Tilmann aka Zeitmaschine, in den 90ern Fotograf des Technomags Frontpage, schreibt mir: „Wir machen am Sonntag den 8. 11. (Mauerfallalarm) eine Oldschoolparty. Tanith, Rok + Jonzon spielen im Tresor auf. Ich mach Zeitmaschine Pix live.“
Techno-Zeitmaschine zum Mauerfall im Tresor Berlin
Just taking Pictures: Streetart-Fotografie-Ausstellung in Berlin


Just fotografiert Graffiti und Streetartists bei der Arbeit und zeigt ab Freitag in seiner ersten Ausstellung ein paar seiner besten Bilder. Die Ausstellung läuft bis 13. November in der ATM Gallery Berlin, Vernissage am Freitag ab 19 Uhr.
Der Berliner JUST gehört zu den bedeutendsten Fotografen der Grafitti- und Street-Art-Bewegung – seit rund 10 Jahren fotografiert er Künstler, die heute schon zu Ikonen geworden sind, und dokumentiert in brillianten Bildern die Höhepunkte urbaner Kultur. Zum ersten Mal präsentiert er jetzt in der Berliner ATM-Galerie eine Auswahl seiner besten Künstlerporträts und Street-Art-Fotografien.
Ob spektakuläre Interventionen von Brad Downey und Mark Jenkins, monumentale Wandarbeiten von Blu, FAITH 47 und NOMAD, radikale Performances von ZEVS, Doma und Dave the Chimp oder Galerie- und Museumsschauen von DAIM, D*Face und EVOL – JUST war dabei. Seine unkonventionellen Fotografien sprühen voller Energie und Leidenschaft, weil er selbst Teil der Szene ist, die er dokumentiert. JUST sprüht selbst seit über einem Jahrzehnt, kennt die Wände und Hausdächer von Berlin bis Bangkok, und die Protagonisten der Szene sind seine Freude – und genau diese Nähe und Intimität merkt man seinen Bildern an.
Ankündigung in seinem Blog, Exhibition: Just taking Pictures, Hier eine Mini-Vorschau auf Flickr
Royal De Luxes Riesen in Berlin – Bilder

Ich habe grade meine Bilder von Royal De Luxes Riesen in Berlin bei Flickr hochgeladen, sind nicht viel geworden, weil ich auf die Menschenmassen nur sehr wenig Lust hatte. Viel bessere Bilder gibt’s auf Boston.coms Big Picture, die aber besser nicht bloggen, da Getty Images sehr abmahnfreudig unterwegs sind.
1.5 million people filled the streets of Berlin, Germany to watch a several-day performance by France’s Royal de Luxe street theatre company titled “The Berlin Reunion”. Part of the celebrations of the 20th anniversary of the fall of the Berlin Wall, the Reunion show featured two massive marionettes, the Big Giant, a deep-sea diver, and his niece, the Little Giantess. The storyline of the performance has the two separated by a wall, thrown up by “land and sea monsters”. The Big Giant has just returned from a long and difficult – but successful – expedition to destroy the wall, and now the two are walking the streets of Berlin, seeking each other after many years apart.
Red Retros U-Bahn-Schilder-Busting in Berlin

Streetartist Red Retro hat in Berlin einige U-Bahn-Schilder überklebt und so wird aus der Pankstraße die Punkstraße, aus Wedding wird Weedy und aus der Voltastraße wird Voltaire. Berlin-Punk now!
REDRETRO BERLIN™ (via xFuckerx)
Royal de Luxes Riesenmarionetten in Berlin
(Youtube Direktgiants, Danke Benni!)
Benni erinnert mich daran, dass am 1. Oktober Royal de Luxe in Berlin zum 20. Jahrestag des Mauerfalls eine Riesenmarionetten-Show zeigen werden. Ich hätte hier zwar auch lieber eine gigantische Spinne rumlatschen, wie die von La Machine in Liverpool damals, aber gigantische Marionetten tun’s auch.
spielzeit’europa, die Theatersaison der Berliner Festspiele, zeigt anlässlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls im Oktober 2009 ein mehrtägiges Theaterspektakel unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt. Die Kleine Riesin und der Große Riese der legendären französischen Straßentheater-Compagnie Royal de Luxe werden die Menschen in Berlin zum Staunen bringen und diesen Moment der Weltgeschichte und die Emotionen von 1989 wieder aufleben lassen. Die bis zu 15 Meter großen, gigantischen Marionetten erzählen an bedeutenden Schauplätzen – wie Unter den Linden, Straße des 17. Juni, Brandenburger Tor – ein Märchen vom Wiederfinden nach langer Trennung.
Vorher auf Nerdcore:
The Incredible Giant Girl plays in the Park
Die gigantische 15-Meter-Spinne von Liverpool
Die gigantische Spinne von Liverpool (2)
Peter Carrs fantastische Giant Spider-Fotografien
Zombieflashmob Berlin Pics

Seit gestern kommen hier Links zu Bildern vom gestrigen Zombie-Flashmob rein, den ich dank Wohnungsbesichtigungstermin natürlich verpasst habe. Die Wohnung war nett mit super Lage, aber kein Balkon ist keine Option. Wie auch immer, hier die Links zu den Pics:
Sehr schöne Bilder auf Picturereport, auf Flickr von 1v0 und Jerikos Kamera ist nach den Vorbereitungen leider abgekackt. Murphy und so. Falls noch jemand Bilder geknippst hat, Links gerne in die Comments.
[update] Mehr Pics auf Berlin City Mobber und Schnippel.com. (via Amy&Pink)
[update] Noch mehr Bilder auf Minds Delight.
[update] Und noch mehr Bilder auf Flickr von Markus.
Zombie-Flashmob in Berlin
Am Samstag findet in Berlin gleich zweimal ein Zombie-Thriller-Flashmob statt. Ich werde dasein und Bilder knipsen. Alle Infos gibts auf Berlin City Mobber, dort auf News klicken. (Es gibt noch einen weiteren Zombie-Walk in Düsseldorf am 6. September und ja, wenn mein Rechner endlich aus der Reparatur wieder da ist, geht’s hier auch im Normalbetrieb weiter. Powered by my Internet-Café um die Ecke.)
