Die Toten Comic – Stefan Dinter, Christopher Tauber

Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle”

Der schwedische Autor Lars Gustafsson hat in dieser Woche aufgeschrieben, warum er die Piratenpartei unterstützt. Die Piraten hierzulande haben den Text ins Deutsche übersetzt, hier im Volltext, Hervorhebung von mir.

Ich verstehe das auch ein wenig als Antwort auf die Kommentare, die ich immer wieder bekomme und die (nicht ganz unberechtigt) eine Stimme an die Piraten als verschenkte Stimme erachten. Und mir dann mit Realpolitik kommen. Dazu bin ich aber wohl zu wenig Politiker und zu idealistisch, ich denke nicht in Realpolitik und ganz sicher denke ich in politischen Fragen nicht strategisch, ich habe Ideen und Vorstellungen, wie die Gesellschaft auf eine Technologie wie das Netz reagieren sollte. Diesen Vorstellungen tragen die klassischen Parteien so gut wie keine Rechnung und Kompromisse kann ich nicht eingehen, weil Technologien keine Kompromisse zulassen.

Deshalb ist dieser Text wichtig. Bitte weitertwitter, bloggen, dingsen: Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle”.

Einer alten Quelle zufolge ordnete der Kaiser von Persien an, dass die Wellen der See mit Schlägen bestraft werden müssten, weil ein Sturm ihn daran hinderte, seine Truppen per Schiff zu transportieren.

Das war ziemlich dumm von ihm. Hätte er es heutzutage womöglich mit dem Stockholmer Bezirksgericht versucht? Oder mit einem Beratungsgespräch mit dem Richter? Es ist seltsam, wie stark mich die Situation im Frühjahr 2009 – auf dem Feld der Bürgerrechte – an die Kämpfe um die Pressefreiheit in Frankreich während der Dekaden vor der französischen Revolution erinnert. Eine neue Welt der Ideen entsteht und hätte nicht entstehen können ohne die beschleunigende Technologie. Razzien gegen geheime Druckereien, konfiszierte Streitschriften und – sogar – konfiszierte Druckmaschinen (/Druckerpressen). Haftbefehle und abenteuerliche nächtliche Transporte zwischen der preußischen Enklave Neuchâtel – wo nicht nur große Teile der Enzyklopädie produziert wurden sondern auch viel gewagte Pornographie, dazwischen atheistische Flugblätter – und Paris. Zwischen den 1740ern und 1790ern hat sich die Anzahl staatlicher Zensoren in Frankreich vervierfacht. Die Razzien gegen illegale Druckereien nahmen etwa im gleichen Maße zu. Im Rückblick wissen wir, dass es nicht geholfen hat. Im Gegenteil, die Zunahme von Zensur und Druckerei-Razzien hatte einen stimulierenden Effekt auf die neuen Ideen und hat sie sich sogar noch schneller verbreiten lassen.

Heute wütet der Streit über das Weiterbestehen des Internets als Forum von Ideen und als Verkörperung[U] von Bürgerrechten, geschützt vor die Privatsphäre bedrohenden Eingriffen und gegen mächtige private Interessen. Dass eine verrückter französisch-deutscher Vorschlag gerade vom Europäischen Parlament zurückgewiesen wurde, bedeutet sicherlich nicht, dass die Freiheit des Netzes und die Privatsphäre nun gewährleistet sind. Wie real sind nun diese Bedrohungen? Denken wir an den Fluß Dalälven zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr.[U] In kritischen Jahren dringt das Wasser 100 oder 200 Meter weit auf Grundstücke und Wiesen vor. Hilft es da, wenn man die örtliche Polizei [von Ludvika] anruft?

