General Robots

Meet Ruth Flowers, the 69 Year old DJane


(Youtube Direktdjane)


(Youtube Direktgranny)

Ruth Flowers ist 69 Jahre alt und legt in den Clubs von Paris auf. Nach all den Rentnern doing Punkrock (The Zimmers, Young @ Heart) endlich mal eine Dame mit schlohweißem Haar und runzligsten Runzeln, die die Wheels of Steel bedient, die Clubkultur hat ja sowieso ein viel zu niedriges Durchschnittsalter.

Ihr Youtube-Channel ist voller DJ-Gold, hier ihre Seite auf Myspace, hier ihre Website („I’d rather sign a contract with a record company than to sign up for the nursing home!“, hihihi), Snip von Reuters:

Clad in her leopard-skin shrug and dark sunglasses, 69-year-old Ruth Flowers has conquered French clubland from the Cannes Film Festival to the top Paris nightspots with a mix of old-school hits, electrobeat and bling-bling style.

“It started really when my grandson had a birthday party … they always have a little disco, don’t they, after the party,” Flowers told Reuters, lounging on a white sofa in a Paris hotel in a green satin bomber jacket and trademark shades contrasting with her white hair.

“I went along quite late and the gentlemen at the door said, ‘I don’t think you want to go in there, Madame’. And I said, ‘Well I rather think I do’,” she said.

British granny takes French party scene by storm, Story im Sydney Morning Herad: We will, we will rock you, dears (via MeFi, Doobybrain)

Schlechte Angewohnheiten-Mindhack-Cheatsheet

Ich weiß nicht, wie Ihr es mit guten Vorsätzen haltet: Ich nehme mir jedes Jahr erneut vor, doch endlich mal gesünder zu leben, weniger zu rauchen und zu trinken und ich versage jedes Jahr auf’s neue.

Hier eine Anleitung, die einem genau das erleichtern soll und das liest sich, wie ein Psychologie-Mindhack, der vielleicht 2010 endlich Erfolg haben könnte:

The simple steps of habit change:

1. Write down your plan.

2. Identify your triggers and replacement habits.

3. Focus on doing the replacement habits every single time the triggers happen, for about 30 days.

The Habit Change Cheatsheet: 29 Ways to Successfully Ingrain a Behavior (via Swiss Miss)

Evelin: Photoessay über eine ravende Messy-Omi

Tony schreibt: „Ich nehme zur Zeit am Viewbook Photography Contest teil und dachte mir, Dir meine Fotogeschichte über Evelin, eine 70jährige Frau, die ein sehr einsames Leben in ihrer zugemüllten Wohnung führt, aber trotzdem nachts gerne in Clubs ausgeht, zu senden.“

Ich liebe dieses Fotoessay, denn er zeigt eine alte Dame, gezeichnet vom Leben und ein wenig verwirrt, dafür aber voller Lebenslust und dem Will to Dance! Dance, Evelin, dance!

Evelin is a lovely and warmhearted person. She has been through a lot but never stoped moving forward. Although she is an old lady, she enjoys going out and having fun – dancing gives her the energy she needs for the day, which otherwise is dominated by chaos and solitude.

Evelin im Viewbook Photography Contest, hier dieselben Bilder auf Flickr (Danke Tony!)

Last Day Dream: Kurzfilm von Chris Milk mit einem Leben in einer Minute


(VimeoDayDream, via Stylespion)

Wirklich beeindruckender Kurzfilm von Chris Milk, der schon Musikvideos für Gnarls Barkley inszeniert hat. Augenblicke eines Lebens in einer Minute.

