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Piratenpartei-Buch als kostenloses PDF

Ralf Szymanski vom Contumax Verlag schreibt mir:

Die Piratenpartei hat mit 2% aus dem Stand einen bemerkenswerten Achtungserfolg bei der Bundestagswahl erzielt. Rund 850.000 Deutsche haben dieser Partei ihre Stimme gegeben. Wer steckt dahinter, was sind die Forderungen, wie entstand die Bewegung? Diese Fragen beantwortet Henning Bartels auf knapp 300 Seiten in seinem Buch “Die Piratenpartei – Entstehung, Forderungen und Perspektiven der Bewegung”.

Der Text ist im Contumax-Verlag als Band 1 der Reihe “Netzbürger” erschienen. Der Verlag bietet das PDF zum kostenfreien Download und das gedruckte Buch zum Preis von Euro 19,90 an.

Das Buch erscheint mir auf den ersten Blick und ein bisschen querlesen recht umfassend und gut, kann man durchaus mal reinschauen.

Die Piratenpartei – Entstehung, Forderungen und Perspektiven der Bewegung

BATMAN!

batman

Strahlendes Piratenlogo in Rendsburg (via Pantoffelpunk)

Reverse Graffiti Piraten-Werbung

Fritten schreibt mir: „Die Piraten in Altötting nutzen Reverse Graffiti für Wahlkampf.“ Sehr schön!

Reverse Graffiti wurde vom englischen Streetartist Moose erfunden (so heisst es), ich kenne die Methode allerdings aus diesem Video von Streetartist Ossario, das ich auch schonmal hier hatte vor ein paar Jahren. Snip von Wikipedia:

Reverse graffiti also known as clean tagging, dust tagging or grime writing, is a method of creating graffiti on walls or other surfaces by removing dirt from a surface. It is usually done by removing dirt/dust with the fingertip(s) from windows or other dirty surfaces, as in the old joke of writing “wash me” with one’s finger on a dirty car. […]

There have been several instances of authorities attempting to prosecute those performing reverse graffiti. No authority has found legal ground to prosecute those who perform reverse graffiti.

Reverse Graffiti Action im Raum Altötting (Forum-Beitrag auf Piratenpartei.de) (Danke Fritten!)

CDU überklebt Piratenplakate

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Nachdem die CDU ihre eigenen Plakate in einer eher fragwürdigen Aktion überklebte, scheint sie das jetzt zur Strategie zu erheben und überklebt Plakate der Piraten, und zwar, so scheints, gezielt.

I told you one, I tell you twice: Das wird auf euch zurückfallen. Nicht jetzt, nicht heute. Aber schon bald. Versprochen, fuckin’ Politikers.

CDU überklebt Plakate der Piraten

Fünf Irrtümer über die Piratenpartei

Futurezone hat einen sehr schönen Artikel über die Piratenpartei.

Populärer Irrtum #2: Die Piratenpartei spricht nur oberflächliche Trendthemen an, die sich so schnell ändern werden wie die Technologie, die sie hervorgebracht hat.

Antwort: Die Probleme, die zur Gründung der Piraten geführt haben, wurzeln tief in den Ursprüngen der Computerkultur. Wer sich die Mühe macht, in Steven Levys Standardwerk “Hackers” nachzulesen, wird feststellen, dass der freie Austausch von Programmcode schon in der Frühzeit der digitalen Revolution ein heiß umstrittenes Thema war. Angesichts der Komplexität von Software müssen Programmierer modular denken. Patente – speziell Trivialpatente nach US-Vorbild – und Copyright-Fragen halten schnell den Betrieb auf und führen zu sinnlosen Redundanzen.

Wer ein Computersystem administriert, wird sich auch schnell Fragen stellen müssen, die den Schutz der Privatsphäre berühren. Außerdem sind Computer Maschinen, die perfekte Kopien herstellen können. Sie mit DRM-Systemen und flankierenden gesetzlichen Maßnahmen daran hindern zu wollen, anstatt diesen Vorteil zu nutzen, um beispielsweise Vertriebskosten zu reduzieren und sein Geschäftsmodell entsprechend anzupassen, wirkt auf einen Profi wie der Versuch, mittels magischer Rituale die Gravitation aufheben zu wollen.

