General Robots

How Money Works


(Vimeo Direktmoney, via Motionographer)

Schöne Animation von Musclebeaver für Green City Energy. Hier noch eine deutsche Version des Clips.

The Onions worthless Money

Hach, The Onion. Niemand erklärt Geld so gekonnt einfach für wertlos und nennt Wirtschaften eine Lüge. „The president will be making a statement very soon,” press secretary Robert Gibbs told reporters. “At the moment, though, his mind is just too blown to comment.“ Hihihi…

“It’s just an illusion,” a wide-eyed Bernanke added as he removed bills from his wallet and slowly spread them out before him. “Just look at it: Meaningless pieces of paper with numbers printed on them. Worthless.”

According to witnesses, Finance Committee members sat in thunderstruck silence for several moments until Sen. Orrin Hatch (R-UT) finally shouted out, “Oh my God, he’s right. It’s all a mirage. All of it—the money, our whole economy—it’s all a lie!”

Screams then filled the Senate Chamber as lawmakers and members of the press ran for the exits, leaving in their wake aisles littered with the remains of torn currency.

As news of the nation’s collectively held delusion spread, the economy ground to a halt, with dumbfounded citizens everywhere walking out on their jobs as they contemplated the little green drawings of buildings and dead white men they once used to measure their adequacy and importance as human beings.

At the New York Stock Exchange, Wednesday morning’s opening bell echoed across a silent floor as the few traders who arrived for work out of habit looked up blankly at the meaningless scrolling numbers on the flashing screens above.

“I’ve spent 25 years in this room yelling ‘Buy, buy! Sell, sell!’ and for what?” longtime trader Michael Palermo said. “All I’ve done is move arbitrary designations of wealth from one column to another, wasting my life chasing this unattainable hallucination of wealth.”

“What a cruel cosmic joke,” he added. “I’m going home to hug my daughter.”

U.S. Economy Grinds To Halt As Nation Realizes Money Just A Symbolic, Mutually Shared Illusion (via Digg)

Finanzkrisentaschenrechner für Bullshitbingo-Spieler

finanzkrisenrechner

Hier der perfekte Rechner für Businesskasper und Bankster, die ihre Bilanzen schönrechnen müssen, inklusive Pi*Daumen-Taste und einem Tausender-Stelle-Hinzufügungs-Shortcut. Ich schätze mal, ähnliche Taschenrechner werden seit Friedman auf den Wirtschaftsschulen für lau an die Excelldeppen und BWLhonks (<-- das "honk" hinter BWL ist ja eigentlich ein Pleonasmus, sowas wie „weißer Schimmel“, aber ich musste das irgendwie steigern) verteilt.

In Zeiten von Wirtschaftskrise und Milliardenkrediten darf einem der eigene Taschenrechner keinen Strich durch die Rechnung machen. Darum ist der Milchmädchenrechner ideal für alle, die große Summen zu verschleudern haben: Auf dem Maxi-Display haben Zahlen mit bis zu zwölf Stellen Platz. Da macht selbst das Schuldenmachen Spaß.

Mit seinem erweiterten Tastenfeld macht es der Milchmädchenrechner zum Kinderspiel, Fünfe gerade sein zu lassen. Zum Funktionsumfang gehören praktische Helferlein wie die „Devisenkreislauf“-Taste, „20 Prozent teurer“ und die ebenso neue und unverzichtbare Funktion „Pi mal Daumen“.

Milchmädchenrechner – Nie wieder in den Miesen (via Rebelart)

Wall Streets Dark Side: Darth Vader eröffnet die New Yorker Börse


(Youtube Direktdarkside, via Merely Thinking)

Was regelmäßige NC-Leser schon lange wissen: Businesskasper, Banker und Aktienhändler sind der dunklen Seite der Macht verfallen, die Wirtschaftskrise ist der explodierende Todesstern und jede einzelne Bank, die über den Jordan geht, ist ein von Admiral Akbar kaputtgelaserter Sternenzerstörer. So weit nix neues.

Dass sich Darth Vader aber in sein Theta-Shuttle setzt, nach New York zur Börse fliegt und höchstpersönlich die Wall Street eröffnet (okay, es ist Howard Roffman, aber egal), das ist neu. Und warum? Wegen Lizenzen und Rechten natürlich. Wegen Copyright-Shitfuck sozusagen. Das passt eigentlich viel zu gut um wahr zu sein.

Lucasfilm Ltd. visits the NYSE. In honor of the occasion, President of Lucas Licensing Howard Roffman rings The Opening Bell® and is joined by Characters from “A Galaxy Far, Far Away”.

After more than 30 years, Star Wars maintains its position as the #1 selling licensed toy property in the US, with sales over 60% ahead of any other toy license, and 25% ahead of the nearest boys toy property – sparking the collective imaginations of fans around the world.

Lucasfilm Ltd. Brings the Force to the NYSE this Holiday Season

Dubais Marvel Theme-Park Concept-Arts doomed by Finanzkrise

marveldubai

Gestern sind Concept Arts zum 2007 angekündigten Marvel Theme-Park in Dubai aufgepoppt.

Late 2007, United Arab Emirate-based Al Ahli Group and Marvel Entertainment, Inc. announced a partnership that will bring Marvel’s full library of Super Heroes – including Spider-Man, Iron Man, The X-Men, Incredible Hulk, The Fantastic Four and Silver Surfer – to Dubai for a major new theme park destination being developed by AAG. The Marvel Super-Heroes theme park project was supposed to open in 2011 with an investment of over $1 billion USD but apparently it seems that it will open now in 2012.

