Die Toten Comic – Stefan Dinter, Christopher Tauber

Blogs not dead – Lose Gedanken zum Blogblues

Die Anzeichen sind unübersehbar: Nahezu alle Blogs der Top10 der deutschen Blogcharts büßen seit Wochen Verlinkungen ein, Robert verfolgt das schon etwas länger, reihenweise werden die Blogs geschlossen und pausiert, die einem im Laufe der Zeit tatsächlich ans Herz gewachsen sind. Ein Artikel bei Spreeblick über das nicht gerade irrelevante Thema RAF wird grade 18 mal kommentiert, ein Witz bei Spreeblick, schaut man sich die Kommentarorgien früherer Tage an (Na jut, bei Eva Herman [Mist, jetzt hab ich sie doch erwähnt] sind es dann auch wieder 119 Comments).

Man ist geneigt, ein Ende der Bloggerei auszurufen, was aber Quatsch wäre. Ein Ende des Hypes vielleicht, wegen mir. Blogs sind nicht mehr der heiße Scheiß, was solls. Das Bloggen hat sicherlich seinen Peak überschritten und nun zeigt sich, wer dem Schreiben oder besser: Publizieren wirklich mit Leidenschaft nachgeht, für wen das mehr als ein bißchen Nabelschau darstellt.

Da haben es diejenigen etwas einfacher, die mehr Content zu bieten haben, als das Ich oder das Bloggen selbst. Weil irgendwann alle interessanten Geschichten erzählt sind und weil das Bloggen selbst als Thema dann auch irgendwann durch ist. Gut, wenn man dann noch ein paar andere Themen hat, die vielleicht auch noch ein paar andere Leute interessieren.

Ich vergleiche soetwas ja ganz gerne mit dem Aufstieg und Fall von Techno, weil ich es damals in der kompletten Breite gesehen habe: erste Pionierarbeit Mitte bis Ende der Achtziger, Aufstieg Anfang der Neunziger, Höhepunkt 1992/93, danach die Verbreiterung zum Massenphänomen bis circa 1996/97 wonach sich alles zerlaufen und zerfasert hat. Blogging geht es derzeit ebenso. Ein paar Pioniere um die Jahrtausendwende rum, Aufstieg circa 2003, Peak 2005/2006 und nun wandelt sich das ganze in ein echtes Massenphänomen, zumindest im Web. Mit alles Schattenseiten. Idioten allerorten und der manuelle Spam nimmt massiv zu. Meines Erachtens sind dies alles Symptome der Verbreiterung. Irgendwann nächstes Jahr werden viele der alten Hasen dem ganzen den Rücken kehren.

Techno und elektronische Musik bescheeren uns heute Bands wie die Battles, Daft Punk gibt es immer noch und sie sind so erfolgreich wie nie zuvor. Ebenso die Chemical Brothers. Mills legt immer noch auf, genau wie fast alle anderen. Und ebenso wird auch Bloggen nicht „sterben“. Es verliert lediglich den Hype-Status und wird normal. Aber deshalb endet mit Sicherheit nicht das Publizieren im Web. Ob das nun Bloggen oder anders heisst ist dabei vollkommen wurscht, was zählt ist die Demokratisierung, der DIY-Effekt.

Klar, die Bloglandschaft verändert sich. Hier schlagen Dutzende von Kommentaren auf von Blogs, von denen ich noch niemals gehört habe. Gut so. Es gibt die Blogs, die wenden das Thema von einer Seite auf die andere, hauen Artikel um Artikel raus die sich allesamt mit der Blogosphäre beschäftigen. Andere geben auf und schlagen beim Rausgehen die Tür zu. Andere bloggen einfach, weil sie Lust darauf haben, weil sie Themen haben, die wenig bis nichts mit dem Bloggen an sich zu haben. Ich schätze mal, die selbstreferentiellen Blogs werden sich zurückentwickeln während andere einfach die Technologie dazu nutzen, um ihren Scheiß rauszuhauen. Dass da dann viel Müll und PR-Mist dabei ist, mei. Ich wiederhole mich: ich muss nicht alles lesen.