Lets be a Zombie!!!
Wann? Samstag, 29.8.09, 16 Uhr
Wo? Potsdamer Platz und ReichstagAblauf:
Es gibt 2 Gruppen von Zombies:
- Choreozombies (15 Leute, sind festgelegt)
- normale Zombies (so viele wie möglich, kann jeder mitmachen)Wir treffen uns zunächst alle gemeinsam etwa 15.30 Uhr am S-Bahnhof Potsdamer Platz. Dort können nochmal alle Unklarheiten beseitigt werden und wir können uns als Zombies zurechtmachen (Blutkapseln werden von Maskworld.com gestellt, sowie n paar Wunden etc, alles andere bitte selber mitbringen z.B. altes Shirt, Haarspray etc). Dann verteilen wir uns am Potsdamer Platz.
„Das schreiende Mädchen“ positioniert sich zentral auf dem Platz. Es folgt ein Pfiff, alle Leute sterben. Die Musik geht an (ne schaurige Zombiemusik) und alle erwachen als Zombies wieder. Taumelt zum Zentrum des Platzes immer in Richtung des Mädchens. Dieses wird anfangen zu kreischen sobald der erste Zombie sie berührt, wird panisch und läuft weg. Zum Ende der Schauermusik bewegen sich nur die Choreozombies auf einen Punkt zu (vorher markiert) und bilden ihre Formation. „Thriller“ von Michael Jackson setzt ein und sie ziehen ihre Choreo durch, während die normalen Zombies weiter das Mädchen verfolgen.
Mit Ende des Thrillerliedes sinken alle Zombies (sowohl Choreozombies als auch normale Zombies) zu Boden und das Mädchen rennt (unter Erklingen einer diabolischen Lache) schreiend davon. Ist das Mädchen weg stehen alle ganz normal auf und gehen weg.
(Danke Gunnar!)
Berliner Fernsehturm Liftoff in 10… 9… 8…
(Vimeo Direktliftoff, via Glaserei)
Der Fernsehturm ist jetzt vollständig betankt, die Kosmonauten an ihrem Platz, der Countdown startet in wenigen Sekunden… Auf ihrer Mission zum Jupitermond Europa, auf dem die Sonde Kubrick vor wenigen Monaten eindeutig Wasser unter einer etwa zwei Meter dicken Eisschicht ausmachte und von dem Wissenschaftler vermuten, dass er außerirdisches Leben beherbergt, werden die Kosmonauten circa 3,5 Jahre unterwegs sein, der Funkkontakt dort wird durch stellare Frequenz-Interferrenzen und die Verzögerung von etwa 3 Tagen nur sehr schwer möglich sein. Boldly go where no man has gone before, Fernsehturm. Wir sehen uns 2001.
(Pures Berlin-Gold, animiert von Fabian Tischer.)
Aboves Berlin Wall-Streetart
(Vimeo Direktwall, thanx Above!)
Der Streetartist Above schreibt mir: „I am very proud of the street works accomplished in Berlin. I think its my largest word/play and perhaps my strongest imagery and stencil done on the Berlin wall. Watch the video with your music turned up. I think you will enjoy the concept, and fact that 2009 marks the 20 year anniversary of the fall of the BERLIN WALL.“
Vorher auf Nerdcore:
Bailout-Oster-Streetart
Demonstration gegen Netzsperren in Berlin (plus Meldungen von Explosionen im Iran)

Ich komme grade von der Demo gegen die Netzsperren in Berlin und habe ein paar Bilder davon bei Flickr hochgeladen. Das da oben mag ich sehr gerne, die Piratenflagge und die deutsche Fahne auf einem Bild inklusive einem Herrn mit Zensurbalken (das ist nicht gephotoshopt, die wurden dort verteilt, ich habe lediglich am Kontrast drehen müssen).
Flickr: Demonstration in Berlin gegen Netzsperren
Ich schätze mal, dass ungefähr 400 Leute da waren, da ist noch Luft nach oben, aber für 4 Tage Organisationszeit ist das nicht schlecht. Jörg Tauss hat auf der Kundgebung am Potsdamer Platz dann seinen Austritt aus der SPD und seinen Beitritt bei der Piratenpartei bekanntgegeben. Man merkte ihm und Ströbele (der auch mitgelaufen ist) natürlich in den Reden die politische Erfahrung an und es waren auch die besten Reden heute.
Und noch etwas zu diesem völlig beknackten Lied, das auch heute den ganzen Tag auf der Demo lief: So eine Demo gegen Netzzensur und politischer Aktivismus hat nur wenig mit der Ästhetik einer Party am verfickten Ballermann zu tun und ich will kein Kirmestechno von einer blonden Tralala-Hupfdohle auf einer Demo hören, auf der wir für Grundrechte kämpfen. Unpassender geht’s nicht, lasst diesen Dreck bitte in der Versenkung verschwinden.
Und grade schaue ich CNN, die unbestätigte Meldungen über Explosionen, Tränengas und Wasserwerfer in Teheran melden. Deshalb hier ein paar Links zum Iran:
HR2 Der Tag von gestern, noch bevor Chamenei sich für das Regime aussprach:
Heute ruft Revolutionsführer Chamenei persönlich zum Freitagsgebet in Teheran – das ist mehr als nur ein Gottesdienst. Denn bei dieser Gelegenheit wird sich entscheiden, ob noch mehr Blut fließen wird im Iran oder ob sich doch noch irgendeine friedliche Lösung abzeichnet. Das Mullah-Regime ist in Unruhe geraten, 30 Jahre nach dem Sieg der islamischen Revolution, 30 Jahre nach der Demütigung der USA, 30 Jahre nach der Invasion der Sowjetunion in Afghanistan. Das alles läutete 1979 eine weltweite Zeitenwende ein: Es war der Anfang des Niedergangs der Supermächte, das Erwachen der multipolaren Welt von heute, das Signal zum auch terroristischen Aufstand des Islam gegen den Westen. Der Gottesstaat von Teheran prägt die Welt bis heute – DER TAG über die andere, wichtigere Wende.
