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Night of the living Tageszeitung und die doofe Jugend von heute

Die Leute sagen ja immer, die Jugend würde nicht mehr lesen. Pardon: die Jugend liest nicht mehr genug Gedrucktes. Oh, nochmal sorry: die Jugend liest nicht mehr genug Gedrucktes, außer Harry Potter und Terry Pratchett und Tintenherz und weiß der Geier. Sprich: die Jugend liest nicht mehr genügend Zeitung. Und das sehen Journalisten natürlich nicht gern, zumindest die Journalisten, die medienfixiert schreiben, sprich: Printjournalisten. Und weil alle viel mehr schreiben und lesen als früher, nur eben nicht so, wie das die ehemaligen Gatekeeper gerne hätten, gründen sie einen Verein zur Rettung der Tageszeitung. Don Dahlmann schreibt dazu:

Mag ja sein, dass die 15 bis 30jährigen keine Zeitung mehr lesen, vor allem keine Tageszeitungen. Man könnte sich ja auch mal Gedanken darüber machen, warum die Leute keine Zeitung mehr lesen. Weil sie “WoW” spielen? Sicher – mag sein. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass die Printausgaben mancher Zeitung besonders außerhalb der viereinhalb Großstädte in Deutschland einfach schnarchlangweilig sind und nur noch aus zusammengetackerten dpa Meldungen, Werbung und einem zusammengedampften Lokalteil bestehen. Welcher Jugendliche interessiert sich schon für eine Tageszeitung, mal abgesehen vom Sportteil? Und war das jemals anders?

[...]

Die Gründung einer “Nationale Initiative Printmedien” macht das Elend der deutschen Printmedien und auch der deutschen Politik im Umgang mit dem Internet nur allzu deutlich. Man spürt, dass sich etwas ändert, man merkt, dass etwas passiert, was man nicht versteht, also gründet man einen Verein.

Ich lese seit drei Jahren keine gedruckte Zeitung mehr. Wozu auch? Ich kann jegliche Themen in meinem Feedreader plus Bookmarks von allen, aber auch wirklich allen Seiten beleuchten. Und dann bringt mir ein Haufen totes Holz am nächsten Morgen die staubtrockene Fakten dazu, zusammenkopiert aus einer DPA-Meldung. Wozu sollte ich das kaufen, geschweige denn lesen? Und was interessiert mich der Hasenzüchterverein in Groß-Bieberau? Und was kümmert es den Hasenzüchter, wenn etwas über seinen Hasenzüchterverein in Groß-Bieberau in der Zeitung steht? Der weiß das alles doch schon längst aus dem Vereinsheftchen!

Mit anderen Worten: nicht die Jugend hat ein Problem, sondern die gedruckte Tageszeitung. Und während sich die Süddeutsche wegen des super Vereins wahrscheinlich selbst auf die Schulter klopft, kommt ausgerechnet bei spOnline ein sehr schöner Artikel zum Thema, dessen Kernaussage für mich folgende ist:

Das wahre Problem, und das wissen vermutlich auch die Initiatoren der “Initiative Printpresse”, liegt ganz woanders: Anzeigen auf Papier sind im Augenblick noch deutlich teurer als Anzeigen auf Webseiten. Der Wandel von analog zu digital bringt keine primär gesellschaftliche, sondern eine primär wirtschaftliche Schwierigkeit mit sich: Guter Journalismus ist teuer, und Online-Journalismus rechnet sich zu den derzeitigen Marktpreisen nur in einigen wenigen Fällen. Das ist ein Problem – aber man löst es gewiss nicht, indem man die weglaufende Zielgruppe fortwährend der Dummheit bezichtigt.

Ich habe früher schon gerne und viel gelesen, heute hat sich das nochmal verdoppelt, vielleicht sogar verdreifacht. Dank des Netzes formuliere ich Texte bewusster als zuvor, auch wenn ich dabei Kraftausdrücke benutze. Die setze ich nähmlich auch sehr bewusst ein. Jetzt zum Beispiel: Tageszeitungen sind sowas von gefickt, doh!

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38 Kommentare

  1. Äh vorallem sind sie zu umstänlich uuuuuund zu langsam.

