Ich werde wahrscheinlich nie verstehen, warum um diesen Status “Blogger” ein solcher Wirbel gemacht wird.
Jeriko bringt ein paar Sachen auf den Punkt:
Jedesmal, wenn ihr Google für eine Suche bemüht, unterstützt ihr die Zensur in China. Jedesmal, wenn ihr euch auf YouTube ein Video reinzieht, habt ihr im Hinterkopf, dass das Pentagon dort Propagandavideos für den Irak-Krieg schaltet. Aber es ist natürlich einfach, auf etwas draufzuhauen, wenn man selber nichts damit zu tun hat. Ganz groß. Bin schon gespannt, was die deutsche Behindertenhilfe für Leichen im Keller hat.
Ja sicher sind die Macher hinter diesem Dritten nicht die Erfahrensten in diesem Business. So what, einer muss doch den Anfang machen, oder? Dass man Fehler macht ist nur natürlich, dass darauf rumgetreten wird eigentlich asozial.





Wenn ich auf einen Blog lande schaue ich nicht als erstes darauf, ob Werbung vorhanden ist, sondern versuche das zu finden wonach ich gesucht habe und/oder schaue wor?ºber gebloggt wird, und stelle vielleicht fest, dass der Blog auch einen zweiten Besuch wert sein k??nnte, zack landet er auch mal im Feedreader, dann muss ich noch nicht einmal direkt zum Blog surfen, bei frischem Content.
Sollte mich der frische Inhalt dazu anregen, meinen Senf abzugeben, statte ich dem Blog nat?ºrlich einen Besuch ab, weil kommentieren mei?ütens nicht m??glich ist im Feedreader. Alleine daf?ºr, dass ich meinen Stuss per Kommentar beitragen kann, bin ich dankbar. Was ist jetzt daran schlimm, wenn ich der Werbung, die der Blogbetreiber eingebunden hat, einen Teil meiner Aufmerksamkeit schenke? Schlie?ülich kann ich mich immernoch kritisch mit dem auseinandersetzen, wof?ºr geworben wird.
Der eine mag einwenden, dass alleine die kritische Auseinandersetzung – vorallem die ??ffentliche – mit dem beworbenem, WordBuzz erzeugt. Ist dann schon der Punkt erreicht, an dem die M?ºndigkeit des Publikums mit F?º?üen getreten wird, weil er sowohl als Bef?ºrworter, als auch in der Rolle des Gegners, Teil der Werbemaschine wird?
Ich denke nicht, denn mir bleibt immernoch die freie Wahl, mich einer Diskussion zu enthalten, oder sie mit Beitr?§gen voranzutreiben.
All dies, wird zu sehr von der Idee begleitet, dass Werbung gleich Entm?ºndigung ist. F?ºr mich ist Werbung genau das Gegenteil. Wenn ich etwas geil finde, dann teile ich das mit. Wenn ich etwas schei?üe finde dann teile ich das mit. Auch wenn ich es bin, den ich geil finde. Jede soll es wissen. Damit komme ich zum Desinteresse.
Sei interessiert, dann weckst du Interesse? Hinkt gewaltig! Selbst wenn das Interesse gegen?ºber einer Sache und/oder einer Person durch ?Ñu?üerung von Kritik, die nebenbei bemerkt oftmals zum Heucheln von Kompetenz mi?übraucht wird, deutlich bekundet wird, bleibt es in meinen Augen eine Frage des Zustandekommens, des Interessenaustausches, deren Antwort entscheidet, ob ich des Interessierten Interesse teilen m??chte. Dieser Punkt in Hinblick auf Werbung als solches, ist genau der Punkt.
Wurfpost im Briefkasten, Handzettel in der Fu?üg?§ngerzone, Fernsehwerbung im Radio, Radiowerbung im Fernsehen, Werbung auf den schmalen Schultern irgendwelcher Promis beim n?§chsten Promiboxen und auf den K??pfen von Profiboxern, diese Werbeformen sind Fragen an potentielle Konsumenten, die nur noch antworten sollen. Entweder mit Interesse, oder mit Desinteresse.
