
(via Audioporn Central)
Nachdem Pirate Bay schon ihren Tracker abgeschaltet haben, hat heute die größte aller Torrent-Seiten alle Links zu illegalen Angeboten gelöscht. Ich bin sehr gespannt, wie die Entwicklung da weitergeht, das Verfahren gegen Isohunt steht ja auch noch an und mit dem Wegfall des größten Trackers und der größten Torrent-Seite dürften die Rechteinhaber in diesen Tagen jubeln.
Tatsache ist aber auch, dass sich die P2P-Technologie mittlerweile so weiterentwickelt hat, dass Tracker nicht nötig sind, sondern P2P-Programme die Inhalte im Netz an Hash Werten identifiziert werden (Magnet Links), quasi der nächste Schritt einer weiteren Dezentralisierung des Downloads und hier für die Rechteinhaber überhaupt nicht mehr nachvollziehbar.
Dass Mininova diesen Weg geht, um empfindliche Strafen zu vermeiden, ist mehr als nachvollziehbar, dennoch geht heute einmal mehr eine P2P-Ära zu Ende.
Today is an important day in the history of Mininova. From now on, we are limiting Mininova.org to our Content Distribution service. By doing so, we comply with the ruling of the Court of Utrecht of last August.
Unfortunately the court ruling leaves us no other option than to take our platform offline, except for the Content Distribution service. According to the verdict (Dutch link) we have to prevent uploads of torrents to Mininova that refer to certain titles or to similar-looking titles. We’ve been testing some filtering systems the last couple of months, but we found that it’s neither technically nor operationally possible to implement a 100% working filter system. Therefore, we decided that the only option is to limit Mininova to Content Distribution torrents from now on. We are still considering an appeal at this moment.
Mininova limits its activities to Content Distribution service, mehr dazu bei Torrent Freak.
Die Hornissen-Koalition hat die Three Strikes für Deutschland ausgeschlossen. So weit, so gut und der Teufel steckt meines Erachtens im Detail.
Union und FDP haben im Entwurf für eine Koalitionsvereinbarung dem Modell einer staatlich überwachten “abgestuften Erwiderung” auf Rechtsverstöße im Internet nach dem umkämpften französischem Vorbild eine Absage erteilt. “Wir werden keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen ergreifen”, heißt es nach Informationen von heise online wörtlich im Entwurf für den Fahrplan der geplanten schwarz-gelben Regierung. [...]
Im Text betonen die Koalitionäre aber zugleich: “Das Internet darf kein urheberrechtsfreier Raum sein.” Sie geloben deshalb allgemein, “unter Wahrung des Datenschutzes bessere und wirksame Instrumente zur konsequenten Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet” zu schaffen”. Dabei wollen Union und FDP “Möglichkeiten der Selbstregulierung unter Beteiligung von Rechteinhabern und Internetserviceprovidern fördern”.
Das Problem mit dem „urheberrechtsfreien Raum“ Internet habe ich schon öfter dargelegt: Das Netz ist angelegt als eine riesige Kopiermaschine, rufe ich eine urheberrechtlich geschützte Website auf – heise.de etwa – landet eine Kopie der Site auf meinem Rechner und ich begehe ganz streng genommen einen Bruch des Urheberrechts. [update] NC-Leser Texhnolyze meint in den Comments, flüchtige Kopien seien im Urheberrecht explizit ausgenommen, das Beispiel war also falsch, eine Kopiermaschine ist das Netz trotzdem.
Und wenn ich „Selbstregulierung unter Beteiligung von Rechteinhabern und Internetserviceprovidern“ lese, kann ich ganze Horden von Nachtigallen trapsen hören, ich sage nur Vorratsdatenspeicherung, deren Daten dann mal flugs von den Providern an die Content-Industrie geliefert werden. Und von dort direkt zum Anwalt. Zusammen mit der Deckelung von Abmahnkosten auf 100 Euro bei Urheberrechtsverstoßen ergibt sich dann folgende „2 Strikes“-Regelung: Hundert Euro beim ersten mal und dann wird man richtig zur Kasse gebeten.
Ob das so kommen wird, werden wir sehen. Bis dahin empfehle ich Modest Mouses „Satellite Skin“, mein Ohrwurm seit circa zwei Wochen. Available on that internet anywhere near you.
Die DigiRights Solutions GmbH aus Darmstadt hatte laut einem Artikel auf Gulli und Wikileaks in einer Präsentation die Abmahnung von Filesharern als lukrative Geschäftsidee dargestellt, diese Präsentation haben sie mittlerweile von ihrer Website entfernt, das PDF ist allerdings bei Wikileaks aufgetaucht. Ich hatte schon vor ein paar Jahren (während der ersten Runde des Falls von Jamie Thomas, hier) der Musikindustrie ein neues Businessmodell vorgeschlagen: Filesharer verklagen. Scheinbar haben die auf mich gehört.
Praesentiation der deutschen Anti-Filesharing-Gruppe DigiRights Solutions GmbH aus Darmstadt. Die Praesentation behandelt unter anderem wie die Services der Gruppe zur Generierung von Profit ueber rechtliche Verfahren genutzt werden koennen. Die Praesentation, die bis vor kurzem auf der Website der DigiGroup zu finden war, wurde nach einem Artikel auf Gulli entfernt.
Die Datei gibt einen Einblick in die zweifelhaften Geschaeftspraktiken der DigiGroup und weiterer involvierter Parteien. Das Abmahnungsverfahren, als Instrument zur unbuerokratischen und schnellen Regulierung von zivilrechtlichen Belangen, wird von DigiRight als Moeglichkeit zur Schaffung von Profit vorgestellt. So wird das Abmahnen von Filesharern auf den Seiten 26 und 27 in einer Beispielrechnung als wesentlich lukrativer angepriesen, als der eigentliche Verkauf der Werke. Die Abmahnkosten sollen eigentlich nur der Deckung der Kosten des Abmahners dienen, nicht aber der Schaffung von Gewinnen.
DigiRights Solutions Praesentation zur Gewinnverbesserung durch Abmahnungverfahren, 02 February 2009 (via Netzpolitik)

Vor einem Jahr postete Batz bei den Filmfreunden ein Stückchen Copyright-Propaganda einer Non-Profit-Organaisation namens “National Center for State Courts” in Form eines Comics, in dem eine junge Frau wegen des Downloads von Musik ziemlich drakonischen Strafen ausgesetzt sah.
