(Youtube Direkteels, via Buzzfeed)
Nur um eins vorauszuschicken: das hier ist völlig over the top awesome und wahrscheinlich die beste Dokumentation, die ich jemals gepostet habe. Ich sage nur: Pop und Paralleluniversen. Und der Tod. Und Pop. Und Paralleluniversen.
Mark „E“ Everetts Eels, für diejenigen, die diese grandiose Band nicht kennen, machten mit ihrem Debut „Beautiful Freaks“ eines der besten Pop-Alben der Neunziger und sind eine meiner most favourite Bands ever, schoben nach Freaks noch ein paar weitere Alben nach, die allesamt großartig, aber Freaks niemals das Wasser reichen konnten. Nur um dann 2005 mit „Blinking Lights and Other Revelations“ ein absolutes Meisterwerk aufzunehmen. Was die Eels bzw. Mark Everett zu einem Ausnahmemusiker machen, ist seine Geschichte, die sich in den stellenweise sehr morbiden Texten und in der bei aller Popigkeit immer irgendwie spooky wirkenden Klanglandschaft ausdrückt.
Im Mittelpunkt der Geschichte von Mark Everett steht nämlich der Tod. Mit 19 Jahren fand Everett seinen an einem Herzinfarkt verstorbenen Vater, der sich zuvor depressiv von seiner Familie zurückgezogen hatte, seine Schwester beging 1991 Selbstmord, kurz darauf diagnostizierte man Krebs bei seiner Mutter und seine Songs sind immer auch Selbstanalyse und stark psychologisch durchsetzt. Der Vater, Hugh Everett III, ist nun nicht irgendwer und er wurde auch nicht aus irgendwelchen Gründen depressiv. Hugh Everett war Quantenphysiker und er stellte in den Siebzigern eine Theorie auf, die später zur Viele-Welten-Theorie wurde, zu seinen Lebzeiten aber belächelt und abgelehnt wurde.
Und über seinen Vater hat Mark „E“ Everett eine Dokumentation gedreht: „Parallel Worlds, Parallel Lives“. Darin geht er auf Spurensuche nach seinem Vater, zu dem er nie ein wirkliches Verhältnis hatte, interviewt ehemalige Kollegen und Freunde und das ganze ist ein sehr berührender Film über missverstandene „mad“ Scientists, Paralleluniversen und Pop. Nochmal: eine Dokumentation über missverstandene „mad“ Scientists, Paralleluniversen und Pop. Besser wirds nicht. Halt, nee, wird’s ja doch… die komplette Dokumentation ist nämlich auf Youtube online und nach den ersten zwei Teilen, die ich mir angeschaut habe: absolut fan-tas-tisch! Parallel Universes and Pop, unfassbar wunderbar!
Teil 2
(Youtube Direktparallel)
Teil 3
(Youtube Direktparallel)
Teil 4
(Youtube Direktparallel)
Teil 5
(Youtube Direktparallel)
Teil 6
(Youtube Direktparallel)
Hier noch ein Auszug aus einem Review des San Francisco Chronicle:
It’s the story of Hugh Everett III, a quantum physicist who was “too smart, too soon,” who developed a theory – while still at Princeton, at age 24 – that was alarmingly advanced and went against the prevailing wisdom of science. It was, naturally, dismissed, and the rejection sent Everett into a tailspin of depression and isolation from his family.
His son, Mark Everett, better known as E, is the multi-instrumentalist and singer-songwriter for the indie rock band the Eels. The critically acclaimed band has produced a string of albums, and Mark’s songs have appeared on the “Shrek” soundtracks. But he could never work out this thing with his father. Many of his songs are about his dad, and one of the more starkly simple moments of “Parallel Worlds, Parallel Lives,” is when Mark talks about finding his father, dead, in the house they shared together.
The documentary is filled with touching moments, sadness, humor and astonishment. Though Eels fanatics know details of Everett’s tragic family life, to list them here would undercut the emotional current of “Parallel Worlds, Parallel Lives,” which somehow manages to be a coming of age story for a man in his 40s.
There is a moment in the documentary that startlingly puts into context the life of Hugh Everett. In a film featuring many extraordinary physicists from Princeton and MIT, one says that there are essentially three all-important physicists: Newton, Einstein and Hugh Everett. When Mark Everett finally begins to appreciate and understand that sentiment, the very late acceptance of his father’s radical many worlds theory of quantum mechanics, he becomes much more willing to forgive what seemed like a cold, isolated father.
