General Robots

Ausdruck: Jerikos Blogmag

Mein Buddy und ehemaliger Mitbewohner Christoph hat mit ausgewählten Texte aus der deutschen Blogosphäre ein PDF-Mag gebastelt und das ist echt schick geworden. Und das sage ich nicht deshalb, weil da auch eine olle Story von mir dabei ist. Schöne Typo, schicke Bilder… tolles Dings!

Ausdruck

Ich als Zombie (ohne Zombie-Maske – noch!)

In der Nachbarschaft vom Spreeblick-Büro drehen sie grade einen Zombiefilm namens „Rammbock“, und dreimal darf der geneigte Leser raten, welcher Spezialist für Wiedergänger da einen der Untoten abgeben wird. Genau.

Der Zombie-Choreograph (doch, sowas gibt’s) hat mich im Laufe des Tages während des Zombie-Trainings (doch, sowas gibt’s) zum Zombie-Polizisten befördert, der vor einer angeknabberten Dame rumbrüllen muss. Und ja, die Zombies rennen. Geht zwar nicht, aber wir sind ja hier beim Film, nicht war?

Mein Buddy Johnny war so nett und hat die Proben kurz gefilmt, rumrennen und rumknurren musste ich aber alleine. Und das geht auf die Beine und auf die Stimmbänder, wenn man das Hirnjagen nicht gewohnt ist. Muskelkater ist bei Zombies zwar eher ungewöhnlich, aber möglich, wie ich grade feststellen darf.


(Youtube Direktzombie)

Gedreht wird ab November und wenn ich in Maske vor mich hinblute, gibt’s hier ein paar Knallerfotos, versprochen!

Vom Flaschenöffnen mit verstauchtem Finger

Anstatt mir irgendeinen Kommentar zu dieser ganz und gar schauerlichen Veranstaltung in drölf Fernsehanstalten da grade abzuringen, in der die beiden Protagonisten in einem Wettbewerb um die größtmöglich darzubietende Steifheit vor der Kamera beide am laufenden Band Höchstbewertungen von meiner Seite aus einfahren und deren Stock im Arsch ja schon weit oben wieder rauskommt und hoffentlich bald die Studiobeleuchtung kaputt haut, damit da endlich schluß ist mit diesem Schauerspiel… anstatt mir also darüber einen Kommentar abzuringen, möchte ich auf ein echtes Problem im Alltagsleben mit verstauchtem Daumen hinweisen.

Man muss wissen, seit Jahren – ach was!: Jahrzehnten! – öffne ich nun schon meine allabendlichen wohlverdienten Biere mit einer kurzen, mir schon in Fleisch und Blut übergegangenen Bewegung mit einem Feuerzeug. Dazu greift man die Flasche am oberen Rand und nutzt den Daumen zum Einsatz einer Hebelwirkung durch das Feuerzeug, das den Kronkorken im besten Fall im hohen Bogen in den Müll befördert.

Allein: Mit einem verstauchten Daumen oder genauer: Mit einem verstauchten Daumenwurzeldingsgelenk kann man diese Bierflaschenöffnertechnik in die Tonne treten. Mit Links funktioniert genausowenig, weil sich dank der griffkraftverringernden Wirkung der Verletzung nicht genug Druck auf das Feuerzeug aufbauen lässt. Und einen Flaschenöffner besitze ich nicht, aufgrund der jahrelangen, guten Erfahrungen mit der herkömmlichen Methode.

Und nun? Dosenbier?

Herbst-Commercial mit Laub-Snowboardern


(Vimeo Direktlaub, via Notcot)

Der Sommer neigt sich ja gottseidank dem Ende zu, wäre das noch eine Woche so weitergegangen, hätte man mein Gehirn vom Boden aufwischen können. Hier jedenfalls ein schicker Spot für Zimtstern, in dem Snowboarder auf Laub surfen. Auf CLDFX gibt’s noch ein Making Of.

Soul’n'Comments


(Youtube Direktsoul)

Dieses Posting soll über zwei Dinge informieren, und zwar:

1.) Ich befinde mich derzeit zu 100% im Urlaubsmodus, liege nur auf dem Balkon in der Sonne rum, schlürfe selbstgepressten O-Saft und höre nur Soul-Klassiker, auf was anderes lässt sich mein Musikgeschmackszentrum derzeit nicht ein. Deshalb oben Ben E. King mit „Supernatural Thing“.

2.) Das Kommentarfeld und die Sidebar laden sich in der Singlepost-Ansicht tot, schuld ist nix bei Nerdcore, sondern irgendwas beim Blogvermarkter. Die sind bereits informiert und arbeiten (hoffentlich) dran. Man kann natürlich warten, bis der Ladevorgang einen Timeout zurückgibt und der Rest (also Kommentarfeld und Sidebar) geladen werden, aber das macht ja auch niemand. (Danke für die ganzen Hinweise per Mail, aber ich hab nix gemacht!) Und bis das ganze gefixt ist, bitte ich um rege Benutzung des I♥this-Dingens.

SPD-Wahlkampf mit V for Vendetta

spdvendetta

The Ronald schreibt mir:

Hallo René, dieses Plakat hängt seit heute in Heidelberg aus, der lokale Bundestagsabgeordnete Lothar Binding läd zu seiner “Roten Filmnacht” ein, und posiert selbst als anarchistischer Bombenleger V.

Das Plaket ist ja ganz nett, aber ich finde die Nummer für einen SPD Politiker ziemlich hart. Ob der Lothar den Film schon mal angesehen hat?

Lothar Binding hat übrigens für das Netzsperrengesetz gestimmt (check here) und auch wenn er den Film wahrscheinlich gesehen hat, die Bedeutung von „Nicht das Volk sollte Angst vor seiner Regierung haben, die Regierung sollte Angst vor dem Volk haben“ scheint ihm nicht so ganz klar zu sein. Expect us.

Crasher Squirrel Image-Generator

Wenn Ihr letzte Woche nicht unter einem digitalen Stein gelebt habt, dann habt Ihr dieses Bild von einem Eichhörnchen gesehen, das ein Foto von Melissa Brandts gecrasht hat und genau beim automatisierten Auslösen aufgepoppt ist.

We had our camera set up on some rocks and were getting ready to take the picture when this curious little ground squirrel appeared, became intriqued with the sound of the focusing camera and popped right into our shot! A once in a lifetime moment!

Natürlich wurde das ganze eine Meme und das Viech poppte überall in der Weltgeschichte auf. Und jetzt geht das ganze auch automatisiert mit dem Crasher Squirrel Image-Generator (via Arbroath). Oben crasht das Hörnchen einen seltsamen untoten Herrn und hier stört es Ferris Buellers Kunst-Exkurs.

Und hier dann das ultimative Crasher Squirrel-Bild: Crasher Squirrel crashs the dramatic Chipmunk.

Ach naja, und weil wir hier grade so schön rumsquirreln, hier nochmal der Klassiker:


(Youtube Direktmeme)

Ein Abschiedsgruß an meinen Duschvorhang

Ich war ja bislang zu faul, meinen neuen Duschvorhang aufzuhängen. Was mich allerdings nicht davon abhält, meinem alten Duschvorhang schonmal ein paar Worte des Abschieds mit auf dem Weg zu geben: Komm’ mir bloß nicht zu nahe, doh!

Als Mensch, der jahrelang mit Duschschiebetüren statt Duschvorhängen gelebt hat, geht mir folgende Eigenschaft selbiger ziemlich auf die Nerven: Sie drängeln sich an einen, schmiegen sich kuschelgleich beim Duschen an den Körper. Ich mag das nicht und ich suche mir gerne selber aus, mit wem ich beim Duschen kuschle. Und das sind dann meistens keine Duschvorhänge.

Aber mein Duschvorhang hört ja nicht auf mich und so stehe ich jeden Morgen in der Dusche – und dusche(!) – und der Duschvorhang beginnt ab Minute Zwei des Reinigungsprozesses sich nach innen zu stülpen und wenn man, wie ich, keine Dusche von drölf Quadratmetern zur Verfügung hat, dann klebt er auf einmal an der Seite und den Beinen und drängelt und will kuscheln. Und das Gefühl einer Plastikplane am Körper ist jetzt auch nicht das angenehmste. „Scheiß Duschvorhang, geh weg“ fährts mir dann immer durch den Kopf und befördere ihn mit einer Salve Wasserstrahl aus dem Duschkopf dahin, wo er hingehört.

In meinem amateurphysikalischen Kopf habe ich mir das ganze freilich schon lange wissenschaftlich erklärt. Ich dusche nämlich gerne warm, bin also ein bekennender Warmduscher (was ich 2007 schon einmal bloggte). Und natürlich beheizt das heisse Wasser auch die Luft und warme Luft steigt bekanntlich nach oben, weil die Sauerstoffmoleküle durch das Wasser beheizt heftiger durch die Gegend schwingen (Shwing!), sich daraufhin im Raum ausdehnen und so die Dichte abnimmt, ergo die Luft leichter wird. Und wenn die aufgeheizte Luft nun aufsteigt, muss sie ja irgendwo hin, also macht sie sich über dem Duschvorhang vom Acker und kommt auf der anderen Seite erstmal runter. Dadurch wiederum entsteht in der Dusche (in meinem Fall ein Wannenbad) ein Unterdruck, der den Duschvorhang natürlich nach innen presst.

