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Jörg Haider ist tot

Ich überlege die ganze Zeit, wie ich das Thema angehen soll. Ich habe hin- und herüberlegt, das Thema in meinem Kopf einmal von rechts nach links und wieder zurückgerollt und hab’s dann einfach zurückgestellt, bis mir was einfällt. Und dann habe ich eben bei Nilz ein einfaches Statement gelesen, das ganz einfach wahr ist.

Jörg Haider ist also tot. Und so sehr ich seine zu Lebzeiten geäußerten Ideen und Vorstellungen verachte, was man niemals und unter gar keinen Umständen vergessen sollte: der Mann war auch Familienvater und ein Mensch. Und so sehr ich manche Häme nachvollziehen kann, sie ist angesichts des Todes ganz einfach unangebracht und man begibt sich mit ihr nur auf das Niveau seiner Gefolgschaft, man wird zum Mob und sowas ist mir immer fremd, ganz egal, worum es geht.

Bei Haider geht’s heute ausnahmsweise mal nicht um Politik. Deshalb: mein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen.

[update] Da sich dieses Posting anscheinend für manche liest, als würde ich trauern (was nicht dasteht), sollte man nach der Lektüre sofort zu diesem und zu diesem und diesem Kommentar springen, vielleicht wird dann klarer, was ich meine.

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106 Kommentare

  1. Eins gleich mal vorneweg: Ich bin heute abend nicht da, deshalb eine Bitte – HALTET EUCH ZURÜCK! Ich will hier keine Beleidigungen lesen. Is’ mein Ernst!

    1# - René - 11. Oktober 2008 @ 14:37 Uhr Reply to this comment
  2. Völlig unnötiger Beitrag. Warum nicht gleich allen anderen Angehörigen der gestrigen Straßenverkehrsopfer dein Mitgefühl heucheln? Aber ausgerechnet dem unangenehmsten von allen, also, nee. Das hat er nicht verdient.

    2# - okarola - 11. Oktober 2008 @ 14:50 Uhr Reply to this comment
  3. @okarola: Unsinn. Ich glaube, ich mach die Comments hier lieber dicht.

    3# - René - 11. Oktober 2008 @ 14:51 Uhr Reply to this comment
  4. Ach je…
    Natürlich ist das für die Angehörigen schlimm. Ja, stimmt schon, darf man nicht ausblenden.
    Aaaber:
    Seine Familie kenne ich nicht. Was hier angekommen ist, ist die Poilitik die er gemacht hat. Und die war unter aller Sau. Darf man auch nicht ausblenden.
    Daher: gut, daß er weg vom Fenster ist.
    Beileidswünsche maße ich mir jetzt hier mal nicht an.

    4# - Jakob - 11. Oktober 2008 @ 14:57 Uhr Reply to this comment
  5. @okarola: Okay, dann diskutieren wir das eben: schreibst Du diesen Unsinn unter alle R.I.P.-Beiträge? Sei bitte so konsequent, und mach’ demnächst jeden an, der über den Tod eines Musikers oder Schauspielers schreibt. Oder lass es, das Argument zieht jedenfalls nicht.

    @Jakob: Genau das meine ich. „Gut, dass er weg vom Fenster ist“. Solche Aussagen finde ich im Zusammenhang mit seinem Tod sehr ekelig, sorry. Ich hab’ das Posting auch nur gemacht, weil ich heute schon öfter solche „Muhaha“-Beiträge lesen musste. Sowas finde ich nicht nur grenzwertig, sondern falsch.

    5# - René - 11. Oktober 2008 @ 17:20 Uhr Reply to this comment
  6. Nichts für ungut, aber…

    Wie aufrichtig kann ein Beileid schon sein, wenn man keinen persönlichen Bezug zum Verstorbenen oder zur Familie hat? Dieses Streuen von oberflächlichen und bedeutungslosen Floskeln ist doch voll Panne. Ganz unabhängig von der Person.

    6# - Fabu - 11. Oktober 2008 @ 17:23 Uhr Reply to this comment
  7. Ich erinnere mich als die ersten Tonbandaufnahmen Hitlers aufgetaucht sind auf denen er nicht, wie sonst, herummbrüllte und Hass propagierte. Lange wurde überlegt, ob man diese Aufnahmen veröffentlichen sollte, da der Dämon eine freundliche/ menschliche Seite zeigte…Er soll seinen Hund ja auch gemocht haben.

    Leid und Gesinnung ist relativ…Aber Handlungen sind es nicht. Und ich denke gerade an die Menschen in Österreich, die sich vielleicht ein klein wenig sicherer fühlen.
    Denn es ist unumstritten, dass es doch einzelne Personen sein können, die eine politische Bewegung “tragen” können.

    Das nach dem Ableben solch einer Figur ein komplettes System kollabieren kann wurde ja schon mehrfach beobachtet.

    7# - Evilnerd - 11. Oktober 2008 @ 17:25 Uhr Reply to this comment
  8. @Fabu: Nichts für ungut, aber… ;)

    Die Muhahas aus anderen Postings sind meiner Meinung nach noch viel panniger als ein Beileid und schlicht unangebracht. Nach Deiner Logik sind damit alle Beileidsbekundungen für Carlin, Brown oder Ledger unaufrichtig (okay, da hatte man einen persönlichen Bezug über das Fandom, richtig).

    8# - René - 11. Oktober 2008 @ 17:26 Uhr Reply to this comment
  9. >Und ich denke gerade an die Menschen in Österreich, die sich vielleicht ein klein wenig sicherer fühlen.

    Sehr gutes Argument. Ich glaube aber nicht, dass die ihre Häme, wenn sie welche empfinden, öffentlich machen würden, so wie manch anderer.

    9# - René - 11. Oktober 2008 @ 17:29 Uhr Reply to this comment
  10. Ersparen wir uns das Nachtreten. Beileid und Betroffenheit sind aber völlig unangebracht. Die Mitgefühlsfloskel gilt prinzipiell in jedem einzelnen Todesfall auf dieser Welt, da braucht man sie gerade bei diesem Mann nicht betonen. Das hat er dann wirklich nicht verdient. Und ein christliches “Liebet eure Feinde” liegt mir auch fern. Ein Verkehrsrowdy war er offensichtlich auch noch: 7x (!) überschlagen. Und wenn sie was im Blut finden … wen würde es wundern, das ist aber keine Behauptung, wir werden es wahrscheinlich erfahren …

    10# - Sibel - 11. Oktober 2008 @ 17:34 Uhr Reply to this comment
  11. Hallo Rene,
    freut mich, dass du die Comments wieder aufgemacht hast.

    Ich gebe dir grundsätzlich auch Recht, man sollte sich nie komplett von dem Wirken eines Menschen zu Lebzeiten täuschen lassen, wenn es um das Andenken an einen Menschen geht. In einer offiziellen Meinungsäußerung wäre das schlicht geschmacklos und nicht angebracht. Allerdings darf man es auch nicht komplett ausblenden. Eine eigene Meinung muss man mir hier lassen und niemand kann mich dazu zwingen Mitgefühl zu zeigen. Dazu bin ich nichtmal ethisch verpflichtet. Geheucheltes Mitleid ist natürlich noch etwas anderes.

    Betrachten wir nun zum Beispiel das Gegenbeispiel. Eine öffentliche Person, die hohes Ansehen geniesst, stirbt. Wie würde die Gemeinschaft reagieren? Alle reden sofort über das Wirken dieses Menschen und alle trauern um die person, aber auch um das Wirken dieses Menschen. So zB der letzte Papst, Schauspieler oder auch beliebte Politiker. Es scheint also gesellschaftlich vertretbar, wenn man auf der Trauerfeier über die “Guten” Werke des Menschen spricht. Wieso sollte man die “schlechten” komplett (komplett!) außenvorhalten?

    Es wird einige Leute geben, die werden auch über die so genannten “schlechten” oder verwerflichen Meinungen Heiders trauern. Tuen die damit was Gutes? Mir dreht es dabei schon etwas den Magen um.

    Eine aufgesetzte Etikette ist hier fehl am Platze und ich weine ihm keine Träne nach, nehme aber gleichzeitig Abstand von Äußerungen wie: “Gut so” etc.

    Wäre man zynisch könnte man noch sagen: A Gentleman never tells ;)

    In diesem Sinne,
    Philipp Graf

    11# - leo - 11. Oktober 2008 @ 17:34 Uhr Reply to this comment
  12. ich finde auch Leid relativ. Und ich würde mich nur sehr ungern auf den Level derer begeben, die Hass, Angst und Misgunst streuen. Diese Haltung führt zu besagter Politik und Gesinnung.