Telepolis: In Teheran spitzt sich die Situation zu
Offenbar strömen die Menschen in Teheran bereits zu der Protestkundgebung, während sich massive Polizeieinheiten im Stadtzentrum versammeln sollen. Die Universität sei von Polizei umstellt worden. Wie der Guardian berichtet, ist die Lage weiterhin unklar, da es keine Berichte gebe, weil das Handy-Netz in Teheran teilweise lahmgelegt worden sei.
Andrew Sullivan sammelt Tweets aus Teheran, dort scheint grade die Hölle auszubrechen:
sources from Tehran: ppl are killed, ppl are in blood, tehran is hell.
We witnessed police spraying pepper gas into the eyes of peaceful female protesters
We are here in the dark, all kinds of rumors fly by; nothing is sure.
IRIB TV warned people seriously about going to tomorrow’s rally, mobile network might be down for tomorrow’s rally.
to other sources: this isn’t the police! police is still outside! we’re under attack by Ansar-Hezbolah.
There Will Be Blood — Exclusive Interview With an Iranian Journalist in Tehran: „Another friend from Tehran cried on the phone, after he had been to Tehran University to pray and hear the Ayatollah’s sermon. His last words to me before the mobile phone connection was cut off were: ‘Tomorrow there will be blood.’“
Carrotmob in Berlin: Greentech/Economy-Flashmob
Julia schreibt mir: „Am 13. Juni um 16 Uhr sollen viele viele Leute in der Wiener Straße 40 einkaufen kommen denn der MultiKulti Spätverkauf wird 35% des erzeugten Umsatzes, an diesem Tag, in Klima- und Energie-Effizienz-Maßnahmen investieren.
Das wird der erste Carrotmob in Berlin somit der erste seiner Art in Deutschland. Damit es hoffentlich viele weitere geben wird, brauchen wir jede Hilfe um das Konzept bekannt zu machen.“
Die Wiener Straße ist quasi bei mir ums Eck, ich werde also meinen Sixpack am 13. Juni dort kaufen und vielleicht noch einen kleinen Vorrat Zigaretten – alles für ‘nen Guten Zweck. Ich finde die Idee ja so simpel wie genial: ein Anti-Boykott, der die Geschäfte belohnt, die bereit sind, den größten Anteil in Green Tech zu investieren. Typische Win-Win-Situation, hervorragend!
(Youtube Direkt, via )Alle reden von der Macht der Verbraucher – wir machen ernst! Wir drehen das Prinzip des Boykotts um und belohnen Geschäfte, die bereit sind, etwas zum Positiven hin zu verändern.
Dazu schließen wir uns zusammen und kaufen alle am 13. Juni 2009 um 16 Uhr im Spätkauf MultiKulti in der Wienerstraße 40 ein. Dieser wird 35%, des in dieser Zeit erzielten Umsatzes dazu verwenden, seinen Laden energieeffizienter umzubauen, und so langfristig seine CO2-Bilanz zu senken und damit das Klima zu schützen.
Im Vorfeld wurde dieser kreuzberger Späti ausgewählt, weil er bereit war, mehr als die anderen in energiesparende Maßnahmen zu investieren. Der Carrotmob gibt dem Laden-Besitzer die Chance, sein Image und seine Bekanntheit zu steigern und außerdem an dem Tag eine Menge Bargeld mehr zu machen! Für Ihn heißt das ganz klar: Ein Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz!
Für uns heißt das unser Ziel, den “Erfolg und Misserfolg am Markt” mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu verbinden, erreichen!
Mehr dazu:
TAZ: Neue Protestform carrotmob – Politik mit vollen Einkaufswagen
Carrotmob.org
Meine Ausbeute vom Mauerpark Flohmarkt

Als ich vor zwei Monaten oder so auf dem Flohmarkt am Mauerpark war, da habe ich noch geübt. Zwei, drei Comics, zwei Schüsseln aus ollen Vinylplatten, zwei, drei Bücher, eine Polaroid-Kamera und ein kaputter Stromverteiler habe ich damals mitgenommen. Wie gesagt, nur geübt. Heute habe ich ihn leergekauft.
Ich latschte da also rum, kaufte hier ein paar Comics, da ein paar Bücher und dort nochmal ein paar Comics, als ich auf einmal vor den Stand eines Herren stehenblieb. MAD Magazine, 9 Hefte der alten Serie. Gekauft. Dann schweifte mein Blick weiter und blieb an einem Atari 2600 kleben. Das alte natürlich, mit Holzverkleidung. Gekauft, inklusive 2 Cartridges. Ein Back to the Future-Delorean inklusive Flux-Kompensator. Gekauft. Iron Maidens Debut „Killers“ auf Vinyl mit dem besseren Bruce Dickinson Paul Di’Anno. Gekauft. Ein paar Ausgaben von „Heavy Metal“. Gekauft. Insgesamt habe ich an diesem Stand glatte 50 Euro gelassen und hatte auf einmal 4 Tüten mit Krimskrams.
Und dann der Hammer. Ich kam zu einem kleineren Stand, auf dem stand ein Karton voller Comics und nochmal zwei Stapel daneben, relativ neu, alte neue Marvels, noch nicht aus dem Panini-Verlag, Serien aus den 90ern. Eigentlich für mich nicht besonders interessant, ich stehe eher auf Comic-Hardcover und Sammelbände, aber: Der Mann wollte die komplette Sammlung loswerden. Für 15 Euro, schätzungsweise 150 Hefte von Iron Man über Spawn bis X-Men. Auch alte Elfquest-Comics und Gespenster-Geschichten. 15 Euro. Ich sag’s nochmal: Hammer. Nur: Ich hatte bereits vier Tüten. Schwere Tüten. Da kamen jetzt nochmal zwei Baumwolltaschen vollgestopft mit Comics hinzu, die auch nicht grade sehr leicht waren.