Dektop Publishing, so ein olles Wort aus den Neunzigern, versprach dem geneigten User die One-Click-Veröffentlichung. Ganz so toll war es damals allerdings nicht. Der Begriff bezog sich vor allem auf die Druckvorstufe, das Layouten und die Aufbereitung von Bildern für den Druck. Ich habe den ganzen Quatsch damals gelernt, von Quark XPress bis Photoshop und Illustrator. Theoretisch lernte ich auch die ganzen Druckverfahren von Tief- bis Siebdruck. Und deshalb wusste ich schon damals: Desktop Publishing, was für ein Quatsch. Weil da noch ein ganzer Wust von Arbeitsschritten hintendran hing, von der Belichtung bis zur Druckmaschine, wenn man seine Ergüsse nicht nur auf dem Tintenstrahler ausdrucken und Mami und Papi zeigen wollte.

Seit damals sind nun ein paar Jahre ins Land gegangen und Desktop Publishing ist tatsächlich Realität. Mit Blogs und der Software dahinter ist es möglich, mit ein klein wenig Talent und ein paar Themen, potentiell tausende von Lesern zu erreichen. Mit einem Klick. Na jut, ein paar Tastenanschläge gehören auch dazu, aber das taten sie schon immer.

Nun ist es so, dass diese Demokratisierung der Veröffentlichung natürlich auch die Kritiker auf den Plan ruft, vorzugsweise zu suchen bei den klassischen Medien, für die Desktop Publishing immer noch die Druckvorstufe ist. Die meinen, Blogs seien irrelevant, voller Katzenbilder und Befindlichkeitsbloggerei. Aber auch bei ehemaligen Kollegen finden sich welche, die von heute auf morgen meinen, Blogs seien langweilig und es gäbe ja so viele Deppen, die bloggen. Voll gemein.

Blogs vorzuwerden, sie seien irrelevant oder (böses Wort) unpolitisch ist schlicht und einfach falsch. Wer hatte die beste Informationsaufbereitung, als in Burma die Mönche abgeballert wurden? Etwa die klassischen Medien? Fuck it, der Spiegelfechter war’s. Wenn die SZ-Online die deutsche Bloglandschaft als irrelevant abtut, gleichzeitig aber nichts über die Vergewaltigungswelle im Kongo bringt, von der ich aus den Blogs erfahren habe, wer ist dann wirklich irrelevant? Und dabei spielt es keinerlei Rolle, ob der Artikel nun auf der New York Times oder auf einem Blog steht. Denn Blogs funktionieren in zwei Rollen außerordentlich gut, vor allem, wenn es um Politik und Relevantes geht: als Medienfilter und als -kritiker.

In Blogs finde ich Hintergründe zu irgendwelchen Meldungen, die klassische Medien einfach so aus den Agenturen übernehmen und in Blogs finde ich Meldungen, die anderen „Institutionen der Medienlandschaft“ (man könnte auch Dinosaurier sagen) zu irrelevant sind. Eben oben genannten Massenvergewaltigungen im Kongo beispielsweise. Blogs vorzuwerfen, sie seien voller Deppen oder seien irrelevant wegen der tausend Katzenbilder, sein Blog aufzugeben wegen irgendwelchen Business-Kasper, die dämlichen Mist in die Tastatur hacken – die FAZ müsste morgen aufhören zu drucken, weil es Werbeblättchen und Pornomagazine gibt, wenn man dieser Argumentation folgen würde. Werbeblättchen kommen bei mir jedenfalls sofort in den Müll und Pornomagazine… aber lassen wir das.

Und deshalb wird es Bloggen noch eine ganze Weile geben, ob das einigen Herrschaften nun passt oder nicht.



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30 Kommentare

  1. das schöne am bloggen: jeder wie er will. eine ganz einfache formel, aber gerade die macht ja den reiz aus.

    1#nilz • 17. Oktober 2007 @ 11:41 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  2. ich würd jetzt gern irgendwas schlaues sagen ,
    aber ich glaube das gute alte :
    “das seh ich genauso , verdammt noch ma !”
    tut’s auch.

    2# • mickey • 17. Oktober 2007 @ 11:44 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  3. Blogs vorzuwerden, sie seien irrelevant oder (böses Wort) unpolitisch ist schlicht und einfach falsch.

    Eben, oft ist es doch umgekehrt: Viele Blogs sind sehr politisch. Ein weiterer Vorwurf lautet deshalb, dass Blogschreiber schlecht recherchieren und nur das aufnehmen, was in ihre Agenda passt. Das stimmt auch sehr oft. Aber sind wir nicht mit Wikipedia aufgewachsen? Hinterfragen wir nicht sowieso alles, was wir im Netz lesen? Wer immer glaubt, was man ihm vorsetzt, ist ohnehin selber schuld. Deshalb haben die Blogs den gleichen Effekt wie beinahe jedes Medium vor ihnen: Die Klugen werden klüger, die Dummen dümmer.