Jetzt hat die Motion Picture Association of America ein neues Comic herausgebracht, in dem es zwar nicht um Copyright selbst, aber um P2P geht: P2P ist selbstverständlich das abgrundtief Böse und sorgt nur dafür, dass man sich Trojaner und Viren auf die Platte beamt. Dass das gewählte Beispiel „Transformers“ tatsächlich ein Trojaner für Bay’sche Militärfetische und ein Virus für beknackte Wackelcam-Optik ist, soll hier jetzt mal egal sein.

Im Comic laden zwei Jungs den Riesenroboterfilmmurks runter und sich damit eine Menge Viren auf den Rechner (so wie es mir in 10 Jahren online noch nie passiert ist). Aber so ein bisschen MPAA-Copyrightpropaganda-Bullshit ist doch immer wieder unterhaltsam und selbstverständlich ist das Teil längst in Tauschbörsen aufgetaucht. Wie von der MPAA geplant, nehme ich an.
In an attempt to convince the local government that pirates don’t belong on the Internet, the Motion Picture Association (MPA) sent chief policy officer Greg Frazier over from Washington. Frazier was not alone though, as he also brought in 17,000 anti-pirate comic books, ready to be handed out to children at cinemas.
Titled “Escape From Terror Byte City” the book tells the story of two young boys who attempt to download the latest Transformers movie from a P2P website. Of course, when the two fire-up their file-sharing software all hell breaks loose.
Surprisingly, the story itself has nothing to do with the consequences of copyright infringement. The comic book that is supposed to educate children about file-sharing is nothing more than a scary story about viruses, worms, trojan horses and identity theft.
Anti-Pirates Scare Kids with Propagandistic Comic Book, MPAA – Anti-Piracy Comic Book (Torrent)
(Youtube Direktfloppy, via Joystiq)
Vor ein paar Monaten bloggte ich den Trailer hierzu, hier jetzt also die Vollversion. Available from a Torrent-Tracker near you.

Anonymous schreibt mir: „Wir haben eine kleine Aktion gestartet, die dich interessieren könnte (wenn man das nach ein paar Jahren Blogleserschaft beurteilen kann): Wir haben einen Kiok besetzt, in dem sonst Kunst im öffentlichen Raum gezeigt wird. Da ist eh grad Sommerpause, also steht da drin jetzt ein Server, der via WLAN auf dem ganzen Platz [Sophienstiftplatz, Weimar] drumrum The Pirate Bay nachbaut. Also ein Webinterface, ein Tracker und ein Backup der .torrents die gerade TPB rumliegen (bis jetzt ein sehr großer Ausschnitt, wir nehmen was wir kriegen). (Außerdem heißt es dann auch The Pirate Kiosk, vom Kiosk of Piracy, im Endeffekt haben wir also TBP gepirated, aber das ist jetzt eher der Kunstteil dadran).“
Dear users and abusers, dear Elders of the Internet,
the Kiosk of Piracy is proud to announce the launch of “The Pirate Kiosk”! From last night own, a copy of the infamous Pirate Bay is available to the public, but – here comes the catch – offline-only. Yes, offline, the Kiosk is not connected to the Internet in any way, but the interested public is invited to use the service in a wifi-radius around it.
With our newest project, we are joining the work of the dear people and groups which managed to duplicate the contents of The Pirate Bay on other places in the Net. We want to show in a very physical way that the Internet is neither a machine nor controllable in any way – it is just a system of agreements which work in any circumstances. We don’t need the Internet – the magic can happen anywhere.
Severin schreibt mir: „Deine Filesharingblogeinträge sowie Argumente habe ich immer gerne gelesen, obwohl ich weiß Gott nicht immer deiner Meinung war. Nun machen die Fiery Furnaces einmal eine – wie ich finde – wirklich gelungene Gegenaktion: ‘Since bands can no longer sell ausio, Fiery Furnaces decline to provide it.’ Die Furnaces sagen also: Wenn ihr nicht zahlen wollt dann müsst ihr schon selber Musik Spielen. Ich wäre wirklich gespannt wie du diese Protestaktion siehst.“
Die Fiery Furnaces bringen ihr nächstes Album als sogenanntes „Silent Album“ heraus, ohne aufgenommene Songs und auch gar nicht erst mit einer leeren CD oder einer blanken Vinylplatte, sondern als DIY-Anleitung zum Selbstmusizieren mit Noten und jeder Menge illustrierten Tutorials. Obendrein wollen sie „Fan-Band“-Happenings stattfinden lassen, auf denen die Fans die Tracks des Albums selbst live vortragen.
Ich denke, das ist eine superclevere Idee und hochkreativ dazu. Die Furnaces bringen damit Fans zusammen und spielen mit dem Medium Musik und ganz nebenbei ist eine nicht aufgenommene Platte quasi der beste Kopierschutz, den man sich vorstellen kann (wenn man sowas haben will).
Wenn die Rechnung aufgeht, kreieren sie eine Serie einzigartiger Events und bestätigen mit ihrer Aktion praktisch umgesetzt meine These, dass digitale Files ökonomisch wertlos weil unendlich reproduzierbar sind; ihr Content aber hat einen emotionalen Wert, den man mit nicht-kopierbaren Events (oder eben der Superspecialedition oder den limitierten Shirts oder den spontanen Konzerten im Park [aber nicht in Braunschweig! scnr] oder you name it) monetarisieren kann. Anders gesagt: The singer, not the song.
Diese grandiose Idee hier wird vielleicht (oder vielleicht auch nicht) nur für die Furnaces funktionieren und wenn sie nicht funktionert, dann eine andere. Sie ist auf jeden Fall ein wunderbar spielerischer und sehr schöner Weg, sich einen Ausweg aus dem Schlamassel der untergehenden klassischen Geschäftsmodelle zu suchen.
Because file-sharing, or downloading, or whatever, has notoriously, or supposedly, made the production of the conventional ‘with-audio’ record obsolete, the Fiery Furnaces will release a Silent Record.
The Fiery Furnaces’ next album will consist of instruction, conventional music notation, graphic music notation, reports and illustrations of previous hypothetical performances, reports and illustrations of hypothetical performances previous to the formation of their hypotheses, guidelines for the fabrication of semi-automatic machine rock, memoranda to the nonexistent Central Committee of the Fiery-Furnaces-in-Exile concerning the non-creation of situations, Relevant to Progressive Rock Division, conceptual constellations on a so-to-speak black cloth firmament, and other items that have nothing to do with the price of eggs, or milk, or whatever the proverbial expression ceased to be. [...]
