General Robots

Art: Party with the Moz like its 1994

moz

Das ist Derek Erdmans Gemälde zu einer Story, in der Morrissey in einem Kaff gestrandet war und eine lokale House Party besuchte, um mit ein paar Teenies Bier zu trinken und Joints zu rauchen. Hier die Story:

There is a seldom told story that Morrissey’s tour bus broke down in small town Ohio in the autumn of 1994. A full day was necessary for the repairs to be completed and Morrissey and his band delighted local teenaged fans by stopping by a house party to drink beer and smoke marijuana. “It was the time of my life,” remarks Tamara Marshall, who was hosting the party. “My parents were out of town and I was told not to have a party, but once Morrissey showed up I knew I wasn’t going to be a secret for long.” When asked what she remembered most about Morrissey’s visit, Tamara answered, “He didn’t like Rolling Rock beer”.

Ich kenne das ja, ich war bei uns im Kaff früher auch immer derjenige, der die House Partys schmiss und ab und zu auch Lichtanlagen oder Turntables im Wohnzimmer meiner Eltern aufstellte. Und das war so ziemlich genau auch um das Jahr 1994 herum. Meine Güte, was ging da schon alles zu Bruch, Türen, Tische, Stühle und hinterher natürlich nichts als Ärger. Und jetzt stelle ich mir vor, dass damals einfach so der Moz hereingekommen wäre, um mit uns eine Bong zu rauchen. „Time of my life“, you bet!

(via BoingBoing)

Lieber S.,

Am Wochenende haben wir uns nach Jahren mal wieder gesehen und ich muss leider etwas sagen, was mir keinen Spaß macht. Denn: Du bist ein verbittertes Arschloch geworden.

Früher, ja. Früher. Da sind wir durch die Clubs gezogen, haben die ersten Tüten geraucht, die ersten Frauen gehabt, haben uns auf Autofahrten nach Hause unsere goldene Zukunft ausgemalt. Was haben wir rumgesponnen, früher, damals. Lange ist’s her. Ich als DJ in Deinem Club. Am besten zusammen wohnen, na klar, vorzugsweise direkt neben J, der uns „das Zeug“ direkt in den Briefkasten liefern könnte. Heute lebst Du immer noch im Anbau bei Deinen Eltern, J ist neulich erst in den Knast gewandert, nachdem die Bullen auf der Geburtstagsparty des Schwagers die Wohnung durchsuchten und natürlich was fanden und das hat alles nicht so geklappt, das mit dem Schulabschluß, das mit der Arbeit, das mit dem Leben und so.

Ich hab Dich am Wochenende wieder gesehen und habe festgestellt, dass Du ausschließlich negativ bist. Ausschließlich. So wie ich es in den letzten Jahren bei keinem Menschen erleben musste. Ich habe alte Kumpels wiedergesehen und es war, als ob keine Sekunde vergangen wäre. Da haben wir gelacht über alte Zeiten, rumgesponnen, Blödsinn geredet… nicht so bei Dir. Alles ist scheiße. Der Film, die Burger, das Leben, ich, Du. Frauen bezeichnest Du als „Fickfleisch“. Maybe, just maybe, that is why?

Niemand kann was für Dein verpfuschtes Leben und wer weiß: vielleicht kommt Dein großer Moment noch. Vielleicht bist Du aber auch zu verbittert, um das zu sehen. Vielleicht bist Du zu verbittert für Hoffnung und wahrscheinlich fehlt Dir die Perspektive. Die Zeiten, in denen „wir“ die coolste Bande around waren, sind seit Jahren vorbei. Und ich bin so froh, dass es so ist. Während Du gefangen bist, in dieser Zeitblase, die dir in Deinem Hirn vorgaukelt, immer noch genauso cool zu sein, wie wir es vor Jahren einmal waren, bin ich weitergegangen und zwar einen Weg, den Du nicht gehen konntest. Das tut mir leid. Nicht.

Keiner kann was für Dein scheinbar verpfuschtes Leben. Die Eigenschaft, sich selbst am Schopf aus der Scheiße zu ziehen hast Du scheinbar niemals gehabt. Und scheinbar fehlen Dir die Eier, die Fehler einfach mal bei sich zu suchen. Reflektion = Fremdwort. Wenn Du diese Eier eines Tages findest, dann können wir das gerne machen: Dieses Wochenende in Berlin, durch die Kneipen ziehen. Bis dahin aber zunächst das hier: Bleib mir weg mit Deiner negativen Art, dieses ausschließliche Schlechtreden macht krank, vergiftet die Atmo, sorgt für Bad Vibes, ich habe darauf keine Lust und zwar vor allem, weil ich in den vergangenen 10 Jahren Menschen kennengelernt habe, die das genaue Gegenteil leben. Die mir zeigten, dass es auch anders geht. Man kann auch mal Sachen gut finden. Man darf auch mal positiv sein, auch wenn die eigenen Umstände vollig beschissen sind. Dazu braucht es gar nicht viel, nur ein bisschen… Dingsbums!

Zu behaupten, unser Wiedersehen am Wochenende wäre schön gewesen, wäre eine Lüge, leider. Es war eine Lektion, eine Bestätigung der Entscheidung, gewisse Menschen, die in meinem Leben eine Rolle spielten, zurück zu lassen und weiter zu gehen. That’s life – vielleicht kapierst Du das auch mal. Irgendwann. Und dann erkläre ich Dir mal das mit dem Karma.

Dem Bauer Adam sein Sohn Herrmann ist aber auch alt geworden

Ich war ja heute gar nicht da und alle Postings von heute wurden vom Wordpress Autobot gepostet. Ich war heute also gar nicht da, sondern schufften. So richtig schweißtreibende, körperliche Arbeit war das. Nicht sehr zu empfehlen, dafür aber inklusive Time-Warp in meine Vergangenheit, is ja auch was. Denn ungefähr ein Drittel meiner Kindheit (nämlich so ziemlich jedes Wochenende von so 3 bis 10, oder so) verbrachte ich die Winter hier:

Auf diesem Hang habe ich Skifahren gelernt, zuerst im Rucksack auf dem Rücken meines Vaters, dann auf eigenen Skiern. Das erste Paar bekam ich mit Vier und verlernt habe ich Skifahren nie. Ich war zwar seit 10 Jahren nicht mehr auf der Piste, ich wüsste aber: wenn ich jetzt in die Berge fahren würde, ich bräuchte einen Tag, nicht mehr, um wieder wie ‘ne gesengte Sau die schwarzen Pisten runterzuheizen.

