
spOnline hat einen sehr schönen Artikel von 1977 online, der zeigt, dass sich seit 30 Jahren genau nichts geändert hat und die Musik-Industrie damals (und noch früher, wie man dort lesen kann) wie heute mit neuen Technologien grundsätzlich Probleme hat. Außerdem zeigt der Artikel, dass Texterkennungssoftware auch noch nicht wirklich super funktioniert, denn er strotzt nur so vor OCR-Fehlern, die ich für das folgende Zitat mal ausgemerzt habe.
Die Lobby der Musikindustrie bemüht sich gegenwärtig, durch Novellierung des Urheberrechtsgesetzes eine Abgabe von drei Mark pro Leerkassette zugunsten der Autoren und Produzenten zu erreichen. Selbst wenn das Parlament in dieser Legislaturperiode (gegen den Widerstand der Magnetbandhersteller) zustimmen sollte, würden die drei Mark binnen kurzem durch die immer billiger produzierten Leerkassetten kein Schutz mehr sein. Im größten europäischen Kassettenwerk, BASF in Willstätt, stehen vollautomatische Fertigungsstraßen bereit, die künftig pro Tag an die 100.000 Kassetten ausstoßen können.
Ein von der Londoner EMI patentiertes, unhörbares Störsignal, das den Radiomitschnitt gesendeter Schallplattenmusik verhindern würde, scheint nicht zum Zuge zu kommen. Die Sender müßten, um Mitschnitte generell zu verhindern, gezwungen werden, alle ausgestrahlte Musik mit dem Störcode zu versehen — eine unpopuläre Maßnahme. Aber selbst wenn sie gelänge, wäre das Störsignal durch ein billiges Zusatzteil im Empfänger zu knacken.





haha – sehr geil. vor allem der letzte satz! :D
“Wenn die Musikindustrie ihre wirtschaftlichen Probleme heute und morgen nicht zu lösen vermag, wird es übermorgen bei aller Super-Technik kaum mehr produzierte Musik geben, die überspielt werden kann.”
Und trotzdem gibt es sie noch. Und sie machen mehr Umsatz als jemals zuvor. Geheult wird trotzdem nicht leiser.
“Wenn die Musikindustrie ihre wirtschaftlichen Probleme heute und morgen nicht zu lösen vermag, wird es übermorgen…”
… die Musikindustrie nicht mehr geben und niemand außer den MI-Chefs selbst, wird sie vermissen.
Denn stellt euch mal vor: es gab Zeiten – und die waren länger als die mit MI – da gab es noch keine MI!
Keine ausartende Kommerzialisierung, kein ausschlachten und ausbeuten, keine “Industrialisierung”, keine Zwangsknebelverträge und keine Raubmordkopierhexenverbennungen.
Aus Sicht der MI also mindestens dunkelstes Mittelalter wenn nicht sogar Steinzeit.
Damals machten die Menschen noch Musik der Musik wegen (oder um ein paar Heller zu verdienen), nicht um Leuten ihre wirre Ansichten zum Thema Eigentum und Besitz aufzudrängen.
Vielleicht, ja vielleicht fing alles auch erst mit den bösen Grammophonen an… gab es damals auch schon Grammophonbrenner? Grammophon Tauschbörsen? Grammophonzwangsabgaben an die Musik”industrie”?
Die Musik”industrie” war doch schon ein gedanklicher zum scheitern verurteilter Rohrkeppierer als sie erfunden wurde.
Lasst sie endlich sterben ihr Leichenschänder! xD
music industrie – epic failing since 1977
sehr ordentlich, immer schön regelmässig das feindbild polieren.
@derek: Na selbstverständlich, immer doch ;)