Bislang – dies zeigt die geschichtliche Erfahrung – hat die Gesetzgebung es noch nie vermocht, technologische Entwicklungen zu stoppen. Walter Benjamin hat ein einflußreiches Essay geschrieben, dessen Titel üblicherweise als “Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” übersetzt wird, und in dem er eine Reihe interessanter Schlußfolgerungen zieht hinsichtlich der radikalen Veränderungen, die auf den seinerzeit bescheidenen Grad der Reproduzierbarkeit folgen müssen. Die digitale Revolution hat eine Reproduzierbarkeit mit sich gebracht, von der Walter Benjamin wohl kaum je geträumt haben dürfte.Man könnte von maximaler Reproduzierbarkeit sprechen. Google baut gerade eine Bibliothek auf, die, falls ihr zu wachsen erlaubt wird, die meisten anderen Bibliotheken überflüssig oder zumindest überholt erscheinen läßt.

Kinofilme und gedruckte Zeitungen werden schon seit längerem in diese neue Immaterialität hineingezogen. Filme, Novellen, Magazine lassen sich [selbst] reproduzieren. Mehr noch, auch dreidimensionale Objekte, wie Produkte von programmierbaren CNC-Drehmaschinen, lassen sich reproduzieren. Drahtlos und schnell. Diese Immaterialisierung bedroht natürlich das materielle Copyright. Und dabei sprechen wir nicht nur über mittelmäßige Autoren, wie Herrn Jan Guillou, dessen soziale Probleme beim Akquirieren neuer Landstände ich ehrlicherweise ignoriere.

Materielles Copyright(/Urheberrecht) hat viel ernstere Aspekte: Was haben die Patente großer Pharmaziefirmen auf Aids-Medikamente für die Dritte Welt bedeutet? Oder was ist mit dem Anspruch von Monsanto auf Rechte an Getreide und Schweinen? Jede Gesellschaft muss ihren Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen finden und jeder heuchlerische Versuch, dies zu ignorieren, ist Unfug. Eine funktionierende militärische Verteidigung ist wichtiger als Eissporthallen und Fahrradwege. Wahrscheinlich stellt das Netz eine Bedrohung des Copyrights auf Material dar, na und?

Intellektuelle und persönliche Integrität für die Bürger, kurz gesagt ein Internet, das nicht von lobbygetränkten Gerichten und angeleinten EU-Politikern in einen Regierungskanal umgewandelt wurde, ist wohl wichtiger als die Belange einer primär industriellen Szene der Literatur und Musik, die bereits zu Lebzeiten der Autoren schnell zerbröckelt. Das Bedürfnis gelesen zu werden, zu beeinflussen, die eigenen Zeiten in Worte zu fassen, mag in Konflikt geraten mit dem Wunsch, viele Kopien zu verkaufen, muss es aber nicht zwingenderweise. Wenn diese beiden Bedürfnisse in Konflikt geraten, muss das industrielle Interesse zurückgestellt werden und der große intellektuelle Bereich der Künste muss gegen Bedrohungen verteidigt werden.

Das wesentliche Interesse von Künstlern und Autoren, vorausgesetzt sie sind intellektuell und moralisch ernsthaft in dem was sie tun, muss sicher das sein, gelesen zu werden, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen in ihrer Generation. Wie dieses Ziel erreicht wird, das heisst, wie man die Leser erreicht, ist aus dieser Perspektive von sekundärem Belang.

Die zunehmende Verteidigung der durch das Internet ausgedehnten Meinungsfreiheit, der immateriellen Bürgerrechte, deren Zeuge wir heute in einem Land nach dem anderen werden, ist der Beginn eines – genauso wie zuletzt im frühen 18. Jahrhundert – Liberalismus, der von einer Technologie getragen wird und daher emanzipiert ist.

Aus diesem Grund geht meine Stimme an die Piratenpartei.

Lars Gustafsson: “Warum ich die Piratenpartei wähle” (via Macelodeon)



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32 Kommentare

  1. Warum gilt eine Stimme für die Piratenpartei als vergebene stimme? Weil sie eh keine Mehrheiten bekommt? In meinen Augen ist jede Stimme, die den “Volksparteien” verweigert wird – und ihnen somit zeigt, dass sie wirklich grade großen Mist bauen – eine wertvolle und wichtige Stimme. Auf europäischer wie nationaler Ebene.