    12# - Evilnerd - 11. Oktober 2008 @ 17:37 Uhr Reply to this comment
  13. >Ersparen wir uns das Nachtreten. Beileid und Betroffenheit sind aber völlig unangebracht.

    1. Eben. 2. Ich bin nicht betroffen und ich bin auch nicht traurig, Beileidbekundungen sind in erster Linie ein höfliches Ritual und ich bin gerne nett, im Gegensatz zu Haiders Genossen. Das Posting thematisiert ja auch nicht so sehr das Beileid, sondern eher die Häme anderer Blog-Postings.

    13# - René - 11. Oktober 2008 @ 17:38 Uhr Reply to this comment
  14. @René:

    Ich will damit nur sagen, dass die ursprünglichen Bedeutungen von Wörten – wie z.B. Leid – an Bedeutung/Wert verlieren, wenn sich leichtfertig für Floskeln missbraucht werden. Damit habe ich ganz generell ein Problem.

    14# - Fabu - 11. Oktober 2008 @ 17:39 Uhr Reply to this comment
  15. @leo: Eben, ich schreibe ja auch, dass ich seine Ideen und Haltungen komplett verachte. Deshalb kann ich dennoch, wenn ein politischer Gegner (uuh) stirbt, so stilvoll sein, und das nicht mit einem „Muhaha, gut so“ kommentieren.

    15# - René - 11. Oktober 2008 @ 17:40 Uhr Reply to this comment
  16. @Fabu: Hmmm, ja, nein… warum verliert ein Wort wie „Beileid“ an Bedeutung, wenn es von mir an Leute gerichtet wird, die ich nicht kenne? Grade dieses Wort wird ja sehr inflationär verwendet, dennoch verliert es deshalb nicht an Bedeutung. Finde ich.

    16# - René - 11. Oktober 2008 @ 17:44 Uhr Reply to this comment
  17. >>
    Hmmm, ja, nein… warum verliert ein Wort wie „Beileid“ an Bedeutung,
    wenn es von mir an Leute gerichtet wird, die ich nicht kenne?
    <<

    Weil du nicht leidest.

    17# - Fabu - 11. Oktober 2008 @ 17:48 Uhr Reply to this comment
  18. @Rene

    Sehe ich auch so. Ich nenne es eine Geste des Anstandes. Und auch wenn man gleiches Verhalten nicht unbedingt von der Gegenseite erwarten kann, sollte es mich nicht dran hindern “anständig” zu handeln.

    Würden diese Grenzen überschritten würde ich aber nicht meine andere Wange hinhalten. Ganz im Gegenteil. Und ich bin jemand, dem man das “Anders sein” ansieht.

    Dennoch sollte man bestimmte Dinge propagieren. Klar klingt “Anstand” erst mal oll, aber genau dieser Bezug/ dieses Bekenntnis separiert uns vom Mob/ Pöbel..den es zu bekämpfen gilt.

    18# - Evilnerd - 11. Oktober 2008 @ 17:51 Uhr Reply to this comment
  19. @Fabu: @Evilnerd: Exakt, es ist eine Geste des Anstands, nicht mehr, nicht weniger. Dass ich nicht leide ändert nichts an der Form, so gesehen verkommt „Beidleid“ in diesem Posting zur Floskel, ja.

    Anderes Beispiel: Als damals Saddam gehängt wurde, da gab es einige, die das förmlich bejubelten. „Hang him high“ und sowas. Ähnlich ist es hier, ich finde sowas ekelhaft.

    19# - René - 11. Oktober 2008 @ 17:58 Uhr Reply to this comment
  20. Wäre es auch bei Hitler ekelhaft?

    Ja ich weiß, Totschlagargument, etc. Aber Hitler ist da natürlich Ausnahme Gell? Oder sind doch nicht alle Menschen gleich?

    nein ich kann Leute verstehen die Jubeln, wenn sie unter dem Menschen gelitten haben. Auch wenn ich es nicht machen würde, kann ich es ihnen nicht absprechen. Ich würde wahrscheinlich nicht anders handeln können, wäre ich selber involviert.

    20# - leo - 11. Oktober 2008 @ 18:02 Uhr Reply to this comment
  21. Konsens ist Kacke…

    21# - Evilnerd - 11. Oktober 2008 @ 18:08 Uhr Reply to this comment
  22. @René: Nur um das noch klar zu stellen: Mit “weg vom Fenster” meinte ich eher “weg von der politischen Bühne”. Sein Privatleben geht mich überhaupt nichts an, deswegen kann/will ich dazu auch nichts sagen. Häme möchte ich natürlich nicht ausdrücken. Sich lustig zu machen ist ebenso unangebracht.
    Ansonsten: Tod ist für die Betroffenen meistens bedauerlich, gehört aber auch zum Leben und ist vollkommen normal.

    22# - Jakob - 11. Oktober 2008 @ 18:10 Uhr Reply to this comment
  23. @leo: Ja, Totschlagargument. Gegenfrage: Du hast ne Zeitmaschine und reisst ins Jahr 1933 und hast die Möglichkeit, Hitler umzubringen. Tust Du’s? Viele beantworten diese Frage mit „Ja“, ich eher mit „Nein“, wobei ich mir allerdings auch nicht wirklich sicher bin.

    @Evilnerd: MEHR STREIT! MEHR STREIT! *g*

    23# - René - 11. Oktober 2008 @ 18:10 Uhr Reply to this comment
  24. Rene, Du hast es getan. Du hast die “hättest Du Hitler umgebracht?/ hättest Du Dich gegen die Nazis gestellt?” Frage gestellt….Oh Schreck. Ich ziehe mich jetzt zurück. Und schaue mir dann die 2000039498499 Posts dazu später mal an.

    Laters…

    24# - Evilnerd - 11. Oktober 2008 @ 18:15 Uhr Reply to this comment
  25. @Evilnerd: Eher die „Hättest Du Hitler umgebracht, wenn Du wüsstest, was Du heute weisst“-Frage… ist nochmal ein (wichtiger) Unterschied.

    25# - René - 11. Oktober 2008 @ 18:17 Uhr Reply to this comment
  26. schön, dass hier von vornherein auch auf der metaebene über die angemessene reaktion diskutiert wird. was aber vergessen wird: gerade für haiders politische gegner (und da gehören wir wohl alle hier dazu) kann sich sein tod als katastrophe herausstellen. ohne ihn werden sich die kopflosen orangen wohl schleunigst zurück zur mutterpartei fpö flüchten, und nur dank ihm konnte sich diese einmann-splitterpartei in österreich erst kürzlich 11% sichern, die jetzt wohl leichter als ohne ihn wieder dem rechten lager der fpö zugerechnet werden müssen. schwarz-blau-orange war mit den super-egos strache und haider schwer vorstellbar; ohne haider ist blau und orange getrennt auf längere sicht unvorstellbar. er WAR die differenz, und ohne ihn blebt nur ein gespaltenes lager, das wieder vereint wird. divide et impera, ade! – bleibt nur zu hoffen, dass der schock und die turbulenzen innerhalb der zukünftigen ex-partei bzö so lange anhalten werden, dass sich eine andere regierungskoalition bilden kann.
    also: freude ist so oder so nicht angebracht. aus gründen der pietät, aus gründen des demokratischen respekts, aber auch aus handfesten politischen gründen ist haiders tod kein grund zum jubeln.

    26# - mandaya - 11. Oktober 2008 @ 18:17 Uhr Reply to this comment
  27. hey rené, ich finde es gut dass du aufrichtig genug bist, angehörigen eines toten beileid auszusprechen – einer person aus den medien, die wir alle persönlich nicht kennen, wie auch seine angehörigen.

    außerdem bist du dir dabei nicht zu schade, deinen standpunkt gegenüber deinen lesern zu verteidigen.

    weiter so!

    27# - ralle - 11. Oktober 2008 @ 19:01 Uhr Reply to this comment
  28. find ich schwach, dieses r.i.p.-gelaber in diesem zusammenhang.
    und: haider, james brown und ledger?!? willst du mich verarschen?
    Grossartiger Schauspieler, Ausnahme-musiker, und haider: ein elender faschist.
    Was ist das also für ne beschissene argumentation?
    Is mein erster comment, obwohl ich schon lange nerdcore-addicted bin.
    regt mich einfach tierisch auf, rene. hätt ich dir’n bisschen mehr eier zugetraut,
    anstatt so ‘nen gutmensch-fass aufzumachen.

