Die Headline klingt absurd, ist aber genau so korrekt. Akbar Zib heisst ‘Biggest Dick’ und der arme Mann kann deshalb kein Botschafter in Saudi Arabien werden. Und ja, ich sehe grade genau so aus, wie die Wache bei Caesar, als der Geschichten über seinen guten Freund Schwanzus Longus erzählt. Er hatte eine chöne Frau. Wisst Ihr, wie man sie nennt? (Und man verzeihe mir bitte die Synchro-Fassung der Szene, ist so’n Nostalgie-Ding. Hier im Original.)
Despite having served for years as a distinguished Pakistani diplomat, Akbar Zeb reportedly cannot receive accreditation as Pakistan’s ambassador to Saudi Arabia. The reason, apparently, has nothing to do with his credentials, and everything to do with his name — which, in Arabic, translates to “biggest dick”.
Derzeit wird ein Entwurf für einen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag diskutiert und gegen den sehen die Von der Leyenschen Stoppschilder ziemlich blass aus. Es geht um nicht weniger als die Filterung von Inhalten, die sich nicht dem deutschen Jugendschutz beugen und da ich hier auch gerne mal derbere Sachen zeige, betrifft das Nerdcore sehr wahrscheinlich ganz konkret.
Hier der komplette Gruselkatalog:
Der aktuelle Entwurf zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) enthält eine ganze Reihe abzulehnender Vorschriften:
Es werden sowohl Internet-Zugangs-Anbieter (Access-Provider, ISP) als auch Anbieter von Webspace (Hosting-Provider) mit den eigentlichen Inhalte-Anbietern gleich gesetzt. Sie werden als „Anbieter“ bezeichnet. Sie alle sind für die Inhalte ihrer Kunden verantwortlich.
Access-Provider werden verpflichtet, ausländische Webseiten zu blockieren, die sich nicht an die in Deutschland geltenden Jugendschutzbestimmungen halten. Es muss also eine weitaus umfangreichere Internet-Zensur-Infrastruktur aufgebaut werden, als dies Ursula von der Leyen im Wahlkampf vorgesehen hat.
Wenn auf einer Webseite die Nutzer Inhalte erstellen können (also zum Beispiel Kommentare in Blogs), dann muss der Betreiber der Plattform (also zum Beispiel der Blogger) nachweisen (!), dass er zeitnah Inhalte entfernt, „die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren Personen zu beeinträchtigen“. Ausnahmen sind keine vorgesehen.
Generell werden alle Inhalte in Kategorien eingeteilt: ab 0 Jahre, ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 16 Jahre, ab 18 Jahre.
Alle „Anbieter“ müssen sicherstellen, dass Kinder der entsprechenden Altersstufe jeweils ungeeignete Inhalte nicht wahrnehmen. Dafür sind mehrere (alternative) Maßnahmen vorgesehen:
Es wird ein von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zugelassenes Altersverifikationsverfahren genutzt.
Inhalte werden nur zu bestimmten Uhrzeiten angeboten. (beispielsweise nur zwischen 22 und 6 Uhr, wenn ab 16 Jahre)
Alle Inhalte werden mit einer entsprechenden Altersfreigabe gekennzeichnet.
Die bestehenden Regelungen bezüglich schwer jugendgefährdenden Inhalten (das betrifft u.a. Hardcore-Pornographie usw.) bleiben natürlich in Kraft.
Ich habe ja mit Erschrecken die letzten Tage die Versuche des Dresdner LKAs verfolgt, die Gegendemo zum Nazivolldeppentreff in Dresden zu kriminalisieren und zu unterbinden, es wurden Plakate beschlagnamt und Büros durchsucht, zuletzt haben die per Dingens die Domain der Gegenbewegung Dresden-Nazifrei.de gesperrt. Die sind nun offline, aber es gibt zwei Mirrors: Hier und hier. (via mspr0)
Über die Motivation des Dresdner LKAs hinter diesem starken Vorgehen gegen diese bundesweit unterstützte Gegendemonstration mag ich gar nicht spekulieren, ich denke mir meinen Teil. Und bevor hier wieder irgendwelche halbrechten oder auch ganzrechte Vollspacken aufschlagen und irgendwas von Meinungsfreiheit faseln, hier ein Zitat aus Sven Scholz’ sehr lesenswerten Text (via Jens), der sich insgesamt unter meinem Motto lesen lässt: „Keine Toleranz für Nazis“.
Toleranz heißt nicht, die eigene Abschaffung tolerieren zu müssen. Im Gegenteil: es heißt, sich gegen jeden, der sie abschaffen will, zur Wehr zu setzen. Wenn möglich friedlich. Wenn nötig auch mit anderen Mitteln. Soweit sind wir zum Glück noch nicht. Wenn allerdings selbst fridliche nicht mehr genutzt werden dürfen, so dass sich Intoleranz ungehindert verbreiten darf, wird es irgendwann zu spät sein. Vielleicht sogar zu spät selbst für nicht friedliche. Dann will man es am Ende wieder nicht gewusst haben, nichts mehr gemacht haben können oder ja nicht gewesen sein. Wir hatten das schonmal, was lernen die Leute eigentlich inzwischen im Geschichtsunterricht?
Das vermeintlich zweischneidige Schwert, unter Umständen etwas zu unterstützen, das die Meinungsfreiheit von Nazis einschränke, ist nur solange zweischneidig, solange man Meinung und Ideologie nicht unterscheiden kann. Eine Meinung bringt keine Menschen um. Wenn ich mir die Statistik rechter Gewalt so anschaue komme ich zum Schluss, dass es sich hier nicht um eine Meinung handeln kann. Es ist Ideologie, Handlungsaufforderung, Anstiftung und am Ende Mord und Totschlag.
Und so nebenbei: Das Zurückziehen der deutschen Piratenpartei ihrer Unterstützung in dieser Aktion veranlasst mich (endlich), meine Mitgliedschaft zu kündigen. Das Schreiben werde ich hier dann veröffentlichen.
Als vor ein paar Tagen Roland Koch seinen „Arbeitsverpflichtungs“-Bullshit unter die Leute brachte, ging mir ja schon wieder die Hutschnur, aber was soll man von so einem und seiner Partei auch anderes erwarten. Hat sich wahrscheinlich auch ein mir unbekannter Adbuster gedacht und die bekannten Automaten-Werbungen CDUtechnisch aufgewertet.
Ich habe wahrscheinlich noch nie Gänsehaut bekommen, wenn ich mir ein Bild von einem Firmenschild anschaue. Bei obigem Bild (hier in groß) geschah genau das. An Googles Firmenschild in China werden Blumen aus Dank niedergelegt. Unfassbar. Dieses Bild sagt so so soviel aus über diese Story und die Geschichte Chinas und Zensur und allem, was dahinter steht.