Die Interaktion mit den Medien, auf denen oben genannte Werbeformen Anwendung finden, ist eher beschr?§nkt. Das ist bei Blogs anders, oder? Hinter Blogs stecken, wenn nicht durch technische Kniffe automatisierter Blog, einzelnde Individuen oder kleine Gruppen die, lasst es mich Darsteller nennen. Und wie die darstellen! Was alles dargestellt werden kann und wird, muss ich und kann ich auch garnicht zusammenfassen.
Sagen wir, der Einfachheit halber, alles. F?ºr alles kann sich niemand ernsthaft interessieren. F?ºr jedes Interesse, gibt es ein paar passende Blogs. Bloggern deren Themen mich ebenfalls interessieren, m??chte ich unterstellen k??nnen, dass sie, wenn sie werben f?ºr etwas werben, das mein Interesse wecken k??nnte. Okay, das ist durch Relevance Ads leicht zu erreichen, aber das ist bei den Gewinnen, die wohl die meisten Blogger machen, eher gering, wobei ich die H??he der Werbeeinnahme nicht als Akzeptanzkriterium, f?ºr die Rechtfertigung von Werbung auf Blogs verwenden m??chte.
Ich m??chte nicht die Frage stellen, ob jeder seinen Preis hat, und wenn nur dann, sobald die W?§hrung Aufmerksamkeit hei?üt. Eine kostenlose Ausgabe einer Zeitung ist nat?ºrlich nicht ganz kostenlos. Sie kostet immernoch meine Aufmerksamkeit. Da sag ich doch mal Heureka!
Meine Aufmerksamkeit kann ich zielgerichtet einsetzen, oder? Nicht immer ganz leicht bei der Flut von Informationen, die uns zwischendurch, in leichten Brisen entgegenwehen und in mundgerechten Happen serviert werden, bis es blutet, aber durchaus machbar.
Dazu auch gleich einmal Werbung f?ºr ein Buch, wenn es mir erlaubt sei. Ich bin mit dem Autoren weder verwandt noch verschw?§gert und partizipiere in keinster Weise an den Tantiemen.
Kai Romhardt hat ein Buch geschrieben mit dem Titel “Wissen ist Machbar” in dem einige brauchbare Ans?§tze zu finden waren, die mir die ersten H?ºrden, auf meinen Weg zum Informationsflu?ü-Goldsch?ºrfer leicht entrei?üen konnten. Also soll die Schl?ºsselfrage lauten, was ist mir die Aufmerksamkeit der Leser meines Blogs wert. Ist sie mir mehr meiner eigenen Aufmerksamkeit wert, die ich auf Dinge richte, die meine Aufmerksamkeit verdient haben, die ich dann als Blogger, in Form von relativ konstant, interessant gestalteten Artikeln, darstelle?
Oder ist sie mir mehr die Aufmerksamkeit wert, die Unternehmen auf den Erfolg einer Werbekampgne richten?
Balance ist das Stichwort.
Manuel: Danke f?ºr den tollen Kommentar, ich habe da ein paar Abs?§tze eingef?ºgt und gleich Kommafehler mitgetilgt, wo ich sie gesehen habe. Sonst habe ich nichts ge?§ndert! Danke!
Interessant. Zwei fl?ºchtige Gedanken dazu:
Was ich bei vielen Bloggern faszinierend finde: die leicht schizoide Haltung, einerseits bei Kritik am eigenen Blog selbigen mit S?§tzen ala “mein Blog / ich mache hier was ich will / wenns Dir nicht passt geh halt wo anders hin, etc.” zu verteidigen, andererseits ohne irgendwelche Scheu in anderen Blogs als (fundamentalistische) Vertreter einer Szene aufzutreten, sprich zu kommentieren.
Was konkret Adical angeht: Deren Kommunikation fand ich bisher eher schlecht. Sowohl wie und was (bzw. was nicht) gesagt wurde. Und das wiederum verwundert dann doch etwas, denn so ganz unerfahren sind die Dame und die Herren ja dann doch nicht. Zumindest nicht in Kommunikationsangelegenheiten…