Michael Jackson ist heute Nacht an einem Herzstillstand gestorben und als ich vorhin nach draußen ging, fühlte sich die Welt eine Sekunde auf eine sehr seltsame Art anders an. Hier der Grund dafür:
Es geht nicht darum, dass Michael Jackson ein großer Künstler war (war er in der Mitte seines Schaffens, „Off the Wall“ bis „Bad“) und es geht auch nicht darum, dass er danach langsam aber sicher in eine sehr seltsame Form des Wahnsinns abdriftete und es geht auch nicht darum, dass er sich möglicherweise des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht hat, sondern es geht um das absolut ikonenhafte Gesamtbild, dass all das zusammen ergibt. Was ich damit meine, ist nur schwer zu erklären, am besten beschreibt man es so: Fuck, Michael Jackson is dead!
Michael Jackson hatte sich in den vergangenen Jahren auf so surreale Weise verändert, dass man ihn fast schon gar nicht mehr als Menschen wahrgenommen hatte und genau das wollte er ja – er wollte nicht der Mensch sein, der er war, also ließ er sich die Haut aufhellen (er bestritt dies immer) und sein Gesicht fast komplett umoperieren. Jackson wurde niemals erwachsen, er war ein Peter Pan im echten Leben und das machte aus ihm ein Monster. Er war der Frankenstein of Pop und genau wie das Monster, das aus toten Gliedmaßen zum Leben erweckt wurde, war Michael Jackson immer das Kind auf der Bühne, auch hinter der Bühne, zusammengesetzt aus Popkultur.
Hier geht es nicht darum, dass ich Jackson gut fand oder nicht. Ich mag drei oder vier seiner Songs sehr gerne, den Rest kann man vernachlässigen und ich bin mit Sicherheit kein Fan, war ich nie. Aber die Symbolkraft dieser Ikone und ihrer Verwandlung in ein surreales, bizarres beinaheliches Zwischenwesen – das alles sagt so viel aus über Pop und Popkultur, über alles, was an Pop schlecht sein kann und ist und gleichzeitig kamen grade von diesem bizarren Wesen vor seiner Verwandlung die Über-Songs „Beat it“ und „Thriller“, die alles versammeln, was an Pop gut und grell und fantastisch ist – gebündelt in einem Peter Pan mit Glitzerhandschuh, der den Moonwalk tanzt.
Das alles ist gestern gestorben und ich finde es immer noch schwer, das in Worte zu fassen, deshalb lieber einfach so: Fuck, Michael Jackson is dead!





Recht so! Fuck!
Vielleicht doch noch mal eine Kategorie “Zombies” eröffnen?
Wow, das fasst ziemlich gut zusammen was ich die letzten Jahre ueber Jackson gedacht habe. Fands immer irgendwie schade das die letzten Jahre nur noch Obskuritaeten ueber ihn die Medien dominierten und seine Musik irgendwie das gewisse etwas verloren hatte. Das letzte was mir davon gefallen hat duerfte auch so 15 Jahrte alt sein. Aber das Zeug aus den 80er war stellenweisen sehr genial.
Mmmh, ich glaub nicht, dass der tot ist. Entweder ne fiese Promo-Aktion. Oder Flucht. Oder irgendwas anderes (skurriles). Elvis lebt schließlich auch.
Der “Peter Pan”-Vergleich ist das treffendste, was man zu MJ sagen kann.
Die Welt hat gestern den letzten großartigen Musiker verloren, von dem auch noch in 100 Jahren gesprochen werden wird.
Meiner Meinung nach ist MJ in einer Liga mit Einstein, Mozart und Van Gogh.
… in einem Jahr, in fünf Jahren, in zehn Jahren wird es natürlich leichter sein, die künstlerische Leistung (möglicherweise nicht allzu viel mehr als das „Thriller“-Album?) und das Obskure/Perverse von einander zu trennen, als jetzt unmittelbar nach Michael Jacksons Tod.
Ich schließe mich jedenfalls der britischen Satire-Seite „Chortle“ an, die meint: lieber Witze machen über den derzeitigen absurden Medienrummel, als die immergleichen uralten Kinderschänder-Gags aufzuwärmen, die wir sowieso schon alle kennen:
http://www.chortle.co.uk/correspondents/2009/06/26/9170/leave_off_the_michael_jackson_jokes
finde ganz gut was und wie du es beschrieben hast. das komische an der ganzen sache ist dass mj irgendwie jeden irgendwann im leben berührt hat. egal ob der bass in seinen songs, der schöne schauer beim betrachten seiner operationsergebnisse oder die halbstarken türkboys die versucht haben sein tanz zu imitieren. ich selber war nie mj fan, fand aber das thriller video schon ziemlich cool, dirty diana und natürlich den moonwalk. er war ein begleiter meiner jugend. so muss elvis vor 30 jahren auch verabschiedet worden sein….
verdammt kacke… du hast sowas von recht.
und ich bin leider auch fan. also nicht irgendwie fan, aber ich fand das leben und die arbeit von MJ immer echt gut.
ein trauriger tag! definitiv!
