(Vimeo Direkt, via Netzpolitik)
Schöne 3Sat-Doku über Copyright, die im vergangenen Herbst zur Ars Electronica entstand und gesendet wurde und auch an mir komplett vorüberging. Praise the Netz und Leute, die Dokus über Copyright, die nur soundsoviele Tage online sein dürfen, auch ein halbes Jahr später ins Internet stellen.
Keiner gibt es zu, aber viele tun es: Fotos, Filme und Musik aus dem Internet herunterladen, ohne einen Cent dafür zu bezahlen. Die in der Regel jugendlichen “Netz-Piraten” werden von Legionen von Anwälten international gejagt. Andererseits entscheiden sich immer mehr renommierte Künstler, ihre kreativen Produkte kostenlos übers Internet anzubieten und Platten- oder Filmfirmen gezielt zu übergehen.





Ist die Doku nicht vom ORF? Aber egal, war bis auf den nervigen Piraten-Song trotzdem gut.
hm… wen wundert’s?
Die MI legt den Standart der MP3 fest, scheisst auf die psychoakustischen Frequenzen & hofft mit dem komplett-digitalisieren ihrer Ware doch noch einen Reibach zu machen. traurig!
Das Phänomen, “Leute-lösen-ihre-CD-Sammlung-auf-&-kaufen-Vinyl” ist leider nicht angesprochen worden.
Nicht nur DJ’s (ich spreche von ECHTEN DJ’s! siehe “Scratch” usw) sondern auch viele andere Leute, denen der “originale” verlustfreie analog-Sound des Vinyls wichtig ist, greifen eher zum vinyl als zur CD… geschweige denn zur MP3 (Blasphemie!).
Der Punkt mit dem Urheberrecht ist absolut korrekt angesprochen worden!
@3rd Engine: >Die MI legt den Standart der MP3 fest
Hä? MP3 wurde vom Fraunhofer Institut entwickelt und das Netz hat sich drauf geeinigt, die MI hat damit zumindest nichts zu tun. Die hätten auch lieber was anderes mit DRM und sowas…
ok… sorry… ich lag falsch.
was nichts daran ändert, dass ich die Entwicklung der komprimierten & mit hörbaren verlusten behafteten Musik-Komprimierung mit Sorge beobachte.
Ist Analog wirklich verlustfrei?
Ist ja eh mehr ne Glaubensdiskussion, aber wie so ein ganzes Orchester auf die Vinyl passen soll war mir auch noch nie so ganz klar.
Ich find ja das Bild von Röhrenmonitoren viel besser als Displays, einfach wärmer, und die ganze Zusatzinformation von überstrahlung an den Lochmaskenrändern, da kommt ein TFT nie im Leben heran.
@Timo: Hehe
Aber ne MP3 unter 128 kb/s klingt wirklich nicht gut.
Was wieder typisch ist: ich hab ne professionelle Soundkarte und gute Boxen und würd gerne Flacs mit 24 bit und 96 khz Auflösung kaufen. Gibts nur leider nicht.
Pech.
eine abschaffung der urheber und patentrechte würde eine komplette gesellschaftliche veränderung nach sich ziehen. meiner meinung nach hin zu einer positiveren, weniger materiellen und trotzdem wirtschaftlicheren und produktiveren gesellschaft. vllt denken einige bei dem gedanken an eine revolution und haben da im hintergrund sogar noch 68er und che bilder im kopf. natürlich darf ein solcher kampf nicht das vorbild sein wenn man heute wirklich etwas verändern will. es müsste im gesellschaftlichen konsens geschehen, dass eine veränderung auf der basis der rechtsstaatlichen demokratie notwendig ist. für eine solche veränderung müsste das thema allerdings eins sein, für das sehr viele bürger sensibilisiert sind.
ich halte das nicht für unmöglich auch wenn es zur zeit nicht nach einer solchen entwicklung ausschaut. seit der entwicklung des internets hat sich schon sehr sehr viel in kurzer zeit verändert. dadurch dass immer mehr wirtschaftsbereiche vom internet beeinflusst werden, die grundsätzlich erstmal nicht damit zusammenhängen wird der einfluss der entwicklung des internets auf die entwicklung der gesamtgesellschaft immer stärker.
diese verändert sich somit durch die schnellen entwicklungen im internet auch schneller. das internet bzw. jeweils neueste möglichkeiten, die das internet bietet, werden so zum zugpferd für die veränderungen der gesellschaft.
ich denke fest steht nur, dass sich alles verändern wird. ob zur abschaffung von patenten und urheberrechten, oder zur regulierung des kompletten netzes und unmöglichmachung von urheberechtsverletzungen durch überwachung / härteren strafen, oder oder oder….
die entwicklungen auf diesen gebieten sind in jedem falle sehr sehr wichtig.
