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Radiohead Verschwörungstheorie Wahnsinn: OK In Computer Rainbows

Ist „In Rainbows“ ein Komplementär-Album zu „OK Computer“, welches dieses Jahr „zufälligerweise“ zehn Jahre alt wurde und das zu den besten Alben aller Zeiten gehört? Es gibt die Verschwörungstheorie „TENspiracy“, die genau das behauptet und sagt: „In Rainbows“ formt zusammen mit „OK Computer“ das Über-Album „01 and 10“. Nico hat mich daran erinnert, den Tipp dieses Artikels doch mal in die Tat umzusetzen, und die Tracks von Radioheads „OK Computer“ und „In Rainbows“ zu dieser Playlist zu mashen:

1. Airbag (OK Computer)
2. 15 Step (In Rainbows)
3. Paranoid Android (OK Computer)
4. Bodysnatchers (In Rainbows)
5. Subterranean Homesick Alien (OK Computer)
6. Nude (In Rainbows)
7. Exit Music (For A Film) (OK Computer)
8. Weird Fishes/Arpeggi (In Rainbows)
9. Let Down (OK Computer)
10. All I Need (In Rainbows)
11. Karma Police (OK Computer)
12. Fitter Happier (OK Computer)
13. Faust Arp (In Rainbows)
14. Electioneering (OK Computer)
15. Reckoner (In Rainbows)
16. Climbing Up The Walls (OK Computer)
17. House Of Cards (In Rainbows)
18. No Surprises (OK Computer)
19. Jigsaw Falling Into Place (In Rainbows)
20. Lucky (OK Computer)
21. Videotape (In Rainbows)
22. The Tourist (OK Computer)

Der Wahnsinn ist nun: das ganze fühlt und hört sich tatsächlich als ein Album aus einem Guss an, was Produktion, Instrumentierung, Einsatz von Effekten und den Spannungsbogen angeht. Ich empfehle jedem, diese Playlist in iTunes mit einem Fading-Effekt von 10 Sekunden (sic!) anzuhören. Was sich da offenbart ist ein unglaublich homogener Radiohead-Klangteppich galore! Zufall könnte man meinen, aber es kommt ja alles noch viel, viel besser.

Der Track „Fitter Happier“ war schon auf „OK Computer“ eine Überleitung, der nach diesem Schema folgende Track „Faust Arp“ startet nun mit den Lyrics „one two three four, wakey wakey rise and shine, its on again“. Kein großes Ding. Na klar. Aber 15 Tracks nach dem Song „15 Steps“ vom neuen Album kommt auf dieser Playlist „No Surprises“, in dem Thom Yorke folgende Zeilen singt: „15 blows to the back your head, 15 blows to your mind.“ Spooky? Geht noch weiter.

OK Computer wurde vor 10 Jahren veröffentlicht, der Arbeitstitel war „Zeros and Ones“. Beide Albumtitel „In Rainbows“ und „OK Computer“ enthalten zehn Buchstaben. „OK Computer“ war das dritte Album. „In Rainbows“ das siebte. 3+7=10. Von den kryptischen Ankündigungen der Band enthielten neun auffällig oft den Buchstaben X, römisch Zehn. Das Album wurde zehn Tage vor dem Release angekündigt. Der Release war am 10.10. Faltet man eine Zehn-Pfund-Note genau zehn mal abwechselnd horizontal und vertikal, formt sich das Wort „Radiohead“.

Ich bin nun kein Freund von Verschwörungstheorien, aber das hier sind mir ein paar „Zufälle“ zuviel. Vor allem, wenn man das Ergebnis anhört, dass sich eben wirklich wie ein einziges Album anhört. Dazu kommen dann Kleinigkeiten, wie das Ende von „Airbag“, das einen Beat anzählt, der dann prompt von „15 Steps“ übernommen wird oder der aprupt einsetzende String am Anfang von „Nude“, der perfekt mit dem Ende des Vorgängers (in dieser Version) „Subterranean Homesick Alien“ harmoniert.

Noch etwas, um die Konzepthaftigkeit (gibt es dieses Wort eigentlich?) zu unterstreichen: Im Song „Reckoner“ hört man in den Backingvocals den Titel des Albums „In Rainbows“. Diese Backingvocals setzen genau dann ein, wenn der goldene Schnitt bezüglich der Gesamtlaufzeit des Albums erreicht ist.