Manchmal findet man solche Sachen in diesem Internetz, über die will man gar nicht bloggen, so unfassbar großartig und toll sind die. Die will man behalten, einschließen, ohne dass sie je jemand findet. Mach ich natürlich nie, am Ende juckts dann immer noch jedesmal so dermaßen unter den Fingern, weil die Story rauswill. So auch hier, das hier ist so abartig großartig, ich fass es immer noch nicht so richtig und ich muss mal was über dieses Gefühl schreiben, wie es ist, wenn man etwas entdeckt, das interessant aussieht, aber man weiß noch nicht so recht, ob blogbar… schließlich findet man das gut genug und dann dieser Moment, in dem sich das dann als der absolute Über-Wahnsinn herausstellt, meisstens ist das genau dann der Fall, wenn mehrere Over-The-Top-Awesome-Themen zusammenkommen, so wie hier: Pop und Paralleluniversen. Diesen Absatz habe ich übrigens nachträglich ans Ende gestellt, man will ja nicht schon mit den ersten paar Sätzen den Leser vewirren.





Das passt jetzt irgendwie.
Das ist so ein Musiker, dessen Oeuvre ich immer so vor mir hergeschoben habe…man kann ja nicht jede Woche einen so großen Batzen neue Musik entdecken, ohne verrückt zu werden.
Am Ende ist dieser Blog wieder daran Schuld, dass ich sehr viel Geld für Cd’s ausgeben werde.
>Das ist so ein Musiker, dessen Oeuvre ich immer so vor mir hergeschoben habe
Hör Dir die Eels an. Fantastisch, absolut! Und dann jetzt noch diese Background-Story, ich dreh durch…
Wahnsinn.
Eine tolle Doku, die hat mir echt den Abend gerettet. Everett wirkt wie ein Relikt aus alter Zeit, so melancholisch und weltfern… ich glaube, durch diese Doku versteht man seine Musik schon um einiges mehr, und dadurch wird sie noch besser als sie ohnehin schon ist.
Zudem fand ich Quantenmechanik und MWI nicht erst seit “Sliders” faszinierend, aber die Doku ist interessant und rührend zugleich, hat man selten…
@the shred: Wahnsinn triffts. Ich bin grade durch und das ganze ist vollkommen wunderbar, wie gesagt: die beste Doku die ich jemals gepostet habe. Pop und Paralleluniverses…
Durch Herrn Lesch und sein Alpha Centauri bin ich gerade eh voll drin in der Quantentheorie, und dann noch diese Kombination mit den Eels. Ich dreh ab. Volle!
Ohne nur eine Sekunde der Doku gesehen zu haben, weiß ich jetzt schon, dass das nur großartig sein kann.
Ach ja, hab mal schnell ne Playlist aus den Videos gemacht.
@pasQualle: > Ohne nur eine Sekunde der Doku gesehen zu haben, weiß ich jetzt schon, dass das nur großartig sein kann.
Ist es, ohne Frage. Mark bekommt Quanten-Unterricht, das ist so super, ich fass es immer noch nicht… echt jetz!
Und ohne eine Sekunde gesehen zu haben, habe ich auch gleich ein Posting verfasst. Ich bin soo aufgeregt und zittrig vor Vorfreude, dass ich keinen Satz rausgebracht habe, und mich einfach mal bei deinen bedient habe :)
Merci für das alles!!!
@pasQualle: Habs schon gelesen und kommentiert… unbedingt angucken, immer noch: fan-tas-tisch!
Hat mir auch grade den Abend gerettet. Danke für diese wundervolle Doku. Und endlich hab ich Schrödingers Katze verstanden. Und was für wunderschöne Musik.
Es ist nicht nur die beste Doku die du je gepostet hast, es ist auch die beste die ich je gesehen habe.
der film ist schon ziemlich nett.
allerdings nicht im stehen, in voller länge und zwischen verdutzten leuten aufm eels konzert in köln -_-
jetzt macht euch mal nicht alle ins hemd !
danke :)
Mein Hemd ist randvoll.