    1# • Raúl • 29. Mai 2009 @ 12:09 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  2. tja, einen guten Grund führt er dort an. Nur leider ist auf ner viel zu hohen Ebene. Den gemeinen Wähler in Deutschland interessieren solche Dinge nicht. Der Michel interessiert sich dafür dass jemand dafür sorgt, dass sein Arbeitsplatz sicher ist ( das goldene Kalb unserer Zeit) oder dass die Subventionen für seine Kühe weiter fließen.

    Arbeitsplätze. Darum dreht sich alles in der heutigen Politik. Für höhere Ziele ist da kein Platz mehr.

    2# • Denny • 29. Mai 2009 @ 12:20 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  3. Warum ich meine Stimme nicht der Piraten Partei geben werde.

    Ich werde die Piratenpartei nicht unterstützen. Das hat folgenden Grund:
    Im Prinzip stimme ich weitestgehend mit den Zielen der Piratenpartei überein. Diese Ziele sind nunmal aber nur ein winzig kleiner Teil der Politik. Wenn ich mir nun die Koalitionspolitik der Partei auf ihrer Website anschaue, stoße ich auf folgendes:

    “Wir suchen uns einen Koalitionspartner, welcher unsere Ziele mit vertritt und schließen uns bei nicht-Kernthemen dessen Meinung an. Bei unseren Themen folgt dann der Partner unserer Linie (das ist die Vereinbarung).”

    Im Prinzip bedeutet das, wenn ich die Piratenpartei wähle, dann wähle ich zielsicher die Partei, die in einem sehr kleinen Teil der Politiklandschaft meine Meinung vertritt. In allen anderen Punkten, die mir mit unter sehr wichtig sind, mache ich die Augen zu mache irgendwo mein Kreuz und hoffe, dass es gut geht.
    Was ist denn wenn ausgerechnet die Partei sich als einzige bereit erklären würde die Piraten als Bündnispartner anzunehmen, die in so gut wie allen anderen Punkten von meiner Meinung abweicht? (in meinem Fall zum Beispiel die CDU/CSU). In diesem Szenario könnte ich mich glücklich schätzen, dass die Ziele der Piraten verwirklicht werden würde aber in allen anderen Sparten der Politik vier sehr schwarze Jahre vor mir haben.

    Solange eine Partei nur ein extrem kleines Parteiprogramm hat und sich in allen anderen Fragen sozusagen blind einem Bündnispartner anschließen will, ist sie es in meinen Augen nicht wert gewählt zu werden. Ich kann damit leben, dass eine Partei nicht in allen Punkten mit meiner Meinung überein stimmt, aber ich weiß dann wenigstens woran ich bin und kann mir im Zweifelsfall Prioritäten auf bestimmte Gebiete setzen.

    Für mich heißt Piraten wählen einen politischen Blindflug wagen.

    3# • Stephan • 29. Mai 2009 @ 12:36 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  4. @Stephan:

    Dieser Gedanke, dass jede kleine Partei sofort alle Themen bedienen können muss führt genauso in den demokratischen Schlick. Diese Argumentationen a la ” Ich finde deren Ziele gut, aber sie haben kein Programm für alle anderen Themen” gehen immer davon aus, dass man wenn man die Piratenpartei wählt auch davon ausgeht, dass sie an der Regierungskoalition beteiligt ist. Das ist aber Quatsch. Wenn die PP es schaffen sollte in ein Parlament einzuziehen, dann landet sie sowieso erstmal mindestens eine Legislaturperiode in der Opposition.
    Aber ist sie erstmal im Parlament vertreten, dann wird sie imho auch ihr Programm verbreitern und eine Meinung zu weiteren Themen finden. Eine Partei wächst auch mit ihren Aufgaben.

    Andererseits: Vllt .ist der Gedanke an eine Partei mit Antworten auf alle Fragen auch selbst ein Problem unserer Demokratie.