Fünf Irrtümer über die Piratenpartei (via Jens Scholz)

Ursula, das Papier ist schon wieder alle: Inoffizieller Piratenpartei-Spot


(Youtube Direktholz, danke SNA in den Comments)

Den letzten inoffiziellen Piratenspot fand ich nett, aber nicht awesome. Bei dem hier lag ich eben unterm Tisch: Ursula, das Papier ist schon wieder alle!

HR2 Der Tag über die Piratenpartei

Ich höre grade der HR2 Der Tag Podcast über die Piratenpartei, es geh natürlich um Netzsperren.

Der Angriff könnte die Parteienlandschaft verändern. Im Europaparlament sitzt die „Piratenpartei“ schon, jetzt wollen die digitalen Freibeuter auch in den Bundestag einziehen. Ihr erster Abgeordneter ist schon da, übergelaufen von der SPD. „Freiheit im Netz“ fordern die überwiegend jungen Parteimitglieder, kritisch beäugt von den mit dem Internet weniger vertrauten Älteren. Aber vielleicht werden die Piraten am Ende beweisen: die Jugend ist nicht so unpolitisch, wie oft behauptet, um sie als Wähler zu gewinnen, muss man nur die richtigen Ziele propagieren. Steht Deutschland vor einem Sechs-Parteien-System?

Yo–ho und ne Buddel voll Bits – die Piratenpartei nimmt Fahrt auf (MP3)

2007er Interview mit dem neuen Vorsitzenden der Piratenpartei


(ER Direktpiraten, via Felix)

Jens Seipenbusch wurde am Wochenende auf dem Parteitag der Piratenpartei zum neuen Parteivorsitzenden gewählt, hier ein 2007er Interview mit dem elektrischen Reporter Mario Sixtus mit ihm über geistiges Eigentum, Pirate Bay und die GEZ.

Netz-affine Zeitgenossen schwanken meist zwischen Kopfschütteln und Tischkante-Beißen, sobald sich die etablierten Parteien aus Regierung oder Opposition zum Thema Internet und digitalem Wandel äußern. In dieser politischen Lücke möchte sich nun die Piratenpartei einnisten. Der Bundesvorsitzende Jens Seipenbusch erläutert im Gespräch, was er von geistigem Eigentum hält, seine Einstellung zu Urheberrecht und Patenten, und er erklärt, warum die Piraten die GEZ abschaffen wollen.

Die komplette Diskussionsrunde mit Dirk Hilbrecht (Piratenpartei) und Prof. Rupert Scholz (CDU) auf Youtube


(Youtube Direktpiraten)

Wurde zwar schon alles zu gesagt, aber der Vollständigkeit halber: Hier nochmal für alle, die’s gestern oder heute morgen verpasst haben, die komplette Sendung.

Christoph Minhoff diskutiert mit Prof. Rupert Scholz (CDU, ehem. Bundesminister der Verteidigung und Staatsrechtler) und Dirk Hillbrecht (Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland) zum Thema:

“Unter Piraten – Wem gehört das geistige Eigentum?”

TV-Tipp: Unter Piraten – Wem gehört das geistige Eigentum?

Heute abend um 22:15 Uhr läuft auf Phoenix eine Diskussionsrunde mit einem CDUler und dem Vorsitzenden der Piratenpartei zum Thema Copyright. Pflichttermin.

Christoph Minhoff diskutiert mit Prof. Rupert Scholz (CDU, ehem. Bundesminister der Verteidigung und Staatsrechtler) und Dirk Hillbrecht (Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland) zum Thema:

“Unter Piraten – Wem gehört das geistige Eigentum?”

Es scheint wie eine neue Jugendbewegung: Quasi aus dem Nichts heraus kam die “Piratenpartei Deutschland” bei der Europawahl Anfang Juni auf 0,9 Prozent der Wählerstimmen. Dabei ließen die “Piraten” zahlreiche etablierte Splitterparteien, die sich seit Jahren um mediale Aufmerksamkeit bemühen, weit hinter sich. In Zeiten von “Flashmobs” und “Zugangserschwerungsgesetz” für das Internet genießen sie unter jungen Wählern – vor allem in Großstädten – regelrechten Kultstatus.

