General Robots

What about the Artist? vs Musikblogs retten die Musikindustrie

Ich sollte bei all den Artikeln und Postings über den Niedergang der Musik-Industrie mal eines vorausschicken: ich finde es durchaus bedauernswert, dass eine Industrie, die einmal als die kreativste aller Industrien galt, grade die Grätsche macht. Wobei man an dieser Grätsche durchaus Zweifel haben kann, wenn man bedenkt, dass die Einnahmen aus Konzerten, Merchandising und Lizenzierungen steigen (Link dazu müsste ich, bei Bedarf, raussuchen). Dennoch: sie haben die technologische Entwicklung verschlafen und dann zu behäbig in der digitalen Welt reagiert und genau das ist das schlimme: sie haben reagiert – nicht agiert. Reagiert haben sie mit unbrauchbaren Angeboten und Abmahnungen, was ihnen einen noch schlimmeren Ruf als Versicherungen eingehandelt hat. Und das will mal wirklich was heißen. Jedenfalls:

Herr Shhhh hat einen interessanten Text über den Niedergang der Musik-Industrie am Start und stellt da ein paar durchaus berechtigte Fragen, auf die ich vielleicht die ein oder andere Antowrt parat habe. Zunächst mal die zwei Meldungen, an denen er den Artikel aufhängt:

1. 48% aller Teenager (in den Staaten) haben 2007 genau Null CDs gekauft.
2. Der EMI-Chef höchstselbst erklärt Musik1.0 für tot.

Herr Shhhh meint nicht ganz zu Unrecht dazu:

Natürlich könnte man jetzt den ganzen Tag damit verbringen, Unbekannte bei myspace zu adden, Foren und Blogs zu spammen, das Internet unsicher zu machen. Unabhängig von dem nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand, der hinter der Selbstpromo steckt (alles schon erlebt), der einem quasi den Broterwerb kosten würde, stellt sich dann jedoch die Frage, was danach kommt. Fans, schön und gut, aber die Rechnung geht auch 2008 noch nicht auf. Denn obwohl ja alles so super trendy 2.0 im Umbruch ist, zählt auch 2008 immer noch die eine kleine Formel, die dem Newcomer in Deutschland (wohlgemerkt) – sofern er nicht seine Seele an einen A&R verkauft – den Strich durch die Rechnung macht: Ohne Label, kein Vertrieb. Ohne Vertrieb, keine Veröffentlichung (egal wo, ob CD oder Itunes). Ohne Veröffentlichung, kein Konzert. Ohne Konzert, keine Fans. As simple as that.

Stellt sich also die Frage: Was macht man 2008, wenn man Musik macht, die vielleicht nicht nur für den Proberaum und den kleinen Club um die Ecke bestimmt ist?

[...]

Stellt sich mir also die Frage bei dem ganzen Gelächter über die Musik-Industrie: Hat eigentlich mal irgendjemand darüber nachgedacht, was mit den Künstlern ist? Ich mein, ok, das hat die Industrie auch nicht interessiert, aber die ganzen Experten, die sich im Moment darüber freuen, dass es endlich bergab geht, von denen würd ich dann schon mal gerne wissen, wie die sich das vorgestellt haben…

Okay, dann also hier jetzt, wie ich mir das so vorgestellt habe:

Ich stelle die Gleichung „Ohne Label, kein Vertrieb“ gleich mal in Frage. Warum soll das so sein? iTunes bietet die Möglichkeit, eigene Tracks in den Store einzustellen, es werden Tools entwickelt, die das und die CD-Pressung gleich mit übernehmen und einen eigenen Shop bereitstellen:

TuneCore, an inexpensive way for artists to distribute their music through iTunes and other stores, says it will branch out into physical CD distribution on April 1, giving artists another way to hawk tunes.
[...]
Bands will manufacture their own CDs (discount available), set their own prices, and design their own cover art and liner notes. At some point, there will also be an option to pay for CD manufacture with digital revenue. TuneCore will process the orders and ship the CDs, giving 100 percent of sales revenue to the artist. (Wired)

Die HypeMachine scrobbelt mittlerweile Songs an LastFM, wo man mit einem Klick Tracks kaufen (und mit zwei Klicks auch für lau runterladen kann, ich weiß). Auch QTrax, dieses legale P2P-Modell habe ich noch nicht ganz abgeschrieben. Erst gestern hat sich Allen Klepfisz von QTrax zum Desaster von der Midem geäußert. Natürlich: bekannt wird eine Band davon noch lange nicht.

Wir reden hier von Bands unterer bis mittlerer Preisklasse: überschaubarer Fankreis, grade dabei überregional bekannt zu werden, mit dem Potential ein mittlerer bis richtiger Burner zu werden. Wie mache ich sowas also bekannt, wenn die Majors mittlerweile, wie er schreibt, solchen Bands die Tür vor der Nase zuknallen und nur noch auf Tokio Hotel-Klone setzen? Die Selbstpromotion über MySpace und Blogs reicht hier derzeit bei weitem nicht aus, wenn man mehr vorhat. Das ist klar, zumindest im Moment. Das klappt im Ausnahmefall, aber nicht für die Nischenband und das ist ein Problem, in der Tat.

Dazu muss man sich klar machen, dass die ganzen Strukturen grade erst herauswachsen. Musikblogs, die Nischenmusik vorstellen und promoten erreichen mittlerweile zusammengenommen eine relativ große Leserschaft, die Generation, die beim Durchstarten der Netzes 1996 eingeschult wurde, wird dieses Jahr grade mal volljährig. Der Medienwandel hin zum Netz ist zwar im vollen Gange, doch wir erleben davon grade mal den Anfang, das muss man sich immer wieder bewusst machen.