Vorher auf Nerdcore:
Gnarls Barkley Video „Who’s Gonna Save My Soul?“ mit einem singenden, herausgerissenen Herz

Young @ Heart


(Youtube Direktheart)

Ich sehe mir grade die Doku „Young @ Heart“ an, ein ganz großartiger Film über Young@Heart, ein Chor aus Neu England mit einem Durchschnittsalter von 80 Jahren, der klassische und zeitgenössische Pop und Rock-Songs singt. Unter anderem „Should I stay or should I go“ von The Clash und „I wanna be sedated“ von den Ramones. Erinnert mich natürlich an die Zimmers, über die ich bei Spreeblick ein paar mal gebloggt hatte (People try to put us d-d-down, Album der Rock-Rentner The Zimmers, The Zimmers covern Prodigys „Firestarter“).

In der Doku geht es natürlich nicht nur um Pop und Rock und Songs und Musik, sondern auch um das Alter und den Tod und das Leben und deshalb natürlich auch wieder um die Musik, denn wenn die Young @ Heart-Omis und Opis „Forever Young“ singen, nachdem eines der Mitglieder verstorben ist, hat man durchaus einen sehr dicken Klos im Hals. Sehr bewegend, sehr großartig. Oben der Trailer, auch hier bitte das großartige Ramones-Cover anschauen, das im Trailer nur kurz zu sehen ist (und nicht einbettbar ist, Fuckers!). Snip von Wikipedia:

Young@Heart is an entertainment group created by and for the elderly, comprised at present of people at least 70 years of age. Some have prior professional theater or music experience, others have performed at amateur level, and some have no experience whatsoever. They are particularly noted for their unconventional covers of rock, punk, and other modern pop music songs.

Founded in 1982 in Northampton, Massachusetts the members all lived in an elderly housing project, The Walter Salvo House. The first group included elders who lived through both World Wars. One had fought in the Battle of the Somme as a 16 year old and another, Anna Main, a stand-up comic, lost her husband in the First World War. Main stayed with the group until she was 100 years old. Diamond Lillian Aubrey who performed with the first two European tours performed Manfred Mann’s Doo Wah Diddy. In later years she appeared “on stage” via video, performing the Rolling Stones’ You Can’t Always Get What You Want.

Amazon-Partnerlink: Young@Heart (OmU)

Fifty People, One Question (3): London


(Vimeo DirektFifty)

Hier die dritte Episode vom Fifty People, One Question-Projekt der Boom Design Group und der Deltree Filmemacher, diesmal fragen sie Menschen in London. „If you could wish for one thing to happen by the end of the day, what would it be?“ „Where do you want to wake up tomorrow?“ (Danke Dirk!)

Episode 1 (New Orleans), Episode 2 (New York)

Rolex’ Sand of Time

6a00d8341c5dea53ef010536e87ad0970c-800wi

Die durchschnittliche Lebenszeit eines Menschen von 81 Jahren für Sanduhren, auf eine Palette gepackt. Jede Packung Sand entspricht 30 Tagen bzw. 30 Kilo. 12 Packungen sind ein Jahr, 972 Packungen stehen einem so durchschnittlich zur Verfügung. Ich hab noch 552.

Rolex Time Sand

The Altruist – Die Geschichte einer Künstlerin und ihrer Reise in die Vergangenheit eines fremden Jahrbuchs


(Youtube Direktaltruist, via Dasistdasende)

Laurie Munn fand eines Tages das Jahrbuch der Emerson High aus Union City, New Jersey von 1965 und beschloss Jahre später, alle Portraits daraus nachzumalen und die Abgebildeten aufzusuchen. Über das ganze Projekt hat sie eine Dokumentation namens „The Altruist“ gedreht, oben der Trailer dazu.

50 People, 1 Question (Teil 2)


Vimeo DirektFifty, via Nommers)

Vor einer Weile bloggte ich bei Spreeblick über das Projekt „50 People, 1 Question“, in dem die Leute von der Boom Design Group und die Deltree Filmemacher fremde Menschen auf der Straße anquatschten. Damals fragten sie fünfzig Leute aus New Orleans eine Frage, und zwar: „If you could wish for one thing to happen by the end of the day, what would it be?“ Hier jetzt der zweite Teil mit den Antworten aus New York.