Jetzt weiß ich ja nicht, wie’s Euch geht, wenn Ihr an Dubai denkt… mir gehen da vor allem die 3000 verrottenden Autos am Flughafen dort durch den Kopf, die von fliehenden Arbeitern einfach stehengelassen wurden, weil die Krise schon damals dort zuschlug. Das Thema ist ja auch schon jetzt in den vergangenen Tagen in den deutschen Medien gelandet, nur 9 Monate später.

Ob aus dem Projekt jemals etwas werden wird, ist bei der derzeitigen Entwicklung mehr als unwahrscheinlich, schließlich haben die im Moment grade erstmal verbal eine Staatspleite abgewendet, in dem sie eben keinen Bailout für ihr marodes Dubai World zur Verfügung stellen werden. Vielleicht und hoffentlich bleiben uns ab jetzt gefakete Luxusbilder aus dem Schein-Emirat in Zukunft erspart. Nett sind die Concept Arts aber trotzdem und einen Marvel Theme-Park dieser Ausmaße würde ich schon gerne sehen, aber das sind wohl leider Schäume und Träume wie Jetpacks und Flying Cars.

(via io9)

Enjoy Banking Streetart

Ich mag die Finanzkrisen-Sticker-Streetart von Flickr-User Enjoy Banking. Sehr sogar.

Enjoy Banking (via Printeresting)

Go Get Your Shinebox: Finanzkrisen-Schuhputz-Arbeiten von 100 Künstlern


(Youtube Direktshoeshine, via Wooster)

Die Brooklynite Gallery hat 100 Künstler gefragt, wie sie in der Finanzkrise überleben wollen und eine Ausstellung rund um „Shoeshine Boxes“ auf die Beine gestellt: Schuhputzerhandwerkszeug remixed, sozusagen. Die Ausstellung zeigt jede Menge Arbeiten von Künstlern, die ich schon hier auf Nerdcore hatte: Anthony Lister, Luke Insect oder Ben Frost. Highlights im Video sind für mich Tikas DIY-Druckereikasten, die Kiste mit Marsellous Wallace Seele von Ajamu Walker und das Zombification-Kit von Saddo.

If you’ve spent time in a “third world country”, you’ve had a chance to see kids carrying ingeniously designed work boxes, set up for shinning shoes. We find that the variety and exuberance of these objects perfectly captures our world climate.

With the global economic downturn and the hardship it has caused blue-collar workers throughout, we find it fitting to explore the world’s simplest way to make a living— SHINNING SHOES. We are planning an exhibition around just that– SHOESHINE BOXES.

Website der Brooklynite Gallery, Go Get Your Shinebox Flickr-Set

Michael Moore-Interview: “Ein Kapitalist wird Dir noch den Strick verkaufen, an dem Du ihn dann aufhängst”

Schönes Interview mit Michael Moore auf Telepolis. Ich mag den Mann ja sehr gerne und muss dafür immer wieder Kloppe einstecken. Dass er keine „echten“ Dokumentationen dreht, sondern auch mal Szenen inszeniert – geschenkt. Dass er selbst nicht so richtig die Ideale lebt, die er predigt – ebenso. Was zählt, sind für mich seine Filme und die treffen – auch und grade aufgrund seiner vereinfachenden, polemischen Methode – immer den Kern der angesprochenen Probleme.

Ich habe seinen neuen Film „Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte“ schon gesehen und finde ihn hervorragend, denn der ist keine Abrechnung mit dem Kapitalismus an sich, sondern mit den Leuten, die ihn zu einem Problem machten. Ein Thema, das mich ja sowieso wieder verstärkt interessiert… später mehr.

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Ihren neuen Film “Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte” haben Sie sehr lange vor dem Ausbruch der Bankenkrise angefangen. Wie hat dieser Ausbruch den Film verändert?

Michael Moore: Ich wollte schon sehr lange einen Film über den Kapitalismus drehen. Und vor etwa zwei Jahren fing ich dann endlich damit an. Man konnte schon damals sehen, dass etwas passierte: Entlassungen nahmen zu, Fabriken wurden geschlossen.

Ich denke, dass unsere Ökonomie auf Sand gebaut ist, sie ist ein einziges Kartenhaus. Man macht sich etwas vor, wenn man glaubt, dass es endlos so weiter geht. Und es ist unmoralisch: Das reichste Prozent der Bevölkerung kommt sogar mit Mord davon. Und 50 Prozent kämpfen um ihren täglichen Lebensunterhalt. Der Film hatte seinerzeit noch keinen Titel. Aber ich fange auch nie mit dem Titel an.

Hatten Sie während ihrer Recherchen den Eindruck, dass es zu einem derartigen Absturz in den Abgrund kommen würde?

Michael Moore: Ja. eigentlich fand ich, dass wir schon lange darüber hinaus wären. Die einzigen, die noch nicht litten, waren die Jungs von der Wall Street. Die Arbeiter in Michigan und Indiana und Kalifornien wussten es schon lange. Während der acht Jahre unter George W. Bush mussten sie einen Schlag nach dem anderen einstecken: Die Arbeitslosigkeit nahm kontinuierlich zu, die Kluft zwischen Arm und Reich wurde immer größer. Nichts davon war neu. Wer am 15. September 2008 einen scharfen Blick in die Mainstream-Medien warf, musste sich schon wundern über die Überraschung, die da geäußert wurde. Wer konnte überrascht sein?

“Ein Kapitalist wird Dir noch den Strick verkaufen, an dem Du ihn dann aufhängst”

Fotos von den dichtmachenden Redaktionsräumen des Gourmet Magazines

gourmetmag

Das Gourmet Magazin macht nach über 60 Jahren seine Redaktionsräume dicht und Kevin Demaria hat Fotos in den letzten Tagen vor der endgültigen Schließung gemacht. Sehr spooky auf so ‘ne ökonomische Art, die Redaktionsräume noch halb im Einsatz zu sehen, wärend überall schon eingepackt und aufgeräumt wird.