Wenn Ihr nicht grade unter einem Stein lebt, habt ihr mitbekommen, dass offensichtlich die chinesische Regierung eine Cyberattacke gegen Google gefahren und Google dafür die Filter abgeschaltet hat, weshalb auf google.cn nun kritische Ergebnisse zu „Tiananmen“ auftauchen.
Aber: es ist gar nicht auszudenken, was das für einen Rattenschwanz nach sich zöge. Nicht nur für China, dessen Regime sich wohl nicht halten könnte, wenn die Firedämme brächen und die Welt per Google in das Land einfiele. Nein, etwas anderes ist entscheidend:
Wenn China, warum dann nicht auch Iran? Was gäbe es da noch für eine Rechtfertigung? Google wäre in der moralischen Pflicht, Informationen überall dorthin zu bringen, wo Zensur herrscht. Warum also nicht auch nach England? Oder nach Australien? Wozu sich überhaupt noch an Gesetze halten? Wozu überhaupt noch die Regulierungsansprüche von Staaten ernst nehmen? Wozu überhaupt noch Staat/Nation?
Und auf einen Schlag sähe jegliche nationale Gesetzgebung das Internet betreffend aus, wie ein Wutanfall von Mickey Mouse. Die staatliche Souveränität wäre als Prinzip angekratzt, wenn nicht gar völlig diskreditiert. Und es gäbe eine neue strategische Großmacht auf der Welt. Google kann Staaten stürzen.
Und am lustigsten und peinlichsten finde ich, dass sich der Spiegel ausgerechnet diese Woche für ein journalistisches Schmierenstück aussucht und versucht, in einer Titelstory Google zu dissen. Ausgerechnet in der Woche, in der Google ihr Firmencredo „Don’t be evil“ unter Beweiß stellt. Epic FAIL!
Hier als Start für’s neue Jahr ein Rückblick auf 2009 mit Hagen Rether, der das Jahr auch ziemlich beknackt fand. Ich finde den ja eher so semigut, was aber nichts mit dem zu tun hat, was er erzählt, sondern ganz einfach das Setting mit einem langhaarigen Pianisten mit Pferdeschwanz und Männer mit Pferdeschwanz sind mir, ich wiederhole mich, suspekt.
Außerdem trägt er seinen Kram zu ruhig vor für meinen Geschmack. Aber bei „Obama ist gar nich echt, das ist in Wahrheit der Wallraff“, da lag ich unterm Tisch. Das da oben ist Teil 1, hier die Links zu Teil 2 und Teil 3.
Ich weiß, es ist 5 vor Weihnachten und ich habe ja auch eher Gänsebraten, Knödel und Geschenke im Kopf, aber was kann ich dafür, wenn das ausgerechnet jetzt im Feedreader aufpopt. Außerdem bin ich ja schließlich gar nicht da, gepostet wird das hier vom Wordpress-Autobot und ich muss das nicht mitdiskutieren, jedenfalls:
Ich habe ja ein wenig ungläubig auf das Geschehen in Kopenhagen geschaut, trotz dessen, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse auf dem Tisch liegen und außer von ein paar Klimaskeptikerdeppen abgesehen niemandem wirklich angezweifelt werden, hat man die Konferenz scheitern lassen und das Ergebnis ist ein Furz im Wind.
Warum man das Desaster von Kopenhagen auch positiv sehen kann, zeigt ein superinteressantes Interview mit Peter Sloterdijk, der gleich mal von vorrevolutionären Zuständen spricht. Hell yeah! Snip:
Man muss jetzt mehr denn je konstruktiv diabolisch denken und sich sagen, dieses Scheitern war das Beste, was uns passieren konnte. Immerhin weiß man ab heute besser denn je, was von UN-Spektakeln dieser Art zu halten ist, man weiß zudem, dass für eine effektive Weltsteuerung andere Organe erfunden werden müssen, und man weiß, dass die Zeit abläuft, in der die Bürger mit ihren Regierungen Geduld hatten.
Man hat uns glauben gemacht, das 21. Jahrhundert habe am 11. September 2001 begonnen, und sein Grundthema sei Sicherheit vor dem Terror. In Wahrheit beginnt das 21. Jahrhundert mit dem Debakel vom 19. Dezember 2009 – sein Grundthema ist das Fehlen von Global Governance. Die ganze politische Sphäre ist bloßgestellt, alles, was vorgibt, an der Macht zu sein, erscheint von jetzt an wie ein hohles Ancien Régime.
Nach Kopenhagen leben wir in einer vorrevolutionären Situation neuen Typs. In aller Welt werden die Bürger nach Sicherheit vor ihren Regierungen verlangen.
So sieht das aus, wenn augenscheinlich friedliche Demonstranten in Kopenhagen gegen Businessbullshit-Abkommen demonstrieren. Hat für mich ja schon Ähnlichkeiten zu Soylent Green aber that’s just me.
Ich finde zwar jede Panik aufgrund des menschlich forcierten Klimawandels als überhöht, denke aber dennoch, dass alle Skeptiker davon wissenschaftlich falsch liegen. Humate Climate Change is happening, maybe not in your lifespan. Aber nichts davon entschuldigt das Vorgehen der dänischen Polizei.
[update] Das Video stammt nicht von der Klimakonferenz, ist aber dennoch krass.
Weil sich im Posting zu Greenpeace Kampagne zur Klimakonferenz in Kopenhagen die Skeptiker die Klinke in die Hand geben und versuchen, ihren Verschwörung-Mist und ihre Lügen unters Volk zu bringen (was die meisten ohnehin mit Beschimpfungen beginnen, was ich auch ohne Verschwörungs-Mist generell löschen würde), muss ich natürlich nochmal nachlegen.
Erstmal mit etwas schönem, der Hopenhagen-Kampagne von Ogilvy & Mather nämlich, sehr schöne Motive:
ogilvyearth took the lead on developing the strategy and creative concept for the initiative, which simply replaces the first letter of copenhagen with ‘h’ to spell ‘hopenhagen’. the campaign brings about an air of hope and optimism for the future. it emphasizes the need to shift from ‘coping’ or just simply dealing or ignoring our global challenges to ‘hoping’ and acting to create a new reality for the future – signifying a new beginning and a hope that we can solve two of the big issues of our time – the economy and our environment.
worldwide creative director of ogilvy & mather, tham khai meng has said:
‘we believe in the power of movements to inspire and bring about real change. hopenhagen was created to be a campaign of the people. it provides a platform for individuals around the world to participate and have a say in the future of the world.’
