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Bundesverfassungsgericht kippt die Vorratsdatenspeicherung

Wofür ich in den vergangenen Jahren ein paar mal auf die Straße gegangen bin, hat das Bundesverfassungsgericht heute bestätigt: Die Vorratsdatenspeicherung ist verfassungswidrig und in dieser Form sofort zu stoppen, die bisher gespeicherten Daten sofort zu löschen. Yay!

Aber: Die Betonung liegt auf „in dieser Form“, das BVG lässt Raum für eine Neugestaltung des Gesetzes und stellt die Speicherung als solches nicht in Frage. Dies ist also maximal ein Teilsieg.

Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wird aus Sicht der Verfassungsrichter nicht gewahrt. Außerdem mangele es an einer Sicherheit für die Daten und es gebe keine konkreten Angaben, wofür die Daten gebraucht werden sollen. Ferner kritisierten die Richter eine mangelnde Transparenz des Gesetzes.

Das Karlsruher Urteil schließt eine Speicherung der Daten jedoch nicht generell aus.

Meldung auf heise.de: Karlsruhe kippt Vorratsdatenspeicherung, Hier das Live-Blogging auf Netzpolitik zur Urteilsverkündung, hier die Pressemitteilung vom BVG (via Spreeblick)

Polizeigewalt auf der „Freiheit statt Angst“-Demo, meine Bilder (UPDATE)

Ich habe grade meine Bilder von der „Freiheit statt Angst“-Demo bei Flickr hochgeladen. Am Rande der Veranstaltung haben Polizisten auf einen meines Erachtens friedlichen Demonstranten eingeprügelt. Das Video wurde auf Youtube bereits mehrfach gepostet, hier, hier und hier und hier der Link zum AVI: http://ccc.mirrors.as250.net/fsa09-043-small.avi, ich habe unten die Vimeo-Version eingebunden, hier werden online Beweismittel gesammelt und hier gibt es ein „Fahndungsplakat“. Zeugen melden sich bitte bei mail at ccc.de, aus dem Infotext:

Dieses Video von der FSA09 ist dem CCC zugesteckt worden. Hintergrund ist, dass der Fahrradfahrer im blauen Hemd Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstatten wollte, weil der einen Freund von ihm unter unfreundlichen Umständen (”aggro-zecke trifft aggro-polizist”) festgesetzt wurde.

In dem Video sieht man, wie die Polizisten gegen ihn und diverse unschuldige Passanten handgreiflich werden.


(Vimeo Direktgewalt, via Spreeblick)

[update] Hier ein Video, das den Herrn im blauen Shirt zeigt, wie er ein paar Minuten oder Sekunden vor dem Übergriff bereits von den Einsatzkräften herumgeschubst wird.


(Youtube Direktblue, via Fefe)

Ich saß während des Gerangels mit Princo ein paar Meter entfernt, habe aber leider keine Details festhalten können. Aber man konnte die Schläge bis zum Restaurant über eine Entfernung von rund 20 Metern hören, in dem wir grade ein paar Demo-Abschlußbiere tranken. Hier mein Shot der Aktion, auf dem man leider nicht wirklich etwas erkennen kann:

Insgesamt blieb die Demo aber sehr friedlich, von ein paar kleineren Tumulten am Rande gegen Ende und obiger Aktion mal abgesehen, außer, dass ich mir bei einer verunglückten Kletteraktion beinahe den Daumen gebrochen hätte.

Als der Zug am Holocaust Mahnmal vorbeikam, dachte sich der supersportliche René nämlich, er könnte mal flugs auf eines der etwas höheren Dinger klettern (und bei aller Selbstüberschätzung: das Ding war nun nicht wirklich hoch), was natürlich schiefging, ich mich auf dem Ding auf den Boden legte und mich so abfing, wie man das nicht tut: Mit dem Daumen nach innen. Ich schaute da nur drauf und dachte, jeden Moment knackt das. Tat’s aber nicht und jetzt isser nur verstaucht. Is’ ja auch was.

Mit lädiertem Daumen bin ich dann jedenfalls meistens beim Wagen der Piraten mitgelatscht, weil die statt des dämlichen Zensursula-Songs lieber die Loveparade wieder auferstehen ließen und alleine für die Tatsache gewählt werden sollten, dass sie Ramirez’ „La Musica Tremenda“ (YT) in irgendeinem Remix spielten und bei Josh Winks „Higher State of Consciousness“ (YT) war die Zeitreise dann abgeschlossen und es war 1996.

Hier zwei Videos der Berichterstattung der Abendschau und Tagesschau:


(Youtube Direktdemo, via Netzpolitik)


(Youtube Direktfreiheit)

Und hier noch die Pressemitteilung des AK Vorrat von gestern abend:

“Freiheit statt Angst” Demonstration ein voller Erfolg.

* Insgesamt 25.000 Bürger protestierten gegen den Überwachungswahn
* “Freiheit statt Angst” Demonstration ein voller Erfolg

Mit dem Reggaesong “Wir sind mehr – wir sind viele” der Band Mono & Nikitaman wurden die Teilnehmer der heutigen Demonstration gegen den Datenwahn nach zweistündigem Marsch durch die Mitte Berlins gegen 18.15 Uhr am Potsdamer Platz empfangen.

Die Veranstalter, ein Bündnis von 167 Organisationen aus beinahe allen gesellschaftlichen Gruppen, werteten die Demonstration als “vollen Erfolg”, der um so höher zu bewerten sei, weil eine Woche nach der Antiatomdemonstration abermals so viele Menschen mobilisiert werden konnten. “Das zeigt uns, dass die Menschen keinesfalls politikverdrossen sind – sie haben nur kein Vertrauen in die herrschende Politik”, bekräftigt Rena Tangens vom Presseteam des Bündnisses. “Jetzt müssen die neuen Überwachungsgesetze wie die Vorratsdatenspeicherung endlich wieder abgeschafft werden, sowohl national wie auch europaweit.”

“Eine Politik die uns, die Bürger dieses Landes, in erster Linie als potenzielle Terroristen, Kinderschänder oder Amokläufer sieht, zerstört die Grundlagen unserer Demokratie”, sagte Franziska Heine auf der Abschlußkundgebung. Heine initiierte im Frühjahr dieses Jahres die Onlinepetition gegen Netzsperren an den Bundestag.

Zum Thema Schuldateien sagte Schülervertreter Vito Dabisch, diese seien ein weiteres Beispiel für die Datensammelwut: “Ich will nicht, dass in der Datei gespeichert wird, ob ich geschwänzt habe.”

Auch die elektronische Gesundheitskarte war Thema der Veranstaltung. Dazu sagte Silke Lüder vom Aktionsbündnis gegen die E-Card: “In diesem Jahr soll diese Karte eingeführt werden, gegen alle Widerstände von Bürgern und Ärzten.” Die neue Karte sei der große Schlüssel für ein gigantisches Computernetzwerk, “dem sich zwangsweise alle Arztpraxen, Krankenhäuser, Zahnärzte, Apotheken, Psychologen und Massagepraxen anschließen müssen”.