Und wenn die Finanzkrise und der Medienwandel so weitermachen, dürften wir solche Bilder noch öfter sehen. Ich „freue“ mich schon auf Abandoned-Fotografie aus Verlagsgebäuden und vor sich hinrottenden Kaufhäusern.

Last Days of Gourmet (via MeFi)

Vorher auf Nerdcore:
Bankrottfotos
Londons letzte Dunkelkammern
Fotos von geschlossenen Plattenläden
Fotografie von Sohos untergehenden Plattenläden

„They shoot Porn Stars, don’t they?“ Essay über Porno und die Wirtschaftskrise

„They shoot Porn Stars, don’t they?“ ist ein sehr langer und superinteressantes Essay über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Porno-Branche. Es geht um Hardcore, um das Netz und die Downloads – tatsächlich weiß ich nicht mehr, wann dieser eine Kumpel das letzte mal (im Gegensatz zu Musik) für Pr0n bezahlt hätte – und um Fuck Machines. Stellenweise natürlich NSFW.

The day of reckoning has arrived in the Valley. Online content pirating, increased competition, a flooded market, the economic crisis, and a series of federal obscenity indictments have completely transformed the business of making adult movies. Consumers are no longer interested in paying for what they can get online for free. Across the board, those I spoke to reported profits have fallen by an estimated 30 to 50 percent.

Three years ago, Powers shot four to five movies a week. Nowadays, he’s lucky if he shoots two a week. Like many other businessmen, he’s been forced to cut corners. Ergo, the “life support system for a penis” of yesteryear has been replaced by the lower maintenance RoboCock.

“We got rid of the male talent!” Powers crows, triumphant. He enumerates the benefits of working with an animatronic phallus on one hand. “They don’t complain as much. They’re always hard. You don’t have to feed them.” Of course, the 21st century woodsman does have one drawback. “They’ve always got bolts falling off,” Powers admits with a shrug.

“The market is saturated with porn, the Internet is pirating porn left and right, and the economy is in the shitter,” Powers laments after Hunter’s shoot, staring out the sliding glass doors at a fountain trickling pleasantly in the sun-dappled backyard. He looks like a spurned lover—heartbroken. “Porn destroyed itself,” he mutters. “2005 was the peak of shit.” He shakes his head. “Now, we’re just living in piles of shit.” He is crestfallen. “It completely destroyed everything.” He looks at the floor.

They shoot Porn Stars, don’t they? (via Warren Ellis)

Fotografie dichtgemachter Läden

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Ich liebe Brian Ulrichs Fotoserie „Dark Stores“, die geschlossene Läden und Unternehmen zeigt, die von der Wirtschaftskrise und/oder unfähigen Businesskaspern dahingerafft wurden. Und obiges Foto liebe ich ganz besonders, weil ganz groß „Ja“ draufsteht, während das Bild selbst ein viel größeres „Nein“ darstellt.

Dark Stores (via Neatorama)

Lohnverzicht für Businesskasper

Ein Lohnverzicht schütze vor Entlassungen, er mache Arbeit für die Unternehmen billiger und verbessere die Gewinnsituation, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Hagen Lesch vom Institut der deutschen Wirtschaft (spOnline)

Wait, what? Die Businesskasper, die seit 20 Jahren Lohnverzicht fordern und hier und da alles kürzen und für immer weiteren Sozialabbau lobbyieren und die uns letztendlich die gesamte Finantkrisenscheiße eingebrockt haben, sich in dieser Situation vom Staat aus dem selbst veranstalteten Schlamassel mit unserer Kohle haben retten lassen, wovon sie sich erstmal natürlich einen fetten Bonus habenn auszahlen lassen… die wagen es tatsächlich, was zu fordern?

Ihr habt Euren Lohnverzicht gehabt – die letzten 20 Jahre lang, elende Businesskretins, jetzt dürft gerne selber bluten. Und ja, ich pauschalisiere. So fucking what.

Cheech and Chongs Tron – Directors Cut


(Youtube Direkttron, Danke Casey!)

Hier eine neun Minuten Lange Version inklusive Making Of und Behind The Scenes-Material. Casey Basichis schreibt mir:

I saw the Tron starring cheech and chong on your site. I am the creator.

You might be interested in the original edit, which include more footage, a score, the green screen footage and special effects breakdowns.

Ich liebe meinen Job! Snip von Youtube:

A psychedelic, economic melt down remake of the 1982 sci-fi groundbreaker “Tron.” Starring Cheech and Chong.

“I don’t think you should watch anything like that straight. It’ll have lasting, traumatic effects on you.” – Tommy Chong

“When I first saw it, I was shocked because I thought we were doing soft porn. And then, ‘Oh, it’s about finances; that’s kind of hard-core porn,’ ” – Cheech Marin

This is the real original, unedited version of the Cinemash mashup with six minutes of additional behind the scenes and special effects breakdown footage.

Artist Cut of Tron starring Cheech and Chong. Plus Behind The Scenes

Kickstarter: Radioheads Pay-what-you-want für alle möglichen Projekte

kickstarters

Ich finde die noch recht junge Website Kickstarters superspannend: „Kickstarter is a funding platform for artists, designers, filmmakers, musicians, journalists, inventors, explorers…“ Auf ihr kann man Projekte vorstellen, die dann von den Besuchern der Seite mit einem Betrag ihrer Wahl finanziert werden können, quasi eine zentrale Spenden-Website für alle möglichen Projekte. Kommt der Betrag zusammen, der für das Projekt nötig ist, wird es umgesetzt.

Das ist quasi genau der Weg, in dem das Netz meines Erachtens Ökonomie verändern wird, ein neuer, sozialer Kapitalismus quasi, erweitert um den Faktor Aufmerksamkeit.