‘we toyed with the idea of how to put hope back into the topic of environmental awareness.
the answer was staring at us. coping… and hoping.’ – TKM
Und hier noch ein paar Knochen für die Skeptiker zum Kauen, zunächst mal, weil es abgesehen von der Konferenz die wohl aktuellste Story zum Thema ist, hier ein schönes Video, dass die ganzen Gerüchte um einen Klima-Hoax, die im Zuge des Mail-Hacks gestreut wurden, in zehn ziemlich amüsanten Minuten widerlegt, so dass außer Fox-News-Propaganda nichts davon übrigbleibt: Climate Change — Those hacked e-mails. (via Fefe)
Und wenn die Skeptiker unbedingt skeptisch sein wollen, dann doch vielleicht lieber ohne Lügen zu verbreiten. Denn man kann die Konferenz kritisieren, wie es beispielsweise der Spiegelfechter tut, der die wirtschaftlichen Interessen der Umweltindustrie als eigentlichen Trigger für die Dringlichkeitsrufe ausmacht und der dann allerdings auch schreibt: „Natürlich nimmt niemand die selbsternannten “Wissenschaftler” ernst, die als “Klimaskeptiker” auf Lügen basierende Verschwörungstheorien unters Volk bringen. Die seriösen Klimawissenschaftler sind sich zwar einig über den großen Einfluss menschlichen Handelns auf die Klimaentwicklung – uneinig sind sie sich indes, ob eine Reduktion des CO2-Ausstoßes wirklich so viel bringen wird.“
Dann hier noch der Artikel, den man jedem Skeptiker um die Ohren hauen sollte, weil der nämlich jede einzelne Lüge als eben solche enttarnt:
Within the community of scientists and others concerned about anthropogenic climate change, those whom Inhofe calls skeptics are more commonly termed contrarians, naysayers and denialists. Not everyone who questions climate change science fits that description, of course—some people are genuinely unaware of the facts or honestly disagree about their interpretation. What distinguishes the true naysayers is an unwavering dedication to denying the need for action on the problem, often with weak and long-disproved arguments about supposed weaknesses in the science behind global warming.
What follows is only a partial list of the contrarians’ bad arguments and some brief rebuttals of them.
Schöne Kampagne von Greenpeace anläßlich des anstehenden Klimagipfels in Kopenhagen mit gealterten Politikern, die sich für geschmolzene Pole entschuldigen. Grade das Motiv mit Angie „Shoving the gold up in the arse of the Automobil-Industrie“ Merkel finde ich in diesem Zusammenhang sehr bemerkenswert.
Das Bemerkenswerte an der Antwort von Angela Merkel auf die Frage eines Journalisten der niederländischen Tageszeitung „De Telegraaf“, wie denn ein Herr Schäuble nach seiner Rolle in der CDU-Spendenaffäre tatsächlich und ausgerechnet Finanzminister werden könne, ist ja nicht die Tatsache, dass da einer Vertrauen in Finanzfragen genießt, das Normalsterbliche, hätten sie mal 100.00 Euro vergessen zu erwähnen, auf weitaus mehr als nur zehn Jahre verspielt hätten. Es ist ja schließlich nichts neues, dass sich die „politische Klasse“ nicht nur in Schweinepestfragen einen goldenen Vorteil in den Arsch schiebt. Das Bemerkenswerte ist das, was sie damit über die Alltäglichkeit dessen sagt.
Frau Merkel sagt damit: Der genießt mein Vertrauen nicht trotz seiner Verwicklung in die Spendenaffäre, sondern deshalb, weil er weiß, wie man sowas beinahe unbeschadet übersteht. Weil er weiß, wo der Hase langläuft, weil er weiß, wie man das politische Tagesgeschäft führt. Dabei hat er sich einmal erwischen lassen und auch das konnte ihm nix anhaben. Und das macht ihn in diesem politischen Tagesgeschäft zu einem hervorragenden Spieler und wer wäre besser geeignet, die Schachereien auf den Finanzmärkten zu überwachen, als so einer.
Und Frau Merkel sagt damit auch: Jeder hier im Raum weiß das, weshalb kein deutscher Journalist auf so eine offensichtliche Frage überhaupt kommt, die halten alle schön die Klappe und es braucht einen aufsässigen niederländischen Journalisten um so eine unverschämte Frage zu stellen, die ich praktisch nicht beantworte. Was erlaube!
„Weil diese Person mein Vertrauen hat.“ Yeah, meins nicht. Aber ich hab’ die auch nicht gewählt.
Union und FDP haben im Entwurf für eine Koalitionsvereinbarung dem Modell einer staatlich überwachten “abgestuften Erwiderung” auf Rechtsverstöße im Internet nach dem umkämpften französischem Vorbild eine Absage erteilt. “Wir werden keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen ergreifen”, heißt es nach Informationen von heise online wörtlich im Entwurf für den Fahrplan der geplanten schwarz-gelben Regierung. [...]
Im Text betonen die Koalitionäre aber zugleich: “Das Internet darf kein urheberrechtsfreier Raum sein.” Sie geloben deshalb allgemein, “unter Wahrung des Datenschutzes bessere und wirksame Instrumente zur konsequenten Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet” zu schaffen”. Dabei wollen Union und FDP “Möglichkeiten der Selbstregulierung unter Beteiligung von Rechteinhabern und Internetserviceprovidern fördern”.
Das Problem mit dem „urheberrechtsfreien Raum“ Internet habe ich schon öfter dargelegt: Das Netz ist angelegt als eine riesige Kopiermaschine, rufe ich eine urheberrechtlich geschützte Website auf – heise.de etwa – landet eine Kopie der Site auf meinem Rechner und ich begehe ganz streng genommen einen Bruch des Urheberrechts.[update] NC-Leser Texhnolyze meint in den Comments, flüchtige Kopien seien im Urheberrecht explizit ausgenommen, das Beispiel war also falsch, eine Kopiermaschine ist das Netz trotzdem.
Und wenn ich „Selbstregulierung unter Beteiligung von Rechteinhabern und Internetserviceprovidern“ lese, kann ich ganze Horden von Nachtigallen trapsen hören, ich sage nur Vorratsdatenspeicherung, deren Daten dann mal flugs von den Providern an die Content-Industrie geliefert werden. Und von dort direkt zum Anwalt. Zusammen mit der Deckelung von Abmahnkosten auf 100 Euro bei Urheberrechtsverstoßen ergibt sich dann folgende „2 Strikes“-Regelung: Hundert Euro beim ersten mal und dann wird man richtig zur Kasse gebeten.