Jo, haste recht
Ich finde es erschreckend das graße Ikonen der Musikbrache immer durch den eigenen Verfall, den missbrauch von Drogen oder Medikamenten oder Selbstmord abtreten.
Neben wir Elvis, Curt Kobain und jetzt auch Michael Jackson.
Den Nachruf hätte ich nciht besser schreiben können. Sehr gut ausgedrück René… :D
R.I.P. MJ
Es gibt Dinge die mir echt egal sind:
Platz 1. Rechtschreibfehler in IKEA Aufbauanleitungen
Platz 2. Michael Jackson
…
ich war damals Fan, das Thriller-Album war die erste Musik die ich wirklich bewußt gehört und geliebt habe….*tränewegwisch*
Machs gut Michael! Genieß die Freiheit, die Du Dir schon immer verdient hattest.
http://bit.ly/XeNVE das tshirt zum tod 0_0
@Marcel
“Meiner Meinung nach ist MJ in einer Liga mit Einstein, Mozart und Van Gogh.”
Oha…in welcher Liga müssen dann bei dir erst Zappa oder Stockhausen sein?
Gott, Brahma und Buddha?
Schade um Michael Jackson (als Künstler) aber Pop bleibt Pop, da nützen
auch tolle (aber banale) Songs und Millionen verkaufte Tonträger nichts,
sonst könnte Dieter Bohlen nämlich auch locker in deiner “Liga” mitspielen . ;)
Nun ist aber gut. Übertriebenes Betroffenheitsgedusel ist irgendwann durchschaubar. Mein Leben ist nicht mehr wie es einmal war… ja klar… reden wir in einer Woche mal drüber!
@Ich bins: Die Welt dreht sich weiter? Ach komm! ;)
That’s about it, vielen Dank.
Was bisher immer unterging: Sein Einfluss auf Künstler, Musiker, und damit Menschen. Selbst wenn du seine Musik nicht gehört hast, ist die Musik die du gerne hörst höchstwahrscheinlich durch ihn geprägt. Wird immer gerne vergessen.
Liebe Erden-Bewohner,
seid nicht traurig, aber wir mussten Michael wieder zu uns holen, hier wo er zu Hause ist. Es ging ihm nicht mehr gut bei Euch. Ich hoffe ihr könnt das vestehen.
beste Grüße, Eure Wesen von Alpha Centauri
Fuck, Michael Jackson is dead!
Tja,
als Kind fand ich ihn mal kurz toll.
Ruhe in frieden.
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kennt ihr die eine Folge bei South Park mit Michael Jackson
Ich zieh mir dann man etwas Metal rein.
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Ruhe in Frieden.
Als Kind fand ich ihn mal kurz toll, bis ich mehr seiner Lieder hörte.
ruhe in frieden
Was vielleicht einen sehr großen, wenn nicht den größten Teil es Rummels verursacht, der entsteht wenn ein Star solcher Größe stirbt, ist, dass einfach jeder von uns das eigene Altern zu spüren bekommt. Egal wie alt.
Jemand, der so sehr zur eigenen Zeit dazu gehört hat und so häufig in (welcher Form auch immer – positiv oder negativ) präsent war, lässt einen bei seinem Tod immer spüren, dass verdammt viele Jahre umgegangen sind.
Tja…und dass man richtig alt geworden ist, merkt man dann wohl irgendwann daran, dass eine Jugendikone nach der nächsten abtritt und auch von der Verwandt- und Bekanntschaft immer weniger übrig bleibt.
gut geschrieben. bringt die sache echt auf den punkt!
nicht, dass ich die aktuelle aufregung nicht nachvollziehen könnte, ich muss aber sagen, dass ich etwas verwundert bin. immerhin hat in den letzten jahren keiner mehr an jacko gedacht. es gab meldungen über seine pleite etc – nicht dass da jemand sich für interessiert hat. jetzt ist er tot.
Ich würde es nicht viel anders formulieren, Danke für diesen Nachruf.
http://www.vvork.com featured gerade jede Menge Kunstwerke über (sogar von) Michael Jackson.
@Ralle: Ich glaube, es hat bloß niemanden mehr gewundert. Er ist eigentlich 10 Jahre lang gestorben.