[update] Schönes Bild von Claudia Roth giving the Finger auf heise: Zehntausende auf Datenschutz-Großdemo in Berlin

claudia

Morgen: Freiheit statt Angst-Demo plus Mindestlohn-Flashmob (UPDATE)

Hier nochmal ein Reminder: Morgen findet die Großdemo „Freiheit statt Angst“ statt, Treffpunkt 15 Uhr am Potsdamer Platz, Snip aus der Pressemitteilung:

freiheitstattangst

“Stoppt den Überwachungswahn!” lautet der Schlachtruf eines Bündnisses von über 160 Organisationen im gemeinsamen Aufruf zur Großdemonstration “Freiheit statt Angst”. Nur 15 Tage, bevor Millionen von Bürgern über die Politik der kommenden vier Jahre abstimmen werden, wird ein gigantischer Demonstrationszug durch die Bundeshauptstadt Berlin ziehen und von der zukünftigen Regierung eine kenntnisreichere Gestaltung der Kommunikationsgesellschaft fordern. Auch viele Städte im Ausland folgen diesem Ruf: Im Rahmen des internationalen Aktionstages “Freedom not Fear” demonstrieren zeitgleich in Wien, Prag, Stockholm, Helsinki, Guatemala, Buenos Aires und weiteren Städten zahlreiche Menschen ihre Überwachungsverdrossenheit.

Dem Aufruf von über 160 Organisationen folgend, gehen in Berlin am Samstag, dem 12. September 2009 zehntausende für das Recht auf Privatsphäre auf die Straße! “Wir werden Berlin Mitte am Samstag zu einem Ort der Freiheit und einer gelebten Demokratie machen”, so padeluun vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

Die Auftaktkundgebung startet um 15.00 Uhr auf dem Potsdamer Platz (erreichbar mit der U-Bahn-Linie 2). Danach wird der Demonstrationszug durch die Berliner Innenstadt ziehen und in eine Abschlusskundgebung am Potsdamer Platz münden. Unter anderem sprechen Dr. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, der Rechtsanwalt und Publizist Dr. Rolf Gössner und Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft ver.di, zu den Themen Daten- und Arbeitnehmerdatenschutz und Aushöhlung der Grund- und Menschenrechte. Weitere prominente Redner werden die Themen Internetsperren bzw. -zensur, Schülerdatei, staatliche Überwachungsmaßnahmen, Vorratsdatenspeicherung und elektronische Gesundheitskarte thematisieren. Die deutsch-österreichische Dancehall-Gruppe Mono & Nikitaman sowie die Rapperin Schwesta aus Regensburg und der Berliner DJ Tanith begleiten die Demo musikalisch. Ende der Demo ist um 22 Uhr.

Nur eine Stunde vor dem Treffen am Potsi (Udpate von NC-Leser Nico: „Der Flashmob findet übrigens NICHT am Potsdamer Platz statt sondern auf dem Schlossplatz.“) (und überall in Deutschland, Treffpunkte hier) findet genau dort ein Flashmob für Mindestlohn statt, auch dort werde ich sehr wahrscheinlich dabei sein:


(Youtube Direktmindestlohn, via Minds Delight)

Kurz vor der Bundestagswahl, zum deutschlandweiten Mindestlohntag am 12. September, organisieren wir in den unten aufgelisteten Städten den Flashmob “Stimmen für den Mindestlohn”. Ein Flashmob ist eine scheinbar spontane, blitzartige Bildung eines Menschenauflaufs (Mob). Diese kreative Aktionsform ermöglicht uns in kurzer Zeit und mit wenig Aufwand ein sehr starkes Bild in der Öffentlichkeit zu erzeugen, denn “Diese Wahl ist nicht egal!”

Die Teilnahme am Flashmob bedarf keiner weiteren Vorbereitung: Kommt kurz vor 14:00 Uhr zu einem der unten aufgelisteten Treffpunkte und stellt euch Punkt 14:00 Uhr an der aufgestellten Mindestlohn-Wahlurne an – nicht früher. Und bringt eure Freunde mit: Weitersagen!

Mindestlohn 09 Flashmob

[update] Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat nochmal sehr schöne Werbung für die Demo gemacht und Protestaufrufe auf Architektur geworfen.

Mit der Lichtkanone für die Demo werben

Fsa09-goboaktion-uhrenturm

Wahlkampf mit Wolfgang Schäuble

NC-Leser Tommy war auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Herrn Schäuble, hier sein Bericht. Bestätigen kann ich die Story natürlich nicht, aber nach dem unfassbaren Zensursula-Video neulich (nachdem sie meiner Meinung nach diesen Namen mehr als verdient hat) traue ich der Politik ja sowieso alles zu. Naja, tatsächlich traute ich denen schon vorher alles zu, es beschleicht einen nur so ein ganz dummes Gefühl, wenn einem dieses Bauchgefühl von der “dreckigen Politik” an den eigenen Themen ganz konkret bestätigt wird.

Tommy schreibt:

Gestern las ich folgende kurze Pressemitteilung:

“Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Maria Michalk wird Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am Dienstag, dem 25. August 2009, um 19.30 Uhr bei einem öffentlichen Bürgerforum im Saal der Gaststätte „Erbgericht“ in Rammenau zu Fragen der inneren Sicherheit und der Wertegemeinschaft Rede und Antwort stehen. Interessierte Bürger sind dazu eingeladen. (SZ)”

Das kann man sich mal antun, dachte ich mir, sind ja nur 10km von zuhause weg. Gerade bin ich zurück und was soll ich sagen: mich beschleicht eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Angst und “Washastdudennerwartet?”

Es war eigentlich eine Kopie des von der Leyen-Videos von vor paar Tagen: Internet als rechtsfreier Raum (inkl. Kinderpornographie), Vorratsdatenspeicherung ist harmlos und dringend notwendig, SPD hat keine Ahnung und NPD braucht man erstmal nicht verbieten (V-Männer, you know?), Ausländer haben sich zu assimilieren (wenn nicht=>Abschiebung) und Deutschland ist sowieso komplett von Terroristen unterwandert. Besonders schizophren fand ich, dass wir zwar am besten alle unter Sicherheitsverwahrung gestellt werden sollen, auf der anderen Seite jeder Mensch ein Individuum darstellt und damit ein von der SPD gefordertes einheitliches Schulsystem für Deutschland grundverkehrt ist. Leider hatte ich nicht genug Mumm um als fast einziger U30 unter lauter Rentnern und Bauern meine Fragen (Sicherheitspolitik und Internet als rechtsfreier Raum) gleich am Anfang zu stellen. So konnten erstmal Lokalfragen wie Umgehungsstraße oder Verständigungsfragen zur Abwrackprämie, bei denen Schäuble zwar keine Zuständigkeit, aber dafür eine ausufernde Meinung besitzt, thematisiert werden. Als ich dran gewesen wär, musste der Herr Minister leider zurück nach Berlin. *grummel* Aber schon krass zu sehen, wie gnadenlos der seine Sicherheitspolitik fährt, da gibts einfach keine zweite Meinung. Dafür viel Applaus vom CDU-Stammwähler.

Die Piratenpartei wird übrigens nicht verboten, weil Herr Schäuble die nicht für voll nimmt (war tatsächlich die letzte gestellte Publikumsfrage).