Upon release of the record, the band will organize a series of Fan-Band concerts, in which groups of perfectly ordinary Fiery Furnaces’ fans will perform, interpret, contradict, ignore, and so on, the compositions that make up Silent Record. Write to thefieryfurnacesemail@gmail.com to nominate your post office break room, truck stop parking lot, municipal arts center, local tavern, or what-its-name to host one of these ‘happenings’. By ‘happenings’ I mean, what will be in the future, perfectly normal rock shows. And propose yourself for Fan Band participation.
(Don’t) Sing For Me: The Fiery Furnaces to release silent record (Danke Severin!)
Ich finde das hier aus irgendeinem komischen Grund superlustig: Die Leute vom New Yorker Indielabel Dovecote gehen Mittwochs immer in eine Pizzeria, die an diesem Tag gratis Pizzen raushauen. Als sie eines Mittwochs wieder mal hinkamen, trafen sie auf eine Gruppe Angestelter der bekannten P2P-Software Limewire. Und dann…
The staff of New Your City indie label Dovecote usually spends Wednasday’s evenings hanging out at The Music Box, a usually quiet joint where the often often gives away free pizza to help bring in a crowd. On a recent Wednesday they walked in to find the place far busier than usual. When a friend told them the free pizza had arrived, Pal and Kosuke from the label went to grab a slice and….
Woman: “Who the FUCK are you? And why are you eating our pizza?”
[Long pause] Kosuke and Paul look confused.
Kosuke: “Are you joking? Is this a joke?”
Woman: “No this is definitely NOT a joke. I want to know who you are and why you’re eating our pizza.”
Kosuke: “Well our friend came in and told us there was free pizza at the bar. We are. So. Sorry. It was a misunderstanding.”
Woman: (with unbridled entitlement) “This is a company party our CEO is here and you STOLE our pizza. Are you from out of town? Because let me tell you, NOTHING is free in New York City. Nothing is free… well maybe except for the condoms in Times Square.”
Paul and Kosuke continue apologizing. They offer to pay for the two slices.
Woman: (didactically snobbish) “We don’t want your money. No. Enjoy the pizza, but you can’t steal other people’s things. You can’t take what’s not yours.”
Again the duo continues their apologies. Kosuke tries to turn the situation around and befriend them.
Kosuke: “What company do you guys work for?”
Woman: “We work for Limewire.”
Jens Mühling hat beim Tagesspiegel einen schönen Artikel über die Copyright-Wars geschrieben. Nix neues für NC-Leser, aber eine ziemlich gelungene Zusammenfassung.
Auf der anderen Seite: Millionen von Internetnutzern, die dieses Geschäftsmodell systematisch untergraben. Es ist ein asymmetrischer, unübersichtlicher Krieg. Ausgelöst hat ihn ein technologischer Entwicklungssprung, der den Unterhaltungskonzernen zunächst als Königsweg der Profitmaximierung erscheinen musste: die Digitalisierung. Sie hat es ermöglicht, Kulturerzeugnisse mit minimalem Kostenaufwand in verkaufsfähige Einheiten zu stückeln, sie unbegrenzt zu vervielfältigen und ohne herkömmliche Logistik rund um den Erdball zu verteilen. Die Unterhaltungsindustrie hat die Entwicklung dieser Technologie vorangetrieben – und sich damit ihr eigenes Grab geschaufelt.
Inzwischen nämlich stellt sich die Frage, wer eigentlich eine Industrie braucht, deren Produktionsleistung jeder Laptop beherrscht. Ist das Rohmaterial eines Kulturerzeugnisses erst einmal in Umlauf gebracht, kann es heute jeder Internetnutzer am Computer in ein konsumfähiges Produkt verwandeln. Wenn sich aber der industrielle Arbeitsaufwand der Verteilung und Vervielfältigung auf wenige Mausklicks beschränkt – warum soll dann der Konsument Geld für eine Leistung bezahlen, die er selbst erbringen kann? Mag dem einen oder anderen Internetpiraten unwohl beim Gedanken an die Künstler sein, die hinter dem Kulturprodukt stehen, so ist ihm die Daseinsberechtigung einer kulturveräußernden Industrie kaum zu vermitteln.
Die Ideen der anderen (via Anke)
Wie grade bekannt wurde, ist Pirate Bay für rund 5,6 Millionen Euro an den Werbe- und Softwaredienstleister Global Gaming Factory X verkauft worden. Die wollen PB auf eine legale Basis stellen („”We would like to introduce models which entail that content providers and copyright owners get paid for content that is downloaded via the site” said Hans Pandeya, CEO GGF.“)
Bleibt abzuwarten, ob die Musik-Industrie sich genauso bockig anstellt wie bei Napster seinerzeit oder ob sie aus ihren Fehlern gelernt haben. Und es bleibt ebenso abzuwarten, ob das hier nicht ganz einfach das Ende von The Pirate Bay ist. Werden wir alles sehen.
Gleichzeitig übernimmt GGF das IT-Haus Peerialism für zirka 100 Millionen schwedische Kronen. Mit Hilfe von dessen eigenentwickelter Filesharing-Technologie und Pirate Bays populärer Plattform will sich GGF in eine international strategisch wichtige Position im Markt für die digitale Distribution von Inhalte bringen.
GGF plant die Lancierung neuer Geschäftsmodelle, um Contentlieferranten und Urheberrechtsinhaber fair für ihre Arbeit zu vergüten.
Werbedienstleister Global Gaming Factory kauft The Pirate Bay
[update] Peter Sunde zum Verkauf (in einer wackeligen Google-Übersetzung:
Er sagt, dass einige Teile des Kaufvertrages sind vertraulich. Aber eine der anderen Voraussetzungen sind, dass die TPB auch weiterhin ein nicht-kommerzielle – “keine neuen Napster, für das Internet und die Käufer sind intelligenter als die.”
Börsennotiertes Unternehmen kauft The Pirate Bay
[update] Hier ein bisschen Geschwurbel vom Pirate Bay Blog und wie einer der Kommentatoren dort sehr treffend bemerkt: „Incoming shitstorm.“
If the new owners will screw around with the site, nobody will keep using it. That’s the biggest insurance one can have that the site will be run in the way that we all want to. And – you can now not only share files but shares with people. Everybody can indeed be the owner of The Pirate Bay now. That’s awesome and will take the heat of us.
The old crew is still around in different ways. We will also not stop being active in the politics of the internets – quite the opposite. Now we’re fueling up for going into the next gear. TPB will have economical muscles to let people evolve it. It will team up with great technicians to evolve the protocols. And we, the people interested in more than just technology, will have the time to focus on that. It’s win-win-win.