Find ich sehr gut beschrieben. Nach dem Tod des Menschen kann jetzt die Ikone ungestört weiterleben. Die Medien stricken ja schon ganz heftig daran…
Michael Jackson ist tot… ach der auch?
NÄCHSTES THEMA BITTE!
was ein Nerd muss man sein um das ein und das selbe Thema 4-5mal hier hintereinander aufzugreifen?
jaja vor ~ 20Jahren war der junge Michael noch ganz doll aber seitdem ist die Welt nicht stehengeblieben und er immermehr ins Abseits gerückt…
er war vielleicht der “King of Pop” aber für mich so Charismatisch wie eine Frau Merkel oder ein Mahmud Ahmadinedschad…
es gab prägendere und einflussreichere Musik Idole!
Ich finde das ist alles ab und zu, etwas zu übertrieben mit den ganzen Promis.
Mir persönlich sind diese Menschen egal, mehr sorgen würde ich mich wenn es jemand aus dem Verwanden oder Bekanntenkreis wäre.
Für mich ändert sich da jetzt nichts.
Mein Alltag geht weiter.
Und ich höre auch viel lieber Metal als Pop.
Es ist ein Mensch gestorben, mein Mitgefühl seiner Familie und seinen Freunden.
Viel schlimmer ist das anderswo Kriege, Naturkatastrophen, Hungersnöte usw herrschen, wärend wir in Sauß und Prauß leben können.
Hm, das triffts ziemlich genau. Man mochte ihn vielleicht nicht sonderlich, Respekt vor der Person hatte man aber doch irgendwie. Genie und Wahnsinn liegen dicht beisammen, wie es so schön heißt.
Jeden Tag sterben weltweit ca. 160.000 Menschen. 160.000 trauernde Familien und Freundeskreise, 160.000 Menschen mit einer Lebensgeschichte, mit Träumen, Hoffnungen, Schicksalen. Jeden Tag sterben 160.000 Menschen, viele von ihnen haben Liebe, Hilfe, Kraft gegeben, viele von ihnen haben ihr Leben lang geschuftet, gegeben, geleistet. Viele von ihnen haben gelitten, wurden ausgenutzt, vernachlässigt, viele von ihnen haben es nicht verdient zu sterben, starben zu früh, zu tragisch, plötzlich.
Michal Jackson war einer der 160.000 Menschen, die an diesem einen Tag gestorben sind. Sein Tod war vorauszusehen.
Morgen sterben weitere 160.000 Menschen.
Soulwax zu dem Tod von MJ:
http://www.youtube.com/watch?v=bzn68cfeVx0
Ich kanns nicht mehr hören, überall wird Micheal Jackson als überragender Künstler gefeiert und das die Menschheit einen ganz Großen verlieren.
Beim Wort Künstler sträuben sich mir die Nackenhaare. Ist es etwa Kunst, einen Text von einer anderen Person abzulesen, der nicht von ihm stammt und das sich andere Personen um die Akustik kümmern?
Michael Jackson ist auch nur ein herangezüchtestes Wesen, was nur dazu dient, die Texte zu verkaufen.
Wie Andre höre ich auch Metal lieber als Pop, was eine Gewisse Befangenheit mit sich bringt, dennoch sollte das jeden denkenden Menschen klar sein, das Michael Jackson nur eine Verpackung für Ware war.
Schöner Nachruf und sehr treffend formuliert das Ganze… Ich finds auch ziemlich schade, aber gute Musik hat er ja die letzten Jahre schon nicht mehr gemacht, von daher ist es zumindest kein Verlust der Musikwelt… aber sicher der Popkultur…
@Marcel:
anscheinend führt metal zu blöden kommentaren. bist hier jetzt der 3.
@Head: Du hast vollkommen recht, mit dem, was du schreibst, und ich finde es eine wichtige Ergänzung zu dem ganzen (zwangsläufigen) Medienhype um Jackson’s Tod. Auf der anderen Seite sind wir nicht Gott. Gott vermag es über 160.000 Seelen zu trauern, die jeden Tag sterben. Denn er kennt jeden und weiß alles. Und selbst, wenn man nicht an ihn glaubt: Nur ein Wesen wie Gott würde sowas vermögen.
Ich bin nicht Gott, und mich bewegen von daher auch nur die Tode der Menschen, die ich kenne (zwangsläufig). Michael Jackson haben nun mal viele gekannt (wenn auch nur ziemlich oberflächlich die Showfigur Jackson und nicht den Menschen Jackson). Und so ist die Trauer der Vielen um den Einen verständlich und nicht unangebracht oder pietätslos gegenüber den anderen 159.999 Menschen, die heute gestorben sind.