    3#Bernie • 17. Oktober 2007 @ 12:01 Uhr • Rate this: Thumb up 1 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  4. Ja toll, jetzt fühl ich als Quasikatzenselbstreferenzroflblogger wieder für den Niedergang aller Kultur und die Diskriminierung aller Blogger verantwortlich.

    Aber du hast trotzdem recht. Und wenn du diesen Artikel jetzt noch in die SZ und die Welt und die FAZ bringst bist du mein uneingeschränkter Held.

    Zu diesem Thema fällt mir gerade noch ein: Darf man in der Blogosphäre noch wild durch die Gegend duzen als wären wir alle Freunde?

    4#Friedenspanzer • 17. Oktober 2007 @ 12:08 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  5. das hast du sehr schön auf den punkt gebracht, ich kann dir da uneingeschränkt zustimmen.

    5#deeli • 17. Oktober 2007 @ 12:21 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  6. Mein Gott, so stark haben sich “Blogs” auch nicht geändert. Die Software ist anders geworden, aber es gab schon immer HTML-Seiten Uploader die sich damit beschäftigt haben ihre Meinung zu sagen. Ich hab auch schon vor 7 Jahren meinen vor pubertären geistigen Dünnschiss und Liebeskummerunsinnszeug (tolles Wort oder? ;) ins Netz gepostet. Langsam wird es als Normalität angesehen und das finde ich ehrlich gesagt, sehr gut so.

    Blogs die ausschließlich über die anderen Blogs schreiben. Irgendwie sinnlos. Genauso wie Zeitungen die über andere Zeitungen schreiben. Nur meine Meinung..

    6#ritman • 17. Oktober 2007 @ 12:23 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  7. Howdy;

    Ich behalte derzeit auch lieber die Blogs im Auge als dass ich selbst Content ins Netz stelle .
    Dennoch gedachte ich einen aehnlichen Artikel heut zu verfassen, denn: ein Blog, den ich gern gelesen hatte schliesst die Pforten .

    Wieso ? Ist bloggen ein Krampf ?
    Nein, er wird zu einem gemacht . Man liesst hier und da permannet ueber Schwanzvergleich, Charts – Rankings und tuedeluet . Zeigt meinet wegen auch Statistiken von Zugriffszahlen die selbst in sich einen Zeitaufwand mit sich bringen .

    Begleiterscheinung dessen, aus meiner Sicht, das Keimen von “sich selbst hinterfragen”, ein Vergleich – was als Resultat leider die Aufgabe/ Schliessung des ein oder anderen Blogs ist . Bedauerlich !

    **mich dennoch wieder zum blogggen inspiriert !

    7#Pierro • 17. Oktober 2007 @ 12:40 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  8. Ja gut, der Herr Darwin wusste Bescheid. Ich nehme an, dass die Frage nach dem “Warum eigentlich?” vermehrt aufgetreten ist. Denn was bringt das Bloggen am Ende des Tages, wenn die (nennen wir sie hier nochmal:) ‘Professionalisierung’ immer wieder massiv zu stoppen versucht wird und ein Gegenwind aufkommt, dem sich so mancher nicht gewachsen fühlt.

    Kann aber auch nur am Klima liegen. Das wird schon wieder.

    8#MC Winkel • 17. Oktober 2007 @ 12:52 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  9. Naja, zur Professionalisierung gehört auch, dass man die einfach durchzieht, und auf die Ficker einfach nicht viel gibt (kommt drauf an, aus welcher Ecke was kommt). Guck Dir Cory Doctorow beim elektrischen Reporter an, der weiß wie’s geht. Die Themen zählen, nicht ob da Werbung dabei ist…

    9#René • 17. Oktober 2007 @ 13:02 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  10. Ich denke, ein Problem besteht auch darin, dass nur wenige Blogger es schaffen, Leser ausserhalb der Blogosphäre oder der Gruppe von web-affinen Power-Usern zu finden. Blogs sind zumindest in Deutschland noch nicht im Mainstream angekommen (wer weiss schon, was RSS ist) und werden noch nicht wahrgenommen. Das Schmoren im eigenen Saft und Aufmerksamkeit-Erheischen auf anderen Blogs frustriert nun einige. Beginn einer reinigenden Bloggerblase http://fragerei.wordpress.com/2007/10/11/die-bloggerblase ?