Ein Beispiel: Das Indie-Label Polyvinyl, Heimat von bspw. Architecture in Helsinki und Of Montreal, hat damit zu kämpfen, dass viele ihrer Distributoren schließen und tausende Alben in Gefahr stehen, vernichtet zu werden. Deshalb brauchen sie rund 1000$, um die Platten an sie zurück zu schicken.

Some of our distributor’s warehouses around the world are being downsized or consolidated and we either need to destroy over 10,000 records or face some high storage costs.

Destroying the records is not an option (it’s too wasteful and besides, these are great records, they’re just overstocked)! Storing the records at our warehouse is not an option (we cannot afford the storage costs). So to keep them from destruction, we’re hoping to have all the records shipped back to our office.

Jeder, der nun einen Betrag über Kickstarters spendet, unterstützt nicht nur das Label bei diesem Vorhaben, sondern erhält auch noch ein paar Platten, man verkauft also noch „nebenbei“ ein bisschen Musik. Benötigt waren 1000$, bis heute kamen zusammen: $14.031. Sicherlich ist das Beispiel hier nicht stellvertretend, weil’s ein Selbstläufer ist. Die Spender kaufen ja quasi „nur“ Platten und unterstützen nebenbei ‘ne gute Sache. Andere Projekte dürften nicht so erfolgreich verlaufen, aber dennoch:

Kickstarters hat am 1. Juli an nur einem Tag ganze 13 kreative Projekte finanziert. Ich denke von Kickstarters und vor allem dem Prinzip dahinter werden wir noch viel hören, wenn sich der Staub der Finanzkrise erstmal gelegt hat.

Das Finanzkrisenquartett

finanzquartett

Es gibt Quartetts mit tödlichen Krankheiten, den fiesesten Diktatoren, es gibt ein Wurstquartett und neulich habe ich bei meinem Comichändler ein Dönerquartett gesehen. Und jetzt gibt es auch ein Finanzkrisenquartett. Macht sich gut zwischen Viren und Diktatoren, finde ich.

In Zeiten wie diesen, in denen das Leben der Menschen aufgrund der Finanzkrise von Sorgen und Zukunftsängsten geprägt ist, war es schon immer hilfreich aus der Not eine Tugend zu machen. Spielerisch lernen Sie mit dem Finanzkrisenquartett die Banken und Konzerne kennen, die durch die Krise fast oder sogar ganz vernichtet wurden und haben die Chance selbst Krisen(quartett)gewinnerIn zu werden! [...]

Finden Sie heraus, welcher Konzern die meisten Staatshilfen eingestrichen hat und wer die eine hohe Zahl an Entlassungen verantworten muss. Gewonnen hat, wer sich nach und nach alle gegnerischen Karten erspielt hat, sie sozusagen der eigenen Ich-AG einverleibt hat.

Zocken wie die Manager: Das Finanzkrisenquartett (via Testspiel)

Carrotmob in Berlin: Greentech/Economy-Flashmob


(Vimeo Direktcarrotmob)

Julia schreibt mir: „Am 13. Juni um 16 Uhr sollen viele viele Leute in der Wiener Straße 40 einkaufen kommen denn der MultiKulti Spätverkauf wird 35% des erzeugten Umsatzes, an diesem Tag, in Klima- und Energie-Effizienz-Maßnahmen investieren.

Das wird der erste Carrotmob in Berlin somit der erste seiner Art in Deutschland. Damit es hoffentlich viele weitere geben wird, brauchen wir jede Hilfe um das Konzept bekannt zu machen.“

Die Wiener Straße ist quasi bei mir ums Eck, ich werde also meinen Sixpack am 13. Juni dort kaufen und vielleicht noch einen kleinen Vorrat Zigaretten – alles für ‘nen Guten Zweck. Ich finde die Idee ja so simpel wie genial: ein Anti-Boykott, der die Geschäfte belohnt, die bereit sind, den größten Anteil in Green Tech zu investieren. Typische Win-Win-Situation, hervorragend!


(Youtube Direkt, via )

Alle reden von der Macht der Verbraucher – wir machen ernst! Wir drehen das Prinzip des Boykotts um und belohnen Geschäfte, die bereit sind, etwas zum Positiven hin zu verändern.

Dazu schließen wir uns zusammen und kaufen alle am 13. Juni 2009 um 16 Uhr im Spätkauf MultiKulti in der Wienerstraße 40 ein. Dieser wird 35%, des in dieser Zeit erzielten Umsatzes dazu verwenden, seinen Laden energieeffizienter umzubauen, und so langfristig seine CO2-Bilanz zu senken und damit das Klima zu schützen.

Im Vorfeld wurde dieser kreuzberger Späti ausgewählt, weil er bereit war, mehr als die anderen in energiesparende Maßnahmen zu investieren. Der Carrotmob gibt dem Laden-Besitzer die Chance, sein Image und seine Bekanntheit zu steigern und außerdem an dem Tag eine Menge Bargeld mehr zu machen! Für Ihn heißt das ganz klar: Ein Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz!

Für uns heißt das unser Ziel, den “Erfolg und Misserfolg am Markt” mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu verbinden, erreichen!

Carrotmob in Berlin

Mehr dazu:
TAZ: Neue Protestform carrotmob – Politik mit vollen Einkaufswagen
Carrotmob.org

GM Crashtests aus den 60s


(Youtube Direkt, via Minds Delight)

Ich finde diese Crashtests von GM aus den 60s ja äußerst passend im Moment aus irgendeinem Grund. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die schon damals mit Hybrid-Autos experimentierten, die Idee dann aber wieder verwarfen. Gestern haben sie dafür die Quittung bekommen. Snip von Retro Thing:

A vintage GM ad enthused, “It’s got an Opel body. But it’s powered by electricity. The power plant consists of 14 conventional lead-acid batteries that you could buy down at the corner. The energy from the batteries is transferred to an electric motor which in turn drives the rear wheels. And the car can tool along at speeds of up to 55 miles an hour.

