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Agitpop-Björns Streitgespräch über Copyright

Heute erst mit Jeriko im Zuge der Aktion „I ♥ Blogs“ über das Blog Agitpop gesprochen, das jetzt seit einem halben Jahr nicht mehr aktualisiert wurde und das wir beide als eins der besten der deutschen Blogosphäre erachteten… da poppt abends auf einmal ein Posting im Feedreader auf! Und dann auch noch gleich ein Streitgespräch von Björn mit seinem Buddy Kaliban über Copyright. Sehr lesenswert.

Kaliban: Aber nun, Bittorrent ist böse. Mindestens 80 Prozent böse, klar auf der Dunklen Seite der Macht.

Agitpop: Okay, nehmen wir mal an, dass mindestens 80% der Torrents Raubkopien sind. Akzeptieren wir die Zahl mal als vermutlich sogar noch zu niedrig. Nur: Wo ist die Grenze, ab der eine Technologie gestoppt werden muss?

Kaliban: Keine Ahnung. Man kann Technologien sicher nicht stoppen. Gegen die Technik an sich ist ja auch nix zu sagen — wir verteilen zuweilen Spiele-Demos damit. Aber wenn eine Technolgie nahezu ausschließlich zu illegalen Zwecken eingesetzt wird, ist das nichts, was man mit “Ach, hey, der Fortschritt, so ist das nun mal” abtun sollte.

Agitpop: Ach, hey, der Fortschritt, so ist das nun mal. Ganz ehrlich, das sehe ich schlicht als pragmatisches Denken an. Du musst dich halt der neuen Nische anpassen, sonst füllen sie andere aus und du krepierst.

Kaliban: Was aber, wenn es diese Nische nicht gibt? Wenn es nur ein Sturm ist, der die ganzen Tanker vernichtet und nur die leichten Schnellboote übrig lässt? Das ist schön für die Schnellboote (und natürlich müssen die Schnellbootbesitzer dann sehr lachen über die behäbigen Tankerfahrer), aber der Tankerverkehr hat Millionen Menschen Lohn und Brot gegeben.

Agitpop: Die Argumentation kannst du aber ins Abstruse zurückführen. Wenn neue Technik Arbeitsplätze vernichtet, ist das Scheiße, klar, aber historisch kannst du eines sehen: Aufhalten kannst du’s nicht. Wenn du dich dagegen stemmst, dann erhälst du die Jobs ein paar Jahre lang und wirst dann abgehängt und stehst schlechter da als zuvor. Frag mal die Bergleute im Ruhrpott. Oder die Riemenschneider im Mittelalter.

Kaliban vs. Agitpop: Piraten und Kundenausquetscher

5 Kommentare

  1. Und Kaliban ist niemand anderes als Gunnar Lott, der ehemalige Chefredakteur der GameStar. Sweet!

    1# - PlayStar - 22. April 2009 @ 00:33 Uhr Reply to this comment
  2. http://www.youtube.com/watch?v=qpUESyh1L9I via fefe. Dieter Bohlen(!) ist pro(!!) Filesharing (!!!)

    - und jetzt muss ich aufpassen, dass ich die Ausrufezeichen nicht auf 5 erhöhe. Die Unterhose gehört nicht (!!!!) auf den Kopf. ;-)

    2# - endur - 22. April 2009 @ 00:43 Uhr Reply to this comment
  3. Das letzte Argument ist echt witzig.
    Ich haätte nix dagegen, wenn eine Maschine mich an meinen Arbeitsplatz ersetzen würde. Mehr Freizeit für mich. Das dumme ist eben nur, dass ich dann nix zum Essen auf´m Tisch hab.

    Agitpops Argument zu Folge müsste es ihm also lieber sein ein Riemenschneider (was macht sohjemand überhaupt?) im Mittelalter zu sein, auch auf die Gefahr hin, dass man dann ja grnaicht im Internet rumnerden könnte….

    3# - !YO! - 22. April 2009 @ 10:05 Uhr Reply to this comment
  4. Hä? Er sagt das Gegenteil. Wenn man an veraltetetn Techniken festhält landet man im Abseits.

    4# - Hans - 22. April 2009 @ 10:27 Uhr Reply to this comment
  5. @!YO!

    Einen Riemenschneider schneidet, schockschwerenot, Riemen. So für Pferde und so. Und dass du kein Essen auf dem Tisch hast, wenn dich eine Maschine ersetzt, das ist scheiße. Stimmt.

    Problem nur: Wenn zum Beispiel am Fließband bei Ford nie Maschinen eingesetzt worden wären, dann wäre das natürlich für die Arbeiter toll. Mehr Arbeitsplätze, Essen auffem Tisch, sowatt.

    Nur: Dann kostet ein Auto von Ford auf einmal zehn oder elf mal soviel wie das maschinell produzierten Autos der Konkurrenz. Und es ist nicht besser, nur weil es von Menschenhand gebaut ist (wobei man versuchen kann das als Distinktionsmerkmal zu nutzen). Und irgendwann sagen die Leute: “Scheiß drauf. Bevor ich ‘nen Ford kaufe, kaufe ich lieber zehn Hondas.” Ford macht dicht und alle Arbeiter stehen auf der Straße. Aber: Das wäre langfristiges Denken, das ist nicht mehr so in Mode.

    Oder in der Kurzform: Was Hans schon gesagt hat.

    5# - Björn - 22. April 2009 @ 19:50 Uhr Reply to this comment

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