    10#Fragezeichner • 17. Oktober 2007 @ 14:28 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  11. Cory Doctorow sagt ja gerade was anderes: Klar zählen die Themen, aber er ist ehrlich genug um das die-Reichen-werden-reicher-Phänomen auch, wenn nicht gar massiv dem Erfolg von Boing Boing zuzuschreiben. Wenn man dazu die gerade aktuelle Diskussion bei Tim O´Reilly zu diesen Feedbackphänomenen hinzu nimmt, dann wird schon ein Ansatz daraus. Oder nehmen wir das obige Thema: wenn ich bei mir nach 5 Jahren bloggen aus dem Bauch heraus und nach Gesprächen auf dem Düsseldorfer Blogstammtisch mit einschlägig bekannten Herren zu einem ähnlichen Tendenzgemälde komme (ohne Zahlen), dann fällt in Ddorf n Sack Reis um. Wenn Herr Basic da was drüber scribbelt ist das ne Welle. So sind die Menchanismen halt in einer Aufmerksamkeitsökonomie ohne dämpfende Filter.

    11#siggi • 17. Oktober 2007 @ 14:31 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  12. “ein Witz bei Spreeblick, schaut man sich die Kommentarorgien früherer Tage an”

    Naja, vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber mir erscheint Spreeblick seit Wochen/Monaten so, als würde man dort massiv daran arbeiten, wieder in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Die eineinhalb Beiträge pro Tag (wenn’s hoch kommt), sind leider ziemlich oft eher ‘meh’. Und Podcasts gibt’s auch nur noch alle paar Schaltjahre. Spreeblick hätte zum Taktgeber und Durchlauferhitzer für die dt. Blogosphäre werden können. Und/Oder so etwas wie das deutsche BoinBoing. Aber das alles will man anscheinend nicht. Und ich glaube, ich bin nicht der Einzige der das denkt/fühlt.


    Generell hat man in Dtl. imho seit Jahren vielerorts den Fehler gemacht Blogs allgemein mit Egoblogs (as in: Ich blogge alles was mir vor die Nase läuft) gleichzusetzen. Letztere sind aber nicht gerade attraktiv für Leser die nicht den halben Tag im Netz mit Bloglesen und -durchwühlen verbringen wollen. Ich sage voraus: In spätestens einem Jahr werden die dbc völlig anders als heute noch aussehen, weil thematisch eingeschränkte Blogs auf dem Vormarsch sind (da haben Einige beachtliche Zuwachsraten bei den Lesern). Auf das Geheule der ‘Alteingesessenen’ mit ihren exzentrischen, stagnierenden Blogs dann freue ich mich jetzt schon.. (das wird richtig hässlich)
    [und bevor hier das Geflame losgeht: das war keine Aussage über die Qualität von Blogs sondern darüber, was schlicht mehr Leser anzieht]

    P.S.: Re:Verlauf der Bloggeschichte: In Dtl. gab es noch keinen Peak, nicht mal ansatzweise.

    P.P.S.: Das alles schreib ich aus einer Sichtweise von jmd, dessen abonnierte Blogs zu 80% englischsprachig sind. Rene, Du liest doch auch viele Blogs von Übersee. Siehst Du die grundlegenden Untershciede da nicht auch? Ich würde nicht 400 Blogs lesen, wenn die englischsprachigen sich auch so wenig um ihre Leser scheren würden wie die großen Deutschen (hui, Generalbashing :D).

    12#marcel weiß • 17. Oktober 2007 @ 14:46 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  13. @Siggi: der Rückgang der Link-Authorität für die grössten Blogs deutet aber doch darauf hin, dass das Reiche-werden-Reicher-Phänomen ausgehebelt wird, oder? Die grossen sind doch dabei, von ihrer Bedeutung als Leuchttürme einzubüssen.

    13#Fragezeichner • 17. Oktober 2007 @ 14:49 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  14. Ich lese auch weniger als noch vor einem Jahr. Irgendwann kommt man drauf, das man nicht alles lesen muß und man manchmal wertvolle zeit für marginales vertut. klar am anfang ist alles cool und aufregend und mit der zeit wird alles langweillig und alltäglich. ist irgendwie alles schonmal dagewesen und durchgekaut gewesen. da liest man das mit der herrmann, denkt sich .. ok. und klickt weiter.

