Ich habe schon ewig nix mehr über das Bloggen geschrieben, was super ist und dieser Artikel ist auch garantiert eine Ausnahme. Versprochen! Aber Don Dahlman und Chris bei F!xmbr machen sich Gedanken darüber, warum Blogs in Deutschland scheinbar nicht funktionieren. Beide haben in ein paar Punkten Recht und in ein paar liegen sie meiner Meinung nach vollkommen daneben. Hier ein paar lose Anmerkungen und Gedanken dazu.
Don schreibt im Bezug auf die Abnahme der Verlinkungen: „Ich sehe das Problem eher in den Versuchen, Blogs zu monetarisieren. Wer viel Werbung auf seiner Seite (hat), der will auch viel Besucher und mag die nicht über Links wegschicken.“ Das ist Quatsch. Nerdcore ist eines der deutschen Blogs, das vermarktet wird, ich habe Banner auf meiner Seite und verdiene Geld damit. Und was mache ich? Ich poste Links. Jede Menge davon, schaut Euch den Scheiß an, rüber mit Euch, husch husch! Dass diese Links nicht immer in die deutsche Blogosphäre verlinken, hat andere Ursachen, aber dazu später und dass die Verlinkung in der deutschen Blogosphäre insgesamt abnehmen, da muss ich Chris Recht geben, wenn er schreibt: „Es wurde seit über einem Jahr keine “richtige” Sau mehr durchs Dorf getrieben.“ Und warum nicht? Ganz einfach, weil Sautreiben langweilig geworden ist. Sautreiben ist non-interesting Content und ich bin verdammt froh, dass ich diesen Scheiß nicht mehr mitmache. That’s it.
Weiter schreibt Don: „Blogs werden hier entweder als “Schmutz” bezeichnet, die meiste Zeit jedoch einfach ignoriert. Mitunter schauen Journalisten mal bei Blogs nach, was es so für neue Themen gibt, aber Hinweise oder gar eine Verlinkung auf den Themengeber oder Ideenfinder gibt es selten.“ Das ist korrekt, aber kein Problem der Blogosphäre, sondern der Journalisten. Und ich sehe sehr wohl, dass Themen aus Blogs aufgegriffen werden, nur nicht zwingend Themen aus deutschen Blogs (aber dazu später). Der fehlende Link ist eine deutsche Unsitte, das lernen die aber unter Umständen auch noch. Und wenn nicht, dann eben nicht.
Chris schreibt bei F!xmbr wiedermal jede Menge Unsinn und lügt auch ein bisschen (ich hätte zum Beispiel ab jetzt jeden Tag gerne dieses Titelthema der Bild, das auch auf Spreeblick auftaucht – ich lese keine Bild und kann das nicht nachvollziehen, sage aber einfach mal: Lügner!) und haut dann mal wieder in seine Lieblingskerbe, was Don Dahlmann ebenfalls so sieht: „Ich sehe das Problem eher in den Versuchen, Blogs zu monetarisieren“.
Des Rätsels Lösung kann und muss dann in der sogenannten Professionalisierung der deutschen Blogs gesucht werden. Die deutschen sogenannten Top-Blogs tümmeln sich in einer eigenen Vermarktungsagentur, sind in den etablierten Medien präsent. Man könnte jetzt natürlich schlussfolgern, dass die Aushängeschilde der deutschen Blogosphäre sich dem etablierten Journalismus angeglichen haben – inkl. Käuflichkeit.
Das ist Unsinn und da ist mal wieder der Wunsch Vater des Gedankens bzw. Pipi Langstrumpfs „Ich mach mir die Welt, widewidewie sie mir gefällt“. Ich habe beide Postings mehrfach gelesen und ich finde kein einziges stichhaltiges Argument, das beweisen könnte, dass ein Banner irgendetwas damit zu tun haben sollte, dass Blogs in Deutschland nicht wahrgenommen werden (was nicht stimmt, worauf ich aber nochmal genauer eingehe).
„Es fehlt in Deutschland nicht an guten Journalisten, aber die wenigsten nutzen Blogs als eine publizistische Möglichkeit“ schreibt der Don weiter und ich sage: Na, Gott sei Dank! Wir haben bereits genug Journalisten in der Blogosphäre – von Fonsi über Don bis zu Niggemeier – und die sind alle toll auf ihre Art und mehr davon würde ich gar nicht ertragen. Es fehlt was anderes in der deutschen Blogosphäre und dazu komme ich nicht später, sondern jetzt.
Blogs werden in Deutschland sehr wohl von den klassischen Medien wahr- und ernstgenommen, aber das sind die amerikanischen Blogs, von ein paar wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich bei spOnline kein Artikelchen sehe, dessen Thema ein paar Tage zuvor irgendwo in der amerikansichen Blogosphäre aufpoppte. Und das liegt vor allem daran, dass in Amerika Blogs auch von ihren Machern grundsätzlich ernster genommen werden, als hierzulande. Denn in Deutschland herrscht immer noch die Meinung in einigen Kreisen der Blogosphäre vor, Blogs wären vor allem dazu da, Katzenbilder und schöne Texte über die Fahrt ins Grüne zu posten und es gibt (noch) viel zu wenige Blogs, die Postings bringen, die eben auch für Menschen interessant sind, die keine Verwandten sind oder literarisch interessiert. Es geht also letztlich um interessanten Content und nicht um irgendwelche Banner.
Und wenn Fonsi mit seiner Bayernkeule alles und jeden niedermacht, nur um einem hinterher in den Kommentaren erzählen zu wollen, er säße ja ganz cool unterm Baum am Wasser oder wenn F!xmbr pathetischen Blödsinn vom Ende von allem posten, dann ist das nicht nur schrecklich peinlich, sondern auch schrecklich uninteressant. Und Robert Basic, bei aller Liebe – man kennt sich und ich mag ihn, privat –, hat die grausamste Schreibe unter der Sonne und macht schonmal Headlines wie „Sodele“, was einem Außenstehenden auf das Nummer Eins-Blog schauen und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt. Wenn Leute ihr Blog dergestalt ernst nehmen, dass sie es als Waffe oder zur Selbstbeweihräucherung benutzen oder mit schrecklich stillosen Content ausstatten (und im neuen Spielzeug, dessen Titel bei BoingBoingTV geklaut ist, einen Blogger vom äußerst rechten Rand featuren), dann ist es kein Wunder, wenn man sich von deutschen Blogs ab- und denjenigen zuwendet, die Blogs als Medium ernstnehmen. Nämlich den amerikanischen.
Ich frage mich – und zwar schon seit ich mit diesem Dings angefangen habe –, warum ich eine ganze Weile eins der wenigen Blogs war, die sich den wundervollen, strangen, hübschen und schönen Dingen angenommen hat, die da draußen durchs Netz schwirren. Den Internet-Memes, der Fotografie, Design, Musik… dem ganzen tollen Kram da draußen eben. Das findet man in amerikanischen Blogs haufenweise, hierzulande machten das eine ganze Zeitlang nur die Popnutten, Spreeblick, icke und wenige andere. Das ist (für mich) der interessante Content, das rockt, das macht Spaß und bringt einen manchmal sogar zum nachdenken. Fonsi tat solche Blogs neulich mal verächtlich als „Mashup-Blogs“ ab, was eine treffende Bezeichnung ist, der Ton kann allerdings nur von jemandem stammen, der dem Netz an sich eher ablehnend gegenüber steht. Es gibt wunderbaren Scheiß da draußen und ein Blog ist ein wunderbares Medium, um diesen Scheiß weiterzugeben.
Was amerikanische Blogs anders und damit in meinen Augen besser machen, sind vor allen Dingen zwei Punkte:
1.) Sie schreiben genau, was sie meinen.
Sie texten nicht bunt rum und erzählen erstmal eine lange Geschichte von der Fahrt ins Grüne, bevor sie dann schließlich dazu kommen, diesen Link zu posten, um den es eigentlich geht. Ein Beispiel von Jason Kottke: „NY Times columnist David Carr has written a book about his days as a junkie“. Ein Satz, der exakt benennt, um was es geht. In Deutschland stünden da drei Absätze mit einem Erfahrungsbericht mit den Junkies vor’m Hauptbahnhof.
2.) Sie schreiben passive Headlines.
