General Robots

16,7 Einheiten Liebe pro Gramm, Du Musikstück

Weil die bösen Menschen ja Musik aus dem Internetz laden und das meistens auch noch illegal, weil die Festplatten immer größer werden und die Menschen ja gradezu unglaublich umfassende Musiksammlungen – ach was, Sammlungen: es sind Audiotheken! – anlegen, immer mehr mehr mehr Musik auf ihre immer fetteren iPods, Festplatten, Jukeboxes, Dingsbumse laden, deshalb geht ihnen die Liebe zur Musik flöten.

“Weil eine Festplatte immer das Gleiche wiegt – egal ob 100, 1.000 oder 10.000 Musikdateien darauf gespeichert sind -, geht schleichend das Gefühl für den Wert von Musik verloren”, sagt Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, anlässlich des Tages des geistigen Eigentums. “Die fortschreitende Digitalisierung kreativer Inhalte wie Musik, Filme oder Bücher erfordert dringend eine Neubewertung des Urheberrechts. Vom Kopieren können Künstler nicht leben, deshalb brauchen wir eine breite Debatte zum Schutz geistigen Eigentums in der digitalen Welt”. (Golem, via)

1. Die Beatles, ich liebe sie. Ich habe sie kennengelernt, richtig meine ich und nicht nur die handvoll Superhits, durch eine illegale CD, auf der sämtliche Alben drauf waren. Und das ist nur eines von vielen Beispielen und ja, ich habe mir seit dem vier Alben der Beatles auf CD gekauft. Das weiße, Revolver, Let it be und Sgt Peppers Lonely Hearts Club Band. Die “Neubewertung” des Urheberrechts hat schon längst stattgefunden, Herr Haentjes, und dagegen können Sie nichts, aber auch gar nichts tun.

2. Laut Ihrer Rechnung, Herr Haentjes, verliert Musik quasi an Dichte, desto mehr man von ihr auf dem gleichen Platz lagert. Was für ein ausgemachter Vollpfosten sie doch sind, zeigt diese Denkweise aber ihren sackgassigen Ansatz: Sie bewerten Musik physikalisch. Nach Gewicht. Nach Preis. Nach einer Einheit. Ein Musikliebhaber kennt diese Einheiten nicht, er bewertet Musik abstrakt, er liebt Musik und den Wert, den Musik für den Fan hat, ist nicht messbar. Der Fan kennt seine eigenen Einheiten: Rock, Blues, Soul, New Wave. Das alles aber sind wiederum Kategorien, die ihnen so fremd sein dürften, wie es mir Krawatten sind.

3. Warum können Künstler vom Kopieren nicht leben? Wer sagt das? Sie mit ihrer Milchmädchenrechnung? Weil Ihnen die Perspektive fehlt? Das Verständnis? Wahrscheinlich ist es letzteres und das kann man ihnen schwerlich zu Vorwurf machen. Die digitale Welt will auch erstmal kapiert werden, und das ist für unbewegliche geistige Besitzstandswahrer wie Sie erstmal gar nicht so einfach. Sie haben die digitalen Distributionswege bisher nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft, weil Sie zuerst mit Scheuklappen digitale CD-Läden im Netz verhindert und schließlich unter dem Erfolgsdruck von Apples iTunes widerwillig zugestimmt haben, während sich (illegalisierte) Netzwerke bildeten, die Musik und Film und Kultur für jeden zugänglich machte, der Zeit und Willens ist. sich einigermaßen mit der Technik auseinanderzusetzen. Warum Sie keinen Weg finden, diese Netzwerke zu nutzen, bleibt Ihr Geheimnis.

4. Musik entwerten, das tun große Musikverlage mit ihren Minderwertigen Produkten, die tatsächlich nichts anderes sind als ein – pfui! – Produkt. Die seichte, konformistische, glattgebügelte, mit der Hilfe von Mega-Medien ins Volk gepresste Massenverdummung die Sie betreiben entwertet Musik. Jeder, der diesen Schrott herunterlädt und hört, ganz egal ob bezahlt oder nicht, entwertet Musik. Und es ist mit Sicherheit nicht der Freak, der Fan, der zwei externe Festplatten voll mit Musik hat, von denen Sie in drei Leben niemals hören würden, selbst wenn Sie sich anstrengen würden, der Musik entwertet. Sie sind es, der Fans beleidigt und dem geschmacklosen Idioten das falscheste Lächeln schenkt, der Musik entwertet. Sie. Ganz alleine.

