen bremsen, aber prinzipiell bin ich für pinke Bloody Mary Pussywagons beim Grillen immer zu haben.

Black Mirror S04 Comic-Cover

Vor einem Jahr malte Illustrator Butcher Billy aus Brasilien Oldschool-Comiccover für jede einzelne Black Mirror-Folge und jetzt hat er Staffel…

Olivia Kemps chaotic Landscapes

Love the weird, chaotic Fineliner-Landscapes of Olivia Kemp (Tweeties), somewhere between Urban Exploration, Watership Down and Copperplate Engravings.

Tolle neue Webserie von Arte Creative voller Animationen über Cult Fiction: „Von den 'Leiden des jungen Werther' bis zu 'Harry Potter', über 'Unterwegs' oder 'Millennium' enthüllt Cult Fiction – ohne allzu viel zu verraten! - den Hype um Romane, die in einer Gesellschaft für Aufregung sorgen, andächtige Jünger finden, oder sogar Ausschreitungen nach sich ziehen.“

Auf Youtube bisher Clips zu Orwells 1984, Stephen Kings It, Michail Bulgakows Der Meister und die Margarita und Salingers Fänger im Roggen.

"1984" von George Orwell

Wussten sie, dass der Roman „1984´“ von George Orwell David Bowie seine gesamte Karriere lang beschäftigte? In seinem Album „Diamond Dogs“ sang er über die wichtigsten Themen darin, dann regt ihn der Roman zu einem futuristisch-politischen Kabarett im Fernsehen mit Marianne Faithfull und Amanda Lear an. Das prophetische Buch verschleiert weiterhin die Grenze zwischen Realität und Fiktion.

Gib mir den Rest, Baby…

34c3: Dude, you broke the Future!

Ich hole immer noch Vorträge vom 34c3 nach – hier eine YT-Playlist – und habe mir gestern endlich Charles Stross'…

2018/01/04 Music #Album #Punk

Raw Iggy Annotated

Neue Folge von Pitchforks Liner Notes über Iggy & The Stooges Proto-Punk-Klassiker Raw Power, „one of the most famous disasters…

Silvester Wholecar ✨

Die 1UP Crew bombt die U1 am Schlesischen Tor genau um zwölf mit Böllern, Farbe und Feuer. ✨💥 (via Ronny)

2018/01/02 Movies #Cartoons

The Complete Roadrunner, tweetstorm'd

Connor Ratliff hat jeden einzelnen Road Runner-Cartoon angesehen und live auf Twitter kommentiert: „It is clear, watching these now, that…

Ich hatte bereits vor ein paar Wochen mit Julia aus meiner kleinen Philosophie-Bubble auf Twitter einen langen Podcast über Netflix' Punisher-Serie aufgenommen. Zwei Stunden über Trauma, Gewalt und Selbstjustiz and then some. Wir kommen im Verlauf des Gesprächs vom Gewaltmonopol des Staates zu AFD, Klimawandel und zur Frage, ob man die Welt verändern kann. Der perfekte Start ins neue Jahr mit jeder Menge Spaß also. Sort of.

MP3: http://www.nerdcore.de/podcast/nc_punisher.mp3 | Soundcloud: NC-Podcast: The Punisher – Trauma, Gewalt und Selbstjustiz

Leider habe ich die Quali verkackt und beim Gespräch vergessen, meinen Kopfhörer anzuziehen, weshalb die gute Julia ziemlich hallt. Das Gespräch ist trotzdem nice und da müsst ihr jetzt durch.

Intro: Metallica – One // Outro: U-Nix – Clout

Gib mir den Rest, Baby…

Animatronic Trump

Born Miserable‏ shoppt Animatronic Trump in die Animatronic Fleischwelt. Passt und das Uncanny Valley ist eh seit 2 Jahren Standardwahrnehmung.…

Worms reproduce in Mars Soil

An der Uni Wageningen in Holland testen sie Gemüseanbau in künstlichem Mars-Boden, den sie mit Scheiße und Würmern anreichern. Und…

2018/01/02 Fun #Animals #Dogs

Doglifters of the world, unite!