Auf dem Nachhauseweg legte ich schätzungsweise fünfzig Pausen ein, schwitzte drölf Liter und trank 3 halbe Liter Eistee. Aber dafür habe ich jetzt 150 Comics für 15 Euro. Das war das alles mehr als wert.
Hier nun die komplette Ausbeute meines Tages auf dem Flohmarkt am Mauerpark: 1 Atari 2600 inklusive der Games „Reactor“ und „Air Sea Battle“, 1 DeLorian Modell 1:24 aus Metall inklusive herausnehmbaren Flux-Kompensator, Iron Maidens „Killers“ auf Vinyl, 9 Ausgaben der alten MAD-Comics, das Buch „Stephen Hawkings Universum“, zwei Ausgaben Heavy Metal, Was ist Was Band 16 „Planeten und Raumfahrt“, Jeff Rovins Buch „A Pictorial History of Science Fiction Films“ von 1975 (ziemlich fantastisch, viele alte B-Filme, die ich noch nicht kannte), Georg Seeßlens „Kino des Phantastischen – Geschichte und Mythologie des Horrorfilms“, eine Ausgabe des Dudens von 1902 in damals noch übersichtlichem DinA6-Format und mit grade mal 126 Seiten.
10 Ironman-Comics, 9x Captain America, 9x X-Men, 8x Wolverine, 16x Avengers, 16x Fantastic Four, 21x Spiderman, 5x Elfquest, 4x Star Wars, 6x Witchblade, 2x Alan Moores Supreme, 2x DC vs Marvel Comics, 2x Batman, 3x Superman, 3x Gespenster-Geschichten, 3x Spuk-Geschichten, 2x Daredevil und nochmal 39 Einzelhefte von Spawn bis Darkness und ein paar Mangas. Insgesamt also 160 Comics für 15 Euro. Hammer.
Die grandiosteste Ausbeute vom Flohmarkt heute waren aber gar nicht die Comics oder das Atari 2600, sondern diese fantastische Leggins eines Herren mit Rasta-Locken: Voller Leopardenfellmusterawesomeness galore. Only in Berlin.

Vice über das C-Base, die 4,5 Millionen alte Raumstation unter Berlin
Vice hat einen schönen Artikel und Interview über Berlins C-Base (Wikipedia), das sich selbst als 4,5 Millionen Jahre alte Raumstation verkauft. Ich hab’s bisher vor lauter Faulheit Zeitmangel bisher noch nicht geschaft, mir das Ding mal anzusehen, dürfte sich aber bald ändern, weil unter anderem Treffen der Piratenpartei dort stattfinden. Das Video oben stammt von der Website der Raumstation, Snip vom Vice-Mag:
Vice: Hello, can you please explain what C-base is?
Hein-C: C-base is a space station. When you take a look at our logo you see that the televions tower is not what everybody else thinks it is. It is the center of our space station and functions as our transmitter. It wasn’t built in the 60s. It was exposed by agents who thought they were construction workers due to a post-zygote blocking they had. The transmitter came to light because after WWII so much scrap metal came to Berlin that self-destruction set on. That included parts of our communication system. Certain parts of the actuation cause the ball on top of the transmitter to have two different energetic fields and these have a bigger influence than the station itself. That makes it possible to leave the space-time continuum and do intercellular traveling.Wow, that was a lot of stuff … I thought, space stations belong into outer space?
C-base came in the earth’s orbit about 4.5 million years ago and crashed 250,000 years ago.
IT Crowd Staffel 4 kommt und dann der fliegende Elektroschrott

Yes! Zuerst hatte Den of Geek eine Meldung, dass einer vierte Staffel von IT Crowd grünes Licht gegeben wurde, für die ich allerdings nirgends eine Bestätigung finden konnte. Dann fand Jeriko diesen Link zu Digital Spy, dort steht:
Chris O’Dowd – aka Roy – has almost confirmed a fourth series and a Christmas special. Woo!
“I think we’ll do a Christmas special in the summer and then shoot a new series at the end of the year, start of next year, if we’re all free,” he told us.
Adding fuel to the fire, O’Dowd also let slip that Graham Linehan has already started writing the next series.
Eine vierte Staffel plus ein IT Crowd-Weihnachtsspecial! Whoooohoo! Is’ wie Ostern, ey! Und dann, und dann – kommt die Büro-Bagage auf die Idee, ein Bierchen trinken zu gehen. Und zwar sofort. Und ich kann die vierte IT Crowd-Staffel nicht bloggen! Denn was gibt es wichtigeres, als die vierte Staffel Jen, Roy und Moss? Eben, aber hilft ja nix, also: Feierabendbierchen.
Und dann geht man ein, zwei, fünf Bier trinken und auf einmal fliegen aus dem Haus irgendwelche Elektroschrott-Teile um die Ohren. Kein Scheiß: Wir saßen da und schwatzten und auf einmal macht es BOINK! und PLENK! und irgendein Vollidiot schmeisst aus dem soundsovielten Stock irgendwelches Zeug auf die Straße. Eins davon eindeutig ein Battereiladegerätdingsbums. Woraufhin man aufspring, laut „Ey, geht’s noch?“ in die Höhe ruft und einem die herbeilaufenden Teenies erklären, dass ihr Kumpel mal von so einem Dingsbums getroffen wurde und danach mit gebrochenem Schlüsselbein im Krankenhaus lag. Passiert also mehr oder weniger regelmäßig hier in Berlin-Kreuzberg: Beware of the flying Elektroschrott.
Und wegen der Biers und dem fliegenden Elektrodings komme ich jetzt erst dazu, hier die vierte IT Crowd-Staffel zu bloggen. Und das Weihnachsspecial. Weil, is’ ja Ostern. Furchtbar, dieses Real Life. Hält einen viel zu oft von den wirklich relevanten Inhalten ab.
Home Sweet Home

Zuhause einen meiner liebsten Lieblingsfilme der 80er schauen: „Wolfen“. Dahinter leuchtet meine Porno-Lichterkettendingsbums, in rot. Ein Bruchteil meiner DVD- und Comic-Sammlung stapelt sich auf dem Boden, so wie ich es mag, so ohne Regal. Gestern in meiner ersten eigenen Waschmaschine die erste Ladung Wäsche in meiner ersten Wohnung in meinem ersten Jahr in Berlin gewaschen, whoohoo!