Ich schätze mal, das läuft irgendwann auf eine Mixtur aus MySpace, LastFM und die Hype-Machine in Kombination mit iTunes und dem Amazon-MP3-Store hinaus, die Promotion für Alben und Tracks läuft über tausende mehr oder weniger große Musikblogs (siehe auch Andreas: Musikblogs retten die Musikindustrie), die eben auch musikalische Nischen besetzen können, den non-physischen Vertrieb der Bands, die dort nach oben geschwemmt werden, übernimmt Apple und Amazon, bei Erfolg gibt es ein zusätzliches physisches Signing bei einem der Majors.

Das alles klingt noch sehr diffus und man wird einfach sehen müssen, was bleibt, wenn sich der Staub gelegt hat. Eines ist jedoch mehr als sicher: das Geschäftsmodell des physischen Tonträgervertriebs hat sich in Zukunft als Massenmarkt erledigt und der Vertrieb digitaler Files erfordert ein komplett anderes, weitaus ausdifferenziertes Promotionsmodell, bei dem der Vertrieb der Songs nur einen Bruchteil des Komplettpakets darstellen kann. Für kleine Bands und Labels ist diese Zeit des Umbruchs wahrscheinlich am schwersten, die Majors haben immer noch einen netten Speckgürtel aus den Neunzigern, mit dem sie überleben können. Und große Künstler wie Radiohead oder NIN haben eine ausreichende Fanbase, um notfalls den Vertrieb auch alleine zu stemmen (wie Radiohead 2007 und NIN heute bewiesen haben). Kleine bis mittlere Labels und Bands könnten in diesen Zeiten der Copyright-Wars tatsächlich zwischen den Fronten zerrieben werden.

Deshalb müssen die Labels lieber gestern als heute den Kopf aus dem Sand ziehen (haben sie ja schon längst), neue Technologien adaptieren und endlich einen Weg finden, die P2P-Netze zu monetarisieren, die schon längst der größte Vertriebskanal für Musik geworden sind, ohne dass die auf die Idee kämen, diese funktionierende und etablierte digitale Infrastruktur zu nutzen. Sie könnten sich mit den ISPs auf eine Kulturflatrate einigen, die den Labels genug Geld in die Kassen spülen könnte, um sich wieder auf die Entdeckung und die Promotion neuer Künstler zu konzentrieren. Womit sich die Eingangs gestellte Frage von Herrn Shhhh dann auch gleich mit erledigt hätte.

So, ungefähr, könnte ich mir das alles vorstellen und vielleicht kann man diesen Artikel ganz gut mit einem Zitat von Maria Egan-Cohen, A&R von Columbia Records, zusammenfassen:

The labels used to be successful because they were a monopoly. The exciting thing, not necessarily for us but for everybody else, is that there are other options now. (Wired)

Das Problem frei verfügbarer Kultur im Netz greift natürlich noch viel weiter als Musik, nur dass die Musikindustrie quasi die erste war, die die volle Wucht dieser digitalen Revolution abbekommen hat. Die nächste wird die Filmindustrie sein und wenn eReader endlich vernünftig zu bedienen sind und nicht so unheimlich dämlich aussehen, wie Amazons Kindle, wird sich auch der Literatur-Markt auf einiges gefasst machen müssen. Denn mit digitalen Inhalten lässt sich kein Geld verdienen, zumindest nicht mit dem direkten Verkauf dieser Inhalte an den Rezipienten.

Once a marketing gimmick, free has emerged as a full-fledged economy. Offering free music proved successful for Radiohead, Trent Reznor of Nine Inch Nails, and a swarm of other bands on MySpace that grasped the audience-building merits of zero. The fastest-growing parts of the gaming industry are ad-supported casual games online and free-to-try massively multiplayer online games. Virtually everything Google does is free to consumers, from Gmail to Picasa to GOOG-411.

The rise of “freeconomics” is being driven by the underlying technologies that power the Web. Just as Moore’s law dictates that a unit of processing power halves in price every 18 months, the price of bandwidth and storage is dropping even faster. Which is to say, the trend lines that determine the cost of doing business online all point the same way: to zero.

(Wired: „Free! Why $0.00 Is the Future of Business“)

Ein Kumpel meinte diesbezüglich neulich, dass wäre extrem unfair, weil man dem Händler quasi den Preis diktieren würde. Das sei genauso, wie wenn ich zum Autohändler ginge und dem erzählen würde: „Ich nehm das Auto, aber nur für 0 Euro“. Allein, ich gehe nicht zum Händler, sondern das Auto ist an jeder Ecke frei verfügbar, überall steht es da, fahrbereit mit vollem Tank. Weil das das Wesen der Netzes ist: die Kopie.

Fortsetzung folgt. Garantiert.