Ob das so kommen wird, werden wir sehen. Bis dahin empfehle ich Modest Mouses „Satellite Skin“, mein Ohrwurm seit circa zwei Wochen. Available on that internet anywhere near you.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, heisst es. Aber anscheinend hat sich die Hornissen-Koalition in Sicherheitsfragen in Fragen der Netzsperren auf die Strategie „Löschen statt Sperren“ geeinigt. Ich traue dem ganzen zwar nicht über den Weg, wage mal aber ein vorsichtiges: Okay.
Bei den Internetsperren für Websites mit kinderpornografischem Inhalt verständigten sich die Verhandlungspartner darauf, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zunächst versuchen soll, kinderpornografische Seiten zu löschen statt zu sperren. Laut Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll dies auch durch eine Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit erreicht werden. Nach einem Jahr sollen die bis dahin gemachten Erfahrungen ausgewertet werden. FDP-Innenexperten Max Stadler nannte die künftige Vorgehensweise: “Löschen statt Sperren”.
[update] Alvar Freude mit weiteren Infos und die sehen doch recht gut aus:
Leider waren die Meldungen bei dpa und co. nicht sehr deutlich in der Hinsicht, man konnte da tatsächlich alles mögliche hineininterpretieren. Aber in der Zwischenzeit habe ich genauere Informationen zu dem, was im Koalitionsvertrag stehen wird, und das sieht nicht schlecht aus und ist wohl das beste, was rauszuholen war:
Es wird ein „Anwendungserlass“ geben, der besagt:
Das BKA darf keine Listen erstellen
Das BKA darf keine Sperrlisten weitergeben
Dies gilt für das Gesetz und die „freiwilligen“ Verträge der Provider
Das BKA soll dafür sorgen, dass die Inhalte gelöscht werden.
Dazu wird das BKA die Meldestellen von eco und/oder INHOPE einbinden
Also nicht nur auf eigene Faust bzw. über die träge internationale Polizeiarbeit handeln
Das ganze gilt für ein Jahr
Danach wird der Erfolg geprüft, quasi: wurden die Inhalte entfernt?
Wenn sich das Ganze als erfolgreich herausstellen wird, wird das Gesetz in einem Jahr abgeschafft
Das Wirtschaftsministerium hat ohne Absprache mit der (wahrscheinlichen) neuen Koalition das Gesetz an den Bundespräsidenten zur Ausfertigung weitergereicht; dieser wird es nun prüfen. Wenn er es unterzeichnet, wird es zwar formal in Kraft treten, aber aufgrund des Anwendungserlasses eben nicht angewendet.
Wenn er es aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken nicht unterzeichnet, dann ist das sowieso hinfällig.
Also: Es wird vorerst KEINE Internet-Sperren/Netzsperren/Internet-Zensur geben.
Ich denke, das ist nun ein toller Erfolg für uns alle, die sich auf vielfältige Art gegen Internet-Sperren und Internet-Zensur ausgesprochen haben. Ein Erfolg fürs Netz, an dem sehr viele einen Anteil haben.
Da komme ich nichts ahnend aus der Pressevorführung von Michael Moores „Capitalism – A love story“ (kurz: Moores Meisterstück in der Tradition seiner beiden ersten Filme „Roger & Me“ und „The Big One“ mit kleinen inhaltlichen Schwächen, die man dem Film aber gerne verzeiht, mehr zum Deutschlandstart am 12. November bei den Filmfreunden), da lese ich, dass Barack Obama den Friedensnobelpreis erhält und ohne irgendwas dazu gelesen zu haben (außer der Meldung selbst), weiß ich ja jetzt schon, wie die konservativen Giftspritzen alle Gift spritzen.
Die konservative Zeitung “The Wall Street Journal” reagierte hingegen skeptisch. “Barack Obama gewinnt den Nobelpreis: Wofür?”, kommentierte die Zeitung in seiner Online-Ausgabe. Das sei “grotesk”, hieß es. “Nun kann ein politischer Führer einen Friedenspreis gewinnen, weil er sagt, er wolle irgendwann in der Zukunft Frieden bringen.”
Die sollten aber nicht vergessen, was alleine die Wahl dieses Mannes zum amerikanischen Präsidenten bereits für eine Signalwirkung hat: Eine Nation im Krieg wählt einen Mann, der auf Dialog statt Dominanz setzt, der als Community Manager in Chicago einen etwas anderen Background besitzt, als die Kriegstreiber der Republikaner. Der es alleine mit seiner Präsenz geschafft hat, den Amerikanern die Vision eines erneuerbaren Landes zu geben. Dabei ist es erstmal irrelevant, dass seine Versprechen im Filz der korrupten Bürokratie ins Stocken geraten sind (und deshalb erwähnte ich explizit den Film von Moore, denn der zeigt diesen Filz in aller Deutlichkeit).
Und natürlich, weil der Herr ein Nerd vor dem Herrn ist. Nicht zuletzt deshalb: Glückwunsch Prez! Nicht nachlassen, jetz!
Kofi Annan hat die Aktion „Beds are burning“ gestartet, die zum Start der Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen nochmal Druck aufbauen soll. Die Aktion ist rund um das Cover von Midnight Oild „Beds are burning“ aufgebaut, jeder Download des Songs, an dem über 60 Künstler weltweit mitgewirkt haben, entspricht der Unterzeichnung einer Petition, mein Download läuft und das, obwohl die Scorpions dabei sind.
Mr. Annan said:
“Climate change is the greatest humanitarian challenge facing mankind today. And it is a challenge that has a grave injustice at its heart. It is the major developed economies of the world which contribute the overwhelming majority of global greenhouse emissions. But it is the poorer and least developed nations that are hit hardest by its impact.
“By downloading ‘Beds Are Burning’ for free from major music download platforms on the internet, people from around the world will be adding their names to this growing global petition — joining the campaign for climate justice and becoming a climate ally.
“This will be the first time ever that a musical petition has been created to demand decisive action from our world leaders. I believe it can become the Band Aid for the internet generation.”
Die orangene Partei hat grade in der Sendung mit der Maus übrigens einen ziemlichen Batzen an Stimmen geholt, was auch immer das heissen mag. Ich bin dann mal weg, Kreuzchen machen. You should, too.
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[update] Jeez, Ihr seid sowas von unrepräsentativ, ey!
Vier Jahre schwarzgelb stehen uns bevor, mit Angie als Bundeskanzeleuse, Netzsperren für alles außer Kochbücher, sozialer Kahlschlag, Steuererhöhungen und neoliberaler Bockmist auf alles Ebenen, Bailouts für tote KFZ-Märkte, Ausstieg aus dem Atomausstieg und garantiert zumindest der Versuch, Three Strikes einzuführen.