Neulich habe ich mir Teppiche gekauft. Orangerote Zuschnitt-Reste, lose verlegt, werfen Wellen, unperfekt perfekt. Die Lavalampe leuchtet im orange-pinken Licht. Die Godzilla-Millennium-Box macht sich hervorragend. Heute mittag lies ich mir Gardinen zuschneiden, schwarz, im Kontrast zum ganzen roten Kram. Dazu diese Lichtblocklampe (ich nenne sie gerne meine „Wall of Light“), nicht im Bild, circa 100 x 50 x 15 Zentimeter gedämpftes Licht, spießiges Lichtdesign im Kontrast zum ganzen roten Puff-Kram.
Ebenfalls nicht im Bild: mein Tigerfell. Ich habe mir ein Tigerfell gekauft, kein echtes selbstverständlicherweise. Aber es liegt da auf dem orangeroten Teppich und sieht aus, wie ein Tigerfell eben aussieht. Ein Tigerfell! Porno-Puff-Design meets Ikea-Spießigkeit. Dazu haufenweise Roboter und Toys. Und eine Energiesparlampe, die kaltes, weißes Licht auf meinen knallblauen Sitzsack wirft, in dem ich manchmal sitze und ein Buch oder ein Comic lese. Knallblau, für den Kontrast, u know.
Langsam bin ich zuhause. So zuhause, dass ich sagen kann: Ich bin zuhause, in Berlin. Mit meinem Tigerfell und meinen Robotern und „Wolfen“ und meinen Comics und meinem Tigerfell und Godzilla und den Watchmen und meinem Tigerfell, aber auch mit meiner spießigen Wall of Light. And I fuckin’ love it!
Herm und Jus Berlin Streetart-Tour-Video
Wie man ohne Fahrstuhl in den zwölften Stock eines Hauses zieht, ohne wahnsinnig zu werden

Es begab sich also am 28. Januar 2009, dass ich die Schlüssel zu meiner ersten Wohnung in Berlin überreicht bekam. Ich sprang also ein bisschen in Berlin herum, packte meinen Kram bei Nilz zusammen, dem ich nun ungefähr zweieinhalb Monate die Butze vollgequalmt hatte, und zog mit zwei Matratzen, einer schweren Tasche voller Klamotten, einem Rucksack voller Klamotten, zwei schweren Kartons voller Roboter, DVDs, Bücher und Comics, fünf Stofftaschen voller Bücher und Comics und Papierkram, einem Wäscheständer, einer Tasche mit einer Playstation und ein paar Games und ein bisschen Bettwäsche von dannen.
So ein Umzug in den zwölften Stock eines Hauses ist mit so viel Kram dann kein Problem, wenn der Fahrstuhl fährt. Wenn selbiger kaputt ist, ist man ziemlich gefickt. Und so saß ich gestern abend um 18 Uhr auf zwei Matratzen, einer schweren Tasche voller Klamotten, einem Rucksack voller Klamotten, zwei schweren Kartons voller Roboter, DVDs, Bücher und Comics, fünf Stofftaschen voller Bücher und Comics und Papierkram, einem Wäscheständer, einer Tasche mit einer Playstation und ein paar Games und ein bisschen Bettwäsche, reckte meine Fäuste geballt gen Himmel und schrie: „Warum, Du ungeficktes, nichtexistierendes Dings… warum?!“ Als schließlich zwei Jungs in Overalls den Vorraum betraten, die mir mitteilten, das Ding sei tatsächlich kaputt, man habe zwar einen Techniker gerufen, man wisse aber nicht, wann der komme, da stellte ich flugs nur folgende Frage: „Soll ich jetzt ‘ne Stunde warten und dann den Scheiß hochtragen? Oder soll ich lieber gleich damit anfangen?“ Darauf antwortete der eine: „Kleiner Tipp: Fang gleich damit an, der kommt heute eh nicht mehr.“
Woraufhin ich mein Gesicht in den Händen begrub und anfing zu weinen.
Zwei Matratzen, einer schweren Tasche voller Klamotten, einem Rucksack voller Klamotten, zwei schweren Kartons voller Roboter, DVDs, Bücher und Comics, fünf Stofftaschen voller Bücher und Comics und Papierkram, einem Wäscheständer, einer Tasche mit einer Playstation und ein paar Games und ein bisschen Bettwäsche schleppt man am besten so in den zwölften Stock:
Zunächst schleppte ich alles der Reihe nach in den zweiten Stock. Da hat man schonmal eine psychologische Marke erreicht, denn ein Sechstel der Arbeit ist getan, die Horrorvorstellung von fünf Sechsteln, die noch vor einem liegen ist aber leider allgegenwärtig. Von hier packt man zunächst die schweren Kartons in Zweierschritten nach oben, durchsetzt von leichterem Kram, den man gleich vier Stockwerke weiter nach oben transportiert. Am Ende dieses mittleren Durchgangs hat man den Kram also von Etage 10 bis 4 verteilt. Nun beginnt der vorletzte Akt: Alles wird in den zehnten geschleppt von wo aus man den fiesen finalen Arbeitsschritt einleitet und alles in den 12. Stock hievt.
Was sich hier locker in einer Minute gelesen hat, dauerte gestern drei Stunden. Drei Stunden des Ackerns, Schwitzens und Fluchens. Immerhin: Ich habe dabei das halbe Haus kennengelernt, die immerhin auch die Treppe benutzen mussten. Dabei ergaben sich lustige Dialoge, die ich genau so ungefähr zehnmal führte. Das ging dann so:
X so: „Ach je, ausgerechnet jetzt!“
Ich so: Keuch (leise, fast flüsternd:) „Ich weiß!“
X so: „In welche Etage müssen Sie denn?“
Ich so: Japps (leise, fast flüsternd:) „12“
X so: „Ach Du scheiße!“ gefolgt von einem mitleidigen Blick.