Sendetermine:
Mo, 22.06.09, 22.15 Uhr
Di, 23.06.09, 00.00 Uhr
Di, 23.06.09, 09.15 Uhr

Unter Piraten – Wem gehört das geistige Eigentum? (via Netzpolitik)

Piratenpartei-Shirts für lau

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3D-Supply verschenkt Piratenpartei-Shirts, zahlen muss man nur die Versandkosten. Markus schreibt mir: „Uns reicht’s jetzt – neben kollektivem Parteieintritt aller Mitarbeiter verschenken wir jetzt wahlweise das Zensursula-Shirt (wie gehabt) oder halt das Shirt mit Piraten-Parteilogo. Die Bedingungen sind die gleichen wie vorher, 6,90 Versandkosten, ab 10 Euro nur noch 2,50 Euro. So, weiter geht es mit Drucken – wir rüsten nen Haufen Demos der nächsten Tage mit Gratis-Shirts aus.“

Die Websperren in Deutschland sind da und da platzt uns die Hutschnur. Also bieten wir ab sofort wahlweise das Zensursula oder das Piratenparteishirt gegen eine Versandkostenpauschale von 6,90 Euro oder zum kostenlos mitbestellen an.

In diesem Zusammenhang nochmal der Hinweis auf die bundesweite Demonstration morgen, hier alle Infos dazu. Um 12 geht’s los, expect us.

Jetzt reichts uns! – Piratenparteishirt für 6,90 oder für lau

[update] Und ein weiteres Gratis-Shirt gegen Netzzensur, Philipp schreibt mir:

Hallo, um ein deutliches Zeichen gegen die Internetzensur zu setzen, bieten wir ab sofort ein kostenloses Shirt mit dem Aufdruck ‘Stoppt die Internetzensur! Löschen statt Sperren.’ an. Es fallen nur Versandkosten von 5,90 EUR an.

Shirt: Stop internet censorship!

Piratenpartei ruft zu bundesweiten Demos gegen das Netzsperrengesetz auf

Piratenpartei ruft zu bundesweiten Demos am 20. Juni 2009 um 12:00 Uhr gegen das Netzsperrengesetz auf, organisiert wird der Protest hier im Wiki. Bitte weitersagen und mitmachen.

Die Stuttgarter Nachrichten verbreitet Bullshit über die Piratenpartei

Etwas untergegangen ist in der Netzberichterstattung der Printjournalismus. Das sind zumeist ältere Menschen, die statt eigener Denkapparate einfach nur dpa-Meldungen weiterplappern. Im Grunde wollen sie auf totem Holz möglichst viel Bullshit teuer verbreiten und ungestraft Schleichwerbung platzieren.

Sie reden aber lieber von Qualitätsjournalismus und strengeren Urheberrechten. Insofern heucheln sie schon wie die Großen und haben bei den Auflagen und Werbeeinnahmen Einbrüche von drölf Prozent und damit die Arschkarte im Medienparlament erobert. In Deutschland waren es sogar Drölf plus Eins Prozent. Pardon, liebe Stuttgarter Nachrichten, aber so etwas nennt man gezielte Desinformation.

Ernsthafte Replik auf Aphex3k:

Sie beweisen mit diesen 7 Sätzen ein hohes Maß Borniertheit und dass sie keine Ahnung in Bezug auf das Thema haben. Recherche scheint auch keine stattgefunden zu haben, stattdessen werden nachgeplapperte und aufgeschnappte Halbwahrheiten zu einem unhaltbaren Ganzen zusammengewürfelt.

Zitat: “Im Grunde wollen sie im Internet möglichst viel Zeug kostenlos herunterladen und ungestraft Killerspiele spielen.”

Genau wegen Falschaussagen wie diesen erhalten Die Piraten immer mehr Zulauf. Wenn, dann geht es darum bestehende veraltete Kostenstrukturen aufzubrechen und an das 21. Jahrtausend anzugleichen. Konzepte wie GEZ oder GEMA sollen überholt werden. Das geschützte Inhalte kostenfrei angeboten werden sollen stand nie zur Debatte.

Piraten mit Entertaste (Danke Roland)

Die Piratenpartei zieht ins Europaparlament

Immerhin: Einen Sitzplatz konnte die (schwedische) Piratenpartei bei der Wahl zum Europaparlament ergattern. In Deutschland konnten die Piraten 0,9% der Stimmen holen: Ein Anfang.

In Schweden, dem Stammland der Piratenpartei, knackte die Piratpartiet mit ihrem Spitzenkandidaten, dem 54-jährigen Informatiker Christian Engström die 5% Hürde mit einem Ergebnis von 7,1 %. Damit ziehen zum ersten Mal PIRATEN in das Europäische Parlament ein. “Mit Christian Engström und den Schweden haben wir aktive Freibeuter direkt vor Ort, davon werden auch die deutschen PIRATEN profitieren”, freut sich Ralph Hunderlach, Kandidat der deutschen PIRATEN.