Die Kuschelneigung des Duschvorhangs hat also rein physikalische Ursachen und ist (gottseidank!) nicht irgendwelchen Körperchemien geschuldet.

Dennoch möchte ich meinem Duschvorhang gegenüber betonen, dass ich in keinster Weise auf Duschvorhänge stehe und dass diese Annäherungsversuche nur zu Missmut meinerseits führen, weshalb ich mir ja, wie Eingangs bereits geschildert, einen neuen besorgt habe. Ob der genauso anzüglich ist, wie der alte, wird sich zeigen. Aber immerhin hat der Blut an den Fingern. (Und ja, die Badematte habe ich auch, ha!)

Kasachstans Space-Müll

spacejunk

Hier ein schöner Foto-Essay über das Alltagsleben in Kasachstan mit dem Müll der russischen Raumfahrt, deren Trägerraketen regelmäßig dort irgendwo aufs Land krachen, nachdem sie ihren Treibstoff verbraucht haben. Die Russen schießen seit April ihre Satelliten von Pletsnesk ins All, Borat hat aber trotzdem noch keine Ruhe, die kasachische Abschußrampe wird weiterhin genutzt.

(Und ich liebe dieses Bild da oben, das hat etwas absolut traumhaftes, Menschen die auf Raumfahrt-Müll rumklettern, während irgendwas runterregnet… könnte aus einem Tim Burton Space-Film stammen.)

On April 16, Russia announced that it would henceforth launch military satellites at the Pletsnesk cosmodrome in northern Russia, ending the practice of launching satellites from the Baikonur Cosmodrome in Kazakhstan. This shift will deprive Kazakh children of the chance to watch some satellites take off, though Baikonur will remain the launchpad for commercial “birds” and manned missions. As these photos show, it will also spare Kazakhs the fallout, literal and otherwise, that occurs in a launch’s wake.

All space-bound rockets consist largely of fuel tanks and booster stages that fall back to earth when spent, never reaching orbit. In landlocked Baikonur, Russia’s primary launching complex in Kazakhstan, these spaceships crash to earth. This photo essay visits the areas where the supporting rockets land, and shows the people living under the flight paths who contend with flaming spaceship wrecks several times each month.

Kazakhstans Spaceship Junkyard – A EurasiaNet Photo Essay by Jonas Bendiksen (via Dangerous Minds)

ZDF-Doku mit Harald Lesch: Zwischenstation Mond – Der Weg ins All

Pasqualle schreibt mir: „Für Fans von Harald Lesch und Alpha Centauri, gibt es heute Nacht im ZDF die „Lange Nacht mit Harald Lesch“ zum Thema „Zwischenstation Mond – Der Weg ins All“. Leider zu der unmöglichen Zeit 2:15 Uhr. Das gut aber ist, dass man die komplette Sendung jetzt schon in der ZDF Mediathek findet. Viel Spaß bei über 2 Stunden Weltraumgedöns.“

[update] Krischn spricht in den Comments vom einem Beginn der Sendung um 0:20 Uhr, die Angaben auf ZDF.de sind widersprüchlich… Ich schätze mal, die haben das vorverlegt und nicht überall korrigiert und tippe auf einen Lift Off um 0:20 Uhr.

Zwischenstation Mond – Der Weg ins All (Danke Pasqualle!)

Vorher auf Nerdcore:
Harald Leschs Sci_Xpert-VCast: SciFi-Tech wissenschaftlich
217 Folgen Alpha Centauri als MP3
Harald Leschs Urknall-Podcasts

Wie ich gestern auf dem U2-Konzert beinahe eine Theologiestudentin zum Atheismus bekehrte

Ich war gestern im Olympia Stadion und habe mir U2 angesehen, weil ich noch an billige Karten gekommen bin (Danke Mickey an dieser Stelle nochmal). Und ich bin ja immer noch dabei, das gesehene irgendwie zu verarbeiten, weil: Die haben mir gestern mein optisches Gehirn rausgeblasen.

Ich bin kein U2-Fan, halte aber „The Joshua Tree“ für eines der besten Alben der 80er. Danach kam, außer „Beautiful Day“, nicht mehr viel großartiges – aber dennoch haben sie es irgendwie geschafft, sich den Status als eine der größten Bands des Planeten zu erhalten. Mit anderen Worten: Mir sind U2 eher egal und ich hatte gestern genau deshalb mit voller Absicht mein „Meh“-Shirt an. Und dieser U2-Mehige René saß dann am Ende der Show mit offenem Mund da und versuchte zu fassen, was er da grade erlebt hatte.

Das war – mit Abstand – die gewaltigste, gigantischste Live- und Light-Show, die ich jemals gesehen habe. Nicht mehr, nicht weniger. Da steht ein „Spaceship“ im Stadion, das zu David Bowies „Space Oddity“ loslegt, die Band kommt auf die Bühne und spielt sich warm, während die Sonne untergeht. Was danach an Atmosphäre und großartigen Momenten passiert, kann man gar nicht wiedergeben. Etwa der Moment, in dem 100.000 Leute „In the name of love“ singen oder aber mein persönlicher Liebling von ihnen: „The unforgetable Fire“. Die Atmo konnte man förmlich mit dem Messer schneiden.

Selbstverständlich erinnert, wenn man die Augenwischerei mal beiseite schiebt, der Bühnenaufbau nicht ohne Zufall an eine Kirche, sind doch U2 bekannt für ihre christlichen Wurzeln und Botschaften. Wahrscheinlich sind sie mir deshalb eher egal. Und deshalb überraschte es mich auch nicht, da gestern eine gläubige (und sehr süße) Theologiestudentin kennengelernt zu haben.

Ich weiß nicht mehr genau, wie wir auf das Thema kamen, aber ich habe ihren Glauben im Laufe der Diskussion über die Existenz eines Gottes einige male ins Wanken gebracht, da sie immer lediglich die humanistischen Werte von Religion betonte und auf den Rest nicht so wirklich eine Antwort hatte, aber hey, der Zweifel gehört ja zum Glauben dazu, na logo! Hätte ich etwas mehr Zeit gehabt, hätte ich sie wahrscheinlich zum Atheismus bekehrt. Leider kam dann ihr Freund und ich war raus. Damn!

Die Show von U2 war übrigens so gigantisch, dass sie soviel CO2 erzeugen, dass man die Band wortwörtlich zum Mars schießen könnte. Kein Wunder, dass Bono die Lichtanlage als Spaceship bezeichnete. Was bleibt ist ein im wahrsten Wortsinn unvergessliches Spektakel, dass so lange nicht mehr getoppt werden wird. Weitere Bilder der Show habe ich grade bei Flickr hochgeladen, für alle, die keine Karten mehr bekommen konnten, hier der Tour-Auftakt in Barcelona in drei 40 Minuten langen Myspace-Videos, das komplette Konzert rekonstruiert aus hunderten Youtube-Clips (Danke Silke!):


(Myspace DirektU2)


(Myspace Direkt360)


(Myspace Direktbono)

Don’t click on a something that says „Don’t click on a something that says ‘A Bathtub full of brains’“

Ich musste grade so lachen: Ich hatte heute morgen in den Links einen Link zu einem Bild mit einer Badewanne voller Gehirne (jaja, ich weiß). Das Bild hat bei Reddit wohl zu ein paar Verspannungen bei Leuten geführt, die ein Problem mit Badewannen voller Gehirne haben, was ich ja auch irgendwie nachvollziehen kann, aber hey, wir sind halt so.

Jetzt hat einer dort den genauso weisen wie wahren Satz „Don’t click on a something that says ‘A Bathtub full of brains’ and then complain because you saw a bathtub full of brains.“ und der erste Kommentar darauf (und die Antworten darauf) sind Gehirnverdreher erster Güteklasse und ich muss hier immer noch lachen, das sind so diese goldenen Internet-Momente. Mit Brains. It can’t get any better than having some fun with brains in a bathtub.

Don’t click on a something that says “A Bathtub full of brains” and then complain because you saw a bathtub full of brains.

- Also don’t click on a something that says “Don’t click on a something that says ‘A Bathtub full of brains’ and then complain because you saw a bathtub full of brains” and then complain because people are complaining about people’s complaints about seeing a bathtub full of brains.

- Now my brain hurts!

- Give it a hot bath

- Take pics

- Then post on reddit.

- But don’t click on it

- Just complain about it.

Don’t click on a something that says “A Bathtub full of brains” and then complain because you saw a bathtub full of brains.

Censordyne, die Zahnpasta für ein strahlend weißes Internet


(Youtube Direktcensordyne)

Ich meinte ja neulich noch zu Max, dass wir garantiert schon bald australische Zustände haben würden, hier bei uns. Die haben nämlich schon all die neuen, tollen Zensurspielereien, die sich unsere Uschis, Wolfgangs und Dieters so sehnlichst wünschen: Verbot von allen +18-Spielen, Internet-Zensur für, und das ist nur eins von vielen Beispielen, Flashgames, die nur für Kids und Erwachsene über 15 (!) Jahren geeignet sind. Ich meine, ey, die verbieten sogar abgefülltes Wasser und das ist kein fucking Scherz:

Shops in the town will now be banned from stocking and selling bottled water and filtered water fountains will be placed on Bundanoon’s main street so people can fill their bottles for free. Visitors to the town will also be discouraged, but not banned, from drinking bottled water.