Ich bleibe bei meiner Frage: Brauchen wir wirklich neues Urheberrecht oder liegt es einfach nur an den Firmen die neuen Möglichkeiten zu nutzen? Nur weil jeder Tempolimits bricht, heißt das noch lange nicht, das ich diese generell anheben sollte…
@Anselm: >Nur weil jeder Tempolimits bricht, heißt das noch lange nicht, das ich diese generell anheben sollte…
Jein. Du musst den technologischen Sprung da mit einbringen. Was würde es für das Tempolimit bedeuten, wenn eine Technologie vorhanden wäre, die Leute sicher von A nach B zu beamen? Ähnlich verhält sich ja der technologische Sprung von der analogen zur digitalen Kopie und zur Vernetzung. Das Tempolimit wäre damit jedenfalls obsolet.
@René: Jedes Transportmittel hat ja seine eigenen Limits. Beamen fällt also nicht darunter. Das Tempolimit heißt ja nicht, das ich nicht schneller zum anderen Ort gelangen darf, es gilt in erster Linie zur Sicherung von Straßenabschnitten – wie auch das Urheberrecht zur Sicherung von Geschäftsinteressen dient.
Auch wenn ich jetzt beamen könnte, wäre damit ein Transportmittel wie Auto/Fahrrad/Bahn u.U. nicht überflüssig, weil es vielleicht unbequem ist oder auch auf bestimmte Strecken begrenzt (schlechterer/unangenehmerer Klang einer MP3 im vgl zur CD/Viny?).
Keine Sorge, ich will nicht auf Teufel komm raus meinen Vergleich durchsetzen, aber ich finde den Vergleich durchaus berechtigt und vor allem in der Hinsicht “totes Recht” wichtig: Nur weils keiner tut ist es vielleicht trotzdem notwendig. Die Unternehmen/Künstler/Konsumenten haben alle Möglichkeiten vor sich, da müssen wir – von meiner Warte – nicht mehr erlauben, sondern einfach nur abwarten bis das Geschäftsmodell kommt, das alles verändert. Aber jetzt zu sagen “legalize it” führt im Falle von Raubkopien nur zum hemmungslosen zugreifen.
Sicherung des Geschäftsmodels.
Das ist ja der der Witz am Urheberrecht.
Wenn von 10 Euro für ne CD 1 Euro beim Künstler ankommt, dann will ich das für meinen Teil nicht sichern.
Wenn in einem iTunesshop keine Kosten Anfallen für Geschäftsräume und Personal, für den Transport und die Lagerung von Tonträgern, dann bedeutet das Geschäftsmodell für mich nur durch das Urheberrecht protektionierte Gewinnmaximierung einiger weniger Schmarotzer.
Und darüber, dass die Musikindustrie mitnichten zur Vielfallt beiträgt, können wir gerne mal Diskutieren und nebenbei das Radio laufen lassen, da hört man ja die klassische Vielfalt.
Tolle Doku René, danke!
Besonders spannend ja die Herkunft des Urheberrechts, ich denke da an die erwähnten Raubdrucke.
@Timo: dann kauf die CD nicht, aber es ist kein Fehler am Urheberrecht, wenn ein Künstler zu dieser Plattenfirma geht. Dann kauf nicht bei iTunes, aber nach wie vor bleibt es kein Fehler am Urheberrecht.
Ich spreche ja nicht darüber, das die momentane Musikwirtschaft falsch ist, aber es ist kein Fehler des Urheberrechts. Die Möglichkeit einer CC-Lizenz hat bereits jetzt jeder, viele nutzen sie.