The profits from the sale will go into a foundation that is going to help with projects about freedom of speech, freedom of information and the openess of the nets. I hope everybody will help out in that and realize that this is the best option for all. Don’t worry – be happy!
Ganz klare Sache: Keine Technologie hat unsere Medienkonsumgewohnheiten in den vergangenen Jahren so sehr umgewälzt, wie das Internet und Filesharing. Dessen Papa Napster wird im Juni 10 Jahre alt und die kanadische The Globe and Mail setzt dem ein Zeichen und hat ein Torrent mit vier Podcasts und eine Minidokumentation namens „The Download Decade“ bei Mininova hochgeladen, getrackt wird das Torrent von Pirate Bay. Das ganze geht zusammen mit einem fünfteiligen Special, dessen erster Teil jetzt online ist, Aufmacher: „Thank you, Napster“.
The music-sharing program represents the dawn of the download decade, a period in which consumers discovered they could acquire whatever media they wanted, when they wanted, for free over the Internet, and in the process toppled imposed business models and forced new ones.
One moment, file sharing belonged to a tiny subculture of tech-savvy computer geeks; the next, millions of average people were accessing their entertainment with a degree of control they’d never experienced before. Media and entertainment companies, which for so long had been happily dictating the terms of the consumption arrangement suddenly found their long-standing and wildly profitable revenue streams threatened. And society, which once had a pretty clear idea of right and wrong, now wasn’t so sure.
Link zum Torrent auf Mininova, Link zum Online-Special „The Download Decade“, Thank you, Napster (via P2P Blog)
Vorgestern hatte ich erst eine mit der Google Custom Search hergestellte Torrent-Suchmaschine in den Links (mit dem hervorragenden Seitentitel: ☠ Google: [░░░░░░░░░░░░░] ◉ Torrent Search O Web Search), da kommt mir heute gleich eine eigene Pirate-Google-Website unter die Finger. Zeigt so ein bisschen die Absurdität des Prozesses angesichts der Technologie.
Please Note: This site is not affiliated with Google, it simply makes use of Google Custom Search to restrict your searches to Torrent files. You can do this with any regular Google search by appending your query with filetype:torrent. This technique can be used for any type of file supported by Google.
The intention of this site is to demonstrate the double standard that was exemplified in the recent Pirate Bay Trial. Sites such as Google offer much the same functionality as The Pirate Bay and other Bit Torrent sites but are not targeted by media conglomerates such as the IFPI as they have the political and legal clout to defend themselves unlike these small independent sites.
Ich weiß nicht, ob Ihr diesen langen und richtigen Text zu den heute durchgewunkenen Netzsperren von KiPo-Seiten bis zum Ende gelesen habt, deshalb nochmal der vorletzte Absatz daraus, darin fordert Dieter Gorny Netzsperren für P2P-Seiten.
Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.“ Das ist die mühsam verklausulierte Forderung, unliebsame P2P-Linkseiten auf die Sperrliste zu hieven.
Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch radikale politische Aussagen ausgeblendet werden sollen. Dann fehlt nur noch ein Gesetz, das jedes Umgehen der technischen Sperre unter Strafe stellt, und die Machthabenden hätten ein perfektes Zensurwerkzeug.
Verschleierungstaktik – Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere (via Burnie)
Und da man die Pfeiffen hier in Berlin nicht mehr wählen kann, habe ich eben grade meine Eintrittserklärung an die Piratenpartei gefaxt. In doppelter Ausführung. Ich kann die absichtliche und damit bösartige Inkompetenz der herkömmlichen Parteien nicht mehr ertragen.
Heute erst mit Jeriko im Zuge der Aktion „I ♥ Blogs“ über das Blog Agitpop gesprochen, das jetzt seit einem halben Jahr nicht mehr aktualisiert wurde und das wir beide als eins der besten der deutschen Blogosphäre erachteten… da poppt abends auf einmal ein Posting im Feedreader auf! Und dann auch noch gleich ein Streitgespräch von Björn mit seinem Buddy Kaliban über Copyright. Sehr lesenswert.
Kaliban: Aber nun, Bittorrent ist böse. Mindestens 80 Prozent böse, klar auf der Dunklen Seite der Macht.
Agitpop: Okay, nehmen wir mal an, dass mindestens 80% der Torrents Raubkopien sind. Akzeptieren wir die Zahl mal als vermutlich sogar noch zu niedrig. Nur: Wo ist die Grenze, ab der eine Technologie gestoppt werden muss?
Kaliban: Keine Ahnung. Man kann Technologien sicher nicht stoppen. Gegen die Technik an sich ist ja auch nix zu sagen — wir verteilen zuweilen Spiele-Demos damit. Aber wenn eine Technolgie nahezu ausschließlich zu illegalen Zwecken eingesetzt wird, ist das nichts, was man mit “Ach, hey, der Fortschritt, so ist das nun mal” abtun sollte.
Agitpop: Ach, hey, der Fortschritt, so ist das nun mal. Ganz ehrlich, das sehe ich schlicht als pragmatisches Denken an. Du musst dich halt der neuen Nische anpassen, sonst füllen sie andere aus und du krepierst.
Kaliban: Was aber, wenn es diese Nische nicht gibt? Wenn es nur ein Sturm ist, der die ganzen Tanker vernichtet und nur die leichten Schnellboote übrig lässt? Das ist schön für die Schnellboote (und natürlich müssen die Schnellbootbesitzer dann sehr lachen über die behäbigen Tankerfahrer), aber der Tankerverkehr hat Millionen Menschen Lohn und Brot gegeben.
Agitpop: Die Argumentation kannst du aber ins Abstruse zurückführen. Wenn neue Technik Arbeitsplätze vernichtet, ist das Scheiße, klar, aber historisch kannst du eines sehen: Aufhalten kannst du’s nicht. Wenn du dich dagegen stemmst, dann erhälst du die Jobs ein paar Jahre lang und wirst dann abgehängt und stehst schlechter da als zuvor. Frag mal die Bergleute im Ruhrpott. Oder die Riemenschneider im Mittelalter.

Pirate Bay sind schuldig gesprochen worden, alle müssen ein Jahr in den Knast und bekommen eine Strafe von 3,620,000 Dollar aufgebrummt. Die werden zwar mit Sicherheit Einspruch einlegen („There will be an appeal which means we are still far away from the ultimate decision – possibly years away“) und das ganze wird sich noch etwas hinziehen, aber das ist so ziemlich genau das, was ich befürchtete.