Gewohnt haben wir in einer Wohnwagen-Siedlung, ich erinnere mich an Bars aus Schnee, an einen Schneemann im April, den wir mit zwei Riesenohren zu einem Osterhasen mutieren ließen. Ich erinnere mich an Schlittenfahrten ins nächste Kaff, bei denen wir nicht eingeplant hatten, dass wir auch irgendwie wieder zurückkommen mussten, und dann fluchend unsere Schlitten hinter uns herziehend den ganzen Weg zurück gelatscht sind. Ich erinnere mich, wie ich in diesem weißen Kasten in einer Decke gemümmelt Westworld, Jekyll & Hyde, The Good, The Bad & The Ugly, Dracula, Frankenstein, den Wolfsmensch und Tarantula sah. Ich erinnere mich daran, dass ich mit Acht oder Neun die Pornohefte meines Vaters in einer versteckten Schublade fand und ich mich fragte, was zum Geier die Leute da machen. Sah aber interessant aus. Ich erinnere mich an S., die mir ihre Mumu zeigte und ich erinnere mich an die Kröten aus dem Feuerwehrteich, die wir mit Stöcken vom Grund aufscheuchten und auch an das eine mal, als R. eine Kröte mit seinem angespitzten Stock aufspießte. Ich erinnere mich auch an die Schwester eines Mädchens in ihrem Sonntagskleidchen, das irgendwas gemeines zu mir sagte und das ich daraufhin in eben jenen Feuerwehrteich voller Kröten stieß. Kinder können sehr gemein sein. An all das durfte ich mich heute wieder erinnern, als wir dieses weißen Kasten abgebaut haben, in dem ich ungefähr ein Drittel meiner Kindheit verbrachte.

Ich habe heute geschuftet wie ein Ochse, habe Öfen geschleppt, Regale abgebaut, Sperrmüll entsorgt, Kupplungen ab- und angeschraubt, Bodenplatten gestapelt, Fließen geschleppt, das Vorzelt abgebaut, das Gestänge irgendwie zusammengelegt, Teppiche herausgerissen und vergammeltes Zeug weggeschmissen, denn tatsächlich stand das Ding seit mehr als 3 Jahren unbenutzt auf seinem Platz in einer Wohnwagensiedlung im Odenwald und jetzt tut mir mein Kreuz weh. Dann kam Herrmann, der Sohn von Bauer Adam, der schon lange tot ist und von dem ich früher immer frische, und ich meine damit: ganz frische, Milch geholt habe. Praktisch direkt aus dem Euter, sozusagen. Ich weiß noch, wie Herrmann in seinen Gummistiefeln über den Bauernhof gestapft ist oder auf dem Misthaufen Mist geschaufelt hat. Wir haben früher die ein oder andere Runde Kniffel gespielt. Herrmann ist alt geworden, grau ist er geworden, fast schon weiß. Wie die Zeit vergeht.

Früher bin ich im Odenwald rumgeklettert, auf Felsen, acht Meter in die Höhe. Wir haben einen Bach bis zu seiner Quelle verfolgt und haben uns aus Stöcken Messer aus Holz geschnitzt, was ja völliger Unsinn ist, sich mit einem Messer aus Metall ein Messer aus Holz zu schnitzen. War uns aber wurscht, hauptsache schnitzen. Wir haben Iglus gebaut wie die Eskimos und ich habe aus dem Fenster geglotzt und den Meisen beim Körnerpicken zugesehen. Dort habe ich mit meiner Nichte und meinem Neffen rumgealbert und den Pudel meines Onkels fand ich damals schon doof. All das habe ich heute abgebaut, entsorgt und rumgeschleppt. Bleiben wird die Erinnerung an einen wunderbaren Ort meiner Kindheit, den ich vielleicht nie wieder sehen werde. Wie die Zeit vergeht.

The Periodic Table of Videos


(Youtube Direkt, via Laughing Squid)

Die Uni Nottingham hat eine Website auf die Beine gestellt, die ein Periodensystem der Elemente enthält, mit Youtube-Videos zu jedem einzelnen Element, in denen ein Typ, der aussieht wie Einstein, etwas zu den ganzen Natriums und Schwefels und Phosphors erzählt, wärend Leute in Kitteln Experimente mit dem Kram anstellen, die mehr als einmal explodieren oder andere lustige Sachen machen. Reinster Chemie-Nerdism at it’s best.

Unser Chemielehrer hieß damals Dr. K. Super Typ, wussten wir damals nur nicht, weil: das war der strengste von allen. Als wir ihn zum erstenmal hatten, saßen wir so da und plapperten, als er den Raum betrat. Dann plapperten wir weiter, aber nicht mehr lange. „Is’ hier jetz’ gleich mal Ruhe, ja?“ donnerte es auf einmal durch den Raum. Mit dem war nicht zu spaßen und wir hielten die Klappe. Ab dem zweiten Unterrichtstag holte er in jeder Stunde drei bis fünf Schüler nach vorne und fragte den Stoff der letzten Stunde ab. Whooohoo! Mit dem machten wir keine Faxen, aber verdammt, was hab’ ich bei dem alles gelernt. Ich weiß heute noch den Aufbau des Auges (Biologie hatte ich auch bei ihm) im Detail mit den Rezeptoren und den Stäbchen und den Zapfen.

Dr. K. führte eines Tages ein Experiment mit irgendeinem Element vor, tröpfelte irgendwas auf ein anderes Irgendwas, woraufhin es auf einmal tierisch knallte und zischte und eine riesige Rauchwolke trieb gegen die Decke. Und mit dem gleichen Organ wie er vorher „Ruhe“ rief, schrie’ er diesmal: „Raus!“ woraufhin wir alles stehen und liegen ließen und nach draußen rannten. Dr. K. kam mit einem Brocken irgendwas und einer Pinpette grinsend hinterhergelaufen und zischte und knallte auf dem Schulhof weiter. So ‘nen Spaß an Chemie hatte ich danach nie wieder. Und Dr. K. war einer der besten Lehrer, die ich jemals hatte.

The Periodic Table of Videos

Und als ich dann heute morgen durch die Stadt fuhr

Und als ich dann heute morgen durch die Stadt fuhr, vorbei an den ganzen altbekannten Fassaden und Häusern aus einem anderen Leben vor mindestens zehn Jahren, mir die Sonne aufs Gesicht schien, musste ich mal wieder feststellen, dass das Leben schon ziemlich geil ist, wenn die Sonne scheint. Dann saß ich am Brunnenrand, blinzelte ins Licht und guckte diesen komischen Bayern beim Aufbau ihres Algäu-Promo-Stands zu. Den Damen guckte ich auf die Hintern, die in Dirndln steckten und die Herren lachte ich aus, weil sie diese komischen Lederhosen trugen. Wissen Bayern eigentlich, wie beknackt sie damit aussehen? Ich denke ja, deshalb sind sie ja so komisch. Jedenfalls kam ich auch da auf die Idee, dass das Leben schon geil ist, wenn die Sonne scheint und man Damen auf den Arsch schauen kann.

Und dann dachte ich an F., den Ex-Kollegen aus einem anderen Leben vor mindestens zehn Jahren. An F., der sich vor drei Jahren die Lichter ausgeknippst hat, weil irgendwas zu weh tat und weil es am Ende wohl doch zu viel Alk und zu viele Pillen waren. An F., der wohl nie mitgekriegt hat, dass Glücklichsein eigentlich nur mit Sonne und Ärschen zu tun hat und der anscheinend nicht kapierte, dass das Leben eine ziemlich tolle Angelegenheit ist, auch wenn es manchmal|oft|selten|whatever ziemlich weh tun kann. Weil man in solchen Momenten (Sonne, Ärsche) dann wieder spürt, wie einfach das sein kann, das mit dem Glück. Und dann hat mein iPod diesen Song (in genau dieser Version) ausgespuckt.

Der hier ist für Dich, F. Du Depp. Gone but not forgotten.