    Ist ja nich so, dass ich mich freu, dass haider gestorben ist.
    Aber Beileid an die Angehörigen? Is ja peinlich, mann.

    Was Gutes hat’s: die Diskussion, die du entfacht hast.
    Bald ist’s im Archiv & jeder hat den Typ vergessen. all good.

    28# - bayse - 11. Oktober 2008 @ 19:08 Uhr Reply to this comment
  29. Meine schwester hat von gestern auf heute bei mir geschlafen.
    Die kommt aus Kärnten und wird um 8 uhr von freunden angerufen, dass der Haider tot ist. Wir österreicher haben glaube ich ein viel differenzierteres bild vom Haider als ihr deutschen, und die kärnter haben ein anderes bild als wir. Ein verdammt gruseliges vgl: http://derstandard.at/?url=/?id=1220460569209
    Deswegen ging es mir heute anscheinend ganz anders als Rene.
    Ich sage, dass es gut für österreich und schade für die famillie ist.
    Schade für die famillie: Seine mutter ist heute 90 geworden, er wollte heute mit ihr feiern
    Gut für österreich: Gestern am tag der unabhängigkeit kärntens (oder wie der tag sonst heisst) hat er wieder gegen die slovenen gehetzt, vor einer woche wollte er asylwerber die VIELLEICHT straffällig geworden sind in ein heim auf der Saualpe schicken. Die heißt wirklich so. Haider hat es in den letzten jahren verweigert eine weisung des höchstgerichts im zuge der zweisprachingen ortstafeln umzusetzen. Und damit jahrelang rechtsbruch begangen.
    Wenn er nicht mehr landeshauptmann und vorsitzender einer skurrilen partei sein kann, dann ist das gut für österreich, vorrausgesetzt es kommt nichts schlimmeres nach.

    29# - David - 11. Oktober 2008 @ 19:21 Uhr Reply to this comment
  30. also, ich finde kommentare a la “gut so” auch panne, andererseits kann ich mir keinen grund vorstellen beileid oder mitgefühl zu empfinden. ich stelle mir vor ich (oder jemand der mir nahesteht) würde sterben, auf beileid von Jörg Haider oder seiner familie könnte ich dankend verzichten. ebenso kann ich mir nicht vorstellen, dass es die schert ob ich mitgefühl empfinde. und das ist doch der sinn der geste, solidarität und trost.

    das eine ist menschlicher anstand, sich über das leid anderer nicht lustig zu machen. das heisst aber noch lange nicht, dass ich es mitfühlen muss. sterben kann jeder, tut jeder, tun viele (und sympathischere menschen) jeden tag. da hätte ich viel zu tun.

    that said, eine gewisse häme kann ich mir nicht verkneifen. ich glaube das hat aber auch einfach was damit zu tun, dass ich mich als schwarzer mensch von Jörg Haider verachtet fühl(t)e, da gönn ich mir ein kleines “leck mich”. das macht mich wahrscheinlich nicht zu einem besseren menschen, bedeutet aber auch nicht, dass ich ich auf sein niveau herablasse, finde ich.

    30# - nomsa - 11. Oktober 2008 @ 19:28 Uhr Reply to this comment
  31. ich kann das ganze einfach so abschätzen : was würden die angehörigen (vorallem frau und kinder haiders) denken , wenn sie einige der kommentare hier oder in einem der erwähnten ( haha , endlich weg etc.) blogs lesen könnten….ganz genau. hier geht es nicht um politik.

    31# - mickey - 11. Oktober 2008 @ 19:29 Uhr Reply to this comment
  32. @nomsa: du nennst dich selber “schwarzer mensch” ? wirklich ? ich meine…woah….

    32# - mickey - 11. Oktober 2008 @ 19:36 Uhr Reply to this comment
  33. @mickey:

    wieso denn nicht? wie hätten’s denn gerne!??

    33# - nomsa - 11. Oktober 2008 @ 19:39 Uhr Reply to this comment
  34. @nomsa: Wie bereits oben geschrieben.. ich kann die Häme verstehen, na logo. Trotzdem finde ich sie grade bei einem wie Haider unangebracht. Ganz einfach, um sich nicht auf sein Niveau zu begeben…

    @David: Na klar sieht man das als Österreicher wahrscheinlich anders… es geht mir eher darum… hmmm… wie formulier ich das am besten… schau mal: in Michael Moores letzter Doku gibt es diese Stelle, an der Republikaner irgendwelche Hassparolen rufen und die Menge sie ausbuht… Moore sagt darauf, sie sollten damit aufhören, weil wir (also die Demokraten) andere Menschen eben nicht so behandeln, wie die Repulikaner. Versteht man, was ich meine?

    @bayse: Die meinst dieselben Eier wie in „Schnauze halten“? Nicht mein Stil, sorry.

    34# - René - 11. Oktober 2008 @ 19:40 Uhr Reply to this comment
  35. @nomsa: ich war bloß überrascht. hatt etwas sehr komisches. auch der zusatz “mensch”. ach…verwirrend. vergiß es.

    35# - mickey - 11. Oktober 2008 @ 19:49 Uhr Reply to this comment
  36. @René: du hast schon recht, ich versteh was du meinst. aber … beileid…echt? von herzen? hmm. vielleicht bist du einfach ein besserer mensch als ich.

    @mickey: ach, ich weiss was du meinst, aber ich wollte nicht frau schreiben, das wäre irgendwie ein ganz anderes fass gewesen… privat nenne ich mich gerne einfach nomsa. ;-)

    36# - nomsa - 11. Oktober 2008 @ 19:51 Uhr Reply to this comment
  37. @mickey:

    WARUM IST DIE BEZEICHNUNG SCHWARZEN MENSCHEN SO WICHTIG? [nach oben]

    Ein wichtiges Identifikations- und Identitätsmerkmal jedes Menschen, jeder Familie, jedes Volkes, jedes Vereins und jeder Gruppe ist deren Bezeichnung, die offen oder versteckt bereits viele Assoziationen auslöst. Deshalb ist das Recht auf Selbstbestimmung des eigenen Namens auch eines der am härtesten verteidigten aller Völker und Gruppierungen. Minderheiten, denen dieses Recht nicht zugestanden wird, leiden darunter und wehren sich gegen diese Bevormundung und Form der Unterdrückung. Schon immer war das Verbot, den eigenen Namen zu tragen, ein wirksames Mittel von Eroberern und Besatzern jedweder Kultur, Herkunft und Historie, ein unterdrücktes Volk zu zermürben und zu demütigen. Ähnlich wie das Verbot der eigenen Schrift oder Sprache hat es Identitätsverlust zum Ziel, was den Umkehrschluß zuläßt, daß die Bezeichnung einer Gruppe für sich selbst ein wichtiger Faktor für Definition, Identität und Zusammenhalt ist.

    Das Recht, den anderen zu benennen, war schon immer ein “Herrenrecht”.

    Tatsache ist, dass noch heute viele Menschen Probleme damit haben, das Selbstbenennungsrecht Schwarzer Menschen zu akzeptieren und auf diskriminierende Wörter wie “Farbige” oder gar “N….” nicht verzichten mögen. Sie müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie Ausdrücke, die bekanntermaßen Beleidigungen darstellen und nicht diskriminierungsfrei sind, unbedingt weiter verwenden wollen. Sicher möchten auch sie nicht auf eine Art bezeichnet werden, die sie für unangemessen halten.?

    Andere Länder wie z.B. die USA blicken auf eine eigene Geschichte Schwarzer Bürgerrechts-Bewegungen zurück. Letztere sind bereits aufgeklärter, was das Selbstbenennungsrecht ihrer Minderheiten angeht. Im Laufe der Jahre haben Schwarze Gruppierungen in den USA den Namen für die politisch korrekte Bezeichnung Schwarzer Menschen mehrmals geändert (ganz früher z.B. „Negro“, dann „coloured“, dann „Afro-American“, heute „African American“ oder „Black“). Dass diese Begriffe jeweils von der übrigen Öffentlichkeit übernommen wurden und werden, ist ein gutes Zeichen dafür, dass diese sich dem Lern- und Fortschrittsprozess sowie dem Lauf der Zeit nicht verweigert. Während in Deutschland die Forderung, selbstgewählte Bezeichnungen für ethnische Minderheiten zu benutzen, von der Mehrheitsgesellschaft bisweilen noch als Zumutung aufgefasst wird, versteht man dies in vielen anderen Ländern bereits als notwendige Aufarbeitung, Forschungsarbeit und Heilung der Sprache einer ganzen Nation.

    http://www.derbraunemob.de/deutsch/content/content_fragen_faq.htm#f02

    (Damit ist das Thema übrigens vom Tisch, darum geht’s hier nicht. Und nicht vom Namen „Der braune Mob“ verwirren lassen. Ist ein Hamburger Verein: http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm)

    37# - René - 11. Oktober 2008 @ 19:52 Uhr Reply to this comment
  38. WIe wäre es mit:
    Hämische Postings auf anderen Blogs zu diskutieren und den verstorbenen selber zu ignorieren?
    Das bekommt hier langsam Nachruf Character!