Wenn dir die Musikvielfalt nicht gefällt dann finanziere sie nicht: Schaff dein Radio ab, hör auf GEMA zu bezahlen. Hör Netaudio und kauf CDs nur von Künstlern/Labels die dir gefallen.
Für mich klingt die Diskussion an vielen Ecken und Enden aber nach “ich will nix bezahlen” dann wird die Kultur-Flatrate (die übrigens auch eher den Majors zu Gute kommen würde – wie GEMA ja auch) gefordert, aber schon so gehandelt als wäre sie aktiv: Das kann doch nicht Stand der Dinge sein.
Wenn das nicht Stand der Dinge wäre, dann hätte ja niemand Grund zu Meckern.
Wieso allerdings die Kritik daran, das von 10 Öcken nur eine beim Künstler ankommt als ein “Ich will nix bezahlen” interpretiert wird will mir nicht in den Kopf.
Für mich klingen die Angebote der MI eben nach die (Kunden) sollen möglichst oft, für möglichst wenig bezahlen.
@Timo: Sorry das mit dem “Ich will nix bezahlen” war ne zweite Baustelle.
Angebote der MI? Ich steh grad aufm Schlauch
(@Rene, ich hoffe es stört dich nicht, wenn ich das hier grad weng missbrauche? ^^)
@Anselm: >dann wird die Kultur-Flatrate (die übrigens auch eher den Majors zu Gute kommen würde – wie GEMA ja auch) gefordert, aber schon so gehandelt als wäre sie aktiv: Das kann doch nicht Stand der Dinge sein.
Doch. Das muss sogar zwingend Stand der Dinge sein, denn Gesetzgebung kann nur auf den Status Quo reagieren. Es wird bei allem immer einen „illegalen“ Vorlauf geben, der, wenn er gesellschaftlich akzeptiert wird, in die Gesetzgebung einfließt. Tauschbörsen now, Marijuana next.
@René: Bin ich dann ein Spiesser wenn ich vom “höheren Recht” überzeugt bin? Manchmal geht das Recht über das natürliche Verlangen, selbst wenns eine größere Gruppe betrifft. Abgesehen hat das vergangene Jahr gezeigt, das die Nutzer bereit sind auf digitale Angebote umzusteigen, zumindest tun sie das – während der illegale Download unattraktiver erscheint: Fragt sich dann die Haltbarkeit auf grund von “massiver Nutzung”?
Natürlich beweg ich mich waghalsig wenn ich dann im gleichen Atemzug ein Anhänger “freier Kultur” bin, um mich aber zu erklären: Sie sollte immer freiwillig “frei” gemacht werden. Aber ehrlich gesagt ist es da auch schwierig sich in die Diskussion zu vertiefen ohne konkrete “Änderungsvorschläge” anzusprechen.
Ich hätte damit meinen Standpunkt klar gemacht, respektiere den Eurigen, kann ihn aber nicht wirklich “deutlicher” angreifen, bin aber nach wie vor nicht überzeugt :)
Spiesser müsste ja erstmal definiert werden. :-)
Mit Angebot der MI meine ich, wie oben beschrieben, dass der MI durch den digitalen Vertrieb eine Unmenge an Kosten weggefallen sind.
Hätte man 1990 gefragt warum eine CD denn nun 30 Mark kostet, dann wäre die Antwort ganz klar gewesen, dass der Ladenbesitzer was verdienen will, das Personal muss bezahlt werden, die Lagerkosten und Miete für die Räumlichkeiten, der Transport, etc.
Alles Sachen, die zZ. doch kaum Anfallen.
Im übrigen auch in der Doku recht lustig imho an der Stelle einer Beispielrechnung für die Kulturflatrate, da wird einfch behauptet im Schnitt kaufe der Wiener 2 CDs = 30 Euro = knapp 3 Euro im Monat.
Nur, wo sind auf einmal die vor 20 Jahren angefallenen Kosten die ich oben genannt habe hin?
Bedeutet für mich, das sich die MI, staatlich protegiert, dazwischen stellt und für mehr oder minder null Leistung 90% abkassieren will.
Und mit jedem Wechsel des Mediums auf’s Neue.
Eine besondere haptische Qualität kann man einem MP3 ja nicht zusprechen.