    14#polarity • 17. Oktober 2007 @ 14:49 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  15. Hier in Dland siehts wohl so aus. In USA definitiv nicht. Siehe die momentane Diskussion rund um Techmeme-Leaderboards.

    Ich spekuliere mal das hier in der Provinz die Reaktion etwas anders ist weil die Themen noch inzüchtiger verwaltet werden und das Publikum sich angewiedert abwendet. Vielleicht ist das ein sehensüchtiger Schrei des Publikums nach Essenz nicht Content. Die Strickmuster der Postings hat man ja irgendwann kapiert. Ich les ja auch nix teutsches mehr. Vielleicht 4 dt Blogs.

    15#siggi • 17. Oktober 2007 @ 15:00 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  16. Naja, ich lese durchaus viele deutsche Blogs, wandere aber auch grade sehr in den englischsprachigen Raum ab, ganz einfach weil die interessanten Content, während hierzulande, wie auch schon erwähnt, immer das gleiche in anderen Variationen zu lesen ist… Ich meine, bei mir gibt es sicherlich auch ein Muster, das durch meinen Geschmack geprägt ist. Aber muss ich mir bei Fonsi das x-te mal durchlesen, dass auf irgendeiner Konferrenz nur Pappnasen sitzen? Langweilt der sich eigentlich auch selbst mit dem Kram, den er schreibt? Ich könnte da noch ein paar mehr Namen nennen, nehm aber Fonsi, weil der sowas abkann…

    16#René • 17. Oktober 2007 @ 15:06 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  17. Solange Fonsis Stammlemmingschaft applaudiert, wird das ihm wohl kaum langweilig werden.

    17#marcel weiß • 17. Oktober 2007 @ 15:12 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  18. @Siggi, René: das heisst, in der deutschen Blogosphäre gibt es ein Qualitätsproblem?
    Warum sollten die Amerikaner da besser sein? Weil sie mehr sind?

    Ist es nicht vielmehr ein Aufmerksamkeitsproblem – dass es einfach zu viel Aufwand bedeutet, neue interessante Blogs zu entdecken, wenn man die bekannten, die so leicht zu finden waren, erstmal abgegrast hat?

    18#Fragezeichner • 17. Oktober 2007 @ 15:15 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  19. Definitiv ja zu beiden Fragen. Fühlte mich gerade ein winzigwenig an Hyperion an Bellarmin LIX erinnert. Es war schon immer so das man sich in der Provinz nach oben hauen kann, dann aber den Markt versaut hat.

    Natürlich ist es auch ein Problem der Aufmerksamkeitsdynamiken. Siehe Goldhaber. Aber leider ist der Karton hier nicht so groß, das man noch viele wirkliche Entdeckungen machen könnte. Also cancelt man gleich ganz diese komischen Blogs. Es fehlt die Atmosphäre einer wirklichen Kultur wie in Frankreich oder Italien.

    19#siggi • 17. Oktober 2007 @ 15:24 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  20. @ Fragezeichen: Nein, sondern weil sie das Medium einfach anders begreifen… die haben dort eine natürliches Verständnis der freien Meinungsäußerung, das haben die sich erkämpft und ist kultureller Bestandteil. Bei uns ist das anders, wir sind geprägt von Obrigkeitshörigkeit. Das wird natürlich alles aufgebrochen grade, aber man erkennt noch Fragmente davon heute. Frag doch mal jemanden, der nicht blogt, warum er das nicht tut.

    Der fragt zurück „Warum sollte ich?“

    Und das ist für mich ein zentraler Punkt, ich blogge, weil ich es liebe, eine Stimme zu haben mit der ich Themen ansprechen kann, dabei ist es scheißegal, ob es jemand liest (is aber schon nett, wenn das jemand tut ;-)

    Und diese Lust am Publizieren ist in USA denke ich eher anzutreffen als hierzulande.

    Das mit den neuen interessanten Blogs ist, finde ich, relativ einfach: abonnier dir einfach mal die Via-Geber der großen Blogs und geh bei denen durch die Blogroll. So hat man sehr schnell eine sehr große Anzahl an Blogs, die einen auch thematisch wirklich interessieren….

    20#René • 17. Oktober 2007 @ 15:26 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  21. manchmal kommen sie wieder… ist wie mit den untoten, die sind schwer tot zu kriegen… die blogger

    21#Þórr • 17. Oktober 2007 @ 15:57 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  22. Also doch Hyperion LIX ;-)

    22#siggi • 17. Oktober 2007 @ 16:14 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  23. Sorry für die doofe Frage, aber was sind selbstreferentiellen Blogs?

