Vor einem halben Jahr hatte ich ein Interview mit dem Psychologen Philip Zimbardo verlinkt, der 1971 das berühmt-berüchtigte Stanford-Experiment durchführte, in dem er Studenten in Wärter und Gefangene einteilte und das Grundlage für den Film „Das Experiment“ war. In dem Interview ging es darum, welche psychologischen Trigger dazu führen, das praktisch jeder von uns in der Lage ist, Folter wie in Abu Ghreib anzuwenden.
Zimbardo: Abu Ghraib was under bombardment all the time. In the prison, five soldiers and 20 Iraqi prisoners get killed. That means automatically any soldier working there is under high fear and high stress. Then the insurgency starts in 2003, and they start arresting everyone in sight. When Chip Frederick [starts working at Abu Ghraib] in September, there are 200 prisoners there. Within three months there’s a thousand prisoners with a handful of guards to take care of them, so they’re overwhelmed. Frederick and the others worked 12-hour shifts. How many days a week? Seven. How many days without a day off? Forty. That kind of stress reduces decision-making and critical thinking and rationality. But that’s only the beginning.
He [complained] to higher-ups on the record, “We have mentally ill patients who cover themselves with [excrement]. We have people with tuberculosis that shouldn’t be in this population. We have kids mixed with adults.”
And they tell him, “It’s a war zone. Do your job. Do whatever you have to do.”
Damals hat er auch einen Vortrag während der TED-Konferenz gehalten und ich versprach, das Video nachzuliefern. There you go.
Psychologist Philip Zimbardo knows how easy it is for nice people to turn bad. In this talk, he shares his insights — and graphic, unsettling, unseen photos — from the Abu Ghraib trials, where he served as an expert witness. But he also studies the flip side of this question — how easy it is to become a hero, and how we can help each other rise to the challenge.
Vorsicht, einige der Bilder der Präsentation sind sehr, sehr verstörend und der Vortrag stellt unserer Selbstverständnis und das Konzept „Menschlichkeit“ gehörig auf den Kopf.







so , 2 filmfreunde mäßig
anspielung oder wie ^^
Ich finde es echt erschreckend wozu Menschen alles fähig sind. Die Präsentation habe ich nicht bis zum ende angeschaut weil es mir einfach zuviel war. Schrecklich zu was man jemanden alles treiben kann…. man kann eigentlich von glück reden das wir so friedlich miteinander leben wenn man so sieht was alles möglich wäre.
Hab mir grad die Fotostrecke angesehen. Mir ist schlecht.
Wow, das ist super-interessant. Erst wollt ich noch einen flapsigen Kommentar schreiben, von wegen, dass ich dem alles abnehmen würde, weil er eben aussieht, wie jemand, dem man alles abnehmen kann *g* Aber ich verbleibe einfach mit dem Gefühl, wieder etwas interessantes gelernt zu haben
Stoff für 2 Stunden in einer halben.
Krass.
Klasse Typ! Und eine super Zusammenfassung, ich hoffe seine Reden sind gut besucht und diese Message wird verteilt. Finde ich ganz groß. Danke dafür. I’ll spread the word…
Super…ich bin stark beeindruckt. Ich wünsche mir eine Welt in der ich meine Kinder so erziehen kann und sie nicht von dem sozialen Druck zermalmt werden.
Für eine Welt voller Helden, klingt pathetisch, ist aber so.
Wirklich ein sehr guter Vortrag. Haette mir nur gewuenscht, dass er einmal tief durchgeatmet haette :) Ich dachte er klappt jeden Moment zusammen….
Und das ist der schreckliste Flash player den ich jeh gesehen habe. Ich kann mir das video nicht in dieser mini box anschauen und nicht in dem ruckel-neuem-fenster, und ich kann nichtmal die soundlautstärke einstellen!
Ich würds ja gerne sehen, aber bitte ohne augenkrebs zu bekommen.
Ich hab sein Buch “The Lucifer Effect” gelesen und kann es echt dringend empfehlen. Erstmal wird das Stanford-Experiment ziemlich lang beschrieben und analysiert. Dann werden Faktoren erläutert, die Menschen dazu bringen Böses zu tun und die sind allesamt sozialer Art, also wie die Situation/das Umfeld uns beeinflusst. Naja und dann noch was über Abu Ghraib und umgekehrt wie gewöhnliche Menschen außergewöhnlich Gutes tun. Es war echt spannend und ständig werden alle Thesen mit Massen von Experimenten und Psycholiteratur gestützt (allein die Fußnoten am Ende des Buches ist über 40 (!) Seiten lang und bestehtt zum großen Teil aus Literaturangaben). Auch kommen immer mal wieder sowas Ähnliches wie (not so) Fun-Facts (wer weiß hier z.B., dass in den USA vor WWII Zwangssterilisierungen vorgenommen wurden?). Das Buch ist ziemlich lang, aber verständlich, erschreckend, aber auch fasznierend. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und finde jeder sollte es mal gelesen haben.
Bla, hört sich gerade wie billige Werbung an :D
@Nasenbär: >Bla, hört sich gerade wie billige Werbung an :D
Nee, gar nicht. Danke für den Tipp!
Zimbardo sieht auf dem bild oben aus wie SexMachine von From Dusk Till Dawn :-)