Und dabei trauern die Menschen wohl weniger um einen Menschen, sondern auch viel mehr um die Zeit, die sie damit verbinden. Jackson ist für mich – wie für viele andere auch – ein Teil meiner Kindheit. Die Muppets sind ein Teil meiner Kindheit, die Sesamstraße, die Sendung mit der Maus, die Straße in der ich gespielt habe, deren Asphalt; der Schulhof, all seine Verstecke, all die Winkel der nachbarschaftlichen Umgebung, wo ich aufgewachsen bin, und eben auch Michael Jackson, mit dessen unweigerlicher Medienpräsenz man einfach aufwachsen musste (und es ja auch nicht so schlimm fand – er war halt einfach da, in den Nachrichten, in Magazinen, im Radio).
Um diesen Teil ihrer Geschichte trauern die Menschen doch primär. Jackson ist Teil ihrer Geschichte geworden, mal mehr mal weniger. Und so ist es immer, wenn ein großer Star die Weltbühne verlässt – irgendwie ein Schock, dass sich die Welt verändert hat.
“Nichts ist mehr so, wie es früher mal war.” Wenn wir sowas die Großeltern sagen hören, belächeln wir sie vielleicht um diese “Früher war alles besser”-Mentalität. (Früher? Ohne Internet? Haha!) Aber letztlich sind wir auch bald dran, die Kinder der 70er und 80er und verlieren den Anschluss. Irgendwann kommt es zum Bruch, wo man mit der Zeit nicht mehr mithalten kann, wo alles immer fremder wird, wo vermeintliche Grundfesten zerbrechen und man nach Orientierung sucht.
Die Jacksons von morgen (wenn es sie denn noch zu meinem Lebenszeiten in derartigen Superlativen geben wird), werden mir nicht so viel bedeuten. Vielleicht werde ich gar nichts mit ihnen anfangen können, weil mich mit ihnen nichts verbindet, keine Erfahrung, nichts Erlebtes. Von ihnen werden später alle reden und berichten, und man sitzt da und fragt sich, wo denn alle sind, die noch die “großen Persönlichkeiten” von damals kennen.
Vielleicht kramt man dann eine alte Platte aus, hört sie und denkt: Ja, das waren noch Zeiten. Aber wo sind die Menschen, mit denen ich sie geteilt habe?
Ich glaube, dass sich bei dem Tod von so einer Ikone, wie es Jackson war, unterbewusst so Ähnliches bei vielen / manchen abspielen kann / könnte. Man merkt, dass sich die Dinge ändern, und dass das Altvertraute langsam immer mehr zerbricht. Und das macht keine Freude, sondern bringt Grund zur Trauer.
Von daher finde ich einen Nachruf um Jackson nicht unangemessen, sondern sogar “wichtig” – nein, sagen wir besser: nützlich -, um all das zu verarbeiten. René hat das m. E. achtbar in Worte gefasst (ich hätte es so nicht auf den Punkt bringen können).
Und klar, es geht hier “nur” um Jackson. Ich will das Ganze und die Bedeutung seines Todes nicht aufbauschen (habe ich als Nicht-Fan ja auch gar nicht nötig). Das alles, wollte ich nur mal *allgemein* texten, um aufzuzeigen, warum in meinen Augen die Trauer um einen “Star” ihre Berechtigung hat. (Abgesehen davon, dass bei Trauer die Frage nach Berechtigung immer einen unangebrachten Touch hat. Wer trauert, trauert eben – und das sollte respektiert werden.)
das triffts. mj war in gewisser weise ein übermensch, ein alien, ein symbol. er hat sich alles erlauben können – einfach alles. sterben gehörte nicht dazu.
wenn dann selbst so ein kunstwesen stirbt, erinnert uns das nur an unsere eigene sterblichkeit. goodnight sweet prince!
@*o/*: inwiefern ist mein Kommentar blöd?
Puaaah. Soll er zur Hölle fahren. Habe schon bessere Sommerlochberichterstattung gelesen.
Jetzt gerade in der ARD, The Dangerus Tour… die 4:3 DVD sehr schön auf 16:9 angepasst.
Fing an um 22 Uhr, noch bis 23:45, habs auf DVD hier, sehr sehenswert.
Sowas wird es leider nie wieder geben, dafür ist die heutige Zeit zu schnellebig und auf schnelles Geld aus. Selbst MJ, der ja auch irgendwie nur ne Kommerzfigur war, brauchte Jahre, ein durchgeknalltes Jahrzehnt wie die 80er, Musikvideos und MTV als neue Kunstform, um zu dem zu werden was er letztlich war. Und all das zusammen machte eine DER Ikonen überhaupt erst zustande.
Irgendwie ist der Handschuh….na, groß….halt, irgendwie ???
@Michael: danke für den tipp, michael.