5.
(Youtube DirektAmen)

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32 Kommentare

  1. “Vom Kopieren k??nnen K?ºnstler nicht leben, deshalb brauchen wir eine breite Debatte zum Schutz geistigen Eigentums in der digitalen Welt‚Äù

    Wenn man jetzt das Wort “K?ºnstler” durch “Musikindustrie”,”RIAA” oder “Michael Haentjes” ersetzt macht es vielleicht mehr Sinn. Empathie mit einem dieser Hungerleider kann ich aber irgendwie dann doch nicht aufbringen.

    1# - Heide - 26. April 2007 @ 15:09 Uhr Reply to this comment
  2. Vielleicht verstehe ich Herrn Haentjes falsch, aber erstmal kann ich ihn teilweise nachvollziehen: Ich kenne genug Menschen, die Unmassen an Musik auf ihrer Festplatte horten, aber keinerlei Zeit finden diese dann auch zu h??ren. “Hab ich mir runtergeladen, aber noch nicht angeh??rt…” Musik, die man sich illegal aus dem Netz zieht, kostet nix. Die muss man dann auch nicht zwangsl?§ufig h??ren. Hauptsache besitzen. Herr Haentjes spricht wahrscheinlich auch eher von den Kids, die sich die Musik runterladen und sich noch nie im Leben eine CD gekauft haben. Warum auch? Gibt es ja f?ºr umme.
    Ich habe durch das Netz viele gro?üartige K?ºnstler kennengelertn, mir daraufhin die CD angeschafft. Aber diese Art der Nutzung ist ja doch wohl eher die Ausnahme.

    2# - justus_jonas - 26. April 2007 @ 15:34 Uhr Reply to this comment
  3. Ren?®, das ist nicht lustig, sondern ein ernstes Thema!

    Hast du mal an die Opfer gedacht? Die Lars Ulrichs, die sich keinen neuen Sportwagen kaufen k??nnen, die armen Kinder der Snoop Dogs, die keinen gr???üeren Pool bekommen oder meinetwegen auch die Bohlens, die sich keine neuen Frauen mehr leisten k??nnen?

    DAS ist das einzige Verbrechen bei der ganzen Sache.
    Und dass das Internet ?ºberbewertet wird ist ja wohl auch unumstritten.

    Also wirklich, so eine kurzsichtige Ansicht h?§tte ich dir nun wirklich nicht zugetraut…

    3# - izanagi - 26. April 2007 @ 15:43 Uhr Reply to this comment
  4. @ Justus: Nun, genau um die geht es, ja. Aber dieses Horten von Musik sagt doch letztlich gar nicht dar?ºber aus, welchen Stellenwert Musik im Leben dieser Menschen einnimmt?

    Und hey, klar, die Kids auf dem Schulhof, die kaufen sich nie CDs. Hmmm. War das aber fr?ºher anders? Ich kann mich erinnern, dass hardcore-Plattenkaufen find bei mir jenseits der 20 an. Als Kind auf dem Schulhof tauschten wir Tapes, so fuckin what.

    Diese Industrieheinis sollen endlich damit aufh??ren, mir einreden zu wollen, ich w?§re ein schlechter Mensch, weil ich meine M??glichkeiten nutze um ein Album zu h??ren, wann und wie oft und wo ICH es will. Dann k??nnen wir auch nochmal ?ºber Geld reden.

    4# - Ren?© - 26. April 2007 @ 15:47 Uhr Reply to this comment
  5. Die ganzen BWL-Heinis reden immer davon, dass man den Kids “die Wertigkeit von Musik” neu beibringen m?ºsste. Und dann wird ihnen parallel durch verzahnte Medienkampagnen der letzte DSDS-Schund in den Rachen gestopft und im Radio die Existenz von Popkultur au?üerhalb eines Robbie W. geleugnet. Dabei ist es doch das tolle an Musik – dessen “Wertigkeit” kann nie beigebracht werden, jeder muss sie f?ºr sich selbst entdecken. Und wenn diese Aufgabe nun eben die illegale mp3 von Karma Police oder I Bet You Look Good on The Dancefloor oder Strawberry Fields ?É?ºbernimmt….so what ? Das ist das exakt gleiche Spiel wie seit gesch?§tzten f?ºnfundzwanzig Jahren.