(Update: Keine) Totalüberwachung für Englands „Problemfamilien“

Dass England nicht zimperlich ist, was Überwachung angeht, weiß man. Aber selbst für englische Maßstäbe ist das hier unfassbar: Die wollen 20.000 Problemfamilien unter Totalüberwachung stellen, inklusive Kameras in den Wohnungen!

The Children’s Secretary set out £400million plans to put 20,000 problem families under 24-hour CCTV super-vision in their own homes.

They will be monitored to ensure that children attend school, go to bed on time and eat proper meals.

Private security guards will also be sent round to carry out home checks, while parents will be given help to combat drug and alcohol addiction.

Sin bins for worst families (via /.)

[update] Simon schreibt: „Du hast die Schlagzeile aus einem englischen Pendant zur Bild “Zeitung”. Auf der Seite des Telegraph steht nichts von den CCTV Kameras. Die Diskussion bei Reddit ging dahin, dass es sich wohl eher um eine Art Sozialarbeiter handelt, der regelmäßig bei den Familien vorbei schaut bzw. dort sogar eine längere Zeit verbringt. Das sind trotzdem starke Einschnitte, keine Frage, aber dass mit dem CCTV hab ich in den meisten Quellen nicht lesen können.“

[update] Von Metafilter:

Then Mefite FfejL uses Twitter to ask Ed Balls, the minister responsible, if the CCTV aspect of the Express article is accurate.

No, Jeff, it is complete nonsense is Ed Balls’ reply. [...]

Apparently, in very extreme cases families may be moved from their (often state funded) homes to ‘core residential units’ for 24 hour support and supervision, but this is very different from the Express report of the government planning to put “20,000 problem families under 24-hour CCTV supervision”

„Du bist Deutschland“ mahnt „Du bist Terrorist“ (noch nicht) ab

Die Agentur hinter der „Du bist Deutschland“-Kampagne droht dem Produzenten des (von mir nicht sehr gelobten) „Du bist Terrorist“-Video von neulich mit einer Abmahnung. Snip von Netzpolitik:

Absender der Ankündigung war die Agentur KemperTrautmann, die hinter der Kampagne “Du bist Deutschland” steckt. Lehmann wird aufgefordert, jegliche Bezüge zur “du bist deutschland” – Kampagne zu entfernen und die Adresse dubistterrorist.de nicht mehr zu verwenden. Er hat drei Tage Zeit, alles wie gewünscht zu entfernen. Als Begründung wird das Markenrecht an “Du bist Deutschland” genannt.

Das ist wahrscheinlich der größte Bullshit, den man heute am Geburtstag des Grundgesetzes lesen wird und ich finde das Video auf einmal gar nicht so übel. Du bist Kemper Trautmann, Du bist Deutschland. Du bist (fast) abgemahnt.

Du wirst abgemahnt de?

[update] Die Sache ist mittlerweile vom Tisch und KemperTrautmann hat sich mit Alexander Lehmann geeinigt.

Michael Trautmann, Geschäftsführer von kempertrautmann, und Alexander Lehmann, Initiator der Seite www.DubistTerrorist.de haben miteinander telefoniert und die Angelegenheit gütlich geklärt. Das Ergebnis: “Du bist Deutschland” wird nicht gegen Nutzung der Domain www.DubistTerrorist.de vorgehen. Adaptionen und Satiren der Kampagne hat es immer gegeben, und die Verwendung von “Du bist…” ist allgemein auch nicht geschützt.

Anders steht es um die Persönlichkeitsrechte der Kinder, die auf den Motiven der Kampagne “Du bist Deutschland” abgebildet sind. Sie gilt es im Rahmen der Fürsorgepflicht zu schützen; die Eltern der Kinder haben der Nutzung auch nur im Rahmen der Kampagne zugestimmt. Alexander Lehmann versprach daher, die Kinderbilder der Kampagne kurzfristig von seiner Website zu entfernen. um die Persönlichkeitrechte der Kinder zu wahren.

Du bist kein Terrorist

Bevor mir das Terroristen-Video noch mehr Leute schicken: Ich hatte das heute schon auf Spreeblick gebloggt, zusammen mit ein paar Anmerkungen, denn ich finde das Video alles andere, als gelungen.

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Das Video verbreitet leider einige Un- oder Halbwahrheiten, das es zwischen aktueller Realität und möglichem Zukunftsszenario nicht differenziert. So werden im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung (bisher) nur Verbindungsdaten, jedoch keine E-Mail-Inhalte gespeichert, wie es das Video suggeriert. Auch der Zugriff auf sämtliche deutschen Rechnerinhalte ist (noch) keine Realität. Diese Kritik soll den fortschreitenden Kontrollwahn allerorts nicht verharmlosen, doch die Frage muss erlaubt sein:

Kann ein solcher Clip die Diskussion befruchten? Oder macht er sich nicht genau die gleiche Polemik zu Eigen, die man von anderen Seiten so sehr ablehnt?

Für eine Satire ist das Video zu harmlos und vor allem im Zusammenhang mit der Website nicht als solche erkennbar, die falschen Informationen, die im Video gestreut werden (E-Mail-Subjects werden nicht gespeichert, besuchte Websites ebenfalls nicht) sind nicht überspitzt, eher im Gegenteil: Die Falschinformation ist eher subtil, auch wenn der Aufmacher mit „Du bist Terrorist“ sehr polemisch ist, die hiernach folgenden Details vermischen kleinteilig Fiktion und Realität.

Und wenn man in die Comments auf Netzpolitik schaut, dann steht da ja auch überall „Genau, so ist’s, so und nicht anders“. Nein, ist es nicht. Deshalb spielt das Video den Leuten in die Hände, die unsere Kritik an den Vorhaben der Bundesregierung als „Panikmache“ von „Paranoiden“ bezeichnen.

Ich denke, wenn wir in unserer Kritik an den Zensur-Vorhaben ernst genommen werden wollen, sollten wir nicht denselben Fehler begehen, wie die Bundesregierung: Wie sollten keine undifferenzierten Unwahrheiten erzählen.

Oder aber ich liege vollkommen falsch und man kann solche „Schlachten“ nur schmutzig führen.

Überwachungskamera als Nistkasten „Wolfgang S.“

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OMG! Ein hübscher Nistkasten, in dem Vögel ihren Nachwuchs aufziehen können – In Form einer Überwachungskamera. Und das beste: der Nistkasten heisst Wolfgang S.! Gibt’s ab 1. Juni bei Manufactum für 59 Euro.

Nistkasten Wolfgang S. (via BoingBoing)

Interview mit der Initiatorin der ePetition gegen Netzsperren

Sascha Lobo, der Mann mit der interessanten Frisur, hat ein kurzes Interview mit der Initiatorin der ePetition gegen Netzsperren geführt. Die Petition wurde seit dem gestrigen Start bereits 23043 mal (!) unterzeichnet.

Es geht nicht um merkwürde Nerds und Geeks, denen der Zugang zu ihrem Spielzeug verwehrt wird. Es werden Strukturen geschaffen, die dazu geeignet sind, elementarste Grundrechte zu beschneiden und das darf einfach nicht sein! Es darf nicht sein, dass Themen instrumentalisiert werden, aber das eigentliche Problem dabei unberührt bleibt.