Ich bin von einem Kommentator (Hi Jess! ;) mal schön angepisst worden, dass ich das mittlerweile ebenfalls mache, aber es hat einen Grund und der ist nicht SEO-Gewichse. Als Blog muss man sich immer klarmachen, dass man nicht das Zentrum of teh Web ist, sondern nur ein Item in einer Liste in einem Feedreader und Headlines wie „Sodele“ oder „Whooohoo!“ klicke ich mit einem ziemlich schlechten Gefühl bei der Sache an, weil mich die Postings in 90% aller Fälle schlicht nicht interessieren. Das kann man vermeiden und die Lösung sind passive Headlines: wenn ich ein Video von japanischen Mädchen poste, die als Stromtrooper verkleidet Limbo tanzen, dann schreibe ich das genau so in die Headline. Damit erspare ich nämlich allen Leuten, die weder mit Limbo noch mit Star Wars noch mit japanischen Mädchen was anfangen können, einen sinnlosen Klick und verschwendete Zeit.
Wenn Don und Chris von „funktionierenden“ Blogs reden, dann meinen sie damit ja auch Erfolg, wobei man natürlich streiten kann, was Erfolg bei Blogs bedeutet. Meistens kommt dann das (ein wenig metaphysische) Argument, wenn man nur einen Menschen mit seiner Geschichte oder dem Posting berührt habe, dann wäre das ein Erfolg. Ist es ja auch, aber im Zusammenhang mit „Funktion“ ist Erfolg dann doch eher klassisch zu sehen. Zahlen. Ich weiß: gähn. Deshalb mache ich’s kurz, auch, weil ich ja nur meine eigenen Zahlen habe und die haben sich seit einem Jahr verdreifacht – und das in den durchschnittlichen Zahlen, nicht in den Spitzen. Erfolg? You fucking bet.
Das ergibt sich aus dem (in meinen Augen natürlich) interessanten Content (geiler Scheiß eben) und einer recht hohen Postingfrequenz. Dauerhaft, konsequent und immer den Cool Stuff raushauen, der unter meinem Logo steht. Ich mag das und mir macht diese Art zu bloggen jede Menge Spaß und im Gegensatz zu Dons Behauptung, Agenturen würden sich nicht für Blogs interessieren, kriege ich praktisch täglich mehrere Mails aus PR-Agenturen mit irgendwelchen Angeboten, von denen ich 99% ablehne bzw. einfach lösche. (Soviel übrigens zu Chris’ Blödsinn von wegen: „Der Nerdcore-Rene schaltet mittlerweile fast für den Hans und Franz Werbung und macht fast bei jedem Werbemist mit“. Er hat ja nichtmal die Eier, einen Trackback zu setzen, damit man auch mitbekommt, dass über einen geschrieben wird, aber so isser eben, unser Chris.)
Das alles soll wirklich kein Eigenlob sein, aber: Nerdcore funktioniert. Genauso wie andere Blogs funktionieren und gottseidank gibt es mittlerweile schöne Beispiele für Blogs in Deutschland, die thematisch eher in meinem Bereich angesiedelt sind – aber dass ich die super finde, liegt in der Natur der Sache, wenn sie thematisch verwandt sind – und die langfristig größere Rollen in der Blogosphäre spielen werden oder können, weil sie genau die von mir angesprochenen Dinge richtig machen. Als Beispiele seien hier nur mal der Stylespion und Nomnomnom erwähnt.
Zusammengefasst könnte man sagen: dass manche Blogs in Deutschland nicht funktionieren, liegt vor allem daran, dass manche Blogger zu oft über Blogs schreiben oder aber Katzenbilder posten und in beiden Fällen ein „Hui“ als Headline verwenden, was auf seine Weise klasse ist – denn ich bin keiner, der anderen Leuten vorschreibt, wie sie bloggen sollen. Das können andere viel „besser“.





Ein Thema, welches mich vor deinem Beitrag, in keinster Weise getouched hat. Ehrlich gesagt finde ich es sinnlos über irgendeinen dahergelaufenen Scheiß sich gedanken zu machen. Wenn ich Blogger wäre, würde ich wahrscheinlich unüberlegt an die ganze Scheiße rangehen, da mich “Erfolg” einen Dreck kümmern würde. Man bloggt doch nicht, um erfolgreich zu sein – das wird man nebenbei (oder eben nicht, so what?)! Wenn Basic, dessen “strange” headlines und 10.000 Wort-Beiträge mich auch nicht ansprechen, meint, dass er diese bringen muss – bitte! Mir sowas von kackegal! Wie kann man sich über so ‘ne Scheiße Gedanken machen und dann noch anprangern? Besonders geil ist es sich über Content zu beschweren. Ist doch alles scheiß geschmackssache! Auch wenn ich mir sowas wie eine Geschmackspolizei (Geschmapo) manchmal echt wünschte…
Einzige, was mich wirklich ankotzt, ist “Wannabe-gehabe”. Nach jedem Wort ‘n Punkt machen und so dummes Zeug – schönen Gruß an Plockhead an der Stelle.
Und wenn jemand ‘n fuckin Blog macht, um damit Kohle zu verdienen, ist mir das auch scheißegal, solang der Content mich interessiert und tut er das nicht, besuche ich den fuckin Blog auch nicht. So einfach! Zack!
Geilste ist dann aber rumjammern, dass es nichts Gescheites gäb – ha ha!
Dem einen gefällts, dem andern nicht. Relativ also.
Glaub das war der längste Blogbeitrag, den ich je zu Ende gelesen habe.
Wie auch immer – mir alles kackegal!
Dieses ganze Blogszenen Gequatsche und die Überbewertung der Blogosphäre nervt mich. Und noch mehr nervt mich Bloggen um des Bloggen Willen, so wie mich Networking um des Networking Willens nervt. Blogosphäre leg’ dich meinetwegen gehackt zu den ganzen Web Zwei-Nullern da draussen.
Und Du, lieber René solltest bei diesem Mistwetter lieber ein paar anständige Baller-Videos oder Bilder von weiblichen Sturmtruppen mit Brüsten posten.
Ich lese dein Blog gerne. Danke für diesen Beitrag.
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Ach du scheisse, wo fang’ ich an? … Erstmal: Größtenteils hast du, René, wohl irgendwie Recht. Blogs würden generell wohl besser “funktionieren”, wenn ihre Macher sie ernster nehmen würden. Das ist klar. Allerdings, würd’ ich sagen, kommt bei vielen der Ernst mit der Zeit, die man mit dem Blog verbringt.
Don nimmt sein Geschreibe ernst, Chris sowieso … (das merkt man an seiner Schreibe) und manch anderer auch. Bei vielen anderen dagegen hat sich der Gedanke wohl noch nicht durchgesetzt, dass das Ernstnehmen des eigenen Blogs “gewinnbringend” sein kann – und das meine ich nicht im finanziellen Sinne. Nehmen wir etwa mal Malte von Spreeblick, der schreibt, dank seiner Texte bei Spreeblick, jetzt für die Netzzeitung – und das ist ja schon was. Oder Don Dahlmann … er selbst hat durch sein Blog “Kunden” gefunden. Und ich, mit neuerSpieler (und damals Zufallsfaktor), hab kürzlich erst eine Anfrage eines bekannten TV-Senders bekommen, ob ich mich nicht in einer kommenden Reportage zum Thema “Killerspiele” äußern möchte.
Was ich allerdings bemängeln möchte, René, ist dass du Robert Basic da jetzt reinwirfst. Ich glaube nämlich, dass er sich, sein Blog und seinen Content durchaus sehr, sehr ernst nimmt – irgendwie. Sein Stil und sein Inhalt sind nunmal, sagen wir, “authentisch” und “individuell”. An die Headlines haben sich seine Stammleser gewöhnt – und, ich glaube, wenn Robert das ändern würde, wäre das sogar ein Fehler. Robert’s Blog funktioniert nunmal … so wie er ist. Und er funktioniert gut. Ähnlich wie ein Russischer Panzer, bei dem eine wackelnde Schraube den verrosteten 5000 PS Motor am laufen hält.
Katzen sind aber nun mal nette Tierchen und haben ne Plattform verdient. Ihazcheeseburger find ich lustig, auch wenn ich’s vielleicht ein Mal im Monat anschaue…jedem sein Gusto. Weißt du sicher so oder so.
“Mashup-Blogs” ist nicht ganz ungerechtfertigt. Klar gibt es einen Haufen Content da draußen, der durchaus witzig und sehenswert ist, aber das sich so viele Blogs damit beschäftigen müssen? Gut, ich mach’s ja auch, bin allerdings auch nicht wirklich lange dabei und sowas wie nen eigenen Stil habe ich schon gleich gar nicht.
Wenn man seinen Blog ernst nimmt oder nehmen soll, braucht man einfach genügend Zeit. Schon allein das Auffinden der ganzen Skurrilitäten braucht Zeit. Das Schreiben braucht Zeit. Alles braucht irgendwie Zeit. Und ich lebe nicht im Internet.