(Youtube Direktrosie)

Coladeckelgummierungspopelei

Eigentlich unfassbar, dass man früher auf’m Schulhof die Gummierung von Colaflaschendeckeln abgepopelt hat, weil da Shakin Stevens oder Nik Kershaw oder Madonna oder weiß der Geier wer drauf war, und diese dämlich billig bedruckte Gummierung pappte man dann auf ein Poster und hängte das in sein Zimmer, das daraufhin auch gleich penetrant nach Coladeckelgummierung stank.

Dafür hasse ich Coca Cola heute ein bißchen. Langfristig haben sie mit ihrer Coladeckelgummierungspopelei bei mir also genau das Gegenteil erreicht. Ich würde dafür die Marketingfachfrau feuern. Aber mich fragt ja keiner.

File under: an was man sich so um 12:30 beim Mittach erinnert. Coladeckelgummierungspopelei ist übrigens ein tolles Wort, glaubt man gar nicht, weil ja Gummi und Popel drin vorkommt. Kann man mal sehen.

Alles wie früher. Fast.

Da trifft man einen, mit dem hat man früher Wände vollgesprüht und hunderte von Blättern vollgemalt. Man hat sich gegenseitig die Tag-Techniken abgeschaut und Styles voneinander kopiert. Musik gemacht, ich vielleicht etwas mehr, als er. Den trifft man also wieder, und alles ist wie früher. Man schwatzt eine, zwei, fünf Minuten über den Kram, den man so macht („Ich mach da mein Studium fertig“ und „Ich bin da und mach Webdesign und sowas“).

Alles wie früher. Fast.

Er hat mit seiner Freundin ein Kind, seit einem Jahr, oder so. Seitdem ist alles anders, meint er. Kann ich nachvollziehen, allerdings: glücklich erscheint er mir nicht. Was weiß ich schon. Als ich erzähle, dass ich ziemlich viel im Internet unterwegs bin und dies und das und gestern noch in Berlin irgendwelchen Quatsch gemacht habe, leuchten kurz seine Augen. Das wäre ja auch mal was gewesen. Berlin. Oder Hamburg. Jedenfalls Großstadt. Aber jetzt…

Es ist vielleicht ein Fluch von unerfülltem Talent, dieses latente Unglück. All die Möglichkeiten und dann die Verpflichtungen. Diese scheiß Verpflichtungen. Diese drei Millionen Türen, die zuknallen und nur diese eine, die sich auftut, wenn dieser Satz fällt: „Ich bin schwanger“. Ein Kind verändert alles, hat er gemeint. Natürlich, hab ich gesagt, ganz so, als ob ich davon irgendeine Ahnung hätte.

Ich hätte gerne Kinder, wenn sich irgendwann mal die richtige Missus Walter einfinden würde. Aber seit vorhin zweifle ich an diesem Vorhaben. Ich weiß nicht, ob ich die Verantwortung will. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob ich dazu bereit bin, die Opfer darzubringen. Ich weiß nur, dass ich vorhin keine wirklich glücklichen Augen gesehen habe, von einem Menschen, von dem ich so etwas als allerletztes erwartet hätte.

Aber was weiß ich schon.

Vapourspace – Gravitational Arch of 10

Wo wir uns hier grade die Techno-Klassiker um die Ohren hauen… 1994 war ich dann auch der Streetparade in Zürich und auf dem anschließenden Rave habe ich die ärgsten Drogenmonster ever gesehen. Ich weiß noch genau, wie die Security am Bühnenrand entlang lief, mit der Taschenlampe den Boden auf der Bühne ableuchtete und über verschlissene Zellophan-Papiere lagen, während Väth neben Hawtin neben Mills Joey Beltram beim Mixen zusahen.

Und dann war es irgendwann zehn Uhr morgens, das Licht ging an und der Deejay spielte diesen Track. Ich krieg jetzt noch Gänsehaut davon.


(Youtube Direktspace)

Über Moby

Ich habe Moby schon live gesehen, da habt ihr Moby noch nichtmal buchstabieren können. Das war auf der Mayday 1993 und schon damals war mir irgendwie klar: der Typ hat eine Idee, die ist auch relativ schick, die malt er dann aber mit einer Riesenportion gepflegter Langeweile bunt aus. Und als er sich dann in Jesus-Pose auf sein Keyboard stellte, während seine „1000 Beats“ „Thousand“ durch die Westfalenhalle röhrten, da hatte ich den Kerl sowieso gefressen.

Go! – Das Twin Peaks-Theme zu House Beats. Schick. Aber zu lang. Und zu gedehnt. Wie Kaugummi. 1000 Beats – ein schicker Technoloop, der immer schneller wird. Genau einmal sensationell, dann nur noch langweilig. Und alles, was danach kam, war noch viel langweiliger. Ein langweiliger Soziologe, der denkt, er hätte mal sowas wie Punk gemacht. Das ist Moby. Langweiliger Soziologie-Techno-Punk-Hop-Mist.

Und deshalb verlinke ich sein neues Video nicht. Sondern das hier:

Verdammt.

(via)

Curling und Ski und Pasta und sowas.

Ffffound mit Bildern von Dark Roasted Blend vollballern und dabei Langlauf schauen, dem wahrscheinlich allerblödesten Wintersport kurz hinter Curling aber noch vor Skispringen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich so gut Skifahren kann, dass ich mich auch auf schwarze Pisten traue? Ich war zwar schon seit fünf Jahren nicht mehr, aber:

Das erste mal „stand“ ich auf Ski mit fantastischen zwei Jahren. Jawohl, ich habe nicht nur mit fünf meine erste AC/DC-Platte samt Plattenspieler bekommen, ich hab auch mit zwei Skifahren gelernt. Ich war schon immer relativ früh. Jedenfalls hockte ich mit zwei Jahren im Rucksack meines Dads und der brauste die Pisten runter. Eine Narbe habe ich heute noch von dem einen Sturz, während dessen er mir den Skistock an die Stirn brezelte. Egal.

Meine ersten eigenen Ski hatte ich mit vier oder fünf oder sechs oder sowas. Jedenfalls waren die noch ziemlich kurz, weshalb ich so alle zwei Jahre neue bekam, wir gingen damals regelmäßig auf einen Campingplatz im Odenwald, samt Skilift. Also, wir gingen nicht samt Skilift campen, sondern wir campten auf einem Platz samt Skilift. Wäre ja auch merkwürdig, so ein Skilift im Auto, mal ganz davon abgesehen, dass der da ja gar nicht reinpasst.

Und weil ich Skifahren eben schon so früh gelernt habe, ist das wie Fahrradfahren. Ich kann zehn Jahre lang nicht auf den Brettern unterwegs gewesen sein, gib mir Wachs und Ski und in zwei Tagen fliege ich den Hang runter, wie die derbste Pistensau ever ein junger Gott. Und warum erinnere ich mich ausgerechnet jetzt an den Typen, der im Schuß direkt in den Wald hineinfuhr und sich das Schlüsselbein beim aprupten Ende der Fahrt an einem Baum broch?

However. Ich geh was essen und zwar ohne Ski. Pasta.