In einer Gesellschaft, die einen immer größeren Teil ihrer Informationen aus dem Netz zieht, darf es keine Listen geben, von denen niemand weiß, welche Seiten darauf landen und warum sie darauf landen. Ganz normalen Menschen, die sich im Internet bewegen, darf nicht Angst und Bange werden, wenn sie über eine Seite mit Stoppschild stolpern.

Interview mit Franziska Heine, Hauptpetentin der ePetition gegen Netzsperren, hier die Petition mitzeichnen

[UPDATE] Netzpolitik hat einen sehr langen und ausführlichen Text mit Quellen und Hintergründen zum Thema: Hintergrundtext: Kinderpornographie & Internet-Sperren

Northamptonshires Polizei bricht in Häuser ein, welcome 1984!

Netzsperren und Zensur sind doch Kinkerlitzchen: England ist nicht erst seit gestern einen Schritt weiter und in Northamptonshire ist man jetzt praktisch ganz offiziell im Polizeistaat angekommen. Die latschen dort mit Megafonen durch die Straßen und warnen Bürger, wenn sie Türen und Fenster offen lassen. „Bürger 2, Ihre Tür ist offen, bitte verschließen sie sie umgehend bevor Maßnahmen ergriffen werden.“ Oder so. Aber, unfassbar!, hier hört es noch nicht auf: Die gehen sogar in die Häuser und, falls der Besitzer die Frechheit besitzt, grade bei offenem Fenster zu schlafen, wecken sie sie auf. Welcome, 1984!

megaphones

Northamptonshire Police are being ordered to use megaphones to shout crime prevention advice at residents who leave their doors or windows open. Officers have also been instructed to go into unlocked properties and alert homeowners to the security risk – even to the point of waking them up if they are asleep.

It is all part of a scheme that will see them patrolling the streets with the megaphones, shouting at homeowners to ensure their properties are properly protected.

The move is part of an initiative to crack down on summer burglaries, but has not gone down too well with local residents, who criticised it as patronising and intrusive.

Shirley Partridge, 75, said: “I don’t want police officers coming into my house and bellowing at me with a megaphone telling me to lock my windows and doors. They wouldn’t get in anyway because I am careful when I go to bed at night, all they are doing is waking my dog up and setting him off barking at all hours.

Police officers use megaphones to alert residents if doors and windows open (via Arbroath)

Warum es um Zensur geht

Dieser Gastbeitrag stammt von Jens Scholz , der ausdrücklich zum Kopieren und Verbreiten aufgefordert hat. Spread the word.

Da reiben sich gerade so viele die Hände, daß man eigendlich ein beständiges Rauschen hören müsste. Die Idee, das Thema Kinderpornografie als Popanz vorzuschicken, um das nun geplante Internet-Zensursystem einzuführen war aber auch wirklich eine richtig gute. Hat das ja zuvor mit den Themen Terrorismus und Internet-Kriminalität nicht wirklich hingehauen, kann man hier spitzenmäßig mit dem Holzhammer wedeln und Kritiker einfachst diffamieren, indem man die eigentliche Kritik ignoriert und ihnen vorwirft, sie wollten die Verbreitung von Kinderpornografie schützen. Wie schnell schon der Vorwurf zum beruflichen und gesellschaftlichen Tod führen kann, zeigte man nur wenige Wochen zuvor ja schonmal anschaulich am Exempel Tauss (der übrigens natürlich nicht im Netz “erwischt” wurde, sondern über Handykontakte und DVDs per Post).
Aber ich schweife schon wieder – wie es durch die Wahl dieses Themas ja auch gewünscht ist – ab.
Denn das Problem, das die Kritiker haben, ist ja natürlich nicht, daß man den Zugang zu Kinderpornografie sperren will, sondern das Sperrinstrumentarium, das man dazu baut. Schaut man sich das an, merkt man schnell: Es geht nicht um Kinderpornos und wie man dagegen vorgeht. Ging es nie.
Es geht um die Installation eines generellen technischen Systems und die generelle Art und Weise, wie es betrieben wird: Es geht darum, daß eine waschechte, diesen Namen zu Recht tragende, Zensur ermöglicht wird. Auch wenn die zunächst gesperrten Websites tatsächlich nur Kinderpornografie beinhalten (was die Liste eigentlich extrem kurz halten müsste) wäre sowohl die Technik, die Verwaltung und sogar die Psychologie installiert, um sofort eine effektive Zensur betreiben zu können.

Technik

Die Provider sollen ihre Nameserver so umbauen, daß Webseiten, die das BKA aussucht und ihnen nennt, nicht erreichbar sind und dem Nutzer bei Aufruf stattdessen eine Sperrseite angezeigt wird. Gleichzeitig soll das BKA jederzeit abrufen könne, welche Nutzer auf Webseiten aus dieser Liste zugreifen wollten und stattdessen auf die Sperrseite geleitet wurden.

Ein normaler Internetnutzer, der seinen Nameserver nicht auf einen freien DNS-Server umstellt, sieht bestimmte Seiten nicht und erhält die Mitteilung, er wolle sich gerade Kinderpornografie ansehen. Ob das stimmt, weiß er nicht und nachprüfen darf er das auch nicht, da ja schon die Suche nach Kinderpornografie strafbar ist. Der Nutzer muss sich in diesem Moment weiterhin im Klaren sein, daß er gerade etwas getan hat, was das BKA als illegal ansieht und als Grund ansehen kann, gegen ihn vorzugehen.
Die allein schon technisch verursachten Risiken für jeden Internetnutzer sind immens, noch dazu, weil man damit auch noch eine perfide Beweisumkehr eingebaut hat: Sie müssen künftig ihre Unschuld beweisen, z.B. daß sie “versehentlich” die gesperrte Seite angesteuert haben. Viel Spaß beim Versuch, Richtern TinyUrls, iFrames, Rootkitangriffe, Hidden Scripting und so weiter zu erklären, wenn Sie überhaupt wissen, was das ist.
Die Lösung zunächst: Den Nameserver umstellen, um sich dieser Gefahr vollständig zu entziehen. Geht schnell und kann jeder.
Die Technik ist allerdings interessanterweise das kleinste Problem in dieser ganzen Geschichte. Es gibt Staaten, die in ihren Zensurbemühungen schon wesentlich weiter sind. Die Menschen dort können dennoch sowohl anonym als auch unzensiert das Internet benutzen. Das Internet ist von Nerds gebaut worden. Ein Staat kann da so viel fordern wie er will, er wird das Netz auf technischer Ebene never ever kontrollieren können.

