General Robots

Niall O’Briens Punk-Fotografie

Niall O’Brien dokumentiert mit seiner Kamera seit ein paar Jahren das Leben einer Bande Punks aus dem Südwesten Londons, jetzt hat er eine Ausstellung namens „Good Rats“ in der Galerie Art Work Space (falls jemand in London weilt: Die Ausstellung läuft bis 11. März, hier die Adresse: Lower Ground Floor, The Hempel Hotel, 31-35 Craven Hill Gardens, London, W2 3EA).

Rüde, verroht, abgefuckt, versoffen, ungewaschen. Gleichzeitig zart, feinfühlig, liebevoll. Mit einem Wort: Grandios. Unbedingt durch das komplette Portfolio klicken, ganz ganz großartig, endlich mal wieder Fotografie, die mich umhaut und vielleicht höchstens getoppt wird von Mike Brodie, the Polaroid Kidd, über den ich hier mal was gebloggt hatte.

The show entitled ‘GOOD RATS’, opens on February 1st 2010 and marks the first substantial exposition of work from the ‘Superheroes’ series – an ongoing project that has seen O’Brien living alongside, and observing the lives of, a group of young punks from South-West London over the last three years.

During this time, the artist has seen the group begin to grow from adolescents to young men, following them on their adventures from Brighton to Berlin and documenting their exploits. O’Brien has created a series of photographs so strikingly beautiful that, at first glance, they might belie their raw, uninhibited and primal content. Gradually earning the trust of the group, who to others may seem entirely impenetrable, has enabled him to gain access to some particularly personal and poignant moments in the lives of his subjects.

Niall O’Briens Portfolio, Link zur Seite der Ausstellung (via Creative Review)

Tony Hawk/Fandango Projects-Ausstellung „I was a teenager in the…“

Schöne Ausstellung von Tony Hawk bzw den Fandango Projects: „I was a teenager in the…“

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Parisian art collective Fandango Projects have created an installation for surf brand Quiksilver that reconstructs teenagers’ bedrooms from different decades.

Called I was a teenager in the… the project was installed as part of a show by skateboarder Tony Hawk at the Le Grand Palais in Paris last week.

I was a teenager in the… by Fandango Projects

Ich war ja Teenager in den ausgehenden Achtzigern, Anfang der Neunziger und mein Zimmer war damals zunächst voller Picture Discs (ich hatte die goldene 12″ von Metallicas „One“ oder die Shapedisc von Megadeths Sex Pistols-Cover „Anarchy in the UK“ und solche Dinger) mit einem C64 in der Mitte, Anfang der Neunziger wurden die Platten durch Techno-Flyer ersetzt, mit denen ich meine kompletten Wände zukleisterte (die Flyer zu den Väth-Geburtstagspartys waren ein ziemliches Sammlerstück).

Craig Ferguson über Jugend und Dummheit


(Youtube Direktyouth, via YBNBY)

Craig Ferguson has figured it out: Why everything sucks und warum die Jugend daran schuld ist (wie an sowieso allem). Am Ende die Jonas Brothers einfach mit Tokio Hotel ersetzen, dann passt das auch bei uns. So true.

Klaus Farin über das Ende der Jugendkulturen

Im De:Bug-Magazin gibt es ein sehr schönes und hochinteressantes (und typografisch erbärmlich gesetztes) Interview mit Klaus Farin, Leiter des Archivs der Jugendkulturen, über das Ende (bzw. die Nichtexisten) derselben.

Ist die Jugend von heute noch irgendwie rebellisch? Wenn ja, auf welche Art und Weise?

Die Jugend war ja nie rebellisch. Es waren ja immer nur Minderheiten. Bei den berühmten 68ern, die die Jüngeren von heute immer vorgehalten bekommen, waren es ja nur 3-5% der damals Studierenden, die ernsthaft auf den Straßendemos waren, eine kleine radikale Minderheit. Wahrscheinlich waren damals CDU-Wähler viel repräsentativer für das Land als Rudi Dutschke. Die Medienkraft hat es geschafft, der Generation einen Stempel aufzudrücken. Denn jeder, der an 68 denkt, denkt an lange Haare, Woodstock und Revolution, und nicht an die Skinheads, die zur gleichen Zeit entstanden sind. Bei den meisten bestand die Revolution allerdings darin, die Rolling Stones gut zu finden.