    38# - Jakob - 11. Oktober 2008 @ 19:55 Uhr Reply to this comment
  39. @nomsa: „Von Herzen“ habe ich nicht geschrieben ;) Wie gesagt, es ist eine Geste des Anstands, die die Anhänger von Haider nie nie niemals zustande bringen würden…

    39# - René - 11. Oktober 2008 @ 19:58 Uhr Reply to this comment
  40. Hat jemand “Schwarzer” gesagt ?

    40# - Evilnerd - 11. Oktober 2008 @ 20:13 Uhr Reply to this comment
  41. @nomsa

    genau die richtige Bezeichnung übrigens.

    41# - Evilnerd - 11. Oktober 2008 @ 20:16 Uhr Reply to this comment
  42. Das hatte ich befürchtet. Kurze, klare Ansage: Ich werde alle beleidigenden Kommentare löschen, genauso wie diejenigen von Leuten, die meinen, hier Haiders Politik verteidigen zu müssen. Bei allem Anstand: Haider war ein Nazi, da gibt es für mich keine Diskussion – erst Recht nicht mit seinen Anhängern. Versuchts einfach erst gar nicht.

    42# - René - 11. Oktober 2008 @ 20:23 Uhr Reply to this comment
  43. Wen ich im Suchfeld von Nerdcore Nazis eingebe, dann finde ich von Dir, René, ne Menge posts, die sich eindeutig positionieren und das ist meiner Meinung auch gut so.
    Warum jetzt auf einmal ein völlig unpolitisches Statement zum Tod eines politischen Menschen? Und dann die Überschrift: R.I.P. – Ruhe in Frieden? Das passt alles nicht zu den anderen Deiner Blogs, denn dann hättest Du auch keine Blogs posten sollen, in denen Du zurecht von “braunen Spacken”, “braunen Arschlöchern” oder “Nazis verpisst Euch” sprichst. Das hat auch nichts mit Pietät zu tun.
    Sorry, aber das passt für mich vorne und hinten nicht.
    Der Tod eines fragwürdigen Politikers hat definitiv politische Folgen, und wenn jemand froh darüber ist, dass dieser oder jener Politiker nun seinen braunen Müll nicht weiter verzapfen kann, so ist das in erster Linie eine politische und keine pietätlose Aussage.

    43# - Marc - 11. Oktober 2008 @ 20:28 Uhr Reply to this comment
  44. genau darauf wollte ich auch hinaus:
    warum soll ich jetzt Beileid heucheln, wenn
    ich Haider immer verachtet habe. Und Rene:
    ich hatte mich auf nen bissigen kommentar gefreut,
    weil das ist nämlich eigentlich schon dein Stil.
    Sobald der Tod mit in’s Spiel kommt, gelten anscheinend
    andere Regeln. Warum?

    44# - bayse - 11. Oktober 2008 @ 20:35 Uhr Reply to this comment
  45. @Marc: Der Titel ist provokativ, keine Frage und ich überdenke ihn auch grade, weil er mittlerweile so in der Sidebar auftaucht und da für nen Monat stehen wird. Das ist für Manchmal-Besucher (wie dich?) verwirrend, in der Tat. Wenn ich in der Vergangenheit von „braunen Arschlöchern“ sprach, dann hat das deshalb nichts mit Pietät zu tun, weil Pietät da überhaupt nicht auftaucht, hier aber schon.

    Und wenn die Leute heute beim Tod von Haider Sachen sagen, wie „Gut, dass er weg ist“, dann ist das zwar eine politische Aussage, ja, aber eben eine pietätlose. Deshalb sage ich lieber einfach „Beileid“ und denk’ mir den Rest. (Und Du solltest auch mal die Kommentare von mir weiter oben lesen).

    45# - René - 11. Oktober 2008 @ 20:38 Uhr Reply to this comment
  46. Schon skurril, da stirbt irgendein rechtsextremer Politiker und plötzlich schmerzt das René undgemein und in den Kommentaren wird jemandem bestätigt, dass sie sich mit Fug und Recht schwarz nennen darf, da das ja die “genau richtige Bezeichnung” ist. Da wird sie sicher beruhigt sein..

    Mal ernsthaft René – und das hab ich Nils schon so ähnlich in die Comments geklatscht – du empfindest wirklich Leid an den Gedanken an Haiders Tod? Tust du nicht? Na, dann ist das “Beileid” wohl gelogen oder geheuchelt oder du willst einfach nur zeigen, dass du ein viel besserer Mensch bist, als jeder Haider-Anhänger, was letzten Endes auch nichts anderes ist als Spott und Häme.

    Wie wärs denn mit: Haider ist tot, traurig für alle, die ihn persönlich kannten und liebten, mir ist das egal, ganz unabhängig davon, dass rechtsextreme Hetze durch den Tod des Hetzers nicht besser wird. Wäre das nicht ehrlicher?

    46# - bongokarl - 11. Oktober 2008 @ 20:38 Uhr Reply to this comment
  47. Gestern hättest du also noch gesagt, dass Haider ein “braunes Arschloch” ist, heute nicht mehr, weil er tot ist. Macht ihn diese Tatsache denn besser? Unabhängig davon, dass du sagst, er war ein Nazi, was ja auch nur ein Synonym für “braunes Arschloch” ist – sprich du beleidigst ihn selbst?

    47# - bongokarl - 11. Oktober 2008 @ 20:41 Uhr Reply to this comment
  48. @bongokarl: >Haider ist tot, traurig für alle, die ihn persönlich kannten und liebten, mir ist das egal, ganz unabhängig davon, dass rechtsextreme Hetze durch den Tod des Hetzers nicht besser wird.

    Das ist so ziemlich genau das, was ich geschrieben habe, nur das „egal“ habe ich nicht formuliert. Kinners, muss ich das jetzt noch zehnmal schreiben, dass ich tatsächlich nicht traurig bin? Dass das „Beileid“ eine Anstands-Geste ist?

    >oder du willst einfach nur zeigen, dass du ein viel besserer Mensch bist, als jeder Haider-Anhänger, was letzten Endes auch nichts anderes ist als Spott und Häme.

    In die Richtung geht es, hat aber nichts mit Spott zu tun. Spott für die Anhänger, ja. Spott für den Verstorbenen? Nein. Deshalb geht es im Posting auch explizit nicht um Politik, sondern um Haiders Tod.

    48# - René - 11. Oktober 2008 @ 20:44 Uhr Reply to this comment
  49. @bongokarl: Tu mal bitte nicht so, als ob Du nicht verstehst, worauf ich hinauswill… Bitte!

    49# - René - 11. Oktober 2008 @ 20:50 Uhr Reply to this comment
  50. 50# - René - 11. Oktober 2008 @ 20:59 Uhr Reply to this comment
  51. die diskussion in ehren, aber ich sags nochmal (siehe oben nr.26): durch haiders tod wird sich in Ö nichts zum besseren wenden. im gegenteil. kleine pietätlosigkeit am schluss: wär das ganze vor vier wochen (vor der wahl) passiert, wäre einiges anders gelaufen.

    und noch eins: man sollte in einer demokratie auch seinen ärgsten gegnern nicht den tod wünschen. das macht einfach keinen schlanken fuß.

    51# - mandaya - 11. Oktober 2008 @ 20:59 Uhr Reply to this comment
  52. >man sollte in einer demokratie auch seinen ärgsten gegnern nicht den tod wünschen.

    Eben.