Ich so: Keuch (leise, fast flüsternd:) „Ich weiß!“
Schließlich hat man irgendwann nach drei Stunden seinen ganzen Kram in der Wohnung und einen Bärenhunger. Woraufhin man nochmal alle 12 Etagen runtersteigt, im Supermarkt vor der Tür einen abgepackten Salat und Brot und ein paar Getränke kauft, alle 12 Etagen wieder nach oben steigt, bei Kerzenlicht (man hat ja noch keine Lampen, nicht wahr?) das beste Mahl seines Lebens vertilgt, ins Bett fällt wie ein Stein und innerhalb von drei Sekunden einschläft.
Ich hab’ das mal ausgerechnet: Ich habe ungefähr bei jedem Hochschlepp-Vorgang: 1 Matratze bzw. 1 Karton bzw die große Tasche plus Rucksack plus drei kleine Taschen, den Wäscheständer plus Bettwäsche und die Playstationtasche plus noch zwei Taschen – ich musste also diese zwölf Etagen sieben mal hoch- und runterlatschen, mit Zeugs! Das sind 72 84 Etagen. Zum Vergleich: das Empire State Building hat 102 Stockwerke. Ich habe also gestern mit Umzugsscheiß ungefähr drei Viertel der Höhe des Empire State Buildings erklommen.
Die Vintage-Waage im U-Bahnhof vor der Weihnachtsfeier

Bevor ich gestern mit der Spreeblick-Gang eine halbe Pizza verdrückt, schöne Geschenke beim Wichteln verteilt habe (Ich bin ein Kochbuch reicher, yay! <-- das yay ist übrigens tatsächlich gänzlich unironisch gemeint, ich liebe Kochen, auch wenn ich’s viel zu selten mache) und mir danach in irgendeiner Kreuzberger Kneipe bis um 6 Uhr morgens mit Max und Franzi die Lichter ausgeknippst habe, kam ich wie jeden Tag im U-Bahnhof Wedding an dieser vintage Waage vorbei. Die steht da einfach so rum und sieht schick aus, jedenfalls denkt man nicht wirklich an eine vintage Waage, wenn man in Berlin in eine U-Bahn-Station latscht.

Was mich zu einer Frage kommen lässt: Welche Museen sollte man in Berlin gesehen haben? Ihr wisst schon: Dinosaurier und Space und sowas. Und jede Menge vintage Maschinen. Kunst auch. Gerne klassisch, modern geht aber auch okay, Streetart ist natürlich immer willkommen, aber gibts tatsächlich schon Streetart-Museen? Nee, oder?
Laut des Geschreibsels auf dieser Waage habe ich übrigens satte 20 Kilo Übergewicht. Diese Angabe halte ich jetzt aber auch für ganz schön vintage, ey.
Blus giant Berlin-Streetart
(Youtube Direktblu, via Ohwhataworld)
Den Streetartist Blu hatte ich zuletzt bei Spreeblick mit seiner wahnsinnig gehirnverknotenden Stop-Motion-Animation. Neulich hat er in Berlin zwei gigantische neue Artworks hinterlassen, die Anne bereits hier dokumentiert hatte und jetzt hat sie das dazugehörige Video ausgegraben, das den Herren auf einem Kran (oder wie nennt man das?) an mehreren Tagen bei der Arbeit zeigt. Wahnsinn!
Untrügliche Zeichen, dass Du neu in der Stadt bist
In der U-Bahn an jeder verdammten Haltestelle umschauen, ob es schon die richtige ist, obwohl man genau weiß, dass sie erst nach ein paar Halts kommt. Außerdem: Man stöpselt iPod-Kopfhörer nicht ein, weil man die Durchsagen nicht verpassen will. Apropos neu in der Stadt: Wo kann man hier (Berlin) gescheite Shirts kaufen, die nicht übertrieben teuer, aber trotzdem schick bedruckt sind? Und gibt es außer dem Groben Unfug noch einen Comic-Laden der sich lohnt? Gibt es irgendwelche WTF-Restaurants, die man kennen sollte? Insekten?
Ich habe übrigens festgestellt, dass Comics meine neue Musik sind. Desto weniger ich hier über Musik schreibe, desto öfter schreibe ich über gezeichnete Superhelden. Grade lese ich die „Batman R.I.P.“-Storyline und habe mir ein Marvel-Comic namens „Unknown“ (oder so ähnlich) zurücklegen lassen. Comics kaufen ist mein neues Platten kaufen. Aber das nur am Rande.
Mein Tag, ab nach Berlin

Liebes Tagebuch, heute bin ich quer durchs schneebedeckte Land gefahren und bin in Berlin gelandet. Hier bleibe ich erstmal, hier find’ ich’s dufte, auch wenn die kommenden Wochen eher stressiger Natur werden dürften, denn: eine eigene Bleibe will gefunden und jede Menge Arbeit erledigt werden. Aber dazu bin ich ja da, nicht wahr?
§$%&!
Bislang habe ich mit der Mitfahrzentrale ausschließlich gute Erfahrungen gemacht und das schlimmste, was ich da mal erlebt habe, war ein Typ, der in 3 Stunden von Berlin nach Mainz mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von gefühlten 500 Kilometern pro Minute geheizt ist, während ich mich im Sitze festgekrallt habe. Oder diese eine Fahrt, die stimmungstechnisch nicht so der Brüller war. Aber ansonsten war das bislang sehr cool. Bis heute
Denn eigentlich müsste ich seit zwei Stunden in einem VW-Transporter auf der Autobahn in Richtung Frankfurt düsen. Eigentlich müsste ich mittlerweile auf Seite Zweihundertunddrölf von Sven Regners „Kleiner Bruder“ angekommen sein und eigentlich wären wir schon aus Berlin raus und irgendwo, wo ich mich nicht auskenne. Stattdessen sitze ich immer noch in Berlin und tippe Blödsinn in mein Weblog.
