Ich bin ein relativ mäßig interessierter Fussballfan. Gut, gestern habe ich mich auch mit Liga-Radio-Konferenz auf den Balkon gesetzt und dem spannenden Finale der Saison gelauscht. Aber mein Verein ist ja eh der erste FC Köln, für die gab es gestern nicht mehr viel zu holen. Klassenerhalt geschafft, Lukas Podolski kommt zurück, also werden wir nächste Saison deutscher Meister. Alles gut.
Nun lässt sich von meiner Vorliebe für den FC auch relativ schnell auf meine Gegenliebe für Düsseldorf schliessen. Wir haben denen damals bei der Schlacht von Worringen relativ gut eingeheizt und die denken immernoch der grosse Player zu sein. Naja, solln sie doch (An dieser Stelle spare ich mir Ironie-Tags, der “Streit” zwischen Köln und Düsseldorf wird ja heutzutage eher spasseshalber am Leben gehalten ,wir haben nix gegen die…obwohl…).
Nun kommen aber diese Interessensgebiete in diesem Fall zusammen, denn Fortuna Düsseldorf ist gestern Abend aufgestiegen, in die zweite Liga. Erstmal Glückwunsch. Fussballfans sind ja dafür bekannt, nicht gerade die angenehmste Truppe auf Erden zu sein, vor allem wenn sie in Gruppen auftreten, da wechselt man schonmal gerne die Strassenseite. Aber andererseits: Die machen nix, die wollen nur spielen und das gestern Abend die Stimmung etwas ausgelassener in Düsseldorf war, als sie es für gewöhnlich ist, sei ihnen auch gegönnt. Da wird dann schonmal in der Altstadt schön gefeiert, bei einem Gebräu das die Düsseldorfer seit Jahren fälschlicherweise für “Bier” halten aber “Alt” nennen. Das sieht die Polizei aber gar nicht gerne, so ein unangemeldetes Freudenfest. Weswegen sie die Feiernden versucht einzukesseln. Und jetzt wirds bizarr. Auf dem Video kann ich keinen richtigen Grund erkennen (was nichts heissen muss, es kann durchaus vorher zu Provokationen von Seiten der Fans gekommen sein, die man nicht mitbekommt – andererseits ist die Gruppierung der Polizisten ja auch eine Provokation), für das was passiert, aber mit einem Mal stürmt der Weiß-Helm-Trupp durch die feiernde Masse und hinterlässt ein Bild der Zerstörung. Das geht Ruck Zuck. Einmal durchknüppeln, schon ist alles am Arsch. Das finde ich, mit Verlaub, beängstigend. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Nochmal: Ich glaube einer der anstrengendsten Berufe, für den man sich heutzutage entscheiden kann, ist der des Polizisten. Du bist immer der Böse, egal von welcher Seite aus gesehen. Du musst spontan reagieren und hoffen, eine Situation unter Kontrolle zu kriegen. Nein Danke, das wäre alles andere als ein Beruf für mich und ich habe grossen Respekt davor. Andererseits: Wie sehr sind die für Krisensituationen geschult? Oder überhaupt geschult? Denn wenn ich das Video ansehe, das, ich weiss, aus dem Zusammenhang gerissen ist, dann habe ich das Gefühl das die Fragen erst gestellt werden, wenn der Bürger keine Gefahr mehr darstellt, also fixiert am Boden liegt. Gut, nach der ersten Rammbock-Attacke der Polizei flogen auch Stühle, das geht nunmal gar nicht. Aber die Staatsmacht muss sich schon die Frage gefallen lassen, ob sie da nicht auch ein Stück selbst die Verantwortung für trägt.
Ich bin auf jeden Fall froh, das es mittlerweile solche Sachen wie YouTube gibt. Das sowas dokumentiert wird. Das einfach keiner mehr machen kann, was er will, ohne das es gesehen wird. Es ist eine komische Situation und ich bin mir unsicher, wer wieviel Verantwortung trägt. Ich willl auch keine Schuld zuweisen. Ich war nur erstaunt über dieses Video.





Naked Wizard Tased By Reality from Tracy Anderson on Vimeo.
offenbar scheinen polizisten bisweilen eine art privatkrieg gegen fußballfans zu führen. das ist deshalb relativ gut möglich, weil die bezeichnung “hooligans” oder auch “sogenannte fußballfans” ein ähnlich gutes vehikel zum transportieren von allerlei krummen machenschaften ist, wie es das thema “kinderpornographie” für die einführung von filtern bzw. zensurpolitik ist.
kritische fußballfans haben allerdings scheinbar eine noch schlechtere hobby als alle filesharer der welt zusammen. bemühungen scheint es aber zu geben, wie zum beispiel das portal http://www.fansmedia.org/, auf das mich ein befreundeter fußballfan neulich hinwies.
ich find es gut, dass eine solche sache hier thematisiert wird. noch wichtiger fände ich es, den oben angesprochenen rückbezug zu erkennen, und sozialpolitische fragen wie /staatliche repression/zensur etc. als zusammenhängende themen zu sehen. übrigens habe ich gestern beim fernsehen ein zensursula konterfei in der fankurve des fc bayern erblickt – direkt hinter dem tor, das ganze spiel über zu sehen. wenn das mal nix is…
naja wenn man ma neben bfe polizisten stand und denen zuhört wie die über eine bunte mischung aus antifas und bürglichen demonstranten redet juckt einen sowas gar nicht mehr
auch nicht wenn polizei anwärter uA das mai video von atari teenage riot gezeigt bekommen (weiss ich aus sicherer quelle!)
des is alles so hirnverbrannt…
ich frage mich einfach immer nur wer sich freiwillig als beruf zum befehlsempfänger ausbilden lässt (soldaten genauso)
is halt meine persönliche meinung
irgendwie traurig
?@rené?