    52# - René - 11. Oktober 2008 @ 21:00 Uhr Reply to this comment
  53. er ist tot. ich bedauere das nicht ansatzweise. wozu hebst du ihn hervor? wo war dein bedauern als saddam hingerichtet wurde? ich mein, war ja böse todesstrafe und seine tochter war bestimmt auch sehr traurig. (jaja, ich weiß, der vergleich ist etwas lahm) ich sag: wer zu lebzeiten ein arschloch ist, bleibt es über seinen tod hinaus. ich wünsche niemandem den tod, ich bedauere aber deswegen noch längst nicht jeden.

    53# - r0ssi - 11. Oktober 2008 @ 21:59 Uhr Reply to this comment
  54. @r0ssi: > ich bedauere das nicht ansatzweise.

    Soll ich jetzt zum dreißigsten Mal schreiben, dass ich nicht traurig bin, dass das mit dem Inhalt des Postings aber auch gar nichts zu tun hat?

    >wozu hebst du ihn hervor?

    Weil Rechtsextremismus hier immer schon Thema war und er eine Person des Zeitgeschehens ist.

    >wo war dein bedauern als saddam hingerichtet wurde?

    Hier:
    http://www.nerdcore.de/wp/2007/01/03/ganz-unten/
    http://www.nerdcore.de/wp/2006/12/30/todesstrafe/
    http://www.nerdcore.de/wp/2006/12/26/prasident-bush/
    http://www.nerdcore.de/wp/2006/11/05/zu-saddam/

    >ich wünsche niemandem den tod, ich bedauere aber deswegen noch längst nicht jeden.

    Du darfst eine Geste des Anstands nicht mit Trauer verwechseln. Wie gesagt: ich bin nicht traurig, aber der Anstand gebietet es, Beileid auszusprechen. Wenn ich woanders irgendwelche „Muhaha“-Postings lesen muss, wird mir schlecht, das macht man nicht, bei niemandem.

    54# - René - 11. Oktober 2008 @ 22:13 Uhr Reply to this comment
  55. @René: okay, ich verstehe deinen punkt, sehe das aber ganz anders. macht ja nix. ich hätte es eigentlich am besten gefunden wenn haiders tod einfach kein thema gewesen wäre. (ich weiß, ist schwierig dran vorbeizukommen, aber hier ist ja blog.) so hat das ganze, sorry, ein geschmäckle und wirkt irgendwie auch ein wenig zu christlich für dich (ich maße mir an, dich durch deine blogpostings irgendwie ein stück weit zu kennen). however.

    55# - r0ssi - 11. Oktober 2008 @ 22:20 Uhr Reply to this comment
  56. @ rene: full ack. und diese “geste des anstands” sollte denkende menschen von jenem lager unterscheiden, das heute JH aus politischen gründen beweint.
    das nannte man mal humanismus, verdammt! warum soll man sich dafür rechtfertigen, dass man im gegensatz zu jenen, die man aus politischen gründen verachtet, diesen wiederum mehr achtung und respekt gegenüber aufbringt, als einem selbst von deren seite widerfahren würde?
    diese stupide form von klassenkampf (”haha, einer von EUCH ist tot”) ist pubertär und beweist nur, dass man selber nicht weiter zu denken bereit ist!

    56# - mandaya - 11. Oktober 2008 @ 22:23 Uhr Reply to this comment
  57. @r0ssi: Du kennst mich ja auch ganz gut, aber christlich ist das tatsächlich überhaupt nicht, sondern wie @mandaya ganz richtig bemerkt, humanistisch.

    Und so nebenbei: auch das, was Mandaya da anspricht, nämlich „dass man im gegensatz zu jenen, die man verachtet, diesen wiederum mehr achtung und respekt gegenüber aufbringt, als einem selbst von deren seite“ widerfährt… sowas ist natürlich auch eine Bloßstellung der Ansichten eines Rechtsaußen. Darum geht’s zwar nicht vorrangig, ist aber eine nette Begleiterscheinung mit Stil.

    Ungefähr, wie ich weiter oben eine Stelle aus Michael Moores letzter Doku beschrieben habe: in Michael Moores letzter Doku gibt es diese Stelle, an der Republikaner irgendwelche Hassparolen rufen und die Menge sie ausbuht… Moore sagt darauf, sie sollten damit aufhören, weil wir (also die Demokraten) andere Menschen eben nicht so behandeln, wie die Repulikaner.

    Es geht also um eine aufrechte Geste des Anstands, die hat aber bei gewissen politischen Strömungen einen automatischen Subtext. So irgendwie ;)

    57# - René - 11. Oktober 2008 @ 22:37 Uhr Reply to this comment
  58. ohoh
    politik verursacht doch nur krieg und streit.

    58# - abroxas - 11. Oktober 2008 @ 22:43 Uhr Reply to this comment
  59. Um ehrlich zu sein habe ich beim lesen des Artikel ein wenig mit dem Kopf geschüttelt – durch die Kommentare aber versteht man deutlich _sinniger_ was du meinst. Besonderst _verständlich_ und gut finde ich aber den Kommentar von mandaya (Nr.56).

    59# - Moe - 11. Oktober 2008 @ 22:48 Uhr Reply to this comment
  60. Da macht man sich jahrelang Gedanken, wie man das Rassistenpack effektiv los wird, und dann soll man sich nicht freuen, wenn der Herr Haider einen Teil desProblems von selbst löst? Versteh ich nicht.

    60# - pantoffelpunk - 11. Oktober 2008 @ 22:55 Uhr Reply to this comment
  61. @Moe: Ja, das liegt auch daran, dass es beim Schreiben des Postings eher ein Bauchgefühl war, dass sich dann im Laufe der Diskussion immer besser formulieren lies… ich glaube, ich stelle den Comment von madaya als Update mit rein…

    61# - René - 11. Oktober 2008 @ 22:57 Uhr Reply to this comment
  62. @pantoffelpunk: “Da macht man sich jahrelang Gedanken, wie man das Rassistenpack effektiv los wird” … ja, dann denk mal nach: so wird man das Rassistenpack nämlich nicht effektiv los, und problem ist dadurch auch keines gelöst.
    Glaubt wirklich jemand, alles würde gut, nur weil eine Galionsfigur verschwindet? Haiders Tod ist beileibe nicht die Lösung des Problems. Im Gegenteil, dadurch wird vieles noch übler: zwei bisher verfeindete rechtsaußenparteien können sich in romantischer trauer wieder in die arme fallen. ich seh echt keinen vorteil.

    62# - mandaya - 11. Oktober 2008 @ 22:58 Uhr Reply to this comment
  63. @pantoffelpunk: Du glaubst doch nicht wirklich, dass der Tod eines Einzelnen auch nur eine Promille einer Promille des Problems löst, oder? Glaube ich nicht, dass Du das glaubst, ganz im Ernst. Und was der Kommentar noch an Fragen aufwirft, will ich mir gar nicht ausmalen. Auch ganz im Ernst.

    63# - René - 11. Oktober 2008 @ 23:01 Uhr Reply to this comment
  64. Global gesehen löst Haiders Salto Mortale sicher keine politischen Probleme (wobei ich allerdings tatsächlich glaube, dass er der Rechten in Österreich fehlen wird). Aber das Problem Jörg Heider ist gelöst. Und das finde ich schwer in Ordnung.

    64# - pantoffelpunk - 11. Oktober 2008 @ 23:04 Uhr Reply to this comment
  65. @pantoffelpunk: Überlege mal bitte, was diese Aussagen für Folgen haben, wenn man sie auf die ganze Rechtsextreme ausdehnt. Ich verstehe ja Deinen Punkt, irgendwie… aber da steht ein ganz fettes ABER… Das Problem Rechtsextremismus löst man nur mit Bildung, Bildung und nochmal Bildung und mit nichts anderem. Naja, doch: ein bisschen mehr soziale Sicherheit gehört auch dazu. Allerdings sicherlich nicht mit tödlichen Autounfällen.

    65# - René - 11. Oktober 2008 @ 23:11 Uhr Reply to this comment
  66. WIe oben angedeutet, René, ich bewerte die Vorkommnisse weniger politisch als menschlich, also nochmal: Das Problem Rechtsextremismus ist nicht gelöst und da gibt es noch viel zu tun, aber das müssen wir an dieser Stelle doch gar nicht diskutieren. Es geht ja nicht um die Rettung der Welt, sondern nur um Haiders Abgang und den Umgang damit. Ich sach mal:

    Michael Kühnen, Uwe Leichsenring, Pim Fortyne, Jörg Haider… vielleicht gibt es doch einen Gott.