Piraten segeln ins Europaparlament, Schwedische Piratenpartei schafft Sprung ins Europaparlament

Die Piratenpartei als neue SPD

Stefan Laurin hat bei den Ruhrbaronen aufgeschrieben, warum eine Stimme an die Piraten keine verschenkte Stimme ist und warum die Piratenpartei die neue SPD sein könnte.

Viele meinen die Piratenpartei, seine eine Protestpartei ohne Substanz. Das war die SPD auch einmal. Immerhin sind die Sozialdemokraten heute keine Protestpartei mehr.

Der 1863 gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) von Ferdinand Lassalle war wie die Piratenpartei heute eine Protestgruppe mit einem minimalistischen Programm, ganz auf die Interessen einer gesellschaftlichen Gruppe zugeschnitteen, die von den herrschenden Schichten nicht wahrgenommen wurde und für die sich niemand einsetzte. Die Arbeiter. Es ging um das Wahlrecht und Unternehmen in Arbeiterhand. Die Forderungen waren selbst im eigenen politischen Umfeld der gerade entstehenden Arbeiterbewegung umstritten und stießen beispielsweise bei Karl Marx auf offene Ablehnung. Später wurde aus diesem kleinen Verein die SPD. [...]

Der ADAV wurde 1863 kaum ernster genommen als die Piratenpartei heute. Wenn die Piratenpartei heute als naive Protestpartei ohne klare Antworten zur Lösung der Probleme zwischen Netizens und Restgesellschaft beschrieben wird, erinnert das etwas an die damalige Kritik an Lassalle und seinem Programm.

Ist die Piratenpartei die SPD von heute? (via Anke)

Wiefelspütz weiß, was Sache ist in Deutschland


(Tinypic Direktpütz, via Fefe)

Dr. Wiefelspütz weiß, was Sache ist in Deutschland. Könnten wir diese Sorte Politiker bitteschon alsbald rauswählen? Wiefelspütz beantwortet übrigens grade die Fragen nach seinen geforderten Ausweitungen der Netzsperren per Cut’n'Paste wie folgt:

Der Bericht der Berliner Zeitung überrascht mich nicht nur. Ich halte den Artikel für eine bösartige Fälschung meiner Auffassungen. So etwas ist mir bislang nicht untergekommen. Der Bericht gibt an keiner Stelle meine Meinung wieder, schon gar nicht die Auffassung der SPD. Was die Berliner Zeitung mir in den Mund legt, ist nahezu komplett Schwachsinn. Keine Silbe ist von mir autorisiert. Ich werde mich baldmöglichst an die Chefredaktion der Berliner Zeitung zwecks Richtigstellung wenden. Zu dem groben politischen Unfug, den die Berliner Zeitung mir andichtet, bin ich nicht fähig.

Ich schätze allerdings, dass der Kern des „Schwachsinns“, den ihm die Berliner Zeitung „in dem Mund legt“, korrekt ist. Weil solche Aussage zu ihm passen, weil er ein Musterbeipiel ist für die Sorte Politiker, mit der wir es heutzutage zu tun haben: Großgeworden in der Schule Schröder, „medienaffin“, die geballte Faust spricht Nixonsche Bände.

Ich will von solchen Leuten nicht weiter vertreten werden. Repräsentative Demokratie schließt ein, dass man mit den Repräsenten einverstanden ist. Ich habe mit so ziemlich allen Vertretern der Politik abgeschlossen, weil sie weder die Kompetenz über, noch über eine Vision darüber mitbringen, was mich tagtäglich bewegt: Das Netz.

Wiefelspütz ist hier nur ein Stellvertreter mit lustiger Frisur, der aber den Fehler begeht, sich in allen netzpolitischen Fragen genau in die Nesseln zu setzen.

Die komplette Generation unserer demokratisch gewählter Vertreter ist, was unsere Belange angeht (Netzpolitik) komplett inkompetent. Sie verstehen nicht, worum es geht und sie zeigen keinerlei Bereitschaft, ihren Horizont zu erweitern. Die klassischen Parteien haben hier auf breiter Front versagt.