    Wie sagt schon einst Egon Spengler: “Gedrucktes ist tot.”

    1# - evilnerd - 22. April 2008 @ 13:49 Uhr Reply to this comment
  2. print is dead , doh !

    2# - mickey - 22. April 2008 @ 13:52 Uhr Reply to this comment
  3. “Äh vorallem sind sie zu umstänlich uuuuuund zu langsam.”

    Wenn Du Dich absichtlich vertippt hast, ist das der Witz des Tages :-)

    3# - Peppone - 22. April 2008 @ 13:57 Uhr Reply to this comment
  4. Ich möchte auf eine Tageszeitung nicht verzichten müssen. Manchmal zumindest sind die doch ganz parktisch. Im Bus, in der Bahn. Am Bahnhof selber nicht mehr, seitdem der über ein offenes W-LAN verfügt. Solange es das nicht immer und überall verfügbar gibt, lese ich gerne gute und lange Reportagen, die mich kurzweilen. Sowas findet sich öfter mal und hin und wieder übersehe ich die im Reader. Man wird so manchmal auch gezwungen, Dinge zu lesen, die man am Rechner vielleicht nicht lesen würde. Einfach, weil es eine Zeitraum zu überbrücken gilt. Danach freue ich mich dann, dass doch gelesen zu haben.

    Aber es stimmt: Ich kenne keinen Jugendlichen, der freiwillig mehr lesen würde als den Sporteil. Und ich kenne verdammt viele Jugendliche.

    Die Diskussion um Print ist mir egal, werden ja sehen, wo das hinführt…

    4# - Saint - 22. April 2008 @ 14:10 Uhr Reply to this comment
  5. Schau Dir mal das Video zum Amazon-Reader Kindle an…

    http://www.amazon.com/gp/product/B000FI73MA/ref=amb_link_6369712_2?pf_rd_m=ATVPDKIKX0DER&pf_rd_s=center-2&pf_rd_r=0HK09B9BA2YTPFEF273P&pf_rd_t=101&pf_rd_p=386006901&pf_rd_i=507846

    Glaubst Du, in fünf oder zehn Jahren geht es den Tageszeitungen besser als heute?

    5# - René - 22. April 2008 @ 14:16 Uhr Reply to this comment
  6. Üff. Das ist verdammt kuhl!

    Preislich wäre das 400 mal taz kaufen. Das schaff ich in 3 Jahren nicht.

    Nein. Ich glaube nicht, das es denen besser geht als heute. Ich glaube, das auch die ganz einfach in anderen Dimensionen arbeiten werden müssen, um mit der Entwicklung standhalten zu können. Das verbindet sie irgendwie auch mit der Musikindustrie. Ich glaube, dass neue Konzepte her müssen, um eine Tageszeitung für den Leser wichtig zu machen. Wie genau die aussehen sollen weiß ich nicht und es ist mir auch egal.

    6# - Saint - 22. April 2008 @ 14:23 Uhr Reply to this comment
  7. Also ich bin Jugendlicher und lese ab und zu mal ganz gerne in ner Tageszeitung. Ich weiß nicht in wie weit ich eine Ausnahme bin, aber da interessiert mich höchst selten der Sportteil, sondern meist die Bundes- und internationale Politik. Lokalteil meide ich meistens, obwohl er in letzter Zeit ganz interessant hier in SChwerin war, weil er über den Fall Lea-Sophie ganz gut berichtet hat, sowie im Moment eine ziemlich interesannte Diskusstion über unseren OB N. Clausen läuft (der wird hoffentlich am 27.4. abgewählt), außerdem ist seit nem jahr ne Diskussion über die Buga am laufen…die SVZ ist zwar immernoch ein Provinzblatt…aber für die Lektüre beim Toilettegang ist sie perfekt…

    7# - Miko - 22. April 2008 @ 14:28 Uhr Reply to this comment
  8. Stimme dem Artikel vollends zu!
    Spitzenseite übrigens, letzte Woche beim ausgiebigen Zeittotschlagen auf der Arbeit(Praktikum) entdeckt.

    8# - Der Elton - 22. April 2008 @ 14:32 Uhr Reply to this comment
  9. Peppone-na was glaubst Du? Und was hoffe ich?