@drewtoothpaste hat ein Subreddit für Hundehochheber eröffnet und wenn die Welt derzeit irgendetwas braucht, dann sind es Menschen, die Hunde…

Black Mirror – Release-Trailer and a happy new Year!

Die vierte Staffel Black Mirror ist raus und es gibt einen neuen Trailer, „so connected, so progressive“. Ich werde mich…

In Kansas wurde ein 28jähriger Mann nach einem Prank-Call eines Swatters von der Polizei erschossen. Dürfte nicht das erste „Trolling mit Todesfolge“ sein, aber wohl eins der symbolträchtigsten. Mutmaßlicher Täter ist ein 25jähriger Typ aus Los Angeles und wurde verhaftet.

This particular swatting reportedly originated over a $1.50 wagered match in the online game Call of Duty. Compounding the tragedy is that the man killed was an innocent party who had no part in the dispute. […]

It appears that the dispute and subsequent taunting originated on Twitter. One of the parties to that dispute — allegedly using the Twitter handle “SWauTistic” — threatened to swat another user who goes by the nickname “7aLeNT“. @7aLeNT dared someone to swat him, but then tweeted an address that was not his own. […] A story in the Wichita Eagle says officers responded to the 1000 block of McCormick and got into position, preparing for a hostage situation. “A male came to the front door,” Livingston said. “As he came to the front door, one of our officers discharged his weapon.” […]

Not long after that, Swautistic was back on Twitter saying he could see on television that the police had fallen for his swatting attack. When it became apparent that a man had been killed as a result of the swatting, Swautistic tweeted that he didn’t get anyone killed because he didn’t pull the trigger (see image above). Swautistic soon changed his Twitter handle to @GoredTutor36, but KrebsOnSecurity managed to obtain several weeks’ worth of tweets from Swautistic before his account was renamed. Those tweets indicate that Swautistic is a serial swatter — meaning he has claimed responsibility for a number of other recent false reports to the police.

Among the recent hoaxes he’s taken credit for include a false report of a bomb threat at the U.S. Federal Communications Commission (FCC) that disrupted a high-profile public meeting on the net neutrality debate. Swautistic also has claimed responsibility for a hoax bomb threat that forced the evacuation of the Dallas Convention Center, and another bomb threat at a high school in Panama City, Fla, among others. […]

He said the thrill of it “comes from having to hide from police via net connections.” Asked about the FCC incident, @GoredTutor36 acknowledged it was his bomb threat. “Yep. Raped em,” he wrote. “Bomb threats are more fun and cooler than swats in my opinion and I should have just stuck to that,” he wrote. “But I began making $ doing some swat requests.”

Michael Kreil: Social Bots, Fake News und Filterblasen

Ich habe mir bislang nur wenige Talks auf dem 34c3 komplett angesehen, einer davon war Michael Kreils Vortrag über „Social…

Animator und Designer Bob Givens ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Der Mann hatte bei Warner Cartoons mit Chuck Jones zusammengearbeitet und 1940 den wahrscheinlich berühmtesten Hasen der Welt erfunden: Bugs Bunny.

Von Wikipedia: „For the cartoon A Wild Hare (1940), Avery asked Givens to redesign a rabbit character previously designed by director Ben Hardaway and character designer Charles Thorson, which Avery thought had potential, but was "too cute" in his existing design. Givens, therefore, created the first official design for the rabbit, now named Bugs Bunny.“

Bob Givens, one of the team of animators who helped design Bugs Bunny and Elmer Fudd, has died at the age of 99.

Mariana Givens, the animator’s daughter, said he had passed away on December 14 in Burbank, California, from acute respiratory failure […] Mr Givens began working for Walt Disney Studios straight from high school and later joined what would become Warner Bros. As such, he was an animator during the industry’s golden era.

His version of Bugs Bunny debuted in 1940. Other characters he illustrated over his six-decade career included Tom & Jerry, Daffy Duck, Alvin and the Chipmunks and Popeye.

Hier meine Lieblingsfolge der Looney Tunes mit Bugs Bunny von Chuck Jones: Hair Raising Hare: Gib mir den Rest, Baby…

2017/12/28 Design Tech #CCC #Poster

Das Key-Visual des 34. Chaos Communications Congress ist Wau Hollands Phasenprüfer und 34c3-Designer Gregor Sedlag bat ein paar Zeichner und Illustratoren um einen Remix des Phasenprüfers, unter anderem mich.