    66# - pantoffelpunk - 11. Oktober 2008 @ 23:18 Uhr Reply to this comment
  67. @pantoffelpunk: Sorry, nee. Da kommen wir nicht zusammen (müssen wir ja auch nicht). Alles weitere per Mail.

    67# - René - 11. Oktober 2008 @ 23:26 Uhr Reply to this comment
  68. Hm,

    Artikel vom Montag.

    Man weiß hier echt nicht zu welchem Lager man sich zählen möchte. *grübel*

    68# - corax - 11. Oktober 2008 @ 23:38 Uhr Reply to this comment
  69. @corax: *Grübel* triffts sehr gut, es ist ja nicht so, dass ich die anderen Positionen hier nicht verstehen würde… *grübel* ;)

    69# - René - 11. Oktober 2008 @ 23:43 Uhr Reply to this comment
  70. Oh nein, ihr seid alle ganz schrecklich Doof… wie kann man einem Menschen der ein NAZI war nur sein Beileid aussprechen? Achso, des guten deutschen Anstands wegen haha, genau! Ach, ich irre mich, habe es ja hier auch schon in der Art gelesen: Ein Beileid wird im Falle von Haider ausgesprochen weil man ach so menschlich (humanistisch) ist und sich dadurch NICHT auf eine Stufe mit ihm stellt^^. Was ne falsche, scheinheilige & buergerliche Spiesser-Logik. Entweder man empfindet Beileid oder eben nicht. Super, Mr. Comment 56.

    Und vielleicht hat Haider nicht direkt Menschen verfolgt etc aber er hat genau das fokussiert und diese Ideen verbreitet – was vielleicht auch noch ein bisschen schlimmer sein kann(?!); besonders als bekannt guter Rethoriker.

    Fuer mich zeigt sich nur das die wenigsten nen Plan ueber die Ausmasse von Rassismus und Antisemitismus haben, was sehr sehr traurig ist.

    Aber schoen das man hier so offen ist und reflektiert. Bloed nur das in der Adresszeile immer noch ein RIP steht.

    70# - just - 11. Oktober 2008 @ 23:54 Uhr Reply to this comment
  71. Walter Moers´ “Alter Sack” ist in einem Cartoon auf der Beerdigung eines Mannes und nimmt kein Blatt vor den Mund, seine Abneigung gegen den Verschiedenen kund zu tun. Der Priester fragt daraufhin, wer werfe, auch wenn der Tote nicht ohne Fehl war, angesichts des Todes den ersten Stein? Darauf schreit der alte Sack “ICH! ICH! Man gebe mir einen Stein!!! Der Typ hat meine Frau gevögelt…” oder so ähnlich.

    Ich bin da voll bei ihm. :-)

    71# - pantoffelpunk - 11. Oktober 2008 @ 23:57 Uhr Reply to this comment
  72. @just: Den Titel hatte ich geändert, weil der Beitrag mittlerweile in der Sidebar auftaucht und bei Ab-und-zu-Besuchern tatsächlich Verwirrung stiften könnte, an die URL hab ich nicht gedacht, sorry. Aber das hat ja auch nichts mit dem eigentlichen Posting zu tun, oder?

    Und nochmal: ich kann jeden Kritiker hier gut verstehen, habe aber ein ganz grundsätzliches Problem, mich über den Tod eines Menschen zu freuen. So ganz grundsätzlich. Und das sagt überhaupt nichts über den Bildunsstand in Sachen Rassismus oder Antisemitismus aus, sondern nur eine grundlegende Haltung. Und die nennt sich nun mal Humanismus, so lächerlich man das findet.

    72# - René - 12. Oktober 2008 @ 00:12 Uhr Reply to this comment
  73. @just: ach komm, dieses dämliche “gutmenschen”-argument, das aus welchen gründen auch immer jede form moralischer prinzipien verarscht und political incorrectness als tugend preist, kenn ich aus österreich zur genüge, allerdings meist von rechter seite kommend.
    “Was ne falsche, scheinheilige & buergerliche Spiesser-Logik. Entweder man empfindet Beileid oder eben nicht. Super, Mr. Comment 56.” wo schreib ich was von beileid? aber trotzdem: empathie auch mit arschlöchern zu empfinden, ist ein unterscheidungsmerkmal, das einen nicht zum spießer und auch nicht scheinheilig macht. und nochmal sorry, aber ehrlich: höhnisches beharren auf dem positiven aspekt des ganzen setzt den betreffenden in meinen augen auf dasselbe menschenverachtende niveau, das du im zusammenhang mit rassismus etc kritisierst.
    und nochmal mein kernargument, das die erfreut feixenden jubilierer ignorieren: mit dem tod von JH wird die welt NICHT besser. erstens kommen da genügend arschlöcher nach und zweitens bedeutet der heutige tag die wiederannäherung der bislang verfeindeten rechten lager in österreich. so, jetzt nenn weiter alle spießer, die die infantile freude an diesem pyrrhussieg nicht teilen, aber mach bloß keinen auf underground. du sitzt mit diesen argumenten am selben stammtisch, nur in der linken ecke.

    73# - mandaya - 12. Oktober 2008 @ 00:29 Uhr Reply to this comment
  74. Mir ist Haider seit heute sowas von Latte, ganz anders als gestern noch. Ich empfinde nicht mal annähernd sowas wie Mitleid. Ich kenne weder ihn noch seine Familie. Selbst der nette Bahnhofspenner steht mir näher, über deren Tod ich auch nichts bringen würde. Das R.I.P´en, was hier ja heute Morgen noch drüberstand, wird sowieso zur Belanglosigkeit, weil jeder irgendwen 3 mal die Woche im Netz die Ruhe in den Himmel wünscht, wo Haider niemals ankommen wird.

    Außerdem denke ich drüber nach, wieviele Menschen wohl durch Haider leiden mussten oder hätten müssen, welche Schicksale der wohl zu verantworten hätte, wenn er noch 30 Jahre politisch aktiv gewesen wäre. Und vor allem, wer dann über diese geschrieben hätte…

    Und ja, ich kann sogar drüber lachen. Nicht bedingungslos und auch nicht über seinen Tod an sich, sondern weil ich persönlich finde, dass man über ALLES lachen sollen könnte. Das sagt rein gar nichts darüber aus, wie man zur Welt steht, auch wenn manche sich gerne anmaßen, darüber eine Persönlichkeit zu beurteilen.

    René, und bei allem Respekt, als ich das heute früh sah, war das für mich der bescheuertste Beitrag, den ich auf Nerdcore je gelesen habe.

    Just my two cents.

    P.S: Ich finde es auch nicht antihumanistisch, dass einem der Tod eines “solchen Spatens” (so habe ich ihn gestern genannt und werde es auch weiterhin tun), schlichtweg egal ist.

    74# - Saint - 12. Oktober 2008 @ 01:04 Uhr Reply to this comment
  75. @Saint: Ich bin so langsam ein wenig zu müde, um meine Argumente ständig zu wiederholen. Lies Dir mal die Comments durch, dann wirds deutlicher. Mir geht der Tod Haiders keineswegs nahe, es ist in meinen Augen eher eine Stil-Frage… und ja, kann sogar sehr gut sein, dass das der bescheuertste Nerdcore-Post ever ist. Muss ja auch mal sein. ;)

    75# - René - 12. Oktober 2008 @ 01:11 Uhr Reply to this comment
  76. Man kann doch keinem Menschen (egal was er war oder getan hat) den Tod wünschen. (Todesstrafe gewinnt wohl wieder an Popularität?). Völlig daneben.

    Andernfalls würde man ja selbst zu der Sorte Menschen zählen, dessen Tod man sich eigentlich herbeiwünscht (nämlich zu denen die aufgrund von Gesinnung,Meinungen,Taten andere Menschen gewalttätig ausgrenzen wollen). Stichwort Zahn um Zahn.

    Ebenfalls in Ordnung find ich, wenn man selektiv Prominente einen geruhsamen Frieden wünscht. Man berichtet ja auch über Sie, wenn sie noch Leben selektiv. (da will ja auch keiner das man über alle Menschen der Erde die Leben blogt oder was)

    Auch ein oberflächliches Beileid find ich in Ordnung. Man muß nicht der Bruder vom Opfer sein um sein Beileid aussprechen zu dürfen. So eine Nachricht schockiert und man darf da Betroffenheit zeigen. Auch wenn einen sowas nich bis ins Mark erschüttert und man das Opfer nich kannte.

    Fazit: Zwischen Schwarz und Weiß gibts noch ein paar Graustufen.