Das Professionalisierung mit Monetarisierung (oder umgekehrt) einhergeht, seh ich ebenfalls nicht. Ein Blog wie 500beine kommt, zumindest vordergründig (das dahinter kenne ich nicht), ohne Banner aus. Und selbst wenn, ich muss zugeben, dass ich das Internet nicht ohne Adblocker betrete. Einzelne Websites schalte ich frei, weil mich interessiert, was für Werbung geschaltet wurde.
Vielleicht muss das alles auch erst “gesundschrumpfen”, um ernst genommen zu werden. Dann fallen die Katzenwebsites eben raus. Keine Ahnung. Ehrlich gesagt, finde ich es aber gut, dass es auch solche Seiten gibt und sei es, damit man feststellen kann, dass das Inet voll von Freaks und Durchgedrehten ist. Und das fetzt einfach.
Meine persönliche Lieblingsseite ist neatorama, die man als Betrachter auch mitgestalten kann, in dem man Beitragsvorschläge einschicken kann. Aber eben auch amerikanisch das ganze. Von der Warte hast du wieder Recht.
muss es nicht “Hundebilder” heißen?
Hm, über dieses Thema habe ich auch schon nachgedacht. Für mich gibt es einfach viel zu viele Blogs mit viel zu viel Blödsinn. Es gibt ja auch etliche, die nach zwei, drei Posts das Bloggen aufgeben, weil sie keine Besucher haben. Ich habe höchstens zehn Besucher am Tag, blogge seit zwei Jahren Geschichten, die zum Teil viel Arbeit und Aufwand erfordern. Ja und? Irgendwo bloggt doch jeder für sich. Vielleicht auch fürs Gedächtnis, denn das Internet vergisst nichts.
“Bloggen um des Bloggens Willen” tue ich auch nicht. Ich komme nicht mit täglichen Updates daher, manchmal gibt es nur einmal im Monat was. Natürlich verschreckt das auch Besucher, die keinen Feedreader benutzen, sondern sich Tag für Tag durch ihre Favoriten klicken. Meiner Meinung nach postest doch auch ein bisschen viel, Mister Nerdcore. Das ist aber deine Sache. Mir kommt das ein bisschen inflationär vor, als müsste alles auf deinen Blog. Alles, was eventuell mal cool wird, damit man sagt “Auf Nerdcore stand es zu erst.”. Und genau in diesem Punkt liegt auch meine Bewunderung: Engagement und Nerdtum, wie gut das hier doch zusammenpasst! Lob in der Kritik.
Geld durch Werbung fürs Bloggen? Yeah, wieso nicht. Dann kann man wenigstens die Domain, eventuell Server und Traffic bezahlen! Just my 0.02€.
Schöner, interessanter Artikel, dem ich nur zustimmen kann. Ich find, in Deutschland wird alles zu ernst genommen, ohne es wirklich ernst zu nehmen, falls irgendwer versteht, was ich damit meine ;)
Bloggen in Deutschland funktioniert für mich, weil ich gern schreib, was mich so bewegt, was ich gerade im WWW gefunden hab und was andere Blogs zu bieten haben. Manchmal ist das dann auch nur ein einziger Link zu nem anderen Blog oder zu nem Magazin wie Golem oder Heise aber im Normalfall sind’s immer Sachen, die für mich interessant sind.
Und das ist auch der Grund, warum mir die Userzahlen oder der Erfolg meines Blogs relativ egal sind. Ich schreib irgendwas auf und ein oder zwei Jahre später lese ich das nochmal, um zu prüfen, ob sich meine Einstellung zu nem Thema geändert hat. Meistens irgendwie nicht so aber es ist schon lustig, zu sehen, was man damals so verzapft hat oder was man interssant fand.
Ich hab ne Zeitlang auch versucht, diverse Hypes mitzumachen, wie damals die Koreanerin mit dem geklauten Sexvideo oder Artikeln, in denen Yxxporn 1000 mal erwähnt wurde, einfach nur um User anzulocken. Die kommen aber nie wieder, weil es die nicht interessiert.
Mittlerweile haben sich die Userzahlen bei mir eingependelt und ich bin froh, daß die Leute immer wieder kommen, auch wenn ich mich selbst totlangweilig finde. Monetarisierung ist für mich auch kein Thema, da ich sowohl Adblock laufen lasse als auch ne extrem modifizierte Hosts-Datei, die alle möglichen Server blockt :)
Selbstbeweihräucherung? Miese Schreibe? Hört sich an wie Nerdcore! :o)
Laß die anderen doch einfach in Kleinbloggersdorf sitzen und in Blogs darüber schreiben, daß Blogs nicht funktionieren. So was lese ich schon garnicht mehr.
Und alle anderen gehen raus und entdecken die schönen Seiten des Internets.
Diese blöde Werbediskussion geht mir auch schon lange auf den Geist. Wer mit dem bloggen Geld verdienen kann, der soll es bitte schön auch tun können. Er investiert ja auch seine Zeit in den Blog. Aber da schwingt wahrscheinlich wieder die deutsche Neidkultur mit.
Nur der doofe Visa-Werbebanner mit dem dicken Tänzer, der nervt.
Ich kenne -und will kennen, denn man hat nur endlich viel Zeit- nur zwei gute deutsche Blogs Deines und das Hitler-Blog der taz…
weiter so und solange die Banner Deinen Text nicht verdecken sind sie mir * egal ^^
PS: Nur moderation cues und Anmeldeprozeduren bei deutschen Blogs sind manchmal slightly annoying… ;)
ich blog worüber ich lust hab’ zu bloggen. is doch nur n bisschen blog. kein weltbewegendes dinges. da gibt’s keine kohle zu verdienen für mich. wenn ich damit geld verdienen wollen würde, wär’ das vielleicht anders, aber ist’s halt nicht.
für mich ist das auch das coole an blogs- das jeder das machen kann worauf er bock hat. ist es sinnvoll zu bloggen für eine hand voll von leuten? warum nicht?! schliesslich rede ich persönlich auch nicht mit tausenden von leuten und das macht auch sinn.
warum muss es eigentlich immer regeln für alles geben? und nu auch noch für blogs…was interessiert mich wer, wo, wieviel klaut und ob die presse einträge korrekt zitiert? macht sie doch sonst auch nicht. und wen interessiert eigentlich noch die reguläre presse?
auch wenn du hundert mal beteuerst, dass der eintrag keine selbstbeweihräucherung ist, klingt das ganze für mich ziemlich nach “guckt mal hier wie es richtig geht!”.
nix für ungut; nerdcore ist cool- das drumherum interessiert mich schrecklich wenig ;)
peace
Nun ja ich denke jeder kann Bloggen über was er will, auch Erfolg sei jedem gegönnt. Warum auch nicht, jeder hat einen anderen Geschmack, den einen mögen viele den anderen wenige. Und verlinkt wird dass was Spaß macht, nicht nach Suchmaschinen optimierten Regeln. Denn Blogs haben doch auch etwas mit Freiheit zu tun, warum dann Regeln beachten? ;)
Es geht mir wirklich nicht darum, Regeln aufzustellen. Es geht mir nur darum, dass da zwei Blogs behaupten, Blogs würden nicht funktionieren und ich sage: das tun sie eben doch, zumindest manche davon. Und dafür gibt es Gründe. Das ist alles.
Jeder kann doch lesen, was einem gefaellt und ob Blogs funktionieren liegt doch eh im Auge des Betrachters, manche freuen sich ueber jeden User, der auf ihr Blog zugreift, ich mit meinem vollkommen unwichtigen, armseligen Blog freue mich, wenn ich jemanden den Tag versuesse und dieser jemand dann auch ein wenig lachen kann (oder nachdenken) oder sonstwas.
Jeder nach seinem Gusto, werbefrei oder auch nicht…das sei doch wirklich jedem selbst ueberlassen.
Neid…das ist das Problem, das die “Obermackerblogs” haeufig haben, ich frag mich immer warum, gehts um die Leseranzahl, um seine Alpha-Blogger-Identiaet oder die Kompensation zu kurz geratener Koerperteile?
Tja und zum Thema Meinungsfreiheit und wenn man da auch was zu sagen hat…wird der Comment dann einfach in den Orcus geschickt von den ach so tollen “ichweisswiedieWeltfunktioniert” Kaspern mit ihren Anschauungen, die jeder, wirklich jeder gefaelligst zu implementieren hat, schadeschade.
Deswegen: Entspannt euch, ich denk es wird sich durch die Rezipienten sowieso regeln, denn nur wenn jemand ein Blog und die Beitraege mag, wird er es lesen, ansonsten fliegt es eh aus dem Feedreader.
So what?
