
Bevor wir mit den wirklich wichtigen Dingen bezüglich „Kick Ass“ beginnen (hier die noch ein paar weitere Reviews bei den Filmfreunden), lasst mich erstmal das Offensichtliche aus dem Weg räumen: „Kick Ass“ totally kicks ass. Der Film macht sehr viel Spaß, ist wahrscheinlich eine der besten Comic-Verfilmungen, ever (zusammen mit Iron Man, Dark Knight und Sin City) und hat einiges an WTF-Momenten zu bieten. Having said that: Kick Ass hätte so viel mehr sein können. Aber das erschließt sich nur, wenn man genauer hinschaut und die Vorlage kennt.
Ich hatte mir das Comic vor ein paar Wochen gekauft und an einem Stück durchgelesen. Fantastisch, vielschichtige Charaktere, Meta-Meta-Ebenen, sehr viel Psychologie und all das gepaart mit einer Coming-Of-Age-Story. John Hughes meets Batman featuring a shitload of violence und das dann noch obendrein aus dieser gar nicht mehr so neumodischen Authentizitäts-Perspektive. All das zeigt auch der Film, bis auf die vielschichtigen Charaktere und genau hierin liegt mein Problem mit dem Film.
Dave Lizewski ist Kick Ass, ein gewöhnlicher Nerd, nicht schräg genug, um wirklich gemobbt zu werden, nicht mainstream genug, um beliebt zu sein. Ein komplett durchschnittlicher Typ (wie Du und ich), der auf die Idee kommt, sich ein Superheldenkostüm anzuziehen und dann Retter der Menschheit zu spielen (eine Idee übrigens, die auf der Realität basiert: 1, 2). Kick Ass wird bei seinem ersten Einsatz zusammengekloppt, rappelt sich auf, macht weiter und er wird eine Berühmtheit im Netz, woraufhin Hit Girls und ihr Vater auf ihn aufmerksam werden. Ab hier kämpfen Kick Ass und Hit Girl gegen die Mafia, es gibt ein Zwischenspiel mit Red Mist (McLovin’, der Sohn des Mafia-Bosses) und schließlich ein Happy End. Soviel haben Comic und Film gemeinsam, leider erzählt der Film nichts vom in der Vorlage vorhandenen Subtext.
Im Comic sind alle Figuren Loser. Als Kick Ass seiner heimlichen Liebe gesteht, dass er nicht schwul ist, kriegt er enorm auf’s Maul und sieht sie nie wieder. Im Film fickt er sie. Im Comic schleppen Big Daddy und Hit Girl eine geheime Kiste voller Comics mit sich rum, ihr Pendant zu Tarantinos goldenem Koffer aus Pulp Fiction. Die Seele von Marsellus Wallace. Diese Kiste taucht im Film nie auf. Ganz zentrale Storylines werden im Film nicht aufgegriffen. Aber gut, ich bin hier wahrscheinlich wirklich ein zu großer Korinthenkacker, obwohl ich finde, dass die Charakterzeichnung im Film genau aus diesen Gründen mangelhaft ist. Aber das sind Peanuts gegen das noch ein viel größere Problem, das ich mit dem Film habe: Die Gewalt.
Das Comic beinhaltet Gewalt und das en masse und wer dieses Blog ‘ne Weile liest, sollte wissen, dass ich mit Gewalt in Medien eher kein Problem habe. Ich habe aber ein Problem damit, 11jährige Mädchen beim Köpfespalten abzubilden. Im Comic geht selbiges noch in Ordnung, denn ein Comic erfordert schon aufgrund seiner Narrationsform Abstraktionsvermögen. Ein Film erfordert genau das nicht. Ein Film liefert Bilder, in diesem Fall fotorealistische Bilder hiervon: Hit Girl zerquetscht einen Menschen in einer Auto-Zerkleinerungs-Dingsanlage – man sieht das, zwar nicht wirklich explizit und aus einer Totalen, aber das Blut spritzt sehr! – und sagt danach „What a douche“. Hit Girl grinst während ihrer ersten Action-Sequenz nach jedem Akt der Tötung in die Kamera und schreit einem dabei ins Gesicht: „Schau mich an, ich bin so fucking provozierend.“
Ja, damit habe ich ein Problem, ein sehr großes sogar: Ich will keine 11jährige beim Köpfespalten sehen und leider inszeniert der Film genau diese Stellen (nicht zuletzt dank der Soundtrack-Auswahl und seiner Tonalität) als zentrale Szenen. Der Film zeigt die Anti-Helden aus dem Comic als Helden, inklusive Jetpack (der im Comic nie vorkommt). Er dekonstruiert sich quasi selbst, obwohl er das eigentlich nie nötig hätte. Würde sich der Film etwas mehr am Comic orientieren, jeez, was hätte daraus für ein guter Film werden können. So aber ist Kick Ass „nur“ ein Film über die Begegnung eines Menschen mit Hit Girl, im Film ein scheinbar übermenschliches Kind-Wesen.