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24 Kommentare

  1. Das Ding ist ja, dass die meisten Jungs aus dem Metier (ich red jetzt mal von den Musikern und Labelkindern) noch nicht mal Itunes ans Laufen kriegen. Last.fm, Hypemachine, etc, alles schön und gut, und in anderen Ländern läuft das ja auch ganz hübsch (die jüngste amerikanische Indie-Welle zeigt’s ja, Vampire Weekend, etc, ohne Internetz wär das ja nix.). Aber ich seh das hier im Hinterwald nicht, wo der Indie-Label-Betreiber mich blöd anguckt, wenn ich das Wort rapidshare in den Mund nehme, weil er denkt, das hätte was mit Hasenteilung zu tun. Mein Text war sogesehen auch eher auf die Situation hierzulande bezogen, wo die Musikblogs eigentlich ja nur das adaptieren, was über’m Teich bei Brooklynvegan und co. oder sonstwo gehypt wird, aber unter’m Strich kaum einer wahrnimmt, was hier so vor der Tür passiert. Dazu ist das deutsche Webzwonull meiner Meinung nach noch viel zu unselbstständig und vor allem unsicher, und dazu sind die werten Musikbetreibenden (Labelkinder mit eingeschlossen) hierzulande einfach noch zu provinziell im Kopf. Es fühlt sich zumindest so an. Kann natürlich auch sein, dass das irgendwann ähnlich wie damals bei den ersten Weblogs wächst und gedeiht, aber dazu müsste ja auch Aufklärungsarbeit betrieben werden. Von wem kommt die? Von den Überbleiseln der Industrie? Ich weiß es nicht. Ich sehe aber im Moment auch keine Ansätze oder Lösungen, die die Sache zumindest für die Musikmachenden vorwärts bringen könnte…

    Am Rande: Von der 2nd Rec-Aktion mit den verscghenkten CDs inklusive Überweisungsträger hat man ja auch nie wieder was gehört. Sogesehen ist die pay as you like-Geschichte auch eher nur was für Leute, die sich das leisten können.

    Und die Kulturflatrate scheint mir persönlich zwar eine gute Idee, aber wie will man das denn bitte umsetzen, ohne am Schluß nicht wieder bei “Verwertern” zu landen, die das Geld nur an die Verteilen, bei denen es sich lohnt…

    1# - Shhhh - 03. März 2008 @ 23:03 Uhr Reply to this comment
  2. Was ich nicht verstehe:
    Ich liebe den DIY-Gedanken. Punk und HC haben es vorgemacht.
    Ich spiele in zwei Ska-Punk Bands, und wir organisieren alles selber. Na klar, wir wollen gar nicht groß rauskommen und damit Geld verdienen, aber heutzutage ist Aufnehmen (relativ gesehen) so leicht geworden. Und in dieser Szene ist der Zusammenhalt immerhin noch etwas da. Heisst wenn ich ein Konzert organisiere und Bands einlade, dann revanchieren die sich in aller Regel auch. Und es läuft. Das ist schon etwas anstrengend, und im Endeffekt zahlen wir drauf, aber wir treten hin und wieder auf, haben Spaß, und die Leute auch. Und darauf kommts mir an. Nicht auf die große Kohle. Und ich weiss dass das ne Menge Leute auch so sehen.
    Warum jammern die Pop-Bands also so rum? Warum nicht selber Konzerte organisieren? CDs herstellen und für kleines Geld auf dem Konzert verkaufen, bischen Merch, viel touren, dann wird man schon bekannt. Vielleicht ;)

    2# - V'kar - 03. März 2008 @ 23:12 Uhr Reply to this comment
  3. @Shhhh: So regional hatte ich das nicht gelesen ;-)

    Wie gesagt: all das braucht Zeit und muss wachsen. Ich könnte mir gute deutsche Musikblogs tatsächlich von den klassischen Medien erwarten, Intro, Spex, machen sie ja jetzt schon einigermaßen, haben aber natürlich noch nicht die mediale Durchsetzung wie TV oder so. Die Übergangszeit wird natürlich hart, das braucht hierzulande noch Zeit, wird aber natürlich alles kommen.

    Zur Kulturflatrate: in meinen Augen relativ einfach zu machen. Eigenes P2P-Protokoll, dass die Datenströme trackt, pauschale Abgabe beim ISP, Verteilerschlüssel rechnet man jeden Monat aus den Logfiles. Sag ich mal so.

    Solche Zeiten des technischen Umbruchs sind natürlich hart, für alle Beteiligten (na gut, für den Konsumenten… not so much ;) aber da will ich doch einfach mal die Jungs vom Pirate Bay zitieren:

    Music didn’t start with the Phonograph and it won’t end with P2P-Networks.

    3# - René - 03. März 2008 @ 23:12 Uhr Reply to this comment
  4. René, nur so ne Anekdote am Rande, damit Du mal siehst, wie das im Moment bei den klassischen Musikmedien noch läuft: Der Witz von Musikmagazin, für den ich die Grafik mache, knapp 120.000 Auflage bundesweit, hat jetzt auf Bezahlcontent umgestellt. Will heißen, statt wie vorher eben auch mal die ein oder andere Sache zu besprechen, die nicht anzeigengepusht oder companyfinanziert ist, wird jetzt tatsächlich Monat für Monat Besprechung für Besprechung von den Companys (auch ein paar Indies dabei) bezahlt, quasi als redaktionelle Anzeige. Und wo man jetzt eigentlich denken müsste, dass die Herren Produktmanager im Moment für so einen Mumpitz keine Knete mehr hätten, pfeffern die stattdessen verbliebene Euros für die Schönschreiberei beschissener Musik raus. Um den thematischen Faden wieder aufzugreifen: Die langfristige Denke fehlt da einfach an allen Ecken und Enden, und unsereins (i.e. der Künstler, nicht unbedingt ich im einzelnen), der sich bis Dato vielleicht höchstens Gedanken um die Biertemperatur gemacht hat (das jetzt wiederum ich im einzelnen), fragt sich jetzt, wie er ausgerechnet 2008 ein Album rausbringen soll, wenn das eine nicht mehr und das andere noch gar nicht funktioniert. Kopfschmerzen 2.0.

    (Man kann natürlich auch Zocken um des Zockens Willen, wie V’kar das sieht, aber Pop ist kein Punk, und meine Bandscheibe macht die “Ich penn auf dem Fußboden vom Veranstalter”-Nummer auch schon länger nicht mehr mit.)