Sauregurkenzeit revisited

Als ich noch in die Grundschule ging, da hatten wir ein Ritual. Und das war: in der großen Pause zum Kiosk rennen, um dort Tütenweise Naschzeug (und das ein oder andere Comic) zu kaufen. Saure Pommes und Colafläschchen, die leckeren, blauen Schlümpfe, die immer furchtbar an den Zähnen kleben blieben, Esspapier und… Saure Gurken. Das waren meine liebsten Gummibärchen, ever! Vor allem die grünen. Und was habe ich damals geschimpft, dass es alle möglichen Gummibärchen in normalen Tüten im Supermarkt gab, nur nicht meine geliebten Sauren Gurken.

Irgendwann wichen dann die Sauren Gurken und die Comics diesen Riesenkugeln, die die Farbe wechselten, wenn man sie lange genug lutschte und dann im Kern dieses ultrasaure Zeugs enthielten, und Matchbox-Autos. Und irgendwann rannten wir gar nicht mehr zum Kiosk, sondern standen lieber cool an der Straße rum und gafften den Mädchen hinterher.

Zurück zu den Gurken: furchtbar neidisch war ich auf meinen Kumpel Joe, der Sohn von Kneipenbesitzern war und deshalb immer Naschzeug gleich Dosenweise bekam. Auch meine Sauren Gurken. Der Arsch. Wahrscheinlich war er deshalb damals mein bester Freund, weil wir uns bei ihm immer tonnenweise mit Süßzeug vollfraßen. Und Pizza bekamen wir auch immer für lau. Ist schon was feines, so ein Kumpel mit Kneipe, aber dass er Saure Gurken bekam, das habe ich ihm nie verziehen.

Eat this, Joe!

Autoscooter-Romantik

Damals™, da flog einmal im Jahr die Wuzz. Da war Kerb. Und wir, wir standen mit den Händen in den Taschen unserer ultracoolen und sauteuren Cosmos-Jacken am Autoscooter, gaben uns High Five und begutachteten die Mädchen in ihren Leggins und der viel zu vielen Schminke im Gesicht, der Kajal so dick aufgetragen, dass er auf die Metallplatten rieselte. So standen wir da und hielten uns echt für die coolsten Typen unter der Sonne.

Abends dann rauchte man im Wohnwagen der Schausteller, von denen man auch die sauteure Cosmos-Jacke für billige 50 Mark bekommen hatte, die wahrscheinlich direkt an der Frankfurter Konstablerwache einem anderen coolen Typen unter Faustandrohung ausgezogen worden war, schwarzen Afghanen aus dicken Bongs und guckte Pornos und ab und zu, da kam auch eins der zu dick geschminkten Mädchen in ihren Leggins mit in den Wohnwagen.

Und wir waren die coolsten Arschgeigen unter der Sonne, die wir in einem Kaff auf den Metallplatten am Rand vom Autoscooter rumstanden, die Besitzer dieses Etablissements kannten und auch mal fünf Runden mit diesen verlängerten Scooter-Chips fuhren, an denen immer und überall ein Fuchsschwanz baumelt. Dann saßen wir breitbeinig, der rechte Arm lässig um die Schultern einer Blondine gelegt, im Autoscooter und fuhren hin und her auf der Kerb in einem 3000-Seelen-Dreckskaff und hielten uns für die Könige der Welt.

Als Romantiker, der ich bin, muss ich sagen: auch wenn das alles die Standardausgabe einer deutschen Vorstadtjugend ist, es war eine geile Zeit. Stuckrad-Barre, die Pfeife, hat einmal gesagt, Romantiker wären die zukünftigen enttäuschten Zyniker. Dieser Schnösel, denn im Gegensatz zu den Nicht-Romantikern, die wahren zynischen Realos, haben wir immerhin noch Träume, die erfüllt werden können. Und wenn das passiert, dann bin ich wieder 15, habe die Hände in den Taschen meiner Cosmos-Jacke und fühle mich wie die coolste Sau unter der Sonne. Das sollen mir Unromantiker mal nachmachen, die haben leider nur ihren Alltag.

File under: Was Mädchen mit einem anstellen können, die einem morgens in der Straßenbahn lächelnd vielsagende Blicke zuwerfen. Es haut mich immer wieder um.

Drummer, 1978

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Nilzendrummer:

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Eine Prüfung im September

Ich saß im Büro herum und bekam komische E-Mails von Typen, die ich in wenigen Stunden sowieso sehen würde. Ich hatte eine Prüfung in einem Multimedia-Kurs. Director, Lingo-Programmierung und sowas. Die Prüfung hatte ich so gut wie in der Tasche, nur wie gut sie ausfallen würde war fraglich. Deshalb lies ich heute die Arbeit Arbeit sein und lernte noch ein wenig Syntax auswendig, probierte noch ein wenig mit objektorientierter Programmierung herum, Parent, Child, und schließlich war es soweit. Ich verabschiedete mich und fuhr mit dem Zug nach Frankfurt in die Multimedia-Schule.

Dort angekommen warf ich meine Jacke über den Bürostuhl und meinte zu Stefan: „Von mir aus können wir…“ – „Du hast 90 Minuten, insgesamt sind es 50 Fragen, 30 davon Multiple-Choice… alles klar?“ – „Alles kar“

90 Minuten später gab ich knurred die Blätter ab. Eine Frage hatte mir so gar nicht geschmeckt. Wenn es um Videoverarbeitung am Rechner geht bin ich eine Null. Ich hätte mich ja auch wirklich besser vorbereiten können, jetzt hatte ich den Salat und mein Schnitt dürfte damit im Eimer sein. Schöne Scheiße. Es war mittlerweile halb Neun und ich musste noch durch halb Frankfurt fahren und dann mit der S-Bahn nach Hause. Irgendetwas klingelte in meinem Hinterkopf. Was, wusste ich nicht.

Ich trat nach draußen, es war angenehm für die Jahreszeit, nur ein Lüftchen wehte um die Nase. Ich stellte den Kragen meiner Jacke nach oben und ging zur Haltestelle. In der S-Bahn war keine Sau. Nur ein paar windige Gestalten lümmelten sich irgendwo hinten im Abteil. Auf der Straße: keiner. Nirgends. Irgendetwas klingelte in meinem Hinterkopf.

Der Bahnhof war wie ausgestorben, ein paar Obdachlose durchkämmten die Abfalleimer, ein paar vereinzelte Reisende sammelten sich vor den Leinwänden, auf denen die Nachrichten gezeigt wurden, die Kaffeedamen standen in ihren Ständen herum. Etwas klingelte, irgendwo in meinem Hinterkopf, als ich im menschenleeren Zug saß und die Prüfung und Dirk verfluchte, der nicht aufgetaucht war, mit dem ich ein Spiel programmieren wollte beziehungsweise musste und der mir heute Mittag, kurz bevor ich wegmusste, eine komische E-Mail geschickt hatte.

Ein Flugzeug sei ins World Trade Center gekracht hatte er geschrieben.

Ich hatte ihm weder geglaubt noch sonderlich viel Zeit für diesen Quatsch gehabt. Zuhause angekommen sank ich auf die Couch und sah 6 Stunden am Stück fern. Meine Kinnlade stand dabei die ganze Zeit offen.
 