@ rené: das video ist ja gruselig….wobei man sagen muss das
1. typen, die wirklich und immer alles diskutieren wollen und nichts einsehen ja auch irgendwie nervig sind im gesellschaftlichen zusammenleben und das
2. nur der polizist mit der cäppi keine nerven hat und rumtased, die anderen beiden scheinen eher deeskalieren zu wollen und mit sich reden zulassen, aber als mütze ihnen die scheisse einbrockt, müssen sie das natürlich auch ausbaden.
ätzend.
(und, wie es in der bauchbinde des videos am anfang steht: der typ hat wirklich einen extrem kleinen penis…gnihihihihi)
also ich war zufälligerweise an dem tag in düsseldorf, habe auch am abend dort in der altstadt das ganze miterlebt, zwar nicht die szene, aber abends wars dort ähnlich voll, und polizisten mit knüppeln und schilden in hülle und fülle, keine solche übergänge auf fans, aber die haben straßen blockiert etc. ich habe auch von jemanden gehört der früher da war, das es ziemlich rund ging, menschen lagen auf dem boden, wurden von feiernden fans fast niedergetrampelt. man hat noch die warme asche gesehn in den straßen, weil irgendjemand kram angezündet hat, der boden war eigentlich nur ein teppich aus scherben, da ging es scheinbar gut ab, nicht nur polizisten waren dah, auch massig krankenwagen und feuerwehrleute etc, klar. die frage die du hier aufwirfst ist dennoch gerechtfertigt, sicher… bin selber überrascht, weil die polizisten da am abend, die haben eigentlich nichts gemacht, außer mit ihrer anwesenheit weitere eskalationen zu verhindern… zumindestens wars das, was ich mitbekommen habe.
danke artur. zum glück auch noch was anderes gehört. wenn es so läuft, wie du beschrieben hast (vor allem was die vollidioten unter den feiernden betrifft), dann ist das ja volle kanne in ordnung, wenn die da zur deeskalation sind.
Nicht das erste mal das die Düsseldorfer Polizei “falsch” handelt…
Polizeieinsatz am 19.04.2009 (Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin)
Video bzw Bericht kann man unter folgendem Link ansehen:
http://www.pyro95.de/block40/?p=23
Des weiteren kann ich menilmontant zustimmen die Polizei führt einen Privatkrieg gegen Fussballfans.
Das schlimmste dabei ist das die Polizisten in den meisten fällen nicht mit irgendwelchen Konsequenzen rechnen müssen, da sie zuallererst keine offensichtlichen Dienstnummern tragen und diese auch eher selten herausgeben und wenn sie doch mal identifiziert werden wird eher den Staatsdienern geglaubt als dem normalen Fussballvolk…
Nicht das erste mal das die Düsseldorfer Polizei falsch handelt bei einem Fussballspiel bzw Umfeld
Polizeieinsatz am 19.04.2009 (Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin)
http://www.pyro95.de/block40/?p=23
Nicht das erste mal das die Polizei in Düsseldorf falsch während eines Fußballeinsatzes handelt.
Polizeieinsatz am 19.04.2009 (Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin)
http://www.pyro95.de/block40/?p=23
Desweiteren ist es richtig was menilmontant in seinem Beitrag geschrieben hat.
Als Fußballfan wird man sofort als “mögliches Gewalttäter bzw Gefahrenquelle” eingestuft. Eine fahrt zu einem Fußballspiel in einer anderen Stadt kann bedeuten, dass man direkt aus dem Zug in einen Bus gepfercht wird und zum Stadion kutschiert wird. Jegliche Grundrechte werden einem als Fußballfan aberkannt… Nichts desto trotz zu heikles Thema morgen mehr!
Sehr interessante Bilder, René! Ich kenne/kannte einige ultra-linke, einige gemäßigte usw., die natürlich immer an den “Bullen” rummeckerten, Verschwörungen konstruierten und sie nicht als Autorität anerkennen konnten (ist ja ein Problem bei Linken allgemein).
Aber mich freut, dass du das so vorsichtig formulierst und nicht gleich rumpolterst. Mir machen die Bilder auch Sorgen. In letzter Zeit machen mir nur so viele Videos Sorgen, irgendwie erschreckend.
Krass. Taugt als Viral für Vodafone jetzt nur so mittel.
fast harmlos das in düsseldorf….
aber diese tasersache…
ich finde, da darf die masse ruhig mal zivil ungehorsam werden und die 3 ordnungshüter vermöbeln. und ich bin bestimmt nicht gewaltätig. aber die machen den ja richtig fertig mit dem teil.
Leverkusen hat ja in der Rückrunde in Düsseldorf gespielt und wir waren auch beim Auswärtsspiel der Eintracht dort. Die Präsenz der Polizei war schon beeindruckend. An jeder Ecke stand nen Mob. Wir haben uns zwischen den ganzen Polizisten nicht wohl gefühlt und sind dann in ein etwas abgelegeneres Eck gegangen, aber dem Anschein nach hat es auch damals noch einige Auseinandersetzungen gegeben. Da Eintrachtfans ja nicht gerade für ihr gutes Benehmen bei Auswärtsspielen bekannt sind, kann ich mir schon denken, dass Provokationen vorgekommen sind, aber so ein Polizeiaufgebot scheint in Düsseldorf und auch in anderen Großstädten normal zu sein bei Fussballspielen. War auch in Stuttgart nicht anders. Im Gegensatz dazu, war bei den Auswärtsspielen in Freiburg oder in Mannheim (gegen Hoffenheim) bei weitem nicht so viel los, was das Polizeiaufgebot anging, als in Stuttgart oder Düsseldorf.