    4# - Shhhh - 03. März 2008 @ 23:54 Uhr Reply to this comment
  5. ach warum schaut sich nicht mal einer von den Trotteln die Game-Industrie an?
    Hey Computer games würden schon in den 80ern wild Kopiert und in Mailboxen verteilt, später im Internet…
    Und heute wird mit dem Kram mehr Geld verdient als jemals zuvor, mehr als in Hollywood!
    Wie haben die es geschafft, warum sind die fetter als je zuvor? Die haben das ganze doch schon vor 10 Jahren mitgemacht, DRM bzw Kopierschutz von Spielen kennt jeder, genauso wie Cracks und Co? Trotzdem haben die nen Weg gefunden mit dem Internet…
    Nur so am Rande erwähnt

    5# - Martin Peterdamm - 04. März 2008 @ 03:12 Uhr Reply to this comment
  6. Quote:
    Natürlich könnte man jetzt den ganzen Tag damit verbringen, Unbekannte bei myspace zu adden, Foren und Blogs zu spammen, das Internet unsicher zu machen. Unabhängig von dem nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand, der hinter der Selbstpromo steckt

    Hat der Mann schon mitbekommen, wie ein Handwerker arbeiten muss damit seine Firma bekannt wird und er steigende Umsätze generieren kann. Muss einem Künstler per Definition alles zufallen oder was?

    6# - Helmut - 04. März 2008 @ 09:09 Uhr Reply to this comment
  7. Die Games Industrie hat es anders als die Musikindustrie/Filmindustrie geschafft die diversen Möglichkeiten der medialen Kanäle für sich zu nutzen. Da sind einerseits die Casual Games mit ihren teils unglaublichen viralen Potentialen (Moorhuhn usw) und andererseits die proprietären Konsolen mit all ihrem Schnickschnack vom Game selbst über das Pad bis hin zur Autowaschanlagen-Erweiterung und den Online-community-virtual-merchandise-whatever-Schnittstellen. Die haben sich mit den Konsolen ihre eigene Hardware-Abhängigkeit erschaffen, das ist ungefähr so, als würde Universal Music alle zwei Jahre einen neuen Musikplayer rausbringen und ihre Musik nur in einem Format anbieten, welches nur auf diesem speziellen Musikplayer abgespielt werden kann. Ist natürlich undenkbar. Dennoch: Letztendlich kann man sagen dass ein Grund für das derzeitige Down der Musikbranche sehr wohl fehlende gemeinsame technische Standards sind, die Nutzerfreundlichkeit groß schreiben. Dazu ein Zitat von Karlheinz Brandenburger, Erfinder des MP3-Formats: “In Anbetracht der Urheberrechtsproblematik, für die wir 1994, 1995 schon ein sehr waches Auge hatten, ist es eine Befriedigung, zu merken, dass die Musikindustrie jetzt so langsam Dinge einsieht, die wir ihnen schon seit langem predigen. Ich meine damit vor allem die Nutzerfreundlichkeit und die technischen Standards, die es braucht, um wirklich zu den Kunden zu kommen. Kopierschutz sollte es nur so geben, dass er für die Leute praktisch nicht bemerkbar ist”. Genau das hat die Games-Industrie sehr gut hinbekommen.

    Ich glaube ja auch, dass es wesentlich leichter geworden ist, für Künstler heutzutage sich selbst zu vermarkten, für jeden eigentlich denn web2.0 lässt jeden auf die bühne. ich glaube jedoch, dass man sich dabei über einen ganz wesentlichen Aspekt im klaren sein sollte: “Gute Musik” promotet sich von selbst, “schlechte” Musik kann man auch mit viel Geld niemals erfolgreich promoten. Klar, da könnte man jetzt eine ganze Flöte unsäglicher Eurotechno-Hits von Brooklyn Bounce auflisten, die man sehr schnell in die Kategorie “Verdammt schlechte Musik” einordnen möchte, die aber sehr erfolgreich waren, jedoch ist das bekanntlich eine Sache des Geschmacks. Sprich: Der Gothic Rocker kann ohne weiteres in seiner Szene erfolgreich werden, ohne jemals ein über seine szene hinausgehendes mediales Interesse zu erzeugen, das liegt daran, dass diese Szene so dicht und in sich funktoniert wie kaum eine andere. Der Eurotechno-Fan mag jetzt denken, dass diese Gothicmucke die wahrlich “schlechte” sei und DJ Bobo das Maß aller Dinge. Worum geht es also eigentlich bei dieser Beurteilung “gut” oder “schlecht”? Es geht um die Beurteilung! Das bedeutet, es muss in jeder Szene und in jedem Zusammenhang jemanden geben, der die Musik als solche einstuft, der Rest (Aufmerksamkeit, Erfolg, volle Konzerte, Cash von dem man leben kann) passiert dann in manchen Fällen von alleine. Nennen wir das also mal einen Qualitätsfilter. Früher waren das die Radio DJs, die A&Rs der Plattenfirmen, die Redakteure der großen Musikzeitungen oder gar die DJs in den Clubs. Die gibt es alle heute auch noch, jedoch sind die Radio DJs zumindest in Deutschland nicht mehr in der Lage wirklich spannende neue Musik aus einer Motivation heraus zu spielen, neue Musik vorzustellen, da sie den sehr fragwürdigen Methoden der Reichweitenerhebung unterlegen sind (siehe auch Tim Renners Klassiker “Kinder der Tod ist gar nicht so schlimm”). Die A&Rs der Majors sind ihren Job heuer in der Regel genauso schnell los wie zb die Trainer des Bundesliga-Depriclubs Arminia Bielefeld. Dieser Umstand erzeugt eine riesige Unsicherheit, die wiederum nicht gerade dazu führt dass man zumindest bei großen Labels innovative Signings erwarten kann. Da wird alles unter Vertrag genommen, was irgendwie sicher Abverkäufe garantiert. Schaut man sich die derzeitige Alters-Entwicklung unserer Gesellschaft an und legt mal eine Musikgeschmacks- und Absatzmatrix drüber, heisst das dann unweigerlich dass man in 10-20 Jahren nur noch mit Volksmusik und Schlager Geld verdienen kann? Hoffen wir es nicht, dass nur diejenigen noch Musik kaufen, die zu blöd sind, sich den Kram kostenfrei zu besorgen, oder zu alt, um zu einem Konzert zu gehen… Argh! Eins ist klar, man muss dringend mit anderen Mitteln Geld verdienen. Qtrax – sorry, aber bevor da irgendwie brauchbares Repertoire an den Start kommt, vergehen noch ein paar Midems. Wobei das Konzept über Werbung Musik zu refinanzieren gerade im Kommen ist, wollen wir nur hoffen, das man das Produkt selbst dabei unberührt lässt und die Werbung im Overlay-Kosmos abfeiert oder Post und pregerollte Adblunts wegbrennt, die schnell vergessen lassen, dass wir uns ja im Netz und eben nicht mehr im stinkigen werbefinanzierten TV bewegen. Trotzdem, irgendwo muss das Cash her, so leid es mir tut.