 

Den elften September von Max Goldt kann man hier nachlesen:

Zwei Stunden glotzte ich auf den Bildschirm. Ich war unglaublich durstig, sah mich aber außer Stande, in die Küche zu gehen, um mir etwas zu Trinken zu holen. Immerhin war ich in der Lage, einen nicht sehr guten Satz in mein Notizbuch zu schreiben: „Weltgeschichte kotzt mich gerade an wie eine unangeleinte Kampfqualle.“

(via)

Klasse 1a

Schuljahr 1980/81

Zeugnis für René Walter

Lernentwicklung: René kann fließend fremde Texte erlesen und hat keine Schwierigkeiten beim Wiedergeben von Wortbildern. Das Schriftbild ist klar und gut lesbar. René kann sicher, jedoch langsam, im Zahlenraum bis 20 rechnen.

Ergänzende Beurteilung (z.B. Arbeits- und Lernverhalten, besondere Fähigkeiten und Schwächen, soziales Verhalten…): René arbeitet meist selbständig, benötigt aber manchmal den Zuspruch des Lehrers, um eine Arbeit zu beginnen. Er führt Arbeitsanweisungen meist sachgerecht und sorgfältig aus. Seine Mitarbeit ist nicht immer aktiv, er beweist jedoch bei Rückfragen, daß er den Unterricht passiv verfolgt. René zeigt sich hilfsbereit und rücksichtsvoll.

Die Hausaufgaben werden nicht immer regelmäßig aber sorgfältig erledigt. René ist im künstlerischen Bereich sehr kreativ und erfolgreich.

(inspired by Herm)

Küchenparty

In einer Küche erfuhr ich, dass es tatsächlich Männer gibt, die sich zwecks Lustgewinns Draht in die Harnröhre einführen.

Diesen Satz muss man einfach mal eine Weile auf sich wirken lassen, ich war damals auch zunächst einmal, sagen wir: etwas perplex. Man muss aber auch zugeben: dieser Satz ist ein absoluter Knaller von einer Einleitung. Ab jetzt geht es steil abwärts, denn auf derselben Küchenparty betrank ich mich mit zwei Gläsern Rotwein und einem halben Bier dermaßen, dass ich prompt die Kulinarien des Tages gegen die Klotür spieh. Von außen wohlgemerkt. Und so schleppte ich mich nach diesem Malheur auf die Couch und schlief wie ein vollgekotzter Toter bis zum nächsten Tag, an dem ich mich unter unsäglichen Kopfschmerzen nach Hause schleppte. Mein Verhältnis zum Roten ist seit dem einigermaßen gespannt.

Warum sich Küchen zum Mittelpunkt jeder Party entwickeln könnte auch mal einer soziologisch eingehender betrachten. Hat warscheinlich auch schon irgendein spitzbübischer Soziologe bereits getan, aber zur Recherche bin ich nicht aufgelegt, will sagen: zu faul. Ich bin Blogger. Ich darf das. Und deshalb sauge ich mir einfach mal aus den Fingern: in Küchen steht im allgemeinen der Kühlschrank und in diesem ist in den allermeisten Fällen das Bier aufbewahrt. Es ziemt sich also für den gestandenen Partygänger, sich in der Nähe desselben aufzuhalten. Vielleicht ist es in einer Küche aber auch einfach nur nicht ganz so laut.

In einem Ofen buken wir, die coolen, biertrinkenden Partyküchengäste, einmal Bananenschalen, weil es gerüchteweise hies, die Dinger würden gebacken kicken wie Shit. Taten sie aber nicht und auch die Legende von haluzinogener Muskatnuss kann ich leider in keiner Weise bestätigen. Dann doch lieber harte Drogen. Da weiß man, was man hat. Was ich nicht hatte, weiß ich aber auch: Sex auf dem Küchentisch war mir bisher leider nicht vergönnt, was unter Umständen mit der Tatsache zu tun haben könnte, dass mein bisheriges Beziehungsgefecht mit dem anderen Geschlecht mit dem Wort „langfristig“ eher unzureichend beschrieben wäre.

Ich werde mir den Küchentisch als Option auf die Kopulationsverrichtelokalität freihalten, versprochen. Der Küchenboden täte es übrigens auch. Solange ich mir dafür keinen Draht in die Harnröhre einführen muss.

Damalsâ„¢ (IV)


(Youtube Direkttwilight)

Damalsâ„¢ (III)


(Youtube Direktsciencefiction)

Damalsâ„¢ (II)


(Youtube Direktphantastischerfilm)

Damalsâ„¢ (I)


(Youtube Direktwesternvongestern)

Von Vorbildern und anderen Affektiertheiten

Vor Jahren arbeitete ich in einem grafischen Atelier einer Tageszeitung, und dort hatte ich Kollegen, derer zwei genau den Menschentypen entsprechen, mit denen ich sofort klarkommen und den ich sofort bis aufs Blut hasse.

K. stellte sich auch schon mal auf den Tisch und erzählte Witze darüber, wie er während seiner Ausbildung Milch trinken musste, um die Bleivergiftung loszuwerden oder wie sie über eine Absperrung linsten um einen Blick auf die Mädchen zu erhaschen. Er war auch so ein Typ, der sich mit seinem Gefolge und Klappstühlen einfach auf die Straße setzte, einen Grill in der Mitte und genug Bier. Wenn dann ein Auto kam, blieb dem Fahrer nichts weiter übrig, als umzudrehen. Gesperrt. Du kommst hier nicht durch. K. ging mit Rentnern Apfelbäume schneiden, weil die die dreckisten Witze kannten. K. hatte ein selbstgemachtes Buch mit 500 selbstbemalten Seiten. Er hatte sich alles selbst beigebracht.

B. hatte zwei große Vorteile, ansonsten war sie einfach nur blond. Sie stand auf gutes Benehmen. Bezeichnend ist, dass mir zu ihr nicht mehr einfällt. Echt nicht. Sie hatte keinerlei besonderen Eigenschaften außer ihrer Affektiertheit. Sie passte wunderbar ins Unternehmen.

Als ich mich mit K. von seinem selbstgekelterten Apfelwein betrank, erzählten er mir, wie sehr er B. verachtete. Wir hatten schon verdammt viel gemeinsam.

Apiophobiker

Die Apiophobie ist die Angst vor Bienen. Wenn ich eins dieser nützlichen, emsigen, fleißigen Viecher heransummen sehe, werde ich steif wie ein Stock und rühre mich nicht mehr. Ich weiche nur noch aus und renne ein paar Schritte. Leider haben die Viecher die lästige Angewohnheit, einem zu folgen und deshalb sieht man im Sommer öfter Apiophobiker steckensteif durch die Straßen rennen. Spheksophobiker bin ich noch dazu. Das ist nämlich die Angst vor Wespen und die sind kein Stück besser.

Bienenstiche sind kein Spaß. Als Kind bin ich in Scherben getreten, in Hundekacke und in Bienen und eine Wespe. Die Wespe hat mit Abstand am meisten weh getan und ich bin mit verkniffenem Gesicht zurück nach Hause gehumpelt. Aber das war ein Scheißdreck gegen das, was mir die schwarzgelben Viecher noch einbrocken sollten.

