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Das Badebuchauswahlverfahren

Die Auswahl eines guten Buches ist essentiell wichtig für das sonntäglihce Baderitual. Zu schwer darf es nicht sein, das Druckwerk will nun schließlich für eine Stunde oder so über dem Wasserspiegel gehalten werden. Die Hardcover-Version des 900-Seiten-Wälzers „Rip it up and start again“ ist also nur bedingt zu empfehlen, auch wenn es diesen überaus schicken gelb-schwarz-pinken Umschlag hat, der aber nix is im Vergleich zu dem tollen blauen, transparenten Umschlag, den Mutti früher immer um meine Schulbücher der Grundschule gewickelt hat. Später gabs keine Schutzumschläge mehr, warum weiß ich allerdings nicht.

Zurück in die Badewanne!

Ein Buch für die Wanne sollte auch in intellektueller Hinsicht nicht zu schwer sein. Proust eignet sich nur bedingt fürs Baden, denn nicht nur der Wasserdampf macht einem nun ganz dämmrig zumute, auch der Text lässt die Lider sinken und irgendwann kapiert man dann gar nix mehr. Die leichte Lektüre ist ebenfalls abzulehnen. So ein geschmeidiges Comic oder ein billiges Pulp-Fiction-Heftchen sind zwar in Nullkommanix weggelesen, aber dann liegt man in der warmen Plörre und hat nix mehr zu tun. Auch nicht gut. Ein gänzlich anderer Ansatz ist die Auswahl nach Lesequantitativen Maßstäben. Anders gesagt: man sollte Bücher bevorzugen, die man noch nicht gelesen hat. Es gibt zwar ein paar Bücher, die ich zwei- oder mehrmals gelesen habe, dazu zählen welche von H.P.Lovecraft oder Stanislav Lem, ich bevorzuge es aber durchaus, mir frische Texte vorzunehmen, gerne auch mal was klassisches.

Heute Abend hatte ich reichlich Auswahl an nicht oder nur angelesenen Büchern. Und was nehm’ ich? William Gibsons „Neuromancer“. Zum dritten mal. Argh!

22 Kommentare

  1. Ganz klar Kurzgeschichten von Charles Bukowski. Die passen zum scheissen als auch zum Baden.

    1# - Leeroy Jenkins - 18. November 2007 @ 20:43 Uhr Reply to this comment
  2. Stimmt. Der geht auch immer.

    2# - René - 18. November 2007 @ 20:48 Uhr Reply to this comment
  3. Ich finde genau so wichtig wie die richtige Buchauswahl für’s Baden ist die richtige Wahl der Musik.
    Der Shoutcast-Lounge-Stream ist zwar sehr cool aber nichts, NICHTS ist schlimmer als ein Stream der abreisst kurz nachdem man in der Wanne liegt.

    3# - Roman - 18. November 2007 @ 21:03 Uhr Reply to this comment
  4. Ich hör gar keine Musik mehr im Bad. Hab ich früher aber auch so gemacht.

    4# - René - 18. November 2007 @ 21:20 Uhr Reply to this comment
  5. Den blauen Umschlag musste ich mir schon in der Grundschule selber um die Bücher tüdeln. Hat meine Mama nicht gemacht. :(

    5# - Nils - 18. November 2007 @ 21:24 Uhr Reply to this comment
  6. Neuromancer ist gut zum Baden geeignet. Am Besten sind allerdings die Kurzgeschichtenbände von King geeignet. Lovecraft hingegen finde ich für’s Baden etwas zu tiefsinnig.

    6# - michael - 18. November 2007 @ 21:49 Uhr Reply to this comment
  7. Ich war auch ein geplagter Umschlag-Selbsttüdler. Was war ich froh, dass es die Umschläge für Schulhefte schon fertig gab!

    Wenn ich eine Wanne hätte, wäre die Wahl der Musik für mich wohl auch am Wichtigsten. Bücher sind mir in der Wanne zu umständlich und außerdem tut’s dem Papier nicht so gut. Da sind mir Zeitschriften lieber…

    7# - beetFreeQ - 18. November 2007 @ 21:52 Uhr Reply to this comment
  8. Haha…ich hatte immer so Umschläge aus Papier…Umweltschutz und so. Die musste man allerdings mehrmals im Schuljahr wechseln, weil sie alles andere als strapazierbar waren.