Denn –
Meine Mitfahrgelegenheit: Dieses verfickte Arschloch, diese blöde Wichser, dieser selten dämliche Kretin, dieser Wurmfortsatz einer Hyäne, dieses Eitergeschwür am Pimmel einer Laus, dieses schimmelige, schleimige Bodensatzkonzentrat auf dem Grund einer Kläranlage in Sao Paolo, dieser elende Pfeifenwichs, dieser Furz einer räudigen Hündin, dieses Geschwülst im Geschwülst eines Geschwülstes, dieses, wie gesagt, Arschloch
– hat mich sitzengelassen, so dass ich zwei Stunden in Zehlendorf am S-Bahnhof auf diesen Penner gewartet habe, mir langsam aber sicher den Arsch abfror, nur um schließlich irgendwann zu Freunden zu fahren und ein Bahnticket zu buchen. Ich möchte gerne dem vorangegangenen Absatz noch einmal mehr Ausdruck verleihen, in dem ich ihn einfach noch einmal nach diesen kopiere:
Meine Mitfahrgelegenheit: Dieses verfickte Arschloch, diese blöde Wichser, dieser selten dämliche Kretin, dieser Wurmfortsatz einer Hyäne, dieses Eitergeschwür am Pimmel einer Laus, dieses schimmelige, schleimige Bodensatzkonzentrat auf dem Grund einer Kläranlage in Sao Paolo, dieser elende Pfeifenwichs, dieser Furz einer räudigen Hündin, dieses Geschwülst im Geschwülst eines Geschwülstes, dieses, wie gesagt, Arschloch hat mich sitzengelassen. Wichser.
Aber ansonsten habe ich mit diesem Mitfahrgelegenheitsangebot ausschließlich gute Erfahrungen gemacht.
Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!
On my way home
Grade eben frisch geduscht, die Butze aufgeräumt, damit der Wohnungsinhaber nicht allzusehr umkippt, wenn er wiederkommt, den Wäscheständer und -korb seinem Besitzer zurückgebracht, die drei leeren Bierflaschen entsorgt, den Müll runtergebracht, den Schlüssel und die unangebrochenen Süßigkeiten beim Mitbewohner abgegeben, ein paar Comics mitgenommen, ein paar Comics dagelassen, eine Nachricht geschrieben („Ich hab ein paar Comics mitgenommen, ich hab ein paar Comics dagelassen“), Gepäck gepackt, noch eine geraucht, Bett gemacht und die Elektronik wieder so hergerichtet, wie ich sie vorgefunden habe. Jetzt verlasse ich die Wohnung, esse den vorerst letzten Döner bei meinem Türken um die Ecke und fahre zurück in mein 3000-Seelen-Kaff, was nach zwei Wochen Berlin garantiert ein Kulturschock wird. Jede Wette.
Stimmt es, dass es sein muss? Ist für heute wirklich Schluß? Heute ist nicht alle Tage, ich komm’ wieder, keine Frage! Und dann, um zu bleiben.
Wie mir am Wochenende kein Handy geklaut wurde und ich doch nicht auf’s Maul bekam
Mein erster tatsächlicher WTF-Moment in Berlin. Ich sitze bei meinem Türken und verspeise einen Döner für Zweifuffzich zum Frühstück um zwölf Uhr mittags. Döner für Zweifuffzich löst in mir übrigens immer noch unkontrollierbare Zuckungen der Freude aus und das wird wohl noch ein paar Tage so bleiben, denn man muss wissen: Döner kostet da wo ich herkomme ungefähr das Doppelte. Ungeheuerlich. Jedenfalls saß ich da so bei meinem Türken und verspeiste einen Döner für Zweifuffzich. Nun muss man wissen, dass ich, als ich auf mein Mittagsmahl wartete, auf meinem iPhone das Game „Bejeweled 2“ spielte, ein Game, dass man mir lieber mal wegnehmen sollte, denn ich bin hochoffiziell süchtig und mein Rekord liegt bei Level 17. Als meine Fladenbrot/Fleisch-Mischung kam, legte ich das Ding beiseite und fing an zu kauen. Ein Fehler.
Denn mitten in meinem Dönerfürzweifuffzich-Ritual grapschte auf einmal ein junger Mann nach meinem iPhone und meinte lapidar „Ey, is mein Handy jetz“ und mein Puls beschleunigte von mittagsfrühstückfreundlichen 3 Schlägen pro Minute auf 785 pro Sekunde, Adrenalin pumpte durch meinen Körper und ich dachte nur „Oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck, jetzt wird Dir Dein Handy abgenommen“. Dann lachte der junge Mann und meinte „Nee, isch hab auch eins, is das 3G?“ Da blieb mir nur die Erwiderung „Ey, Alter, Du Arschloch“, begleitet von einem befreiendem Lachen und ab da unterhielten wir uns kurz über iPhones und Touchscreens und mein Puls beruhigte sich langsam, aber sicher. Das Handy habe ich danach doch lieber in die Tasche verfrachtet.
Timewarp. Zirka 36 Stunden später, es ist Nacht und ich bin auf dem Weg zu einer als Ausstellung verkleidete Party oder auf eine als Party verkleidete Ausstellung, da bin ich mir noch nicht so sicher.
Wie es in Berlin so Brauch ist, kaufte ich mir an einem der tausend Stände ein Becks und latschte vom U-Bahnhof zur Straßenbahn, als hinter mir ein weiterer junger Mann losrennt, um die Tramm zu erwischen, rempelt mich selbstverständlich an und das Bier fliegt einen tollen Looping drehend zu Boden, nicht ohne meine und seine Hose zu versauen. Er rannte noch eine Weile, als ihm das Malheur auffiel und er zu seiner ebenfalls rennenden Gang meint: „Ey, der Wichser hat sein Bier auf mir ausgeleert“ oder sowas. Jedenfalls guckte er ziemlich sauer und ich dachte nur „Oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck oh fuck, jetzt gibt’s auf die Fresse“. Meine Deeskalationsstrategie bestand im zügigen Besteigen der Straßenbahn, in der die Jungs breitarmig an mir vorbeischritten und mich böse anschauten, während ich eine ausladende Geste inklusive sehr hochgezogener Augenbrauen machte, womit ich körpersprachlich „Shit happens“ und „Selber schuld“ sagte.