    Zurück zu dem Qualittäsfilter. Musikzeitschriften? Wer liest die noch? Immer mehr Blogger erreichen aufgrund ihrer Fähigkeit unmittelbar zu reagieren, aufgrund ihrer internationalen Vernetzung und der wunderbaren Kommentarfunktion ein immer größer werdendes Publikum und schon sind wir bei den sogenannten Qualitätsfiltern der Gegenwart, die sich hauptsächlich im Netz wiederfinden. Besonders für jene Musikfans, die sich mit solchen Diskussionen wie die hier laufende überhaupt auseinandersetzen. Das sind wohl weniger die Florian Silbereisens dieser Welt. Also vielleicht eher Radiohead Fans. Wo wir gleich bei einer interessanten Fragestellung wären: Ist es überhaupt legitim im Zusammenhang mit Musik freimütig von “Geld verdienen” zu sprechen? In den USA ist das “common sense”, dort werden Künstler, die das große Geld gemacht haben alleine schon deswegen gefeiert. In Deutschland wird jeder Künstler, der sagen wir mal aus einem Genre stammt, in dem viel Wert auf Glaubwürdigkeit gelegt wird immer dann ausgebuht, wenn er mit zwei Alben hintereinander in die Top10 der Mediacontrol Charts einsteigt. Auch wenn man heutzutage in einer schwachen Woche gerade mal ein paar tausend CDs dafür verkaufen muss. Um mal auf V´kar zu sprechen zu kommen. Mag ja sein, dass du es kool findest, drauf zu zahlen, um deine Musik zu spielen. Einem ähnlichen Prinzip folgen unzählige Bands auf MySpace und Facebook, die auch unfassbaren Aufwand einsetzen, um irgendwie ein paar Fans ihr eigen nennnen zu können. Klar ist das was anderes, weil weniger “cool”, aber die Leidenschaft ist oft die gleiche. Die Währung sind “Friends” und “Views”. Oder in der Livemuckerszene vielleicht Anzahl Besucher eines Konzerts die dein T-Shirt tragen, oder verteilte gebrannte Demos. Jedoch drängt sich die Frage auf, ob solche legendären Werke wie z.B. “Kid A” von Radiohead oder “Mellan Collin and the Infinite Sadness” von den Smashing Pumpkins jemals entstanden wären, wenn Thom oder Billy bis zu diesem Alben immer draufgezahlt hätten? Ich glaube nicht. Die wären vorher sicher gestorben ;-) Sind sie gott sei dank nicht. Mir fällt gerade auf, dass in diesem Zusammenhang der eher alberne Claim der Musikwirtschaft Ende der Neunziger “Copy Kills Musik” eine völlig neue Bedeutung erhält… Egal.