    4# • Denny • 29. Mai 2009 @ 12:49 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  5. @Stephan: “Für mich heißt Piraten wählen einen politischen Blindflug wagen.”

    wenn du dir anschaust wieoft die “volksparteien” ihre wahlversprechen brechen, dann bekommst du den blindflug sowieso.
    ich habe das lang genug geschluck, aber bin es jetzt leid.

    5# • tug! • 29. Mai 2009 @ 12:53 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  6. Ich wähle die Piraten weil ich die Schnautze voll habe.
    Wenn mir jemand mit CDU, FDP oder SPD kommt, dann soll er außehalb meiner Armlänge argumentieren.

    6# • Ivor Bigbotty • 29. Mai 2009 @ 13:45 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  7. So gut die Ansätze sein mögen, der Name “Piratenpartei” zieht’s in’s Negative. Das die das nicht bedacht haben bei der Namensfindung… So werden die nie erfolgreich.

    7# • Robert • 29. Mai 2009 @ 13:56 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  8. Hach, was ein erfrischendes Textstückchen.

    …ich bin zwiegespalten; aber sowas von.

    Einerseits stimme ich #2 Stephan zu…. andererseits baut schon ne Menge auf dem auf, was die Piraten vorhaben; hach ich weiß es diese mal einfach nicht;

    Piraten nicht breit genug aufgestellt; der Rest frustriert mich mit Unsinn;… mensch was ist das Kniffelisch, dieses mal.

    8#Chris • 29. Mai 2009 @ 14:01 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  9. @Robert: Spießer!

    9#Chris • 29. Mai 2009 @ 14:06 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  10. @Ivor Bigbotty: Wow, weil du sonst voll gewalttätig wirst und so? :D Und “Schnauze” bitte ohne “t”, du alter Pirat.

    Ich stimme neben allen Argumenten für und wider vor allem demjenigen zu, der sagte, dass der Name “Piratenpartei” einfach total dämlich und unseriös klingt. Wie im Kindergarten. Nicht ernst zu nehmen.

    10# • Sandstrahler • 29. Mai 2009 @ 14:21 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  11. Ich sehe das ähnlich… und wer sich da hinstellt und “selber doofmann” (#9) schreit hat einen sehr eingeschränkten horrizont. Mit dem Namen werden die nicht groß gewählt werden.

    Unterm strich muss man allerdings sagen das WIR diese Partei nur kennen und bereden weil sie diesen Satirischen Namen hat… es gibt auch anderemkleine Partein die zumindest teilweise ähnliche vorderungen haben, aber die interesieren noch wenigere.

    11# • Micha • 29. Mai 2009 @ 14:35 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  12. Namen sind Schall und Rauch.

    SPD = wirklich noch sozial ? -> Volkspartei Rot
    CDU = zum Glück spielt das C kaum ne Rolle -> Konservativenpartei
    FDP = Frei ? Für Unternehmer vllt. -> Neoliberalistenpartei
    Die Linke = gute Idee, seinen Namen an der Sitzordnung im Weimarer Parlament festzumachen. -> Sozialistenpartei
    B90-Die Grünen = Ein Glück, dass Grün noch frei war als man mit Umweltpolitik richtig loslegen wollte. Hatten die damals eigentlich ein Programmm für alle politischen Fragen ? Wir-waren-mal-alternativ-Partei.

    Ist der Name Piratenpartei wirklich so schlimm ?

    12# • Denny • 29. Mai 2009 @ 14:38 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  13. SPD – Mitte, ehemals links der Mitte
    CDU – Mitte/rechts der Mitte
    F.D.P. – Mitte – liberal, Königsmacher für die CDU
    Grüne – Mitte mit umweltbewustem Anstrich (aber eigentlich eine Mischung aus SPD udn F.D.P. für Leute die sich für wild halten) / versinkt in der Regierung in Tatenlosigkeit
    Die Linke – Links, Rudel von Populisten die in den Volksparteien gescheitert sind

    Nichts davon will ich wählen. Ich freue mich wenn die Linke als Protestpartei zeigt dass die Bevölkerung unzufrieden ist mit der Politik. Aber in politischer Verantwortung will ich die nicht sehen. Zumindest nicht die Köpfe der Partei.