While the car’s running, the batteries are constantly recharged by a small Stirling engine in the rear. It’s so quiet that you can hardly tell whether it’s on or off. And since the Stirling is an external combustion engine, the exhaust has no odor and pollution levels can be made very low.”

1969: GM’s Clever Hybrid Was Decades Ahead Of Its Time

Eine kurze Nachricht von Opel an alle

fakeopel

Opel wurde also mit 1,5 Millarden Euro „gerettet“ von unserer Bundesregierung. Ich habe deshalb diese amerikanische Bailout-Satire-Anzeige mal für deutsche Opel-Bedürfnisse aktualisiert. Weil, kann ja nicht sein, dass so ein maroder Autobauer ohne eigene Satire vom Staat saniert wird. In drei Jahren sind sie dann eh pleite und die 1,5 Millarden auf Nimmerwiedersehen weg. Was hätte man mit dem Geld alles machen können, aber nee, is ja Wahlkampf. Politiker, ey. So ganz grundsätzlich immer die falschen Entscheidungen, so dünkt es mir.

Bailout-Oster-Streetart


(Vimeo Direktabove, via Wooster)

Das hier ist das Ostergeschenk von Streetartist Above an die Business-Kasper von AIG, die sich von den Steuergeldern erstmal ein paar Boni gönnten. Hier das Bild in groß. Get your egg, fuckers!

HR2 DerTag über die Abfuckprämie und das Ende des Systems Wachstum

Vor fünf oder sechs Jahren sprach ich mit einem Bekannten über Globalisierung und Arbeitslosigkeit und meinte zu ihm, grob gesagt: „Wart’s mal ab, das wird alles noch viel lustiger, der Glaube an ewiges Wirtschaftswachstum ist doch total irre, wo soll das denn alles hinwachsen?“ So oder so ähnlich hab’ ich das gesagt. Und genau dasselbe sagt der HR2-Podcast Der Tag und stellt mehr oder weniger die Systemfrage, weil Abwrackprämie populistischer Bullshit ist. Und weite Teile des Bailouts meiner Meinung nach auch.

Nein, niemand soll leer ausgehen. Die Abwrackprämie wird weiter gezahlt – das ganze Jahr. Und was kaufen wir uns damit? Die Autos von gestern, die uns die Probleme von morgen bescheren. Aber es steigert das Bruttoinlandsprodukt. Und das ist die magische Zahl. Auf die schaut die Wirtschaft, auf die schaut die Politik. Dabei sagt uns das Bruttoinlandsprodukt nichts über Sinn und Zweck dieser Produktion, nichts über die sozialen und ökologischen Kosten, nichts über die Vergangenheit und schon gar nichts über die Zukunft. Es zeigt nur, ob die Wirtschaft wächst – und mit ihr der gesellschaftliche Wohlstand. Dachten wir. Dass die Wirtschaft wachsen und dennoch immer mehr Menschen immer ärmer werden können – das haben wir in den letzten Jahren gelernt. Also gehört womöglich die Formel “Wirtschaftswachstum ist gleich Wohlstand” auf den Schrott.

Abwrackprämien und anderer Schrott: Wider den Wachstumswahn! (MP3), HR2 Der Tag Podcast

Southpark und die Finanzkrise


(Youtube Direkt, via YBNBY)

Die neue Southpark-Folge nimmt sich der Finanzkrise an, masht diese immer wieder mit der Geschichte von Jesus (!) und sie ist absolut großartig, wenn man von den Clips ausgeht, die komplette Folge ist nämlich noch nicht online, auch wenn dort was anderes steht. Aber die Clips sind totally hilarious, hier meine Favorites:

Oben: The Importance of Saving Money (Aaaaand it’s gone.. Boof!), Plastic Cards and Paper Money, The last Pizza Supper (Cartman als Judas! KREISCH!), Bailout! (Voodoowirtschaft!)

[update] Henri schreibt mir:

Moin Mister!

Hier kommt Margaritaville.
South Park Season 13 Episode 3 in HDTV:

http://www.youtube.com/watch?v=Qpap2NuMh38 (part1)
http://www.youtube.com/watch?v=3XQI23c8u98 (part2)

Der Rolling Stone über Businessbullshit und Finanzkrise

Der Rolling Stone hat einen hervorragenden Artikel über den Bailout der AIG, die Finanzkrise und die Menschen hinter diesem ganzen Businessbullshit. Der Text ist sehr lang und sehr fantastisch weil deutlich, er nennt die Namen, Strategien und vor allem die Verbrechen, die im Hintergrund liefen und erzählt die Geschichte dieser platzenden Finanzblase von den Achtzigern bis heute.

Das schöne an diesem Text ist, dass man nichts vom Wallstreet-Geblubber der Businesskasper wissen muss, um ihn zu verstehen, weil das Wallstreet-Geblubber einer der Gründe ist, warum die Finanzkrise überhaupt existiert und genau deshalb bin ich immer noch dafür, keine Steuergelder in schwarze Löcher zu pumpen, in eine Scheinwirtschaft ohne Haftung in der Realität. Der Artikel geht aber noch weiter und erkennt im Bailout eine Machtübernahme von Businesskaspern in den USA über geheime Bailout-Instrumente.

Der Text ist sehr lang, aber sehr wichtig und nochmal: sehr, sehr gut. Er lässt sich dank George Carlin aber auch auf einen wunderbar einfachen und wahren Satz subsummieren: „Businessmen are completely full of shit“ (hier in der Langfassung).