Bekanntermaßen sind genau die Regionen des Körpers besonders schmerzempfindlich, die recht geschützt gelegen und nicht den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt sind. Die Achseln zum Beispiel. Die Kniekehle. Solche Sachen. Nun begab es sich in einem Sommer vor ungefähr 25 Jahren – ein scheiß komplettes Vierteljahrhundert… jetzt fühle ich mich so… alt! -, da war Klein-René draußen spielen. Mit Tina und ein paar anderen, deren Name ich vergessen habe. Den Namen von Tina weiß ich deshalb noch, weil sie ein paar Jahre älter war und einen Busen hatte, der jeder Beschreibung spottet. Ich sage nur Kürbisklasse. Echte Melonen.

Wir diskutierten grade, ob ich ein Vampir oder Dracula höchstselbst sei, weil meine Eckzähne (auch heute noch) bemerkenswert lang geraten sind. Also redeten wir hin und zurück darüber, dass ich doch lieber ein Werwolf wäre, woraufhin Tina meinte, dazu müssten aber meine unteren Eckzähne außergewöhnlich lang sein, was sie nicht sind. Beleidigt stampfte ich auf: „Ich will aber kein scheiß Vampir sein“ maulte ich rum, als ich ein Brummen und ein seltsames Gefühl in meinem Ohr wahrnahm. Gemäß der Logik, das könne ja nur Ohrenpopel sein, visierte ich in sekundenschnelle mit dem Zeigefinger meine Ohrmuschel an, fuhr hinein, um mit einem beherzten Schlenker das gelbe Gedöns herauszupulen als die Kackbiene zustach.

Ins Ohr.
So richtig tief innen drin.
Was hab ich geschrien.

Ich wusste nur: da zuckt was in deinem Ohr. Das lebt. Und es beisst. Und dann schrie ich noch mehr und rannte nach Hause. So schnell war ich vorher und nachher nie wieder.

Meine Eltern schafften es schließlich mit einem Stemmeisen meine Hand von meinem roten, malträtierten Ohr zu entfernen, das mittlerweile tote Viech mit einer Pinzette herauszupulen und hernach den Stachel zu entfernen. Geschwollen war nix und hören kann ich heute auch noch sehr gut.

Aber wenn mir eins von den Mistviechern zu nahe kommt, dann geht mir der Arsch auf Grundeis. Denn es gibt noch so viele tolle Popsongs zu hören, da kommt mir keine Maja dazwischen. Garantiert nicht. Und deshalb bin ich mit Fug und Recht und Stolz Apiophobiker. Vielleicht sollte ich mir ein T-Shirt drucken.

Ich weiß schon jetzt, dass die Kommentare garantiert eher von Melonen und Kürbissen handeln werden, als von Bienen. Der Mensch an sich ist so – berechenbar!

Das Kaff und ich

Und dann geht man ausnahmsweise durch die Teile des Kaffs, durch die man schon jahrelang nicht mehr gelaufen ist, weil die Wege im Laufe der Zeit standardisiert und ins Leben gebrannt sind, und man stellt fest…

Das Anglergesch?§ft, in dem man als Zw??lfj?§hriger Maden gekauft hat, mit denen man die handtellergro?üen Spinnen unter den Kanaldeckeln gef?ºttert hat, nur um sie zu sehen und als sie dann auf acht Beinen aus ihrem Versteck gekrochen kamen, tat man schreiend einen Satz r?ºckw?§rts. Die Eingangst?ºr ist zugemauert und es schauen Menschen Fernseher darin.

Das Blumengesch?§ft, in dem man vor zehntausend Jahren Blumen am Muttertag, wie immer in allerletzter Sekunde, gekauft hat, steht leer, die Roll?§den sind schief heruntergelassen, der Verputz br??kelt und man fragt sich, wie lange schon.

In dem Haus, in dem man C. mit der geilen Schwester die C64-Basics beigebracht hat, w?§hrend man zum Spiegel im Flur lienste, um einen Blick auf die Haare und die tolle Figur und die blauen blauen Augen dieses M?§dchens zu werfen, in diesem Haus wohnen Fremde.

Das Kaff ist mir fremd geworden mit der Zeit. Wir haben gute und schlechte Dinge miteinander erlebt, Wolfskehlen hat mein Blut geschmeckt und ich seines. Auf seinem Asphalt habe ich gelegen und geliebt und geblutet. Aber ich werde nicht mehr allzulange hier sein. Das merke ich, wo ich so durch die Gassen laufe und die grauen Wolken im Sommer ?ºber den D?§chern h?§ngen. Deine Erdbeerfelder werde ich am meisten vermissen.

Die befreiendste Blasenentleerung meines Lebens

Ein Kumpel meinte mal, wenn man so richtig pissen muss und es dann – endlich – laufen lassen kann, das w?§re besser als Sex. Ich bin geneigt, dem zuzustimmen, wenn ich auch anf?ºgen muss: guter Sex hat auch viel mit der Frau zu tun, die da unter einem oder auf einem liegt. Ganz so pauschal m??chte ich das also nicht stehen lassen. Dennoch: so richtig pissen, dass ist schon extrem befreiend, wenn der Urinbeutel mal so richtig gef?ºllt ist.

Eines Abends vor ein paar Jahren zogen wir durch die Stadt. Wir lie?üen es uns richtig gut gehen, gingen nicht fein, daf?ºr aber gut essen, tranken dazu ein paar Bier. Danach landeten wir auf einer Feier, wo wir weitertranken, noch mehr lachten und schlie?ülich beschlossen, in einem nahegelegenen Club ein wenig rumzuh?ºpfen. Und ein paar Bier zu trinken, versteht sich. Am Ende der Sause hatte ich sicherlich 15 Biere getrunken und auch ein paar Gl?§ser Wein. ?úber den ganzen Abend verteilt l?§sst sich das machen und die Biere waren vor allem kleine.

Mit 15 Bieren im Blut sollte man allerdings kein Auto mehr fahren und so stand ich um 5 Uhr morgens etwas ratlos auf der Stra?üe und musste irgendwo unterkommen. Was f?ºr ein Gl?ºck: ein Bekannter wohnte gleich um die Ecke und ich k??nne in seinem WG-Zimmer doch gerne auf der Couch n?§chtigen. R?ºlpsend nahm ich dankend an, fl?§zte mich schon wenig sp?§ter in Klamotten auf die Couch und entschlummerte in nur wenigen Millisekunden.

Nun ist es ja so: wenn man 15 Biere und ein paar Gl?§ser Wein getrunken hat, dann f?ºllt sich das biologische Urinsammelbecken in nur wenigen Stunden mit mehreren Litern gefiltertes Altbier. Als ich mit Kopfschmerzen aufwachte und einen fast schmerzhaften Druck auf der Blase versp?ºrte, waren das ungef?§hr 42 gef?ºhlte Liter gefiltertes Altbier, so als h?§tte die Pfungst?§dter Privatbrauerei ihre komplette Jahresproduktion auf einmal in meine kleine Blase gef?ºllt.

Da hilft nur eins: Pissen. Aber richtig.

Das Problem: ich hatte keine Ahnung, wo sich die stille ?ñrtlichkeit dieser Wohngemeinschaft befand. Weiteres Problem: diese Wohngemeinschaft bestand aus 5 Menschen, war also entsprechend gro?ü. Und so taumelte ich mit zusammengepetzten Beinen durch die Wohnung, machte diverse T?ºren auf, in denen Leute schnarchten oder aus denen mir g?§hnende Leere entgegenfiel. Schlie?ülich stand ich in der K?ºche, der Druck wurde immer gr???üer, ich platzte aus allen N?§hten und meine Kontinenz hielt vielleicht noch 5 Sekunden. Kein Klo weit und breit. Daf?ºr aber eine Balkont?ºr.