Just minutes ago the verdict in the case of The Pirate Bay Four was announced. All four defendants were accused of ‘assisting in making copyright content available’. Peter Sunde: Guilty. Fredrik Neij: Guilty. Gottfrid Svartholm: Guilty. Carl Lundström: Guilty. All receive 1 year in jail.
The court said that the four defendants worked as a team, were aware that copyrighted material was being shared using The Pirate Bay and that they made it easy and assisted the infringements. It categorized the infringements as ’severe’. The judge said that the users of The Pirate Bay committed the first offense by sharing files and the four assisted this.
The Pirate Bay Trial: The Official Verdict – Guilty
[update] Von Heise.de:
Den Angeklagten sei bewusst gewesen, dass urheberrechtlich geschütztes Material über die Plattform getauscht wird. Als Team hätten sie schwere Urheberrechtsverletzungen begünstigt. Zwar folgte das Gericht bei der Schadenshöhe nicht der Staatsanwaltschaft, die rund 10 Millionen Euro kalkuliert hatte, sprach aber die geforderten Haftstrafen aus.
Ironischerweise wurde auch das Urteil vor der offiziellen Verkündung am heutigen Freitagvormittag bekannt. “Früher waren es nur Filme, jetzt kommen schon Urteile vor der offiziellen Veröffentlichung raus”, kommentierte einer der Angeklagten, Peter Sunde, über Twitter. Er mahnt zur Ruhe: “Nichts wird The Pirate Bay, uns oder Filesharing passieren, was auch immer. Das ist bloß Theater für die Medien”.
[update] Interessanter Kommentar aus dem Heise-Forum:
> Den Angeklagten sei bewusst gewesen, dass
> urheberrechtlich geschütztes Material über
> die Plattform getauscht wird. Als Team hätten
> sie schwere Urheberrechtsverletzungen begünstigt.Vor dem Hintergrund dass einem Waffenhersteller sicher auch bewußt ist dass mit seinen Produkten Menschen ermordet werden. Als Hersteller ist er also dieser Logik nach auch für die Morde verantwortlich.
[update] Die IFPI feiert:
Die IFPI begrüßt das Urteil. John Kennedy, Chairman und CEO der IFPI: “Beim Gerichtsverfahren gegen die Betreiber von The Pirate Bay ging es darum, die Rechte der Urheber zu verteidigen, die Illegalität des Angebots zu bestätigen und ein faires Umfeld für legale Musik-Angebote, die die Rechte der Kreativbranche respektieren, zu schaffen. Das heutige Urteil ist das richtige Ergebnis für alle diese drei Punkte.”

This is how you do it: Amanda twitterte darüber, dass es noch keinen Torrent für „Adventureland“ (hier der Trailer) gab. Die Weinsteins monitorten offensichtlich die Kombination „Torrent“ und „Adventureland“ und antworteten ihr: „Cmon Amanda, don’t do it. #adventureland #fbi“. Amanda war brav und witzelte: „Okay I won’t, JUST FOR YOU“. Hier das Ergebnis:

Mal abgesehen vor der nicht so subtilen Hashtag-Drohung mit dem FBI: Sweet.
Miramax Rewards Would-Be BitTorrent Pirate With Free Ticket (via OhGizmo)
(Youtube Direktpirates, via Phlow, Netzpolitik)
Das hier ist nur eines von acht superlustigen Anti-Piraterie-Commercials, die der Guardian herausgekramt hat. Dieses hier behauptet tatsächlich, Piraten würden die Gesellschaft zerstören und Terrorismus unterstützen. Und „cool is copyright“. Yeah. Snip vom Guardian:
Don’t touch the hot stuff, 2004: This guy bears more than passing resemblance to Beelzebub (freeloaders go to hell?). The Advertising Standards Authority got a complaint that this sizzling commercial’s claims “piracy funds terrorism” and “piracy … will destroy our society” were exaggerated “and caused undue fear and distress”. FACT admitted it could not substantiate its claims because it’s evidence was “confidential” – but the ASA agreed with it anyway and rejected the complaint. Yes, the voiceover really does say “cool is copyright”.
Die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet unter Berufung auf “informierte Kreise”, dass Amazon noch vor Ostern einen deutsches Ableger seines MP3-Downloadangebots “Amazon MP3″ startet. Damit würde der Online-Händler hierzulande dem Beispiel von Apple und Telekom-Tochter Musicload folgen, die bereit seit einiger Zeit DRM-freie Musikstücke zum Download anbieten. Apple bleibt dabei jedoch dem AAC-Format treu. (heise)
Ich wette, dass Amazon mit ihrem MP3-Store iTunes einiges an Wasser abgraben kann. Ein paar MP3s beim DVD- oder Bücherkauf mitnehmen, viel einfacher geht es nicht und genau wegen dieser Einfachkeit vielleicht sogar P2P überlegen. Sobald der Shop hier in Deutschland verfügbar ist, werde ich ihn mir sehr genau anschauen.
Die Featured Artists Coalition ist eine von Billy Bragg ins Leben gerufene Vereinigung von Künstlern in England. Die hatte gestern ihre erste Sitzung und dort haben sie erstmal erklärt, dass sie die Klagestrategie der Musikindustrie nicht unterstützen.
Musicians including Robbie Williams, Annie Lennox, Billy Bragg, Blur’s David Rowntree and Radiohead’s Ed O’Brien said last night that the public should not be prosecuted for downloading illegal music from the internet.
The Featured Artists Coalition, which consists of 140 of Britain’s biggest rock and pop stars, said at its inaugural meeting that companies such as MySpace and YouTube should be required to remunerate the artists when they use their music for advertising.
Bragg told The Independent that most of the artists had voted against supporting any move towards criminally prosecuting ordinary members of the public for illegally downloaded music.
The musicians will express their views to Lord Carter, who suggested that individuals downloading music illegally should be brought to justice.
It’s not a crime to download, say musicians (via BoingBoing)
Interessant in diesem Zusammenhang ein Posting von Michael Arrington neulich auf Techcrunch (Vorsicht: Arrington schreibt gerne großen Bullshit), den Link dazu hatte ich zwar schonmal in einem Delicious-Posting, aber egal.