    9# - evilnerd - 22. April 2008 @ 14:35 Uhr Reply to this comment
  10. Ich laube, dass war absichlich und Du hoffst, damit den Brüller des Tages gelandet zu haben. Hast Du! :-)

    10# - Peppone - 22. April 2008 @ 14:39 Uhr Reply to this comment
  11. Lokalzeitung lese ich nicht, weil die hier (Leipzig) Ihre aktuelle Onlineausgabe nur für Abonennten der Tageszeitung (Papier) freigeben. Aber die fünf anderen Tageszeitungen lese ich ausschließlich im Netz. Die Ordner, in denen ich früher (damals, sozusagen) interessante Artikel aufbewahrte habe ich längst begraben.

    Warum Jugendliche keine Tageszeitungen mehr lesen? Dunno, ist auch egal. Ein Verein wird die gedruckten Zeitung auch nicht retten.

    Nelson Munz, wo bist du wenn man dich braucht.

    11# - ml - 22. April 2008 @ 14:44 Uhr Reply to this comment
  12. Riskant.
    Ich bezweifele stark, dass das Netz momentan in der Lage ist den Verlust von Tageszeitungen aufzufangen. Ich spreche hier nicht von zusammengekleisterten dpa meldungen oder dem täglichen Schmodder der dicken B, sondern von gut recherchierten, bestenfalls investigativen (auslands)- Reportagen wie sich zB nachwievor auf der seite 3 der SZ finden lassen. Die kann man natürlich auch im Netz lesen, aber die Profite für die Journalisten lassen sich da wohl kaum vergleichen.
    Bei allem respekt vor der Informationskraft aller Blogs, es verhält sich da ein bissel wie mit der Wikipedia im Vergleich zu einem klassischen Nachschlagwerk. Sprich: Das wächst noch, das ist umfangreicher, teilweise genauer und sicherlich lebendiger, aber das Artikel über Jedi-Ritter ist halt trotzdem 20mal so groß wie der über die historischen Ritter.
    Ich hoffe das gibt Sinn. Ich würde das gerne noch elaborieren und differenzieren, ab ermeine Pizza ist fertig.

    12# - Frederik - 22. April 2008 @ 14:52 Uhr Reply to this comment
  13. word!

    13# - Hesy - 22. April 2008 @ 15:02 Uhr Reply to this comment
  14. Wie Frederik bezweifel ich, dass das Netz schon bietet, was uns mit den Tageszeitungen verloren gehen würde. Ich bin seit einigen Monaten zufriedener Online-Abonnent der taz: Für 10 Euro im Monat bekomme ich jeden Abend gegen 22 Uhr die taz für den nächsten Tag. Klar, auf die dpa Meldungen kann ich verzichten, aber die Reportagen, Kommentare und Hintergrundinformationen sind die 40 Cent pro Tag allemal wert. Ich halte das für ein Zukunftsmodell: Ich muss nicht für Druck und Papier, das ich gar nicht brauche, zahlen. So kann ich auch mehr für die eigentlichen Inhalte ausgeben: Ein reguläres Abo für 27 Euro / Monat wären für mich als Schüler schlicht unbezahlbar.
    (Nebenbei: Die taz stellt imho sämtliche Artikel kostenlos online. Aber ich finde, wer ein Interesse an einer ausgewogenen und kompetenten Presselandschaft hat, sollte auch bereit sein, dafür zu bezahlen)

    14# - netrus - 22. April 2008 @ 15:16 Uhr Reply to this comment
  15. Aha.

    Ich bin ziemlich jugendlich und lese zur Zeit täglich drei verschiedene gedruckte Tageszeitungen: Die örtliche Rhein-Neckar-Zeitung (aber eigentlich nur sehr grob), die Frankfurter Rundschau sehr ausführlich, im Moment aber weniger, da ich nebenbei ein taz-Probeabo laufen hab, was mir mehr Spaß macht als die meisten Computerspiele.

    Ich liebe Tageszeitungen, ich finde kein anderes Medium hat so viel Stil. Und der einzige Teil den ich überhaupt gar nicht anschaue, ist der Sportteil.