The Bizarre World of Bobb Bruno

Auf The Selby wollte ich sowieso schon länger mal hinweisen (hatte ich auch schonmal, irgendwo in den Links), eine wundervolle Website, die Künstler und Kreative in ihrem Zuhause vorstellt. Hier mit der bizarren Welt von Bobb Bruno (Myspace), Musiker aus Los Angeles, der irgendeine sehr strange Obsession mit Hasen und Viechern hat.

What is your favorite 80s Movie and why?
Scorpions – World Wide Live Concert Movie. Their Music is really special to me and they are just so fun in it, no posing, no sense of self-importance.

Bobb Bruno auf Selby (via OneInchPunch)

Hipster is dead (is it?)


(via Stylespion)

Das hier ist ein superunterhaltsames Video über dieses alte Thema: Hipster. Junge, dynamische, unrasierte Menschen mit ungewaschenen Haaren, die Adbusters neulich schon für tot erklärten:

We’ve reached a point in our civilization where counterculture has mutated into a self-obsessed aesthetic vacuum. So while hipsterdom is the end product of all prior countercultures, it’s been stripped of its subversion and originality.

Ich bin mir da nicht mehr so sicher wie die Adbusters, mir fehlt aber grade die Zeit, um den Gedanken auszuformulieren, nur schnell: früher habe ich regelmäßig gegen die Business-Kasper gewettert und mir erscheint es nicht besonders schlüssig, die jungen, hippen Leute mit diesen in einen Topf zu werfen. Na klar, sie haben alle tierisch viele Projekte am laufen, die allesamt nach zwei Monaten nur noch dahinsiechen. So fucking what? Mir ist kreativer Try and Error tausendmal lieber als konservatives „Lieber mal abwarten und was mit Substanz machen“. Substanz ergibt sich nämlich nicht aus dem Abwarten, sondern aus dem Versuch und dem Glück, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort einfach da ist. Und dabei ist es ziemlich wurscht, ob man zu enge Jeans und bedruckte Shirts und zu große Sonnenbrillen trägt. As long as you create.

17 Jahre aus Dan Hannas Leben


(Youtube Direktage, via Kottke)

Noah Kalina hat seit dem Jahr 2000 jeden Tag ein Foto von sich gemacht und wurde mit seinem Video dazu eine Web-Berühmtheit. Dan Hanna tat das gleiche, nur zehn Jahre länger. Hier sieht man tatsächlich, wie ein Mensch 17 Jahre älter wird und Hanna ist sichtlich kein Freund von Friseuren.

Fotoserie aus dem Leben einer Frau mit Down-Syndrom

Auf einem Flohmarkt in London hat jemand alte Fotoalben gekauft, die das komplette leben einer Frau mit Down-Syndrom dokumentieren, in der immer gleichen Pose und in skurrilster Kleidung steht sie im Garten. Ich mag diesen Kram ja, diese klitzekleinen Ausschnitte, die sich dafür über endlos lange Zeiträume erstrecken und ein ganzes Leben wortwörtlich abbilden.

My friend James discovered these old photo albums on a market stall in East London. Each one is meticulously laid out with photographs spanning the lifetime of a woman with Down Syndrome. Her father, a keen amateur photographer, methodically shot hundreds of portraits of his daughter and wife. Evidently the family’s favorite pastime was to get dressed up and pose for the camera in the garden or by the seaside. You see images of girl (who I’m guessing was born in the 60s) become a grown woman. Then you watch her condition gradually deteriorate until it cuts off sometime in the 90s. This photo-biography might sound a tad melancholy, but it’s actually the opposite, in no small part thanks to her awesome wardrobe.

London – This is Janice Wilson (via Metafilter Projects)

Before I die…

Before I die I want to make an awesome Online-Polaroid-Project that gets linked by everyone.

Before I die I want to… (via Metafilter)

Silent spring

Deep in the radioactive bowels of the smashed Chernobyl reactor, a strange new lifeform is blooming.