There is a reason it used to be a crime in the Confederate states to teach a slave to read: Literacy is power. In the age of the CDS and CDO, most of us are financial illiterates. By making an already too-complex economy even more complex, Wall Street has used the crisis to effect a historic, revolutionary change in our political system — transforming a democracy into a two-tiered state, one with plugged-in financial bureaucrats above and clueless customers below.

The most galling thing about this financial crisis is that so many Wall Street types think they actually deserve not only their huge bonuses and lavish lifestyles but the awesome political power their own mistakes have left them in possession of. When challenged, they talk about how hard they work, the 90-hour weeks, the stress, the failed marriages, the hemorrhoids and gallstones they all get before they hit 40.

“But wait a minute,” you say to them. “No one ever asked you to stay up all night eight days a week trying to get filthy rich shorting what’s left of the American auto industry or selling $600 billion in toxic, irredeemable mortgages to ex-strippers on work release and Taco Bell clerks. Actually, come to think of it, why are we even giving taxpayer money to you people? Why are we not throwing your ass in jail instead?”

But before you even finish saying that, they’re rolling their eyes, because You Don’t Get It.

The Big Takeover – The global economic crisis isn’t about money – it’s about power. How Wall Street insiders are using the bailout to stage a revolution (via Reddit)

Financial Crisis Strippers

strippercrisis

Während Blu die Finanzkrise mit einem Haifisch aus Geldscheinen bebildert und Douglas Rushkoff nicht ganz zu Unrecht fordert, man möge doch bitte bitte die angeschlagene Wirtschaft in Ruhe sterben lassen, weil die Finanzkrise eh nur den Bullshitpart beträfe, machen es die Russen mal wieder ganz anders. Dort bekämpft eine Bank die fiese Finanzkrise mit Stripperinnen.

During this recession and world economic crisis times one Russian bank has got a new not so usual vacancy opened. This vacancy is female stripper. What are they for in the monetary institution one can ask? The answer is publicity. Some credit structures can hit any measures in order to avoid the bankrupcy, so the such publicity that can giv strippers is also worth of trying, so the idea appeared to hire strippers to dance in the windows to attract new customers to the bank and gain some free media coverage, both national and international.

Russian Bank Strippers

Fabchannel is no more.

Fabchannel, die hervorragende Website mit Konzerten zum Einbetten, die ich hier auf Nerdcore schon öfter hatte, stellt ihr Angebot zum 13. März ein und das Archiv offline. Ein schwarzer Tag für alle Live-Musikliebhaber.

Weil’s so schön war, hier Arcade Fire live @ Melkweg 2005.

<a href="http://www.fabchannel.com/thearcadefire2005_concert/2005-03-11">Live Concert Video &#8211; The Arcade Fire</a>

Hier die Pressemitteilung:

Der Online Konzertkanal Fabchannel.com sieht sich angesichts der schlechten wirtschaftlichen Aussichten im Musik- und Werbemarkt dazu gezwungen seine Betriebstätigkeiten umgehend einzustellen.

Während der letzten neun Jahre hat Fabchannel erfolgreich nationale und internationale Künstler online gefördert, indem Konzertaufnahmen einem breiten internationalen Publikum zugänglich gemacht wurden.

Das Geschäftsmodell von Fabchannel basiert auf zwei elementaren Bausteinen: internationale Senderechte sowie internationale Werbe- und Sponsoreinkünfte. Nach einer beträchtlichen Investition in 2007 hat sich Fabchannel verstärkt auf die Ausweitung seines internationalen Publikums sowie der Realisierung und Entwicklung von Online- Werbeformaten und Partnerschaften konzentriert.

Nach einem dynamischen Start ins Jahr 2008 mit der Einführung von Videowerbung auf Fabchannel.com, der Ausweitung von Medienpartnerschaften mit renommierten Nachrichtenwebseiten sowie der Realisierung einer weltweiten Zusammenarbeit mit der Universal Music Group ist es zunehmend schwieriger geworden, die gestellten Ziele zu erreichen. Die Besucherzahlen haben sich nicht im geplanten Maße erhöht, was hauptsächlich durch die mangelnde Unterstützung der ‘Major‘ Plattenfirmen bezüglich der Zustimmung zu Konzertaufnahmen begründet ist.

Gleichzeitig ist der Online Werbe- und Sponsormarkt aufgrund rückläufiger Budgets zunehmend unter Druck geraten.

Die Geschäftsführung und die Anteilseigner von Fabchannel erwarten nicht, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren ändern wird. Aus diesem Grund haben sie gemeinsam beschlossen alle Aktivitäten einzustellen um zu vermeiden, dass das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät und zum Beispiel das aufgebaute Musikarchiv in Zukunft nicht wieder verwendet werden kann.

Fabchannel wird am kommenden Freitag, den 13. März, sein Konzertarchiv offline stellen. Während der nächsten Monate wird Fabchannel sich bemühen entsprechende Regelungen für seine Mitarbeiter, Kunden und Anbieter zu finden.

Pressemitteilung: FABCHANNEL STELLT UNTERNEHMENSTÄTIGKEIT EIN

Opel hat ein Patent-Problem

Opel hält nicht mehr die Patente oder Rechte an den Fahrzeugentwicklungen, die vor allem das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim mit seinen mehreren tausend Mitarbeitern erbringt oder erbracht hat. (spOnline, via Fefe)

GM drängte der Meldung nach zu der Zeit, in der der heutige Europachef Carl-Peter Forster die Adam Opel GmbH führte, die weltweiten Töchter zur Übertragung der Patente und der damit verknüpften Rechte an Fahrzeugentwicklungen an eine Untergesellschaft in Delaware. Forster billigte das Geschäft im Gegenzug für die Annahme eines Schuldscheins in Höhe von 1,8 Milliarden Euro, den GM bislang aber nicht beglichen haben soll. Die Zahlung der Summe stehe in Detroit derzeit nicht zur Debatte und sie reiche auch nicht aus, um Opel selbständig weiterzuführen. (heise)

Ich schmeiß mich weg. Das ist genau das, was dabei herauskommt, wenn man die Welt den Business-Kaspern überlässt. Die verschieben dann irgendwelche Rechte irgendwo hin, die Zahlungen laufen über diese andere Aktiengesellschaft, die wiederum die Patente an X hält und Y läuft einmal im Kreis und kassiert dafür von Z die Steuerersparnis, die in der Bilanz als Dingsbums verbucht wird.