    So, bin ich jetzt eine komische Ausnahme? Ich representiere mit Sicherheit nicht die Mehrheit deutscher Jugendlicher, aber in meinem Freundes- und Bekanntenkreis lesen einige Zeitung. Und ich gehe nicht irgendwo auf den Bergen auf ein Internat, sondern auf ein relativ normales Gymnasium in einer Kleinstadt vor Heidelberg. Ich weiß nicht, vielleicht ist das ja in Hessen, Berlin oder Köln anders.

    Falls es wen interessier, ich bin 17. Jugendlicher geht ja nich, ne?

    /edit nach dem ich netrus Kommentar gelesen habe:
    Nur um Missverständnisse präventiv auszuräumen, die Abos laufen natürlich über meine Elter, die auch Zeitung lesen. Wenn ich nach dem Abitur ausziehe, will ich aber sicher nicht auf ne Tageszeitung verzichten.

    15# - bongokarl - 22. April 2008 @ 15:26 Uhr Reply to this comment
  16. vor einem Jahr habe ich noch regelmäßig die Tageszeitung gelesen und dabei nicht nur den Sportteil. Ich habe meistens die komplete Zeitung in meine Frühstücks und Mittagspause gelesen. Seitdem ich da aber nicht mehr arbeite, hat sich das ganze etwas verschoben. Nun lese ich alles online in verschiedenen Blocks.

    Ich denke der allgemeine Trend geht immer mehr Richtung online. Trotzdem wird es auch in Zukunft immer noch gedrucktes geben, weil es in vielen Lebenslagen einfach viel praktischer ist.

    16# - Impossible - 22. April 2008 @ 16:08 Uhr Reply to this comment
  17. so, ungelogen: damals, nach dem langen bestreiken der bvg, in der berliner ubahnlinie u7:
    ein jugendlicher ca. 17 jahre alt, picaldioutfit, cap so komisch eierkopfmäßig aufgesetzt, zum anderen [im gleichen stil gekleidet, nur ohne cap]: “gut dass die ubahn wieder fährt, jetzt kann ich endlich wieder zeitung lesen” und zeigt mit ausgestreckten arm auf das “berliner fenster” in dem die bz grad ihren “sportteil” in großen lettern präsentiert.

    ich liebe es.

    ach ja, ich bin 20 und hab ne tageszeitung im abo. in der s/ubahn ist ne zeitung eindeutig praktischer als ein laptop…

    17# - lilly - 22. April 2008 @ 16:19 Uhr Reply to this comment
  18. Als ich heute morgen in meiner Freistunde den Artikel auf SpiegelOnline las hab ich mich gefragt wo das Problem denn liegt!? Ich kenne keinen Analphabeten, natürlich gibt es welche aber das Problem liegt einfach darin, dass die Printagenturen ein Problem haben!
    Toller Blog!

    Beste Grüße,

    18# - Chris - 22. April 2008 @ 16:19 Uhr Reply to this comment
  19. ich möchte nicht auf meine tageszeitung verzichten. auf differenzierte reportagen, auf papier das ich überall mit hinnehmen kann, das sehr leicht ist, das keine batterien braucht und das nicht kaputtgehen kann weil es zu kalt ist oder zu heiss oder weil es irgendwo runterfällt. eine zeitung die ich, wenn ich sie ausgelesen habe, in der bahn liegen lassen kann. oder im café. wo ich mir auch mal eine besonders skurile oder lustige oder spannende meldung ausreissen und ins portemonaie stecken kann. die ich zusammenknüllen und für den kamin benutzen kann. oder aufgeschlagen in der küche liegen lassen, damit ich einen artikel zeigen kann. ich möchte am frühstückstisch nicht darauf verzichten im papier zu blättern. so wie ich es aus meiner kindheit kenne. als ich damals die tageszeitung für mich entdeckt habe, wow, das war was. und wie ich mich immer auf die wochenendbeilage gefreut habe, weil da bilder abgedruckt wurden, die von kindern eingesendet wurden. ich möchte nicht auf den morgendlichen plausch mit dem zeitungsmann verzichten.

    dennoch zwei punkte:
    a) jugendliche lesen die zeitung oder nicht. das ist doch vollkommen latte. als wenn sich 15jährige plötzlich durch die sz oder die faz arbeiten würden. so ein quatsch.

    b) der verein ist gruselig. klassisches: was sollen wir denn jetzt machen – gebahren von den hütern der vermeintlichen hochkutur. erinnert mich an die bastian-sick-die-sprache-stirbt-aus-debatte, und die fand ich schon hochgradig zum kotzen. bildungsbürgertumarroganz.