Und: Ich mag mir gar nich vorstellen, wie sehr Politiker in anderen Bereichen Inkompetenz beweisen, in Bereichen, in denen ich mich nicht auskenne. Wenn man einfach mal das FAIL-Potenzial in Sachen Netzpolitik auf andere Bereiche hochrechnet, ergibt sich ein Fail-Potenzial von nahezu 100%. Von solchen Leuten möchte ich nicht regiert werden.

Bleibt die Frage: Was wählen, morgen? Alle klassischen Parteien scheiden aus, die Grünen auch aufgrund der schon von Felix erwähnten Nähe zum Establishment. Es bleibt nur die Wahl etwas Neuem.

Und deshalb wähle ich morgen die Piraten.

Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle”

Der schwedische Autor Lars Gustafsson hat in dieser Woche aufgeschrieben, warum er die Piratenpartei unterstützt. Die Piraten hierzulande haben den Text ins Deutsche übersetzt, hier im Volltext, Hervorhebung von mir.

Ich verstehe das auch ein wenig als Antwort auf die Kommentare, die ich immer wieder bekomme und die (nicht ganz unberechtigt) eine Stimme an die Piraten als verschenkte Stimme erachten. Und mir dann mit Realpolitik kommen. Dazu bin ich aber wohl zu wenig Politiker und zu idealistisch, ich denke nicht in Realpolitik und ganz sicher denke ich in politischen Fragen nicht strategisch, ich habe Ideen und Vorstellungen, wie die Gesellschaft auf eine Technologie wie das Netz reagieren sollte. Diesen Vorstellungen tragen die klassischen Parteien so gut wie keine Rechnung und Kompromisse kann ich nicht eingehen, weil Technologien keine Kompromisse zulassen.

Deshalb ist dieser Text wichtig. Bitte weitertwitter, bloggen, dingsen: Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle”.

Einer alten Quelle zufolge ordnete der Kaiser von Persien an, dass die Wellen der See mit Schlägen bestraft werden müssten, weil ein Sturm ihn daran hinderte, seine Truppen per Schiff zu transportieren.

Das war ziemlich dumm von ihm. Hätte er es heutzutage womöglich mit dem Stockholmer Bezirksgericht versucht? Oder mit einem Beratungsgespräch mit dem Richter? Es ist seltsam, wie stark mich die Situation im Frühjahr 2009 – auf dem Feld der Bürgerrechte – an die Kämpfe um die Pressefreiheit in Frankreich während der Dekaden vor der französischen Revolution erinnert. Eine neue Welt der Ideen entsteht und hätte nicht entstehen können ohne die beschleunigende Technologie. Razzien gegen geheime Druckereien, konfiszierte Streitschriften und – sogar – konfiszierte Druckmaschinen (/Druckerpressen). Haftbefehle und abenteuerliche nächtliche Transporte zwischen der preußischen Enklave Neuchâtel – wo nicht nur große Teile der Enzyklopädie produziert wurden sondern auch viel gewagte Pornographie, dazwischen atheistische Flugblätter – und Paris. Zwischen den 1740ern und 1790ern hat sich die Anzahl staatlicher Zensoren in Frankreich vervierfacht. Die Razzien gegen illegale Druckereien nahmen etwa im gleichen Maße zu. Im Rückblick wissen wir, dass es nicht geholfen hat. Im Gegenteil, die Zunahme von Zensur und Druckerei-Razzien hatte einen stimulierenden Effekt auf die neuen Ideen und hat sie sich sogar noch schneller verbreiten lassen.

Heute wütet der Streit über das Weiterbestehen des Internets als Forum von Ideen und als Verkörperung[U] von Bürgerrechten, geschützt vor die Privatsphäre bedrohenden Eingriffen und gegen mächtige private Interessen. Dass eine verrückter französisch-deutscher Vorschlag gerade vom Europäischen Parlament zurückgewiesen wurde, bedeutet sicherlich nicht, dass die Freiheit des Netzes und die Privatsphäre nun gewährleistet sind. Wie real sind nun diese Bedrohungen? Denken wir an den Fluß Dalälven zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr.[U] In kritischen Jahren dringt das Wasser 100 oder 200 Meter weit auf Grundstücke und Wiesen vor. Hilft es da, wenn man die örtliche Polizei [von Ludvika] anruft?