Hier noch ein Video aus Bremen, wo die Polizei nach 20min den kompletten Eintrachtblock abgeriegelt hat und nicht einmal Frauen oder Kinder zu den Toiletten gelassen hat, ganz davon abgesehen, dass mehrere Fanbusse der Eintracht vor dem Spiel abgefangen wurden und die Fans in diesen Bussen einfach festgehalten wurden bis nach dem Spiel, weil angeblich ein “Gefahrenpotential” vorhanden war. Fussballfans wurden unter Generalverdacht gestellt und durften nach einer 5stündigen Busreise + gekauftem Ticket mehrere Stunden im Gefängnis anstand im Stadion verbringen.
http://www.youtube.com/watch?v=kb4QOnMGODk
wie konsequent der herr ist! es gibt einfach nur noch “das”…
Meine Meinung:
Wer zur Polizei geht ist in meinen Augen genauso “dumm” (es gibt sehr wohl Ausnahmen, vorallem was Motivation ist) wie ein Bundeswehrsoldat. Man lässt sich ködern mit einem sichern Arbeitsplatz und einem stabilen Gehalt. Sowas hat keinen Respekt verdient. Und wenn man dann solche Bilder sieht wo gegen Menschen statt mit den Menschen gearbeitet wird, fragt man sich doch wozu wir eine Polizei haben. Vermutlich nur um emotionale Massenaufläufe von Menschen mit Gewalt ein oder voneinander abzugrenzen und das mit Einschüchterung durch Wasserwerfer, Tränengas, Videoüberwachung und Combatausrüstung.
Meine 3 Fahrräder die mir gklaut wurden hat die Polizei übrigends mit solchen Mitteln nicht gefunden. Danke.
Ich kann mich dem allgemeinen Tenor nur anschließen. Sowas passiert jedes Wochenende zu hunderten in deutschen Stadien und davor. Ich bin nicht der große Auswärtsfahrer, meine letzte ging Anfang der Saison nach Hamburg und ich muss sagen das waren die nettesten Polizsten überhaupt, die haben zwar den abfahrenden Zug nicht aufgehalten aber uns den Mannschaftsbus besorgt, uns viel Spaß gewünscht etc. Was dazu geführt hat, dass wir 50 Leute mehr im Stadion hatten. Aber ich kenne auch die andere Seite. Polizisten aus kleineren Orten, die keinerlei Erfahrung haben und noch nie bei einem Fußballspiel waren und das Wort deeskalation nicht buchstabieren können. Wenn man z.B. bei Spielen in denen zwar relativ viele “gewaltbereite Jugendliche” unter den Fans sind, aber dennoch eine Fanfreundschaft besteht, mehrere Hundertschaften anwesend sind, halt ich das für übertrieben und Verschwendung von Steuergeldern. Hätte man stattdessen vorher mit dem Zivicop geredet hätte der das gewusst und hätte das Gewaltpotenzial besser einschätzen können. Stattdessen gibt man ihm keine Chance seinen Ausweis zu zeigen und er bekommt direkt eine verpasst, Verfahren läuft.
Wenn doch schon erwähnt wird, dass das Video aus dem Zusammenhang gerissen ist und wenn doch schon zu sehen ist, dass nach weniger als einer Minute Videolaufzeit brennende Gegenstände durch die Luft fliegen, warum werden dann irgendwelche Mutmaßungen angestellt, wenn doch schon eine Meinung zu dem aus dem Zusammenhang gerissenen Bildern existiert? Warum muss zu Ereignissen, bei denen man nicht anwesend war und für deren Eskalation man deshalb keine fundierte Erklärung haben kann, dennoch eine Meinung vorhanden sein?
Wenn keine Schuld zugewiesen werden soll, wieso wird dann ein Video gezeigt, das an der Frage, wer schuld haben könnte, wenig Zweifel lässt und wenn keine Schuld zugewiesen werden soll, wieso werden dann solch reißerische Formulierungen wie “”einmal durchknüppeln, schon ist alles im Arsch” benutzt?
Morgen dann public sex gnihihihi – oh, war doch eine Vergewaltigung. Ist immer alles eine Frage der Sichtweise.
ja tino, da geb ich dir recht. sicher ist der post, trotz aller vorsicht bei den formulierungen, etwas vorurteilsbelastet. es scheint ein zu grosses ungleichgewicht im kräfteverhältnis zu sein.
und wie gesagt sind die fans auch keine engel, das habe ich ja auch noch im text erwähnt. fliegende stühle etc. deppen. geht nicht.
aber: erstens muss man von “durchknüppeln” reden, denn ich weiss nicht wie ich das anders nennen sollte, was die da machen. das mag umgangssprachlich sein, trifft aber des pudels kern. und zweitens ging es mir in erster linie darum, das video zu zeigen. weil ich das unheimlich finde und so noch nie gesehen habe. da mögen die verschiedenen gründe für dieses oder jenes handeln mal aussen vor stehen: diese art deeskalation ist schon krass zu sehen. darum gehts erstmal. ob die strategie die richtige ist.
an die vorredner, wie z.b. k3nny: ich würde ja gerne mal ins stadion gehen und spiele gucken. aber ich habe tatsächlich ein wenig schiss vor dem gewaltpotential von fans, was sicher ein dummes vorurteil meinerseits ist. aber es ist eben auch nicht so wie in, zum beispiel, baseball-stadien in amerika, wo der sport ganz klar familienunterhaltung ist und die ganzen väter mit ihren söhnen sitzen. so würd ich mir das wünschen. naja. glaub ich.
