[update] Hier gibt’s ne verschlüsselten Bittorrent-Client, für alle Fälle.
Während die EU gerade erst Frankreichs und Englands Pläne verhagelt hat, Filesharern nach dreimaliger Warnung das Internet dauerhaft zu kappen, hat der Bundestag heute das Auskunftsrecht der Rechteinhaber bei den ISPs durchgewunken. Gleichzeitig wurden zwar Abmahnungen auf 100 Euro gedeckelt (was übrigens von der FDP kritisiert wurde), ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass diese Deckelung an diesen Vorgang gekoppelt ist und somit bei anderen Urheberrechts-Ansprüchen (etwa bei Cockbüchern) nicht greift.
Und überhaupt „Deckelung der Abmahnkosten“: diese soll nämlich nur dann greifen, wenn ein „nicht gewerbliches Ausmaß“ vorliegt. Wie man sich dieses Ausmaß vorstellen muss, sagt Günter Krings von der CDU in aller Deutlichkeit:
Wer etwa ein ganzes Album widerrechtlich zum Download zur Verfügung stelle, müsse so weiterhin ‘tiefer in die Tasche greifen’. (heise)
Man kann sich ausrechnen, wieviele Leute da in den Genuß der Deckelung kommen werden, mal wieder ein Beschluß fernab jeder Realität. Und immer noch behaupte ich, vor allem, da hier explizit nicht auf Daten der Vorratsdatenspeicherung zugegriffen werden darf, zwischen diesen und den ohnehin kurzfristig gespeicherten Daten technisch kein Unterschied besteht, dass dieser Beschluss nicht verfassungsgemäß ist.
Während sich sogar bei der Content-Industrie mittlerweile der Gedanke durchsetzt, dass man dem Internetz und seinen naturgemäß dem Urheberrecht entgegengestellten technischen Möglichkeiten auf die herkömmliche Weise nicht beikommt und deshalb langsam aber sicher eine Kulturflatrate ins Auge fasst (zumindest overseas), schwenkt unsere Politik voll auf die Linie der Entertainment-Lobby, verschärft Gesetze wo sie nur kann und kackt dabei einen großen Haufen auf Datenschutz und das jüngst noch vom Bundesverfassungsgericht beschlossenen neuen Info-Grundrecht.
Ich geh mir dann mal nen verschlüsselten Bittorrent-Client besorgen, obwohl ich mir aufgrund meines Musik-Geschmacks ohnehin nur wenig Sorgen machen müsste. Als ob ich in die Hundehaufen der Content-Lobby reinlatschen müsste.





Frag mich wie lange mir auf die ersten Verfassungsklagen deswegen warten müssen :-)
Ich hab zwar wenig bis garnichts mit illegalem Filesharing am Hut, aber ich würde dir, René, einfach und ganz unverbindlich diesen Text hier empfehlen:
http://lifehacker.com/372633/protect-your-privacy-when-downloading
Der erklärt recht gut, wie man seine Privatsphäre in Filesharingnetzen schützt. Etwa wenn man, wie ich, die neuste Version von Ubuntu und Kubuntu saugt.
Gilt das “nur” für das Anbieten oder auch für das runterladen?
Wie gut, dass ich meine Musik im Laden oder bei iTunes kaufe.
Ich stimme Dir aber zu, René: Aus der Sicht des Datenschutzes ist das äußerst fragwürdig.
…und das solche Gesetze reine Lobby-Arbeit sind und sich gegen jeden Fortschritt stellen, steht ja sowieso außer Frage.
@ Salat: Gute Frage, Heise suggeriert, dass es “nur” die Uploader erwischt, der zweite Korb Urheberrecht sagt da aber was anderes.. im Zweifel gehe ich davon aus, dass auch die Runterlader abgefragt werden können…
Der “verschlüsselte Bittorrent-Client” bringt dir mit Verlaub in dieser Hinsicht gar nichts. Er verschlüsselt nur die Kommunikation zwischen zwei Peers um ISPs das D rosseln zu erschweren. Da die MI als Peer auftritt wenn sie deine IP abgreift, hilft das wie gesagt nicht.
Ah, danke für die Info… dann eben doch Proxys…
Hier mal ein Artikel
der dass einigermaßen verständlich erklärt (find ich). Ist aber trotzdem nicht ganz einfach.
EU? Frankreich? England? Wo gibt es dazu was zu lesen? Das habe ich nicht mitbekommen.
Gibt es Dieter Thomas Kuhn eigenlich noch? *wunder*