Tatsächlich aber ist Hit Girl im Film ganz genau wie der Zwerg in Nicholas Roegs „Don’t look now“: eine auf ihre Gewalt und Symbolik reduzierte Kinderfigur, die allerdings nicht so verhandelt wird, sondern mit Punk-Soundtrack plus Fun sowas wie Sympathie einfordert, als wäre sie in der Handlung ein mehrschichtiger Charakter. Das ist sie aber nicht und nein, das ist nicht okay.
Am Ende des Comics ist Hit Girl (und Kick Ass) eine gebrochene Figur, die ihren Vater verloren hat und sich dessen „ungewöhnlicher“ Erziehungsmethoden und den psychologischen Implikationen von beidem einigermaßen bewusst ist. Im Comic ist Hit Girl ein traumatisiertes Mädchen und sie sagt „Would you give me a hug? My Daddy just died.“ Davon ist im Film nichts zu finden, aber am Ende des Films kickt Hit Girl immerhin weiter ein paar Ärsche. Mir reicht das nicht.
Darüber hinaus gibt es bei Superhelden-Comics eine Regel, die sowohl Mark Millar in seiner Vorlage als auch der Film vergessen hat: Superheroes do not kill people. Aber hier bin ich wohl auch nur der korinthenkackende Nerd und wahrscheinlich werde ich einfach nur alt. „Kick Ass“ ist zwar gut, bleibt hinter seinen Möglichkeiten aber leider meilenweit zurück. Das ist schade. Sehr.
Der aus all diesen Gründen leider nur okaye Film zum fantastischen Comic lässt sich wohl sehr genau mit einer seiner Marketing-Oneliners subsumieren: „With no power comes no responsibility“. Eine Zeile, die im Comic nie auftaucht. Wohl aus diesem guten Grund: Es ist eine Lüge.
Amazon-Partnerlink: Kick Ass (Comic)
Hier der Trailer:
(Dennoch: Ein Film, den man als Comic-Freund unbedingt gesehen haben muss und ich finde Kick Ass als Film auch durchaus gut, aber er hätte so so so so so viel besser sein können.)







du hast watchmen bei den besten comicverfilmungen vergessen ;)
und immer noch weiss keiner warum nicolas cage weiterhin auf der leinwand zu sehen ist..
@erb: Zu Nicholas Cage habe ich ja nichtmal was gesagt, obwohl ich drölf Absätze geschrieben habe: Nic Cage ist hier goldbesetzt. Ich mag den auch nicht, aber er ist ein guter Schauspieler und das bewieß er bislang in einer handvoll Rollen. Seine in Kickass ist eine davon. Großes Kompliment.
das der film handlungsstränge aus dem comic nicht aufgreift, liegt glaub ich auch mit daran dass die rechte für den film mit der ersten ausgabe verkauft wurden und miller und die filmcrew parallel an den scripten gearbeitet haben (sagt die Kick-Ass Folge von IFanboy http://ifanboy.com/podcasts/video/iFanboy_-_Episode__158_-_Kick-Ass)
Kenne weder Comic, noch habe ich den Film gesehen und auch wenn ich den Trailer ziemlich gut fand und die Story ihren Reiz hat, hat mich auf Anhieb irgendwas an der Rolle des Mädchens beim Gucken des Trailers gestört.
Glaub dein Kommentar fasst mein “komisches Gefühl” gut zusammen und ich kann deine Ansichten gut nachvollziehen, obwohl ich sonst auch nichts gegen Gewalt im Film habe und auch nichts gegen “Mörderische Film-Kids”. Wenn die aber jetzt wirklich anfangen Sympathie zu erwecken halte ich das doch für etwas bedenklich…
Na mal sehen, vielleicht gönn ich mir ja doch noch einen Kinobesuch.