Zufall? Wer weiß. Wer aber Radiohead und ihren Hang zur Kryptik kennt, denkt sich seinen Teil. Vor allem, wenn sich ein Eingeweiter zu Worte meldet:

The meaning behind all of this is right in front of our faces, we’re just overlooking it. [Thom] has been expecting an article much like this one for a couple of years, as have I. But I’m willing to wager he’ll have fun waiting a few more. On the other hand, it seems to annoy him that no one ‘gets it’ yet, given the mountain of clues.

Fuck Zufall. Ich sage: hört Euch obige Playlist bitte genau an. Und sagt mir dann, dass das nicht ein einziges, großartiges, abartig sensationelles Album namens „01 and 10“ ist. 10 is the new 23! Yeah!

Ich frage mich aber auch gleichzeitig, was mit den zusätzlichen Tracks der Deluxe-Edition ist. Sind die „in Wahrheit“ das neue Album? Quasi nur für diejenigen, die sich für die Deluxe-Edition entschieden haben? Und das hier ist „nur“ Konzept-Magie a la Radiohead?

[nachtrag] Richtig offensichtlich wird die Interkonnektivität beider Alben vor allem dann, wenn man als gestandener Radiohead-Fan nicht mehr auseinander halten kann, welcher Song nun auf welchem Album drauf war. The 7th 10th Sign. This is what you get, when you mess with Love.

[nachtrag] Noch was: beide Albumtitel bestehen aus einem Wort mit zwei Buchstaben, dem ein Wort mit acht Buchstaben folgt.

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32 Kommentare

  1. Puhhh. Da muss ich erstmal ganz in ruhe drüber nachdenken.

    1# - Saint - 23. Oktober 2007 @ 23:42 Uhr Reply to this comment
  2. Mach mal. Besser: Hör Dir die Playlist so an, wie oben beschrieben. Das pustet Dir die Gehörgänge frei. Ein Album, zehn Jahre. Unglaublich.

    2# - René - 23. Oktober 2007 @ 23:49 Uhr Reply to this comment
  3. Selbst wenn das Ganze sich als völliger Nonsens/Zufall rausstellen sollte, spannend ist es trotzdem.

    3# - Heide - 24. Oktober 2007 @ 00:23 Uhr Reply to this comment
  4. Absolut. Ein offizielles Statement von Yorke wirst Du aber wahrscheinlich nicht hören, so wie ich ihn kenne. Aber die Zeichen sind zu offensichtlich.

    Hör Dir die Playlist an.

    Unglaublich. Großartig. Mindbending.

    4# - René - 24. Oktober 2007 @ 00:25 Uhr Reply to this comment
  5. Das wäre doch keine Verschwörungstheorie, dazu braucht man mehr Leute als nur eine einzige Band, mindestens irgend einen Geistlichen oder Al Gore. Das ist eher ein kultureller Kunstgriff, oder so. Ich hab mir das alles noch nicht angehört, aber Deine Erklärungen hören sich sehr plausibel an!

    5# - Bernie - 24. Oktober 2007 @ 00:44 Uhr Reply to this comment
  6. Krass! Ich kann’s nicht erwarten, mir das morgen mal reinzuziehen…Vielen Dank! :-))

    6# - (cbu). - 24. Oktober 2007 @ 00:59 Uhr Reply to this comment
  7. ist das nicht aber eh schon ein runniggag? gabs nicht zu jedem neuen radiohead-album ne merkwürdige, spooky-geile konzepttheorie? kid 17 und so?

    7# - wiesengrund - 24. Oktober 2007 @ 03:08 Uhr Reply to this comment
  8. jajajaja geilgeilgeil
    :-) ich liebe so etwas. und die obige playlist klingt wirklich sehr sehr rund.
    ich bin baff 2.0

    8# - Webrocker - 24. Oktober 2007 @ 09:46 Uhr Reply to this comment
  9. Man könnte natürlich auch einfach boshafterweise schlussfolgern, dass sich alle Radiohead-Songs gleich anhören und dass in 10 Jahren keine Weiterentwicklung stattgefunden hat. Aber natürlich nur, wenn man wirklich boshaft ist. :-)

    Meine ich übrigens nicht, aber ich halte trotzdem das da oben für Kappes (wie 99% aller anderen Verschwörungstheorien). Wahrscheinlich funktioniert das auch, wenn du die In Rainbows in einer anderen Reihenfolge mit der OK Computer mischst. Probiers doch mal aus.