Das, was Opel da grade passiert, ist Business-Bullshit in seiner reinsten Form, das ist nicht mehr Mismanagement, das ist Dismanagement. Boa, was für Pfeiffen, ich lach’ mich tot.

M.C. Escher vs. Finanzkrise

finanzkrisenescher

Mark McHugh hat’s raus: Die Kunstwerke von M.C. Escher sind tatsächlich keine Kunst, sondern ökonomische Modelle! This is brillant!

M. C. Escher – Economist (via Neatorama)

Passend dazu hier der Finanzkrisen-Rant von Plomlompom: Finanzkrise, fuck yeah!

These: Die Finanzkrise ist eine gute Sache. Sie streckt Platzhirsche nieder, baut veraltete Industrie ab, schrumpft Zahnräder in größere Flexibilität.

Warum feiern wir nicht, dass niemand mehr Autos kaufen will? (Nachhaltigkeit.) Lasst die jammernde Autoindustrie verrotten. Einem schwarzen Loch sollte man kein Geld in den Rachen werfen. (Schaeffler, Opel.) Hier sollte man kein anachronistisches Subventionsloch aufreißen (wie zuvor den Steinkohlebergbau). Dasselbe: Papierdruck-Zeitungen. Lieber in Neues investieren; da, wo der Impuls ist.

High-Tech dagegen, das Computerzeitalter z.B., sieht nicht so aus, als würde es zusammenzubrechen (späte Rache der alten Dotcom-Blase an den ‘echten’ Werten). (Apple verkauft mit Rekordquartalsergebnissen seine iPhones und MacBooks, angeblich Rezessions-inkompatible Luxusprodukte. [...]

Säbelt die Finanzkrise mit Wegkürzung des Alten Entfaltungsraum für das Neue zurecht? Neue Wirtschaftsstrukturen stehen bereits in den Startlöchern, um das freigeräumte Spielfeld zu übernehmen. (Open Source. Endnutzer-3D-Drucker.) Alte Sicherheiten geraten ins Wanken (klassische Arbeitskultur und die damit verbundenen Sozialversicherungssysteme; Informationsverknappungsindustrie: Copyright-Kartelle), aber an Ersatzstrukturen zu Menschengunsten wird bereits gebrütet (selbstbestimmtes Arbeiten und bedingungsloses Grundeinkommen? Intelligenzproduktion durch Informations-Sharing?).

The Crisis of Credit Visualized


(Vimeo Direktcrisis, via Spreeblick)

Johnny hat bei Spreeblick diese fantastische Animation von Jonathan Jarvis gepostet: Finanzkrise für Dummys, sozusagen. Diesem Podcast nicht unähnlich, den ich in diesem Zusammenhang schonmal gepostet hatte, nur eben visualisiert und noch verständlicher. Und weil ich das jetzt alles verstanden habe, sage ich: Waaaaaa! Nix wie weg hier!

[update] Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es fast lustig. Ach was, das hier ist lustig.

Die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” berichtet in ihrer Freitagsausgabe von – teilweise hochspekulativen – Geschäften in Höhe von knapp 600 Milliarden Euro, die nicht in der Bilanz auftauchten. Das wäre mehr als die offizielle Bilanzsumme, die bei 400 Milliarden liegt. Zusammen würde sich folglich ein Betrag von knapp einer Billion Euro ergeben, die der angeschlagene Immobilienfinanzierer laufend mit neuen Krediten refinanzieren müssen. (ARD, via Killefit)

Old Farts speaking the Truth

Kinners, ich muss mich grade mal ein bisschen aufregen. Also, nicht richtig dolle, aber mir begegnet jetzt bereits zum zweiten mal ein komischen Phänomen. Es geht um folgendes:

Vor ein paar Wochen begegnete mir diese Story von diesem ehemaligen Boss eines Major-Labels, der nachdem er in Rente gegangen war, sinngemäß sage, dieser ganze Kampf gegen Internet-Piraterie sei ja sowieso völlig umsonst und bereits jetzt verloren, weshalb die Labels ihre Strategie ändern sollten und lieber zusammen mit ISPs und Politik einen Weg zur Monetarisierung suchen sollten. Genau das, was ich auch immer sage, sagt der ehemalige Boss eines Labels, nachdem er nichts mehr entscheiden kann/muss.

Und dann las ich bei Boing Boing etwas ganz ähnliches, nämlich das Bekenntnis eines ehemaligen MI5 Chefs, dieser ganze Krieg gegen den Terror würde Terrorismus fördern und Bürgerrechte einschränken. Genau das was jeder vernunftbegabte Mensch sagt, äußert der erst, nachdem er nichts mehr entscheiden kann/muss.

Was zum Geier ist los mit diesen Leuten? (Im Englischen hätte ich jetzt übrigens geschrieben: „What the fuck is it with these people?“ Was viel knackiger geklungen hätte. Das aber nur am Rande.)

Ich habe ja diese bescheuerte Idee, dass man jemanden in ein Amt wählt, ihm einen Job gibt, weil er eine bestimmte Haltung, eine Attitüde hat, ein bestimmtes Auftreten… eben weil dieser Mensch derjenige ist, der er ist. Wenn nun reihenweise Old Farts erst dann ihre Meinung, ihre Haltung zum Ausdruck bringen, nachdem sie aus ihrem Job raus sind, dann läuft doch irgendetwas sehr, sehr schief, oder?