Link

We may be extraterrestrials after all

Scientists from the Imperial College of London claim to have found evidence that life on our planet did not originate from Earth itself. For the first time, the scientists say, it is confirmed that an important component of early genetic material found in meteorite fragments is of extraterrestrial origin.

Link

Bruce Lee’s Top 7 Fundamentals for Getting Your Life in Shape

Link

Lies I’ve told my 3 year old recently

When nobody is looking, I can fly.

Link (via)

A Blast from the Past

Und dann habe ich heute im Zug die M. nach so sieben oder acht Jahren mal wiedergesehen. Sie hatte einen weißen Mantel an, eine weiße Jeans und einen weißen Strickpulli und ist seit einer Woche Event-Managerin in der Werbeagentur Soundso ist damit schon die dritte Dame von früher™, die Events managed managt managet verwaltet und dafür sorgt, dass genug zu Futtern und zu Saufen auf Empfängen vorhanden ist, auf denen sich Business-Kasper und Business-Kasperinnen Bussis und Business-Bullshit um die Ohren hauen, während sie sich mit Schnittchen und Sekt besaufen.

Jedenfalls hat mich die M. heute morgen nach den sieben oder acht Jahren, in denen ich mit der Bagage von früher™ abgeschlossen hatte und andere Wege einschlug, ohne Drei-Tage-Feierei, ohne Dauerdruffsein und ohne dieses dämliche Ich-bin-der-Coolste-Rummacherei, mal auf den neuesten Stand gebracht, weil die M., die ist ja immer noch schwer dabei und von der Schwangerschaft hat sie ja echt erst was mitbekommen, als ihr das Kind beim Gehen quasi aus dem Schritt geplumpst ist. Ehrlich! S. war ja schon immer so eine Mittelpunktsgeile. Die hat sich schonmal beim Fest in die Mitte gestellt und irgendeinen Hit gesungen, so richtig laut, damit sie alle anglotzten und wäre sie heute 16 oder 18 oder so, sie wäre die erste in der Schlange für irgendeine dämliche Casting-Show. Wir konnten uns noch nie wirklich leiden und wir wissen das beide und deshalb ist das okay.

Jedenfalls bin ich jetzt auf dem neuesten Stand:

Der Z. hat endlich einen Job, tatsächlich, ist sein erster richtiger und das würde ja auch endlich mal Zeit, der ist ja auch schon 32. Ich hätte aber ‘ne ordentliche Plauze entwickelt (Ach nee!), fast schon so fett wie der M. wäre ich. Aber der wohnt ja irgendwo bei Koblenz, der macht mir da keine Konkurrenz. Und der J. macht ja auch immer noch die gleiche Kacke wie früher™ und ist vor ‘nem halben Jahr erst hochgenommen worden; ausgerechnet am Geburtstag seines Schwagers, in dessen Haus er lebt, stürmten die Bullen dasselbe und durchsuchten die Wohnung und wurden natürlich fündig, inklusive Liste mit Namen und Beträgen. U-Haft. Ging aber wohl nochmal gut, weil irgendwelche Leute irgendwas ausgesagt hatten. Wow, ich bin schwer beeindruckt. Not.

Und dann war vor drei Wochen die Knax Records Party. (Die gibt’s noch? Die hätten ihren Trance-Scheiß lieber schon vor 10 Jahren in den Lokus kippen sollen. Hab ich gedacht, nicht gesagt.) Da waren sie ja auch wieder alle und alles wie früher™, der P. sieht ja noch fertiger aus als damals. Als sie dann meinte, dass ihre Nase läuft und sie müsse mal was ziehen hihi, denke ich nur: Gottseidank bin ich da raus. Und: ab morgen nehme ich einen Zug früher. Oder vielleicht lieber zwei. Ab hier schaute ich müde aus dem Fenster, sie nahm ihre Frauenzeitschrift mit Victoria Beckham vornedrauf und begann zu lesen.