Dafür sind baseball-Stadien auch ein Hort der Langeweile… ich war 96 zu den Olympischen Spielen in Atlanta und hab mir dabei direkt noch das Endspiel Atlanta Braves gegen Florida Marlins angeguckt weil ich neugierig auf Baseball war…
Und die Braves gewinnen irgendwie und die ganze Zeit über is dat Stadion so dreiviertel voll und die machen da Picknick. Kein jubeln, kein gröhlen, keine Stimmung.
Zum Ende hin ein kleines Feuerwerk und alle hauen wieder ab.
Ich war “underwhelmed”, wie der Engländer sagen würde.
Laaaaaangweilig.
5o verletzte am wochenende in der altstadt, davon 25 polizisten…
ich wohne in düsseldorf und in letzter zeit ist es echt krass geworden in der altstadt, am wochenende stehen da an jeder ecke die kampftrupps und es fahren die ganze zeit die bullis durch die menge. zudem ist die stimmung dort immer sehr aggresiv und es gibt andauernd schlägereien! echt zum kotzen und …
Ja, Nilzenburger, da hast du sicherlich Recht, dass es relativ schwierig bis nahezu unmöglich ist, solch ein Posting dermaßen ausgewogen zu formulieren, dass nicht Korinthenkacker wie ich noch was zu mäkeln dran finden würden.
Ich finde es nur ein wenig bedenklich (wobei “bedenklich” auch wieder zu ‘hart’ formuliert ist, vielleicht wäre “diskussionswert” sinnvoller), ob ein bei YouTube eingestelltes Video eine Tatsache beleuchtet, nur weil es bei YouTube eingestellt ist – insbesondere Videoportale könnten ja durchaus dazu genutzt werden, um eine Stimmung zu erzeugen, die im Interesse derjenigen Person liegt, die das Video eingestellt hat. Was bei viralen Marketingkampagnen funktioniert, kann ja auch bei Antipolizeipropaganda funktionieren, denn auch wenn das Video natürlich schon recht eindeutig eine überspitzte Vorgehensweise der Polizei zeigt, wissen wir eben nicht, was 30 Sekunden oder 60 Sekunden oder 120 Sekunden vor dem Video passiert ist und ob es eventuell einen (berechtigten oder unberechtigten) Anlass für diese Eskalation gegeben hat, da wir nur für einen kurzen Ausschnitt teilhaben durften an einer Wahrheit, die uns eine Person mitteilen wollte.
Und insbesondere bei solchen “Triggerthemen”, die ja auch hier in den Kommentaren ein beinahe pawloscherhundartiges Sabbern bewirken, ist Fingerspitzengefühl natürlich sinnvoll bzw. wäre es auch ein guter Ansatzpunkt, darüber zu diskutieren, inwiefern solche Videos bei YouTube der Öffentlichkeit wirklich helfen oder ob sie nicht doch eher bestehende Vorurteile noch verstärken, da es solchen Videos ja nicht daran gelegen ist, die Entwicklung einer Situation zu dokumentieren, sondern lediglich das Ergebnis zu zeigen.
Natürlich ist auch wieder klar, dass kaum jemand ein Video davon drehen wird, wie eine Sache sich entwickelt und dann doch nicht eskaliert, um es dann bei YouTube einzustellen – was aber auch wiederum belegt, dass solche Eskalationen nach wie vor die Ausnahme sind und deshalb die Ursachenforschung sinnvoll wäre.
Da du außerdem in deinem Kommentar zu dem Taservideo sagst, dass solche Typen, die alles ausdiskutieren wollen, extrem nervig sind (nicht, dass ich jetzt unterstellen wollen würde, dass du die Vorgehensweise gutheisst): Denkst du, dass Fussballfans weniger diskussionsfreudig sind bzw. denkst du nicht auch, dass es viele Menschen darauf anlegen, eine Situation soweit zu treiben, dass die von der Polizei gewählte Methode zur Deeskalation eines der letzten zur Verfügung stehenden Mittel ist? Dass dann die Polizei über die bessere Ausrüstung verfügt, ist ja eher das Problem der Provozierer – ebenso wie die Unschuldigen, die sich zu der Zeit an diesem Ort aufgehalten haben. Aber Randale wird ja auch oft genug eingefordert und wenn dann, wie im Video zu sehen, nach weniger als 60 Sekunden schon irgendein brennender Gegenstand durch die Luft fliegt, dann wirkt das auf mich auch nicht unbedingt so, als ob da keinerlei Bereitschaft vorhanden gewesen wäre, die Situation eskalieren zu lassen.
Jetzt stellt sich halt die Frage, wie sich Provozierer und Streitsuchende in einer Gruppe (auf den Begriff “Mob” verzichte ich lieber) gewaltfrei deeskalieren lassen, da schnelles Handeln anscheinend sinnvoll ist, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Denn die Polizisten machen da bloss ihren undankbaren Job, während die Fans, Provozierer, Störenfriede und mitfeiernde Passanten dort ihren Spass haben.
tino, genau die letzte frage ist die, auf die ich hinaus wollte. wenn du das auch deutlich besser und differentierter als ich formuliert hast.