Bislang – dies zeigt die geschichtliche Erfahrung – hat die Gesetzgebung es noch nie vermocht, technologische Entwicklungen zu stoppen. Walter Benjamin hat ein einflußreiches Essay geschrieben, dessen Titel üblicherweise als “Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” übersetzt wird, und in dem er eine Reihe interessanter Schlußfolgerungen zieht hinsichtlich der radikalen Veränderungen, die auf den seinerzeit bescheidenen Grad der Reproduzierbarkeit folgen müssen. Die digitale Revolution hat eine Reproduzierbarkeit mit sich gebracht, von der Walter Benjamin wohl kaum je geträumt haben dürfte.Man könnte von maximaler Reproduzierbarkeit sprechen. Google baut gerade eine Bibliothek auf, die, falls ihr zu wachsen erlaubt wird, die meisten anderen Bibliotheken überflüssig oder zumindest überholt erscheinen läßt.

Kinofilme und gedruckte Zeitungen werden schon seit längerem in diese neue Immaterialität hineingezogen. Filme, Novellen, Magazine lassen sich [selbst] reproduzieren. Mehr noch, auch dreidimensionale Objekte, wie Produkte von programmierbaren CNC-Drehmaschinen, lassen sich reproduzieren. Drahtlos und schnell. Diese Immaterialisierung bedroht natürlich das materielle Copyright. Und dabei sprechen wir nicht nur über mittelmäßige Autoren, wie Herrn Jan Guillou, dessen soziale Probleme beim Akquirieren neuer Landstände ich ehrlicherweise ignoriere.

Materielles Copyright(/Urheberrecht) hat viel ernstere Aspekte: Was haben die Patente großer Pharmaziefirmen auf Aids-Medikamente für die Dritte Welt bedeutet? Oder was ist mit dem Anspruch von Monsanto auf Rechte an Getreide und Schweinen? Jede Gesellschaft muss ihren Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen finden und jeder heuchlerische Versuch, dies zu ignorieren, ist Unfug. Eine funktionierende militärische Verteidigung ist wichtiger als Eissporthallen und Fahrradwege. Wahrscheinlich stellt das Netz eine Bedrohung des Copyrights auf Material dar, na und?

Intellektuelle und persönliche Integrität für die Bürger, kurz gesagt ein Internet, das nicht von lobbygetränkten Gerichten und angeleinten EU-Politikern in einen Regierungskanal umgewandelt wurde, ist wohl wichtiger als die Belange einer primär industriellen Szene der Literatur und Musik, die bereits zu Lebzeiten der Autoren schnell zerbröckelt. Das Bedürfnis gelesen zu werden, zu beeinflussen, die eigenen Zeiten in Worte zu fassen, mag in Konflikt geraten mit dem Wunsch, viele Kopien zu verkaufen, muss es aber nicht zwingenderweise. Wenn diese beiden Bedürfnisse in Konflikt geraten, muss das industrielle Interesse zurückgestellt werden und der große intellektuelle Bereich der Künste muss gegen Bedrohungen verteidigt werden.

Das wesentliche Interesse von Künstlern und Autoren, vorausgesetzt sie sind intellektuell und moralisch ernsthaft in dem was sie tun, muss sicher das sein, gelesen zu werden, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen in ihrer Generation. Wie dieses Ziel erreicht wird, das heisst, wie man die Leser erreicht, ist aus dieser Perspektive von sekundärem Belang.

Die zunehmende Verteidigung der durch das Internet ausgedehnten Meinungsfreiheit, der immateriellen Bürgerrechte, deren Zeuge wir heute in einem Land nach dem anderen werden, ist der Beginn eines – genauso wie zuletzt im frühen 18. Jahrhundert – Liberalismus, der von einer Technologie getragen wird und daher emanzipiert ist.

Aus diesem Grund geht meine Stimme an die Piratenpartei.

Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle” (via Macelodeon)

StudiVZ löscht das Profil der Piratenpartei

Ich habe mir vor drölftausend Jahren mal ein StudiVZ-Profil zu Testzwecken angelegt und war seit dem nicht mehr dort und finde StudiVZ noch schrecklicher als MySpace. Und womit? Mit Recht! Denn StudiVZ ist nicht nur ein furchtbares Community-Dings, sie löschen auch einfach so Profile von Parteien, in diesem Fall das Profil der Piraten-Partei.