For Sale on Ebay: My life in Oz… including a house, job, motorbike, clothes, and, of course, a barbie!

Ian Usher loves his life in Perth, Australia. But since his wife, Laura, was part of that life and the couple have split up, he has decided to offer it, lock, stock and barrel to the highest bidder.

Mr Usher, 44, originally from Darlington, County Durham, has put his entire life up for grabs on the online auction site eBay, with a starting price of one Australian dollar. On offer, is his marital home, his Mazda car and a 140mph Kawasaki motorbike.

The successful bidder will also receive an array of gadgets enabling them to enjoy his sun-drenched Australian lifestyle to the full, including a jet ski, a set of kite-surfing gear, bodyboards and a mountain bike.

Link

Lifetime Clock Measures in Years

lifeclock.jpg

There’s nothing more depressing than seeing your entire lifespan condensed down into something as small and contained as a clock. Can we really measure a lifetime’s worth of accomplishments (dick jokes) in a clock that ticks years instead of hours? Perhaps. Perhaps not.

Link

Shaking It Off – Wilco’s Jeff Tweedy on Pain, Drugs and Music

I honestly do not remember a time in my life when I did not have headaches, and know what they were and know they were called migraines. My mother was a migraine sufferer, and my sister is as well. Now, if I was having legitimate migraines or I just called every headache a migraine because my mother had them, I don’t know for sure, but, like I said, I don’t remember a time in my life when I wasn’t having them.

Link

Who wants to live forever? Reloaded

Neulich habe ich mir erst Gedanken über Unsterblichkeit und Genetik und über das Erreichen des ersteren durch letzteres gemacht, da kommt mir heute dieses Interview mit Ray Kurzweil unter, in dem es um genau dasselbe geht:

Bis vor kurzem hatten wir keine Möglichkeit, die scheinbare Zwangsläufigkeit von körperlichem Verfall und Tod aufzuheben. Unser Bewusstsein kommt uns jedoch nicht vergänglich vor, sondern scheint dauerhaft. Trotzdem müssen wir beobachten, dass Menschen sterben. Also haben wir verschiedene Theorien entwickelt, warum sie, auch wenn ihr Leben zeitlich begrenzt scheint, in Wahrheit ewig leben: durch Wiedergeburt, in einem ewigen Leben im Himmel oder im Gedächtnis der Nachfahren. Und wir erdenken philosophische Gründe, warum der Tod etwas Positives und Befreiendes ist und es nicht gut wäre, das Leben ins Unendliche zu verlängern.

Die Verdrängung der Tatsache, dass der Tod eine unermesslich schreckenerregende Vorstellung ist – ganz zu schweigen von dem Leiden, das damit einhergeht -, ist weit verbreitet. Wir hängen an unseren Rationalisierungen, die es uns erlauben, im Angesicht der heraufziehenden Tragödie weiterzumachen. Solange wir keine Alternative hatten, war das vernünftig. Heute haben wir allerdings eine Alternative. Auch wenn wir die nötigen Mittel noch nicht zur Hand haben, besitzen wir doch das Wissen, wie wir bis zu dem Zeitpunkt leben können, an dem sie zur Verfügung stehen werden. Mit dem heutigen Wissen können selbst Angehörige meiner Generation in fünfzehn Jahren noch bei guter Verfassung sein. Dann wird es möglich sein, unser biologisches Programm durch Biotechnologie zu modifizieren, was uns lange genug leben lassen wird, bis uns die Nanotechnologie befähigt, ewig zu leben.

Link (via)

Who wants to live forever?

Einfaches Thema, kann man schnell abhandeln: Tod, Unsterblichkeit und Genetik.

Wenn man mit Leuten über den Tod und die Unsterblichkeit redet, bekommt man meistens zu hören, dass man ja bloß nicht 120 Jahre alt werden wolle oder gar 100. Eigentlich wären ja schon 90 zuviel, der Verfall, der Verfall, die Verkalkung, die Knie, die Hüfte, das tut dann alles weh und das will man ja auch nicht, dann lieber vorher den Löffel abgeben.