Danke Deutschland. Fuck you.
Immerhin: Glückwunsch an die Piraten, stärkste Kleinstpartei in Deutschland mit 2%, die ihr Wahlergebnis von der Europawahl rund nochmal verdoppeln konnten. Vier Jahre Zeit, um erwachsen zu werden.
[update] Wie hat Sascha grade so schön getwittert: „Piraten fahren schlechtestes Bundestags-Wahlergebnis ihrer Geschichte ein.“ Und ein Snip von Tagesschau.de: „Unter den männlichen Erstwählern bekommt sie 13 Prozent der Stimmen, unter den 18- bis 24-Jährigen 9 Prozent.“ Future, next.
[update] Die Tagesschau hat der Piratenpartei ein eigenes Bälkchen geschenkt… wahrscheinlich nur Fishing for Links, aber trotzdem nett…
Thomas Hinrichs, der Herr aus den Tagesthemen, hat sich im Tagesschau-Blog nochmal zu der Yeaahh-Sache geäußert, die ich echt auch nicht mehr hören kann, aber das hier muss noch. Er fragt dort nach Inhalten, was, wenn man das Netz eine Weile verfolgt, einigermaßen lachhaft ist. Ich habe ihm in den Kommentaren geantwortet, der Comment muss noch freigeschaltet werden, hier schonmal ich so:
Hallo Herr Hinrich, ich bin der Mensch, der das Bild gebloggt hatte und auch in den Tagesthemen zu sehen war und, nebenbei, ich fand Ihren Kommentar gar nicht so falsch, das aber nur am Rande. Zu den Inhalten:
Die liegen – schon lange! – auf dem Tisch. Grundeinkommen, Urheberrecht, Patente, Gentechnik – das Netz diskutiert schon lange und ausführlich über Inhalte und bietet sogar Lösungsvorschläge. In der Politik kommt nichts davon an, im Gegenteil: Wie wir im Zuge des Zugangserschwerungsgesetzes (Stopp-Schilder) lernen mussten, geht die Politik schlampig und arrogant über vernünftige Vorschläge hinweg und hebelt mal so nebenbei die Gewaltenteilung aus. Was den Tagesthemen keinen Beitrag wert war.
Wie geht die Politik in Dingen vor, in denen wir uns nicht so super auskennen? Projeziert man das Geschehen um die Stopp-Schilder auf den Rest, kann man aufgrund der offensichtlichen Inkompetenz und Ignoranz nur fassungslos dreingucken.
Und dann stellen sich Politiker im Wahlkampf hin und rufen ihre immer gleichen Parolen. Sozial ist, was Arbeit schafft. Gleichzeitigt stampft Magna tausende Arbeitsplätze bei Opel ein in einem rückständigen Markt, der die nächsten zwanzig Jahre nicht überleben wird. Und dann noch so Klimawandel, Angie, die was von Umweltschutz faselt und gleichzeitig der KFZ-Lobby in den Allerwertesten kriecht. Aber wenn wir ihr zuhören, lernen wir was für’s Leben, is klar, ne?
Wir sind, genau wie Sie auch, nicht dumm. Aber die Politik hält uns (und Sie offensichtlich auch) dafür. Das wird sich rächen, nicht morgen, nicht heute, sondern in ein paar Jahrzehnten, wenn das Netz neue Formen partizipatorischer Politik möglich machen wird. Dann sind die Figuren, die jetzt im Bundestag Theater spielen, obsolet. Das wissen die noch nicht, aber wir. Und wir sagen es ihnen, jeden Tag, nur zuhören tun sie uns nicht.
Das Art Magazin hat ein Interview mit Shepard „Obey Giant“ Fairey am Start über Design in der Obama Kampagne, worüber er demnächst ein Buch veröffentlichen wird. Das möglicherweise interessantere Buch ist allerdings vielleicht „Designing Obama“, das sich grade per Kickstarter, eine Plattform für – kurz gesagt – user-generated Funding – eine Finanzierung zusammensucht und bei dem Obey Giant natürlich nicht am Start ist, dafür aber Ron English, dessen Obama-Lincoln (hier) vielleicht die bessere Illu ist.
Peter Schjeldahl vom “New Yorker” hat immerhin geschrieben, dass Sie mit Ihrem Obama-Poster die kraftvollste politische Illustration seit dem berühmten Uncle-Sam-Plakat “I Want You” geschaffen haben.
Er hat ebenfalls gesagt, dass ich nicht intelligent genug bin, dies wissentlich vollbracht zu haben. Ich kann Ihnen vergewissern, dass hinter meinen Ideen kein Affe steckt, der zufällig Knöpfe drückt. Leider überstehen Arbeiten, die nicht als hohe Kunst bestätigt werden, nicht den Test der Zeit. Aber für mich ist entscheidender, heute viele Menschen zu erreichen, anstatt später eine kleine Fußnote in der Kunstgeschichte zu sein. Mir wurde berichtet, dass meine Ausstellung im Institute of Contemporary Art in Boston, die im Oktober zum Warhol Museum nach Pittsburgh reist, 120 000 Besucher hatte. Viele Künstler mögen technisch besser oder talentierter als ich sein. Aber für das, was ich erreichen will, läuft es gut.
Click here to find out more!
Die Ausstellungseröffnung erlebten Sie nicht mit, weil die Bostoner Polizei Sie wegen Ihrer Street-Art-Aktionen festgenommen hatte.
Ich bin für zwei Jahre auf Bewährung. Die ganze Sache war eine große Schikane. Aber ich werde trotzdem mit Street Art weitermachen. Das darf nicht der Grund sein, mit meiner Kunst aufzuhören.
Hier ein kleiner Tipp an alle Yeaahh-Sayer: Heute abend die Tagesthemen einschalten. Ich kann nicht versichern, dass da was kommt, aber Die bringen heute nämlich was kurzes zur vielleicht ersten deutschen Web-Meme. Ich habe heute mittag einem Redakteur auf Anfrage ein paar Links geschickt und ihm erzählt, was ein Mem ist und warum das ganze durchaus eine politische Dimension hat. Heute abend jedenfalls, 23 Uhr, Tagesthemen in der ARD. Tagesthemen!
Und wenn der Sprecher „…und alle so: ‘Yeaahh!’“ sagt, brech ich hochoffiziell zusammen. Versprochen.