Ich fackelte nicht lange, noch 2 Sekunden bis zur anstehenden Inkontinenz, riss ich die Balkont?ºr auf, sprang auf den Balkon, fuchtelte meine Hose runter ohne sie aufzumachen – die So?üe lief derweil schon -, und lies laufen. Ich pisste in einem weiten, harten Strahl wie ein warmer Monsunregen. Mein gelber Urin ergo?ü sich in wahren Sturzb?§chen 4 Stockwerke runter auf die Bl?§tter eines Baumes in einem Innenhof eines Wohnhauses in Darmstadt. Ich schrieb meinen Namen in die Luft, es muss Stunden gedauert haben. Kurze Zeit sp?§ter musste man die Feuerwehr rufen, weil es dabei einige Keller ?ºberflutet hatte. Und der Sound, Kinder, der Sound war fantastisch!

Das war der befreindste Piss meines Lebens und in der WG war ich seit damals nie wieder zu Gast.

Die tote, ländliche Hose

Es ist mal an der Zeit, ein bestimmtes Vorurteil mal so ganz und gar zu bestätigen. In Ortschaften mit weniger als 5000 Einwohnern ist abends nur sehr begrenzt was los und das sogar am Wochenende. Natürlich kann man in die zahlreich vorhandenen Gaststätten einkehren und ein gepflegtes Bier trinken. Oder auch zehn. Aber einem Konzert von, sagen wir mal, den Kooks würde ich das nicht vorziehen. Ganz im Gegensatz zu einem Konzert von, sagen wir mal, Tony Marshall.

Tony Marshall nämlich, der absolvierte mal einen Auftritt in unserem Kaff und wir planten, uns mit Tomaten und Eiern zu bewaffnen und einen musikterroristischen Anschlag auszuführen. Stattdessen haben wir uns zugedröhnt und Tony Marshall kam zum Unglück der gesamten Republik ungeschoren davon. Ich bereue alles und gelobe Besserung, etwa beim nächsten Dings mit DJ Ötzi oder Xavier Naidoo. Versprochen!

Mir ist nichts peinlich.

Mit elf hörte ich die Scorpions. Mit zwölf hörte ich A-Ha. Mit Dreizehn Bellinda Carlisle. Mit Vierzehn irgendwas anderes schlimmes. Und all das, obwohl ich mit fünf Jahren meinen ersten Plattenspieler inklusive AC/DCs „Back in Black“ geschenkt bekam. Zu konstatieren, dass da irgendwas zwischen fünf und elf Jahren auf dem Weg verloren ging, ist korrekt, aber unfair. Schließlich hat jeder von Euch ein dunkles musikalisches Kapitel im Keller. Ach verdammt, ich habe sogar Sandra gehört. Maria Magdalena und sowas. Steinigt ihn!

Aber niemals, nie nie nie Alphaville oder die Fine Young Cannibals. Und nein, die Erfinder des Schrott-Pop Modern Talking waren mir auch von Anbeginn zuwieder. So dermaßen zuwieder, dass ich, als ich einmal eine Platte von ihnen in einem Gewinnspiel in einem Songtexte-Heft in DIN A6 gewann – die Dinger waren damalsâ„¢ furchtbar modern, raus auf die Straße ging und sie anzündete. Vinyl brennt ziemlich geil und spuckt brennende schwarze Fäden auf den Asphalt.


(Youtube Direkthurricane)

Übrigens ist es ein reiner Zufall, dass der neue Guns’n'Roses-Song „Chinese Democracy“ anfangs genau wie „Rock you like a Hurricane“ klingt und hat mit diesem Posting soviel zu tun, wie ein Sack Reis mit Paradies-Städten in Terminator 2. (via)

Herleitung von Blogidentität anhand von “Fight Club”

Du denkst, schreibst und verlinkst wie Tyler Durden. In Wahrheit bist Du aber nur Edward Norton.

Naturbursch Inc.

Als Kind war ich sehr oft draußen. Also, richtig draußen. Denn ich bin kein Stadtkind muss man wissen. Geboren wurde ich in Darmstadt und ich kann das Kichern der Nicht-Hessen bis hier hin hören, also haltet die Klappe. Und wer das erste mal „Arschgeburt“ schreibt, zieht sich einen blauen Oberarm auf der Re:publica zu. Versprochen.

Jedenfalls ist Darmstadt entgegen dem, was der Namenszusatz „-stadt“ suggerieren möchte, durchaus provinziell. Und doch: es kommt noch ärger für den großstädtisch geprägten Leser. Ich wohnte in einem Kaff namens Weiterstadt. Dort sogar außerhalb. So hieß damals tatsächlich die Straße. Außerhalb. 24. Das lag direkt an einem Waldstück und verdammt, was hatten wir da unseren Spaß, bis sich jemand mal den Jux machte, uns zu erzählen, dass sich in diesem Waldstück mal einer erhängt hätte. Ab diesem Zeitpunkt fuhren wir mit unseren 10 Mark-Rädern nur noch auf der Hauptstraße rum. Das war zwar exponentiell gefährlicher, dafür aber immerhin nicht verwunschen.

Früher fuhren wir auch regelmäßig zum Campen. Regelmäßig heißt, ich verbrachte jedes Wochenende im Winter auf der Neuenkirchner Höhe im Odenwald oder im Sommer in Biebesheim am Rhein und was soll ich sagen: wer meiner Leser Kinder hat, der sollte sich ernsthaft die Anschaffung einer Wohnwagens überlegen, denn den allergrößten Spaß hatte ich mit vier Jahren auf Ski im Odenwald und mit sieben Jahren, als wir mit Stöcken bewaffnet wilde Brombeeren pflückten, mit Kanus den Rhein runterpaddelten oder die Sumpfgebiete hinter dem Campingplatz erforschten.

Dieselbe Zeit hat mir übrigens eine massive Spinnenphobie eingebracht, denn es geht nichts darüber, morgens in einem Zelt aufzuwachen mit einer fetten Spinne im Gesicht. Das prägt für Jahre. Wenn ich heute eine Spinne sehe, renne ich erstmal 10 Meter weit weg um dann mit Anlauf das arme Viech unter meinen Schuhsohlen zu zermantschen und das, obwohl die arme Spinne ja gar nix dafür kann, dass sich damals irgendein achtbeiniger Artgenosse ausgerechnet mein Gesicht für seine Morgentoilette ausgesucht hat.

Ich bin also halb aufgewachsen, draußen, wo man sich schonma…

EBEN GRADE IST EINE SPINNE AUF DEM BODEN ENTLANGERANNT! KEIN SCHEISS! Diesmal war es mein Osterkorb, der so neben der Couch rumstand, den ich auf das Vieh geschmissen und es danach mit einem Stück Papier vom Fußboden gekratzt habe, mein Puls ist auf 374 und das ist wirklich – ungelogen! – wahr. Wo war ich?