Verwaltung
Hier liegen die springende Punkte, die das Ganze zum Zensurinstrument machen:
1. Die gesperrten Inhalte stehen auf einer Liste, die das BKA direkt und ohne Prüfungsinstanz erstellt und die die Provider möglichst ohne sie anzuschauen zu installieren haben. Es entscheidet kein Richter über den Inhalt, es überprüft keine unabhängige Institution über die Rechtmäßigkeit, es gibt keine Regelung, wie Adressen überhaupt wieder von der Liste gelöscht werden könnten. Die Polizei, die Verbrecher verfolgt, bestimmt, welcher Wunsch nach welcher Information ein Verbrechen ist. Vorab zu definieren, was ein Verbrechen ist und hinterher darüber zu entscheiden, ob ein Verbrechen begangen wurde ist aber nicht Aufgabe der Polizei.
2. Die Liste ist geheim. So lange diese Liste nicht in die Öffentlichkeit gerät kann alles drinstehen und nichts davon muss gerechtfertigt werden. Wer das in Frage stellt wird zum Verdächtigen. Wie Zensur in Reinform eben funktioniert.
3. Der Gesetzentwurf ist schwammig genug, daß das BKA im Prinzip alles in die Liste setzen kann. Da im Web jeder Inhalt nur einen Klick weiter vom letzten entfernt ist und das Gesetz möchte, daß auch “mittelbare” Seiten gesperrt werden können, kann somit de facto auch jede Seite gesperrt werden.
4. Das System soll die direkte Verfolgung von Zugriffen erlauben. es wird nicht nur gesperrt, sondern es kann auch nachgeschaut werden, wer sich die gesperrten Seiten ansehen will. Dies kann dann Anlass für verdeckte Überwachungen, Hausdurchsuchungen und andere existenzbedrohende Vorgänge sein.
Die Staatsanwälte dieses Landes üben ja seit einiger Zeit kräftig an der Vorverurteilungsfront, indem Sie inzwischen gerne mal Pressemitteilungen über eingeleitete Verfahren rausgeben und die Presse direkt zu möglichst spektakulär und öffentlichkeitswirksam inszenierten Verhaftungen mitnehmen (Zumwinkel, Tauss, Frau B.).

Psychologie
Womit wir schon beim gewünschten Effekt von Zensur sind: Die Einführung der Schere im Kopf. Die wirksame Selbstzensur, weil man nicht weiß, was eventuell passiert, wenn man zu laut und deutlich Kritik äußert. Die Geheimhaltung der Sperrliste und ihre völlige Unverbindlichkeit durch das Fehlen jeglicher Kontolle ist ein bewußt eingesetzes Instrument, um Verunsicherung zu erzeugen.
Ein anderes ist die Verknüpfung mit dem Thema Kinderpornografie, womit wir wieder am Beginn dieses Artikels wären. Man weiß ja inzwischen, daß auch nur der leiseste Ruch, man könnte eventuell irgendwas mit Kindesmissbrauch und Pädophilen zu tun haben, die Existenz vernichten kann, selbst wenn hinterher rauskommt, daß tatsächlich nichts an den Vorwürfen dran war. Wie nahezu generell nichts rauskommt. Das ist ein so extrem starkes und wirksames Druckmittel, was natürlich beispielsweise ein Herr Gorny sofort erkennt, weil sein Versuch, diese Schere im Kopf einzuführen (durch den Versuch, Filesharing als schreckliches Verbrechen zu diskriminieren), wirkungslos blieb und er sich nun an den besser funktionierenden Trigger dranhängt (indem er Urheberrechtsverletzung mit Kindesmissbrauch gleichsetzt).

Die Justizministerin gibt dann noch Tipps in die richtigen Richtungen, die natürlich prompt reagieren. Überhaupt, das mal ganz nebenbei, finde ich es immer wieder seltsam, daß Frau Zypries immer wieder als Warnerin vermittelt wird. Dabei war – so sagt sie zumindest – sie es, die den Gesetzentwurf gegenüber dem Vorabvertrag von Frau von der Leyen verschärfen ließ und dieser nun schon den Zugriff auf Stopp-Seiten verfolgen lassen will.

Um die Frage zu beantworten, warum und wann es in einer Gesellschaft überhaupt dazu kommen kann, daß ein Teil davon meint, einen solchen Eingriff vornehmen zu müssen und der andere Teil (zu dem ich u.a. mich zähle) darin ein so massives Unrecht sieht, das es zu bekämpfen gilt, kann man sich bitte den Artikel “Kampf der Kulturen” drüben bei netzpolitik.org durchlesen.

ZDF-Doku: Der gläserne Deutsche – Wie Bürger ausgespäht werden

Heute morgen erst wunderte ich mich gar nicht über die neuesten Schweinereien bei der Deutschen Bahn, die Günter Wallraff ans Licht gezerrt hat:

Vieles, was im Daten-Skandal der Bahn bislang bekannt war, ist harmlos im Vergleich zu den Vorwürfen, die jetzt ans Tageslicht kommen: Die Deutsche Bahn soll auch mit hochkriminellen Methoden gegen ihre Angestellten vorgegangen sein. Soll Dokumente gefälscht haben und sogar falsche “Beweise” wie Hitlers “Mein Kampf” oder Porno-Dateien auf Festplatten von Angestellten gespeichert haben, um diese besser kündigen zu können.

Das berichtet der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff in der Zeit und steht damit nicht allein: Auch das Magazin Spiegel spricht von einem gewaltigen Überwachungssystem. (Allumfassende Überwachung, via Jens)

Da erzählt mir Samson per Mail von der hochinteressanten Doku „Der gläserne Deutsche – Wie Bürger ausgespäht werden“, die das ZDF Anfang April um halb Zwölf im Nachtprogramm versteckte.

Samson schreibt mir:


(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5)

Gerade eben habe ich mir die Dokumentation “Der Gläserne Deutsche” vom ZDF angesehn, die Frau Roth kürzlich auf ihrem Blog verlinkt hatte. Du hast ja selbst in letzter Zeit sehr viel über diese Themen berichtet, mich zum Beispiel auf die Piratenpartei aufmerksam gemacht. Deshalb dachte ich mir, diese Dokumentation würde Dich auch interessieren.

Sie berichtet davon wie heute bereits Daten gesammelt und genutzt werden (Payback etc.), darüber das Unternehmen wie die Post, die man vollkommen arglos benutzt, unsere Daten verkaufen und wie sie ihre Mitarbeiter überwachen und kontrollierten, einschlieslich Verfolgung über Peilsender, bis hin zur immer engeren überwachung durch den staat selbst.

Die Doku ist der Mediathek des ZDF zu sehen, auf Archive.org runterladbar und auch auf Youtube. Snip von Archive.org:

Der Film dokumentiert gravierende Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz, oftmals verbunden mit tiefgreifenden persönlichen Konsequenzen für die Betroffenen. So musste der Außendienstmitarbeiter eines großen Pharmaunternehmens eines Tages feststellen, dass er vermutlich über Jahre heimlich mittels Peilsender überwacht wurde.

Wie sehr Staat und Privatwirtschaft bereits gegen den Datenschutz miteinander kooperieren, wenn es um die “innere Sicherheit” geht, zeigt sich an einem besonderen Fall von zwei Berliner Wissenschaftlern. Andrej Holm und Matthias B. gerieten unter Terrorverdacht und damit unter monatelange Dauerüberwachung – jede Bewegung wurde protokolliert, Telefongespräche abgehört, Treffen mit Freunden belauscht. Dabei fanden die Ermittlungsbehörden tatkräftige Helfer unter Mitarbeitern der Deutschen Bahn, eines Reiseveranstalters und einer großen Bank, die bereitwillig sehr persönliche Informationen preisgaben. Einer der beiden Überwachten, Matthias B., erzählt zum ersten Mal seine Geschichte.