Das alles (naja, das mit dem Wasser vielleicht doch nicht) werden wir in nur wenigen Jahren auch hierzulande wiederfinden, da verwette ich meinen haarigen Arsch drauf. Bis dahin amüsieren wir uns ein wenig mit der australischen Internet-Zahnpasta Censordyne.

Hier, UschiSPDCDUvonundzuGuttendepp, Deine Morgenminze:

censodyne

Internet nasties affecting network freshness? Try Censordyne! (via MeFi)

Wie ich chinesischen Theologiestudenten erklärte, was ein Zombie-Jesus ist

Als ich grade ein paar Minuten Zeit hatte und zwei chinesische Theologie-Studenten klingelten und einen Vortrag über die Gottesmutter halten wollten, bat ich sie herein mit der geheimen Ahnung, dass das ganz lustig werden würde.

Und so saßen die beiden dann in meiner Küche und erklärten mir, dass die Gottesmutter ja sowas wie… „Doch halt“, warf ich ein, „wenn die Gottesmutter Gottes Mutter ist, und Jesus Gottes Sohn, dann ist sie doch Jesus’ Großmutter, oder?“ Die beiden sahen sich irgendwie ratlos an, weil sie nicht so recht wussten, was ich da grade gesagt hatte, und fuhren fort damit, dass der Gottesvater und die Gottesmutter die Eltern des menschlichen Geistes seien.

„Doch halt“, war ich ein, „der menschliche Geist manifestiert sich eindeutig in den Spuren der Elektronen, die sich durch das Gehirn fräsen. Sie bilden quasi den Fingerabdruck, den manche Geist und andere Seele nennen, doch die Eltern meines Gehirns sind eindeutig meine Eltern und nicht irgendwelche Gotteseltern.“ Wieder sahen sie sich ratlos an und das Mädchen gab mir zu verstehen, dass sie doch bitte nur ihren Vortrag halten sollten. Ich entschuldigte mich brav, nuckelte weiter an meiner Apfelschorle und lauschte dem Vortrag, der sich nun der Unsterblichkeit der Seele widmete und dem wieder auferstandenen Jesus.

Ihr wisst, was als nächstes kam: „Kennt Ihr Zombies?“

Wieder schauten sie sich an, sie fragte ihn „Zombies?“ und er so verwirrt zu mir „Zombies?“ und ich so, „Ja: Zombies, Untote, Wiedergänger. Kennt Ihr Horrorfilme?“ – „?“ Also stand ich von meinem Stuhl auf und machte einen schlurfenden Zombie nach, so ziemlich genau wie in „Shaun of the dead“, da kapierten sie und lachten: „Aaaah, Zombies… nein, nein…“ Ich so: „Doch, doch, wenn Jesus von den Toten wieder auferstand, ist er laut Definition ein Zombie.“ Heilige Verwirrung machte sich in der Küche breit, als ich mich wieder hinsetzte und grinsend an meiner Apfelschorle weitertrank.

Sie so: „Wer kann dem Menschen die Unsterblichkeit der Seele geben?“ Ich so: „Technologie, vielleicht, irgendwann.“ Sie so: „Was ist Technologie?“ Sie kannte das Wort nicht und zückte ein Touchscreen-Handy mit Übersetzungs-Application (Kein Scherz!) und ich zeigte auf das Ding und sagte: „Da, das ist Technologie! Unter Umständen ist der Fingerabdruck der Seele, von dem ich vorhin sprach, irgendwann mal elektronisch speicherbar, uploadbar quasi, um ihn dann in einen neuen Körper runterzuladen. Ergebnis wäre das ewige Leben, dazu braucht es keine Götter.“ Wieder gab sie mir zu verstehen, dass sie doch eigentlich nur ihren Vortrag halten wolle und aufgrund der Sprachbarriere leider nicht alles verstehen würde, was ich sagte.

Also war ich brav, murmelte noch kurz die Worte „Ray Kurzweil“, lies die beiden gewähren und hörte mir noch fünf Minuten christlichen Mumpitz an, bevor die beiden dann gingen. Ich bin ja nicht so.

Tatsächlich war das Gespräch etwas ernsthafter, als es sich hier darstellt, das hier sind nur die lustigen Passagen. Es war ein Gespräch zwischen Gläubigen und einem Atheisten, so wie ich sie gerne führe, hier leider ein wenig behindert durch die Sprachbarriere. Die beiden waren sehr nett und stellten gute Fragen, die man nur leider allesamt wissenschaftlich erklären konnte. Und den Zombie-Jesus werden sie nicht so schnell vergessen, hoffe ich.

Galore: Archiv aus 800 Interviews online

Das Interview-Mag Galore war eins der wenigen Magazine, die ich mir ab und an gekauft habe, wenn die Gesprächspartner interessant genug waren. Die Print-Ausgabe wurde im Juni eingestampft und heute ging die Website online, die (fast) das komplette Archiv umfasst. Noch ist es nicht vollständig, wie ich grade anhand von Scarlett Johannsson und Ray Harryhausen feststellen musste, aber sehr viele der teilweise hochinteressanten Interviews sind bereits online: Hier der Link zum Archiv (via Stylespion), hier ein paar Snips meiner Favorites:

John Cleese: „Der Prozess des Filmemachens ist verdammt langweilig.“

Mr. Cleese, wir erzählen unseren Lesern immer, wo genau das Interview stattgefunden hat. Könnten Sie mir kurz beschreiben, wo Sie sich gerade befinden?

John Cleese: Ich befinde mich in meinem kleinen Strandhaus in Santa Barbara, etwa anderthalb Stunden nördlich von Los Angeles. Ich sitze an einem kleinen Tisch, ins Sonnenlicht getaucht und blicke auf den Pazifik, der etwa 40 Meter von mir entfernt glitzert. Und Sie?

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich den Regen von München.

Auch schön.

Kurt Cobain: „Ich habe ständig das Gefühl, dass mir niemand glaubt. Dauernd verteidige ich mich.“

Haben sich die Leute auf der Highschool distanziert verhalten? Und haben Sie sich irgendwie zurückgezogen?

Ich war der Sündenbock, allerdings nicht in dem Sinne, dass die anderen ständig auf mir herumgehackt hätten. Niemand hat auf mir herumgehackt oder mich verprügelt, weil ich mich damals schon ziemlich abgekapselt hatte. Ich war so menschenscheu, dass es fast schon krankhaft war. Ich fühlte mich so anders und so verrückt, dass die Leute mich einfach von sich aus in Ruhe ließen. Ich hatte das Gefühl, dass ich in der Kategorie „Wahrscheinlichster Kandidat, beim Highschool-Ball alle abzuschlachten“ die meisten Stimmen bekommen würde.

Könnten Sie verstehen, warum jemand so etwas tut? Oder wie man an diesen Punkt gelangen könnte?

Ja, ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass sich der seelische Zustand eines Menschen zunehmend verschlechtert, bis er dazu in der Lage ist. Doch. Ich hatte selbst einen Punkt erreicht, an dem ich darüber fantasierte, hätte mich aber im Zweifelsfall immer eher dafür entschieden, mich selbst umzubringen. Ich liebe solche Filme. Filme über Rache beim Highschool-Tanz und dergleichen haben mir schon immer gefallen. „Carrie“ zum Beispiel.

Gib mir den Rest, Baby…

Indielabel-Guys steal Pizza from P2P-Software-Guys

Ich finde das hier aus irgendeinem komischen Grund superlustig: Die Leute vom New Yorker Indielabel Dovecote gehen Mittwochs immer in eine Pizzeria, die an diesem Tag gratis Pizzen raushauen. Als sie eines Mittwochs wieder mal hinkamen, trafen sie auf eine Gruppe Angestelter der bekannten P2P-Software Limewire. Und dann…

The staff of New Your City indie label Dovecote usually spends Wednasday’s evenings hanging out at The Music Box, a usually quiet joint where the often often gives away free pizza to help bring in a crowd. On a recent Wednesday they walked in to find the place far busier than usual. When a friend told them the free pizza had arrived, Pal and Kosuke from the label went to grab a slice and….

Woman: “Who the FUCK are you? And why are you eating our pizza?”

[Long pause] Kosuke and Paul look confused.

Kosuke: “Are you joking? Is this a joke?”

Woman: “No this is definitely NOT a joke. I want to know who you are and why you’re eating our pizza.”

Kosuke: “Well our friend came in and told us there was free pizza at the bar. We are. So. Sorry. It was a misunderstanding.”

Woman: (with unbridled entitlement) “This is a company party our CEO is here and you STOLE our pizza. Are you from out of town? Because let me tell you, NOTHING is free in New York City. Nothing is free… well maybe except for the condoms in Times Square.”

Paul and Kosuke continue apologizing. They offer to pay for the two slices.

Woman: (didactically snobbish) “We don’t want your money. No. Enjoy the pizza, but you can’t steal other people’s things. You can’t take what’s not yours.”

Again the duo continues their apologies. Kosuke tries to turn the situation around and befriend them.

Kosuke: “What company do you guys work for?”