    Worum es mir geht ist, dass wie in dem eingehenden Artikel immer auf die Majors geschimpft wird, ohne dabei zu bedenken, dass die eigentlich leidtragenden die Künstler sind. Die gilt es zu schützen. Wenn man also mal wieder drauflospeitscht und DRM als den selbstgestrickten Strick der Musikindustrie metaphorisiert, dann sollte man in seinem geistigen Auge auch Thom und Billy am Galgen hängen sehen mit heraushängender, blauer Zunge. Ungefähr wie Saddam. Ja… und glaubt mir, wenn Radiohead so erfolgreich gewesen wären mit ihrer Pay-as-much-as-you-ike Download Aktion, hätten sie sich danach sicher nicht trotzdem noch ein Label gesucht, dass die CD auf herkömmlichen Wege in die Saturns und Mediemärkte, in die HMVs und WalMArts dieser Welt gestellt haben. Ihr wollt gar nicht wissen, wie viele Kids da draussen genau NULL Euro gezahlt haben um das Werk ihrer Götter bei dieser Download-Aktion zu bekommen. Soviel ich weiss waren es leider so ziemlich die allermeisten. Mit Abstand. WARUM? das ist eine sehr sehr wichtige Frage. Da kann es ja nicht mehr um die “mit Speckgürtel aus den 90ern” versehene Industrie gehen (welcher Speckgürtel? Die meisten Leute die ich kenne, die in den 90ern bei großen Labels gearbeitet haben sind inzwischen gefeuert worden). Aber warum dann kein BIsschen Wertschätzung für die kreative Leistung dieses Album entwickelt zu haben? Wenn es doch endlich mal direkt nur um die Band geht, nur um die kreative Urzelle, und eben nicht mehr um die INDUSTRIE, die böse böse alle Trends verschlafen hat und sich an den armen kleinen Bands bereichert hat wie in Zeiten der Industrialisierung die Fabrikbesitzer? Wenn kein Händler, kein Label, kein Vertrieb, kein Presswerk, kein X mehr mitverdient, warum wird trotzdem nix gezahlt? Mal abgesehen davon, dass die ganzen Leute, die bei den Händlern, Labels, Vertrieben, Presswerken, etc arbeiten sich seit einem Jahrzehnt zurecht harte Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen, trifft das leider auch auf die Band selbst zu. Oder wollt ihr euch in ZUkunft Eure Haftpflichtversicherung von Thom und Billy verkaufen lassen? Sie sind miserable Verkäufer, soviel ist klar. Sie sind halt Stars. Und die brauchen wir mehr, als je zuvor. Also lasst uns dafür Sorgen, dass es auch in Zukunft welche geben kann. Denkt jetzt bitte nicht an Sandy, Monrose oder Dieter Bohlen, denkt an Johnny Cash, Thom, Billy oder von mir aus auch an Vampire Weekend. Denk an deine kleine Schwester, die so sein will wie Rihanna. Das alles gehört nunmal dazu.

    7# - Yousef - 04. März 2008 @ 09:29 Uhr Reply to this comment
  8. Großartig, Yousef. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, oder vielleicht doch: na klar ist es ein Problem, wenn Musik im Netz quasi umsonst verfügbar ist. Aber warum monetarisiert man diese Kanäle nicht? Das verstehe ich nicht, die Möglichkeiten hätte man, denke ich, sehr wohl.

    8# - René - 04. März 2008 @ 10:28 Uhr Reply to this comment
  9. Games haben eine erheblich größere Datenmenge und bei den meisten Spielen geht der Online-Multiplayer-Modus mit ner gecrackten Version flöten. Außerdem gibt es in der Games-Welt mit den Konsolen einen Teilbereich, bei dem der prozentuale Anteil an gekauften Originalspielen ziemlich hoch ist. Der Vergleich Musikindustrie – Gamesindustrie bietet sich nur sehr bedingt an.

    9# - nelder - 04. März 2008 @ 10:32 Uhr Reply to this comment
  10. Der Vergleich ja, was man allerdings ebenfalls in Betracht ziehen muss: der Games-Markt hat natürlich jede Menge Geld aus dem Musik-Markt abgezogen. Früher hat man die Kohle für Platten ausgegeben, heute gibt man sie für Games, DVDs UND Musik aus, das drittelt die Einnahmen der Musikindustrie quasi.

    10# - René - 04. März 2008 @ 10:37 Uhr Reply to this comment
  11. Du bist dir immer so sicher dass die Monetarisierung der illegalen Musikdownloads so einfach ist, wie genau soll das denn gehen? Totale Nutzerüberwachung seitens der ISPs wie sie gerade eigentlich bekämpft wird? Anders kannst du nicht sämtliche P2P- und Direktdownloads erfassen, oder? Und selbst wenn, was ist mit Rar-Archiven die via Rapidshare etc. mittlerweile einen großen Teil der Albumdownloads ausmachen, deren Inhalt kannst du einfach nicht analysieren wie Mp3s und Co. Oder gibt’s da doch ein funktionierendes Modell? Ich würde es wirklich gern sehen aber ich kann mir einfach nicht vorstellen dass es da eine für die Künstler faire Umsetzung gibt.

    Die “Musikblogs retten Blabla”-Studie sollte sich vielleicht mal jemand genauer angucken, ich habe da nicht mehr herausgelesen als dass Alben die oft auf Technorati (also nicht nur auf ein paar Musikblogs) erwähnt wurden sich auch oft verkauften. Was, ähm, ja wohl selbstverständlich aber auch ziemlich irrelevant für die Diskussion ist. Überhaupt halte ich die Wirkung von Musikblogs auch für überschätzt, allein dadurch ist bis jetzt noch keiner in die Charts gekommen. Und da die meisten großen Musikblogs nicht mehr steigende sondern sogar teilweise abnehmende Besucherzahlen haben dürfte sich das in Zukunft auch kaum ändern.

    @Shhhh: Von der 2nd Rec-Aktion hat man durchaus wieder was gehört, die ist ordentlich in die Hose gegangen: http://www.2ndrec.com/blog/2008/02/11/facts-figures/