[update] Ich komme grade vom Interview, bin mal sehr gespannt, was davon übrigbleibt…
[update] Bei Ebay gibt’s jetzt Bilder vom Plakat, ist tatsächlich das Original. Yeaahh!
Ich bin bei dieser Story ein bisschen misstraurisch, weil kein alternatives Bild vom Plakat zu sehen ist, es wäre also schön, wenn jemand (am besten der Verkäufer natürlich) bestätigen könnte, dass es sich hier um das Original-Plakat handelt. Jedenfalls hat jemand das „Yeaahh“-Plakat auf Ebay eingestellt und verkauft es für ‘nen guten Zweck, Snip:
Ich bin das Orignalplakat zum ‘ und alle so “Yeaahh” ‘ Mem.
Mein Auftrag hat sich quasi erledigt. Die Kanzlerin war da und Ihr habt sie ‘bejubelt’. Ich habe gehört, dass dies eine sehr lustige Aktion gewesen ist,
über die sehr viele Blogs und Twitterer (#undallesoyeaahh #uasy) berichtet haben. Ich bin ja schon ein bischen stolz.
Weniger stolz bin auch darauf, einmal ein CDU Plakat gewesen zu sein, das mitten unter Obdachlosen, Hamburger Berbern und von der Politik Vergessenen
stand. Die Ärmsten!!! Das muß wie ein Hohn gewirkt haben, hat doch die Hamburger CDU seinerzeit Herrn Schill und seiner Partei
nicht eben Einhalt geboten bei dessen Bemühungen um eine “Entfernung” dieser Mitbürger aus dem Stadtbild.
Aber vielleicht kann ich ja nachträglich etwas helfen und mit einem Aufruf, mich zu ersteigern, hier ein paar Taler erlösen, die ich gern dem CaFee mit Herz zukommen lassen möchte. Aus deren Selbstdarstellung im Netz: “Das CAFÉE mit Herz ist ein Treffpunkt auf dem Gelände des ehemaligen Hafenkrankenhauses in Hamburg/St. Pauli, das den armen, arbeits- und obdachlosen Menschen aus Hamburg als tägliche Anlaufstelle und sozialer Hafen dient.”
spOnline schreibt über den Yeaahh-Flashmob und hat da wahrscheinlich einen Praktikanten seine reaktionäre Ader ausleben lassen, oder so ähnlich. Jedenfalls bezeichnet Ole Reißmann den gestrigen, grandiosen Webmeme-Flashmob als „Flashmob-Terror“, bringt völlig unreflektiert die Beispiele Braunschweig (wo nach dem versuchten Flashmob-Verbot zurückgerudert werden musste) und ausgerechnet das britische Exter, wo ein Großaufgebot der Polizei inklusive Hubschrauber einen harmlosen Flashmob verhinderte. Die 15 (!) Jungs und Mädels wollten grillen.
Hätte der Flashmob-Terror von den Sicherheitsbehörden im Vorfeld verhindert werden müssen? In Braunschweig wäre so etwas nicht passiert, dort reagierte das Ordnungsamt mit harschen Schreiben auf einen Flashmob-Aufruf im Internet – und es ging nur um ein Picknick, nicht um das Nerven der Bundeskanzlerin. In Großbritannien stürmte die Polizei in Kampfmontur und mit einem Hubschrauber die Feier von einem Dutzend Freunden, die sich im Internet verabredet hatten.
Weiter fragt der Herr Reißmann nach politischen Botschaften:
Angela Merkel wird lustvoll zugejubelt, das ist an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, auch wenn es konzentrierte Zuhörer gehörig nervt. Und wie steht es mit einer politischen Botschaft?
Ich erkläre das grade mal: Ja, bei Flashmobs geht es oberflächlich um Spaß und nichts weiter. Tatsächlich aber haben Flashmobs immer eine immanente politische Botschaft, es geht um die Rückeroberung des öffentlichen Raums, um gemeinschaftliche Statements. Diese soziokulturelle Dimension des Flashmobs ist dem Herrn ganz offensichtlich verborgen geblieben. Hätte er mal lieber jemanden gefragt, der sich damit auskennt: sein Kollege Mario Sixtus, schrieb auf (Achtung!) spOnline im Jahr 2003 über den Medientheoretiker Howard Rheingold:
Die nächste Revolution nach PC und Internet ist, laut Rheingold, mitnichten technologisch, sondern sozial: “Smart Mobs bestehen aus Menschen, die zusammen handeln können, selbst wenn sie sich nicht kennen.” Die Szenen, Clans und Communities, die sich ständig im Internet bilden, dort mutieren, sich spalten oder auch einfach nur wachsen, würden in Zukunft immer häufiger eine Entsprechung in der realen Welt finden.
Dass Menschen für gemeinsame Ziele und Ideen zusammen arbeiten, ist beileibe nichts Neues. Neu hingegen sei, mit welcher Geschwindigkeit und Flexibilität sich Gruppen Gleichgesinnter, mit Hilfe von Netzwerk- und mobiler Technologie, bilden könnten und mit welcher Effizienz sie handelten.
Und genau das ist eine weitere politische Botschaft und politische Dimension des Flashmobs für Herrn Reißmann: Wir fressen die Wahlkampfbotschaften nicht mehr einfach so, sondern wir spucken den Bullshit der Merkel ironisiert in Form eines „Yeaahh“s zurück. Einfach, verkürzt und auf den Punkt entblößen wir den Bullshit als das, was es ist: im besten Fall einfach nur hohle Phrasen, im schlimmsten aber einfach nur Lügen. Und ja, wir organisieren das kurzfristig im Netz. Als ob das irgendein 2009 bemerkenswertes Merkmal wäre. spOnline schreibt was über „Flashmob-Terror“ …und alle so: „Yeaahh!“
Hier eine weitere politische Botschaft für Herrn Reißmann: Expect us.
In Hamburg haben sich heute tatsächlich nicht wenige Leute bei der Kanzlerin eingefunden und haben nach jedem Satz „Yeaahh!“ gerufen, eine Szene, die direkt aus einem Monty Python-Film stammen könnte. Holy Internetz, I’m so in love.
Sorry für die crappy Video-Qualität, aber man kriegt die Idee. Das da oben sind nur die ersten zwei Minuten aus einem 14 Minuten langen Video,Hier die Langfassung das Video, auf Youtube gibt’s jetzt auch die kompletten 14 Minuten.
Ich kann nicht fassen, dass sich wirklich jemand die Domain „undalleso-yeaahh“ gesichert hat. Dort gibt’s jedenfalls einen Plakatgenerator und ein anderer kommt von xFuckerx, sehr schön! Außerdem sind in den Comments die obigen zwei Meme-Mashups aufgeschlagen, Yeaahh mit Kanye und dem Crasher-Squirrel, wunderbar!