Super review, dankeschön.
würde mir gerne das comic reinziehen. kannst du vielleicht nen link posten? habe angst, den comic zum film zu kaufen :(
@jedimax: Link ist gepostet, aber ein „Comic zum Film“ gibt es (schätze ich mal) nicht. Es gibt nur Kickass, das Comic. Unbedingt lesen, der Film dazu ist nett, aber er trifft es nicht wirklich.
Für iPhone- oder iPad-Besitzer: In der kostenlose App “Comics” von ComiXology könnte ihr die 6 Kick-Ass-Comics kaufen und runterladen. Kosten 1,59 EU pro Stück.
@icorn: Ich hätte für iPad-Besitzer ja noch ganz andere Tipps auf Lager ;)
Hm. Ich kenn den Comic nicht, bin auch eigentlich gar kein Comicbook-Fan, habe den Film aber sehen können und seh die Sache mit HitGirl eigentlich völlig unproblematisch. Das ist alles überzogen und absurd und der Film nimmt sich doch nicht wirklich ernst. Ich finde das kann man -grade wenn es so überspitzt dargestellt wird- durchaus machen. Nehmen wir mal Matilda aus “Leon”. Dort wird es natürlich nicht so explizit dargestellt aber die Ruchlosigkeit ist doch die gleiche. Kleines Mädchen wird zur Killer -maschine ausgebildet. Nur ist “Leon” im Tenor eher düster und ernst. Macht es das besser? Die moralischen Beweggründe sind gleich. Ich verstehe tatsächlich nicht wo (in einem Kinofilm!) der Unterschied sein soll, ob ich einen erwachsenen Mann oder ein vorpubertäres Mädchen eine Gewalttat ausüben sehe. Das ist übrigens ´ne ernstgemeinte Frage: Wo liegt der Unterschied? Wir können doch Fiktion und Realität unterscheiden.
Ich denke auch nicht, dass Kino immer irgendwelche Meta-Ebenen darstellen muss, es ist ein Popcorn Movie, der wohl tausendfach mehr Menschen erreicht als die Vorlage, die deshalb gar nicht so wichtig ist. Das mag der Fanboy natürlich anders sehen…
Iron Man, Dark Knight und Sin City beste comicverfilmungen ?
was is denn mit tank girl? was is denn mit hellboy?
vergessen oder einfach keinen geschmack?
und dann – seid wann töten superheros keine bösewichte ?
selbst batman hat anfangs noch leute selbst gekillt.
is sowieso so trend den ich an sich sehr nervig finde.
Ich hab den Film noch nicht gesehen, aber Als Fan der ersten Stunde des Comics waren genau das meine Befürchtungen… na ja, also werd ich mal wieder im Cino sitzen und mir den Film umdenken müssen… aber das ist ja bei Verfilmungen liebgewonnenen Stoffes immer so.
Das Problem ist, daß ich so oft rate “Nee, lies mal lieber auch den Comic, auf dem das basiert!”, daß es kaum noch einer ernst nimmt.
Hmpf.
“Kick Ass” erinnert mich ein wenig an “The Coon”, 13. South Park Staffel. Apropos South Park, apropos Comichelden, kennt Ihr “Orgazmo” von und mit Trey Parker (nebst Matt Stone)? Wurde ca. 1997 gedreht. Na ja eigentlich ist es gar keine Comicverfilmung, da es meines Wissens nie eine Comicvorlage dazu gab. Trotzdem, ein wunderbar trashiger Film, in dem ein Mormone (“Ich möchte gerne mit Ihnen über Gott sprechen…”) von Tür zu Tür zieht, durch einen Zufall mitten in eine Porno-Produktion hereinplatzt und zum Superhelden mutiert…mehr wird nicht verraten.
Was will man machen, wenn Comic eben nich das Medium der meisten Leute ist, sollen’s halt den Film gucken. Ich würd ja eher das Buch zum Comic lesen, aber für die ganz harten gibt sich ja eh keiner Mühe.
pfft, verkehrte Welt
@ Phil.
»Tank Girl« ist eine vergessene Comicverfilmung, stimmt. Und als ich mir den neulich noch einmal ansah, weiß ich auch wieder, womit.