Laut diesem Posting hat die Musik-Industrie einen Masterplan: Solange CD-Verkäufe noch einen Großteil der Umsätze ausmachen, werden sie weiterhin User verklagen und diese Strategie weiterhin fahren, sobald die CD-Verkäufe aber unter ein gewisses Level fallen, werde sie aufgeben und ein neues Geschäftsmodell auf P2P-Basis aus dem Hut zaubern, weil die Kuh quasi leergemolken sei. Macht aus Businesskasper-Sicht natürlich Sinn, diese Haltung, ich spucke ihnen trotzdem vor die Füße, weil sie Kids aufgrund einer Business-Strategie in den Ruin klagen. Bastards.
The labels fully understand that recorded music, streamed or downloaded, is going to be free in the future (we’ve argued this relentlessly). CD sales continue to decline by 20% per year, and the only thing that’ll stop that trend is when those sales reach zero. Nothing will replace those revenues.
They also understand that recorded music will largely be little more than marketing collateral, meaning that the Internet services being sued today for copyright infringement will be embraced in the future as ways to get the word out on hot new music. These services pay for the privilege today (either through high streaming rates or in court), but in the future they’ll be the ones getting paid by labels. Think radio payola at a whole new level, and there won’t be any more talk about social networks giving stock to labels and artists. Money will flow the other way, as it should.
By 2013 (maybe as early as 2011) it’ll make sense for the labels to finally reorganize their business models around the reality created by the Internet and person to person file sharing services. No longer will the labels be tied to revenue limited to sales of master recordings – by then most or all artists will be under 360 music contracts that give the labels a cut of virtually every revenue stream artists can tap into – fan sites, concerts, merchandise, endorsement deals, and everything else.

Die norwegische Partei Rødt (Red) hat zur Unterstützung der Jungs von Pirate Bay die Kampagne „This is what a Criminal looks like…“ ins Leben gerufen. Dort kann man Bilder von sich hochladen, um den Anklägern zu zeigen, wie echte Piraten aussehen. Meine Hackfresse gibt’s hier. Man beachte auch Herrn Schäuble (nicht reingephotoshopt! Echt jetz!) und King Kong, passend zur King Kong-Defence der Pirate Bay-Verteidigung.
File-sharing is good, allowing people to share music, movies and culture. Today four of the pioneers of file-sharing are on trial in Sweden, in yet another attempt by the movie and music industries to stop technological innovation and development by force.
But it is not the people behind the Pirate Bay who have shared files. It is us, the millions who use their site. They’ve got the wrong people. We won’t go away even if the prosecution should win this case, nor will the technology disappear that lets us share the music and films we love.
Let the music and movie industry know who the file-sharers are.
This is what a Criminal looks like… (via Hypebot)
[update] Zombies support Pirate Bay. (Danke Just!)

(Youtube Direktsteal, via BoingBoing)
Hier der zweieinhalbte Teil von Steal This Film (Vorher auf Nerdcore: Steal this Film II – Dokumentation über geistiges Eigentum im digitalen Zeitalter). Im ersten Teil ging es explizit um die Hausdurchsuchung von Pirate Bay, der zweite Teil handelte mehr vom geistigen Eigentum im Netz generell, dieser hier befasst sich mit dem grade laufenden Prozess gegen Pirate Bay (Hier Teil 1, hier Teil 2).
In 2006, a group of friends decided to make a film about filesharing… and through the pirate bay, we were copied and multiplied beyond our imaginations. Today the Pirate Bay are on trial, and we are proud to support them with this trial edition of steal this film. STF ‘Trial Edition’ contains unseen footage, including Brokep and Tiamo preparing for the trial, and re-enactments of their police interviews.

(via Hey Okay)
Der zweite Tag in der Verhandlung gegen Pirate Bay startete schonmal mit einer kleinen Sensation. Die Hälfte der Anschuldigungen wurden fallengelassen, weil die Anklage nicht beweisen konnte, dass die Torrent-Files, die als Beweise benutzt wurden, die Pirate Bay-Tracker benutzten. Was zur Folge hatte, dass die Vorwürfe der „Assistenz zur Urheberrechtsverletzung“ haltlos sind. Mein Mitleid hält sich einigermaßen in Grenzen.
There has been high drama on the second day of the Pirate Bay trial. Due to serious shortcomings in the prosecution evidence, around 50% of the charges in the case are going to have to be withdrawn. The defense describes it as a ’sensation’, seeing half of the charges being dropped on the second day.
pirate bayWhat has been shown in court today is that the prosecutor cannot prove that the .torrent files he is using as evidence actually used The Pirate Bay’s tracker. Many of the screenshots being used clearly state there is no connection to the tracker. Additionally, prosecutor Håkan Roswall didn’t adequately explain the function of DHT which allows for so called “trackerless” torrents.
The flaw in the evidence was pointed out by Fredrik Neij (TiAMO), who requested to comment on Roswall’s explanation of how BitTorrent actually works. Fredrik said that the prosecution misunderstood the technology, and told the court that the evidence doesn’t show that the Pirate Bay’s trackers are used.
This has resulted in prosecutor Håkan Roswall having to drop all charges relating to “assisting copyright infringement”, so the remaining charges are simply ‘assisting making available’. “Everything related to reproduction will be removed from the claim,” he said.
Heute beginnt der Prozess gegen The Pirate Bay. Das da oben sieht zwar nicht aus, wie ein Livestream aus dem Gericht, soll aber einer sein. Weshalb ich ihn eingebettet habe. Mehr Update-Möglichkeiten gibt es hier, hier das Trial-Blog von The Pirate Bay (lädt derzeit nicht), dieser Artikel auf TPBeng wird ständig aktualisiert, hier die Suche nach dem Hashtag #spectrial (Mashup aus Spectacle und Trial) für Tweets, hier alle Feeds auf PirateBay.org und Janko Röttgers hat auf Newteevee nochmal grundsätzlich aufgeschrieben, worum es geht. Nämlich den P2P-Prozess des Jahrzehnts.
The Times of London has dubbed it the “Internet piracy trial of the decade,” and the Pirate Bay’s staff and supporters have planed an ongoing spectacle in front of the courthouse, involving, among other things, a brass band, rallies and an old bus that will be used as a press center.
But what is the case really about? Who are the people involved, what can we expect to happen in court, and what’s at stake in case of a guilty verdict? For our definitive primer, read on:
What is the Pirate Bay? Good question, actually. Most people know the Pirate Bay’s web site, which lists torrents for countless movies, TV show episodes, albums, applications and other digital loot. Those torrent files are used as a starting point for BitTorrent-based file swapping, which means that the Hollywood flicks in question are transmitted straight from one user’s hard disk to another.