Passiert ist nix und Berlin meint es gut mit mir. Noch.
Von Umzügen und Bruce Wayne
Gestern hab ich zwei Jungs verarscht. Ich hatte mir grade das wundervolle Buch „Bat-Manga! The Secret History of Batman in Japan“ (und die MAD-Ausgabe mit diesem Alfred E. Neumann-Poster) und blätterte darin rum, als eine Mami mit ihren zwei Söhnen ins Büro kam. „Ins Büro“ klingt an dieser Stelle vielleicht merkwürdig, aber man muss wissen: ich bin hier nicht zum Spaß in Berlin, ich bin hier zum arbeiten!
Jedenfalls kamen da zwei Jungs ins Büro, so acht oder zehn Jahre alt, die fanden Batman natürlich super und als ich ihnen erzählte, dass ich Bruce Wayne kenne, wollten sie mir nicht glauben. Aber dann sagte ich, sie sollten doch meinen Papa fragen, der kenne den nämlich auch und seit diesem Moment bin ich für die zwei der Typ, der Batman kennt. Wow!
Leider war Batman heute nicht da, sonst hätte er mal mit anpacken können beim Umzug, bei dem ich heute geholfen habe. Ein Umzug in den fünften Stock. Ohne Aufzug. Mit drei Millionen Büchern und Zeugs und Kartons und Lampen und Sofas und Schränken und noch mehr Zeugs. Das sind dann die Momente, da merkt man: Du bist keine 20 mehr, René. Und: die Betrinkerei nach dem Kurzfilmfestivalpreisverleihungsdingsbums war keine gute Idee. Ich habe ja keine Ahnung, wie Batman das macht in seinem Alter, aber dafür habe ich während der Schlepperei an einem Baby geschnuppert, das wie ein Pfirsich aussah. Roch gut, genauso wie Babies eben so riechen, nur besser.
Und nachdem ich mich jetzt auf der Couch meines Vertrauens lang gemacht habe, noch ein wenig verschnaufen und ein langes Bad nehmen werde, stehen heute abend gleich zwei Konzerte und eine Party auf dem Programm. Kaum ist man mal in Berlin, schon rappelts im Karton voller Sozialstress. Und morgen fall’ ich in mein ein Bett und stehe für 24 Stunden nicht mehr auf.
Nach Berlin reinfahren
Was mir ja immer aufgefallen ist, wenn ich mit dem Auto nach Berlin gefahren bin (oder auch: wenn ich mit dem Auto aus Berlin rausgefahren bin), ist folgendes: man fährt so auf der Autobahn vorbei an jeder Menge Wald und ist zwei Sekunden später mitten in der Stadt. Nach Berlin reinfahren ist eine „von Null auf Hundert in 0 Sekunden“-Angelegenheit, das Verhältnis zwischen „In Berlin“ und „Nicht in Berlin“ ist genau wie das zwischen Schwarz und Weiß, da gibt es geine Graustufen.
Ganz anders ist das in Frankfurt. Da fährt man durch Käffer, dann durch größere Käffer, schließlich durch naheliegende Ortschaften um schließlich am lose besiedelten Stadtrand zu landen, von dem man sich langsam dem Stadtkern nähert. Berlin hat keine naheliegenden Ortschaften (sag ich mal so), sondern ist Kern, komplett. Und deshalb fährt man erst durch jede Menge Wald und ist eine Sekunde später mitten in der Stadt, wobei Mitte hier nicht Mitte meint, sondern: Berlin hat kein massemäßiges Zentrum, dass sich zu den Rändern hin ausdünnt. Unter Grafikern sagt man: verjüngt. Berlin verjüngt nicht. Berlin ist oder ist nicht.
Tschüss Berlin,
war schön mit Dir, nur dass Du mir um 5 Uhr morgens keine Currywurscht mehr verkaufen willst, fand ich komisch. Aber ansonsten war’s mal wieder toll mit Dir. Und jetzt setze ich mich in den Zug und fahre 5 Stunden durch Deutschland, habe allerdings so eine Ahnung, wann ich wiederkomme. Peng, Krach, Silvester in Berlin, anyone?
Moinsen Internetz,
Der Batman im Imax war dann nochmal eine Spur beeindruckender, als auf einem 17″-Display im „normalen“ Kino und es ist unfassbar, wie lange eine Gruppe von ungefähr zehn Bloggern (ich hab nicht gezählt) braucht, um zu entscheiden, in welche Kneipe man danach weiterzieht und wie man da hinkommet. Faszinierend, wie eine Diskussion in Kommentaren. Wenn man allerdings dann endlich in der Kneipe hockt und ein Bier nach dem anderen trinkt, bekloppte Spiele zockt, Musiktheorie diskutiert, sich schließlich mit Jägermeister den Rest gibt und ganz zum Schluß den Besitzern hilft, die Stühle hochzustellen, dann weiß man: das war ein guter Abend.
Was ich nicht mehr weiß: wie ich ins Hotel gekommen bin. Aber ich bin hier und alles ist noch heil, diese Nacht war also eher harmlos. Wir haben übrigens grade Viertel nach Drei und ich habe noch nix gefrühstückt. Hell, Yeah! Wie früher™!
Hallo Internet,
Gestern habe ich mich mit Bier aus der Badewanne volllaufen lassen. Volllaufen sieht lustig aus mit seinen drei L in der Mitte, ungefähr so lustig wie ich gestern vollgelaufen ausgesehen haben muss, nachdem ich mir mit so grünem Zeugs, das nach Pfefferminz schmeckte, tatsächlich aber lupenreiner Alkohol war, die Lichter ausgeknippst hatte.
Nein, so schlimm war er nicht wirklich, aber so schreibt’s sich viel spannender. Und jetzt gehe ich frisch geduscht frühstücken (jawohlja, um 12:40 gehe ich frühstücken, wann denn bitteschön sonst?) und Metallica ausfragen. Ich frage sie glaube ich, wie das grüne Zeugs heisst, das nach Pfefferminz schmeckt. Die kennen sich ja aus mit sowas.

Lets be a Zombie!!!