Ich kriege ja auch immer Pickel, wenn ich irgendwelche Politiker davon schwafeln höre, die allerallererste Aufgabe von Unternehmen sei es, Geld zu machen. Fucking profitabel zu sein. Fitter, happier, more productive. Und ich dachte immer, die alleroberste Aufgabe von Unternehmen sei es, gute Produkte herzustellen! Das mag auf den ersten Blick nichts mit den zwei Beispielen von Old Fart speaking the Truth zu tun haben. Auf den zweiten aber schon.

Denn: Beides sind Fehler im System. Das kommt dabei heraus, wenn Politik (nicht die Politik, sondern die andere) in guten Ideen Einzug hält. Wir gründen eine Firma, denn wir haben ein tolles Produkt, das Produkt schlägt ein und es kommt die Politik: Wir müssen Geld machen, um Konkurrenten platt zu machen und um mehr und mehr zu wachsen. Oder: Ich will Karriere, also mache ich einen Job, ich werde besser und besser und lande irgendwann ganz oben, dann kommt die Politik, ich denke strategisch für meine Karriere, also entscheide ich nicht mehr am vernünftigsten für das Unternehmen, sondern für meine Karriere. Und das heisst eben: Ich entscheide so, wie es die Anwälte und Marketingfuzzis von mir erwarten. Und dann nicke ich eben auch Piratenverklagerei und den Krieg gegen den Terror ab, auch wenn ich ganz genau weiß, dass es falsch ist.

Ich habe schonmal vor Jahren geschrieben, dass Fehler in der Politik nicht deshalb gemacht werden, weil das System beknackt ist. Sondern weil die Leute beknackt sind, die im System agieren. Das System ist in Ordnung, es erfordert nur leider Menschen mit Eiern in der Hose (in diese Formulierung schließe ich übrigens Frauen explizit mit ein), die es bedienen. Und nicht heuchlerische Arschlöcher ohne Mumm, wie die beiden da oben.

IBM verlagert Arbeiter nach Indien

IBM feuert trotz hoher Gewinne Tausende US-Mitarbeiter – und will ihnen einem internen Papier zufolge nun eine neue Stelle in Staaten wie Indien oder China anbieten. Gewerkschafter sind schockiert, Ökonomen verteidigen das Projekt dagegen als “neue Stufe der Globalisierung”. (spon.de)

Wait, what? IBM senkt also die Löhne tausender Mitarbeiter massiv, will sie ihrem sozialen und lokalen Netz entreißen und nach Indien verfrachten? Ökonomen verteidigen diesen unmenschlichen Scheißdreck?

Ökonomen sind nun Zahlenjonglierer, Menschen und Schicksale gehen ihnen in ihren Excel-Tabellen am Arsch vorbei. Mir gehen aber Ökonomen am Arsch vorbei und deshalb kann ich IBM nur sagen: Das ist Ausdruck einer veralteten Ökonomie, die sich grade in etwas neues transformiert, das sich erst in Jahrzehnten ganz entfalten wird. Aber in der Post-Öl-Gesellschaft wird Wirtschaften ganz anders aussehen, als heute. Lokalisation ist die neue Globalisation. Aber ich kann von Ökonomen ja nicht verlangen, dass sie langfristig denken. Das geht nicht in Excell.

Hier ein Beispiel neuer Ökonomie: Das Ecovillage in Los Angeles, hier ein weiteres Video von Streetfilms. Das ist Zukunft, IBM ist Vergangenheit.


(Youtube Direkteco)

An ecovillage is a human scale neighborhood where people know their neighbors and care about them. People can live close to where they work and play and have access to other essential services without use of automobiles. Together, neighbors try to minimize waste and pollution of all kinds. Residents and friends work together to create a healthy community socially, physically and economically.

Urban ecovillages work with surrounding neighborhoods and the city at large to bring a whole systems perspective to urban planning and community development activities. The L.A. Eco-Village Demonstration is part of an international network of sustainable neighborhood groups which seek to model healthier ways of living based on environmental sustainability and social and economic justice.

Ecovillage.org

Bruce Sterling über die Finanzkrise und geistiges Eigentum

Bruce Sterling hat auf Seedmagazine.com einen Artikel über die Krisen neben der Finanzkrise geschrieben, für mich am interessantesten – na klar – der Teil über geistiges Eigentum:

Intellectual property. More specifically, the fiat declaration that properties that are easy to reproduce shouldn’t be reproduced.

Declaring that “information wants to be free” is an ideological stance. A real-world situation where information can’t be anything but free, where digital information cannot be monetized, is bizarre and deeply scary. No banker or economist anywhere has the ghost of clue what to do under such conditions.

Intellectual property made sense and used to work rather well when conditions of production favored it. Now they don’t. If it’s simple to copy just one single movie, some gray area of fair use can be tolerated. If it becomes easy to copy a million movies with one single button-push, this vast economic superstructure is reduced to rags. Our belief in this kind of “property” becomes absurd.

To imagine that real estate is worthless is strange, though we’ve somehow managed to do that. But our society is also built on the supposed monetary worth of unreal estate. In fact, the planet’s most advanced economies are optimized to create pretty much nothing else. The ultimate global consequences of this situation’s abject failure would rank with the collapse of Communism.

„Our belief in this kind of ‘property’ becomes absurd.“ Das ist genau das, was ich immer sage und dieses Thema wird weitreichende Folgen haben für die Gesellschaft, die in einer Art Sozialismus der Ideen münden könnte. Den Term „Sozialismus der Ideen“ werde ich mir gleich mal schützen lassen: Sozialismus der Ideen®©™. So.

2009 Will Be a Year of Panic (via BoingBoing)

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