Schäuble für Dummys

Die Zeit hat ein wunderbares Wörterbuch, das Schäubles Neo-Terror-Slang ins Deutsche übersetzt. Zur Wortneuschöpfung „potentieller Gefährder“ steht da:

Steigerungsform. Ein Mensch, der noch nicht zum G. geworden ist, es aber werden könnte. Gegen den aber schon jetzt “Maßnahmen” ergriffen werden sollen. Potenzieller G. kann jeder sein. Immerhin kann von jedem Bürger in der Zukunft eine Gefahr ausgehen. So etwas nennt man in anderen Zusammenhängen einen Generalverdacht.

Des Schäubles kleines Wörterbuch (via Fefe)

Terrorverdächtige Kids

Der Verfassungsschutz soll nach dem Willen der Union künftig auch Daten von Minderjährigen speichern können. Das sagte der Innenexperte der Unions-Fraktion, Hans-Peter Uhl, der “Berliner Zeitung”. Demnach soll die Altersgrenze für die elektronische Speicherung personenbezogener Daten von derzeit 16 Jahren auf 14 oder zwölf Jahre gesenkt werden. Ziel sei eine bessere Überwachung terrorverdächtiger Minderjähriger, erläuterte Uhl. Das Gesetz soll vor der Sommerpause geändert werden. (Tagesschau.de, danke Lutz!)

Ohne Worte.

Überwachungs-Loop

surveillanceloop

Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich folgendes fotografiere: Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich folgendes fotografiere: Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich folgendes fotografiere:

Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich folgendes fotografiere: Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich folgendes fotografiere: Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich folgendes fotografiere:

Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich folgendes fotografiere: Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich folgendes fotografiere: Eine Überwachungskamera, die ein Bild von mir macht und auf den daneben platzierten Monitor überträgt, der mich zeigt, während ich eine Überwachungskamera und einen Monitor fotografiere, irgendwann vor drei Wochen in Berlin.

Johannes Kreidlers Abhör-Hack: automatische VoIP-Telefonate mit Terrorismus-Schlagworten


(Youtube Direktbigbrother)

Johannes Kreidler, dessen GEMA-Aktion ich damals gebloggt habe und den ich eigentlich für einen Schnösel halte, dessen Aktionen mir aber dann doch sympatisch sind, dieser junge Mann hat sich nun also den Abhörwahn vorgenommen und lässt zwei computergenerierte Stimmen über VoIP telefonieren, die zwischen unverständlichem Gebrabbel immer wieder genau die Schlagworte fallen lassen, die damals zur Observierung von Dr. Andrej Holm und seiner Familie führten (vorher auf Nerdcore).

F: Sie haben eine „Installation“ eingerichtet, zwei Computer, die automatisch miteinander kommunizieren, und zwar ist es ein Telefongespräch mit vermeintlich terroristischem Inhalt. Wollen Sie das Bundeskriminalamt provozieren?

K: Das BKA provoziert mit seinem Abhörwahn ja erst mal mich.

F: Sie lassen die Computer bestimmte Schlagwörter sprechen, die nach einem aufsehenerregenden Fall 2007 das BKA veranlasst haben, einen harmlosen Soziologen zu verhaften.

K: Ja, es geht um Dr. Andrej Holm, der die Wörter „Prekarisierung“, „Reproduktion“, „marxistisch-leninistisch“ und andere in seinen im Internet veröffentlichten Texten verwendete. Und weil er auch noch Zugang zu Universitätsbibliotheken hatte, genügte das als Verdachtsmoment, er und seine Familie wurden fast ein Jahr lang observiert und schließlich nahm man ihn auch noch drei Wochen lang fest. Wegen dieser Wörter! Ich habe übrigens auch Zugang zu Universitätsbibliotheken, und wohne neben der Berliner Staatsbibliothek.

F: Aber ist nach diesem Versehen Ihre Aktion nicht erst Recht irrelevant für das BKA?

K: Und ob! Diese Computer werden sich bestimmt nie in die Luft sprengen, und ebenso harmlos sind Millionen Emails, die täglich in Deutschland verschickt werden. Wer die Energie für Kriminelles hat, wird auch das bisschen Energie haben, seine Emails im Internetcafé zu schreiben, das kann sich doch jedes Kind denken. Aber trotzdem will der Innenminister so viele Daten aus privaten Haushalten per Gesetz sammeln, Vorratsdatenspeicherung, Telekommunikationsüberwachung, man weiß nie, ob sein Telefonat nicht auch ein Telefonat mit Schäuble ist.

Call Wolfgang (2008) – terrorist generated content (Danke Porrie!)

Minority Report is here: Pre-Crime Überwachung in England

In England testen sie grade Überwachungskameras, die Bewegungen analysieren und so Verbrechen „vorhersagen“ sollen. Und genau jetzt stürzt sich Tom Cruise durch mein Fenster, draußen landen komische Vehikel und man beschuldigt mich, mit einem verschlagenen Gesichtsausdruck komisch durch die Gegend latschen zu wollen. In genau drei Stunden und Vierundfuffzich Minuten.

CCTV cameras which can ‘predict’ if a crime is about to take place are being introduced on Britain’s streets.

The cameras can alert operators to suspicious behaviour, such as loitering and unusually slow walking. Anyone spotted could then have to explain their behaviour to a police officer.

The move has been compared to the Tom Cruise science-fiction film Minority Report, in which people are arrested before they commit planned offences.

Minority Report comes to Britain: The CCTV that spots crimes BEFORE they happen (via Arbroath)

Hessen will die Online-Durchsuchung

Heise schreibt:

Der geschäftsführende hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) hat heute die Vorschläge der amtierenden Landesregierung zur Anpassung des Hessischen Landesgesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) vorgestellt. Zu den Vorschlägen gehört die Einführung der “unbemerkten Online-Durchsuchung und eine Neuregelung der gestoppten Aufzeichnung von Kfz-Kennzeichen. Außerdem soll die Wohnraumüberwachung und das Anbringen technischer Überwachungshilfen vereinfacht sowie eine polizeiliche Befugnis zur Unterbrechung und Verhinderung des Fernmeldeverkehrs ins Gesetz aufgenommen werden.

Unter Verweis auf die anhaltende öffentliche Diskussion zum BKA-Gesetz, das in Berlin von der Großen Koalition abgestimmt wird, wünscht sich Bouffier, dass sich in Hessen eine breite politische Mehrheit finden wird, die das Sicherheitsgesetz verabschiedet. Die Notwendigkeit zur heimlichen Online-Durchsuchung begründete Bouffier mit dem Tatmittel Internet und der Verwendung von Verschlüsselungen durch Terroristen: “Das Internet ist schon jetzt ein Tatmittel, und es wird in Zukunft immer wichtiger. Die verdeckte Durchsuchung ist eine Erfolg versprechende Lösung, weil etwa die Problematik der Verschlüsselung umgangen wird.”

Wie sagte George Carlin so treffend?

When a businessman sits down to negotiate with another businessman, the first thing he does is assume the other guy is a complete lying prick who’s trying to fuck him out of his money. So, he does everything he can to fuckthe other guy a little bit faster and a little bit harder. And he does it with a big smile on his face. That big, bullshit businessman’s smile.