    5# - hendrik - 26. April 2007 @ 16:10 Uhr Reply to this comment
  6. Mal abgesehen von den ganzen anderen (richtigen) Punkten. Danke f?ºr die wunderbare Doku!

    6# - Philippp - 26. April 2007 @ 16:34 Uhr Reply to this comment
  7. pro oder contra… keine ahnung. eins ist aber sicher, die romantik geht vollkommen fl??ten und das ist schade. ich als ehemaliger “elektro-heini”, habe als 12 j?§hriger einen arsch voll zeitungen austragen m?ºssen, um mir die “music for the jilted generation” von “the prodigy” kaufen zu k??nnen… hatte deshalb auch immer einen vollkommen anderen bezug zu meinen hart erworbenen scheiben…

    7# - Theo - 26. April 2007 @ 16:36 Uhr Reply to this comment
  8. Vielleicht verstehe ich Herrn Haentjes falsch, aber erstmal kann ich ihn teilweise nachvollziehen

    Nein, ganz und gar nicht, denn wieder einmal wird Ursache und Wirkung verwechselt, alles in einen Topf geworfen, umger?ºhrt und was dabei rauskommt, schmeckt den Herren in den Vorstandsetagen nunmal nicht. Kann da Rene nur zustimmen, die Entwertung geschieht durch die Musikverwerter und unm?ºndige Vollpfosten, die jeden Scheiss haben m?ºssen, welche die Industrie in ihren Massenmedien breitwalzt.

    8# - Falk - 26. April 2007 @ 16:49 Uhr Reply to this comment
  9. @ Theo: Nun, das mit der Romantik ist im nachhinein einfach ein verkl?§rter Blick auf die “gute alte Zeit”… wenn Du Dich an damals erinnerst, dann war das einfach GEIL, die neue Prodigy zu holen und die Vorg?§nger hattest Du Dir von den Klassenkameraden kopiert. Nix anderes l?§uft heute, nur eben in der Masse mehr. Was solls, die Kids w?ºrden sowieso die Platten nicht kaufen, so gesehen gibt es auch keine Umsatzeinbu?üen.

    Und: ich w?ºrde ja gerne mal wissen, wieviel Umsatzplus die Herren von den Labels und Verb?§nden mehr einnehmen durch Lizenzeinnahmen an schei?ü Klingeltonverk?§ufen, was Musik wohl ebenfalls nicht “aufwerten” d?ºrfte. Die tauchen ja zum Gl?ºck in den Absatzzahlen nicht auf.

    9# - Ren?© - 26. April 2007 @ 17:02 Uhr Reply to this comment
  10. Und: ich w?ºrde ja gerne mal wissen, wieviel Umsatzplus die Herren von den Labels und Verb?§nden mehr einnehmen durch Lizenzeinnahmen an schei?ü Klingeltonverk?§ufen

    Downloads und Klingelt??ne: 3,5 Millionen Euro im Jahr 2006, was einem Umsatzr?ºckgang von 2 Millionen gegen?ºber 2005 bedeutet.

    10# - Falk - 26. April 2007 @ 17:10 Uhr Reply to this comment
  11. Die Frage ist eigentlich, wieviele CDs w?ºrden verkauft werden wenn es keine illegalen Downloads, CD brennen etc geben w?ºrde. Ich zB w?ºrde mir auch ohne “alternative M??glichkeiten” nicht mehr CDs kaufen als jetzt. Dazu reicht das Geld einfach nicht. Das war als Sch?ºler so, ist jetzt als Zivi so und wird auch noch mind. 5 Jahre als Student so sein.
    Die andere Sache ist das CDs unpraktisch sind. Ich will nicht alle 30-60 Minuten zum CD Spieler laufen und eine neue CD einlegen.
    Aber ich w?§re eindeutig f?ºr eine Musikflatrate, da hat ja mal wer ausgerechnet (Link verloren ;() das wenn jeder der tauschb??rsen nutzt ‚Ǩ50 im jahr zahlt, alle umsatzeinbussen der musikindustrie ausgeb?ºgelt werden k??nnten. und tauschb??rsen, cds kopieren, rippen ist alles legal. sowas w?§r fein und die ‚Ǩ50 w?ºrde ich jahr f?ºr jahr gerne zahlen.