    9# - Dirk - 24. Oktober 2007 @ 09:58 Uhr Reply to this comment
  10. interessante theorie, wenn auch etwas zu theoretisierend. viel wichtiger finde ich aber den aspekt, dass rainbows einfach gut zu ok computer passt. ich fand radiohead danach nämlich – achtung blasphemie – unhörbar und hänge noch den ersten drei alben nach. werds mit mal runterladen, und zwar legal. ha!

    10# - r0ssi - 24. Oktober 2007 @ 10:06 Uhr Reply to this comment
  11. interessante theorie, wenn auch etwas zu theoretisierend. viel wichtiger finde ich aber den aspekt, dass rainbows einfach gut zu ok computer passt. ich fand radiohead danach nämlich – achtung blasphemie – unhörbar und hänge noch den ersten drei alben nach. werds mir mal runterladen, und zwar legal. ha!

    11# - r0ssi - 24. Oktober 2007 @ 10:07 Uhr Reply to this comment
  12. Wieso wird denn nach Track 11 die regelmäßig wechselnde Folge von Ok Computer und In Rainbows durchbrochen?

    12# - Michael - 24. Oktober 2007 @ 11:07 Uhr Reply to this comment
  13. Ihr spinnt doch alle, die außerirdischen Illuminatenzombienazis werden euch kriegen, wenn ihr so weitermacht.

    13# - Friedenspanzer - 24. Oktober 2007 @ 11:15 Uhr Reply to this comment
  14. @13 wegen der symmetrie – vor und nach dem doppelblock sind jeweils 5 ok computer und 5 in rainbows tracks miteinander verwoben.
    zehn in rainbows- und 12 ok computer-tracks hätten sich nicht regelmässig alternierend verbinden lassen.

    14# - Webrocker - 24. Oktober 2007 @ 12:00 Uhr Reply to this comment
  15. Was dann übrigens auch wieder zum Albumtitel „01 and 10“ passt…

    15# - René - 24. Oktober 2007 @ 12:13 Uhr Reply to this comment
  16. Als ständiger Besucher von Mortigi Tempo hab ich von dieser Theorie in den letzten Tagen ständig gelesen, aber erst deine Begeisterung hat mich letztlich überzeugt, alle Skepsis über Bord zu werfen und mir nachher mal 90 Minuten Zeit zu nehmen. Auch wenn ich mir selbst noch keinen Eindruck vom Ergebnis machen konnte: Die Band macht mich fertig! =)

    Übrigens: Das würde ja schon alles zu Thom’s Statement, das neue Album würde ein bisschen wie OK Computer, nur “scarier” klingen.

    16# - El_Skeletto - 24. Oktober 2007 @ 12:20 Uhr Reply to this comment
  17. zwei inhaltliche fehler: 15 tracks nach “15 step” hören wir “house of cards”. und die textzeile “15 blows to the back your head, 15 blows to your mind” ist aus dem song “climbing up the walls” (nr. 14 nach “15 step”). wat nu?

    ne nette playlist ist es allemal, zumal sie aufzeigt, wie zeitlos die “ok computer” ist.

    das einzige, was mich mit der “verschwörungstheorie” verbindet ist dies: ich habe heute morgen nach dem aufstehen 10 sekunden lang gepinkelt.

    17# - mmmatze - 24. Oktober 2007 @ 13:13 Uhr Reply to this comment
  18. Jetzt macht die On-The-Go Funktion an meinem iPod Sinn.

    18# - Martin - 24. Oktober 2007 @ 14:04 Uhr Reply to this comment
  19. @ Matze: Naja, 15 Tracks nach 15 Steps inklusive 15 Steps, dann stimmts wieder ;-)

    19# - René - 24. Oktober 2007 @ 15:42 Uhr Reply to this comment
  20. Ich bin ja auch Fan von Verschwörungstheorien und fands auch erstaunlich wie gut die beiden Alben zusammenpassen, aber dass das alles geplant ist halte ich für eher unrealistisch, zumal im Puddlegum-Artikel einige sehr fragwürdige Sachen stehen.

    “and would be downloadable from a rumored ten servers”

    klingt stark, als wär dieses gerücht nur für die story erfunden worden.

    “Someone associated with Thom Yorke contacted Puddlegum”

    eine sehr, sehr schwammige quelle.

    “The meaning behind all of this is right in front of our faces, we’re just overlooking it. [Thom] has been expecting an article much like this one for a couple of years, as have I.”

    was ergibt das für einen sinn? wenn in rainbows erst jetzt erschienen ist, was sollte es dann schon jahre vorher zu berichten gegeben haben?