Muss jetzt auch ‘mal ausnahmsweise ‘was schreiben ;-) (und das ist nicht Böse gemeint):
Frankenstein ist der Arzt, nicht das Monster !
Von ihm kann man halten, was immer man will (auch so eine Sache, die nur echte Ikonen schaffen), seine Musik ist über jeden Zweifel erhaben, auch wenn sie ‘nur’ Pop ist. Oder den Pop, wie wir ihn heute kennen, überhaupt erst erfunden hat.
Er ruhe in Frieden.
Hier mal ein offener Brief aus Sicht von Lisa Marie Presley
http://blogs.myspace.com/lisamariepresley
Ich stand gestern auf dem Dach vom Weekend am Alex. Jemand kam an und sagte MJ ist tot. Keiner wollte das glauben. Die Leute sind von ihren Handy auf Spiegel Online gegangen und habe es gegen gecheckt. Dann gab es welche, die meinten das kann nicht sein.
Ich war schockiert. MJ war der Held meiner Kindheit. Schließlich war er cooler als Micky Mouse und Donald Duck zusammen. Er hat denke ich sehr viel mit seiner Musik bewegt und viele Menschen glücklich gemacht. Man ist traurig darüber, dass er leider sein Leben nicht glücklich zu Ende bringen konnte.
Die Sache ist die:
neben der natürlich subjektiven Analyse der Person Michael Jackson von dir René (die ich so unterschreiben würde) ist er eben irgendwie ein einziges großes Rätsel. Er hat ja selbst einmal gesagt, dass ihn keiner je verstehen wird. Irgendwie gilt das ja auch für alle Menschen, für ihn als “außergewöhnliche” Persönlichkeit aber natürlich im speziellen.
Deswegen muss diesem Mann eben auch im speziellen seinen Frieden lassen, den er sicher verdient hat wie jeder andere.
Ich schätze mal, die gleichen Reaktionen würden kommen, wenn Apple pleite gehen würde. Und das nur, weil kluge Menschen die Zeichen der Zeit erkanten, wie damals mit Elvis und jetz eben wegen Michael Jackson.
Ich bleibe aber bei meinem Standpunkt, dass Michael Jackson kein Künstler, sondern nur ein Kunsobjekt der Popkultur.
natürlich ist michael jackson ein künstler. die art zu singen, die tanzmoves, einfach seine interpretation der songs sind absolut “künstlerisch wertvoll” wenn man so sagen will und nachwievor unerreicht. präzise, auf den punkt und absolut unverwechselbar. ja, er hat die songs nicht geschrieben, das war der geniale quincy jones, aber die zusammenarbeit der beiden ist es ja, was den künstler jackson ausmacht. ihr würdet alle auch johnny cash immernoch uncool finden, wenn der nicht seine platten mit rick rubin zusammen gemacht hätte, der exakt das potential in cash ausgegraben hat, das eben allen so gefällt. desegen ist cash ja nicht weniger künstler. der produzent und der interpret zusammen, die machen den künstler aus. und da war jackson eben ein genie.
und natürlich gehört der in eine reihe mit zum beispiel mozart. überleg mal: gestern abend, möchte ich wetten, hat jede band, die weltweit irgendwo aufgetreten ist, vermutlich ein lied von jackson gecovert oder ihn wenigstens erwähnt oder schlechte witze über ihn gemacht. jeder dj der gestern abend irgendwo in irgendeinem club der welt aufgelegt hat, wird ein lied von jackson gespielt haben. die amazon charts platzen auf den ersten 15 plätzen von michael jackson songs. das wird bei bohlen nicht passieren.
…also ich finde Johnny Cash wegen Rick Rubin uncool.
Erfolg macht sexy, was? War Michael Jackson ein Idol, dass er 200 Mio Platten verkaufen konnte, oder weil er 200 Mio Platten verkaufen konnte? Ich denke letzteres.
Herzlichen Glückwunsch, Mainstream-Medien haben bewirkt, dass ihr MJ gutfandet. Gut gilt, was Erfolg hat. Genial gilt, was Platinplatten sammelt und Grammys gewinnt.
Ich freu mich auf den Tag, an den alle Songwriter streiken um mehr Geld, dass wäre ein viel größere Katastrophe als der Streik der Drehbuchautoren.