Es gruesst das Schaaf
Ich bin sogar noch weiter gegangen (und wenn Du Dich schon über Chris beschwerst, kannst Du doch auch selber mal auf die Argumentation verweisen) und nannte das einen selbst reduplizierenden Medienbetrieb, dem ich zumehmend kritisch gegenüber stehe, weil ich Probleme habe zu erkennen, wo das “Themen machen” dieser Memes noch gross anders ist als beim Privatfernsehen. Kreisch Gacker Ooooooh. In meinen Augen ist das Netz erst einmal eine Tabula Rasa, wir fangen jeden Tag bei Null an, und was ich über weite Strecken versuche ist, das, was da draussen jenseits des Internets ist, hereinzubringen und nicht von Sekundär- und Tertiärverwendung anderer Inhalte zu leben. Ich denke, das Konzept “Leben” ist etwas anderes als das Konzept weiterdröseln an amerikanischer Popkultur, das ich mal mehr (Games) oder weniger (Muppet Show) befremdlich finde. Und ich habe durchaus den Eindruck, dass die Leute da draussen am Rechner auch Interesse haben, etwas über das Leben “eines schlechteren Sohnes einer guten Familie der besseren Gesellschaft” zu lesen. Genauso, wie ich gerne Blogs mit anderen Lebenswelten lese.
Generell bin ich absolut nicht der Auffasseung, dass eine Linkschleuder eines Netzmaniacs, der 15 Stunden vor der Kiste sitzt und Links rauskramt, irgendetwas mit jemandem zu tun hat, der zweimal am Tag was aus seinem Leben erzählt und mit Leuten über ökonomische, soziale und politische Fragen redet, die seines Erachtens gerade anstehen. Es ist eine artverwandte Software, auf der das geschieht. Man kann sie nutzen, um Charakter zu haben, oder ihn je nach Facon zu ändern. Man kann beliebig sein, oder bewusst ausschliessend. Geht alles. Aber ob das ein Markt werden kann, wage ich zu bezweifeln. Dazu ist der gefühlte Coolnessfaktor zu gering, und Blogs wie Deines oder Spreeblick, wenn wir ehrlich sind, doch längst nicht mehr im Wachstum begriffen. Bei meinem Blog ist das genauso, aber das ist mir egal, solange ich erzählen und diskutieren kann. Kann schon sein, dass keine Säue mehr getrieben werden. Aber wenn man das für überflüssig hält, braucht man halt was anderes. Zweitverwertung von Popkultur ist da in meinen Augen jetzt nicht so arg der prickelnde Ansatz. Anderen zu unterstellen, sie seien Lügner oder stünden dem Netz ablehnend gegenüber, nur weil Dir ihre Meinung nicht passt und Du eine andere Auffassung vom Netz hast, hilft Dir auch nicht weiter.
Das Netz ist sehr gross, und wir alle sind sehr, sehr klein. Ich empfinde eine gewisse Demut vor dem, was das Netz vermag, aber da sind leider auch ein paar Punkte, über die man mal reden muss. Egal ob es Euch Vermarktungsheinis nun passt oder nicht.
@Don Alphonso: Es gibt keine Regeln, die Mischung machts. Das ist wie mit Studentenfutter, stimmt die Mixtur nicht dann bleibt die Tüte beim nächsten mal im Regal.
Und noch etwas anderes (nicht an Don), mir ist auch aufgefallen dass es unter den so genannten “A-Bloggern” viel Zensur gibt, besonders dann wenn der Kommentar zu sehr der eigenen Meinung wiederspricht.
@ Fonsi: >und wenn Du Dich schon über Chris beschwerst, kannst Du doch auch selber mal auf die Argumentation verweisen
Hab ich getan.
Ansonsten sind wir da erstaunlicherweise ziemlich einer Meinung. Natürlich ist es etwas anderes, sein Leben gefiltert ins Netz zu stellen, als die Zweitverwertung von Popkultur. Dass dafür die gleiche Software genutzt wird, geschenkt. Letzteres macht mir im Moment einfach viel mehr Spaß und, naja, die 65te Story vom Stadtpalast auf Rebellmarkt oder von der Zugfahrt nach Frankfurt ist einfach irgendwann langweilig, für mich jedenfalls. Da lese ich lieber Postings über mutierte Octopi. Aber da gehen unsere Interessen im Netz ganz einfach auseinander und das ist vollkommen okay. Dir die Literatur, mir die Mutanten, das passt scho.
Generell hat alles im Netz erstmal seine Berechtigung, egal ob man über Socken oder Games oder Memes bloggt, das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, das Don und Chris behaupten, dass Blogs nicht funkionieren würden und dass die Monetarisierung der Website das Problem ist. Das sehe ich eben komplett anders und ich sehe keine Argumente, die mich überzeugen könnten. Das Argument von Don habe ich oben widerlegt, Chris bringt keine, die man widerlegen müsste.
Dass Blogs kein Markt sind, habe ich schonmal geschrieben und dazu stehe ich nach wie vor, Blogs sind Kommunikation, der Markt kann der Werbemarkt sein. Kann. Du kommunizierst eben: „Schaut mal, wie schön es an diesem See ist, dessen Name mir grade nicht einfällt“, in meinem Fall „Schaut mal, wie schön Matt auf der ganzen Welt rumtanzt“. Der Unterschied liegt klar in der Zweitverwertung, was mir eher wurscht ist. Man kann das kritisieren, aber es gibt eben auch wenige (zu wenige) Blogs in Deutschland, die diese Art der Zweitverwertung betreiben.
Daneben finde ich schon, dass es einen großen Unterschied zwischen dem Privatfernsehen und den Web-Memes gibt. Das Ergebnis mag dasselbe sein (Kreisch, Gacker, Oooooh), aber der Ursprung des einen liegt im Diktat von Marketing, der andere in der Faszination mit Zeugs, dass echten Menschen im echten Leben sauviel bedeutet. Das ist sogar ein gewaltiger Unterschied, wenn ich länger darüber nachdenke. Und an Faszination liegt nichts schlechtes, man könnte quasi sagen: meine Popkultur sind Dein Silberbesteck und Du machst praktisch auch nur Silberbesteck-Zweitverwertung. Was jetzt aber arg korinthenkackerisch ist, zugegeben.
>Blogs wie Deines oder Spreeblick, wenn wir ehrlich sind, doch längst nicht mehr im Wachstum begriffen
Hier kann ich nur für mich sprechen, aber das stimmt in meinem Falle (noch) nicht. Wie ich oben geschrieben habe, haben sich meine Zahlen (gähn, ich weiß) im letzten Jahr verdreifacht (und ich meine damit nicht 2007, sonder Juli 2007 – Juli 2008). Ist einfach so. Das hat eben Gründe meiner Meinung nach und genau die habe ich oben beschrieben.
>das Konzept “Leben” ist etwas anderes als das Konzept weiterdröseln an amerikanischer Popkultur
Das ist ein Punkt, den ich überhaupt nicht verstehe. Popkultur ist ein großer Teil meines Lebens, das Weitergeben von Links zu Popkultur quasi nur konsequent. Ich poste nicht umsonst Links zu Riesenkraken, sondern weil ich mit 6 oder 7 „20000 Meilen unter dem Meer“ gesehen habe und dort eine, tataaa, Riesenkrake ein Schiff überfällt. Die Trennung von Popkultur und Leben, oder besser: Geschmack und Leben, erschließt sich mir nicht. Ich poste hier nichts, weil ich denke, es könnte jemand cool finden, sondern ich poste alles hier in dem Gedanken, dass ich das cool finde. Der Unterschied zwischen literarischen Blogs und Linkblogs ist in meinem Kopf grade wieder etwas kleiner geworden… ;)
“It’s all fun and games
- until someone loses an eye.”
- Mum -
.
Wann fahre ich mit dem Zug? Und es ist der Tegernsee. Postkarten dieses Sees sind ein Markt, die leute schauen sich sowas auch nicht ungern an.
Und dann erzähl doch mal, was Du so verdienst, mit Deinem Blog, und was die Monetarisierung bringt. Dann verstehst Du vermutlich auch, warum da draussen über die meisten “erfolgreichen” Blogs nur gelacht wird, mit einem Pseudopunk als Vermarktungsgott und Erfolgsgeschichten wie aus einem Startup Anno 99. Für das Vermarkten muss erst was da sein, und der faire Preis für Krakenmutantenleserschaft als Werbekunden ist für die allermeisten Kunden realistisch gleich Null. Und der Vertrieb von Mutantenkrakenpuppen ist jetzt auch nicht so die tolle Erfolgsgeschichte. Für Steampunk und zig andere Themen gibt es spitzere Webseiten, in meinen Augen ist Nerdcore sowas wie tagesbegleitende optische Musikberieselung mit dem besten der Star Wars, der Ballerspiele und den neuesten Zombies von heute. Quote? Vielleicht! Attraktives Umfeld? Fahr mal an einen See und atme frische Luft ein.