Ich gehörte noch nie zu diesen Leuten.

Ich würde nicht nur gerne 120 Jahre alt werden, ich gehe sogar so weit zu behaupten, ich hätte mit einem ewigen Leben kein allzugroßes Problem. Ja, doch, schon, vielleicht wenn sich das Universum in 42 Milliarden Jahren wieder zu einer Singularität zusammenzieht, dann wird das schon ein bißchen eng für die Ewigkeit. Was ich aber definitiv sagen kann, dass mir die 80, 90 Jahre hier zu wenig sind. Und das nicht nur, aber auch weil ich die Technik voranschreiten, die Raketenrucksäcke und die fliegenden Autos sehen will, die UFOs und die Besiedelung fremder Planeten. Oder eben die Apokalypse mit der Gewissheit der eigenen Fast-Unsterblichkeit. Klingt ein klein wenig größenwahnsinnig, ich weiß. Aber mir als Atheisten ist der Tod ein Graus und deshalb kann ich es absolut nachvollziehen, dass sich manche Menschen angesichts des absoluten Nichts in irgendeinen Kult flüchten.

Da kommt es mir genau grade Recht, dass man grade mit Hilfe der Genetik dabei ist, den Tod abzuschaffen. Wissenschaftler haben die Lebenszeit eines Organismus durch genetische Manipulation auf das zehnfache erhöht. Das Zehnfache. Macht bei einer durchschnittlichen menschlichen Lebenszeit von 80 Jahren runde 800. Das kommt der Unsterblichkeit zwar nichtmal nahe, ist aber immerhin schonmal etwas.

Valter Longo is one of the small but influential group of specialists in this area who believes that an 800-year life isn’t just possible, it is inevitable. It was his work at the University of Southern California that led to the creation of a strain of yeast fungus that can live for 10 weeks or more, instead of dying at its usual maximum age of just one week.

By deleting two genes within the yeast’s genome and putting it on a calorie-restricted diet, Longo was able to extend tenfold the lifespan of the same common yeast cells used by bakers and brewers. (The Independent, via)

Gehen wir einfach mal einen Moment davon aus, dass das geht. Theoretisch müsste eine Generation der Menschheit genetisch behandelt werden, damit die nächste „unsterblich“ wäre bzw. 800 Jahre alt werden würde. Die Folgen wären natürlich eine Bevölkerungsexplosion unbekannten Ausmaßes und davon abgesehen, dürfte eine solche genetische Behandlung in dem Maße verteuert werden, dass sie sich nur ein Bill Gates leisten könnte. Das Ergebnis wäre eine neue, uralte Kaste von wenigen Superreichen: wissenschaftlich unterlegtes Futter für feuchte Dystopie-Träume im Stile monarchistischer Science-Fiction a la „Der Wüstenplanet“.

Was jetzt mit meinem eigenen Bedürfnis nach 800 Jahren Good Life erstmal nix zu tun hat, mal ganz davon abgesehen, dass ich die Entwicklung einer solchen Technologie, wenn es sie überhaupt irgendwann geben wird, nicht mehr erleben werde. Leider.

Und einen verdammten Raketenrucksack habe ich immer noch nicht. Arschgeigen!

Die Fotos starrender Menschen von einem Mann ohne Beine

Kevin Connolly wurde ohne Beine geboren und ist es gewohnt, auf der Straße angegafft zu werden. Von genau diesem Gaffen macht er Fotos und erwischt dabei den meist ziemlich verstörten Gesichtsausdruck von Menschen, die eine Information verarbeiten müssen, die so gar nicht zu den gewöhnlichen Mustern passt.

1 year ago I was asked by a little boy in Christchurch, New Zealand if I had been eaten by a shark.

2 months ago I was asked by an elderly woman in Sighisoara, Romania if I had lost my legs in a car accident.

6 weeks ago I was asked by a bar patron in Helena, Montana if I still wore my dog tags from Iraq.