    11# - Uli - 04. März 2008 @ 11:13 Uhr Reply to this comment
  12. Hallo Hallo,

    Genauso wie es Musikblogs geschafft haben, einen Teil des musikinteressierten Publikums zu begeistern werden es WebTV Kanäle sein, welche das Publikum der “boulevard-lifestylig modifizierter musiksender” terrestrischer natur abkriegen. ich kann mir nicht vorstellen, dass man der gesellschaft jetzt noch beibringen kann, dass für downloads geld fliessen muss. viel mehr sind es die themen: service (in welcher qualität, mit welcher geschwindigkeit und in welchem bundle bekomme ich den download), zusatzprodukte: live-konzert tickets, pay per view gigs (modell “ich suche mir die kameraperspektive aus die ich sehen will”), behind the scenes-video material, tour videos, handy-zeugs, provisionierte merchandise-abverkäufe, artrist- oder genre subscriptions, etc. da gibt es tausende ideen, wie man mit “guter” musik geldverdienen kann. der markt (konsumenten, künstler, anbieter, art wie konsumiert wird, verständnis für produkte, marketing strategien, quellen und vor allem die o.g. qualitätsfilter) verändert sich halt radikal und man muss viele alte denkkonzepte ersatzlos streichen, das fällt halt vielen in der musikwirtschaft verdammt schwer, aber die neue “manager generation”, die dabei ist die großen ruder zu übernehmen, ist anders drauf, versteht die generation web2.0 und ist sich darüber im klaren, das mit p2p-filtern auf ISP ebene der scheiss ruf dieser branche nicht zu retten ist (was nicht heisst dass sie es nicht trotzdem versuchen, weil es vor allem die lars ulrichs dieser welt sind, die drauf bestehen). majors werden wieder zu großen indies. und das ist eigentlich eine gar nicht so schlechte sache. musik dringt immer stärker in unser leben ein und es wird immer eine spannende branche bleiben, in zukunft wohl noch viel viel mehr als überhaupt jemals in der vergangenheit. Man kann m.E. also mal endlcih den Rückspiegel einklappen und wieder den Blick nach vorne suchen, der macht nämlich viel mehr spaß. Darüber gesprochen, warum alles in die Hose ging, wurde lang und breit genug. Jetzt mal ein Bisschen Eigenpromo in der Hoffnung hier dafür nicnt gesteinigt zu werden. Schließlich machen meine Freunde, Kollegen und ich uns schon seit nahezu 10 Jahren ziemlich viele Gedanken zu genau diesen Themen. Wir haben uns da nämlich HOBNOX ausgedacht. U.a. auch als ein Weg, Entertainment im Netz neu aufzustellen : Hobnox.com Schaut euch dafür mal die About-Seite an (den Film). Grundprinzip ist hier, die Wertschöpfung von der Kreation, zur mediengerechten Vernetzung/Kollaboration, Präsentation und Vermarktung, alles auf einer Plattform zu haben. Eine Redaktion setzt sich mit dem UGC auseinander und “veredelt” die Themen, die jenseits der typischen Top10-Ratings in der Gemeinschaft entstehen (Qualitätsfilter). Tools die dafür entwickelt worden sind, die kollaborative Entwicklung von Kultur im Netz zu ermöglichen und eine Library, die den Creative Commons Gedanken aufgreift und von professioneller Assetverwaltung bis hin zum Contentmarktplatz aufgestellt ist. Derzeit noch in der Closed Beta Phase werden wir in diesem Jahr sicherlich einiges bewegen. Wer interessiert ist an einen Beta-Zugang, kann sich auf hobnox.com eintragen. Wer schonmal ein Bisschen sehen will, wie MTV heutzutage aussehen müsste, um den hier und in der viel beschworenen Blogosphäre behandelten Artists eine audiovisuelle Plattform zu geben, der kann sich auf unseren Channels vergnügen. Sly-Fi.com wäre da unser Musikchannel mit Acts wie Miss Kittin, Alter Ego oder den Wakerthans bis hin zu Maximo Park, Bloc Party, usw.

    Abschließend hier noch ein lesenswertes Feature von einem spannenden Menschen zu genau dieser Frage.

    12# - Yousef - 04. März 2008 @ 11:32 Uhr Reply to this comment
  13. >Totale Nutzerüberwachung seitens der ISPs wie sie gerade eigentlich bekämpft wird?
    >Und selbst wenn, was ist mit Rar-Archiven?

    Da mach’ ich mir ehrlich auch die ganze Zeit einen Kopf drum, zu einer Lösung bin ich da noch nicht gekommen, denke aber sehr wohl, dass das technisch machbar ist. Bittorrent nutzt ein eigenes Protokoll, ich habe nun keine Ahnung, wie weit es Privacy-Angelegenheiten betrifft, wenn man nun nur und nur dieses Protokoll trackt und dass dann sowieso anonym. Was man festhalten muss ist die pure Datenmenge, der Name hinter dem Download spielt für einen Verteilerschlüssel keine Rolle. Oder?

    Und bei den RAR-Archiven… ich bin mir relativ sicher, dass man da von ISP-Seite aus reinschauen kann, wobei nochmal ein ganz anderes Problem die jetzt schon verfügbaren encryptet Torrent-Clients sein dürften. Bei denen versagt dann auch jeder ISP.

    Na jut, „einfach“ war vielleicht zuviel gesagt. „Möglich“ passt wohl eher ;-)

    13# - René - 04. März 2008 @ 11:42 Uhr Reply to this comment
  14. @yousef: in Zeiten der Diversifikation des Musikmarktes scheint mir der “alles auf einer Plattform” Gedanke nicht der beste Weg zu sein…schönes PR Gelaber übrigens ;)

    14# - nelder - 04. März 2008 @ 14:06 Uhr Reply to this comment
  15. Klar muss man nicht nachhaltig speichern wer die Datei herunterlädt, trotzdem ist das ein Eingriff in die Privatsphäre der der vorherigen Zustimmung des Nutzers bedürfen sollte.
    Und ein Archiv müsste der ISP AFAIK erst mal (mit hohem Rechenaufwand!) entpacken um die darin enthaltene Datei zu analysieren, bei verschlüsselten Archiven sollte das eh unmöglich sein. Es reicht ja nicht der Dateiname oder die Dateigröße oder die ID3-Tags des/der darin enthaltenen Mp3s, es muss schon ein digitaler Fingerprint erstellt werden der den “Inhalt” eindeutig identifizieren kann.