Denn die wirklich Macht im Popbizz haben die Songwriter.
pipapop: das ist ja nun wirklich quastch. mir gefallen die rick rubin sachen auch nicht, aber einem großen teil von leuten haben sie cash geöffnet. die meisten menschen finden mj nicht toll, weil er so viel verkauft hat, sondern weil die songs stimmig sind, weil die komplexer sind, als man beim hören denkt. das sind einfach aus gold gegossene songs, die sich direkt im ohr festbeissen. jetzt wieder so eine lahme mainstreammedian ahen euch alle versaut-theorie aus dem huit zu zaubern, macht es auch nicht richtiger. im umkehrschluss würde das ja bedeuten: man darf nichts gut finden, was erfolg hat, um sich nicht dem verdacht auszusetzen, manipuliert worden zu sein. wenn du wirklich so denkst, dann viel spaß mit den jugendzentrumsbands in deinem ort, ich höre dann lieber einfach wieder gute musik. meine güte. ist das denn so schwer zu kapieren?
und marcel: klar, die kraft kommt von den songs. aber, wie gesagt, macht die interpretation es eben auch aus. das darf man nicht vergessen.
@ nilz: sicherlich hast du nicht ganz unrecht mit deinem Umkehrschluss, aber wenn Künstler zu erfolgreich werden und deine Prollnachbarn Songs mitgröhlen, die man vorher mochte, sind die eben für mich gestorben.
In Gold gegossene Songs, die sich im Ohr festbeißen sind leider auch “Barbie Girl” und “Cheri Cheri Lady” gewesen.
Fakt ist, dass MJ nicht der King of Pop sondern der King der Pop-Vermarktung war. Ich möchte ihm kein Talent abstreiten, sondern seinen künstlich herbeigeführten Erfolg.
Die meisten Leute finden seine Musik nicht toll, weil so stimmig ist, sondern weil sie jeden Tag, jede Stunde übers Radio oder MTV kamen. Punkt. Als sie 12 (oder in einem ähnlichen Alter) waren. Punkt.
Zum Thema Johnny Cash: ich bin ja in einem Alter, wo sich viele Gleichaltrige eben Johnny Cash (oder Alt.Country) zugeführt haben und man wie von einem anderen Stern galt, wenn man den Alte-Säcke-Kram ablehnt. Meine These: aus Faulheit sich etwas neuem zu öffnen. Da klebt man halt am alten. Ach ja, Elvis finde ich auch blöd.
Genauso gibt es auch Leute, die halt immer noch das gutfinden, das sie mit 12 oder 15 gehört haben.
Dann noch viel Spaß auch deinen 80er Ü30-Partys mit Opus & Nena ;o)
@pipapop: >In Gold gegossene Songs, die sich im Ohr festbeißen sind leider auch “Barbie Girl” und “Cheri Cheri Lady” gewesen.
Fakt ist, dass MJ nicht der King of Pop sondern der King der Pop-Vermarktung war.
Wäre er der King of Popvermarktung, wäre er in den letzten Jahren wahrscheinlich nicht so grandios gescheitert, oder? Und ein Vergleich von „Beat it“ oder „Thriller“ mit Dreck wie Barbie Girl oder der Kirschendame ist nun wirklich so großer Bullshit, da weiß man ja gar nicht, wo man anfangen soll.
Ich weiß ja, was Du meinst, aber den Künstlerstatus kann man Jackson nun wirklich nicht absprechen. Aber, wie ich oben beschreiben zu versuchte, darum geht’s ja eigentlich auch gar nicht. Sondern darum, dass der ehemalige King of Pop, der sich dann in dieses bizarre Wesen verwandelte, tatsächlich gestorben ist. Klar, die Welt dreht sich weiter. Aber fuck, Michael Jackson is dead!
elvis finde ich auch blöd und den ü30-partys-diss sehr lustig..:) sind wir da schonmal auf einer wellenlänge.
als ich 7 war, da gab es in meinem umfeld exakt zwei informationsquellen für aktuelle popmusik. die sendung “formel 1″, dienstags um 21:45 uhr im dritten und “elmis pop-shop”, sonntags auf swf3. (was man bei uns übrigens nur empfangen konnte, wenn gutes wetter war…ich komme ja aus dem rheinland). manchmal durfte ich mit meinen 3 älteren geschwistern länger aufbleiben und formel 1 mitgucken. und da habe ich zum ersten mal das billie jean-video gesehen. und war als kind doch sehr beeindruckt, das die fliesen leuchten, wenn der drauftritt. abgesehen davon, das sich mir der song direkt einprägte. nun habe ich nicht jeden tag radio gehört und meine schwester hat zwar manchmal elmis popshop auf ihrem ghettoblaster aufgenommen, aber gehört haben wir das nie zusammen. es gab kein mtv, und ich habe mich auch mehr für die yps als für die bravo interessiert. so. und trotzdem hat mich der eindruck des ersten und einzigen mal sehens des videos nicht verflüchtigt. meine oma hat mir zum geburtstag 10 mark geschenkt und ich bin direkt zu karstadt gegangen und habe mir die single von billie jean gekauft. und monate später, zu weihnachten, habe ich dann auch endlich das album thriller geschenkt bekommen, mich damit in meinem zimmer eingeschlossen und die platte tagelang rauf und runter gehört. (mein lieblingslied war übrigens “the girl is mine”) jetzt fehlt mir nur an dieser geschichte die stelle, an der mich die medien so massiv beeinflusst haben, das ich gar nicht mehr anders konnte, als die platte gut zu finden. weil ich einmal das video gesehen habe? spricht das nicht eher für die qualität des songwritings?