A perhaps lesser known but equally important part of the Pirate Bay’s infrastructure are its tracker servers. These help users to facilitate these BitTorrent file transfers by telling them which user has which part of the movie they want. These tracker servers currently connect around 23 million concurrent users from all over the world and facilitate the sharing of more than 1.6 million torrents. Each torrent can link to multiple files, such as all the MP3s of an entire album, which means the Pirate Bay’s users are transferring many millions of files at any given time.
The Definitive Primer to the Pirate Bay Trial (via Netzpolitik)
Justizministerin Zypries hat sich mit den Vertretern größerer Provider getroffen und mit ihnen über das Three Strikes Modell geredet, das derzeit in Frankreich vorbereitet, in Irland schon durchgesetzt wird und in England grade verworfen wurde. Herausgekommen ist: Keine Three Strikes für Deutschland. Ich bin schonmal gespannt, mit was sie demnächst stattdessen kommen.
Die Zugangsanbieter und Zypries waren sich in der trauten Runde, über die nur wenig nach außen drang, aber einig, dass es für den Versand von Warnhinweisen durch die Provider und das Kappen des Netzzugangs in Wiederholungsfällen derzeit hierzulande keinen gesetzlichen Spielraum gibt.
Das Justizministerium hatte im Herbst gravierende Bedenken gegen das französische Modell vorgebracht, da dieses gegen die hiesigen Bestimmungen zum Datenschutz und das Fernmeldegeheimnis verstoßen dürfte. Die Branche stieß daher mit ihrer Ablehnung des auch in Großbritannien erwogenen 3-Strikes-Systems auf offene Ohren. Der Austausch sei “erfolgreich” verlaufen, hieß es in Branchenkreisen. Die Provider planen jetzt gemeinsame Geschäftsmodelle mit Inhalteanbietern. Sie hoffen auf einfachere und gerechtere Lizenzbedingungen, um legale Download-Plattformen attraktiver zu machen.
David Lemmy, Englands „Copyright-Minister“ (Intellectual Property Minister) hat in einem Interview mit der Times Online bekanntgegeben, dass die britische Regierung die Pläne für eine Three-Strikes-Regelung, nach der Raubkopierern nach mehreren Warnungen die Leitung gekappt wird, aufgegeben hat. Eine solche Regelung ist wohl wegen allerlei rechtlichen Problemen nicht durchzusetzen. Wie das jetzt zu den Plänen passt, nach denen man die ISPs zwingen will, den Traffic zu durchleuchten, ist mir auch schleierhaft, aber eine gute Nachricht ist das allemal.
Internet service providers will not be forced to disconnect users who repeatedly flout the law by illegally sharing music and video files, The Times has learnt.
Andy Burnham, the Culture Secretary, said last year that the Government had “serious legislative intent” to compel internet companies to cut off customers who ignore warnings not to pirate material.
However, in an interview with The Times, David Lammy, the Intellectual Property Minister, said that the Government had ruled out legislating to force ISPs to disconnect such users.
Speaking ahead of the publication of a report on the future of Britain’s digital industries, Mr Lammy said that there were very complex legal issues wrapped up in enforced disconnection. He added: “I’m not sure it’s actually going to be possible.”
Music pirates will not be disconnected from the internet (via Gulli)
[update] Ars Technica zum Thema:
Lammy talked proportionality in an interview with the UK’s Times this weekend, comparing song-swapping to soap stealing. “We can’t have a system where we’re talking about arresting teenagers in their bedrooms,” he said. “People can rent a room in an hotel and leave with a bar of soap–there’s a big difference between leaving with a bar of soap and leaving with the television.” (The music industry shot back by saying that the theft of millions of bars of soap would in fact be a serious problem.)
Lammy also indicated that disconnection would likely not be on the table, due to the legal issues that might surround the program.
Waxy hat die 2009er Oscar-Nominierungen bezüglich Internet-Leaks ausgewertet. Snip:
I’ve been tracking the distribution of Oscar-nominated films every year, culminating with the release of six years of piracy data last year. I’ve updated those spreadsheets with this year’s 26 nominees, for a total of 211 films from the last seven years.
Eric Nicoli, der ehemalige Chef der EMI in einer Diskussion auf der Midem mit Gnutella-Mitentwickler Ian Rogers und Michael Robertson, CEO von MP3Tunes, über P2P und Napster. Wie sagt man? Einsicht ist der erst Schritt auf dem Weg zur Besserung.
Die Persönlichkeiten, die im ersten Jahrzehnt des digitalen Musikgeschäfts an der Spitze der großen Musikunternehmen standen, hätten die Rolle der “Gatekeeper” behalten wollen, räumte Nicoli ein. Das Unvermögen, Partnerschaften einzugehen, sei daher wohl einer der Fehler, die man gemacht habe. Ob ein Deal mit Napster vor 10 Jahren die Geschicke der Branche maßgeblich verändert hätte, sei schwer zu sagen. “Es ist aber ein Jammer, dass es nicht geschehen ist”, so Nicoli. Nicoli verteidigte die vielen Klagen damit, dass digitale Technologien die Möglichkeit fürs “illegale Kopieren” vervielfacht hätten.
Als das Dümmste, was man nur machen kann, bezeichnete Rogers die Napster-Klage. “Man kann auch TCP-IP nicht aus der Welt klagen,” sagte Rogers. Die Entwicklung von Gnutella sei auch eine Antwort auf die Napster-Klage gewesen und sie sei darauf ausgerichtet gewesen zu zeigen, dass man “den Geist nicht wieder in die Flasche hinein bekommt.”
Die ewigen Klagen hätten den Weg dafür verstellt, sich der neuen Technologien zu bedienen. Anstatt über Kontrolle hätte die Branche über die Kunden und deren Bedürfnisse reden sollen. Nicoli räumte ein, dass das Wort Kunde bei den Majors zu Beginn der digitalen Dekade “nirgends vorgekommen” sei. Mit der Abkehr von Digital Rights Management habe man sich verhalten wollen, als “traue man den Kunden”, sagte Nicoli. Manche hätten gesagt, dieser Schritt sei zu spät gekommen.
Eine generelle Kulturflatrate als einzigen Ausweg für die Musikbranche forderte auf dem offiziellen MidemNetBlog der ehemalige Vorsitzende der International Music Manager Forum. Eine solche Kulturflatrate empfehlen Verbraucher- und Bürgerrechtsgruppen seit vielen Jahren.