    23# • Andreas • 17. Oktober 2007 @ 18:13 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  24. http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstreferentialit%C3%A4t

    Kurz: Blogs die übers Bloggen bloggen. Der Text da oben ist selbstreferentiell.

    24#René • 17. Oktober 2007 @ 18:16 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  25. Ich mag diesen Text da oben, René. Sehe es genauso. Dass rumgejammert wird, weil jetzt einige weniger Links bekommen, wen interessiert’s? Die großen Blogs sind vielleicht einfach schon zu “Mainstream” (wie auch immer man das Einstufen mag) geworden um immer wieder auf sie zu verlinken…
    Bloggen macht Spass, ich teile mich mit, das mach ich sowieso: im Freundeskreis, im Büro, per Mail und auch im Blog. Und wenn ich mir vorstelle, dass so ungefähr 100000 Leute im Monat auf meinem Blog landen und das lesen, was ich da so farbriziere, dann isses einfach ein geiles Gefühl. Wer erdet schon gerne mit sich selbst? Und wenn es nur 1000 wären, dann wäre es noch immer geil.

    25#Kai • 17. Oktober 2007 @ 19:40 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  26. ich habe mir nach einem jahr bloggen nur noch eine maxime genommen? gestellt? formuliert?

    schreib so, das auch nichtblogger wissen um was es geht.

    ich finde das ist, für mich, erstmal das wichtigste.

    26#nilz • 17. Oktober 2007 @ 22:35 Uhr • Rate this: Thumb up 1 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  27. gestellt. aber du hast recht damit. kryptische überschriften sind nett, nicht aber für den, der sich nicht für den scheiß interessiert, den man so schreibt. hab ich auch von boing boing gelernt.

    27#René • 17. Oktober 2007 @ 22:55 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  28. Da mach ich nach zwei Jahren durchgehender emsiger Bloggerei Herbstpause und schon liege ich das erste Mal überhaupt im Trend. Sachen gibt’s.

    28#Inishmore • 18. Oktober 2007 @ 13:39 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  29. “Guck Dir Cory Doctorow beim elektrischen Reporter an, der weiß wie’s geht. Die Themen zählen, nicht ob da Werbung dabei ist…”

    rene bei aller liebe das ist blödsinn. boing boing ist a ein sonderfall, es gibt nur ein boing boing und das lebt sehr von dem speziellen umfeld der bayarea und zum anderen sehen wir in den klassischen medien sehr wohl das die werbung die themen bzw. deren behandlung entscheidend bestimmt. will sagen der grad der abhängigkeit von den werbekunden und die finanzielle bedeutung für das einkommen des bloggers sind schon sehr entscheidende größen.
    es sind eben nicht alles waschechte gesinnungstäter wie johnny oder cory, der ja im quasi hauptberuf bei der eff arbeitet.

    besonders wenn das bloggen wie der journalismus “professionalisiert” wird. diese sogenannte professionalisierung war absolutes gift für den journalismus. seit das vollschreiben von toten bäumen von einem sammelbecken “gescheiterter” existenzen zu einem tummelplatz für die karriereperspektiven der sprößlinge des bürgertums wurde ist der vorrauseilende gehorsam zum normalfall geworden. oh gott, ich meyere ja schon wieder, dabei mag ich den gar nicht.

    ansonsten bin ich langweilig und zerfließe in zustimmung zum von dir gesagten.

    29#westernworld • 18. Oktober 2007 @ 13:58 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment
  30. Auch wenn dieser Blogbeitrag schon etwas älter ist, ist er heute noch immer aktuell.
    Mittlerweile bedienen sich die Mainstreams doch bei Blogs und Twitter, um aktuelle Themen (was bewegt die Menschen) überhaupt noch mitzubekommen. Wenn ein Thema hochkocht, kopieren die sogenannten seriösen Medien dann 1 bis 2 Tage später die Blogbeiträge (meist ohne Quellenangabe).
    Deshalb sind Blogs noch lange nicht am Ende sondern erfüllen mit ihren Beiträgen manchmal besser als die Mainstreams die 4. Gewalt im Staat.

    30#oller Osel • 24. August 2010 @ 23:36 Uhr • Rate this: Thumb up 0 Thumb down 0 • Reply: Reply to this comment

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