Mit Recht. :-)
Hihi, wie alle am Autor herumkritteln :D
Ich fand Kick Ass auch absolut überhammer und lehne mich auch regelmässig wiet aus dem Fenster, wenn ich ihn als eine der besten Comicverfilmungen bezeichne. Ist halt auch einfach so.
An einer Stelle muss ich dir aber kurz widersprechen bzw. eine andere Interpretation anbieten: Superheroes do not kill people.
Ja, nein, jein, stimmt so nicht ganz. Bei den klassischen mag das sicher so sein, aber Mark Miller wollte hier ja auch so ziemlich mit dem Genre aufräumen und da gehört das irgendwie einfach dazu. Es sind ja auch keine wirlichen Superhelden. Kick-Ass ist einfach ein Nerd mit Anzug und Schlagstöcken, Big Daddy ist ein absolut verstörter Psychopath und Hit-Girl ist seine kleine kranke Brut. Helden sind das nicht. *g*
Tank Girl? Hellboy? Übersehe ich da Ironie?
das mit dem töten find ich auch nicht cool.
warum sollten ein kleines mädchen, den bad guys ins gesicht schiessen.
das ist selbst für meine verhältnisse krank.
…und ich bin auf 4chan. (-> apropos krankes zeug)
danke für die rezension, aber ich hab ein paar absätze ausgelassen weil ich spoiler nicht so mag…bitte kennzeichnen das nächste mal ;)
der marketing oneliner kommt im comic nicht vor, da er eine anspielung auf den ersten spiderman-film ist.
Teile die Einschätzung voll und ganz: Kick Ass bleibt weit, weit, weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, insbesondere was die Charakterzeichnung angeht. Die aufmerksamkeitsheuschenden Gewaltexzessen halten das Adrenalin über die knapp zwei Stunden hoch und treiben den Film bis zum Schluss. Dort aber bricht er dann aber zusammen, mit viel Oho, aber wenig Aha.
Also mir hat der Film nicht wirklich gefallen, wobei ich den Comic auch nicht kenne. Und Nicolas Cage fand ich sehr schwach. Sogar für seine Verhältnisse
Schreiben Sie hier ihren Kommentar.
scnr :)
-> “Benennen sie ihren Link” oben
@dlb: Schließe mich dem ersten Absatz an.
Ich habe den Comic (noch) nicht gelesen, aber Hit Girl ist mir allein schon während des Trailers übel aufgestoßen. Unsympathisch, nervig… ich kann es nicht wirklich in Worte fassen. Ich mag sie einfach nicht.
Ich kenn den Comic schon lange… und dementsprechend war ich etwas enttäuscht…auch wenn ich auf pupertären Humor stehe und auf Gewalt.
Irgendwie hatte ich aber was Besseres erwartet…
Kauf ihn mir trotzdem auf DVD später, er ist es wert.
Und gucken sollte man ihn trotzdem! :)
Bye
Find die kritik nachvollziehbar hat mich beim angucken aber garnicht gestört.
Ich hatte riesen spaß an dem film und freu mich jetzt dadrauf auch mal den comic zu lesen und dadrin noch mehr zu entdecken. Ich hoffe ich habs diesmal richtig rum gemacht und mir nicht nen guten film durch ne viel bessere vorlage verbittert sondern kann mich eben auf selbig nach einem guten film freuen.
@ nexus6 na du weißt ja bescheid^^
Das war leider, leider der mit Abstand spießigste Artikel hier ever :D
Kann es kaum erwarten den Film zu sehen, zwar keine Premiere, aber wenigstens der Film.^^
Ich fand den Film klasse und großartig. Hit Girl hat mich absolut an Mathilda aus “Leon der Profi” erinnert. Die Gewalt war erstmal abschreckend, doch im Laufe des Films wirds zur Nebensächlichkeit. Ich bin froh die Vorlage nicht vorher gekannt zu haben, denn so konnte ich den Film richtig gut finden. Herr der Ringe fand ich – im Ernst – an einigen Stellen schlecht wegen der Abweichungen. Da der Kick Ass-Comic wohl weniger bekannt ist hierzulande, wird das zumindest nicht ausschlaggebend für einen Misserfolg sein.
Hm, also die Moral-Kritik haette ich jetzt nicht unbedingt erwartet, geht ja fast in die Richtung von Ebert
http://rogerebert.suntimes.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20100414/REVIEWS/100419986/1023
was ich aber so schade finde. Kick-Ass ist ein unterhaltsamer Film, aber man muss gar nicht die Moral-Schiene fahren, um den…eher naja zu finden.
