Dong ├╝berwacht den Schlaf seiner Mitarbeiter ­čĽ┤

Der d├Ąnische Energiekonzern Dong hat eine Schlaf-App eingef├╝hrt, um die Schlafqualit├Ąt seiner Mitarbeiter zu ├╝berwachen. Kein Scherz, weder der Unternehmensname Dong noch die Schlaf-├ťberwachungs-App und auch kein Song von Radiohead. (Und um fair zu bleiben: Ich sch├Ątze mal, es handelt sich um eine banale App wie Sleep Better von Runtastic, die Daten werden sicherlich nicht mit Dong geteilt, davon gehe ich jedenfalls fest aus. Es bleibt dennoch gruselig auf so ÔÇÖne Businesskasperart.)

Senior Manager Kasper Kj├Âller Lou dazu: ÔÇ×Eine meiner neuen Lebensregeln ist, dass ich jeden Tag sp├Ątestens um 22.30 Uhr zu Bett gehe. Ich habe gemerkt, dass mir das mehr Energie im Alltag gibt.ÔÇť Angeblich eine ÔÇ×Win-win-SituationÔÇť, von der sowohl Firma als auch Mitarbeiter profitierten. Alles scheinbar ganz freiwillig und laut Dong-Personalchefin Hanne Blume ÔÇ×ein Angebot an die, die gern lernen wollen, wie man seine Schlafqualit├Ąt verbessertÔÇť.

ÔÇ×Bei uns in der Firma sind alle im gleichen Alter, schlank, gehen joggen und ins Fitnessstudio. Alle nehmen an den regelm├Ą├čigen Stra├čenmarathons teil und dokumentieren ihren Eifer mit Facebook-Eintr├Ągen und Instagram-Fotos. Wer da nicht mitmacht, wird sich nicht lange in der Firma halten. Homogenit├Ąt ist ein MussÔÇť, bezeugt die 32-j├Ąhrige Anna, die im mittleren Management einer Firma mit Sitz im repr├Ąsentativen Stockholmer Stadtteil ├ľstermalm arbeitet.

Fitter, happier, More productive
Sleeping well, no bad dreams
No paranoia.

An dieser Stelle nochmal der Hinweis auf die hervorragende Doku Work Hard Play Hard, ein hypnotisches Horror-Meisterwerk aus der Bizarro-Welt der BWLer:

Work Hard Play Hard besch├Ąftigt sich mit den neuen Formen der Arbeitsorganisation und zeigt die Auswirkungen neuer Managementmethoden auf den einzelnen Mitarbeiter.

Das Streben nach Gewinnmaximierung und grenzenlosem Wachstum hat die Ressource Mensch entdeckt. Die Grenzen zwischen Arbeit und Lifestyle verschwinden. Der Film besucht Architekten, Unternehmensberater, Human-Resource-Manager und Change Agents, die die Arbeitswelten der Zukunft entwerfen. In unkommentierten Einstellungen sieht und h├Ârt man ihnen bei ihrer Arbeit zu und beginnt dabei, die Systeme zu begreifen, die aus Menschen hochmotivierte Highperformer machen wollen. Flache Hierarchien und hohe Teamf├Ąhigkeit lassen Vorgesetzte ├╝berfl├╝ssig werden, weil die Unternehmensziele zu einem pr├Ągenden Teil des Ichs geworden sind. Die ├Ąu├čerst positive Resonanz und die kontroversen Reaktionen auf den Film zeigen, dass das Thema ÔÇ×ArbeitsweltÔÇť f├╝r eine breite ├ľffentlichkeit von gro├čer Bedeutung ist.