>Wann fahre ich mit dem Zug?
Ich meinte damit mich.
>der faire Preis für Krakenmutantenleserschaft als Werbekunden ist für die allermeisten Kunden realistisch gleich Null
Reine Spekulation.
>Für Steampunk und zig andere Themen gibt es spitzere Webseiten
Welche hierzulande?
>Attraktives Umfeld?
Ich hab nen See 500 Meter von hier, sogar mit Enten, ich hab’ attraktives Umfeld, danke.
>Dann verstehst Du vermutlich auch, warum da draussen über die meisten “erfolgreichen” Blogs nur gelacht wird, mit einem Pseudopunk als Vermarktungsgott und Erfolgsgeschichten wie aus einem Startup Anno 99.
Nein. Ich kann nicht verstehen, warum man über Menschen lacht, die etwas ausprobieren und das unter Umständen auch geschäftlich aufziehen. Über Punk solltest Du folgendes wissen: Punk ist nicht in erster Linie Musik, sondern die Einstellung, seinen eigenen Scheiß zu machen. In diesem Sinne sind sowohl die Blogbar, als auch das Buch, als auch Spreeblick, als auch Nerdcore, als auch Adnation vor allem eines: Punk.
Das ist dann wohl der Text, der bei Spreeblick gefiltert wurde?
Siehe Johnnys Kommentar #12:
http://www.spreeblick.com/2008/07/18/kunst/
Schoen ihn dann doch lesen zu können.
Don Alphonso ist Journalist? Ahja? Weil er es selber behauptet, um seinen tatsächlichen Broterwerb zu verschleiern? Oder weil er vor Urzeiten mal eine handvoll Artikel in einem jüdischen Nischenblättchen unterbringen konnte, bevor er die Berliner Vertretung abgewickelt hat? Wie lächerlich. Naja, Journalist ist ja keine geschützte Berufsbezeichnung ,)
Wenn man die Probleme der deutschen Blogosphäre unbedingt an einem Punkt festmachen will, dann wohl eher daran, dass das Geschreibsel von Typen wie Don Alphonso, Christian Sickendieck oder auch Turi überhaupt diskutiert wird.
Punk? Das ist dann aber sehr weit gefasst. So weit, dass man auch wirklich den ganz weiten Weg von der Jambaanklage zum PR-Heini und Medienbegleiter gehen kann. Dass die Bild was mit Sido und Sido was mit der Bild macht. Maggie Thatcher war auch Punk, und Helmut Kohl auch.
Ich lache, ich muss lachen über Adnation, Johnny Haeusler, Sascha Lobo, Stefan Niggemeier, MC Winkel und Dich, weil Ihr das beste seid, was in der Hinsicht passieren konnte. Ich lache darüber, weil die diversen Strategien wie beruflich anschwärzen und ausforschen, mit denen manche Beteiligte angetreten sind, die Vorherrschaft zu erringen, so absolut nicht funktioniert haben, auch wenn man sich es andersrum bei Leuten mit insolventen Firmen sparen kann – insofern ist Johnnys oben zur Schau getragene Zurückhaltung ein netter Versuch, mehr aber auch nicht. Wenn die Professionalisierung nicht klappt, liegt das – leider – weniger an mir, als vielmehr an der Unfähigkeit des Vermarktungssystem, seine Notwenigkeit und Bedeutung von Blogs zu vermitteln. Wenn Lobo auf die Sache nicht gleich den Systemkrieg draufgepackt hätte – wir erinnern uns an die erste Re_Publica – hätte es einfacher werden können, aber ich vermute, dass auch das nicht gereicht hätte. Adical kam ein Jahr zu spät, mit den falschen Blogs und zu einem Zeitpunkt, das der Spreeblick-Verlag schon Geschichte war. Da hätte es jemanden gebraucht, der wirklich Vertriebler ist, und nicht nur der Werberkumpel vom Häusler. Und deshalb gehen all Deine schönen Klicks und Nutzerzahlen studivz-mässig den Bach runter, und auch Geschichten wie Opels und Hausboote sind etwas selten geworden. Aber nachdem man nichts anderes hat, klebt man eben am Lobo und beschuldigt die anderen, siehe den Seitenhieb auf mich da oben. Deshalb nennst Du hier auch keine Zahlen, nehme ich mal an. Weil Du solidarisch bist, um es nett zu sagen, oder weil Du keinen anderen kennst, der Kohle ranschafft, um es a la Fixmbr zu formulieren.
Ich glaube, dass mit den Blogs auch hierzulande noch viel kommen wird. Blogs sind hierzulande bemerkenswert frei von Beeinflussung und Medienbegehrlichkeiten geblieben, Aber ich bin mir sicher, dass das Kommende nicht die Leute sind, die heute “den Ton angeben”, nicht die Typen, von denen die Adnation-Pressemitteilung schwafelt. Diese spezifische, berlinzentrische A-Bloggerei und Freunde ist eine Sackgasse. Ich kann nur nochmal empfehlen, diesen Beitrag der FAZ zu lesen. Der zeigt, was falsch ist.
Seltsame Diskussion.. Wenn blogs nicht funktionieren, dann heisst das auf deutsch, dass nicht genug Leute den Kram lesen. Und warum wohl? Weils scheiss langeweilig ist! Was interessiert mich irgend ein ehemaliger Viva-Typ? Was interessiert mich ein Berliner mit ner Meinung? Klar, muss ich auch nicht lesen, würde aber gerne mehr gute Blogs wie nerdcore kennen, wo ein einigermassen klares Profil und einigermassen eingeschränkter content auf mich wartet (is mir aber manchmal auch zu beliebig). Irgendwelche “Meinungen” von Leuten sind doch echt sowas von egal (aber das ist nur meine Meinung ;)
@ ber (24): Nö, das ist Zufall, auch wenn’s sich thematisch teilweise deckt. Da ging’s schwerpunktmäßig um was anderes (was hier allerdings auch in einem Nebensatz erwähnt wird).
Ich stimme René zu, würde aber, das habe ich inzwischen durchs Bloggen gelernt, nicht zu einem anderen Stil und Inhalt finden. Trotzdem beklage ich mich manchmal auch darüber, dass ich zu wenig Besucher habe. Oder — ich gewinne Einsichten, kann sie aber nicht umsetzen.
Sauberer Artikel. Wen interessiert ob Blogs funktionieren? Ich schließ mich da mal dem Voodooschaf (16.) an. Wen man jemanden berührt, ob nun mit Mietzekatzen, Internetmemes, Sturmtruppen oder Zombies, zum Nachdenken bringt ist doch alles super!
Ich muss sagen, Rene du hast Recht mit dem was du schreibst, obwohl es manchmal etwas elitär klingt.
Wenn jemand längere Texte über den letzten Ausflug an die Ostsee schreibt – Bitte! Wenn es nur Einen im Internet gefällt oder nett geschrieben ist.
Wenn so eine Contentanlaufstelle, die so viel unterschiedliche Geschmäcker zusammenbringt, wie deine Seite, dann passt das und du hast das Recht über diesem, ich quatsch mir mal die Seele über Bloggen-funktioniert-nicht heraus, zu stehen. Da kann meinetwegen in Kleibloggersdorf ein Reissack umkippen.
Volle Zustimmung und wenn du hier 3 Mark 80 verdienst, ist das nur gerecht.
(Ich hab verdammt viel Recht geschrieben :-) vielleicht sollte ich Rechtsanwalt werden, ich weiß ja immernoch nicht wo es hingeht :-) oder mit dem Schreiben geldverdienen :-))
Und vielleicht solltest du mal Don Alphonso sagen was du verdienst, er fragt ganz schön vehement nach…
Ja, und erzähl ihm auch von den Groupies und dem Frei-Döner jeden Tag.
Ich find’ das richtig lustig. Besonders der schnelle Junge aus Hamburg hat es mir angetan. Andere blöd anmachen, und dann deren Trackbacks und Kommentare rauslöschen. Anderen ein paar Werbebanner vorhalten, aber selbst mit einer 2 Euro/min Telefonnummer im Impressum durchs Leben gondeln.
Andere anpinkeln wollen, aber selber mit einem riesigen Pissfleck strammstehen.
Wenn es die Heuchelei nicht schon immer gegeben hätte, für die Blogger hätte man sie erfinden müssen.
Oh, schon wieder Sommerloch?
Die Inhalte hier auf Nerdcore finde ich teilweise recht interessant (die ganzen Zombie, Horror u. Starwas Geschichten interessieren mich jedoch nicht so…).
Von der Werbung bekomme ich “leider” gar nichts mit. Da ich den Firefox mit der Erweiterung (dort die Liste von dr.evil abonniert) verwende, demnach fällt es mir schwer auf irgendwelche Werbebanner klicken, weil ich sie nicht sehe.