    76# - polarity - 12. Oktober 2008 @ 01:35 Uhr Reply to this comment
  77. @Saint – full ack!
    Ich kanns immer noch nicht glauben was ich hier lesen muss.

    77# - Alexander Hahn - 12. Oktober 2008 @ 01:36 Uhr Reply to this comment
  78. Ich wünsche auch niemandem den Tod, aber wenn Haider sich selbst in den Tod rast, hält sich mein Bedauern in engen Grenzen.

    Und noch ein unbeabsichtigter Kalauer zu später Stunde. Vorhin sagte ich unbedacht zu einem Kumpel:

    “Ob das wohl alles mit rechten Dingen zugegangen ist?”

    78# - Palich - 12. Oktober 2008 @ 02:23 Uhr Reply to this comment
  79. 79# - tsujiGIRI - 12. Oktober 2008 @ 02:27 Uhr Reply to this comment
  80. Ups, wollte ein Video posten.
    Rene kann es, ich nicht,,,

    80# - tsujiGIRI - 12. Oktober 2008 @ 02:28 Uhr Reply to this comment
  81. @Alexander Hahn: Ich weiß doch, dass das alles sauschwierig ist, nichts anderes drückt dieses Posting und die Kommentare aus. Ich bin gedanklich kein Stück bei Haider, heisst das aber gleichzeitig, dass ich seinen Tod bejubeln muss? Ich finde nicht. Das ist alles.

    Ich will es mir in solchen Fragen nicht einfach machen. Das ist Humanismus. Es gibt Menschen, die so denken, wie Haider… finde ich es “geil”, wenn sie sterben? No way. Andere scheinbar schon.

    Und ich verstehe ganz ehrlich gar nicht, warum dieser Standpunkt für Euch so unverständlich ist. Ganz ehrlich. Scheinbar bin ich einfach zu wenig links, um den Tod eines Rechten so zu bejubeln. Aber mal ehrlich, um diesen Scheiß geht es doch grade gar nicht.

    Das ist nicht leicht. Einem Menschen Menschenrecht zugestehen, der genau diametral gegenüber diesen Menschrechten stand. Aber: genau darum geht es ja. Es geht um diese Schwierigkeit. Entweder wir gestehen diese Rechte jedem zu und damit auch Haider, oder niemandem.

    81# - René - 12. Oktober 2008 @ 02:49 Uhr Reply to this comment
  82. @René: Hi René, ich bin eigentlich ein regelmässiger Leser Deines Blogs, vor allem aber der Musik- und Gimmick-Artikel, welche ich sehr schätze, da erst mal Danke für Deine Arbeit :-)
    Mit der Haider-Geschichte hättest Du, im Nachhinein betrachtet, fast alles schreiben können, der Mann hat schon zu Lebszeiten heftige Kontroversen ausgelöst und schafft das auch noch post mortem.
    Wie gesagt, die R.I.P.-Nummer scheint ja nicht nur mir ins Auge gefallen zu sein und die neutralere Schlagzeile “Haider ist tot” is meiner Meinung nach auch besser gewählt.
    Ob man Beileid für die Angehörigen aussprechen will, oder nicht, sollte – wieder meiner Meinung nach – dann aber auch im persönlichen Rahmen geschehen (per mail oder Kondolenzkarte), wenn es Dir denn ein derartiges Bedürfniss wäre, der Familie zu kondulieren. Dass Du es hier für die Angehörigen Haiders im speziellen getan hast, lässt die Leser sich zurecht fragen “warum denn gerade bei dem?”. Das musst Du dir dann schon anhören.

    Aber wie gesagt, bei solchen Leuten reicht meiner Meinung nach einfach eine schlichte Pressemitteilung: “Haider ist tot. Er hinterlässt Frau und Kinder”

    82# - Marc - 12. Oktober 2008 @ 02:53 Uhr Reply to this comment
  83. @tsujiGIRI: Welches Video denn?

    83# - René - 12. Oktober 2008 @ 02:54 Uhr Reply to this comment
  84. @ Marc: >Aber wie gesagt, bei solchen Leuten reicht meiner Meinung nach einfach eine schlichte Pressemitteilung: “Haider ist tot. Er hinterlässt Frau und Kinder”

    Das stimmt. Aber Haiders Tod hat mittlerweile leider auch viel hämischere und zynischere Stimmen hinterlassen. Damit will ich mich als Linker nicht gemein machen.

    ich wiederhole mich, aber: der Tod eines politischen Gegners ist prinzipiell kein Anlass zur Freude. Und ich kan fucking nochmal nicht verstehen, worin der Unterschied besteht, wenn Nazis die Ausrottung von X fordern, und Linke die Ausrottung von Rechten. Sorry, da hört mein Verständnis ganz einfach auf und da begeben sich beide Seiten auf das selbse Niveau. Und da gehe ich nicht mit. So einfach ist das.

    84# - René - 12. Oktober 2008 @ 03:09 Uhr Reply to this comment
  85. Ist das ein Versuch Nerdcore mehr Klicks zu verschaffen?

    Ansonsten Zustimmung an Nr 73.

    Und ich fühl mich jetzt nicht besonders böse/antihumanistisch/zynisch wenn Ich mich darüber freue dass ein verhasster Politiker gestorben ist. Ich hab schon bei Erwins Tod ein Bier aufgemacht.

    85# - dima - 12. Oktober 2008 @ 05:43 Uhr Reply to this comment
  86. René, um sich nicht mit der zu erwartenden Häme gemein zu machen, hätte es gereicht, gar nichts darüber zu schreiben. Deine Distanzierung davon durch diesen Artikel mit Deiner Betonung von Stil und Anstand der Beileidsbezeugung gibt diesem Menschen (hier hoffentlich zum letzten Mal) eine Plattform, die er nicht verdient hat, im Leben wie im Tod und nimmt tatsächlich, wie oben erwähnt, den Charakter eines Nachrufs an.
    Es gibt Dinge, bei denen man die Besonnenheit und Courage besitzen darf, sie gänzlich unkommentiert zu lassen, auch und gerade als A-Blogger.
    Si tacuisses…

    86# - woktor - 12. Oktober 2008 @ 05:57 Uhr Reply to this comment
  87. gibts nen unterschied zwischen “jemandem den tod wünschen” und “den tod von jemandem im nachhinein gutheißen”?
    und macht es dabei nen unterschied, ob der tod selbstverschuldet oder ob es mord war?
    was nen anstrengendes thema.

    87# - simon - 12. Oktober 2008 @ 06:15 Uhr Reply to this comment
  88. Normalerweise schüttel ich ja regelmäßig mit dem Kopf, wenn René mal mehr als einen Absatz schreibt, in dem kein Link drin ist. Aber hier bin ich überraschenderweise ganz bei ihm (und vor allem bei Nilz, dessen Artikel in weiser Vorraussicht geschrieben wurde, dessen Apelle aber natürlich nichts brachten).

    Auch wenn man es gerne hätte, man kann auch Menschen, die ihr Leben in den Dienst des Bösen gestellt haben, nicht “entmenschlichen”. Das geht nicht. Wenn man sich auf einer moralisch höheren Position wähnt, muss man auch zeigen, dass man da hin gehört. Den T-Shirt-Spruch “Ich bin besser als Du” muss man sich erst einmal verdienen. Hard Mode: Empathie auch Widerlingen gegenüber. Das ist doch das, was nette Menschen auszeichnet: Eine besonnene Reaktion bei kontroversen Themen. Jeder würde ein Baby aus dem brennenden Haus retten, den Unterschied machen die Leute, die auch Haider retten würden.

    Als Internet Tough Guy kann man natürlich tönen, wie geil man das findet. Jetzt stellt euch mal vor, ihr wärt mit dem Auto an der Unfallstelle vorbeigekommen. Da muss man erst mal die 80 Prozent abziehen, die schnell aufs Gas gedrückt hättenm, nichts wie weg. Bleiben die, die erste Hilfe leisten wollen. Wer von euch hätte in dem Augenblick kehrt gemacht, in dem euch bewusst geworden wäre, WEM ihr da das Leben retten würdet? Ich hoffe die wenigsten.

    88# - Sebastian - 12. Oktober 2008 @ 06:20 Uhr Reply to this comment
  89. Hier wird wirklich davon ausgegangen das “Links” das genaue Gegenteil von “Rechts” ist oder? …sweet. Und: “gibts nen unterschied zwischen “jemandem den tod wünschen” und “den tod von jemandem im nachhinein gutheißen”?” ja den gibts.