StudiVZ, eines der größten deutschen “Social Networks”, ermöglicht den etablierten Parteien seit kurzem, Wahlkampf auf ihrer Plattform zu betreiben. Allen Parteien, welche bei der letzten Wahl den Einzug in den Bundestag geschafft haben, bietet StudiVZ dafür ein spezielles Profil an. Der Piratenpartei und anderen anerkannten Parteien wird diese Möglichkeit allerdings nicht eingeräumt. Im Gegenteil wurde das Profil der Piratenpartei gestern ohne Ankündigung von Seiten des Betreibers willkürlich gelöscht.

Angelo Veltens, Kandidat der Piratenpartei für die Europawahl, betrachtet das selektierende Verhalten des selbsterklärten Zugpferdes des Web-2.0-Wahlkampfes als undemokratische Wettbewerbsverzerrung: “Das muss man sich mal vorstellen: Während alten Parteien unter anderem für ihre überwachungsstaatlichen und technikfeindlichen Phantasien Logenplätze offeriert werden, wird die Piratenpartei aus einer Web-2.0-Community geschmissen. Es ist ein Unding, dass die kleinen Parteien bei den Möglichkeiten, in StudiVZ um die Wählergunst zu werben, diskriminiert werden. Demokratie sieht definitiv anders aus.”

Piratenpartei kritisiert einseitigen Wahlkampf auf StudiVZ (via Spreeblick)

Unterschriften für den Antritt der Piratenpartei zur Bundestagswahl 2009

Die Piratenpartei braucht Unterschriften, um an der Bundestagswahl 2009 antreten zu können. Dazu muss man kein Mitglied sein (wie ich), sondern man muss nur ein Formular für sein Bundesland runterladen, ausfüllen und abschicken. Ein einfacher Schritt gegen den ganzen Bullshit, der netzpolitisch grade von den etablierten Parteien beschlossen werden will.

Ich wähle Piraten

For the record:

Du bist jetzt Mitglied der Piraten Berlin. Herzlich Willkommen!

Please print this receipt for your records.
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Membership Information
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Membership Type: Pirat
Membership Start Date: April 22nd, 2009

Arrrrrrr!

Dazu passend ein neues Streetartwork von Mentalgassi (via Just).

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Dieter Gorny wünscht Sperren von Torrent-Seiten, ich bin dann mal in der Piratenpartei

Ich weiß nicht, ob Ihr diesen langen und richtigen Text zu den heute durchgewunkenen Netzsperren von KiPo-Seiten bis zum Ende gelesen habt, deshalb nochmal der vorletzte Absatz daraus, darin fordert Dieter Gorny Netzsperren für P2P-Seiten.

Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.“ Das ist die mühsam verklausulierte Forderung, unliebsame P2P-Linkseiten auf die Sperrliste zu hieven.

Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch radikale politische Aussagen ausgeblendet werden sollen. Dann fehlt nur noch ein Gesetz, das jedes Umgehen der technischen Sperre unter Strafe stellt, und die Machthabenden hätten ein perfektes Zensurwerkzeug.

Verschleierungstaktik – Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere (via Burnie)

Und da man die Pfeiffen hier in Berlin nicht mehr wählen kann, habe ich eben grade meine Eintrittserklärung an die Piratenpartei gefaxt. In doppelter Ausführung. Ich kann die absichtliche und damit bösartige Inkompetenz der herkömmlichen Parteien nicht mehr ertragen.

Lessig Questions Pirate Party’s Existence

At a preview of his new ‘Change Congress’ project, the Stanford professor took a swipe at the Pirate Party of the United States. Whilst expressing skepticism about it’s utility, his main criticism seemed to be the name.

Link

German Pirate Party suffers another electoral defeat

The German Pirate Party only got 0.2 percent of the votes in Hamburg’s state election this Sunday. Official results show that the party got a total of 1754 votes in the maritime town that is known for it’s pirate history. The party would have needed more than 60.000 votes to actually get some of it’s representatives into Hamburg’s Buergerschaft, the local state parliament

Link

Warum ich mir ernsthaft überlege, in eine Partei einzutreten:

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Weil ich das mit der digitalen Revolution und dem geistigen Eigentum im Grunde genauso sehe wie der Vorsitzende der deutschen Piratenpartei Jens Seipenbusch, hier im Interview mit dem elektrischen Reporter Mario Sixtus:

Ein gewisser Geist ist aus der Flasche mit der Digitalisierung von Medien. Man wird gewisse Geschäftsmodelle einfach nicht halten können, das trifft auch Leute die digital schaffen.

Deutsche Piratenpartei

Wurde ja auch mal langsam Zeit, wie? Oder?

(via Schockwellendings)