Schönes Interview mit Michael Moore auf Telepolis. Ich mag den Mann ja sehr gerne und muss dafür immer wieder Kloppe einstecken. Dass er keine „echten“ Dokumentationen dreht, sondern auch mal Szenen inszeniert – geschenkt. Dass er selbst nicht so richtig die Ideale lebt, die er predigt – ebenso. Was zählt, sind für mich seine Filme und die treffen – auch und grade aufgrund seiner vereinfachenden, polemischen Methode – immer den Kern der angesprochenen Probleme.
Ich habe seinen neuen Film „Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte“ schon gesehen und finde ihn hervorragend, denn der ist keine Abrechnung mit dem Kapitalismus an sich, sondern mit den Leuten, die ihn zu einem Problem machten. Ein Thema, das mich ja sowieso wieder verstärkt interessiert… später mehr.
Ihren neuen Film “Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte” haben Sie sehr lange vor dem Ausbruch der Bankenkrise angefangen. Wie hat dieser Ausbruch den Film verändert?
Michael Moore: Ich wollte schon sehr lange einen Film über den Kapitalismus drehen. Und vor etwa zwei Jahren fing ich dann endlich damit an. Man konnte schon damals sehen, dass etwas passierte: Entlassungen nahmen zu, Fabriken wurden geschlossen.
Ich denke, dass unsere Ökonomie auf Sand gebaut ist, sie ist ein einziges Kartenhaus. Man macht sich etwas vor, wenn man glaubt, dass es endlos so weiter geht. Und es ist unmoralisch: Das reichste Prozent der Bevölkerung kommt sogar mit Mord davon. Und 50 Prozent kämpfen um ihren täglichen Lebensunterhalt. Der Film hatte seinerzeit noch keinen Titel. Aber ich fange auch nie mit dem Titel an.
Hatten Sie während ihrer Recherchen den Eindruck, dass es zu einem derartigen Absturz in den Abgrund kommen würde?
Michael Moore: Ja. eigentlich fand ich, dass wir schon lange darüber hinaus wären. Die einzigen, die noch nicht litten, waren die Jungs von der Wall Street. Die Arbeiter in Michigan und Indiana und Kalifornien wussten es schon lange. Während der acht Jahre unter George W. Bush mussten sie einen Schlag nach dem anderen einstecken: Die Arbeitslosigkeit nahm kontinuierlich zu, die Kluft zwischen Arm und Reich wurde immer größer. Nichts davon war neu. Wer am 15. September 2008 einen scharfen Blick in die Mainstream-Medien warf, musste sich schon wundern über die Überraschung, die da geäußert wurde. Wer konnte überrascht sein?
“Ein Kapitalist wird Dir noch den Strick verkaufen, an dem Du ihn dann aufhängst”






kennst du den begriff whiteout? das macht michael moore mit seinen filmen. es hat sogar bei mir geklappt mit fahrenheit9/11. man ist ein bischen beruhigt, das der alles “aufdeckt” (was schon tausend andere vor ihm herausgefunden haben, er trägt es bloß zusammen), man ist beruhigt, das endlich jeder drüber bscheidweiss, aber die eigenlichen leute, die dafür verantwortlich sind, chillen und lachen sich mit moore einen ab. moore hat bei fahrenheit mit der regierung zusammengearbeitet, das ist fakt. bin auf love story echt gespannt was der sack draus macht.. gut sind die filme schon. also gemacht. technisch. aber bittttterböße in ihren eingeweiden.
*huarhuarhuar
schönes wochenende sonst noch:p
das ding ist aber, dass die probleme, die mit dem kapitalismus bestehen probleme des systems sind und nicht solche, die von einzelnen personen gemacht sind.
der kapitalismus verhält sich seinem wesen entsprechend. einhzelne leute dafür zu kritisieren ist somit falsch und erinnert stark an, den antisemitismus. (schaffendes/ raffendes kapital usw.)
ich mag diese schwarz-weiß-zeichnerei nicht. und mich würde mal interessieren, wie viel der Mann, der Profitgier und das kapitalistische System so anprangert, selbst verdient und was er mit dem Geld macht.
Moore ist jemand, der weiß was ankommt. Deshalb packt er die abgeschmackteste, tausendmal gehörte, platte Fabel des Kapitalismus aus und schafft am Ende genau das, was Kommentar#1 beschreibt.
Wer begriffen hat, dass der Kapitalismus und die existierenden Staaten inklusive der bürgerlichen existenzielle Probleme nicht lösen können, darf sich ruhig die Frage stellen, ob sie nicht sogar der Grund bestimmter Probleme sind.
Und dann ist eine profunde ökonomisch-politische Analyse notwendig und nicht so eine Augenwischerei.
Konformistische Rebellion, hurra!
Es lebe die Gier!!! Aber das wussten wir doch alle schon xD.
Zum Kern der Probleme dringt Michael Moore ganz und gar nicht durch. Und genau deswegen kriegst du auch intellektuell Prügel, den kann wohl ein Großteil deiner Leser nicht einmal Kapitalismus definieren, ganz abgesehen davon, dass es sich hier um Corporatism handelt und wir eher wieder zum Merkantilismus zurückkehren. Aber zumindestens hat da bei dir schon ein Denkprozess eingesetzt.