Meine Illu ist laut Gregor eine Dekonstruktion im „Stil der früh-sowjetischen Avantgarde“. Ich würde eher sagen, es ist ein relativ schnell zusammengeklickter Pimmel auf Millimeterpapier, aber stilsichere Dekonstruktion nehm' ich auch gerne.

Das beiden Motive oben sind frühere Entwürfe, unten alle fertigen Poster und noch ein paar Varianten. Die anderen Prints stammen von Fox Italic, Nele Brönner, Jürgen Rudig, Naomi Fearn und Klaus Cornfield. Kaufen kann man die Poster ab Tag 4 im Set für 'nen Zwanni.

Gib mir den Rest, Baby…

WDR-Hörspieladaption von Cixin Lius Science-Fiction-Bestseller Die drei Sonnen: „Zwischen Aliens und unserer Gegenwart, zwischen naturwissenschaftlichen Fragestellungen und Darstellung von Umweltzerstörung – und zwischen unserer Vergangenheit und unserer Zukunft.“ (via Swen)

Welche Auswirkungen hätte das bevorstehende Eintreffen von Außerirdischen für unsere menschliche Zivilisation? Das Hörspiel nach dem international gefeierten Science-Fiction-Bestseller von Cixin Liu inszeniert die Welt vor ihrem potentiellen Ende.

Zurück in die Vergangenheit: China 1967. Zur Zeit der Kulturrevolution wird die Astrophysikerin Ye Wenjie Zeugin, wie ihr Vater umgebracht wird. Er hatte den als reaktionär gebrandmarkten Theorien Einsteins nicht abschwören wollen. Sie begegnet, was sie als Natur des Menschen zu begreifen lernen wird: Dem Bösen.

In der entlegenen Militärbasis "Rotes Ufer" erhält Ye Wenjie die Möglichkeit, an einem streng geheimen Forschungsprojekt teilzunehmen. In dessen Zentrum steht die Kontaktaufnahme mit Außerirdischen. Angesichts des sie umgebenden erhabenen Hinggan-Gebirges und der fortschreitenden Zerstörung der Natur im Namen des Fortschritts, begleitet sie eine schmerzhafte Frage: Liegt Böses in allem, was der Mensch ganz selbstverständlich tut und für richtig hält? Sie setzt etwas in Gang, dessen Folgen unüberschaubar sind.

Die drei Sonnen (1 von 12): „Wir befinden uns im China der Kulturrevolution. Hier nimmt Cixin Lius Science-Fiction-Bestseller seinen Anfang. Die junge Ye Wenjie muss miterleben, welcher Preis für naturwissenschaftliche Überzeugungen zu zahlen ist, die nicht mit der Parteidoktrin konform gehen: Ihr Vater muss sein Leben geben.“

Gib mir den Rest, Baby…

2017/12/24 Music #Album

Besinnliche Beats und etwas ruhigere Klänge für ein frohes Fest. Echt jetz diesma.

Großartiger Synthpop: Modern Kosmology by Jane Weaver, The Architect EP by Jane Weaver

Tom's Hot Dog Stand / Tracks to Pinky's

Ganz wunderbarer Folk aus Schottland: A Pocket Of Wind Resistance by Karine Polwart with Pippa Murphy, TRACES by Karine Polwart

„Tokorats is a psychedelic, harmony-rich dream-hop journey“: Tokorats by Jonti

Fantastischer Powerpop aus Melbourne: I Love You Like A Brother by Alex Lahey, B-Grade University by Alex Lahey

Lifetime of Love by Moon Diagrams

B52 meets Talking Heads auf Acid: GT ULTRA by Guerilla Toss

LoFi-Synthpop: Obedient Vibrations Mixtape by Spa Moans

Lovecraft-Lesung zu Experimental-Pop: A Dollop Of HP by I Monster

Gib mir den Rest, Baby…

2017/12/24 Misc #Xmas

Frohe Weihnachten! ✨

Frohe Weihnachten alle zusammen! Ich hab' noch ein paar wenige Postings in der Pipeline, die ich über die Feiertage raushauen…