    89# - just - 12. Oktober 2008 @ 10:53 Uhr Reply to this comment
  90. @Sebastian a.o.: Wie müßig, das alles. Es geht doch gar nicht darum, ob man Haider aktiv töten würde, es geht auch nicht darum, ob man Hilfestellung verweigern würde (im Falle, dass man da vorbei fährt {aber was bitte schön soll ich denn in Österreich?}). es geht nicht einmal darum, ob man ihm oder anderen ‘Feinden’ den Tod oder auch nur die Pest an den Arsch wünscht. Haider ist ja jetzt schon mal tot und keiner von uns ist am Unfallort vorbeigekommen. Es geht einzig und allein darum, wie man mit diesem (selbst verschuldeten) Tod dieses asozialen Schleimi umgeht. Einer provoziert halt mit Kondolenzposts, der nächste lacht drei mal herzlich und einem anderen ist es schlicht Ladde. Alle Wege sind gehbar, warum aber denen, die lachen, eine Nähe zu Nazis, In-Humanismus oder sonstiger Schwachsinn untergeschoben wird, ist mir nicht klar?!

    90# - pantoffelpunk - 12. Oktober 2008 @ 11:07 Uhr Reply to this comment
  91. Super Comment Pantoffel :-) .

    91# - just - 12. Oktober 2008 @ 11:35 Uhr Reply to this comment
  92. Was ist denn das Schlimme an Rassismus, Antisemitismus und Faschismus? Dass in diesen Ideologien manche Menschen auf Grund von Rasse, Religion oder politischen Ansichten als minderwertig betrachtet werden und dass das Leben dieser Menschen weniger Wert ist als das Anderer.
    Wer sich über Haiders Tod freut ist keinen Deut besser.

    92# - Dean - 12. Oktober 2008 @ 12:34 Uhr Reply to this comment
  93. Ach je, da wird hier diskutiert und diskutiert, dabei wurde die Geschichte drüben bei Ahoi Polloi doch schon so schön auf den Punkt gebracht: http://ahoipolloi.blogger.de/stories/1240713/

    93# - all that jazz - 12. Oktober 2008 @ 12:52 Uhr Reply to this comment
  94. Mir ist die “Über Tote nur Gutes”-Haltung auch fremd, vor allem der Medien-Hype gestern, der Haider teilweise sehr hochstilisiert hat.

    Vielleicht bin ich in Sachen Pietät einfach zu altmodisch oder habe zu viel Schiss vor dem Tod, um mit dem Thema locker-flockig umzugehen, was weiss ich. Ich kann schlecht ausdrücken, warum es mir gegen den Strich geht, sich drüber lustig zu machen, wenn einer hopps geht. Das ist einfach eine Grenze, die ich irgendwann für mich persönlich gezogen habe. Die ist auch für mich nicht immer nachvollziehbar, grade bei jemandem wie Haider, aber dann muss ich sie halt aktiv hervorrufen.

    “Alle Wege sind gehbar, warum aber denen, die lachen, eine Nähe zu Nazis, In-Humanismus oder sonstiger Schwachsinn untergeschoben wird, ist mir nicht klar?!

    Lachen kann ja durchaus befreiend sein, ich glaube, die Tonart macht den Unterschied.

    94# - Sebastian - 12. Oktober 2008 @ 12:57 Uhr Reply to this comment
  95. Ich muss mich von nichts befreien, ich lache einfach, weil ich´s lustig finde.

    95# - pantoffelpunk - 12. Oktober 2008 @ 13:04 Uhr Reply to this comment
  96. Der Medien-Hype war sogar sehr panne, in der Tat. Der hatte *echten* Nachruf-Charakter im Gegensatz zu der Diskussion hier. Und: ich finde am Tod anderer Menschen einfach ganz grundsätzlich nichts lustig. So einfach ist das.

    96# - René - 12. Oktober 2008 @ 13:47 Uhr Reply to this comment
  97. boah, rené . du hast echt eine menge geduld !

    97# - mickey - 12. Oktober 2008 @ 14:26 Uhr Reply to this comment
  98. Ich finde nicht das der Tod eines solchen Menschen überhaupt erwähnenswert ist.
    Erstens habe ich von dem Typen noch nie wirklich was gehört (Vielleicht mal Ansatzweise). Zweitens ist er ein Rechter und damit absolut verachtenswert. Drittens ist er fast das Doppelte der zugelassenen Geschwindigkeit nachts auf einer nassen Straße im müden Zustand gefahren. Wen wunderts das er dort eine hohe Todeswahrscheinlichkeit hat?

    Klar leidet seine Familie und Freunde und so, aber Mitleid haben eher ganz andere Menschen und Tiere verdient!

    98# - Spunkmeyer - 12. Oktober 2008 @ 14:48 Uhr Reply to this comment
  99. @mickey: Bei so nem Thema braucht man die auch.

    99# - René - 12. Oktober 2008 @ 14:50 Uhr Reply to this comment
  100. @René: Ich will es ganz kurz abschließen: Ich akzeptiere deinen Standpunkt, sehe das aber anders, was ja okay ist.

    Es geht dabei eigentlich lediglich um zwei Kleinigkeiten:

    1. Für dich ist “aufrichtiges” Beileid aussprechen eine bedeutungslose Geste, die für dich zum guten Stil gehört, den du von dir selbst verlangst. Ich würde nur jemandem mein aufrichtiges Beileid aussprechen, wenn ich tatsächlich Beileid, Mitleid empfinde, also mitleide.

    2. Ich teile nicht dein Verständnis, dass es pietätlos oder unanständig wäre, tote Nazis zu beleidigen/zu verspotten/was auch immer, lebende Nazis aber durchaus beleidigt gehören.

    Wollte nur nochmal meinen Stanpunkt klarstellen, danke, dass du die Diskussion hier so diszipliniert mitmachst.

    100# - bongokarl - 12. Oktober 2008 @ 14:54 Uhr Reply to this comment
  101. @bongokarl: >Wollte nur nochmal meinen Stanpunkt klarstellen, danke, dass du die Diskussion hier so diszipliniert mitmachst.

    Gehört dazu, wenn man so ein schwieriges Thema anstößt ;)

    >Ich teile nicht dein Verständnis, dass es pietätlos oder unanständig wäre, tote Nazis zu beleidigen/zu verspotten/was auch immer, lebende Nazis aber durchaus beleidigt gehören.

    Adolf war ein Arschloch, will sagen: Es gibt da auch eine zeitliche Ebene… na klar, kann man auch tote Nazis beleidigen, aber nicht unbedingt am Tag ihres Todes. Wie gesagt: eher ‘ne Stil-Frage…

    101# - René - 12. Oktober 2008 @ 14:59 Uhr Reply to this comment
  102. Unabhängig von den ganzen ethisch-moralischen Befindlichkeiten : der Mann hat augenscheinlich ein Überholmanöver mit 142 Sachen (erlaubt waren 70 kmh und 100 Meter weiter nur noch 50) versiebt; das ist nicht nur unklug und sozusagen unsportlich, sondern auch verantwortungslos.
    Ehrlich gesagt habe ich da mehr Mitleid mit den 54,794520548 Tier und Planzenarten, die heute wieder ausgerottet wurden, die können nämlich nix dafür und sind auch nicht zu schnell gefahren.

    102# - andreas - 12. Oktober 2008 @ 16:20 Uhr Reply to this comment
  103. Fassen wir zusammen: 2,5 Sekunden vor dem Tempo-50 Schild (Sichtweite) ist also jemand mit 142 Sachen gefahren? Welch ein Idiot.

    103# - all that jazz - 12. Oktober 2008 @ 19:14 Uhr Reply to this comment
  104. Also das den Kalauer noch keiner gebracht hatte: Unfallursache war… er fuhr zu ‘ weit rechts! Welch Ironie!

    104# - Kai - 12. Oktober 2008 @ 19:50 Uhr Reply to this comment
  105. Ich bin froh. Froh, dass dieser asoziale Amokfahrer nicht noch einen anderen Menschen bei seiner Höllenfahrt in den Tod gerissen hat.

    105# - fritztheblitz - 12. Oktober 2008 @ 20:39 Uhr Reply to this comment
  106. Ich mach’ die Comments hier jetzt dicht, wir haben das durchgekaut und alle Positionen sind, denke ich, klargeworden.

    106# - René - 12. Oktober 2008 @ 20:49 Uhr Reply to this comment