Es sind immer Minderheiten, die rebellisch sind. Es ist auch heute so. Vor allem in einer Konsumgesellschaft, weil Konsum heißt: Nicht selber machen, sondern das schlucken, was vorgegeben wird. Konsumgesellschaft ist im Gegensatz zu autoritären Gesellschaften auch sehr mächtig, denn sie kriegt alle Teile der Bevölkerung. Die Minderheiten, die heute noch kreativ und rebellisch sind, haben es heute schwieriger. Zum einen, weil Rebellion in wirtschaftlich prosperierenden Zeiten wächst, also wenn es den Leuten gut geht, dann sind Ressourcen da. In Zeiten, in denen sich die Gesellschaft Millionen Arbeitslose leistet und jederzeit Leute in die Ecke schieben kann, darf man sich keine kritische Rebellion erwarten, die haben nicht die Zeit, die Kraft, den Mut dafür. Die müssen sich in erster Linie darum kümmern, einen Job zu kriegen.

Unter den jetzigen Wirtschaftsbedingungen hätte es 68 gar nicht gegeben. Dennoch glaube ich, dass sich im sehr weit gefassten Begriff die Jugend von heute durchaus rebellisch zeigt oder sogar mehr politisch interessiert ist als früher. Nicht in den klassischen Formen: wählen gehen oder Parteien und das ganze langweilige Zeug, aber im direkten Umfeld. Ich halte es für politischer, wenn jemand sagt: In meinen Club kommen keine Rassisten rein, als jemand, der einen Brief an den Integrationsbeauftragten verfasst, um eine Gesetzesänderung herbeizuführen. Im Alltag sind viele Jugendliche, auch durch die Medien, anders sensibilisiert und somit kritischer als meine Jugendgeneration.

Brauchen die Jugendlichen also die Medien oder die Medien die Jugendlichen?

Die Jugend ist ja immer gerne Sündenbock und Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen. Die Gesellschaft arbeitet gerne ihre Fehler und Defizite an ihrer eigenen Jugend ab. Weil, sie können sich nicht wehren! Wenn man als Journalist einen Staatsanwalt anpinkelt, überlegt man sich das vorher gut, weil der zurückschlagen kann. Über Punks und Neonazis kann ich doch schreiben, was ich will, die können sich nicht wehren, und Jugendliche sind schon immer die Folie für gesellschaftliche Fehlentwicklungen, auf deren Schultern dann das Ganze diskutiert wird.

Das Ende der Jugendkulturen (via KFMW)

Jumpstyle my ass – reloaded


(Youtube Direktkrocha, via)

Die Jugend hat’s schon schwer heutzutage. In Zeiten des demographischen Wandels werden die ja auch immer weniger und können sich nicht wehren, wenn man sagt, das sie vollkommene Volldeppen sind. Dass sie sich jetzt aber auch noch vollkommen bekloppte Jugendkulturnamen ausdenken, das ist neu. Raver, Gangster, Punk, Hippie… das klingt ja wenigstens nach was. Sogar Emo klingt ganz wunderbar gegen… Krocha. Krocha! Auch wenn das von „Krach“ kommen soll: es klingt ganz und gar bescheuert. Genauso wie die Deppentruckcaps, Vollhonkjeansimsneaker und Idiotenblingblinggürtelschnallen.

Zum Outfit gehören meist gold- oder silberfarbene Sneaker oder Boxerstiefel, große, lose auf den Hinterkopf gesetzte Trucker- und Designer-Kappen wie von Ed Hardy oder „Flash Caps“ genannte Kappen in Neonfarben, enge Jeans und teilweise auch Kufiyas.

Üblicher Haarstil bei männlichen Krochan ist der Vokuhila. Krocharinnen, wie sich die weiblichen Mitglieder dieser Gruppe auch selbst bezeichnen, haben dagegen meist geglättetes, schwarz gefärbtes oder blondiertes Haar, oft mit schräg geschnittenen Stirnfransen. Typisch für Krocha ist auch durch Bräunungscreme und Solarium getönte Haut. (Wiki)

Vor allem letzteren Teil kannte ich eigentlich bisher nur von Volldeppen aus New Jersey.