Unverhältnissmäßige Polizeigewalt ist in Deutschland alltäglich. Der Fall hier ist ziemlich harmlos. Les mal den Bericht von Amnesty International über Deutschland. Da kommt so einiges zum Vorschein.
Polizisten können brutal und willkürlich handeln ohne Strafverfolgung zu befürchten. Zeigt man einen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt an, dann kommt immer eine Gegenanzeige wegen Widerstand bei der Festnahme, Körperverletzung usw. Zum Prozess kommt es selten und zu einer Verurteilung eines Polizisten sehr, sehr selten. Dazu kommt die Schwierigkeit den Polizisten erstmal zu identifizieren, der einem im vorbeigehen auf die Fresse gehauen hat. Sie sind ja schliesslich behelmt und vermummt. Deshalb brauchen wir eine Kennzeichnung aller Polizisten mit eindeutigen Nummern. Dienstnummern haben sie alle. Aber jedesmal wenn ich einen nach seiner gefragt habe, bekam ich keine Antwort oder eine im Stil von: “08-15″, “4711″, “110″.
Den Pressemitteilungen der Polizei sollte man keinen Glauben schenken. Doch leider schreibt die Mehrzahl der Journalisten diese einfach unhinterfragt ab. Beim G8 Gipfel in Heiligendamm war das Lügengebäude der Polizei besonders groß.
@Ork: Gibt es zu dem Bericht von Amnesty International auch einen Link? Und falls ja, warum sollte ich mir den jetzt selbst suchen, wenn dir anscheinend doch daran gelegen bist, auf unverhältnismäßige Polizeigewalt in Deutschland hinzuweisen, die laut deiner Aussage alltäglich ist und die durch einen Link zu einer als Institution anerkannten Quelle wesentlich an Argumentationskraft gewinnen würde. Oder geht es primär darum, irgendwelche Pauschalaussagen hinzuklatschen, für deren Beweisführung der Leser selbst verantwortlich ist, während du mehrere Zeilen später anprangerst, dass Journalisten einfach unhinterfragt abschreiben, während dein Posting auch genau diesen Eindruck erweckt?
Eine Kennzeichnung aller Polizisten mit eindeutigen Nummern ist natürlich die Superlösung: Polizisten, die so viel kriminelle Energie aufbringen, um dir im Vorbeigehen eine reinzuhauen, werden dann natürlich diese Nummer nicht manipulieren, weil der polizeistaatliche Respekt vor Zahlen weitaus größer ist als vor seinen Bürgern, denen man ausschliesslich mit Repressalien begegnen sollte, denn für irgendwas werden sie es schon verdient haben, im Vorbeigehen eine in die Fresse gehauen zu bekommen. Und beim wilden Durcheinanderrennen und dem verzweifelten Wegblinzeln des Bluts, das aus deiner aufgeplatzten Augenbraue über dein Gesicht läuft, wirst du diese Nummer natürlich trotzdem wieselflink in dein Smartphone eintippen, um sie schnell twittern zu können. Oder wahlweise dann später bei YouTube abschreiben – wie alle anderen, die auch genau von diesem Polizisten an genau diesem Tag zusammengeschlagen wurden.
Dieses mitleidserregende “Ich bin Opfer”-Gehabe suckt jedenfalls tierisch, denn solange sich beide Seiten als Opfer stilisieren und Fehler stets nur bei der ‘Gegenfront’ suchen und solange die Lösung nur bei den anderen gesucht werden, solange werden solche Events auch immer wieder eskalieren.
Also, ich erwarte noch einen Link zu Amnesty International und einen Link zu den Pressemitteilungen der Polizei, die das beim G8-Gipfel besonders hohe Lügengebäude belegen. Gern auch nähere Infos zu Offline-Quellen, man muss ja flexibel sein.
“Ich glaube einer der anstrengendsten Berufe, für den man sich heutzutage entscheiden kann, ist der des Polizisten. Du bist immer der Böse, egal von welcher Seite aus gesehen.”
Das verstehe ich nicht. Wieso ist ein Polizist “immer der Böse”? Mein persönlicher Eindruck von Polizisten ist jedenfalls ein völlig anderer: Polizisten haben bei mir grundsätzlich einen Vertrauensvorschuss. Daran ändert auch das Video nichts, dem zumindest ich keine Antwort auf die Schuldfrage bezüglich des rabiaten Aufeinandertreffens entnehmen kann. Was da vorne vorgefallen ist, bevor die Polizisten losstürmten, ist nicht erkennbar, und wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, Möbelstücke auf einen Polizisten (oder überhaupt irgendjemanden) zu werfen, hat sich mir noch nie erschlossen.
@tino
na z.b. hier: http://www.amnesty.de/themenbericht/polizeigewalt-im-brennpunkt?destination=node%2F2
oder hier: http://www.amnesty.de/presse/2008/9/15/polizeigewalt-hamburg-muss-unabhaengig-untersucht-werden?destination=node%2F2
oder hier: http://www.welt.de/politik/article286221/Amnesty_kritisiert_Polizeigewalt_in_Deutschland.html
hier: http://www.sueddeutsche.de/politik/147/396933/text/
hier: http://www.migration-info.de/migration_und_bevoelkerung/artikel/040103.htm
und hier: http://www.schulemachtzukunft2006-140.de/pageID_3223012.html
hier: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e1994e12ab127.php
und hier: http://www.stern.de/politik/deutschland/:Polizeigewalt-Schl%E4ge,-Schikanen,-K%E4fighaft/590898.html
Also Herr Weltfrieden. Angst ist komplett fehl am Platze. Ich war als 10 jähriger oft mit meinem Vater im Stadion. Also in unserem Heimstadion ist es so ,dass die “wohlhabenderen” bzw. die, die nur gucken und nicht RemmiDemmi machen wollen Sitzplätze haben. Da ist die Stimmung OK, es kostet ein klein wenig mehr und dort ist Familienatmosphäre. Die Fanclubs/Ultras stehen gegenüber in der Kurve dort ists lauter, IMO etwas bessere Stimmung und billiger weil stehend. Wenn es mal knallt dann erst nach dem Spiel am Bahnhof oder auf dem Weg dorthin. Also auf den Sitzplätzen+direkt 5min. vor Abpfiff/nach Presskonferenz nach Hause ist kaum gefährlicher als in Berlin mit nem Rapper aufm Shirt zumzulaufen.