    11# - Florian - 26. April 2007 @ 17:35 Uhr Reply to this comment
  12. Zun?§chst mal vielen Dank f?ºr die vollst?§ndig und mitten ins Schwarze treffende Bewertung des Bullshits, den dieser Musikausbeuter da abgesondert hat. Mir f?§llt nur noch ein Beispiel ein: Ich habe mir letztens das neue Arcade Fire-Album gekauft. Nicht auf CD, sondern auf Vinyl – wegen der Wertigkeit und so. Ich kannte es vorher schon, wollte es aber ganz haptisch selbst in meiner Schatztruhe stehen haben (man bemerke die Wortwahl). Mit der Platte zusammen gab es einen Gutschein des Labels (City Slang), der zum einmaligen Download des gesamten Albums berechtigte. Argument: Musikliebhaber m??chten ihre Musik auch mal mitnehmen, was mit Platte ja schwierig ist. Da hat wohl jemand etwas verstanden. Warum nur glaube ich nicht, dass mir so etwas jemals beim Erwerb des neuen (bitte hier einen gehypten Plastikact einsetzen)-Albums passieren w?ºrde??

    12# - vib - 26. April 2007 @ 17:35 Uhr Reply to this comment
  13. Die Leute, die sich eine Million MP3s ohne Sinn und Verstand auf Festplatten b?ºgeln, um sie dann nie zu h??ren, hatten auch vorher keinen Musikgeschmack und keinen Sinn f?ºr die Wertigkeit von Musik. Punkt.

    13# - Armin - 26. April 2007 @ 17:56 Uhr Reply to this comment
  14. Realsatire gef?§llig?

    Auch die GEMA l?§sst sich nicht lumpen und startet gemeinsam mit der Teeniepostille Bravo eine Marketingkampagne mit der man “die jungen Musikfans in einem hoch emotionalen Umfeld direkt anzusprechen und f?ºr den Schutz der kreativen Arbeit ihrer Idole zu sensibilisieren” hofft, so Henrik H??rning, Marketingdirektor der Rechteverwertungsgesellschaft. Titel der Aktion: “Sch?ºtze Deinen Star!” Dabei sollen Jugendliche als “GEMA-Scout” angeworben werden und in Schulen und Jugendzentren ihre Altergenossen “?ºber den Schutz der Urheberrechte und die Arbeit der GEMA aufkl?§ren.”

    14# - justus_jonas - 26. April 2007 @ 18:07 Uhr Reply to this comment
  15. “GEMA-Scout”? Kling f?ºr mich nach Spitzel.

    15# - Heide - 26. April 2007 @ 18:39 Uhr Reply to this comment
  16. @vib, @Armin: So isses! Entweder jemand mi?üt Musik keinen gro?üen Wert bei, oder er tut es. Die Vinyl Downloadlizenz-Option ist klasse. Bei welchem Label war das? Denn: Wenn ich ein Album sch?§tze, bleibt es ohne das ganze Artwork irgendwie gesichtslos f?ºr mich, bis ich mir eben die CD oder Platte kaufe. Und unterwegs h??ren ist ein schlagendes Argument f?ºr jemanden, der 3-4 Stunden t?§glich unterwegs ist.