    übrigens: ich habe auch nicht das gefühl, in meiner zeitung zusammengeklatschte dpa-meldungen zu lesen. und beim frühstück im cafe ist die zeitung echt das praktischste. fuck the laptop aufm schoss. da kann kein kaffee drüberlaufen…:)

    19# - nilz - 22. April 2008 @ 16:22 Uhr Reply to this comment
  20. Ich glaube gerade bei diesem Thema muss heftig differenziert werden. Reden wir von den großen Tageszeitungen, sprich FAZ, SZ und Konsorten oder den Lokalblättchen aus den Kleinstädten mit vielleicht 30000 bis mehr oder weniger Einwohnern.

    Dass gewaltige Printausgaben wie eben die der FAZ und so weiter nicht so einfach durch das Internet zu ersetzen sind, ist logisch. Der Reportagenaspekt greift da völlig. Für die Lokalzeitungen sieht es hingegen wirklich schlecht aus. Neben der zusammengekleisterten dpa-Meldungen versuchen diese sich hin und wieder auch an Reportagen, aber bevor ein relativ aufgeklärter Jugendlicher sich die Mühe macht eine Lokalzeitung zu kaufen oder vom Klo zu holen wird er wohl eher zum Thema im Netz recherchieren und entweder nur noch dort lesen oder später eine der größeren Tageszeitungen kaufen. Ich bin selbst gerade mal 18 und bin froh mich nicht jeden Morgen über die Lokalzeitung aufregen zu müssen, weil die Berichterstattung dieser einfach nichts ist. Nichts steht hierbei für flach, undifferenziert und oberflächlich behandelt. Oder natürlich auch gar nicht behandelt, wenn es sich wieder nur um eine kurze dpa-Meldung handelt. Der Lokaljournalismus bzw. lokale Reportagen sind dabei fast noch schlimmer. Jede Veranstaltung wird in den Himmel gelobt, obwohl jeder weiß, das gerade mal 20 Leute da waren und so weiter.

    So sieht es kurzum danach aus, das Lokalprint bald tot ist. Mehr nicht…

    20# - dan - 22. April 2008 @ 16:34 Uhr Reply to this comment
  21. Ich weiss gar nicht was ihr alle habt. Zum tapezieren kann man sich doch so schicke Hütchen damit bauen und den Boden abdecken. Und womit sollen wir dann im Sommer den Grill anstecken, wenn kein Spiritus da ist? Einen E-Book kann ja wohl schlecht da rein werfen. Gotteslästerer!

    21# - Heudi - 22. April 2008 @ 16:41 Uhr Reply to this comment
  22. Also ich muss ehrlich sagen, dass ich im Netz auch eine ganze Menge interessanter Reportagen finde und dann auch noch direkt weiter recherchieren kann. Für den Bus und die Bahn gibt es hier in Frankreich ausserdem so schöne Umsonst-Printmedien jeden morgen und abends auch noch mal. Sicher nicht mit grossen Reportagen, aber die würde ich morgens im us auch nicht lesen wollen, sondern lieber in Ruhe zu Hause.
    Zeitschriften zu sehr bestimmten Themen (Musik, etc.) finde ich da noch wichtiger als Tageszeitungen, obwohl auch die leicht zu ersetzen sind.
    Ich lese Zeitungen noch im Flugzeug, jawoll.

    22# - Der Elton - 22. April 2008 @ 17:21 Uhr Reply to this comment
  23. Don spricht mir aus dem Herzen, abgesehen davon ist Information ja Information, die Qualität bestimmt da, die wird zwar teilweise durch das Medium mitbestimmt (http://en.wikipedia.org/wiki/The_medium_is_the_message), jedoch eben nur zu einem kleinen Teil.

    Gruß Christoph

    23# - Christoph@ LG - 22. April 2008 @ 17:32 Uhr Reply to this comment
  24. Ich möchte auf eine ordentliche Tageszeitung nicht verzichten und auch in Zukunft nicht.