Woman: “We work for Limewire.”

The Great LimeWire Pizza Robbery

Ich und das Videodrom und das Star Wars Poster Book

Und dann erinnerte mich Thomas an das Videodrom und daran, dass ich ja quasi ums Eck wohnen würde und sich die beste Videothek Deutschlands quasi in Latschweite befindet, weshalb ich heute erst zum Laden latschte und hiernach gleich zur Videothek, während mir das Wetter gefühlte 50 Liter Schweiß aus den Poren presste.

Im Laden kaufte die DVD „Grinshouse Trailer Classics“ mit „55 great movie trailers to rip your guts out!“ mit den Trailern zu garantiert nicht oscarprämierten Filmen wie „Ilsa – She wolf of the SS“, „House of the whipcord“ oder „Eyeball“. Noch dazu die Collectors Edition „Spaced“ und das fantastische Star Wars Poster Book mit hunderten Star Wars Plakaten aus aller Welt und mit dutzenden Motiven, die ich noch nie gesehen hatte. Jump –> Videodrom Verleih.

Was für eine fantastisch sortierte Videothek, ich hätte ja gleich den halben Laden ausleihen können, aber man muss ja realistisch bleiben, mehr als 5 oder 6 Filme schaffe ich auch nicht am Tag und so werde ich mir bis morgen die Perlen „Basket Case 2“ und 3, „Friedhof der Zombies“, „Night of the Demons 3“ und „Them (Ils)“ anschauen, während ich dank des Wetters faul rumliegen und nichts tun werde, außer mir zu meiner hervorragenden Idee zu gratulieren: Ich habe mir nämlich nach der Videodrom-Tour das bei diesen Temperaturen einzig vernünftige Utensil gekauft:

Amazon-Partnerlink: Star Wars Poster Book

Nach dem Dings noch ein paar Bilder aus dem Star Wars Poster Book.
Gib mir den Rest, Baby…

Pirate Bay an Softwarefirma verkauft, soll legal werden

Wie grade bekannt wurde, ist Pirate Bay für rund 5,6 Millionen Euro an den Werbe- und Softwaredienstleister Global Gaming Factory X verkauft worden. Die wollen PB auf eine legale Basis stellen („”We would like to introduce models which entail that content providers and copyright owners get paid for content that is downloaded via the site” said Hans Pandeya, CEO GGF.“)

Bleibt abzuwarten, ob die Musik-Industrie sich genauso bockig anstellt wie bei Napster seinerzeit oder ob sie aus ihren Fehlern gelernt haben. Und es bleibt ebenso abzuwarten, ob das hier nicht ganz einfach das Ende von The Pirate Bay ist. Werden wir alles sehen.

Gleichzeitig übernimmt GGF das IT-Haus Peerialism für zirka 100 Millionen schwedische Kronen. Mit Hilfe von dessen eigenentwickelter Filesharing-Technologie und Pirate Bays populärer Plattform will sich GGF in eine international strategisch wichtige Position im Markt für die digitale Distribution von Inhalte bringen.

GGF plant die Lancierung neuer Geschäftsmodelle, um Contentlieferranten und Urheberrechtsinhaber fair für ihre Arbeit zu vergüten.

Werbedienstleister Global Gaming Factory kauft The Pirate Bay

[update] Peter Sunde zum Verkauf (in einer wackeligen Google-Übersetzung:

Er sagt, dass einige Teile des Kaufvertrages sind vertraulich. Aber eine der anderen Voraussetzungen sind, dass die TPB auch weiterhin ein nicht-kommerzielle – “keine neuen Napster, für das Internet und die Käufer sind intelligenter als die.”

Börsennotiertes Unternehmen kauft The Pirate Bay

[update] Hier ein bisschen Geschwurbel vom Pirate Bay Blog und wie einer der Kommentatoren dort sehr treffend bemerkt: „Incoming shitstorm.“

If the new owners will screw around with the site, nobody will keep using it. That’s the biggest insurance one can have that the site will be run in the way that we all want to. And – you can now not only share files but shares with people. Everybody can indeed be the owner of The Pirate Bay now. That’s awesome and will take the heat of us.

The old crew is still around in different ways. We will also not stop being active in the politics of the internets – quite the opposite. Now we’re fueling up for going into the next gear. TPB will have economical muscles to let people evolve it. It will team up with great technicians to evolve the protocols. And we, the people interested in more than just technology, will have the time to focus on that. It’s win-win-win.

The profits from the sale will go into a foundation that is going to help with projects about freedom of speech, freedom of information and the openess of the nets. I hope everybody will help out in that and realize that this is the best option for all. Don’t worry – be happy!

TPB might change owner (via Dont Panic)

SPD: Hallo spOnline-Besucher, deshalb bin ich gegen Netzsperren.

Hallo liebe spOnline-Besucher, Sie sind hier dank eines Links in dem Artikel “Sie werden sich wünschen, wir wären politikverdrossen” auf Spiegel Online gelandet. Leider hat der Artikel lediglich einen Suchstring zu den Zeichen SPD gesetzt (deshalb auch das irreführende SPD in der Überschrift), mein zentrales Posting zum Netzsperren-Beschluß finden Sie allerdings hier, ganz ohne SPD: Das Gesetz für Netzsperren ist beschlossen: Meine Unabhängigkeitserklärung des Internets von der deutschen Politik.

Jedenfalls: Herzlich willkommen auf Nerdcore, dem Blog, auf dem es nicht nur um WTF (’What the fuck?!’), Zombies (Untote, Wiedergänger), Star Wars und Abseitiges, sondern auch um Protestverhinderung im Iran (Herr der Ringe-Marathon im TV um Menschen von Protesten abzuhalten) und eben Netzsperrengesetzgebung geht. Und warum ich gegen diese bin, mag ich hier noch einmal anhand von zwei Argumenten eräutern (ansonsten geht es hier aber auch gerne um die Schönen, oder eben WhatTheFuckingen Dinge des Lebens).

Diese zwei Kernargumente, die von den Protagonisten der Kritik leider nicht oft genannt werden, sind folgende:

1.) Aufhebung der Gewaltenteilung.
Die Gewaltenteilung ist im Grundgesetz festgeschrieben und sie gilt für Gesamtdeutschland, auch das Internet, denn dieses ist kein grundrechtefreier Raum. Im Gesetz steht, dass das BKA Listen erstellt, auf denen zu sperrende Seiten verzeichnet sind. Kontrolliert wird diese Liste von einem unabhängigen Gremium, das mindestens einmal im Quartal Stichproben durchführen soll. Das kann und darf keine Rechtssprechung ersetzen. Ergo ist die Gewaltenteilung nicht gegeben und hiermit dieses Gesetz grundgesetzwidrig. Und deshalb wird meines Erachtens das Bundesverfassungsgericht auch dieses Gesetz kassieren und Ursula von der Leyen blamieren, hoffen wir, dass das die Wahlentscheidung wenigstens einiger Menschen beeinflusst.

2.) Verhinderung der Aufklärung von Straftaten.
Die Netzsperren erschweren oder verhindern in dieser Form die Aufklärung von Straftaten, vomit sich der Bund womöglich strafbar macht. Vor einiger Zeit postete ich bereits einen Link zu einem Artikel auf Telepolis, der dies stichhaltig nachweist:

Wenn man Internetsperren für eine Reihe von Problemen als Lösung vorschlagen könnte, dann wäre Kinderpornographie garantiert nicht darunter. Das liegt im Strafverfolgungssystem begründet, das – auch wenn das konservative Hardliner nicht wahrhaben wollen – von Exekutive UND Judikative gebildet wird:

Möchte der Staat einen Kinderporno-Konsument verfolgen, so muss er ihm mindestens den Versuch oder die Verschaffung kinderpornographischer Inhalte vor Gericht nachweisen. Dies ist nicht trivial. Im Rahmen der Operation “Himmel” [...] ging man davon aus, dass es für eine Verurteilung nicht genügt, dass jemand auf eine Webseite zugegriffen hat, die “auch” kinderpornographische Inhalte anbot (sozusagen in einer Art “Hinterzimmer”). Man ließ sich erst gar nicht darauf ein, aus einem bloßen Zugriff einen “Versuch zur Verschaffung” zu erkennen. Vielmehr musste der Zugriff auf solche Bilder nachgewiesen werden, die noch als kinderpornographisch klassifiziert werden konnten und daraufhin weitere Ermittlungen anstoßen, um die Chancen für eine erfolgreiche Verurteilung zu verbessern.

Würde der Staat nun allen kinderpornographischen Angeboten eine Stopp-Seite vorstellen, so hat er bei der Strafverfolgung ein unüberwindbares Nachweisproblem. [...]

Aber die Situation ist noch viel schlimmer: Der Stopp-Seiten Besucher wird durch das Stopp-Schild nun vorgewarnt. Gesetzt den Fall, der Besucher ist wirklich ein KiPo-Konsument, wird er nun (falls die Internetsperren effizient sind), am weiteren Zugriff von Kinderpornographie gehindert. Für die Strafverfolger ist damit jede weitere Nachweismöglichkeit blockiert. [...]

Wenn der Staat Internetsperren vorschreibt, dann kollidiert das mit der Verpflichtung zur Strafverfolgung von Kinderporno-Konsumenten, zu der ihn aber der § 184b StGB unmissverständlich zwingt.