    16# - Julie Paradise - 26. April 2007 @ 19:07 Uhr Reply to this comment
  17. F?ºr Musikliebhaber wie du und ich mag das alles zustimmen. Sogar zu 100% und voll auf den Punkt, aber leider sind unter P2P Nutzern nicht nur Liebhaber, sondern oft Leute, die sich eben den Massenverdummungsschei?ü zu Hauf als MP3 besorgen und damit dann im Sinne von Sammeln und Posen und so manch anderem ein Archiv anlegen. Die haben den kulturellen Sinn hinter der Sache nicht verstanden.
    Anbei m??chte ich nochmals Sub Pop erw?§hnen, die mittlerweile viele Vinyls mit Gutscheinen zum Herunterladen des Inhalts als MP3s beilegen. Mir war klar, dass viele Bands es sehr gut finden, dass Leute sie ?ºber das Internet und MP3s kennen lernen, da die wirklichen Liebhaber/Fans/etc. gerade dann ihre Platte im Original kaufen und zu den Shows gehen. Aber dass gerade ein Label wie Sup Pop solche Aktionen startet finde ich sehr gut und beispielhaft!
    Mein Vinyl wiegt insgesamt mindestens 7kg und ich bin 17. Call me a musiclover. Nur so am Rand.

    17# - dan - 26. April 2007 @ 19:35 Uhr Reply to this comment
  18. meine festplatte ist schon ziemlich schwer geworden.

    18# - lebowski - 26. April 2007 @ 19:35 Uhr Reply to this comment
  19. @dan: Du bist ja auch der Coolste!
    Noch nebenbei bemerkt: Das eigentliche Gesch?§ft machen die K?ºnstler inzwischen sowieso auf Tour.

    19# - Julie Paradise - 26. April 2007 @ 19:54 Uhr Reply to this comment
  20. Zum Schluss bleiben die kleinen, alternativen Bands auf der Strecke, weil die kleinen Labels auch eingehen!!!
    Band bringt keinen Umsatz weil keine CDs verkauft, Label schickt Band aufs Abstellgleis. Die Band bleibt ohne Plattenvertrag und es kommt nie zu einer Aufnahme. So lange es aber kein Aufwand ist eine illegale mp3 downzuloaden und man nicht mit Konsequenzen zu rechnen hat, warum soll man eine CD kaufen, diese rippen, um dann wieder nur die mp3 zu nutzen. Das ist NICHT vergleichbar mit einem Tape, dass mir mein Freund mal kopieren hat m?ºssen und wo die Qualit?§t mit jeder Kopie abgenommen hat.
    KAUFT MUSIK LEGAL, bevor es keine guten Bands mehr gibt. Die Popsternchen verdienen mit den Klingelt??nen eh mehr als mit den CDs, da k??nnt ihr euch weiter Klingelt??ne runterladen, statt CDs kaufen. ;-)

    20# - martin - 26. April 2007 @ 20:05 Uhr Reply to this comment
  21. “Das eigentliche Gesch?§ft machen die K?ºnstler inzwischen sowieso auf Tour.”

    Das w?§re sch??n, ich glaube aber nicht dass das generell der Fall ist. In letzter Zeit habe ich es schon mehrmals erlebt dass die K?ºnstler selbst bei ?ºber 60 Besuchern (und ich sehe eher weniger als mehr so stark besuchte Konzerte) nach dem Konzert geradezu um Geld betteln mussten um die Benzinkosten zu bezahlen. Gut das waren nicht ?ºberm?§?üig bekannte Bands aus ?úbersee, aber auch James Murphy (LCD Soundsystem) der mit seinem neuen Album in den amerikanischen Top 50 gelandet ist meinte letztens in einem Interview f?ºr ihn sei das Touren ein Verlustgesch?§ft.

    Ein Problem ist glaube ich dass bei fallenden Tontr?§gerverk?§ufen nicht gleichzeitig mehr Leute als fr?ºher zu Konzerten gehen, und wenn dann auch noch erwartet wird dass sich K?ºnstler rein ?ºber Touren finanzieren bedeutet das sie m?ºssen mehr touren als bisher, d.h. es gibt mehr Konzerte insgesamt (mit weniger Besuchern pro Konzert) oder weiter steigende Ticketpreise ?ºber die jetzt schon viel gest??hnt wird.