Dann hat noch jemand das Montgomery Burns-Photoshopping auf ein Wahlplakat im echten Leben übertragen, Nonstopnerd hat noch ein weiteres Bild davon …und alle so: „Augezeichnet!“
Hier nochmal der Hinweis zum „…und alle so Yeaahh“-Flashmob heute abend in Hamburg:
18. September 2009, Gänsemarkt in HH
Warm-Up
19:00 bis 19:20 Uhr
geschmackvoll zustimmende „Yeaahh“ Bekundungsrufe nach vollendeten Statements der Rednerin (so checkt man, ob weitere Sympathisanten am Gänsemarkt weilen)
Mat schreibt mir: „Ein online Bildgenerator muss her, damit das Volk fröhlich eigene Wahlplakate Texten kann. Starte doch mal einen Aufruf!“ Und ich so: LOL! Dann rufe ich hiermit mal auf: Kann jemand einen Bildgenerator programmieren? ‘Nen einfachen? Ein Blanko-Yeaahh hab ich schonmal vorbereitet.
Johnny versucht sich derweil an einem Yeaahh-Song und ein Yeaahh-Flashmob in Hamburg morgen (heute) wäre der völlige Abschuß. Deshalb an alle Hamburger: Morgen (heute) alle schön zur Kanzlerin gehen und nach jedem Satz „Yeaahh!“ rufen, das natürlich auch filmen und mir dann per Mail schicken.
Dieses Video von der FSA09 ist dem CCC zugesteckt worden. Hintergrund ist, dass der Fahrradfahrer im blauen Hemd Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstatten wollte, weil der einen Freund von ihm unter unfreundlichen Umständen (”aggro-zecke trifft aggro-polizist”) festgesetzt wurde.
In dem Video sieht man, wie die Polizisten gegen ihn und diverse unschuldige Passanten handgreiflich werden.
[update] Hier ein Video, das den Herrn im blauen Shirt zeigt, wie er ein paar Minuten oder Sekunden vor dem Übergriff bereits von den Einsatzkräften herumgeschubst wird.
Ich saß während des Gerangels mit Princo ein paar Meter entfernt, habe aber leider keine Details festhalten können. Aber man konnte die Schläge bis zum Restaurant über eine Entfernung von rund 20 Metern hören, in dem wir grade ein paar Demo-Abschlußbiere tranken. Hier mein Shot der Aktion, auf dem man leider nicht wirklich etwas erkennen kann:
Insgesamt blieb die Demo aber sehr friedlich, von ein paar kleineren Tumulten am Rande gegen Ende und obiger Aktion mal abgesehen, außer, dass ich mir bei einer verunglückten Kletteraktion beinahe den Daumen gebrochen hätte.
Als der Zug am Holocaust Mahnmal vorbeikam, dachte sich der supersportliche René nämlich, er könnte mal flugs auf eines der etwas höheren Dinger klettern (und bei aller Selbstüberschätzung: das Ding war nun nicht wirklich hoch), was natürlich schiefging, ich mich auf dem Ding auf den Boden legte und mich so abfing, wie man das nicht tut: Mit dem Daumen nach innen. Ich schaute da nur drauf und dachte, jeden Moment knackt das. Tat’s aber nicht und jetzt isser nur verstaucht. Is’ ja auch was.
Mit lädiertem Daumen bin ich dann jedenfalls meistens beim Wagen der Piraten mitgelatscht, weil die statt des dämlichen Zensursula-Songs lieber die Loveparade wieder auferstehen ließen und alleine für die Tatsache gewählt werden sollten, dass sie Ramirez’ „La Musica Tremenda“ (YT) in irgendeinem Remix spielten und bei Josh Winks „Higher State of Consciousness“ (YT) war die Zeitreise dann abgeschlossen und es war 1996.
Hier zwei Videos der Berichterstattung der Abendschau und Tagesschau:
Und hier noch die Pressemitteilung des AK Vorrat von gestern abend:
“Freiheit statt Angst” Demonstration ein voller Erfolg.
* Insgesamt 25.000 Bürger protestierten gegen den Überwachungswahn
* “Freiheit statt Angst” Demonstration ein voller Erfolg
Mit dem Reggaesong “Wir sind mehr – wir sind viele” der Band Mono & Nikitaman wurden die Teilnehmer der heutigen Demonstration gegen den Datenwahn nach zweistündigem Marsch durch die Mitte Berlins gegen 18.15 Uhr am Potsdamer Platz empfangen.
Die Veranstalter, ein Bündnis von 167 Organisationen aus beinahe allen gesellschaftlichen Gruppen, werteten die Demonstration als “vollen Erfolg”, der um so höher zu bewerten sei, weil eine Woche nach der Antiatomdemonstration abermals so viele Menschen mobilisiert werden konnten. “Das zeigt uns, dass die Menschen keinesfalls politikverdrossen sind – sie haben nur kein Vertrauen in die herrschende Politik”, bekräftigt Rena Tangens vom Presseteam des Bündnisses. “Jetzt müssen die neuen Überwachungsgesetze wie die Vorratsdatenspeicherung endlich wieder abgeschafft werden, sowohl national wie auch europaweit.”
“Eine Politik die uns, die Bürger dieses Landes, in erster Linie als potenzielle Terroristen, Kinderschänder oder Amokläufer sieht, zerstört die Grundlagen unserer Demokratie”, sagte Franziska Heine auf der Abschlußkundgebung. Heine initiierte im Frühjahr dieses Jahres die Onlinepetition gegen Netzsperren an den Bundestag.
Zum Thema Schuldateien sagte Schülervertreter Vito Dabisch, diese seien ein weiteres Beispiel für die Datensammelwut: “Ich will nicht, dass in der Datei gespeichert wird, ob ich geschwänzt habe.”
Auch die elektronische Gesundheitskarte war Thema der Veranstaltung. Dazu sagte Silke Lüder vom Aktionsbündnis gegen die E-Card: “In diesem Jahr soll diese Karte eingeführt werden, gegen alle Widerstände von Bürgern und Ärzten.” Die neue Karte sei der große Schlüssel für ein gigantisches Computernetzwerk, “dem sich zwangsweise alle Arztpraxen, Krankenhäuser, Zahnärzte, Apotheken, Psychologen und Massagepraxen anschließen müssen”.