    Meine Stimme ist so oder so verschenkt! Nach 16 Jahren Kohl kamen Schröder und Fischer, das war fast schlimmer als 16 Jahre Kohl!

    Ich versuchs mit der Piratenpartei – es gibt nichts zu verlieren!

    13#°°° • 29. Mai 2009 @ 15:45 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  14. Die Piratenpartei ist im Grunde doch auch nur eine Extremistenpartei mit fokussiertem Programm auf einige wenige Punkte. Ich bin zwar voll für diese Ansichten, aber die Piraten haben eben echt den Malus der realpolitischen Kurzsichtigkeit. Lieber die FDP. Das ist ein liberaler Faktor mit dem man auch rechnen kann. Keine Zensur, keine Verbote. Wer das nicht glaubt sollte mal kurz googlen wie die FDP in Bayern eine “Killerspielverbotsinitiative” der CSU blockieren. Viele wissen leider nichtmal, wie sehr die Gelben mit ihren Ansichten übereinstimmen. Da wird dann selbst die den anderen unterstellte Verallgemeinerung praktiziert.

    Zum Namen “Piratenpartei” ist auch alles gesagt, politisch seriös ist anders.

    14#Boldor • 29. Mai 2009 @ 15:49 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  15. Poah! Mir platz der Arsch. Was’n los mit euch, dass ihr euch alle an dem Namen aufhängt???

    Seit ihr alle aus Hinterbayern und über 75?

    …dann könnt’ ich’s verstehen; aber so….!?

    HÄÄÄ?

    15#Chris • 29. Mai 2009 @ 16:00 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  16. Lol. Ja, die FDP ist ne tolle Alternative zur Piratenpartei. Statt garkein Programm in Wirtschaftsthemen zu haben vertreten sie den Neoliberalismus. Das ist natürlich super.

    Damit würde man auch gleich die Partei wählen die die Bosse der Contentindustrie bevorzugen dürfte *G*. nur dass die ihren Interessen im gegensatz zu mir mit schwarzen Köfferchen Nachdruck verleihen können.

    16# • Denny • 29. Mai 2009 @ 16:46 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  17. @Chris: Tatsächlich ist der Name der einzige Kritikpunkt, den ich auch teile. Der Name ist ziemlich panne, es geht schließlich nicht nur um Copyright.

    17#René • 29. Mai 2009 @ 16:57 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  18. Es stimmt schon dass der Begriff Pirat vor allem in letzter Zeit ziemlich viel Aufmerksamkeit bekommen hat, und diese Bezüge natürlich immer negativ waren.
    Andererseits schreit der Name ja ziemlich danach, hinterfragt zu werden. Und wer sich dafür interessiert bekommt auch schnell raus, dass das ganze nicht so negativ ist wie der Begriff sofort vermittelt. Oder was haben denn z.B. “Raub”kopien und Software”piraterie” mit realen Gewalttaten zu tun?

    Man könnte jetzt sagen dass dieses Interesse bei dem 75jährigen “Hinterbayern” (den es auch in ganz Deutschland gibt, btw :P) natürlich nicht aufkommt. Aber der interessiert sich ja auch weniger für Bürgerrechte, solange er seinen Stammtisch hat an dem er poltern darf wie er will.

    18# • Mazzo • 29. Mai 2009 @ 16:58 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  19. dennoch geht es hier immernoch um die entlohnung von geistigem eigentum. und “technische reproduzierbarkeit” also distribution ist hier nicht die sache.

    ja, wenn man bananen downloaden könnte, dann könnte das internet den welthunger stillen. wenn der bananenbaum aber davon leben müsste, dass er für die produktion von bananen bezahlt wird, dann sähe das schon wieder anders aus.

    19# • also... • 29. Mai 2009 @ 17:32 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  20. @René: Ja wie? Und Piraten steht nur für Internetpiraterie, oder wiewaswie?