And if you’re a customer, that’s when they give you the really big smile! The customer always gets that really big smile as the businessman carefully positions himself directly behind the customer, unzips his pants, and proceeds to “service” the account.

Ersetze Businessman durch Politiker und Customer durch Wähler, das passt exakt genauso. Und wenn Bouffier sagt, er wünsche sich eine breite politische Mehrheit für seinen Bullshit, dann wünsche ich mir einen breiten öffentlichen Mittelfinger für ihn, für Schäuble, für die Merkel und für den Rest der Politik.

Aufruf zur Demo gegen Vorratsdatenspeicherung „Freiheit statt Angst 2008“

Markus schreibt mir:

am 11. Oktober gibt es wieder eine grosse Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung und die ausufernde Überwachung in Berlin. Mittlerweile haben sich über 90 Organisationen dem Aufruf des AK Vorratsdatenspeicherung angeschlossen. Wir würden gerne wieder mindestens 15.000 Menschen in Berlin auf der Strasse sehen wie vor einem Jahr. Im gegensatz zu letztem Jahr ist das Thema Vorratsdatenspeicherung leider nicht mehr so präsent in den Medien. Dafür brauchen wir mehr Mobilisierung mehr Aufmerksamkeit. Ich würde mich freuen, wenn Du darüber bloggen könntest und auf die Demo hinweist.

Was ich hiermit tue. Ich war ja letztes Jahr dabei, zwar nicht in Berlin mit 15.000 anderen Leuten, die mit einem gesunden Menschenverstand ausgestattet sind, sondern „nur“ mit 650 Leuten in Frankfurt. Die diesjährige Demo findet leider nur in Berlin statt, soweit ich das richtig verstanden habe und wenn ich zufällig zu der Zeit vor Ort bin, latsche ich natürlich mit. Sehr wahrscheinlich ist das aber leider nicht. Deshalb nur mein Aufruf an alle mitlesenden Berliner: Arsch hochkriegen, mitgehen gegen den Überwachungswahn!

Meta-Beschiss

Rrrrrring…
Ja?

Spreche ich da mit René Walter?
Ja. [Mein Daumen wandert aufgrund des Telemarketingverdachts schonmal auf die rote Taste zum auflegen]

Werden Sie auch hin und wieder von Klassenlotterien oder ähnlichen Telefonmarketing-Aktionen belästigt?
[Huch! Zögerlich sage ich:] Ja?

Wir sind die Cocksuckers Inc [Name von der Redaktion vergessen und geändert], unsere Rechtsabteilung sammelt Leute, deren Daten wir in einer Datenbank speichern, deren Zweck es ist, diese von solchen Aktionen auzuschließen. Sie würden uns ihre Daten geben und unsere Rechtsabteilung sorgt dafür, dass diese Anrufe innerhalb einer Frist von zwei bis drei Wochen aufhören. Nach spätestens vier Wochen sind sie Telemarketing-befreit.
[Ungläubiges Schweigen]

Wir erbringen diese Dienstleistung für nur Neunundvierz…
[Klick]

****

 

Jetzt bescheißen sie die Leute schon auf der Meta-Ebene, ist das zu fassen? Und ich möchte gar nicht wissen, wieviele Rentner denen auf den Leim gehen, die vorher schonmal von genau den gleichen Telemarketing-Aasgeiern abgezockt wurden. Verfickte Kackbratzen, elende. Amöben sind Einsteins gegen diesen abgefuckten Abschaum. Arschlöcher, beschissene, vollgekackte Wichser, allesamt. Drecksplagen, Hurensöhne, boah! Ich könnte stundenlang weitermachen. GRRRRRRrrrrrrrrrrrrr…

[update] Sehr krass. Genau dieses „Geschäftsmodell“ war vor einem Monat noch ein Witz von Tobi Schlegel für Extra 3. (Danke R0ssi!)


(Youtube Direkt)

Hausdurchsuchung beim Pressesprecher der Piratenpartei

Was passiert, wenn man im demokratischen Staat Deutschland das Schreiben eines Informanten veröffentlicht, in dem die illegale Nutzung von Trojanern zur Überwachung von Internet-Telefonaten nahegelegt wird? Genau, die Polizei kommt mit einer Hausdurchsuchung. Welcome to the Future.

Bayerische Polizeibeamte haben am vorigen Donnerstag die Wohnung des Bundespressesprechers der Piratenpartei Deutschland durchsucht. Das geht aus einer Mitteilung des bayerischen Landesverbands der Partei hervor. Auch ein in Bayern stehender Server eines anderen Parteimitglieds mit stark verschlüsselten Daten soll beschlagnahmt worden sein.

Hausdurchsuchung beim Pressesprecher der Piratenpartei

Draganflyer X6 – R/C Helicopter with Camera

The radio-controlled mini helicopter Draganflyer X6 is designed to carry wireless video cameras and still cameras. A pair of glasses lets you see the same thing as the chopper in the air, while you are standing on the ground with the handheld controller.

Link

ARDs Bayerischer Rundfunk vs. Bürgerrechte

Was man da auf der Website von BR-Online lesen muss, ist völlig unfassbar, dreckigster Desinformationsjournalismus und das Aller-, Aller-, Allerletzte. Weil das Karlsruher Verfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung ausgesetzt hat, werden Frauen vergewaltigt, die Leute betrogen und (wörtlich) „mit Todesfolge“ verprügelt. Sowas erwartet man ja nichtmal von dem Gossenblatt mit den großen Buchstaben, ich habe auf einer Website der ARD mit allem anderen gerechnet, als mit einem solchen Schund. Und dann steht da noch: „Nur aufgrund der Klage einer Bürgerinitiative mussten die Karlsruher Richter entscheiden“. Nur! Nur weil ich und zehntausende andere diese Klage unterschrieben haben, nur weil ein paar Menschen noch einen Funken Menschenverstand haben und für das Recht auf meine Daten einstehen, nur deshalb kann Wilhelm Schmidbauer, Polizeipräsident München, nicht mehr ermitteln.

Und Beate Merk, CSU, Justizministerin Bayern, entblödet sich nicht, auf einer Website der ARD (ich wiederhole mich da gerne), folgendes verfassungsfeindliches Statement abzugeben:

Opferschutz ist das Allererste. Und dafür müssen wir uns einsetzen. Und wenn gesagt wird, man soll bestimmte Vorratsdaten nicht nutzen dürfen, dann muss man sich fragen lassen, wo man in der Abwägung Schwerpunkte setzt. Darauf, den Menschen Schutz zu bieten und ihnen zu helfen oder aber, ob es um Befindlichkeiten, die Freiheitsrechte auch der Straftäter geht.

Freiheitsrechte sind Befindlichkeiten? Das zieht mir die Schuhe aus, da rollen sich mir alle Fuß- und Fingernägel nach oben, wenn ich sowas lesen muss. Ich weiß ja, dass die CSU jenseits von Gut und Böse ist, dass sie die Verfassung allerdings für eine Befindlichkeit halten, dass sie Freiheitsrechte mit einem „Ach, naja“ abtun, das hätte ich dann doch nicht gedacht. Das alles steht auf einer Website des ersten deutschen Fernsehens, wo ich jetzt erstmal den Kontakt-Link anklicken und denen mal mitteilen werde, warum ich demnächst meine Mitgliedschaft bei der GEZ kündige. Solcher Schund wird nicht nochmal mit meiner Kohle finanziert.