Strafverfolgung oder Internetsperren? – Beides zusammen geht nicht!

Demonstration gegen Netzsperren in Berlin (plus Meldungen von Explosionen im Iran)

demo

Ich komme grade von der Demo gegen die Netzsperren in Berlin und habe ein paar Bilder davon bei Flickr hochgeladen. Das da oben mag ich sehr gerne, die Piratenflagge und die deutsche Fahne auf einem Bild inklusive einem Herrn mit Zensurbalken (das ist nicht gephotoshopt, die wurden dort verteilt, ich habe lediglich am Kontrast drehen müssen).

Flickr: Demonstration in Berlin gegen Netzsperren

Ich schätze mal, dass ungefähr 400 Leute da waren, da ist noch Luft nach oben, aber für 4 Tage Organisationszeit ist das nicht schlecht. Jörg Tauss hat auf der Kundgebung am Potsdamer Platz dann seinen Austritt aus der SPD und seinen Beitritt bei der Piratenpartei bekanntgegeben. Man merkte ihm und Ströbele (der auch mitgelaufen ist) natürlich in den Reden die politische Erfahrung an und es waren auch die besten Reden heute.

Und noch etwas zu diesem völlig beknackten Lied, das auch heute den ganzen Tag auf der Demo lief: So eine Demo gegen Netzzensur und politischer Aktivismus hat nur wenig mit der Ästhetik einer Party am verfickten Ballermann zu tun und ich will kein Kirmestechno von einer blonden Tralala-Hupfdohle auf einer Demo hören, auf der wir für Grundrechte kämpfen. Unpassender geht’s nicht, lasst diesen Dreck bitte in der Versenkung verschwinden.

Und grade schaue ich CNN, die unbestätigte Meldungen über Explosionen, Tränengas und Wasserwerfer in Teheran melden. Deshalb hier ein paar Links zum Iran:

HR2 Der Tag von gestern, noch bevor Chamenei sich für das Regime aussprach:

Heute ruft Revolutionsführer Chamenei persönlich zum Freitagsgebet in Teheran – das ist mehr als nur ein Gottesdienst. Denn bei dieser Gelegenheit wird sich entscheiden, ob noch mehr Blut fließen wird im Iran oder ob sich doch noch irgendeine friedliche Lösung abzeichnet. Das Mullah-Regime ist in Unruhe geraten, 30 Jahre nach dem Sieg der islamischen Revolution, 30 Jahre nach der Demütigung der USA, 30 Jahre nach der Invasion der Sowjetunion in Afghanistan. Das alles läutete 1979 eine weltweite Zeitenwende ein: Es war der Anfang des Niedergangs der Supermächte, das Erwachen der multipolaren Welt von heute, das Signal zum auch terroristischen Aufstand des Islam gegen den Westen. Der Gottesstaat von Teheran prägt die Welt bis heute – DER TAG über die andere, wichtigere Wende.

Telepolis: In Teheran spitzt sich die Situation zu

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Offenbar strömen die Menschen in Teheran bereits zu der Protestkundgebung, während sich massive Polizeieinheiten im Stadtzentrum versammeln sollen. Die Universität sei von Polizei umstellt worden. Wie der Guardian berichtet, ist die Lage weiterhin unklar, da es keine Berichte gebe, weil das Handy-Netz in Teheran teilweise lahmgelegt worden sei.

Andrew Sullivan sammelt Tweets aus Teheran, dort scheint grade die Hölle auszubrechen:

sources from Tehran: ppl are killed, ppl are in blood, tehran is hell.

We witnessed police spraying pepper gas into the eyes of peaceful female protesters

We are here in the dark, all kinds of rumors fly by; nothing is sure.

IRIB TV warned people seriously about going to tomorrow’s rally, mobile network might be down for tomorrow’s rally.

to other sources: this isn’t the police! police is still outside! we’re under attack by Ansar-Hezbolah.

There Will Be Blood — Exclusive Interview With an Iranian Journalist in Tehran: „Another friend from Tehran cried on the phone, after he had been to Tehran University to pray and hear the Ayatollah’s sermon. His last words to me before the mobile phone connection was cut off were: ‘Tomorrow there will be blood.’“

Das Gesetz für Netzsperren ist beschlossen: Meine Unabhängigkeitserklärung des Internets von der deutschen Politik


(Pitchfork Direktindependent, via Testspiel)

Das Gesetz zu Netzsperren wurde mit 389 Ja-Stimmen vom Bundestag beschlossen, entgegen allen Mahnungen und Kritiken fast aller befragter Experten. Um ein bisschen Stimmung für das Gesetz zu machen, musste die Regierung Bauernfänger auf die Straße und vor Fußballstadien schicken, um ahnungslose Leute mit irreführenden Fragen in die Falle zu locken. Und wie von Björk in obigem Video gefordert erkläre ich hiermit meine Unabhängigkeit, die Unabhängigkeit des Internets, von dieser ekelhaften Politik der Inkompetenz, der Heuchelei und der Lügen. Declare Independence. Don’t let them do that to you. Make your own flag. Raise your flag.

Liebe Politik,
nach diesem Beschluß eines Gesetzes, das in mehreren Punkten gegen das Grundgesetz verstößt (Aushebelung der Gewaltenteilung, Verhinderung der Aufklärung von Straftaten), wird es auf sie in diesem Internet nur noch Scheiße regnen. Das ist ein Versprechen.

Sie haben folgenden Fehler begangen: Sie unterschätzen das Netz. Und das im Jahr 2009, herzlichen Glückwunsch.

Jemand hatte neulich mal ausgerechnet, dass „wir“ ungefähr 500.000 Leute zählen. Das klingt für politische Entscheider erstmal wenig, angesichts von 82.310.000 Einwohnern. Jetzt verrate ich Ihnen aber mal was: Laut der 2009er Onlinestudie der ARD: ist „der Anteil der Internet-Nutzer in Deutschland [...] auf 67,1 Prozent (2008: 65,8 Prozent) angestiegen. 43,5 Millionen der bundesdeutschen Erwachsenen sind online – 0,8 Millionen mehr als im Vorjahr.“ (ARD)

Und hier nun der Fehler: Diese 500.000 Leute sind Teilnehmer im Netz. Die neuen Produzenten von Tweets, Postings und Content im Netz. Mit einem anderen Wort: Multiplikatoren. Und Sie wollen nicht wirklich 500.000 Multiplikatoren gegen sich haben, die Postings und Texte schreiben, die von 43,5 Millionen Menschen gelesen werden, oder? Haben sie aber, von jetzt auf ewig. Zum Vergleich: Die alteingesessene FAZ hat eine Auflage von 360.915 Exemplaren.

Diese 500.000 genannten Menschen haben Sie sich heute zum Feind gemacht. 500.000 Multiplikatoren im Netz, die twittern, bloggen und sich vernetzen. Und ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis: Wir werden nicht weniger. Surprise!

Ihre schmierigen, schmutzigen Tricks und Taktiken werden hier innerhalb von Minuten publik gemacht, für jedermann zugänglich. Das reicht wahrscheinlich noch nicht, um die diesjährige Bundestagswahl zu beeinflussen und vier weitere Jahre voller Bullshit stehen uns ziemlich sicher bevor. Aber wie der Wahlkampf von Barack Obama zeigte, der es schaffte, über das Netz eine Graswurzelbewegung zu starten, die ihm die Werbespots finanzierte, die ihm zum Wahlerfolg verhalfen, wird auch diese Entwicklung auch hier stattfinden. Und dann gnade Ihnen Gott.

Hier nochmal die Doku „Us now“, die Regierungsformen im Digital Age zum Thema hat. Eine kleine Lehrstunde für Sie, liebe Politik, denn diese Form der Politik ist am Ende. Wir brauchen Sie nicht mehr und die heute gezeigte Ignoranz ist lediglich ein weiterer Sargnagel.


(Vimeo DirektUs Now)

Us Now takes a look at how this type of participation could transform the way that countries are governed. It tells the stories of the online networks whose radical self-organising structures threaten to change the fabric of government forever.

Us Now follows the fate of Ebbsfleet United, a football club owned and run by its fans; Zopa, a bank in which everyone is the manager; and Couch Surfing, a vast online network whose members share their homes with strangers.

The founding principles of these projects — transparency, self-selection, open participation — are coming closer and closer to the mainstream of our social and political lives. Us Now describes this transition and confronts politicians George Osborne and Ed Milliband with the possibilities for participative government as described by Don Tapscott and Clay Shirky amongst others.

Ich erlebe hier grade eine nahezu komplette Politisierung der deutschen Blogosphäre. Klar, is ja Wahlkampf. Aber in diesem Wahlkampf haben Sie uns heute den Krieg erklärt und diese eine Schlacht haben Sie vielleicht gewonnen, aber ich garantiere Ihnen in den Worten der vielleicht mächtigsten Website der Welt:

We are Anonymous.
We are Legion.
We do not forgive.
We do not forget.
We will be heard.

Expect us.