Ich bin also halb aufgewachsen, draußen, wo man sich schonmal ein paar Schrammen holt oder in einen Busch Brennnesseln fällt. Das tut weh, sag ich. Wobei mir einfällt, dass Brennnesseln nur dann brennen, wenn man sie langsam berührt. Tatscht man die Dinger schnell und grob an, dann tun die einem gar nix. Und wo ich hiermit hinwill, weiß ich auch nicht. Vielleicht dahin, dass ich immer schmunzeln muss, wenn mir ein Großstädter von seinem Outdoor-Urlaub erzählt und wie geil anstrengend das war. Da denke ich nur daran, wie wir mit Schlitten den halben Odenwald runtergerodelt sind und nicht daran gedacht hatten, wie wir zurückkommen sollten und schließlich 3 Stunden den Berg rauf zurück zum Campingplatz latschen mussten. Outdoorurlaub my Ass: DAS war anstrengend.

Murmeln.

Spielen Kinder heutzutage eigentlich noch mit Murmeln?

Ich hatte jede Menge davon und habe keine einzige verschluckt. Auf Kinder, die Marmor-Murmeln hatten, war ich immer furchtbar neidisch und war sehr stolz, wenn ich ihnen beim Murmel-Spielen welche abluchsen konnte. Und “Murmel” ist ein ziemlich komisches Wort.

Rage

Meine Kindheit, scheiße, sie begann nicht besonders prickelnd. Mit eineinhalb Jahren kam ich für 3 Monate zu einer Pflegefamilie, aus was für Gründen auch immer, ich will sie nicht wissen. Danach landete ich bei den Menschen, die ich ab dem Moment, ab dem ich reden konnte, meine Eltern nannte.

Ich war schon immer kleiner als alle anderen. Ich war nie der Kleinste, aber ich gehörte dazu, zur Riege der Kleineren. So bin ich gewachsen, so ist es gut. Ich war nie besonders kränklich, dafür aber hatte ich schon als Kind einen Bauchansatz und Angst vor meinem Vater. Ein herrschsüchtiger Tyrann, nicht gewalttätig, aber groß und bärtig und schlimm genug. Erst spät konnte ich ihm die Stirn bieten, und die biete ich ihm seitdem. Bis heute.

In der Pubertät bestand ich ausschließlich aus Pickeln, weshalb ich viel las und viel sah und keine Weiber hatte. Ich sah, neben Filmen, Wichser, die mich fertigmachen wollten, “Freunde”, die mir das Knie in die Eier rammten und “Feinde”, die mir gute Bücher nahebrachten. Im Alter von 12 sind das Romane von Stephen King. Ich weidete mich an Carries Rachefeldzug durch ihre Schule und stellte mir jedes einzelne Arschloch dabei vor, wie ich es alleine mit der Kraft meiner Gedanken zu Klump machte. So ist das. Willkommen in meinem Leben.

Als zwölfjährige Schülerin hat man es übrigens im Sommer nicht leicht. Wir hingen wie Weintrauben an den Weibern mit den dicksten Brüsten (jawohl, mit 12) im Schwimmbecken. Sie war die Frucht, wir hingen daran und jeder versuchte, seine Hand, und sei es nur für eine Sekunde, um ihr Fleisch zu legen. Als zwölfjährige hat man es im Sommer nicht leicht, wenn man zwölf und vorreif ist und mir gelang es immerhin ein paar mal, meine Hand um ihre Brust zu legen. Wir waren eklig, wir waren Jungs, und ich war einer der kleinsten und bekam bei jeder Gelegenheit eine Breitseite ab. In diesem Alter lernte ich, was ein Arschloch ist.

Ich wurde 16, hatte mitterweile mal mit einer geknutscht, die sich dem wandelnden Pickel erbarmte, dem schonmal einer auf der Nase wuchs. Und ich rede nicht von kleinen Pickelchen, ich rede von Hubeln, so groß wie die Daumenkuppe, von Geschwüren, von Exzemen. Ich hatte keine leichte Jugend und hörte den Ausruf “Ihhh” mehr als einmal, als ich den Schulbus betrat. Schließlich wuchsen mir Haare, nicht nur am Sack, da aber zuerst. Haare wuchsen mir überall und es ist leichter, die Stellen zu beschreiben, wo sie nicht wuchsen: an meiner Handflache, an der Fußsohle, auf Teilen des Rückens und an den Standard-Gesichtsstellen. Der Rest ist bis heute haarig. Keine Gute Vorraussetzung für Sex in den Neunzigern, dem Jahrzehnt, das sich vor allem dadurch auszeichnet, unbehaart und glatt zu sein. Immerhin, ein paar mal habe ich sie rumgekriegt.

Ich habe gelernt, dass nicht alle Frauen auf Haare mit Abscheu reagieren. Nichtmal die Schönsten. Aber den Spruch, ich sähe aus, wie eine Spinne, den musste ich mir schon mehr als einmal anhören. Immerhin: ich hab sie trotzdem mehr als einmal gefickt.

Ich habe meine Großmutter zuhause sterben sehen, nachdem sie meine Mutter mit Schimpfworten überhäufte und ich nicht anders konnte: ich war froh, als sie tot war. Meine Mutter hat trotzdem mit dem Trinken angefangen, da konnte der Tod meiner Oma leider auch nix dran ändern. Seit dem betrinkt sich meine Mutter alle zwei Monate ins Koma und kotzt ihre Wohnung voll.

Schließlich landete ich, nachdem ich meine Schule geschmissen hatte, auf der Straße und lernte die Menschen kennen, die mir alles beibrachten. Wann man zugreift. Das Kiffen. Wann man zuschlägt. Wann man es bleibenläßt. Das Trinken. Ich lernte, dass man zunächst den Schmerz begreifen muss, der das Leben ist, um wirklich zu leben. Ich lernte, dass das Leben eine ganze Menge, fuck, eine ganze Wagenladung voller: Schmerz ist, durchsetzt von einigen der klaren Momente, in denen man erkennt, wovon alles handelt. Warum alles lebt. Und warum es schön ist. Der Kontrast ist es, der uns sehen lässt.

Ich habe danach die Schule mit Auszeichnung bestanden, meine Ausbildung ebenso, weil ich es konnte und weil es mir ganz einfach sowas von leicht fiel. Ich wurde gefeuert, weil ich rebelliert habe gegen verstaubte Zeitungshierarchien und wurde eingestellt, weil ich gut war. Ich habe Frauen gefickt, die aussahen wie Brooke Shields.

Meine Wut ist mein wunder Punkt, ist die Narbe, die nie verheilt und die Stelle in mir, die mich unverwundbar macht. Aus meiner Wut beziehe ich Kraft, Tränen und Talent. Meine Wut ist nicht gespielt, denn ihre Wurzeln schlagen in genau dem Morast, den andere nie kennenlernen werden. Meine Wut liegt tief vergraben unter dem Schutt der Vergangenheit. Ich bin durch die Scheiße gewatet und habe in Blut gebadet. Ich habe Dinge gesehen, die andere niemals sehen oder verstehen werden. Ich habe Dinge erlebt, an denen manche zugrunde gegangen wären.

Meine Wut spuckt und furzt und stinkt. Es ist ganz egal, wohin ich abbiege, meine Wut kommt mit mir. Denn Sie ist mein bester Freund und sie ist mein größter Feind. Und von alledem hast Du keine Ahnung. Das bin ich. Das ist mein Leben. Und es ist gut so.

Und davon hast Du: keine Ahnung!

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