Ansonsten schließe ich mich Ötze an ;) Und ja wir haben Lösungen, die geschichtlich schon einmal funktionierten. Das hat aber alles damit zu tun selbst Verantwortung zu übernehmen, und die Macht des Staates einzuschränken, sowie die richtigen Fragen zu stellen.
Ich finde Kapitalismus toll!
Ja, gutes Interview mit ihm.
Gerade der Teil über die Zeitungen und die Gründe, warum sie alle eingehen, hat mir gefallen.
Zum ersten: Es gibt KEINEN Dokumentarfilm auf der Welt, der nicht in irgendeiner Weise gefärbt ist. Das fängt schon bei der Themenwahl , den Interviewpartnern oder der Kamera-Führung an. Dokus SIND subjektiv.
Gerade bei 9/11 gibt es so viele andere Dokus, die wiederum das Gegenteil behaupten und ALLE schreiben sich auf die Fahne die Wahrheit zu beschreiben. Man kann höchstens an der Ausgewogenheit der verschiedenen Meinungen und Quellen, die dort dokumentiert werden, einen gewissen Maßstab an journalistischer Neutralität ansetzen. Hier stellt sich aber die Frage, ob ein Dokumentarfilm journalistischen Neutralitätsprinzipien zu genügen hat oder nicht? Es gibt mittlerweile so viele Doku-Formate, dass auch Moore in eines hineinpasst. Laut wikipedia wird der “richtige” Dokufilm so definiert: “Der echte Dokumentarfilm unterscheidet sich von den vielen dokumentarischen Formaten durch seine journalistisch-wissenschaftliche Recherche und die Geschichte, die zumindest versucht, sich der Wahrheit anzunähern bzw. die auf einer Wahrscheinlichkeit aufbaut.”
Es geht also um den Versuch, sich der Wahrheit anzunähern. Und das ist beim Thema “Kapitalismus” an sich schon zum Scheitern verurteilt, weil es dazu sehr viele Wahrheiten gibt.
Und noch etwas, ein derartig komplexes Thema wie den Kapitalismus kann man wissenschaftlich-journalistisch nicht 100 Minuten ab arbeiten, dazu füllen in den Bibliotheken dieser Welt Abhandlungen jeglicher Couleur kilometerlange Regalwände.
Was macht Moore also? Er zeigt seine Sicht der Dinge. Nicht mehr und nicht weniger.
I) Klar ist alles subjektiv. Deswegen mag ich ja auch so den Gonzo-Journalismus, oder Blogs die einfach ihre Meinung kundtun ;)
Ia) Auf Political Correctness setz ich eh nix, da ich a) weiß wo sie herkommt b) es für mich die Sprache des 4. Reiches ist. Michael Moore tut es aber und zensiert damit auch.
II) Nun, die meisten 9/11 Filme sind sich in den meisten Punkten einig. Nur die Mainstream versucht es so darzustellen, als ob Uneinigkeit besteht. Übrigens: ganz im Gegenteil zum Thema Klimawandel.. äh.. Klimakatastrophe mein ich, wo ein wissenschaftlicher Konsens präsentiert wird, der überhaupt nicht existiert.
IIb) Zudem gab es auch einige Unterwandung, z.B. Fall Architects for 9/11 Truth.
III) Michael ist nicht wissenschaftlich. Er sagt offen, dass er von eingen Themen keine Ahnung hat.
IV) Ob es seine Sicht der Dinge ist, weißt du nicht einmal.
V) Wahrheit gibt es immer nur genau eine. Die Frage ist, inwieweit du dich ihr annähern kannst, ohne sie durch deinen eigenen Schatten zu verdecken. Und Michael Moores Schatten ist eben sehr fett.
Ich bevorzuge Filme, die mir erklären, wie Systeme funktionieren, auch wenn dies zufriedenstellend nur durch eigene Arbeit möglich ist. Und ich mag Filme, die mir Lösungen aufzeigen. Beides tut Michael Moore nicht, dafür verteufelt er aber den Kapitalismus.
“I) Nun, die meisten 9/11 Filme sind sich in den meisten Punkten einig. Nur die Mainstream versucht es so darzustellen, als ob Uneinigkeit besteht. Übrigens: ganz im Gegenteil zum Thema Klimawandel.. äh.. Klimakatastrophe mein ich, wo ein wissenschaftlicher Konsens präsentiert wird, der überhaupt nicht existiert.”
< Da steckt so viel Unwahrheit drin, dass es schlicht und einfach eine Lüge ist und daher falsch.
Ich stecke auch immer Kloppe ein, wenn ich behaupte, dass ich ihn mag. Das stört mich aber nicht weiter. Für mich muss niemand perfekt sein, um etwas Positives bewirken zu dürfen.
Alle Filme von Michael Moore sind sehenswert. Er ist einfach genial und seine Arbeit ist lobenswert.