Darum: danke, dass du den Comic-Vergleich ziehst, der bei Kick-Ass imho sehr wichtig ist.
Im Comic kommt auch Hit Girls Gewalt ein bisschen interessanter weg (eben weil SPOILER fuer sie alles ein spiel ist und mit dem Tod von Big Daddy ihre Fantasiewelt zusammenbricht SPOILER ENDE)
Anyhoo: falls es wen interessiert, meine Review gibt’s hier:
http://www.dinorobotinc.net/?p=514
Naja schon die Werbung im Fernsehen für den Film empfinde ich als zu naiv und seicht, für Teenager-Jungs gemacht.
Ist der Film besser?
Vielen Dank für den Spoiler.
Also mal im Ernst: Im Film werden keine Köpfe gespalten, “nur” im Comic. Der Film war doch vergleichsweise harmlos – und das sage ich als jemand, der ehrlich gesagt dumpfe Gewalt-Exzesse in Filmen (zb. Smokin’ Aces oder 300 Miles To Graceland) recht widerlich findet.
Es gibt duzende Filme, in denen Kinder Killermaschinen spielen (jaja, Leon, KillBill etc.) – aber gerade darin gesteht ja der Reiz und Spaß, dass ein vermeindlich ohnmächtiges Kind sich so knallhart gegen übergröße Gegner behauptet. Der Film ist nicht für Kinder, sondern für junge Erwachsene gemacht (und erlaubt). Und ist ein SPASS-Film, bei dem man wirklich nicht die Moral-Schublade aufmachen muss. Wer kritisiert schon einen Spencer-Hill-Film oder Tom und Jerry? Oh doch, das ist durchaus die gleich Schiene.
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Vorlage-Vergleich ist da schon eher angebracht – ich war als Kenner der Comics darüber auch etwas enttäuscht im Kino, aber trotz des vermeindlichen Stilbruchs funktioniert der Film gut, weil er SPASS macht. Und das kann man heutzutage wirklich selten behaupten, wenn man aus dem Kino kommt. Danke Kick-Ass, weitermachen und nicht auf Frau von der Leyen hören.
Ich glaube auch der Grat der Gewalt befindet sich auf einem relativ “normalen” Niveau, in einer Zeit in der wir mit Brutalen Videospielen wie Doom, Quake und Postal, endbrutalen Comics und sogar ganz banalen Nachrichten aufwachsen ist der Gewaltgrat durchaus im Rahmen dessen mit dem wir uns auch sonst täglich berieseln lassen.
Die ältere Generation mag das vllt. noch schockieren, aber ich bin da soweit abgestumpft das ich Gewalt zwar registriere aber mir nicht weiter Gedanken darum mache, es ist eben nur Fiktion, schockiert mich nicht. Mikrowelle? So what…
Ansonsten möchte der Film natürlich provozieren, aber am Ende ist er nur eine ziemlich bunte Achterbahnfahrt und eine nette Coming of Age Story, aber hat beileibe nicht so eine Metaebene wie du und die anderen Filmfreunde da hineiniterpretieren. Der Comic übrigens auch nicht, ich hab den ja erst danach gelesen, aber das Big Daddy ein kaputter Psycho ist hat sich mir nicht erst durch die Comics erschlossen, das hat man im Film auch schon erkannt. Und die Aussage “With no power comes no responsibility” revidiert der Protagonist am Ende selbst.
Und das Superhelden nicht Schurken killen ist mir auch neu, das wohl nur im DC Universum so. :p
Just my 3 cents.
post #31 & #32:
W O R D !
grosser film.
Ohne dich hätte ich den Film nie wahrgenommen und durch dich habe ich zwei andere den mögen lassen. Wenn der in meinem Kaffkino läuft, werde ich das erste Mal seit 07 wieder ins Kino gehen.