Gleich startet die Zensursula-Debatte im gähnend leeren Bundestag (UPDATE)

Markus schreibt auf Netzpolitik: „Vermutlich zwischen 18 – 19 Uhr beginnt im Bundestag der Tagesordnungspunkt 9: “Zweite und dritte Beratung CDU/CSU, SPD – Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen. Drs 16/12850 “. Geplant war der Punkt 9 eigentlich für 17:30 Uhr, aber es gibt schon knapp 40 Minuten Verspätung im Plenum.“

Grade spricht der letzte Redner zu Punkt 7, jetzt beginnt Punkt 8, danach geht’s los, schätzungsweise in einer halben Stunde. Hier der Link zum Stream, ich bin schon sehr gespannt, welcher Unsinn da wieder in die Mikrofone gekippt wird.

Hier noch ein Screenshot von einer Totalen des Bundestags. So interessiert sind unsere Politiker, wenn es um Zensur im Internet geht. Aber irgendwann hat ja auch mal so ein Volksvertreter Feierabend, ist doch verständlich.

bundestag

[update] Der Stream hakt grade, wahrscheinlich weil sich jetzt halb Netzdeutschland einklinkt. Hier Streams in niedrigeren Bitraten.

[update] Jetzt sind wohl doch wieder mehr Abgeordnete zur Debatte aufgetaucht. Immerhin.

[update] Ah. Frau von der Leyen ist nicht da. Interessant. Mir fehlen die Worte.

[update] „Wir betreten mit diesem Gesetz Neuland in Deutschland“ In der Tat. Danach der Unsinn vom rechtsfreien Raum.

[update] Die CDU findet die Zensurvorwürfe „unerträglich“ und hat nicht ein Bit von den Inhalten der Kritik verstanden. Nicht ein Bit. Oh doch, eben sagt sie: Sie verstünde die Befürchtungen. Gleich verspricht sie was, bestimmt! Oh, sie vermeldet auch die Forderungen von Gorny und Co. Und da, jetzt gleich, aaaah! Das „Spezialgesetz“ soll gegen eine Ausweitung ausreichen. Na dann gute Nacht.

[update] Die Mär von der Kontrolle durch ein Gremium. Nochmal für Frau Krogmann: Die sollen Stichproben durchführen. Manchmal.

[update] Huch, was? Die SPD lehnt das Gesetz ab? Was’n jetzt los? Ah, die FDP lehnt das Gesetz ab. Immerhin. Der Mann stellt die ganz gut bloß, finde ich. Nicht dass ich FDP wählen würde.

[update] „Das einzig Gute an Ihrem Gesetz ist, daß es gut gemeint sein könnte.“

[update] Das Gremium soll also eine richterliche Entscheidung ersetzen, weil Richter drin sitzen. Interessante Sichtweise der Gewaltenteilung von der SPD.

[update] „Den Kollegen Tauss will ich nicht hören.“ Arschloch.

[update] Tauss rechnet mit seiner Partei ab und bezichtigt sie öffentlich der Nötigung. Hell Yeah!

[update] Schade, dass der Linken aus ideologischen Gründen niemand zuhört. Der Mann fasst das nämlich alles grade ganz gut zusammen.

[update] Der Herr von den Grünen stampft sie auch ganz gut zusammen. Bei den ganzen, schlüssigen Argumenten gegen das Gesetz kann man eigentlich beim Verhalten der „Volk“parteien nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

[update] Der Bundestag ist ja mittlerweile ganz gut gefüllt. Immerhin.

bundestag2

[update] Eine Dame der CDU hat grade gegen die Kritiker des Gesetzes gefeuert. Keine Sorge, Schätzchen, das wird noch sehr heiß.

[update] Abgestimmt haben sie, Ergebniss kommt noch. Grade spricht Tauss und feuert nochmal alle Argumente gegen das Gesetz raus.

[update] Uuuund angenommen. Ab jetzt, liebe Politik, wird es hardcore.

Upside-Down-Faces Photoshop-Contest

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KellieMJ schreibt mir: „Photoshop contest with upside down celebrity faces.“ Freakingnews hat einen Photoshop-Contest mit über 200 Einträgen, in denen das Bild eines Promis um 180° gedreht wurde, das Gesicht allerdings korrekt bleibt und das Dings hat auch noch einen seriösen, wenn auch superstrangen, medizinischen Hintergrund.

Migraines can cause reversal of vision phenomenon when a person sees everything upside down. In such cases, after migraine attack stops normal vision comes back. Strangely, for human brain it’s more difficult to digest the image of a person flipped vertically, rather than the image where the face stays intact while the head and the rest of the body are flipped vertically. No matter how unusual such edit looks the person on the right is usually more recognizable than his unedited copy on the left.

Celebrities Upside Down pictures (Danke KellieMJ!)

Das ganze wird übrigens nicht wirklich unstranger, wenn man die Bilder einfach wieder umdreht, wie man an dieser superweirden Uma Thurman sehen kann:

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Daily Show über Tageszeitungen: Haa-ha, your medium is dying


(Dailyshow Direkttimes, via BoingBoing)

Dieses Video der Daily Show, in dem sie die New York Times besuchen, ist unfassbar lustig und wenn Jason Jones einen Redakteur fragt, was an veralteten Nachrichten so toll sein soll, wird so dermaßen klar, dass die Tage der Papierzeitungen sowas von gezählt sind. Dieses Video ist sowas wie die elaborierte Version des Simpson-Clips, in dem Nelson Muntz einem Print-Journalist „Haa-ha, your medium is dying“ entgegenschleudert.

Schießstand in der Schule

Das ist schon ziemlich unfassbar. Die Innenministerkonferenz beschließt, man wolle schnellstmöglich „Killerspiele“ verbieten und überhaupt sind ja Games sowieso an allem schuld, neben Metal, Marylin Manson und diesem Internetz, gleichzeitig eröffnet die Gemeinde Olching im schönen Bayern, ganz in der Nähe von München, einen Schießstand für den lokalen Schützenverein. In einer Schule! Die Doppelmoral und Heuchelei trieft nur so aus allen Buchstaben dieser Meldung:

Ausgerechnet in der Turnhalle einer Hauptschule plant die Gemeinde Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck einen Schießstand für den Schützenverein. «Der Beschluss wurde mit großer Mehrheit vom Gemeinderat gefasst», sagte der Zweite Bürgermeister der Gemeinde, Robert Meier (CSU), am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte einen Bericht des Bayerischen Rundfunks.

Schießstand in Hauptschule (Danke Konstantin!)

Die Stuttgarter Nachrichten verbreitet Bullshit über die Piratenpartei

Etwas untergegangen ist in der Netzberichterstattung der Printjournalismus. Das sind zumeist ältere Menschen, die statt eigener Denkapparate einfach nur dpa-Meldungen weiterplappern. Im Grunde wollen sie auf totem Holz möglichst viel Bullshit teuer verbreiten und ungestraft Schleichwerbung platzieren.

Sie reden aber lieber von Qualitätsjournalismus und strengeren Urheberrechten. Insofern heucheln sie schon wie die Großen und haben bei den Auflagen und Werbeeinnahmen Einbrüche von drölf Prozent und damit die Arschkarte im Medienparlament erobert. In Deutschland waren es sogar Drölf plus Eins Prozent. Pardon, liebe Stuttgarter Nachrichten, aber so etwas nennt man gezielte Desinformation.

Ernsthafte Replik auf Aphex3k:

Sie beweisen mit diesen 7 Sätzen ein hohes Maß Borniertheit und dass sie keine Ahnung in Bezug auf das Thema haben. Recherche scheint auch keine stattgefunden zu haben, stattdessen werden nachgeplapperte und aufgeschnappte Halbwahrheiten zu einem unhaltbaren Ganzen zusammengewürfelt.

Zitat: “Im Grunde wollen sie im Internet möglichst viel Zeug kostenlos herunterladen und ungestraft Killerspiele spielen.”

Genau wegen Falschaussagen wie diesen erhalten Die Piraten immer mehr Zulauf. Wenn, dann geht es darum bestehende veraltete Kostenstrukturen aufzubrechen und an das 21. Jahrtausend anzugleichen. Konzepte wie GEZ oder GEMA sollen überholt werden. Das geschützte Inhalte kostenfrei angeboten werden sollen stand nie zur Debatte.

Piraten mit Entertaste (Danke Roland)

Die Sage vom Land der Autognome und der unvermittelt stehenbleibenden Möbelbewunderinnen

Es sei dem zur einkaufstechnischen Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigenden, männlichen Single auf gar keinen Fall angeraten, an einem Samstag einen dieser doch eher recht groß geratenen Möbelkaufhäuser zu besuchen, dessen Angebot sämtlichst seltsame schwedische Namen trägt und die auf den Namen Ikea hören. Der zu einkaufstechnischer Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigende, männlichen Single sollte diese Gebiete samstags möglichst weiträumig umfahren und keinen einzigen seiner zwei Füße in ein solches Geschäft setzen. Denn sonst ergeht es ihm so wie mir, heute.