@Nilz: Gut, dass es gesehen und veröffentlicht wird, schade aber, dass das niemanden kratzt und es nie konsequenzen hat.
Als Düsseldorfer Fußballfan muß ich sagen, daß die Polizei in meiner Heimatstadt bei Fußballspielen nicht immer deeskalierend auftritt. Zumal die Altstadt natürlich auch ein Brennpunkt ist, der auch gerne von anderen Anhängern bei Gastspielen z.B. im Ruhrpott, die den D’dorfer Bahnhof als Umtseigepunkt haben, genutzt wird. Habe das am Samstag leider nicht mitbekommen, aber es ist bekannt, daß die in D’dorf eingesetzten Hundertschaften schnell mit Knüppel und Pfefferspray dabei sind. Und das sind noch nichtmal Einsatzkräfte aus der Stadt, sondern gern auch mal die Wuppertaler Hundertschaft. Und ich persönlich finde es nicht gerade deeskalierend wenn bei Spilen z.B. eine Hundertschaft aus sagen wir mal K**n eingesetzt wird, die dann auch noch ‘nen Wimpel mit dem Hund mit den Hörnern :o) im Einsatzwagen hängen haben.
Lest Euch mal die Sachen durch die sich im Zuge des Union Berlin Spiels zugetragen haben, sehr interessant (mal nach “Kessel” und “Kastanie” googeln, z.B. http://www.stadionwelt.de/neu/sw_fans/index.php?folder=sites&site=news_detail&news_id=2592).
Und in der Altstadt gibt es seit ca. 1 Jahr desöfteren Übergriffe am WE gegen Polizei usw., meist durch irgendwelche gruppen jüngerer Männer. Die kommen sogar extra um randale zu machen hier hin.
Deshalb geht auch jeder ordentliche Düsseldorfer am Wochenende nicht in die Altstadt, so wie jeder vernünftige Hamburger bestimmt auch nicht auf den Kiez geht.
P.S. Im Video ist bei 1:25 ein Kerl zu sehen der einach nur fotografiert, dann abhaut, Pfefferspray ind die Fr***e bekommt und bei 1:50 fixiert wird. Schöne Deeskalation! Da kann ich nur noch Acht Cola Acht Bier bestellen.
Ich denke die Leidtragenden an diesem Wochenende ware die Mehrheit der Menschen, die einfach nur in der Altstadt den Sieg ihrer Manscheft feiern wollten. Mein Mitbewohner war mit seiner Freundin auch bei der “Knüppelattacke” dabei, und beide haben ordentlich Pfefferspray abbekommen, ohne das von ihnen Gewalt ausgegangen ist. Dabei wurde das Pfefferspray bis vor die Türen der Kneipen grossflächig verteilt, so das kaum davon auszugehen war das nur die Provokateure bzw. Hooligans davon getroffen werden konnten. So ein Verhalten der Polizei provoziert natürlich auch das schmeissen von Stühlen einer zu recht wütenden, an sonsten aber grösstenteils friedlichen Fangemeinde. Damit möchte ich ein solches Verhalten aber keineswegs gutheissen!
Hat hier jemand mal die Youtube-Info gelesen?
“(…)bis die Polizei in Rüstung wortwörtlich aufmarschierte und sich in Position brachte. Das sah schon äußerst provokant aus und führte unweigerlich dazu, dass irgendwann vereinzelt Flaschen Richtung Polizei geworfen wurden.”
Nee, is klar.
Danke, Nilz, dass du nicht wie einige der Spar-Punks hier reflexmäßig gegen die Cops bist, so als ob wir alle im Ghetto von Los Angeles wohnen würden…
Das erinnert mich an ein IceT-Konzert in Minden. Auch das war unfreiwillig komisch, als hunderte frischgeduschter Abi-Punks in schwarzen “Bad Religion”-Kapuzenpullis laut und immer wieder riefen: “Fuck the police.” – während ebenjene seelenruhig vor dem Gelände dafür sorgte, dass die verdammten Mofas der kleinen Scheißer nicht geklaut wurden…
Allen Ernstes – was die Polizei hier macht ist alles andere als Deeskalation. Die Kontrolle muss besser werden – das ahben wir ja schon bemerkt – aber die Wirkung solcher Vorfälle wurde noch nicht besprochen. Mir geht es so, dass ich, nachdem ich meine Jugendliche ACAB Haltung ein wenig differenzierte, nach solchen Aktionen eine ziemliche Wut und Misstrauen gegen die Polizei schüre. Da ich – so meine ich wenigstens – nicht zur schlagkräftigen Hooligantruppe gezählt werden kann, frage ich mich jedoch, welche Auswirkungen hat ein solch willkürliches und unbestraftes Polizeiverhalten auf wirkliche Hooligans? Ich weiss noch in den 90ern haben sich die Hools rivalisierender Vereine gegen die Polizei zusammengerottet: “Auf die Bullen – Auf die Bullen” wurde da skandiert. Herzlichen Glückwunsch – wenn es die Absicht war diese Zustände zu reaktivieren, ist die Polizei wenigstens diesem Ziel näher gekommen! Irgendwann brennen die Sicherungen durch – dann könnten die Cops ziemlich im Regen stehen.