Hier nochmal ein Reminder: Morgen findet die Großdemo „Freiheit statt Angst“ statt, Treffpunkt 15 Uhr am Potsdamer Platz, Snip aus der Pressemitteilung:
“Stoppt den Überwachungswahn!” lautet der Schlachtruf eines Bündnisses von über 160 Organisationen im gemeinsamen Aufruf zur Großdemonstration “Freiheit statt Angst”. Nur 15 Tage, bevor Millionen von Bürgern über die Politik der kommenden vier Jahre abstimmen werden, wird ein gigantischer Demonstrationszug durch die Bundeshauptstadt Berlin ziehen und von der zukünftigen Regierung eine kenntnisreichere Gestaltung der Kommunikationsgesellschaft fordern. Auch viele Städte im Ausland folgen diesem Ruf: Im Rahmen des internationalen Aktionstages “Freedom not Fear” demonstrieren zeitgleich in Wien, Prag, Stockholm, Helsinki, Guatemala, Buenos Aires und weiteren Städten zahlreiche Menschen ihre Überwachungsverdrossenheit.
Dem Aufruf von über 160 Organisationen folgend, gehen in Berlin am Samstag, dem 12. September 2009 zehntausende für das Recht auf Privatsphäre auf die Straße! “Wir werden Berlin Mitte am Samstag zu einem Ort der Freiheit und einer gelebten Demokratie machen”, so padeluun vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.
Die Auftaktkundgebung startet um 15.00 Uhr auf dem Potsdamer Platz (erreichbar mit der U-Bahn-Linie 2). Danach wird der Demonstrationszug durch die Berliner Innenstadt ziehen und in eine Abschlusskundgebung am Potsdamer Platz münden. Unter anderem sprechen Dr. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, der Rechtsanwalt und Publizist Dr. Rolf Gössner und Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft ver.di, zu den Themen Daten- und Arbeitnehmerdatenschutz und Aushöhlung der Grund- und Menschenrechte. Weitere prominente Redner werden die Themen Internetsperren bzw. -zensur, Schülerdatei, staatliche Überwachungsmaßnahmen, Vorratsdatenspeicherung und elektronische Gesundheitskarte thematisieren. Die deutsch-österreichische Dancehall-Gruppe Mono & Nikitaman sowie die Rapperin Schwesta aus Regensburg und der Berliner DJ Tanith begleiten die Demo musikalisch. Ende der Demo ist um 22 Uhr.
Nur eine Stunde vor dem Treffen am Potsi (Udpate von NC-Leser Nico: „Der Flashmob findet übrigens NICHT am Potsdamer Platz statt sondern auf dem Schlossplatz.“) (und überall in Deutschland, Treffpunkte hier) findet genau dort ein Flashmob für Mindestlohn statt, auch dort werde ich sehr wahrscheinlich dabei sein:
Kurz vor der Bundestagswahl, zum deutschlandweiten Mindestlohntag am 12. September, organisieren wir in den unten aufgelisteten Städten den Flashmob “Stimmen für den Mindestlohn”. Ein Flashmob ist eine scheinbar spontane, blitzartige Bildung eines Menschenauflaufs (Mob). Diese kreative Aktionsform ermöglicht uns in kurzer Zeit und mit wenig Aufwand ein sehr starkes Bild in der Öffentlichkeit zu erzeugen, denn “Diese Wahl ist nicht egal!”
Die Teilnahme am Flashmob bedarf keiner weiteren Vorbereitung: Kommt kurz vor 14:00 Uhr zu einem der unten aufgelisteten Treffpunkte und stellt euch Punkt 14:00 Uhr an der aufgestellten Mindestlohn-Wahlurne an – nicht früher. Und bringt eure Freunde mit: Weitersagen!
Über 50 Jahre, nachdem Alan Turing, der Code-Knacker der Enigma-Maschine und Erfinder der Turing-Tests und massgeblich an der frühen Entwicklung künstlicher Intelligenz beteiligt, wegen „gross indecency“ („ekelerregende Unanständigkeit“, Turing war homosexuell) zu einer chemischen Kastration verurteilt wurde, nach der er sich umbrachte, hat sich die britische Regierung offiziell aufgrund des Drucks einer Online-Petition bei ihm entschuldigt. Besser spät, als nie.
Turing was a quite brilliant mathematician, most famous for his work on breaking the German Enigma codes. It is no exaggeration to say that, without his outstanding contribution, the history of World War Two could well have been very different. He truly was one of those individuals we can point to whose unique contribution helped to turn the tide of war. The debt of gratitude he is owed makes it all the more horrifying, therefore, that he was treated so inhumanely. In 1952, he was convicted of ‘gross indecency’ – in effect, tried for being gay. His sentence – and he was faced with the miserable choice of this or prison – was chemical castration by a series of injections of female hormones. He took his own life just two years later.
Thousands of people have come together to demand justice for Alan Turing and recognition of the appalling way he was treated. While Turing was dealt with under the law of the time and we can’t put the clock back, his treatment was of course utterly unfair and I am pleased to have the chance to say how deeply sorry I and we all are for what happened to him. Alan and the many thousands of other gay men who were convicted as he was convicted under homophobic laws were treated terribly. Over the years millions more lived in fear of conviction. [...]
So on behalf of the British government, and all those who live freely thanks to Alan’s work I am very proud to say: we’re sorry, you deserved so much better.
Ronny: @DerTim: Es dauert eine Weile, aber irgendwann vergisst jeder eine Kamera um sich. Und die Aufnahmen sind wirklich fantastsich!
Max: Finds wirklich grandios! Versuch grad paar Kumpels für ne ChatRoulette Session am Wochenende zu begeistern. In der Gruppe sicher auch hammer Spassig :D
Rollschuhgott: @creamneuron: “… man kann nicht in Supermärkte ohne auf Socken zu gehen und sowieso….. =) ” Ja das nervt tatsächlich, aber man kann ja rebellisch sein und das Schild ignorieren oder die Skates besonders lässig...
Mark: Jaja, da kommen wieder die alten Erinnerung hoch :-). Mensch, das war ne Zeit mit den Muppets.
DaReeza: Grandios! Das ist die Musik, die mich durch den Tag bringt! ^^ Danke!
Global: Teil eins war schon geil…und die puppe ist echt mal stylisch
Global: Netter Song wie ich finde, jedoch find ich “Wild Gardens” noch besser :)
mickey: @René: oh…i see. sonst gibt es aber doch keine sterne die namen tragen, oder? manchmal mach ich mir aber auch sorgen. aber woher kennst du das jetzt? ;-) @levi strauss: making it worse, how could it be worse!?
flix: Gibts übrigens auch als eBook, da spart man die Versandkosten: http://www.amazon.com/TEST-do- not-purchase-ebook/dp/B001IDYH J8/ref=tag_tdp_ptcn_edpp_url