    (Wobei…- wie eben schon erwähnt – genau DAS mein Nicht-Piraten-Argument wäre: Es geht eben “um zu wenige Themen”. Dann wieder: “Ja,..aber auf diesen Themen bauen so viele auf…hach, et is aber auch kniffelig)

    Ehrlich: Ist doch scheißegal was oben drauf steht; wie bei Kinderschokolade: Sieht scheiße aus; liest sich kacke, und schmeckt trotzdem.

    Ich bin zu dem Thema “Name” sehr nah am Kommentator Nr.13 dran.

    Oder was ist in den Köppen los? Das hier etwa?-> “Piraten?” -> Tss, sowas ist aber unseriös”.

    Und siezen muss ich auch jeden Depp, oder was?

    Spießer, ich bleib dabei.

    Edit: Siehste,..da gehts schon weiter (Kommentar über dem hier) “negative Bezüge” …ja, klar,..wenn man (zu doof, zu faul, zu spießig ist) keine Lust hat sich beide Seiten der Medaille anzugucken…

    Edit2: Was für einen Namen hättest du/ihr euch denn gewünscht?

    Die “Fast-Piarten-aber-wir-nennen-uns-lieber nicht-so-weil…”-Partei?

    20#Chris • 29. Mai 2009 @ 17:35 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  21. Die PP hat das Pech, dass die maritime Piraterie ihr Comeback gefeiert hat.

    Ich denke wer mit dem Namen Piratenpartei nich klarkommt wählt eh CDU. Drauf geschissen.

    21# • Bob • 29. Mai 2009 @ 17:50 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  22. Na dann soll sich doch jede Partei nennen wie der letzte Hampelmann. Dann liest sich die Bundestagsaufstellung wie eine Super-Villain-Convention. (Eigentlich coole Idee)

    22#Boldor • 29. Mai 2009 @ 18:16 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  23. @Bob: Aber mit Anlauf… ebent!

    23#Chris • 29. Mai 2009 @ 18:46 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  24. Es stimmt schon, dass es ein Problem sein kann, dass die Piratenpartei nur auf wenigen Politik-Feldern aktiv ist. Eine bessere Alternative wäre eine Partei, die mich auf allen oder zumindest fast allen Gebieten vertritt. Praktischerweise sehe ich so eine Partei nicht. Ich hab an allen so einiges auszusetzen. Daher sehe ich es sogar eher positiv, dass diese Partei mich nicht auf anderen Gebieten wieder vergrault.
    Das allerschönste ist aber eh, dass das alles bei der Europawahl total egal ist. Diese Wahl ist so witzlos, dass man sie wunderbar dazu missbrauchen kann durch die Wahl der Piratenpartei ein Zeichen zu setzen.

    24# • SD • 29. Mai 2009 @ 19:18 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  25. Ich wollte hier bloß mal einwerfen: allein der name piraten partei ist für mich schon ein grund die zu wählen!

    Piraten sind so cool, das ich es nur sympatisch finden kann und wenn mich dann noch die themen überzeugen können, wie eben bei den piraten, um so besser.

    Genau genommen find ich es sogar gut das sie den mut haben sich piraten partei zu nennen auch wenn es vielleicht einen kindischen oder negativen anklang hat.
    Dieses ganze dysphemistische geredet von piraterie und anderen kriminalisierenden begriffen in der thematik ist nur ein weiteres beispiel wie die sprache bei der thematik zur manipulation missbraucht wird um die gesamte copyright kritik der letzten jahr negativ zu färben.
    Das ist auch nicht anders als der in letzter zeit oft und zurecht kritisierte euphemismus von schäuble bei der durchsetztung seines überwachungswahnsinns.

    Wenn es der piraten partei also gelinkt die negative wertung und bilder, die werbung mit singenden kindern vorm gefängnis aufgebaut hat mit positivem zu überlagern, dann find ich das nur wünschenswert und überhaupt nicht albern oder kindisch, sondern schon an und für sich politsch ernsthaft und sinnvoll!