    21# - Uli - 26. April 2007 @ 20:46 Uhr Reply to this comment
  22. Nochmal meinen Senf, beziehungsweise der Senf von JAMMIN*INC (Was ist h?§rter V.2):

    Ihr geht in die Charts wir gehn in Herzen,
    ein Blick auf die Charts bereitet nur noch Schmerzen,
    Popstars, One-Hit-Wonder, Images
    kein Wunder, wenn Aussehen statt Talent Bedingung ist
    wir brauchen nicht noch mehr Interpreten
    wir brauchen talentierte Typen mit echte Charakteren
    euer Zeug ist zu billig und hat zu wenig Qualita?ten
    und ihr verlangt fu?r den Schrott zu viel Moneten
    finanziert Kopierschutz und Anwaltskanzlein
    ihr versucht Musikfans die Hand ab zu schneiden
    kriminalisiert den Ka?ufer, der euch finanziert
    kein Wunder das ihr ihn am Ende verliert
    Habt ihr schon mal ‘nen Buch mit Kopierschutz gesehn?
    Nein, das ist auch der Grund warum sie noch u?bern Ladentisch gehn
    Macht so weiter, aber rechnet nicht mit Erfolg
    denn gute Musik u?berlebt auch euch….

    22# - izanagi - 26. April 2007 @ 21:45 Uhr Reply to this comment
  23. @ Dan (19) & alle: Glaubst Du, diese Leute w?ºrden sich diesen ganzen M?ºll wirklich kaufen? Das waren doch diejenigen, die sich einmal im Monat den Best-Of-The-Charts-Sampler f?ºr 5 Euro vom Grabbeltisch kaufen, thats it. Ob die sich nun per P2P den ganzen Dreck umsonst auf die Platte schaufeln, hat doch auf die Verkaufszahlen imho nur einen marginalen Effekt. Im Gegenteil: F?ºnden die Verb?§nde einen Weg, P2P zu monetarisieren, st?ºnden da neue Einnahmequellen zur Verf?ºgung.

    Ich bleibe dabei: Die Technik steht, wird genutzt und geht nicht mehr weg. Es bleiben nur zwei M??glichkeiten: Die vollst?§ndige Kriminalisierung von Millionen von Internetusern und die komplette ?úberwachung aller Datenstr??me, oder der Versuch, diese Datenstr??me zu monetarisieren.

    Nat?ºrlich sehe ich das Problem bei kleinen Bands auch, nur: such mal bei Isohunt nach einer kleinen Band, da findet man nur, wenn man Gl?ºck hat und es bleibt einem gar keine andere M??glichkeit, als die CD zu kaufen.

    Und dass kleine Bands mit Touren nicht wirklich verdienen: war das je anders?

    23# - Ren?© - 26. April 2007 @ 22:04 Uhr Reply to this comment
  24. Da untersch?§tzt du aber das Internet, vielleicht nicht auf Isohunt aber auf Rapidshare, Emule oder privaten Torrentseiten kannst du so ziemlich alles finden was mehr als 100 Leute interessiert.

    Und dass viele kleinere Bands mit Touren nichts verdienen war genau mein Problem mit Julies Aussage ;) Es gibt sicher welche die mehr oder welche die weniger Probleme damit haben, hat ja z.B. damit zu tun wie viele es sind, wie dicht die Fanbasis an bestimmten Orten konzentriert ist und was man an Equipment rumschleifen muss. Es ist halt nicht ganz so einfach dass jetzt jeder Musiker nur mal wieder was mehr touren muss und gut ist.

    24# - Uli - 26. April 2007 @ 22:34 Uhr Reply to this comment
  25. @ rene: Davon gehen ich eigentlich nicht aus und Besserung ist da auch nicht in Sicht.

    @ martin: Gerade die Aussage mit dem Nachteil f?ºr kleine alternative Bands finde ich Bl??dsinn. Meiner Erfahrung nach freuen sich die meisten dieser Bands, dass ihre Musik ?ºber das Internet besser zug?§nglich ist. Mittlerweile ist es auch bei den Labels so.
    Die wirklich “alternativen” Bands d?ºrften es rein nach DIY, Punk und sonstigen Idealen sowieso nicht darauf anlegen mit Musik Profit zu machen oder davon zu leben. Das ist doch der v??llig falsche Ansatz f?ºr einen K?ºnstler.
    Dass die Labels kleineren Bands keine Chance geben, weil ihre CDs keine Ums?§tze machen, finde ich ebenso komisch. Denn wenn dies so ist, setzt das Label am gleich falschen Punkt an wie Bands die nicht nur wegen der Musik Musik machen, sondern auch wegen dem Geld.