Da strömen ganze Volksstämme durch die Gänge, so scheint’s. Ganze Familien, Großfamilien, Kleinfamilien, angehende Familien und Heerscharen von Pärchen schlendern da mal mehr, mal weniger gutgelaunt durch das möbelierte Labyrinth und vor allem die Damen – vor allem die Damen! – bleiben dann und wann auch mal gerne unvermittelt mitten auf dem Wege stehen und begucken dann interessiert und vor allem lange die hübsche Lampe da oder die schmucke Vase dort und sie bleiben selbstverständlich genau so auf dem Wege stehen, dass sie völlig im Wege rumstehen und der zu einkaufstechnischer Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigende, männlichen Single weder links noch rechts an ihr vorbeikommen kann. Da würde der zu einkaufstechnischer Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigende, männlichen Single nur zu gerne darüber hüpfen, über die im Wege stehende Dame, aber das geht ja auch nicht so leicht. Also wartet man.

Und wenn man dieses Prozedere dann an einem Samstag im Ikea hundertmal vollzogen hat, dann ist der zu einkaufstechnischer Schnelligkeit wenn nicht gar Hektik neigende, männlichen Single ein kleines bisschen weichgenervt. Vielleicht sogar ein kleines bisschen sehr weichgenervt, aber da bin ich noch unentschlossen.

Überhaupt Volksstämme.

Gestern latschte ich so durch Berlin auf der Suche nach einem Gebäude, in das man unfankierte Umschläge, in denen beschriebenes Papier transportiert wird, bringen kann und dessen Angestellte dann dafür sorgen, dass besagte Umschläge durchs ganze Land befördert wird. Ich suchte also eine Post. Und dabei verlief ich mich. Selbstverständlich verlief ich mich. Nicht so sehr wie Hänsel und Gretel im Wald, aber ich kam doch vom Wege ab und landete auf einmal dort, wo man Kraftfahrzeuge an- und ummeldet. Und so ging ich die Straße entlang und dachte so bei mir: „Oh, wie seltsam, hier befinden sich aber viele Läden, die Nummernschilder anbieten, das ist aber lustig“, bog in die Straße ab, in der sich besagte Anmeldestelle befinden sollte und war wie vom Donner gerührt:

Die ganze Straße bestand bis auf besagte Anmeldedings aus lauter kleinen Gebäuden, eher Kabüffe und eher Schuhkartons denn Gebäuden ähnlich, die allesamt Nummernschilder anboten. Tausende kleiner Schuhkartons, die Schilder anboten. Und bevölkert waren die von Gnomen und Ogern, ganz seltsamen Leuten mit komischen Frisuren, allesamt viel zu breit gebaut, viele mit ganz langen Haaren, zu Pferdeschwänzen zusammengebunden – ich war im Land der Autotrolle gelandet! Dabei hatte ich gar keinen Zauberspruch aufgesagt oder die Hacken zusammengeschlagen. Ich bin auch durch keine magische Pforte gelaufen und war dennoch in einem Paralleluniversum voller Autonarren gelandet. Da biegt man unschuldig in eine Straße ab und landet in einer ganz anderen Galaxis! Ich lief also diese Straße voller Strangeness entlang und suchte immer noch eine Post.

Da rief auf einmal eine Zwergin mit blondgefärbten Haaren und pink geschminkten Lippen: „Kann man ihnen irgendwie helfen, junger Mann?“ Sie hatte wohl bemerkt, wie unpassend ein adipöser Mann mitte Dreißig in einem blauen Shirt, auf dem Yoda Sonnenbrille und Kopfhörer trägt in dieser Fantasy-Welt wirkte. „Na klar“ rief ich, „wo geht’s ‘n hier zur Post?“, die Dame schwang einmal einen silberglänzenden Zauberstab und sagte die magischen Worte: „Da lang!“ Ich bedankte mich und lief, so schnell ich nur konnte, die Straße zurück dort entlang, woher ich gekommen war und entschwand aus dem seltsamen Land der Kraftfahrzauberer und Autoriesen und fand nach ein paar Metern auch tatsächlich das Gebäude, in das man Umschläge zwecks und so weiter und so fort.

Ich war in letzter Sekunde entkommen. Dieses Glück hatte ich heute im Ikea leider nicht und ich denke, ich würde die Strangeness vom Land der Autoleute der Nerveness im Land der unvermittelt stehenbleibenden Möbelbewunderinnen jederzeit vorziehen. Aber man muss ja schließlich irgendwo seine Regale kaufen, wa?

Da! Ich habe tatsächlich mal wieder einen dieser völlig überbewerteten Texte geschrieben! Unfassbar! Kommt auch nicht wieder vor, versprochen! Not.

Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle”

Der schwedische Autor Lars Gustafsson hat in dieser Woche aufgeschrieben, warum er die Piratenpartei unterstützt. Die Piraten hierzulande haben den Text ins Deutsche übersetzt, hier im Volltext, Hervorhebung von mir.

Ich verstehe das auch ein wenig als Antwort auf die Kommentare, die ich immer wieder bekomme und die (nicht ganz unberechtigt) eine Stimme an die Piraten als verschenkte Stimme erachten. Und mir dann mit Realpolitik kommen. Dazu bin ich aber wohl zu wenig Politiker und zu idealistisch, ich denke nicht in Realpolitik und ganz sicher denke ich in politischen Fragen nicht strategisch, ich habe Ideen und Vorstellungen, wie die Gesellschaft auf eine Technologie wie das Netz reagieren sollte. Diesen Vorstellungen tragen die klassischen Parteien so gut wie keine Rechnung und Kompromisse kann ich nicht eingehen, weil Technologien keine Kompromisse zulassen.

Deshalb ist dieser Text wichtig. Bitte weitertwitter, bloggen, dingsen: Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle”.

Einer alten Quelle zufolge ordnete der Kaiser von Persien an, dass die Wellen der See mit Schlägen bestraft werden müssten, weil ein Sturm ihn daran hinderte, seine Truppen per Schiff zu transportieren.

Das war ziemlich dumm von ihm. Hätte er es heutzutage womöglich mit dem Stockholmer Bezirksgericht versucht? Oder mit einem Beratungsgespräch mit dem Richter? Es ist seltsam, wie stark mich die Situation im Frühjahr 2009 – auf dem Feld der Bürgerrechte – an die Kämpfe um die Pressefreiheit in Frankreich während der Dekaden vor der französischen Revolution erinnert. Eine neue Welt der Ideen entsteht und hätte nicht entstehen können ohne die beschleunigende Technologie. Razzien gegen geheime Druckereien, konfiszierte Streitschriften und – sogar – konfiszierte Druckmaschinen (/Druckerpressen). Haftbefehle und abenteuerliche nächtliche Transporte zwischen der preußischen Enklave Neuchâtel – wo nicht nur große Teile der Enzyklopädie produziert wurden sondern auch viel gewagte Pornographie, dazwischen atheistische Flugblätter – und Paris. Zwischen den 1740ern und 1790ern hat sich die Anzahl staatlicher Zensoren in Frankreich vervierfacht. Die Razzien gegen illegale Druckereien nahmen etwa im gleichen Maße zu. Im Rückblick wissen wir, dass es nicht geholfen hat. Im Gegenteil, die Zunahme von Zensur und Druckerei-Razzien hatte einen stimulierenden Effekt auf die neuen Ideen und hat sie sich sogar noch schneller verbreiten lassen.

Heute wütet der Streit über das Weiterbestehen des Internets als Forum von Ideen und als Verkörperung[U] von Bürgerrechten, geschützt vor die Privatsphäre bedrohenden Eingriffen und gegen mächtige private Interessen. Dass eine verrückter französisch-deutscher Vorschlag gerade vom Europäischen Parlament zurückgewiesen wurde, bedeutet sicherlich nicht, dass die Freiheit des Netzes und die Privatsphäre nun gewährleistet sind. Wie real sind nun diese Bedrohungen? Denken wir an den Fluß Dalälven zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr.[U] In kritischen Jahren dringt das Wasser 100 oder 200 Meter weit auf Grundstücke und Wiesen vor. Hilft es da, wenn man die örtliche Polizei [von Ludvika] anruft?

Bislang – dies zeigt die geschichtliche Erfahrung – hat die Gesetzgebung es noch nie vermocht, technologische Entwicklungen zu stoppen. Walter Benjamin hat ein einflußreiches Essay geschrieben, dessen Titel üblicherweise als “Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” übersetzt wird, und in dem er eine Reihe interessanter Schlußfolgerungen zieht hinsichtlich der radikalen Veränderungen, die auf den seinerzeit bescheidenen Grad der Reproduzierbarkeit folgen müssen. Die digitale Revolution hat eine Reproduzierbarkeit mit sich gebracht, von der Walter Benjamin wohl kaum je geträumt haben dürfte.Man könnte von maximaler Reproduzierbarkeit sprechen. Google baut gerade eine Bibliothek auf, die, falls ihr zu wachsen erlaubt wird, die meisten anderen Bibliotheken überflüssig oder zumindest überholt erscheinen läßt.

Kinofilme und gedruckte Zeitungen werden schon seit längerem in diese neue Immaterialität hineingezogen. Filme, Novellen, Magazine lassen sich [selbst] reproduzieren. Mehr noch, auch dreidimensionale Objekte, wie Produkte von programmierbaren CNC-Drehmaschinen, lassen sich reproduzieren. Drahtlos und schnell. Diese Immaterialisierung bedroht natürlich das materielle Copyright. Und dabei sprechen wir nicht nur über mittelmäßige Autoren, wie Herrn Jan Guillou, dessen soziale Probleme beim Akquirieren neuer Landstände ich ehrlicherweise ignoriere.