life is live, barbie girl, nena (die ich als kind auch gerne hörte), cheri cheri lady, diese songs funktionieren unter einer anderen prämisse. wobei ich nena da fast aoch rausnehmen würde. aber nur fast..:) das sind lieder, die sind sozusagen auf “schnelle hook” geschrieben. es geht einzig und allein um das transportieren einer eingängigen hook. es geht nicht um komplizierte melodienbögen, die haben keinen musikalischen veriertheits-anspruch, sondern sollen den ohrwurm festsetzen. das schaffen sie auch, weil sie eben nur darauf ausgelegt sind. das lässt sie aber eben nicht aus gold gegossen sein. die quincy jones produktionen aber, die wollen eben nicht nur catchy sein, sondern auch ein mindestmass an musikalischer sorgfalt erfüllen, über das sie weit hinaus gehen. ich habe gestern zufällig nochmal das accapella von billie jean (einem song der mir, bei aller liebe, seit jahren leider auch auf die nerven geht) gehört. und war mal wieder baff, das mir eigentlich nie so richtig aufgefallen ist, was für einen wirklich superkomplizierten melodiebogen der da eigentlich singen muss. das ist übrigens ähnlich zu, rené verzeih, abba. ja, die sind auch totgegniedelt, aber die songs sind unglaublich vielschichtig und die melodien ebenfalls unauffällig weitläufig. das kann ich nicht mit einem: “naja, mag sein, aber in erster linie ist das alles nur hype” abtun. das ist wahre kunst. die setzt sich eben manchmal durch.
natürlich ist michael jackson immer auch inszenierung gewesen. als thriller bei formel 1 lief (und meine mutter hat mir verboten es zu gucken….:( ), hat am nächsten tag jeder schulhof über den clip gesprochen. die konzerte waren unglaubliche spektakel mit zaubertricks und allem pipapo. worum es in “moonwalker” ging, habe ich bis heute nicht verstanden und als mj eine statue von sich selbst um die welt schickte, musste ich spätestens leider auch aussteigen, weil ich das nicht mehr so richtig nachvollziehen konnte.
aber: michael jackson inszenierte um zu unterhalten. der mann war ein vollbluteintertainer in modern. sozusagen der dean martin der 80er. bei allem was er tat, kann man ihm nie eine liebe zu, oder böse ausgedrückt eine sucht nach, dem publikum absprechen. das unterscheidet ihn eben eklatant von einem bspw. bohlen, der seit zwanzig jahren den gleichen song als gelddruckmaschine immerwieder neu umarrangiert. das ist ambitionslos. zumindest musikalisch. etwas was jackson absolut fremd war. wenn wir mal das letzte album ausser acht lassen..;)
ja, er hat für alles und jeden die ganz ganz große bühne gesucht und letztlich hat ihm das auch das genick gebrochen. aber nur weil so viele leute mozart hören und irgendwelche prolos vielleicht sogar eine kleine nachtmusik als klingelton haben, macht das das reine werk mozarts ja nicht weniger genial.
die beatles waren auch eine perfekte pop-marketing-maschine mit sämtlichen auswüchsen. das ist bei genies wohl eben system-imament. und da waren die kanäle NOCH kleiner, als bei mj, wo wir immerhin schon drei programme hatten…
@ René: D’accord! (im Grunde).
Im Grunde war MJ ja ein hochtalentierter Künstler.
Was ich allerdings meine, ist, dass er nicht der beste, sondern der erfolgreichste Künstler seiner Zeit war. Das sagt aber nichts über seine Qualität aus.
Er scheiterte nur, weil seine Art von Musik nicht mehr gefragt war. Die Welt dreht sich ja weiter, gottseidank.
Mit den Vergleichen zu wirklich erfolgreichen Kack-Songs ist es eben so, dass der Erfolg leider auf den gleichen Prinzipien beruht wie wie erfolgreichen Supersongs. Darauf zielte mein Vergleich ;o) “Geht ins Ohr”, “Kann man zu tanzen” und “super produziert” sind leider keine Argumente… ist wie bei Filmen (ich denke da an den kommenden Transformers-Film, hihi. Bis aufs tanzen).