So sieht auch die heise Seite sehr viel übersichtlicher aus.
Also echt sorry, dass du über mich kein Geld verdienen kannst, weil ich einfach keine Banner sehe und darauf mich verklicken könnt. Mir also komplett egal ob hier in Zukunft noch mehr Banner zu sehen sind. Mir geht es (das hattest du oben auch schon angedeutet) um Inhalt (Content waren deine Worte). Ich komm trotzdem auch weiterhin (fast) jeden Tag vorbei…
Monetarisierung hin oder her. Klar – Traffic kostet Geld und ich denk mal die A-Blogger wundern sich jedesmal, wenn der Hoster plötzlich herummault, daß die 50 Gbyte-Grenze gesprengt wurde aber ich glaub auch, daß Blogging in erster Linie Spaß bedeutet. Keiner gründet ein Blog, um damit reich zu werden. Und die, die es tun, versagen sofort, weil der Leser nicht blöd ist und das sofort merkt.
Meine Lesegewohnheiten haben sich im Lauf der Jahre geändert. Früher war Shopblogger meine erste Adresse, dann hab ich irgendwann gemerkt, daß mich das einfach nicht mehr vom Hocker haut. Jetzt les ich Bildblog (ich mag die Zeitung halt nicht), den Niggemeier (allerdings nicht unbedingt alles, er schreibt mir manchmal zu “professionell journalistisch”) und dann eben auch Nerdcore.
Im Großen und ganzen ist es aber so, daß ich diverse Blogs lese, weil ich dort “Freunde” gefunden hab. Sei es nun Station57 – mit Jenny hab ich ne Zeitlang viel über ICQ geschrieben oder Zentrale der Macht, dessen Inhaber ein alter Schulfreund von mir ist.
Das schöne ist, daß man so auf Myspace verzichen kann. Die haben alle ihren eigenen Webspace :)
Ach Rene, du überschätzt dich leider maßlos selbst. Und pisst wieder mal sogenannte “Bekannte” an, die man ja “privat kennt und schätzt”. Wie damals Malcolm, weißte noch? Was ist eigentlich los mit dir?!
Du erbringst doch null Eigenleistung, hast keinen Original-Content. Hier stand mal, dass man im Grunde Nerdcore nicht abonnieren muss, wenn man die üblichen Verdächtigen englischsprachigen Blogs im Reader hat. Denk mal drüber nach. Alle anderen machen das auch so. Aber die geben damit nicht so schrecklich an.
Hin und wieder mal (sehr selten) einen halbgaren Text übers Duschen, Kacken, Frauen auf den Arsch glotzen oder was zusammenkopiertes zum Thema Copyright. Und dann wieder Zombies und Star Wars. Kopiert von anderen Blogs. Thematisch lässt sich Nerdcore so eingrenzen. Funktioniert halt, und du bist schon relativ lange dabei, wodurch sich der “Erfolg” dieses Blogs erklären lässt.
Nerdcore ist ein Selbstläufer meiner Meinung nach.
Ich glaub ich such mir lieber wieder ein paar Star Wars Bilder und ein paar Mädls in Stormtrooper Uniformen….
Ich denke es fehlt den Leuten in Deutschland einfach die Zeit “so” zu bloggen, wie es viele der Amerikaner tun. Wer einem Beruf nachgeht oder studiert, kann sowohl in der Frequenz als auch in der Qualität nur schwer mithalten. Ich bedaure selber, dass mein Blog in manchen Wochen zur Linkschleuder verkommt und für wirklich schöne Beiträge die Zeit fehlt.
Die Situation in den USA ist meiner Ansicht aus folgenden Gründen besser:
1. Bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft bloggen und schaffen Aufmerksamkeit für junge Blogs mit “relevanten” Inhalten. Die Autoren dieser Blogs werden entweder dafür bezahlt (von Zeitungen vgl. NY Times) oder profitieren indirekt (Verkauf von Büchern steigt an). Hinzu kommt, dass es sich z.T. um tatsächliche Neuigkeiten handelt, während man in Deutschland allenfalls mal (selbst mitproduzierte) Skandälchen kreisen lässt.
2. Es gibt große “Internetzeitungen”, die Nutzern mit weniger Zeit einen guten Überblick verschaffen und auf diese Weise die Aufmerksamkeit elegant streuen (auch damit lässt sich Geld verdienen).In Deutschland gibt es Rivva, das allerdings eher in die Tendenz Linkschleuder geht und niemanden länger hält.
3. Die potenzielle Reichweite ist durch englische Beiträge von Anfang an höher, was die Frustration v.a. bei Spartenbloggern nicht so sehr ausreifen lässt.
4. Es steckt mehr Organisation dahinter, da es wahrnehmbare Gruppendynamiken hinter Blogs gibt.
Während 1-3 vermutlich von alleine kommen muss, halte ich den letzten Punkt für eine gute Ansatzmöglichkeit.
Vielleicht sollten wir uns im Longtail einfach mehr zusammentun und zumindest ein bisschen Schülerzeitung spielen.
Zwar verliert man so ein Stück Freiheit und muss sich koordinieren, aber man gewinnt insgesamt, da man in Durststrecken nicht gezwungen ist Mittelmäßiges zu posten, nur um die erschriebenen Nutzerzahlen zu halten.
Rene,
(und im neuen Spielzeug, dessen Titel bei BoingBoingTV geklaut ist, einen Blogger vom äußerst rechten Rand featuren),
Aber, aber, “Der Servicepionier” kann doch nun wirklich nicht an den “äußerst rechten Rand” abgeschoben werden. ;)
Upps, … Du meinst ja mich … tsstss
Aber zu Deinem Text: Ich kann den meisten Aussagen zustimmen, ob’s Dich nun überrascht oder nicht. Insbesondere eine “Montetarisierung” ist nun wirklich nicht zu beobachten. Ich wüsste auch nicht, was am Geldverdienen mit seinen Inhalten negativ wäre. In der englischsprachigen Blogosphäre ist das völlig normal und da gibt’s ja auch einige unabhängige Blogger, die allein von ihrem Blog leben können.
Allerdings geht Deine Analyse nicht tief genug. Vielleicht überrascht das ja, aber die deutsche “Blogosphäre” existiert ja nicht im luftleeren Raum. Man kann nicht eine tolle Diskussionkultur in dieser erwarten, wenn’s in der Bundesrepublik quasi keine gibt. Wunder bewirkt eben auch das Internet nicht.
Das Problem an der hiesigen Diskussions”kultur”, vor allem wenn’s politisch wird, ist eben, dass nicht wirklich diskutiert wird. Entweder wird simuliert oder man hat homogene Blogs, in denen sich Blogger und Leser gegenseitig auf die Schuter klopfen. Versuche, diese Homogenität aufzubrechen und wirkliche Diskussionen in Gang zu bringen, werden mit Diffamierungen, Beleidigungen, Lügen und sonstigen Unfreundlichkeiten unterbunden. Schließlich möchte man seine “Blogvolksgemeinschaft” ja reinhalten.
Und, Rene, leider bist Du da eben keine Ausnahme. “Name-Calling and Labeling” oder schlicht Diffamierung gehört auch bei Dir zum Handwerkszeug. Mit Deinem völlig sinnfreien, wilden Etikettieren meiner Person als einem “äußerst rechten Rand” zugehörig, hast Du dies bewiesen. Das wird einfach so hingerotzt, ohne wirklich nachzudenken (wenn Du darüber nachgedacht und es trotzdem getan hättest, wäre es natürlich noch schlimmer).
Nun will ich mich von meiner Kritik gar nicht ausnehmen. Viel zu lange habe ich das widerliche, antifreiheitliche Spielchen der Politik mitgespielt, das heißt “wir” gegen “die”, “links” gegen “rechts” und das irgendwann immer in Mord und Totschlag endet. Dabei geht’s darum gar nicht, zumindest mir nicht mehr. Ich will Freiheit, für mich so viel wie für Dich auch, selbst wenn ich den meisten deiner (politischen) Äußerungen nicht zustimmen kann.
Vielleicht lernen die Menschen hierzulande wirklich mal aus der Geschichte und üben gegenseitige Toleranz, einigen sich auf einen freiheitlichen Grundkonsens, der die, wenn auch nur kommunikative, Vernichtung des anderen nicht mehr beinhaltet, statt sich gegenseitig zu beleidigen und sonstigen inhaltlosen Müll an den Kopf zu werfen. Vielleicht …
Naja, wie auch immer … Boa sorte (zur Entspannung).
möchte feststellen, dass sowohl der Rene den Fonsi als auch umgekehrt liest! eine erste annäherung der blog-kulturen?