    Ich verstehe aber die Kritik an den Lokalzeitungen. Die aus meiner ehemaligen Heimat hat mich noch nie richtig überzeugt. Damals war meine Zeitungsleserei noch nicht so ausgeprägt wie heute (taz, SZ).

    Solange ich aus einer Handvoll von (subjektiv) guten überregionalen Zeitungen wählen kann bin ich zufrieden.

    24# - Jens - 22. April 2008 @ 18:45 Uhr Reply to this comment
  25. Ohne Tageszeitung? Das wäre für mich undenkbar. Die erste Zeit nach meinem Auszug war es total ungewohnt nicht in den Briefkasten zu greifen und eine Zeitung in der Hand zu halten. Ich liebe es in den ICE zu steigen und mich auf die Neuigkeiten zu freuen. Ich mag die HAZ.

    Und ich mag sogar die kleinen Lokalzeitungen. Kurz und knapp gibt es Veranstaltungstipps für genau diese Woche, die man in den riesen, unübersichtlichen Stadtmagazinen oder im Internet (durch das Überangebot) nicht so gut selektieren kann und nach drei Tagen eh schon wieder vergessen hat.

    Und da ich in letzter Zeit auch viel mit der Presse etc zu tun hatte… Das kleine Sonntagsblatt war die einzige Zeitung, die über eine kleine aber gute Berufsveranstaltung einiger Sportverbänden berichtet hatte.

    25# - Silka - 22. April 2008 @ 18:57 Uhr Reply to this comment
  26. Es gibt einen Grund warum ich keine Tageszeitung lese. Das Format! Absolut ätzend. Wenn das so als A4 Heftchen kommen würde, wäre ich gewillt mehr Tageszeitung zu lesen. So dann doch lieber FAZ.net und Zeit.de!

    26# - goretronic - 22. April 2008 @ 19:19 Uhr Reply to this comment
  27. Tageszeitungen haben keine Existenzberechtigung! Ich finde es vollkommen unangemessen jeden Tag so eine Riesenmenge an Material herzustellen, zu bedrucken und dann ein paar Stunden danach wieder wegzuschmeissen, nur weil der Inhalt sich ändert.

    27# - marcus - 22. April 2008 @ 20:05 Uhr Reply to this comment
  28. Ich wollte gerade loslegen, dass ich jeden Tag Zeitung lesen und das gar nicht verstehen kann, dass jemand ohne auskommt, doch dann: “… mal abgesehen vom Sportteil?!” Es gibt mehr als nur den SPORTTEIL?! WTF?! Ich bestell meine Zeitung sofort ab.

    28# - Bene - 22. April 2008 @ 22:27 Uhr Reply to this comment
  29. ihr seid süß. was glaubt ihr wie viel material täglich verbraucht wird und wie stark die umwelt geschunden wird um die ganzen platinen und den anderen elektrokram herzustellen, mit dessen hilfe wir hier so “umweltfreundlich” auf die bösen printmedien pfeifen können?

    29# - jan - 22. April 2008 @ 22:36 Uhr Reply to this comment
  30. Gut gemachte Tageszeitung sind unheimlich wichtig
    Denn nur dort liest du – auch wegen des zeitlichen Abstands zum Ereignis – bessere NAchrichten als im TV oder im Internet. Und gerade in kleineren Städten ist das Lokalblatt die beste Informationsquelle,

    Das Problem ist aber, dass nicht alle Tageszeitungen spitze sind.

    30# - tobe - 22. April 2008 @ 22:40 Uhr Reply to this comment
  31. @ 26. goretronic

    Die Frankfurter Rundschau gibts mittlerweile im sehr, sehr angenehmen Tabloid-Format, die taz im ebenfalls kleinen Berliner Format. Ne riesige FAZ wäre mir auch zu groß, im Zug erschlag ich beim Blättern den Nebensitzer, am Frühstückstisch seh ich mein Müsli nicht.
    Ich verstehe auch nicht, warum nicht alle großen Zeitungen auf Tabloid oder ähnliches umstellen, wie de FR. Es gibt keine Grüne mehr für Mammut-Formate. (Früher warens ja drucktechnische, die sind aber nicht mehr existent.)