Super und danke nochmal für dieses Posting.
das album heißt aber “beatiful freak” nicht freaks…
danke für diesen grossartigen tipp. wirkliches weltklassetennis. ganz gross. :)
Vielleicht kennt’s noch wer nicht,
Eels covern Missy Elliots “get your freak on”
http://www.youtube.com/watch?v=XIeqZ3qPFWs
großes tennis
Wenn Dir schon die Doku gefallen hat, dann solltest Du mal E´s Buch lesen – das ist nicht minder großartig!
Danke für den herausragenden Tipp. Die Musik von E und seine Story haben mich schon seit beutyful freak immer wieder berührt. Unglaublich und faszinierend. Freu mich schon auf die Doku heut abend.
BTW. Großen Dank auch und überhaupt für Deinen amazing und absolutely inspiring blog
Das Buch hat es mir auch angetan. Die Doku wollte ich schon lange mal sehen. Danke für die Zusammenstellung!
Dafür liebe ich nerdcore! Und die Doku hat mich wieder an eines meiner Lieblingsthemen erinnert. Quantenphysik!
@René Ich stimme ja fast allen Aussagen in diesem Artikel vom ganzen Herzen zu. Nur eine Kleinigkeit wär da noch. Das beste Eels-Album ist (ganz objektiv natürlich) Electro Shock Blues und nicht Freaks. Bitte korrigier diesen Fehler möglichst schnell. war wahrscheinlich nur ein Versehen. ;)
sehr schön
@frederik: Gut, dass Du das ansprichst. Freaks ist nett, aber verglichen mit den anderen Alben… Naja.
vielen dank! :) ich lliiiiiiieebe eels, und jedes seiner alben ist ganz hervorragend (bis auf shootenanny,damit komm ich einfach nich klar).aber das ist definitiv jemand, der mein leben nachhaltig geprägt hat, der mitten in der pubertät in mein ICH gecrashed ist und mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin… großártig!
Warum müssen solche Schmankerl eigentlich immer bei YouTube hochgeladen werden, es gibt doch tausende andere Videodienste mit annehmbarer Bildqualität? Kennt die denn niemand?
10.
der film ist schon ziemlich nett.
allerdings nicht im stehen, in voller länge und zwischen verdutzten leuten aufm eels konzert in köln -_-
HaHa, davon hab ich schon gelesen. Ich wusste nicht, dass es die Doku war. Der Redi von Visions fands auch nicht so pralle.
@Rene (mit Strich überm e)
Kennst du auch das Cover
“I Could Never Take the Place of Your Man”
hier der YouTube Link
http://www.youtube.com/watch?v=7qyncEp9ABA
(Bei mir kommt leider kein Sound, bei euch?)
hab mir die (ganze) doku jetzt auch mal reingezogen. finde sie ok. das eigentlich interessante ist eigentlich die beziehung von dem musiker zu seinem vater (unszwar, dass sie ja scheinbar so gut wie garnicht exzistent war). eingie sache gaben mir zu denken. zb schrödingers katze. hab mir dann mal auf wiki was dazu durchgelesen und das läßt die ganze sache schon in einem etwas anderen licht erscheinen: http://de.wikipedia.org/wiki/Schr%C3%B6dingers_Katze
nun, als vater-sohn-studie cool. für leute die die musik kennen & noch mögen wohlmöglich auch “fan-tas-tisch”. als doku über parallel universen eher mässig ;)
peace
@ razfazklick: Auf dem Konzert in Köln war ich auch. Ich saß allerdings ;)
Trotzdem war es kein angemessener Rahmen für diesen sehr genialen Film, wenn man in Konzertstimmung ist.
So ich hab mir jetzt mal die doku angekuckt.. … naja was soll ich sagen?
absolut hammer wär ein ding.. oder totally awesome.. solche sachen fallen mir dazu ein.. ich hab mich gleich noch in die musik verliebt und mir die cds besorgt!!
die doku und die musik hat mir die wartezeiten bis zur nächsten szene in unserem aktuellen theatestück versüßt.. es war einfach herrlich …
Danke nochmal für die Doku. Bin erst jetzt dazu gekommen, sie zu gucken (bzw. der 5Filmfreundehinweis befahl es mir).
Großes Tennis. Tolle Doku.
mfg
wunderwunderwunderschön….