    20# - Heinz Rookwood - 24. Oktober 2007 @ 19:20 Uhr Reply to this comment
  21. hört sich rund an, das stimmt, aber ich glaub nicht dran. ALLERDINGS, erste zeile bei 15 steps: “How come I end up where I started” uiuiui

    21# - hannes - 26. Oktober 2007 @ 13:53 Uhr Reply to this comment
  22. Bin jetzt auch mal dabei die Playlist zu hören! Bin mal gespannt :)

    22# - Nik - 27. Oktober 2007 @ 14:05 Uhr Reply to this comment
  23. …was natürlich noch längst nicht alles ist. ist euch aufgefallen, dass das überalbum perfekt zu blake edwards’ film “10″ – http://german.imdb.com/title/tt0078721 – passt? schnitte, spannungsbögen, dramaturgie, thematik? es wird euch die augen wegblasen!!!

    23# - sn - 31. Oktober 2007 @ 11:19 Uhr Reply to this comment
  24. Radiohead hatten für die OK Computer Stunden Material aufgenommen, das nicht veröffentlicht wurde. In dem Film “Meeting people is easy” hört man auch zwei der “In Rainbows” songs (z.B. Nude gegen Ende des Films). Das da ein geniales Konzeptalbum ist (inkl. Verschwörungstheorie) klingt wohl einfach besser als zu sagen, dass man einfach ein wenig entrümpelt…

    24# - tjian - 09. November 2007 @ 15:05 Uhr Reply to this comment
  25. Sehr interessant. Muss mir den endlich mal zulegen…

    25# - René - 09. November 2007 @ 15:17 Uhr Reply to this comment
  26. Unglaublich, es muss tatsächlich eine Verschwörungstheorie sein. Habe vorhin noch etwas SEHR interessantes festgestellt: Hört man sich die einzelnen Tracks von In Rainbows RÜCKWÄRTS an, klingt’s stellenweise ANNÄHERND nach DJ Bobo, daher ist die Theorie ja beinahe schon bewiesen. Hinzu kommt noch, dass es jetzt (kurz nach Erscheinen des neuen Radiohead-Albums) auf einmal arschkalt in Deutschland geworden ist.

    Tjahaaa, da macht Euch nun erstmal Gedanken drüber, wenn das mal kein Zeichen ist……

    26# - Peter - 13. November 2007 @ 16:38 Uhr Reply to this comment
  27. „15 blows to the back your head, 15 blows to your mind.” kommt in Climbing up the walls vor und nicht in no surprises!

    27# - kingston - 02. Dezember 2007 @ 14:38 Uhr Reply to this comment
  28. hab da auch noch was….

    das überalbum heisst “01 and 10″ macht zusammengerechnet 11.
    das album “01 and 10″ sind 2 alben “ok computer” und “in rainbows”.
    01 10 = 11
    11 x 2 alben = 22
    22 die anzahl songs des überalbum “01 and 10″

    …götter? schon oder?

    28# - psch - 17. Dezember 2007 @ 19:24 Uhr Reply to this comment
  29. Die Theorie würde auch erklären, warum sie das Album unter allen Umständen noch 2007 (nach 10 Jahren) raushaben wollten. Die Download-Strategie wäre demnach kein genialer Marketing-Schachzug sondern der verzweifelte Versuch, das Gesamtkonzept aufrecht zu erhalten.

    29# - Störer - 19. März 2008 @ 11:00 Uhr Reply to this comment
  30. 17 ist the old 23!
    Das gespennstigste ist, dass man alle Tracks von KID A mit 17sekunden Delay mit sich selbst mixen kann und dann tatsächlich komplette mehrstimmige und vollkommen stimmige und atmosphärische Stücke entstehen (m.A. HTDC da wird der gesang dank des komischen taktes etwas strange ;))

    30# - Radiohead_kryptologe - 05. Juni 2008 @ 17:00 Uhr Reply to this comment
  31. Dürfte ich (mit ein ganz klein wenig Selbstreferenzialität) einwerfen, dass das alles nur ein großer Mindfuck ist und ihr es nicht immer noch allzu ernst nehmen solltet?

    Nachtrag: Das hab ich die ganze Zeit gesucht.

    31# - Friedenspanzer - 05. Juni 2008 @ 17:13 Uhr Reply to this comment
  32. Aber „15 blows to the back your head, 15 blows to your mind.“ ist doch nicht “No Surprises” sondern “climbing up the walls”, oder nicht?

    32# - Mieze - 08. August 2008 @ 00:14 Uhr Reply to this comment

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