    Ich hatte mich wannenlektüretechnisch für Max Brooks “World War Z” entschieden. Das Gewicht ist optimal, und durch die “Struktur” der Geschichte eignet es sich überaus gut für ein Bad…

    Ausserdem gehts um Zombies…und das allein gab eigentlich den Ausschlag ;)

    8# - Screws - 18. November 2007 @ 22:30 Uhr Reply to this comment
  9. Sonst nimmst was von Schamoni. Dünn und lustig.

    9# - Sebastian - 18. November 2007 @ 22:53 Uhr Reply to this comment
  10. Letztes mal dabei : Ich und die anderen- Matt Ruff. Langt für mehrmals baden.

    10# - radium - 18. November 2007 @ 22:58 Uhr Reply to this comment
  11. Matt Ruff hat den großen(!!!!) Nachteil, dass er viel zu langsam schreibt. Nur vier Romane, seit ich ihn vor zehn Jahren zum ersten Mal empfohlen bekam. Andererseits mag auch gerade das ein Vorteil sein…

    11# - Sebastian - 18. November 2007 @ 23:40 Uhr Reply to this comment
  12. Aber Matt Ruff rockt! Ich mag seinen Erzähstiel sehr!

    12# - Screws - 18. November 2007 @ 23:56 Uhr Reply to this comment
  13. Chuck Palahniuk ftw. Egal wo.

    [Mehr gute Autoren kenne ich jetzt auch nicht, muss ich zugeben. Obwohl es schon noch ein paar Buecher gab, die mir irgendwie gefallen haben...]

    13# - Yuri - 19. November 2007 @ 02:43 Uhr Reply to this comment
  14. Erstmal find ichs natürlich super das du überhaupt Cyberpunk liest.

    Fürs Baden würden evtl. Kurzgeschichten von W.Gibson passen. Einige findest du in dem Sammelband “Burning Chrome”. Da packste auch ne ganze Story bei einem Vollbad.

    14# - Chris - 19. November 2007 @ 09:21 Uhr Reply to this comment
  15. Also ich kann auch Terry Pratchett empfehlen. Habe ich erst neulich wieder in der Badewanne gelesen. Sehr lustig, guter und leicht zu lesender Stil… perfekt.

    15# - Franzi - 19. November 2007 @ 09:56 Uhr Reply to this comment
  16. wahrscheinlich schon tausendmal gelesen , aber “the catcher in the rye” is klasse für die badewanne. ein dünnes/leichtes buch , das so genial einfach zu lesen is’ wie kein zweites.
    vorallem im winter toll.

    16# - mickey - 19. November 2007 @ 10:43 Uhr Reply to this comment
  17. Och, wenn du nichts mehr zum lesen hast gib Bescheid, dann schick ich dir ne Kurzgeschichtensammlung von mir ;)

    17# - SirDregan - 19. November 2007 @ 10:51 Uhr Reply to this comment
  18. Ich kann in der Wanne nicht lesen….mir fehlt da so die Nackenstütze….
    und die fehlt mir, weil ich zu selten in die Wanne gehe…und das liegt daran, dass mir immer gleich nach 3 Minuten ganz kodderich und schwindelig wird…und denke, dass ich gleich absaufe…
    Ich bin dann immer ganz neidisch auf alle Badewannler…..

    18# - Elsa Seefahrt - 19. November 2007 @ 11:08 Uhr Reply to this comment
  19. Ich hab ja manchmal Schiß, dass ich absaufe, wenn ich mir ein langweiliges Buch mitnehme, weil: da könnte ich ja einschlafen und schwupps is man weg vom Fenster… deshalb ja: die Bücherauswahl beim Badengehen ist es-sent-iell!

    19# - René - 19. November 2007 @ 13:12 Uhr Reply to this comment
  20. Ich trink’ immer nen Roten bevor’s in die Wanne geht. Und dann schön den Barschel machen; herrlich ist das.

    20# - MC Winkel - 19. November 2007 @ 14:55 Uhr Reply to this comment
  21. ich bin literarisch furchtbar ungebildet. ich zock wieder call of duty…

    21# - abroxas - 19. November 2007 @ 22:17 Uhr Reply to this comment
  22. Diese Koinzidenz! Auch ich habe es mit Proust in der Wanne versucht, musste den Versuch aber abbrechen, da die dünnen Seiten sich als besonders wasserdampfempfindlich herausgestellt haben. Bei mir ist es erst das zweite Mal, aber ich gehe auch mit Neuromancer in einer scheußlichen US-Ausgabe in die Badewanne, da die sehr holzigen Seiten wenig Probleme mit dem Dampf haben.

    22# - Benedikt - 21. November 2007 @ 15:59 Uhr Reply to this comment

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