@bigbong: Du fandest die Polizei früher scheiße, heute misstraust du ihr nur noch? Wo und wann hat da noch mal eine Differenzierung bei Dir stattgefunden? Alle Achtung, auch sonst ist dein Kommentar das Unlogischste, was ich seit langem gelesene habe. Oder ging’s nur um diesen hooliganmäßigen Jargon und das Kokettieren mit der dazugehörigen Szene?
Im lawblog wird auch fleißig diskutiert!
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/05/25/mustergultiger-einsatz/
ohne mist des is hier doch voll die farce…
fast täglich bekommen nazis (sry den ausdruck so isses numa) in “deutschland” iwo den weg frei geknüppelt und hier weinen alle (oder auch nicht) wegen ein paar fußballprolls rum…
und kommt mir jetzt nicht mit meinungsfreiheit!
waynetrain tschuut tschuut -.-”
@blabla: “Wer zur Polizei geht ist in meinen Augen [...]“dumm””
- ich würd gern mal wissen, was du und auch diejenigen, die jetzt so auf den “bullenstaat” sagen, wenn es keine “dummen” mehr gibt, die zur polizei gingen. oder sind die polizisten nur manchmal dumm? wenn sie in voller montur unterwegs sind? oder wenn sie dafür sorgen, dass sich linke und rechte die schädel einschlagen? oder wenn sie “normale” verbrechen versuchen aufzuklären?
man sollte von dieser ganzen schwarz/sicht doch endlich mal abschied nehmen….
nimm du ma von ner sw sicht abschied wenn du tag täglich mit duften “rechten” zu tun hast ohne links, punker odersonst was zu sein… meine güte die machen bei uns zu 5t 13-16 jährige kiddys an und ruf dann ma die polizei da erlebste dein blaues wunder. da wirste sogar noch angemachtvon der polizei warum die kiddys noch nicht abends um 10 in den ferien im bett sind… hört mir echt auf!
bekommt doch echt ma euern tollen wm fähnchen film ausm kopf… es zünden sich ja auch angeblich menschen in polizeizellen voll fixiert (sic!) selbst an…
@barn: Und warum bist du um 1:42 Uhr noch nicht im Bett, Freundchen?! :D
@Nilzenburger: Möchtest Du mal mit mir ins St. Pauli Stadion kommen? Ich pass auch auf Dich auf. :-)
@Sandstrahler
Wie das in Kommentaren so ist – eine komplette Lebensgeschichte würde den Rahmen sprengen :-)
Eine Differenzierung hat aber dennoch stattgefunden. Um es zu verdeutlichen, als Jugendlicher hielt ich, wie viele Altersgenossen, jegliche staatliche Gewalt, recht undifferenziert, als nicht akzeptabel. Im Laufe meiner weiteren menschlichen Entwicklung habe ich diese Ansicht doch stark relativieren müssen, ich schätze dass viele Menschen eine ähnliche Entwicklung vollzogen haben. Neben einigen negativen Erfahrungen mit der Staatsgewalt, habe ich auch sehr nette und kompetente Beamte kennenlernen dürfen/müssen. Eine Generalisierung ist daher für mich nicht möglich. Was ich mit meinem Kommentar sagen wollte ist, dass mein Vertrauen, dass ich eigentlich in die Staatsgewalt habe, ein wenig erschüttert wurde, zumal sich die Vorfälle in der letzten Zeit gehäuft haben und die Polizei nicht aus Fehlern zu lernen scheint. Aus dieser Sicht heraus stelle ich mir die Frage welche Auswirkungen das wiederholt nicht nachvollziehbare Verhalten der Polizei auf tendenziell gewaltbereitere Menschen, oder in diesem Falle Fans, hat. Zum Hooliganmaessigen Slang: Ich weiss nicht seit wann Du Fussballspiele besuchst? Mein erstes Ligaspiel habe ich 1984 besucht und ich war schon beeindruckt von der Gewaltbereitschaft im Fanlager zu dieser Zeit. Das fing damit an, dass in der Halbzeitpause Mitstreiter gesucht wurden die in den gegnerischen Block einlaufen um den Fans dort aufs Maul zu hauen und hörte bei Verabredungen zu Schlägereien nach dem Spiel auf. Dieses Verhalten hat sich definitiv geändert und genau da sehe ich das Problem was die Polizeieinsätze in dieser Form mit sich bringen. Hooliganmäßige Auseinandersetzungen sind sehr viel seltener geworden, Studien beweisen dass die Gruppierung der Hooligans eine aussterbende ist. Die Ultras haben sich etabliert und das nicht durch Gewaltpotentioal, sondern durch Kreativität und Kooperation mit Vereinen und Polizei.
Mein Gefühl ist nun, dass die Polizei ihr eigentliches Feindbild, die Hooligans, verloren haben und dieses nun auf die Ultras beziehen, soll heissen, dass es keine Anpassung an die neue Situation gegeben hat (ähnlich wie in den Medien wo die Ultras ebenfalls als neue Hooligans beschrieben werden)
Ich hoffe dass der Kommentar dadurch an “Logik” gewinnt….