P.S.: keine ahnung was Rene hiermit verdient oder nicht verdient – es ist mit sicherheit sch… viel arbeit uns daily user in diesem wichtigsten deutschsprachigen blog für unterhaltungskultur permanent so schönen content zu liefern, danke dafür.
Ich persönlich finde ja, dass einfach zu viele diesen ganzen Blogschnulli zu wichtig nehmen. Es sind Blogs und keine Religion. Fertig aus.
Ich lese die, die ich mag und dieses hier ist eines der wenigen “großen” Blogs in Deutschland, das ich mag. Mir ist völlig egal, was Du an Geld hiermit machst, auch wenn mich die Werbung nervt. Ich lese es, weil ich es interessant finde. Nicht mehr, nicht weniger. Ich glaube, dass das Erfolgsrezept (OMG!) von Nerdcore darin liegt einen Haufen Leute mit unterschiedlichsten Themen anzusprechen. Ein Großteil mag für einige auch ein Haufen Schrott sein, so zumindest geht es mir, aber es gibt immer wieder diese Perlen, auf die ich voll abgehen kann. Deshalb bin ich hier gerne.
Ob Blogs “funktionieren” oder eben nicht, geht mir, mit Verlaub, total am Allerwertesten vorbei. Das interessiert mich einfach nicht. Weil ich finde, dass es nicht wichtig ist.
Warum aber versuchen so viele, anderen zu erklären, wie man was besser machen könnte, oder gar sollte? Wenn ich da mal einen Rat brauche, frage ich meine Mutti. Kritik ist eine Sache, das Gefühl zu vermitteln, man habe die Weisheit mit Löffeln gefressen, eine ganz andere. Sowas geht mir schonmal von vornerein auf den Sack und ich meine da nicht Dich.
Aber: deine Interpretation von Punk fährt hier ziemlich gegen die Wand. Das ist mir zu einfach und zu gleichmacherisch! Demnach ist auch Boris Becker punk, oder Mariane und Michael und die sind ganz bestimmt alles mögliche, aber definitiv nicht punk!
Ich finde Bloggen was gutes, ich kann der welt meine gedanken und meine erlebnisse kundtun..und ich bekomme auch feedbacks.
in meinem blog schreibe ich auch oft über themen die in der normalen presse stiefmütterlich oder gar nicht zur sprache kommen.
also ich behaupte, bloggs können was bewegen und funktionieren!
ich habe schon einige infos meinungen und kontakte über das Blog erfahren!!
aber macht euch selber ein bild ich freue mich immer über feedback!!
Rene ich habe dich in mein blogroll aufgenommen, den ich finde das man dein blog lesen sollte..du bist auch in meinem feedreader drinnen!
Ha Ha! Aber es wäre nun wirklich egal, ob Blogs hierzulande funktionieren oder nicht, wenn nicht ein paar Leute ihre Felle davonschwimmen sehen würden. Nerdcore ist ja auch ein bißchen was für die Knaben, die früher am Montagmorgen nach der Otto-Show im Fernsehen nicht abwarten konnten, das Repertoire des Komikers runterzubeten. Das kann man gut finden oder nicht. Mehr geht gar nicht. Mehr Sinn und Zweck braucht es doch gar nicht haben. Ich lese Blogs, die gut geschrieben sind, die können so selbstreferenziell sein wie sie wollen oder Katzen besprechen und wenn da nur 7 Leute im Monat mitlesen, ändert das ja nichts an deren Qualität, die ich für mich feststelle.
Ohne jetzt alle Kommentare gelesen zu haben: was mir bei den deutschsprachigen Blogs auffällt ist, dass sich viel zu viele mit dem Bloggen an sich und der “Blogosphäre” beschäftigen. Das interessiert doch außerhalb der “Kern-Blogosphäre” keinen Menschen! Denkt nicht darüber nach, wie ihr einen Backlink von Robert Basic oder Jörg Kantel kriegen könnt oder wie ihr euch vielleicht durch Kontra-Basic- oder Kontra-Schockwellenreiter-Postings ein “eigenständiges Profil” zulegen könnt. Gebt den Leuten Inhalte, von denen sie profitieren können! Diese ewige Grundsatzherumdiskutiererei macht einen doch verrückt und interessiert Laien nicht die Bohne.
So sieht das aus.
du sprichst mir aus der seele, dankeschön. fast eine lehrbuchreife anleitung zum qualitativen voranschritt der deutschen blogosphäre. doch die diskussion ist schwierig: meiner meinung nach ist die definition von blogs noch nicht ausgereift. wir haben richtige online magazine, fanzines, tagebücher, fotologs, aneinandereihung von bullshit und vieles mehr. über dieses bunte wirrwarr eine diskussion mit hand und fuß zu führen ist fast unmöglich.
meinetwegen können hausfrauen gerne weiter über knut und katzenbilder bloggen, so finden auch sie den weg ins web und für sie mögen es relevante inhalte sein. mehr wirklicher inhalt und keine abgehalfterten, repetitiven newsticker wären trotzdem schön, und das wird auch vermehrt kommen. es dauert nur noch ein weilchen hier.
“Das alles soll wirklich kein Eigenlob sein”. Aber ein Lob hast du verdient. Das ist der erste Blog, den ich über einen längeren Zeitraum verfolge. Und auch wenn mich viele Themen hier nicht unbedingt interessieren, findet sich immer mal was Nettes. Dank den Headlines kann man die auch schnell finden.
@Stephan
Volle Zustimmung. Danke. :-)
@ Stephan @ Marco: Schön, dass wir uns in dieser Sache einig sind. Dieses Posting ist ja auch nur eine Ausnahme und damit Bestätigung der Regel.
@ Marco: Auch wenn ich Dich als Schreiberling am rechten Rand (der Du bist, zumindest sieht das so aus) tituliert habe, sehe ich bei Dir dennoch nicht Hopfen und Malz verloren, dein Glaube an die totale Freiheit ehrt Dich, die Realität der total freien Märke widerlegt Dich jedoch, das gehört aber nicht hierher. Nur so viel: ich freue mich auf die Streitgespräche im Zuge der Bundestagswahl 2009. Wir lesen uns.
ich habe in meinem feed reader unter knapp 150 subscriptions nur sehr wenige deutsche und das sind eigentlich nur die von freunden und deins. alles was in deutschland ‘fachlich’ sein will ist vom content her meiner meinung nach ziemlich uninteressant, in blogzeit gemessen verdammt langsam und somit nicht relevant, egal ob es um musik, technisches oder stylishes geht. (und bevor es mit wilden anschuldigungen losgeht: ich hab auch schon lange aufgegeben neue deutsche blogs zu finden und knicken, les mads und nerdcore sind natürlich ausgenommen, aber das müsstet ihr eigentlich eh wissen.)
und das würde schon alles funktionieren. es macht nur einfach niemand richtig. vielleicht verstehen ja irgendwann mal ein paar mehr (so wie du) worum es geht – so punkte wie kontinuität, zeitnahe postings, originalität anstatt alles nur von ‘den amis’ zu übernehmen und eben auch regionale bezüge, wenn schon auf deutsch geschrieben wird.
und vielleicht liegt es auch daran, dass es zwischen unentspannt wirkendem hirnwichsen und ‘mjam, bei mir gibts heute spaghetti’ posts irgendwie nicht viel gibt. und sorry, die meisten ‘etablierten blogger’ in deutschland sind einfach nur langweilig oder durch ihr permanentes rumgekotze so unsympathisch, dass ich keinen bedarf hab mich über ihren alltag zu informieren. und mit ihrer schreibe alleine halten mich hierzulande auch keine bei der stange. (in usa sieht das anders aus, lese jeden tag wwtdd.com obwohl mich der wirkliche ‘inhalt’ an sich null interessiert.)
mein blog funktioniert übrigens ziemlich gut, obwohl die posts grösstenteils in deutschland gefertigt werden. ist allerdings nicht auf deutsch. war aber auch bewusst so konzipiert.
aber wonach wird denn in deutschland eigentlich mittlerweile der ‘#1′ blogger ermittelt? und wieviele page views/tag kommen da so rum?
Das einzige, was mich in Deutschland nervt ist diese seltsame Eigenart, daß einem ständig jemand versucht zu erklären, daß das was man macht so falsch ist und mans anders machen müsste.
Gerade bei Blogs oder generell im Internet finde ich sind solche Leute, die auf diese seltsame Weise danebenstehen und sagen “Du musst das aber [soundso] machen, um [diesundas] richtig zu tun” besonders seltsam, denn es scheint mir fast, als ob sie glauben, das Internet sei endlich und die Menge der Blogs oder Texte, die man so dort hineinschreiben kann, sei begrenzt.