Everyone tries to create a story in their heads to explain the things that baffle them. For the same reason we want to know how a magic trick works, or how mystery novel ends, we want to know how someone different, strange, or disfigured came to be as they are. Everyone does it. It’s natural. It’s curiosity.

But before any of us can ponder or speculate – we react. We stare.

(via)

Das komplette Drama der Menschheit

…in einem einzigen, riesigen, 15941 Pixel breiten (dafür aber nur 261 Pixel hohen) Jpeg… vorsicht, gezeichneter Softporno und Gewaltszenen ahead…

(via)

Es sind gar keine Kinder mehr

Lesebefehl für eine Geschichte, die mich an meine eigene mit Harald erinnert und bei der ich mich seit Ewigkeiten mal wieder frage: was macht der wohl, der Harald? Eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann. Ein ehemaliger Zivi macht sich 15 Jahre danach auf und sucht die Behinderten, die er damals betreute.

Ich hatte das Album beim Aufräumen im Schlafzimmer gefunden. Es lag tief unter den Fotos meiner eigenen Kinder, verschüttet von jüngerer Vergangenheit, Bildern von Urlauben, Hochzeiten, Geburten. Ein kleines Ringbuch, 22 Blatt dicken Papiers, geschmückt mit Fotos, Zeichnungen und Handabdrücken, wie man sie auch im Kindergarten macht, Existenznachweise in Rot, Gelb, Blau. Die kurzen, etwas stummeligen Finger auf dem Papier gehörten den Kindern, für die ich von 1991 bis 1992 „der Zivi“ war, an einer Schule für geistig Behinderte in Bochum. Fünfzehn Jahre ist das her.

Ich setzte mich aufs Bett, begann zu blättern und spürte so etwas wie Scham, immer seltener an sie gedacht zu haben in diesen Jahren, in denen die eigene Biografie zu rasen beginnt. In der Zeit zwischen zwanzig und dreißig, in der man verlässt und fortzieht, in der man neue Menschen kennenlernt und alte vergisst, in der man nur nach vorn denkt, weil da so viel Zukunft ist. Jetzt, in dieser Wohnung in Berlin, waren die behinderten Kinder aus Bochum nur noch die untersten Sedimente meiner Erinnerung.

Ich beschloss, sie zu suchen, Thomas, Michaela und die anderen. Wo seid ihr? Was ist aus euch geworden? Da erst kam der Schreck: Es sind gar keine Kinder mehr.

[...]

Kurz streift mich der Gedanke, er könnte mich erkannt haben. Thomas, der damals so viel verteilte, Küsse, Rotz und Trotz. Der so sehr stotterte, dass er lieber in Zärtlichkeiten sprach. Der nachmittags noch einmal den Frühstückstisch deckte, weil er so gerne aß, am liebsten Brötchen mit Nutella. Der keinen Satz begriff, in dem ein „weil“ vorkam. Weshalb ich ihn oft tragen musste, überzeugen ging ja nicht.

(via)

Leben

Auf dem Balkon Wasserf?lle schwitzen, dazu Max Goldt lesen und Erdbeeren mampfen. Es sind die kleinen Dinge. Die gro?en passieren sowieso von ganz alleine.

Losing the Fight

cancer.jpg

Ich weiß nicht wirklich, wie ich das ansagen soll. Am besten sachlich. Der Pulitzerpreis 2007 für Fotografie ging an Renée C. Byer, die eine Mutter und ihr krankes Kind bei ihrem Kampf gegen den Krebs begleitete. Herausgekommen sind intime Bilder, die das Leben im Sterben und den Mut trotz der Niederlage zeigen.

Warnung: die Bilder sind sehr heftig und emotional, wirken wie ein Schlag in die Magengrube, überlegt es euch dreimal, ob ihr da hinklickt.

(via)

In diesem Sinne: viel Glück für 2007


(Youtube Direktluck)

Pages: 1 2 Next