Das hier hatte ich schon lange im Hinterkopf: Den Versuch, bei der Copyright-Diskussion den gegenüberliegenden Standpunkt einzunehmen, eine dialektische Copyright-Diskussion sozusagen, ausgehend von der Realität des Recht des Urhebers. Der Anlaß ist dieser Artikel bei der Financial Times (via Gulli, Artikel nur gegen crappy Registrierung), laut dem demnächst in England ISPs den Netz-Traffic durchleuchten und bei wiederholten Urheberrechtsverstößen die Nutzerdaten direkt an die Contentindustrie liefern werden. Überwacht wird diese Überwachung von einer neuen Behörde namens „Rights Agency“, die wiederum vom staatlichen Telco-Regulierer „Ofcom“ überwacht wird.
Ministers intend to pass regulations on internet piracy requiring service providers to tell customers they suspect of illegally downloading films and music that they are breaking the law, says the draft report by Lord Carter.
It would also make them collect data on serious and repeated infringers of copyright law, which would then be made available to music companies or other rights-holders who can produce a court order for them to be handed over.
With the creation of a body called the Rights Agency to be paid for by a small levy from the internet service providers and rights-holding organisations, these measures would form the spine of a new code of conduct for the internet industry. The draft report says the code would be overseen by Ofcom, the broadcasting regulator, according to people who have read it.
Die Urheberrechtsfrage wird in England also kompletto mit der totalen Netzüberwachung, ganz nebenbei auch ein Rieseneingriff des Staates in die Privatwirtschaft – die Finanzkrise lässt winken! – in eine eigene Behörde ausgelagert. Und morgen haben sie ein Urheberrechtsministerium. Und Übermorgen haben wir dasselbe, wetten?
Das Blöde ist nur: Der Staat muss so handeln, realistisch betrachtet. Tatsächlich bleibt neben einer technologischen Realität (Musik und Filme sind unbegrenzt verfügbar aufgrund einer neuen Technologie) eine juristische (Musik und Filme sind urheberrechtlich geschützt, laut IFPI sind 95% aller Musikdownloads illegal). Nun schaut sich die Legislative (also die Politik) das Schlamassel an und wägt ab: Was ist effektiver? Was ist wirtschaftlicher?
Und natürlich ist es billiger, den Traffic, der sowieso durch die Backbones läuft und dessen Daten sowieso da sind, zu speichern und bei Bedarf abzustrafen. Auf jeden Fall billiger, als ein komplett neues Verteilungsmodell, eine neue GEMA, eine neue Rechteverwertung aufgrund der digitalen Gesellschaft – eine neue Philosophie im Umgang mit geistigem Eigentum.
Auf der einen Seite müsste man eine neue Infrastruktur aufbauen, auf der anderen nur Daten in die Exekutive weitergeben, die ISPs zum Handlanger des Staates machen. Datenschutz gegen Kriminalität, da gewinnt am Ende beim Staat (zumindest in England) der Krimi im Jahr 2009 – vor allem wenn eine ganze Branche in Gefahr gerät und das ist eben wichtiger als die Bedenken der Datenschützer und Internetfreaks. Und deshalb wird in UK demnächst der komplette Traffic auf Urheberrechtsverletzungen gescannt und mit einer neuen Gehörde dagegen vorgegangen.
Soweit die nüchterndste Argumentsammlung, die ich für die Gegenseite der Copyright-Befürworter zusammenstellen kann, rechtlich einfach und grundsätzlich und relativ leicht zu entwaffnen.
Denn eine andere juristische Realität ist – neben dem bisherigen Urheberrecht – die Zeitversetzung seiner gesellschaftlichen Relevanz. Das heisst, Dinge sind länger juristisch als gesellschaftlisch relevant. Und das Urheberrecht ist in der digitalen Gesellschaft irrelevant. Klingt hart und erfordert natürlich grundsätzliche Reformen, ist aber unumgänglich, alles andere führt zu einer Urheberrechtspolizei, die ich mir gar nicht vorstellen möchte. Auch wenn die Engländer auf dem besten Weg dahin sind.
Es ist völlig unerheblich, wieviele Copyright-Cops (Hier stand ursprünglich der Tippfehler „Copyright-Copy“ …) – denn die Kids sind nicht doof. Die kopieren Musik, wie sie können. Und wenn das nicht online geht, dann eben offline. ‘Ne externe Terrabyte-Platte kostet derzeit 99 Euro, das sind rund 200.000 Songs, das sind rund 20.000 Alben – nur 5000 weniger als die Plattensammlung von John Peel, die auf immerhin 1,5 Millionen britische Pfund (rund 2,2 Millionen Euro) geschätzt wird. Every music you ever need. Und dann kann ich mir ja auch zwei Terabyte-Platten kaufen.
Das Problem der Content-Industrie ist dann nicht mehr die Vernetzung, sondern der Speicherplatz. Vernetzung wird dann nicht mehr zum Sharing von Daten, sondern zur Verabredun zu Offline-Copyparties genutzt werden. Online verabredete WLAN-Partys, auf denen man Motown Complete gegen den kompletten Beatles-Katalog tauscht – die einen Bruchteil des Platzes der ein oder anderen Platte braucht, die in die Tasche passen.
Und das macht nicht nur den Handel der Musik-Industrie mit CDs (also mit phsysischen Gütern) obsolet, sondern eben den Handel mit Songs, den Handel mit Einheiten! Wo keine Nachfrage („Den Song? Hab ich schon’“ – oder auch „Kennste den?“ „Cool, kopier mal auf nen Stick“), da kein Markt. P2P ist eine Realität, die der juristischen Realität vorgelagert ist, deshalb wird früher oder späer auch die politische der gesellschaftlichen Realität folgen, und die ist bedingt durch das Internet eine „Share-Gesellschaft“. Ideen können seit dem Buchdruck addiert werden, die Vernetzung und Digitalisierung schafft einen Multiplikator der Ideen. Diesem exponentiellen Wachstum der Kopien ist das Urheberrecht nicht gewachsen – es ist sozusagen auf eine additive Kopie ausgerichtet, nicht auf multiplikatorische. <-- diesen Begriff habe ich grade erfunden, ha!
Und all das führt natürlich dazu, dass auch UKs Copyright-Cops (<--- schon wieder derselbe Schreibfehler, kein Scheiß!) auf ganz lange Sicht der gesellschaftlichen Realität weichen werden muss. Und die ist folgende: Ich habe mir neulich so ziemlich alles in guter Qualität von einem USB-Stick gezogen, was so grade im Kino läuft und lief. Das ist die Realität. Und da helfen keine Cops.