Gratulation zur gelungenen Filmkritik, René.
dank rené durfte ich ihn ja in der premiere sitzen und fand ihn super. mir hat die mischung aus superbad humor und kill bill action gut gefallen. auch der cast spielt sich nen wolf.
auf dem heimweg habe ich dennoch immer gezweifelt, ob ich gerade die gewaltdarstellung des kleinen mädels gut finden soll. speziell beim großen showdown fragt man sich wirklich, ob ne 11 jährige weiß, was sie da tut. das zu hinterfragen darf man sicherlich…
Batman returns, Persepolis, Punisher 2, Spiderman 2 und Turtles sind für mich gelungene Comic Verfilmungen.
ich habe die comics nicht gelesen und war von der umsetzung trotzdem weniger begeistert. für mich ist die beste comicverfilmung aller zeiten “watchmen”. die hat es geschafft metaebenen mit einzubeziehen und ist nebenbei bemerkt noch deutlich brutaler als “kick ass” (bezüglich des kommentars: superheld töten nicht). vielleicht müssen wir an dieser stelle aber auch eher zwischen super- und antihelden differenzieren.
an “kick ass” hat mich hauptsächlich der viel zu viel zeit einnehmende coming of age part gestört. wie langweilig und klischeetriefend das umgesetzt wurde, hat mich mehrfach von der leinwand in den kinosessel zurückgeholt. grässlich.
sehr viel spass hatte ich allerdings an den gewaltorgien mit der kleinen. sehr amüsant umgesetzt und (wie bereits von anderen erwähnt) aufgrund der “unterschwelligen” ironie des films keineswegs verwerflich. ohne diesen charakter wäre der film weniger als halb so gut geworden.
nicolas cage hat seine rolle souverän gespielt, wird sich aber nach “bad lieutenant: port of call new orleans” sowieso nur noch schwer toppen können. (der ist übrigens moralisch weitaus bedenklicher als “kick-ass”) und wer hier meint, er hätte keinen raum mehr auf den leinwänden der welt verdient (kam irgendwo bei den ersten kommentaren), scheint wohl bedeutende werke seiner karriere verpasst zu haben (z.b. s.o.).
ich bin ja mal gespannt, was aus “scott pilgrim versus the world” wird. bezweifle, aber schon jetzt, dass er “watchmen” von der spitze (zumindest meiner persönlichen top ten der comicverfilmungen) stößt.
gerade aus dem kino gekommen und soeben meinen ersten comic bestellt (okay, zu grundschulzeiten gabs das mickey maus magazin, zählt das auch?)
Jetzt habe ich das erste mal im Leben auf einen Amazon-Partnerlink gekickert. Und gekauft.
Verrückt und Danke.
Hab mir den Comic gerade geköft. Ich muss sagen: Gute Geschichte – aber miiiiiieeeeeeese Zeichnungen! Die Schraffuren sind übelst schlampig, und nicht auf die gute Ridley-Scott-mäßige Art hingekritzelt. Und jetzt kommt mir bitte nicht mit: “Das muss so!” : D
naja. Wenn du damit irgendwas verdienen willst, ist doch schnell klar, dass der Film so ausszusehen hat. als ich mich erstmals im kino umgeschaut habe dachte ich mir nur: was wollen die alle hier? wird klarer, wenn du dir den Film anschaust. Das Comic ist tausendmal besser und es wäre ein besserer Film gworden, wenn man sich daran gehalten hätte, aber wer hätte den dann noch geguckt? Da müssen nen paar nette Ideale rein. Er bekommt sein Mädchen. Eigentlich sind sie alle wahre Helden usw. Wie du sagtest im Comic bleiben alle Loser und es wirft eher Fragen des Nerdtums auf, besonders mit der schlußendlichen Wiederholung des anfänglichen Selbstmordes. So was wollen die Leute aber nicht sehen. Kommerz siegt.
film nett…fand eigentlich das beste am film die comicszenen mit den 3D kameraschwenks.. gut gemacht und mal was anderes
Mr. Vernunft, Du sollst doch nicht soviel Crack rauchen, verdammt noch mal. Und was zum Teufel sind “Ridley-Scott-mäßige” Kritzeleien?
Es gibt Leute, die können nachlässig Schraffuren kritzeln, so dass es nach was aussieht. Und andere, die könnens halt nicht. KickAss gehört leider zu letzterem, in meinen Augen.
Story und Charaktere sind super, im Comic jedenfalls!
@Vernunftgeleiteter: Naja, miese Zeichnungen sind wahrlich was anderes, aber ich weiß, was Du meinst… die sind halt belanglose, glattpolierte Standard-Zeichnungen, ist auch nicht mein Ding, aber sie stehen der Story nicht im Weg und erfüllen damit ihren Zweck. ;)
Rene raucht offensichtlich ebenfalls zuviel Crack – was ist nur aus dieser Welt geworden? Herr Romitas Bilder in KA sind das beste, was ich seit Ewigkeiten gesehen habe. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur ein verkappter Möchtegern-Comiczeichner ohne Gespür für Stil… Nee, warte – bin ich nicht.