    Das viele wichtige themen bei denen noch nicht geklärt sind find ich nicht so dramatisch, da ich mir da oft auch nicht wirklich klar drüber bin (höchstens das ich sie eigendlich keiner der momentan präsenten parteien anvertrauen will). (was bei vielen sicher anders ist)
    Aber zu den themen zu denen ich eine meinung habe für die stehen die ein und das überzeugt mich!

    25#Zamzung • 29. Mai 2009 @ 19:24 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  26. Re “verschenkte Stimme”:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Parteienfinanzierung#Finanzierung_aus_staatlichen_Mitteln

    Ein halbes Prozent sollte ja wohl zu packen sein…

    26#Krischn • 29. Mai 2009 @ 22:17 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  27. Seht es doch mal so:
    Je mehr Piraten, desto besser das Klima!

    27#ph • 30. Mai 2009 @ 01:14 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  28. Die sollten sich einfach in “Freiheitspartei” umtaufen, gut is.

    28#thorsten • 30. Mai 2009 @ 14:47 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  29. Lieber “Liga für Freiheit und Gerechtigkeit und den Download von coolem Zeugs”, also kurz und praktisch LfFuGudDvcZ!

    Ich wähle Piraten, da gibts leider keine Alternative.

    29# • Rocksteady • 30. Mai 2009 @ 18:02 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  30. “Das wesentliche Interesse von Künstlern und Autoren, vorausgesetzt sie sind intellektuell und moralisch ernsthaft in dem was sie tun, muss sicher das sein, gelesen zu werden, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen in ihrer Generation.”

    und nichtintellektuelle kunst?

    30# • abroxas • 30. Mai 2009 @ 22:20 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  31. “Das wesentliche Interesse von Künstlern und Autoren, vorausgesetzt sie sind intellektuell und moralisch ernsthaft in dem was sie tun, muss sicher das sein, gelesen zu werden, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen in ihrer Generation.”

    Das Problem hier liegt in aufwendig produzierter Kunst (Computerspiele, Filme), da die Herstellung dieser Unmengen an Geld kostet.

    31# • Anonymous • 03. Juni 2009 @ 08:19 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  32. Erstmal: Die Gustaffson-Übersetzung der PP ist ja schlimm….Ein Walter-Benjamin-Titel, der ins Deutsche übersetzt werden muss? Ein bisschen mehr Nachdenken (oder vielleicht doch ein Horizont, der über den Bildschirm hinausreicht?) hätte da schonmal geholfen…

    Aber jetzt mal zu dem hier latent herumgeisternden Vorwurf, die PP sei aufgrund ihrer thematischen Beschränkungen nicht für die “reale” Politik geeignet. Da frage ich mich, in welchem 1Euro-Shop sich Vertreter einer solchen Meinung ihr politisches Verständnis besorgt haben?
    Das Model “Volkspartei” hat doch augenscheinlich (und zum Glück) ausgespielt, da sie einfach nicht in der Lage sind, die höchst differenzierte und fragmentierte Wirklichkeit adäquat in glaubwürdige und zukunftsweisende Gesamtkonzepte zu überführen. Was die Grünen in den 80ern für die Öko-Bewegung war, könnte die PP heutzutage sein – ein Träger von durch die etablierten Parteien vernachlässigten, jedoch wichtigen Fragen der Zeit. Wie bei den Grünen würden es dann auch nicht ihre realpolitischen Entscheidungen sein, die ihre Bedeutung ausmachen, sondern das verankern gewisser Grundideen/Einstellungen im allgemeinen politischen “common sense”.
    Ausserdem würde eine weitere politische Kraft das mögliche Koalitionsspektrum noch erweitern. Die bunten Koalitionsspielchen auf Länderebene deuten ja schon an, dass zumindestens etwas Bewegung in verkrustete, latent dogmatische Parteistrukturen kommen könnte….ein Spieler mehr wäre da doch eher noch eine Bereicherung…

    32# • Daniel • 17. Juni 2009 @ 15:08 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment

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