Materielles Copyright(/Urheberrecht) hat viel ernstere Aspekte: Was haben die Patente großer Pharmaziefirmen auf Aids-Medikamente für die Dritte Welt bedeutet? Oder was ist mit dem Anspruch von Monsanto auf Rechte an Getreide und Schweinen? Jede Gesellschaft muss ihren Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen finden und jeder heuchlerische Versuch, dies zu ignorieren, ist Unfug. Eine funktionierende militärische Verteidigung ist wichtiger als Eissporthallen und Fahrradwege. Wahrscheinlich stellt das Netz eine Bedrohung des Copyrights auf Material dar, na und?

Intellektuelle und persönliche Integrität für die Bürger, kurz gesagt ein Internet, das nicht von lobbygetränkten Gerichten und angeleinten EU-Politikern in einen Regierungskanal umgewandelt wurde, ist wohl wichtiger als die Belange einer primär industriellen Szene der Literatur und Musik, die bereits zu Lebzeiten der Autoren schnell zerbröckelt. Das Bedürfnis gelesen zu werden, zu beeinflussen, die eigenen Zeiten in Worte zu fassen, mag in Konflikt geraten mit dem Wunsch, viele Kopien zu verkaufen, muss es aber nicht zwingenderweise. Wenn diese beiden Bedürfnisse in Konflikt geraten, muss das industrielle Interesse zurückgestellt werden und der große intellektuelle Bereich der Künste muss gegen Bedrohungen verteidigt werden.

Das wesentliche Interesse von Künstlern und Autoren, vorausgesetzt sie sind intellektuell und moralisch ernsthaft in dem was sie tun, muss sicher das sein, gelesen zu werden, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen in ihrer Generation. Wie dieses Ziel erreicht wird, das heisst, wie man die Leser erreicht, ist aus dieser Perspektive von sekundärem Belang.

Die zunehmende Verteidigung der durch das Internet ausgedehnten Meinungsfreiheit, der immateriellen Bürgerrechte, deren Zeuge wir heute in einem Land nach dem anderen werden, ist der Beginn eines – genauso wie zuletzt im frühen 18. Jahrhundert – Liberalismus, der von einer Technologie getragen wird und daher emanzipiert ist.

Aus diesem Grund geht meine Stimme an die Piratenpartei.

Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle” (via Macelodeon)

Meine Woche bei Nerdcore: Fazit

Mensch, war das aufregend. Ich durfte eine Woche Gastbloggen bei René. Das motiviert natürlich ungemein. Man versucht seinem Output hinterher zu kommen (unmöglich), seinen Inhalten gerecht zu werden (schon eher) und man kriegt für alles was man schreibt mehr Kommentare als man ahnt. Meistens spannende, nette, lustige, tolle, manchmal auch vernichtende, böse, gemeine. Ich hoffe nur ich habe hier keine Leser vergrault während meiner Zeit und wenn, tja, dann kommen dafür eben 10 neue Leser nach. Behaupte ich jetzt einfach mal.

Ich danke euch für die freundliche Aufnahme, habe mich eigentlich die ganze Woche wohlgefühlt und ich hoffe ihr musstet nicht zu sehr unter Weltfrieden-mässigem Content leiden. Ich hab das Gästebett wieder frisch bezogen, meinen Schrank ausgeräumt und gehe jetzt wieder nach Hause. Zwei Sachen habe ich allerdings noch für euch:

Erstens wäre da dieses Twitpic, das ich seit 5 Tagen als Tab im Browser hab und die ganze Zeit abfeiern wollte, aber irgendwie nie den Zeitpunkt oder wenigstens den Grund dafür wusste. Was aber nichts daran ändert, das dieses Bild der Twitterin @Zauberfrau eine nahezu magische Wirkung auf mich hat. Ich weiss auch nicht warum, ich kann mir das Stundenlang ansehen. Das sieht so komisch aus und der äusserst lustige Titel “Knister Knister” tut sein übriges, das wollte ich euch auf keinen Fall vorenthalten:

knisterknister

Hat das auf euch auch so eine hypnotische Wirkung? Ich weiss nicht was es ist, aber tolles Bild.

Zweitens habe ich da noch was, da weiss ich gar nicht ob die meisten das überhaupt haben wollen. Das ist ja immer doof, Geschenke zu machen die keiner will, aber ich wage es trotzdem mal: Ich habe 99 mit zwei Freunden zusammen ein Demo für eine Soloplatte gemacht, die nie gemacht wurde. Die Songs gefallen mir nachwievor (Eigenlob stimmt!) ganz gut und deswegen schenke ich euch jetzt einen davon, einfach für die gute Zeit die ich hier mit euch hatte. Denkt dran: Das Lied hat 10 Jahre auf dem Buckel und ist bloss ein Demo. Für nen Schmunzler reicht es aber immernoch. Ich präsentiere: Nilzenburgers “Zärtlicher Boy”.

Das wars so weit von mir. Ab jetzt geht hier wieder alles seinen gewohnten Gang. Kommt mal auf dem Weltfrieden vorbei und da morgen Towel Day ist bleibt mir natürlich nur noch zu sagen:

Machts gut und danke für den Fisch!

So schnell geht das…Wie man eine Strasse umpflügt.

Ich bin ein relativ mäßig interessierter Fussballfan. Gut, gestern habe ich mich auch mit Liga-Radio-Konferenz auf den Balkon gesetzt und dem spannenden Finale der Saison gelauscht. Aber mein Verein ist ja eh der erste FC Köln, für die gab es gestern nicht mehr viel zu holen. Klassenerhalt geschafft, Lukas Podolski kommt zurück, also werden wir nächste Saison deutscher Meister. Alles gut.

Nun lässt sich von meiner Vorliebe für den FC auch relativ schnell auf meine Gegenliebe für Düsseldorf schliessen. Wir haben denen damals bei der Schlacht von Worringen relativ gut eingeheizt und die denken immernoch der grosse Player zu sein. Naja, solln sie doch (An dieser Stelle spare ich mir Ironie-Tags, der “Streit” zwischen Köln und Düsseldorf wird ja heutzutage eher spasseshalber am Leben gehalten ,wir haben nix gegen die…obwohl…).

Nun kommen aber diese Interessensgebiete in diesem Fall zusammen, denn Fortuna Düsseldorf ist gestern Abend aufgestiegen, in die zweite Liga. Erstmal Glückwunsch. Fussballfans sind ja dafür bekannt, nicht gerade die angenehmste Truppe auf Erden zu sein, vor allem wenn sie in Gruppen auftreten, da wechselt man schonmal gerne die Strassenseite. Aber andererseits: Die machen nix, die wollen nur spielen und das gestern Abend die Stimmung etwas ausgelassener in Düsseldorf war, als sie es für gewöhnlich ist, sei ihnen auch gegönnt. Da wird dann schonmal in der Altstadt schön gefeiert, bei einem Gebräu das die Düsseldorfer seit Jahren fälschlicherweise für “Bier” halten aber “Alt” nennen. Das sieht die Polizei aber gar nicht gerne, so ein unangemeldetes Freudenfest. Weswegen sie die Feiernden versucht einzukesseln. Und jetzt wirds bizarr. Auf dem Video kann ich keinen richtigen Grund erkennen (was nichts heissen muss, es kann durchaus vorher zu Provokationen von Seiten der Fans gekommen sein, die man nicht mitbekommt – andererseits ist die Gruppierung der Polizisten ja auch eine Provokation), für das was passiert, aber mit einem Mal stürmt der Weiß-Helm-Trupp durch die feiernde Masse und hinterlässt ein Bild der Zerstörung. Das geht Ruck Zuck. Einmal durchknüppeln, schon ist alles am Arsch. Das finde ich, mit Verlaub, beängstigend. Ohne Rücksicht auf Verluste.


[YouTubeDirektSchneise]

Nochmal: Ich glaube einer der anstrengendsten Berufe, für den man sich heutzutage entscheiden kann, ist der des Polizisten. Du bist immer der Böse, egal von welcher Seite aus gesehen. Du musst spontan reagieren und hoffen, eine Situation unter Kontrolle zu kriegen. Nein Danke, das wäre alles andere als ein Beruf für mich und ich habe grossen Respekt davor. Andererseits: Wie sehr sind die für Krisensituationen geschult? Oder überhaupt geschult? Denn wenn ich das Video ansehe, das, ich weiss, aus dem Zusammenhang gerissen ist, dann habe ich das Gefühl das die Fragen erst gestellt werden, wenn der Bürger keine Gefahr mehr darstellt, also fixiert am Boden liegt. Gut, nach der ersten Rammbock-Attacke der Polizei flogen auch Stühle, das geht nunmal gar nicht. Aber die Staatsmacht muss sich schon die Frage gefallen lassen, ob sie da nicht auch ein Stück selbst die Verantwortung für trägt.

Ich bin auf jeden Fall froh, das es mittlerweile solche Sachen wie YouTube gibt. Das sowas dokumentiert wird. Das einfach keiner mehr machen kann, was er will, ohne das es gesehen wird. Es ist eine komische Situation und ich bin mir unsicher, wer wieviel Verantwortung trägt. Ich willl auch keine Schuld zuweisen. Ich war nur erstaunt über dieses Video.

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