@badeboom: Das Beste, was du seit Ewigkeiten gesehen hast? Dann gibt’s leider Hausaufgaben zum Wochenende: Alberto Breccia, Todd McFarlane, Dave McKean, Jean Giraud, Ashley Woods, dieser 2000AD-Ghostwriter aus Spaced Out… es gibt viel für dich zu entdecken, junger Padawan. : D D D
PS: Ach ja, und eben Ridley Scotts fantastische Storyboards.
Hach ja. Alberto Breccia ist ja so zeitgemäß. Und Todd McFarlane ist ja immer so ober-cool Asia inspiriert- toll die großen Augen, echt. Dave McKean will eigentlich eher Gemälde malen, was ihn ja auch gleichermaßen zu einem guten Comic-Künstler macht, verstehe. Jean Giraud ist in der Tat gut, okay… Ich, als ein (ehemals!) großer Verfechter von Herrn Scotts Talent bitte um einen Link bezüglich seiner Scribbles.
Aber die Tatsache, dass der Ausdruck “Padawan” erst seit ziemlich genau 10 Jahren im Rahmen einer gewissen neuen Trilogie benutzt wurde,entkräftet Deine Glaubwürdigkeit auf’s Brutalste.
So, jetzt stelle ich auch den Alkohol weg – Crack ist scheinbar besser.
Ok. Morgen im Morgengrauen, nur Du und ich.
Hell yeah! Comic-Drawing-Style-Flamewar-Duells by Dawn FTW! ;D
(One Ring to rule them all: Berni Wrightson. So.)
hmm naja … also ich hab mir nu nich mehr ganz alle kommentare durchgelesen … aber der artikel machte mich neugierig auf den film den ich wohl sonst nich gesehn hätte …
fand ihn tatsächlich sehr sehenswert … besonders im vergleich zum sonstigen angebot … aber die nummer mit dem mädel … naja da kann ich mich auch net anschließen … konnte nix allzu absurdes feststellen … haut halt drauf … und beim ersten mal glimmerte mir tarantino durch den hinterkopf … ein kleines mädchen taucht auf und metzelt finsterlinge nieder und dazu ein fröhliches “lalala” als begleitmucke …gefiel mir
naja manches is halt leider irgendwie arg hollywood gefärbt oder kommt mir irgendwie so vor … typ kriegt tussi … nervt … auch red mist is irgendwie fad … aber naja …
ich hatte spaß und danke für den hinweis
@badeboom:
Bei allem Respekt, aber Breccia als “zeitgemäß” zu bezeichnen, zeugt von enormer Ignoranz. Und Todd MacFarlane ist wohl tatsächlich das, was René da oben als “glattpoliert” bezeichnet. Aber eben auf eine meisterliche Art und Weise.
Naja, ich fürchte, wir kommen da auf keinen gemeinsamen grünen Zweig. Ridley Scotts Scribbles kann man sich bei Google zusammensuchen. Oder “Dangerous Days” auf DVD gucken, eine Dokumentation zur Entstehung von Blade Runner. Nicht nur für Liebhaber sehr zu empfehlen.
Romita hat schon enorm viel rausgehauen. Aber besonders gut ist er nicht. Wahrlich nicht…
PS: Berni Wrightson? Indeed!
Jemand ne Ahnung ob und wann Defendor in D läuft? Gleiches Thema, anderer Ansatz.
@foobar: Der kommt in Deutschland leider nur als DVD (Amazon-Partnerlink): Defendor
nebenbei: Helden, die
-keine superkräfte haben sondern trainieren und waffen haben
-sich rächen
und – MENSCHEN TÖTEN
nennt man einfach antihelden und nicht superhelden:) sind batman usw. ja auch
und ich finde es zwar krass, dass die darstellung der sicht hit girls, die ja einmal durch ein nachtsichtgerät erfolgt (beim kämpfen) schon krass an einen ego-shooter erinnert, dass war..hmm und so
aber gott, endlich mal keine sexy superheldin, wo die riesenbrüste aus dem lackanzug rausplatzen und die letztendlich nur …gehilfin und die schwächere ist!