Typen, die sich besaufen und dann Bock auf Schläge haben, gibt es nach wie vor massig. Weiß ja nicht, wo du deine Untersuchungen her hast. Ob die sich jetzt “Hooligans” nennen oder einfacherweise nur “Vollidioten” ist mir echt latte. Und der Polizei auch.
Generell gewaltbereite Menschen lassen sich auch von deiner blau-weißen Jacke provozieren, wenn gerade kein Bulle da ist. Aber die sind halt leicht zu erkennen, sehr einfach als Feindbild zu visualisieren (sehen ja auch alle gleich aus, einfach zu “entpersonalisieren”) und sie sind irgendwie diffus “von denen da oben” geschickt.
Bitte erwarte von mir in keinster Weise Respekt oder Verständnis für besoffene Schläger, die mit Stühlen werfen. Ich verachte solche Menschen leidenschaftlich…
Gott, ist das doof hier. Die eine Seite sagt vereinfacht “Bullen sind doofe Prügelfaschisten” und die anderen sagen “Fußballfans sind besoffene Schläger”. Dass sich dazwischen in tausenden von Grautönen Szenen abspielen, die eine solche Situation eskalieren lassen, weiß man vielleicht nur, wenn man solche Dinge schon erlebt hat – im Übrigen OHNE ein besoffener Schläger zu sein.
Hier schien mir die Situation jedenfalls relativ ruhig und ich sehe keinen Grund, eine Straße auf diese Art und Weise zu räumen, auch dann nicht, wenn in der Menge vor der Polizeikette ein paar Randalierer waren. Eine solche bewusst provozierte Massenpanik kann nicht zu Beruhigung einer Situation führen. Wer bezahlt denn eigentlich den Kneipenbesitzern die zerbrochenen Stühle?
Und wieso sammeln sich eigentlich rund ein Dutzend behelmte Beamte um einen Festgenommenen und stehen ganz zufällig zwischen Kameras und Gefangenem? Was soll so eine Grütze?
Herr im Himmel, natürlich sind nicht alle Polizisten bekloppt, aber da in D´dorf ist ja wohl so einiges schief gelaufen.
Ich sage nicht Fußballfans sind besoffene Schläger. Ich sage besoffene Schläger sind Vollspacken. Und wenn da eine Flasche fliegt, dann werden die halt weggeknüppelt. Fertisch.
Erstens sehe ich keine Flasche fliegen, was nicht heißt, dass keine geflogen ist.
Zweitens: Bist Du erntshaft der Meinung, dass wenn einer eine Flasche schmeißt, muss die ganze Straße inklusive Straßencafémobilar weggerockt werden?
Meine Güte, bin ich froh, dass Du kein Einsatzleiter bist (was nicht heißt, dass alle Einsatzleiter besser sind).
“Erstens sehe ich keine Flasche fliegen, was nicht heißt, dass keine geflogen ist.” Hehe, bist du Anwalt?
Naja, führt ja zu nichts. Du empfindest anscheinend Sympathie für den Mob, ich für die Polizisten. An anderer Stelle wurde richtig gesagt: Wenn sie was richtig machen, interessierts kein beschissenes Kamerateam. Wenn sie was falsch machen, sind gleich alle gegen die Bullen. Lächerlich.
Ich hoffe, dass sie so weitermachen, wie bisher.
Interessant, was Du so zwischen den Zeilen herausliest. ‘Selektive Wahrnehmung’ nennt man das, so glaube ich.
@Sandstrahler: weil schlaf kopfsache ist und dein freundchen bin ich bestimmt nicht du reaktionäres *piiiiep* ;P und keine sorge bin alt genug…
@Sandstrahler
“Du empfindest anscheinend Sympathie für den Mob, ich für die Polizisten.”
Ich glaube da liegt Dein Problem dass Du den anderen vorwirfst! Es geht nicht um Sympathie – es geht um ein angemessenes Vorgehen gegen den störenden Mob. Was die gemüter bei den Einsätzen in Ddorf erhitzt ist nicht dass die Polizei anwesend ist und eingreift, sondern die Frage ob ein Eingreifen in dieser Form gerechtfertigt ist. Und bei allem was diskutiert wird, ob Flaschen flogen oder nicht, man kann schon darüber diskutieren ob ein Kessel an der Kastanie gerechtfertigt ist oder ob das Eingreifen in der Altstadt die Eskalation eher begünstigt hat. Der übelste Nachgeschmack bleibt daher für mich die Art und Weise wie mit der Aufarbeitung umgegangen wird. Wenn z.B. der Kessel an der Kastanie von Seiten der Polizei übermotiviert angegangen wurde, und dieser Sachverhalt ist ja kaum mehr von der Hand zu weisen, dann erwarte ich von der Polizei selber eine Selbstreflexion und eine Aussage dazu. Leider wird auch hier in üblicher Weise Verfahren: Erst mal abwarten und erst wenn ausreichend öffentlicher Druck besteht reagieren.
Die Untersuchungen auf die ich mich bezog sind bereits seit 2004 veröffentlicht und für interessierte, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen wollen, frei zugänglich. Siehe hier z.B. die Diplomarbeit von Justus Peltzer (http://www.stadionwelt.de/neu/sw_fans/sites/diplomarbeiten/downloads/arbeit_1.pdf). Auch wenn Du jetzt sagst dass das ja eine einseite Informationsquelle ist – Google mal nach Justus Peltzer und Du wirst sehen dass der Mann seine Diplomarbeit nicht erfunden hat.
Und – btw – Lächerlich sind eigentlich nur Deine trollartigen und substanzlosen Einwürfe!!
video wurde gelöscht…kann man das noch woanders angucken?