Ansonsten würde ich gern die Mainstream-Kulturindustrie-ist-böse-Diskussion hier beenden. Ist auch nicht der Platz hier.
Zu MJ nochmal: mir tat er schon immer (schon in den 80ern) eher leid, dass er so wurde, wie er war. Ich denke, dass er schon ewig unter gewissen Einflüssen stand. Deswegen ist sein Ende jetzt schon traurig, weil er der Welt nie richtig zeigen konnte, wie er wirklich war.
@Rene , @NILZ
Manchmal, also wirklich ganz selten, liebe ich das Internet.
Ihr habt so recht
@ nilz: shakehands!!
Ähnliche Geschichten könnte ich nun auch erzählen, läuft ja fast immer so ab (Formel 1 lief damals noch in den dritten und der NDR hat “Thriller” bei der Ausstrahlung rausgeschnitten, grrr). Radio hatte auch nur 2 Sendungen. Ich frage mich, wie die Bay City Rollers so groß werden konnten damals (dafür bin ich auch zu jung).
Ach, ich will keine persönlichen Geschichten erzählen, sonst müsste ich meiner Kritik eingestehen, dass sie unberechtigt war ;o) Was sie nicht war!
Auch wenn Du “Thriller” (nicht zu Unrecht) schätzt, ist es leider durch seinen Erfolg “abgegniedelt”. “70 Millionen MJ-Fans can’t be wrong”, hehe.
Zu den Beatles gibt es ja die schöne Parodie “All you need is Cash”… wo wir wieder beim Thema wären…
:) pipapop! wir verstehen uns…ich liebe konstruktive diskussionen. danke!
wie auch immer: leg mal seine ersten drei solo-alben rein und hör die durch. das ist musik für die ewigkeit. von ihm eingesungen, geschrieben, mitproduziert und arrangiert. und dann ist er rausgegangen und hat das zeug weltweit auf die bühnen gebracht. mit ganz eigenem , epochenmachendem stil.
das war meine jugend. das ist michael jackson, damn it! ich kann es nicht fassen.
Irgendwie finde ich, sollte man sich etwas informieren bevor man eine Meinung loslässt (u. A. an Marcel gerichtet)
http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Jackson/Diskografie
Alben anklicken und nachsehen, wer die Songs geschrieben hat. Und wer sie produziert hat. Das war schon MJ selbst, oder versteh ich da was falsch?
Übrigens höre ich selbst vorwiegend Metal und Rock, kann aber trotzdem sagen, dass MJ gute Popmusik machte. Mir gefallen die Songs sogar tatsächlich, wirklich, und nicht weil sie einfach immer da waren…
Außerdem ne Frage: Hat Elvis seine Songs selbst komponiert und die Texte verfasst? Er ist auch ein Idol, bei seinem Tod wurde sicher auch ne Menge Aufhaben gemacht….Aber ist er mehr “Künstler” als MJ?
Mir tat der eigentlich auch immer Leid…
da steckt übrigens ein lustiger electro-nerd im beat it video
kurz so ab minute 4.15
http://www.youtube.com/watch?v=ZkGOiS75Lwk
“also ließ er sich die Haut aufhellen (er bestritt dies immer)”
MJ leidete an Vitiligo!
http://floacist.wordpress.com/2007/06/12/full-information-on-vitiligo-michael-jackson/
http://www.youtube.com/watch?v=sMGcJFCmnCg
@@TORSTEN@@
du hast vollkommen recht mann merkt das sich etwas verändert, und das macht einen traurig und nicht wirklich dieser verlusst.
DER MENSCH ERKENNT DEN WERT ESRST DANN WENN ER ES VERLIERT
R.I.P.
viele menschen lieben mj als musiker aber ich liebe ihn weil er so viel für und getan hat für uns
aber dann hat mann ihn so vertrtig gemacht das hat er alles niemals verdient
der arme tut mir sooo leid ich hoffe das es ihm jetzt bessser geht
hallo rene… mal was ganz kurzes was mich echt aufgeregt hatte als ich es laß: “also ließ er sich die Haut aufhellen (er bestritt dies immer)” er hatte vitiligo (weißfleckenkrankhet) und lupus!!! (alles bei wikipedia zu finden) bitte kuck nach!
achja, vielleicht solltest du lernen nicht immer 1. den medien zu glauben; 2. menschen nach ihren äusseren ver- und beurteilen, und schon gar nicht wenn du nicht weißt warum sie so aussehen… :((
er hat sich seine haut nicht aufbleichen lassen er hatte eine krankheit die bewirkt, dass seine haut heller wird.
Die Flecken die noch etwas dunkler waren hat er aufhellen lassen.