Ja, ich reg’ mich grade tierisch auf.

(via Fefe)

[update] Ralf von Netzpolitik.org (Danke Elton!) hat recherchiert, was im Beitrag falsch ist:

Der Bericht enthält eine Reihe von falschen Informationen:

1) Vergewaltigung ist auch nach der Eilentscheidung des BVerfG noch ein Straftatbestand, der eine Nutzung von Vorratsdaten erlaubt. In dem im Beitrag genannten Fall ist der Zusammenhang offenbar ohnehin nur “wenn das Handy nicht geklaut worden wäre, hätte man den Täter nicht fassen können”. Und? Wenn man bei einer Straftat keine Telekommunikation nutzt, greift diese natürlich nicht.

2) Die U-Bahn-Schläger aus München im Dezember 2007 sind nicht wegen der Vorratsdatenspeicherung gefasst worden. Diese trat nämlich erst im Januar 2008 in Kraft.

3) Die Verfassungsklage gegen die Vorratsdatenspeicherung ist nicht “nur” “von einer Bürgerinitiative” eingereicht worden, sondern von mehr als 34.000 Bundesbürgern. Sie ist damit die größte Verfassungsbeschwerde der BRD.

Cameraheads

Flickr-User gphickey hat ein paar Fotos mit Anzugmenschen mit Überwachungskameras statt Köpfen hochgeladen, die einem die ganze Befremdlichkeit eines Überwachungsstaats nochmal bewusst macht. Spooky! Und ich kenn’ das Motiv eines Anzugmenschen mit Kamerakopf irgendwoher, ich komm’ aber nicht drauf!

Cameraheads (via Sum1s Delicious)

Der Computer im Film Teil 1: Die Eroberung des Privaten

Computer spielen im Film zumeist eine Nebenrolle. Dort, wo ihnen die Hauptrolle zugewiesen wird, erfahren wir viel über unsere Visionen und Ängste im Zeitalter der Mikroelektronik. In einer mehrteiligen Textreihe werden Filme der 1970er bis 1990er Jahre darauf hin betrachtet, wie Computer in ihnen dargestellt werden. Dieser erste Teil befasst sich mit der Eroberung und Vernichtung der Privatsphäre durch die Computertechnologie.

Link

EU-Copyright-Überwachungs-Bollock ist abgelehnt

Yesssss! Der alternative Kompromissvorschlag enthält zwar noch den Passus „gesetzeskonforme Inhalte“, der könnte allerdings auch noch fallen, die Chancen dazu stehen gar nicht so schlecht.

Eine lückenlose Internetüberwachung, wie sie Konservative auf Drängen der Unterhaltungs- und Medienindustrie im Telekommunikations-Paket verankern wollten, wird es nicht geben.

[...]

Der Kompromiss hebelt die bisher in anderen Ausschüssen verabschiedeten Änderungsvorschläge aus. Gleichwohl wird mit ihm dennoch die Formulierung “gesetzeskonforme Inhalte” in das Telekommunikationspaket eingeführt. Diese Formulierung verankert einen urheberrechtlichen Regelungskomplex im Gesetzespaket. Mitgliedsstaaten können daran weitere Regelungen anknüpfen. Frankreich könnte so sein “Three Strikes”-Modell an der Richtlinie andocken. Aus diesem Grund drängen auch die Bürgerrechtsaktivisten darauf, den Begriff “gesetzeskonform” ersatzlos zu streichen.

Allerdings kann es bis zur Abstimmung im Plenum nach der Sommerpause noch Bewegung in der Sache geben. So sollen alle Änderungsanträge auf die Linie gebracht werden, dass eine Internetüberwachung zum Schutz von urheberrechtlich geschützten Inhalten nicht möglich sein soll.

Link

Viacom: All your Youtube-Data are belong to us!

Das ist so unfassbar, dass es rauscht. Ein US-Richter hat angeordnet, dass Youtube/Google alle (!) Nutzerdaten und Daten über alle (!) angeschauten Videos an Viacom übergibt. Die hatten Youtube 2007 wegen Copyright-Verletzungen verklagt. Der Datenkrakenfaschismus, der sich da unter dem Schutzmantel eines untragbaren Urheberrechts formiert (siehe auch die EU-Geschichte gestern) ist an Widerlichkeit kaum mehr zu überbieten und die Herren von der Content-Mafia und ihre Erfüllungsgehilfen in Regierungen und Lobbyistengruppen dürfen sich nicht wundern, wenn ihnen das alles irgendwann in Form von was auch immer um die Ohren fliegt.

Google will have to turn over every record of every video watched by YouTube users, including users’ names and IP addresses, to Viacom, which is suing Google for allowing clips of its copyright videos to appear on YouTube, a judge ruled Wednesday.

Viacom wants the data to prove that infringing material is more popular than user-created videos, which could be used to increase Google’s liability if it is found guilty of contributory infringement.

[...]

Although Google argued that turning over the data would invade its users’ privacy, the judge’s ruling described that argument as “speculative” and ordered Google to turn over the logs on a set of four tera-byte hard drives.

Link (via)

[update] Heise hat mehr erschreckendes:

Aufgezeichnet werden die häufig einfach personenbeziehbaren Daten sowohl beim Anschauen eines Videos auf YouTube selbst als auch auf Drittseiten, in die ein solcher Filmschnipsel integriert ist.

50% aller Bürger wollen Fingerabdrücke im Ausweis

Der Kompromiss der Großen Koalition, Fingerabdrücke im Personalausweis nur freiwillig zu speichern, trifft die Wünsche der Bundesbürger. Für Datenschützer dürfte das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage wie eine Absage auf ihre Bemühungen klingen, die Bürger vor einem allzu neugierigen Staat zu schützen. (Golem)

Ich musste meine Fingerabdrücke nur einmal abgeben, und das war, als sie mich wegen Graffiti am Arsch hatten und wenn ich mir sowas, wie da oben durchlese, dann dünkt mir, dass der Anteil der echten Vollpfosten da draußen noch weit höher ist, als 50%. Und den Unterschied zwischen „echten Vollpfosten“ und „nur-so-ein-bißchen-Vollpfosten“ erkläre ich ein anderes mal.

Dalek toy turned into roving surveillance bot

Take one remote control Dr Who Dalek toy, add a state of the art pinhole security camera, pair with wireless transmitter and hard disk recorder – and voila, an incognito security device for the geek office or home. This bot was made by a London security firm for an anonymous client and we got to play with it!

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Photographer Documents Secret Satellites — All 189 of Them

For most people, photographing something that isn’t there might be tough. Not so for Trevor Paglen.

His shots of 189 secret spy satellites are the subject of a new exhibit — despite the fact that, officially speaking, the satellites don’t exist. The Other Night Sky, on display at the University of California at Berkeley Art Museum through September 14, is only a small selection from the 1,500 astrophotographs Paglen has taken thus far.

In taking these photos, Paglen is trying to draw a metaphorical connection between modern government secrecy and the doctrine of the Catholic Church in Galileo’s time.

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