An diesen Stellen fremdschäme ich mich dann immer ein bisschen, denn Klugscheißen, obwohl man keine Ahnung hat finde ich ist eines der peinlichsten Dinge, die man tun kann.
Das zum Meta, nun zum einzelnen:
Ich glaube ja, daß Mashup-Blogs eine gute Sache sind, denn ich lese zwei drei davon und finde da lustige Sachen. Was wenn ich die richtig verstehe, genau das ist, was die Blogger beabsichtigen. Ich glaube auch, daß Werbung erstmal nichts an und für sich böses ist. Wäre beides anders, würde man Nerdcore nicht lesen, egal wie sehr andere dagegen anschreiben. Da sprechen die Zahlen die richtige Sprache.
Was ich nicht glaube: Daß es die Zahlen sind, die den “Erfolg” eines Blogs bestimmen. Ich selbst hatte in den letzten 7 Jahren rund zehn mal Themen, bei denen mir eine gewisse Reichweite wichtig war. Die hab ich dann entsprechend ernsthaft behandelt, die entsprechenden Artikel sind immer noch die meist gelesenen. Ist mein Blog somit erfolgreich? Wenn ich Erfolg so sähe, daß mein Blog generell die Zahlen hätte, die diese zehn Artikel haben, dann würde ich sagen: Nö. Ich kann ja offenbar die Leute nicht “halten” oder “binden”, wie man das so schön sagt. Aber: Ich sage jedem, der mich fragt, trotzdem “Ja, mein Blog ist sehr erfolgreich.”, denn es funktioniert genau so, wie ich mir das gewünscht habe, meine Vorstellung von Erfolg für mein Blog hat sich nämlich erfüllt.
Will sagen: Der Unterschied zwischen jedem einzelnen Blogger ist nicht nur in dem zu suchen, wie er schreibt, sondern auch warum er schreibt und was er erreichen will. Was “Erfolg” ist, sieht jeder anders, ist viel zu individuell und kann daher keine objektive Messgröße bieten. Der eine will viele Klicks, der andere möchte nur von einer ganz bestimmten Randgruppe wahrgenommen werden, andere bloggen, um Schreibroutine zu bekommen, wieder andere, weil Sie sich in einer dieser vielen interessanten Blogger-Subkulturen wohl fühlen. Eines meiner Kriterien von Anfang an war es, möglichst lange dabei zu bleiben – ich liebe es, daß man inzwischen fast sieben Jahre kontinuierlich durchlesen kann. Und und und.
Der jeweilige Erfolg für jede Bloggerin und jeden Blogger ist dann erreicht, wenn sie oder er es schafft, die eigene Definition von Erfolg zu erfüllen.
Und wenn ich einen Nagel in die Wand hauen will und einer diese typischen Nebensteher mit den Händen in den Taschen neben mir steht und sagt, ich halte den Hammer aber doof und müsste ihn soundso halten, mein Erfolg aber nicht in “Nagel ist in Wand” besteht sondern in “ich will selbst rausfinden, wie ichs am besten hinbekomme”, dann hat – wie fast immer – er es nicht verstanden, worums geht. Nicht ich.
Teils gebe ich dir absolut Recht, teils ist aber schon mancher Unsinn dabei. Es gibt z.B. genügend Blogs, die ständig wie ein dummes Echo Videos, Bilder oder Musik posten, die gerade durch die Blogosphäre treiben. Oh, Soko singt ein Liedchen über den Mord an derjenigen, die ihr den Typen ausgespannt hat. Zack: 20 Blogs in meinem Feedreader bellen die Info gleich weiter. Oh, ein Standbild von einem YouTube-Video, wie man einen Idioten verwirren kann. Haha, lustig, zack: 20 Blogs in meinem Feedreader schreiben genau darüber einen Eintrag.
Das ist langweilig, das ist unpersönlich und das ist unoriginell. Da lese ich lieber Blogs von Menschen, die gut schreiben können, die was Originelles zu erzählen haben, die ihr eigenes Ding durchziehen. Denn Leute, die ständig nur nachrufen, was die ganze Blogosphäre sowieso schon seit Tagen weiß, sind einfach langweilig und haben nichts anderes zu erzählen.
I did it for teh lulz!
Moin Rene, nun weiß ich warum Don so etwas abgelassen hat, heute zufällig mal in den Spiegel geschaut? Nein nicht das flache Dinge im Badezimmer, sondern das Schmierblatt am Kiosk. ;)
Zum Gröhlen finde ich, dass heute einige Blogs, die sich damit auseinandersetzen, technisch nicht “funktionieren”. Die sind nicht erreichbar, die funktionieren nicht.
Nun auch online. Here we go:
Die Beta-Blogger
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html
@ marc: der artikel ist lustig. ich wollte ihn auch grad hier posten. auch lustig, dass ja im zuge der diskussion erwähnt wurde “traditionelle medien klauen themen aus den blogs” ;)
der artikel schießt sich doch mitten drin und am ende selbst ins bein?! keine enthüllungen in blogs? sehe ich anders. die enthüllungen werde in dtl nur schnell unter verschwörung abgetan. wenn man einen blog wie spiegelfechter verurteilt, statt sich damit wirklich auseinanderzusetzen, so ist die “journalie” keinen deut besser als die von ihr belächelten blogs.
der artikel ist ja mehr braten im eigenen saft als blogger, die übers bloggen diskutieren. da gehts doch gar nicht um bloggen, sondern nur darum, daß ein paar nichtblogger-journalisten neidisch auf blogger-journalisten sind und darum mit der fuchs und trauben argumentation angequengelt kommen.
die altbekannten beißreflexe, lustigerweise vor allem gegen zunftkollegen und am schluß mit der wikipedia auch noch gegen amateure. laaangweilig.
hi hi, wollte eigendlich mal schauen was passiert wenn man spiegel und blogs in die suchmaschine eingibt (beim time magazin führte der erste eintrag zu den blogs des tm), fand natürlich kein spiegel blog, aber an sechster stelle war dieser link: http://www.blogbar.de/archiv/2005/03/05/scoop-der-woche-spiegel-nimmt-bei-wikipedia-sogar-die-kommafehler/
ich sach mal, so arbeiten profis…
nachtrag, habe mir den speigelartikel mal durchgelesen. ich finde ihn ganz schön tendenziös. die herren haben ja fast nichts eigenes geschrieben sondern nur aus anderen blogs(!) zitiert. beim verweis auf die führenden amerikanischen blogs möchte man sagen – “dann nennt doch mal von den 10.000 blogs die die meinung führen wenigsten 100 namen (bzw. links)”. können sie natürlich nicht, stand ja bei den anderen, zitierten blogs auch nicht drin. also ganz schön viel heiße luft. aus langer weile habe ich mir die auflage des spiegel angeschaut. in deutschland werden ca. 800.000 exemplare in jeder woche verkauft, im rest der welt ca. 90.000 (davon östereich / schweiz zusammen 30.000) usa ca. 3.000 stück. soweit nicht schlecht, aber – das time europe (auflage 500.000) verkauft in deutschland allein wöchentlich 100.000 exemplare(!). the economist (auflage wöchentlich 1,3 mio) verkauft 4/5 seiner auflage außerhalb von uk – respekt. die verkauften exemplare in deutschland waren auf die schnelle nicht zu erfahren, aber ich schätze es werden auch so 100.000 sein. was ich damit sagen will, wenn etwas im time oder economist steht lohnt es sich vielleicht darüber nachzudenken, aber bei einer zeitung, deren verbreitung sich hauptsächlich auf ein land beschränkt, naja – da sind die themen halt sehr lokal.
die links schenke ich mir mal, steht ja alle im netz.
Was heißt denn eigentlich, das Blogs “nicht funktionieren”?
Wenn jemand mit Spaß am Gärtnern seine Blümchen in seinem Blog herumzeigt, und einen oder fünf Leute findet, die seine Blümchen gerne mit den eigenen vergleichen, dann ist für denjenigen Menschen doch möglicherweise die Funktion des Blogs schon erfüllt!
Wie kann man da von außen hergehen und demjenigen vorwerfen, er habe einen Blog, der nicht funktioniert?
Viele verschiedene Menschen mit Blog haben viele verschiedene Interessen und der Blog erfüllt für jeden eine andere Funktion.
Mich interessiert längst nicht alles – dann lese ich es eben nicht und gehe ein Häuschen weiter. Mein Zeugs mag auch nicht jeder – na und? Die Leute, die mein Zeugs gern lesen, tun es, wer nicht, der lässt es eben.
Manche möchten über den Blog ein bisschen oder viel Geld verdienen, manche aber auch nicht, na und?
Volkes Stimme ist kein Chor, sondern eine Kakophonie – zum Glück.