    31# - bongokarl - 22. April 2008 @ 22:40 Uhr Reply to this comment
  32. @bongokarl:
    Aber, überleg mal: Was gäbe es denn für einen Aufschrei, wenn die plötzlich etwas ÄNDERN würden? Kannst du dich noch an die Aufregung um die bunten FAZ-Bilderchen erinnern?

    32# - Bene - 22. April 2008 @ 22:43 Uhr Reply to this comment
  33. Ich hab zumindest für mich in letzter Zeit entdeckt, dass ich durch die Zeitung Inhalte bewusster aufnehme und mich darauf konzentrieren kann. Im Internet wartet an der nächsten Ecke bereits die nächste Ablenkung, der nächste Feed, der nächste Foreneintrag, der nächste Kommentar, oder generell der nächste Input, der ab einer gewissen Grenze eigentlich nur noch überflogen bzw. gar nicht mehr richtig wahrgenommen wird. Ich kann auch wunderbar damit leben, nicht alles sofort präsentiert zu bekommen, wenn dafür die Qualität stimmt.

    Sicher bietet das Internet wesentlich mehr, wo sonst könnte ich mich so umfassend beispielsweise über die US-Wahl informieren als dort? Aber gebündelte, generell interessante Artikel zum Tagesgeschehen nehme ich doch lieber in Papierform auf.

    Und so einen Kindle nehm ich sicher nicht mit aufs Klo!

    33# - Jeriko - 22. April 2008 @ 22:45 Uhr Reply to this comment
  34. Was Hintergrundrecherche und ausführliche Reportagen angeht, hat Print natürlich einen Vorteil gegenüber Online, na klar. Tageszeitungen sind dennoch immer noch vor allem auf Meldungen ausgelegt und da laufen ihnen Onlinemedien ganz klar den Rang ab. Und Zeitungen müssen sich dem anpassen, tun sie aber (noch) nicht. Die gründen lieber lustige Vereine, während die Kundschaft wegrennt. Schlau ist das nicht.

    34# - René - 22. April 2008 @ 22:55 Uhr Reply to this comment
  35. @ Bene:

    Klar, wäre das ein Kulturschock für die gutbürgerliche FAZ-Leserschaft. ;)
    Aber ich mein ja durchaus auch weniger konservative Blätter wie die SZ. Bei der FR wurde die Format-Umstellung auch durchaus mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Aber ein Problem, das ja Tageszeitungen offenbar haben (das ist ja das Thema), ist, dass ihnen neue, junge Leser fehlen. Klar, die FAZ kann auf ewig so bleiben, wie sie ist, die Leserschaft tuts ja auch. Aber wer neue (Alters-/Gesellschafts-)Schichten der Leser erschließen will, muss sich weiterentwickeln.

    35# - bongokarl - 22. April 2008 @ 23:09 Uhr Reply to this comment
  36. Ic brauche ein großes Format. Alleine, um beim Frühstück niemanden sehen zu müssen.

    36# - tobe - 22. April 2008 @ 23:18 Uhr Reply to this comment
  37. @jan:
    ich hab nicht von umweltverschmutzung geredet. :)

    37# - marcus - 23. April 2008 @ 13:50 Uhr Reply to this comment
  38. Es ist ein iPad!
    Die Zeitungen wittern einen neuen Vertriebsweg.
    Das ist ja prima: Alles wird gut…

    Was mich unabhängig von “Print vrs. Online” mal interessiert:
    Will der moderne Digital-Native-Erdenmensch überhaupt noch das, was Zeitung bietet: Vorselektierte, gebündelte Information? Wollen die ganzen Web2.0-ler nicht viel eher SELBST suchen, SELBST zusammenstellen, SELBST finden statt sich mal inspirieren oder überraschen zu lassen?

    Hier zwei sehr interessante Links dazu:

    http://www.3sat.de/mediathek/?obj=16669

    http://rss.feedsportal.com/c/795/f/449042/p/1/s/6f1f44bc/l/0L0Ssueddeutsche0Bde0Cmedien0C5330C50A17840Ctext0C/story01.htm

    38# - Teksterin - 06. Februar 2010 @ 16:03 Uhr Reply to this comment

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