Mir gefällt der Gedanke digitale Musik als Werbung für Liveauftritte zu sehen am meisten.
Bei dem nix “Bezahlen wollen” fällt mir oft auf, dass Leute, welche ich als große Raubkopierer kenne auf der anderen Seite meist die sind, die am meisten für Originale Ausgeben.
Das beginnt dann meist nach Lehre/ Studium.
Ich bin mir nicht sicher, ob es für irgendwen dienlich ist die Leute vorher schon zu kriminalisieren.
Würde sich alle so verhalten, wie es die MI und FI wollen, dann würden Filme/ Musik von so gut wie keinem mehr gesehen gehört werden, allein aus finanzieller Unmöglicheit.
Und auf die 50 Titel Tracklisten, die wir über’s Radio/ TV empfangen können, beschränkt zu sein widerspricht doch jeglicher freiheitlichen Gesellschaftsauffassung.
So ad hoc die ultimative Lösung habe ich leider auch nicht, würd sie auch nicht nennen hier, das copyright hätte dann bestimmt der Blogbetreiber :-)
Winke René
>Mir gefällt der Gedanke digitale Musik als Werbung für Liveauftritte zu sehen am meisten.
Unterschrieben. Aber das war ja nicht Gegenstand der Diskussion
>Bei dem nix “Bezahlen wollen” fällt mir oft auf, dass Leute, welche ich als große Raubkopierer kenne auf der anderen Seite meist die sind, die am meisten für Originale Ausgeben.
Teils teils, hier gibt es wahllose Kopierer die mit 2TB-Platten MP3s horten und solche die einfach nur einen riesigen Musikkonsum haben, diejenigen kaufen dann eben hin und wieder auch ne CD/Vinyl (wäre auch interessant gewesen anzusprechen: was wenns was nicht auf Vinyl gibt? Ich geb für Dateien herzlich ungern Geld aus und hab mein Medium gerne in den Händen)
(Jetzt red ich schon wieder… muss ma wieder das bloggen anfangen x))
Nich, dass ich die Diskussion unterbrechen wollte… aber weiß jemand, wie der nervige Piratensong heißt? Find den durchaus goil :)
Nochmal zu dem einen Euro:
Mit der Pressung der CD wird das Urheberrecht zur Zahlung fällig, den einen Euro pro CD bekommt die Gema, die diesen an den Künstler auszuschütten hat.
Die anderen 9 Euro finanzieren die gesammte Musikproduktion, Studio, Toningenieure, Übernachtungskosten, Freistellungskosten damit der Künstler etwas zum Leben hat, eventuelle Studiomusiker,etc…
dann die Fotos, die Grafik, das Material, die Kontrolle der technischen Abläufe, das Mastering, das Glasmaster, etc….
dann die Werbung, Promotion, Vö-Strategie, Support, das Lager, die Dispo, der Vertrieb, der Handel, das Einpflegen in Datenbanken, oft auch ein Video, etc….
In der Regel hat der Künstler auch noch einen Vorschuss bekommen um seine Miete zahlen zu können und für Pressetermine, bei Radio und TV Stationen, für Promotionauftritte zur Verfügung stehen zu können und die Zeit zu überbrücken bis all diese Vorlaufkosten wieder eingespielt sind und er endlich, jenseits des ihm bereits zustehenden Urheberrechts, auch an den Einnahmen der CD selbst beteiligt zu sein.
Wer also versteht, wie viele Menschen an so einer CD arbeiten, der wird auch verstehen warum Künstler einen Deal mit einem Label suchen, das bereit ist diese Risiken für seine Kunst zu tragen.
Die meisten Künstler haben den Wunsch von ihrer Kunst auch leben zu können und dazu brauchen sie Hilfe, die Zeitdruck, Nerven, Präzision, Know How, und vieles mehr bedeuten, was nach dem Wikipedia-Prinzip nicht zu bekommen sein wird, sondern bezahlt werden muss. Wäre dankbar für Ideen, die entweder diese Abläufe günstiger machen, oder ähnlich Erfolg versprechende Alternativen zu dem derzeitigen Abläufen.
@Manu: Binder&Krigelstein – Piraten http://www.youtube.com/watch?v=t-WukWa8alM