    15# - Uli - 04. März 2008 @ 14:11 Uhr Reply to this comment
  16. Was ist mit den Netlabels?
    Die machen die Zukunft des Vertriebes bzw. der Vermarktung digitaler Musik doch schon jetzt vor.

    16# - Phil - 04. März 2008 @ 15:21 Uhr Reply to this comment
  17. mein tipp:
    die zukunft der popmusik wird mit der popmusik der vergangenen 50 jahre
    nicht mal mehr den namen gemein haben.
    das hat dann
    zukunft.

    17# - 500beine - 04. März 2008 @ 16:58 Uhr Reply to this comment
  18. Bei Games wird glaube ich noch der technische Fortschritt einen wichtigen Unterschied machen (auch wenn ich nicht glaube dass das der Grund für das Wachsen der Spielebranche im Vergleich zum “Niedergang” der MI ist):
    Ein guter Song, der 10 Jahre alt ist, ist immer noch gut.
    ein Spiel, das 10 Jahre alt ist, ist überholt, wird vielleicht noch wegen des Kultfaktors gespielt (wenn dies auf Hardware der aktuellen Generation noch möglich ist), aber dürfte kaum noch zu Geld zu machen sein. Ich weiß nicht, ob man die Branchen daher unbedingt vergleichen kann.

    18# - JeriC - 04. März 2008 @ 19:50 Uhr Reply to this comment
  19. Wenn Musik aber gröten Teils nur noch übers Netzt vertrieben wird möchte ich aber ein neues Format haben, mit besserer Soundqualität als mp3

    19# - Miko - 04. März 2008 @ 20:26 Uhr Reply to this comment
  20. Hach, schön… Ich hab mich so angesprochen gefühlt, als du von der Generation gesprochen hast, die 1996 eingeschult wurde…

    20# - Bene - 04. März 2008 @ 20:49 Uhr Reply to this comment
  21. JeriC: Mit 10 Jahren alten Spielen kann man kein Geld mehr machen?
    Guck mal zu Nintendo rüber.. die machen Millionen mit teilweise 20 Jahre alten Titeln, die sie auf der Virtual Console der Wii anbieten..

    21# - Phil - 04. März 2008 @ 21:15 Uhr Reply to this comment
  22. Es stimmt schon, dass man Games- und Musik-Industrie nicht wirklich miteinander vergleichen kann. Technologie hat Jugendkultur schon immer stark beeinflusst. Vinyl in den 60ies, Ghetto Blaster in den 70ies, Walkmen in den 80ern oder als C64 und Amiga500 Einzug in die Kinderzimmer erhielten. Da waren Mensch Ärgere Dich Nicht und Kniffel aber sowas von abserviert. Lauf einmal über die Gamesconvention und du verstehst die Welt nicht mehr, wie aufgepimpt können Zimmer sein? Kinderzimmer, Jugendzimmer, WG-Zimmer unterscheiden sich dabei oft kaum noch. Die heutigen Bewohner ebendieser Zimmer finden halt die zweite oder dritte Generation der 60ies und 70ies RetroRetro-Bands cooler als die Originale (zb Black Sabbath – Danzig – Monster Magnet – Queens Of The Stoneage) und als OGG, bzw MP3 cooler als auf CD oder Schallplatte. Und Counterstrike cooler als Pong. Was nicht heisst, dass auch Black Sabbath heute noch bei iTunes läuft und Tetris nicht auch noch auf dem Vodafone-Portal zieht.

    @Phil: Zum Thema Netlabels – Wie auch immer man “digitale Musik” vermarktet, es bleibt Musik, es bleiben Leute, die sie machen und Leute die sie hören, Leute die drüber schreiben und Leute die das dann lesen. Ob in der riesenmaschine, dem rolling stone oder im viva videotext. deswegen ist es auch völlig unerheblich ob die musik auf Netlabels rauskommt oder nicht, zumindest was die Vermarktung angeht. Irgendjemand muss die Mucke aus dem Studio ins Netz bringen. Ob dann die Songs noch auf CD auch im Handel erhältlich sind ist eine Sache der Distribution – wobei man heute nicht mal mehr nen physischen Tonträger braucht, um die Charts zu toppen.

    @nelder: geht es um die diversifikation in inhaltlicher ausprägung gebe ich dir recht. doch innerhalb der nische unterhaltung kann die in sich verzahnte wertschöpfung auf technologischer basis einige sehr spannende mehrwerte erzeugen. zum beispiel der weg eines beatloops aus dem kollaborativen webstudio über dein profil, eine library, in 4 verschiedene neue tracks, die auf basis dieses loops entstanden sind, auf zig neue user profile, in verschiedene playlists, in den angedockten webtv channel und über den shop auf deinem ipod. weil irgendwann geld fliesst (zb über werbung oder den verkauf des werks) und du derjenige warst, der den loop mit einem freund erschaffen hat, freust du dich, dass aufgrund der verzahnung am ende auch du deinen gerechten anteil an der kohle bekommst. nur so als kleines beispiel.

    @500Beine: Das hast du schön gesagt ;)

    22# - Yousef - 04. März 2008 @ 22:20 Uhr Reply to this comment
  23. Phil: Oh, stimmt. Hatte ich gar nicht bedacht – ich war in Gedanken mehr im PC-bereich ;)

    23# - JeriC - 04. März 2008 @ 22:52 Uhr Reply to this comment
  24. interessante diskussion, hat mir jetzt die zeit bis zum feierabend verkürzt! :-)

    24# - beingboring - 24. Juli 2008 @ 15:45 Uhr Reply to this comment

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