    25# - dan - 27. April 2007 @ 09:59 Uhr Reply to this comment
  26. @dan: Als kleine Band ist es super, wenn sich jeder deine mp3s gratis runtersaugt und du so bekannt wirst. Die Band will vielleicht auch gar kein Geld und ist froh, wenn sich ihre Musik verbreitet. ABER wenn das Label, das Studio, der Vertrieb, usw. kein Geld verdienen, wer ?ºbernimmt dann die Kosten der Aufnahme?
    Das bedeutet aber auch, dass es keine mp3s von der Band geben wird. Wie willst Du als Band also bekannt werden?
    Die Labels verdienen nicht an den kleinen Bands, kleine Bands bedeuten nur Ausgaben. Nur wenn das Label auf das richtige Pferd gesetzt hat, kann es sp?§ter Kohle absahnen.

    26# - martin - 27. April 2007 @ 11:39 Uhr Reply to this comment
  27. @martin: Wir reden von zwei leicht unterschiedlichen Sachen. Denn ich rede von Labels, die eher als Nebenerwerb oder Hobby betrieben werden. So z.B. denovali aus K??ln (wwwn.denovali.com). Hier ist das einzige Ziel Musik zu verbreiten, Bands zu supporten und Spa?ü an der Sache zu haben. Das ist das prim?§re Ziel, sekund?§r ist dabei, dass keine roten Zahlen geschrieben werden. Es soll nicht unbedingt Profit, aber auch kein gro?üartiger Verlust entstehen.
    Hierbei bezahlen die Bands selbst das Studio und kriegen das Geld daf?ºr oft nicht wieder rein, doch so gut wie jede Band, die nicht auf einem Major ist, ist auch eher etwas, dass man neben der Arbeit in der Freizeit tut. Somit ist die Band oft ein Hobby und Hobbys kosten manchmal auch Geld. Es w?ºrde ja auch niemand die Farben und die Leinwand f?ºr ein neues Gem?§lde bezahlen, wenn du nur in deiner Freizeit malst. Kunst in solchen F?§llen nichts mit dem man Geld verdient. Das finde ich ehrlich gesagt nicht schlecht.
    In einer solchen Szene und unter solchen Umst?§nden gibt es auch MP3s der Band. Ein gutes Beispiel hier ist die Band Kill.Kim.Novak (www.killkimnovak.de).

    27# - dan - 27. April 2007 @ 13:18 Uhr Reply to this comment
  28. @dan#27:
    D.I.Y. steht nicht f?ºr “k.ein G.eld v.erdienen”, sondern auch f?ºr einen unabh?§ngigen, selbstgew?§hlten Lebensentwurf, der sich wohl oder ?ºbel auch finanzieren lassen muss. “Nebenbei” und “Hobby” klingt wie Hecke schneiden und Bausparvertrag.

    28# - ber - 27. April 2007 @ 15:00 Uhr Reply to this comment
  29. kann man die sinkenden Verkaufszahlen nicht auch so auffassen das Musiker mehr ins “reale” Leben abseits der Musik gedr?§ngt werden? F?ºr manche – gerade die angesprochenen “Plastikmusiker” – w?§re das bestimmt ein heilsamer Schock f?ºr Geld arbeiten zu m?ºssen. Ich will nicht sagen das Musik schreiben, singen, touren, aufnehmen, Management etc keine Arbeit ist aber f?ºr diese Menschen die wirklich im Popularmusikhimmel sitzen … macht man das wirklich etwas selbst? Relativ wenig nehme ich doch an.

    Meiner Meinung nach verliert Musik nicht an wert wegen der MP3-Geschichte sondern schlicht wegen der Handhabung als Ware durch die Musikindustrie (wie Ren?© ja angesprochen hat) und die Masse. Fr?ºher hatte ich einen Laden der ein begrenztes Kontingent hatte und was nicht da war oder im Radio gespielt wurde geh??rte nicht zur Musikwelt (au?üer ?ºber Freunde oder Urlaube oder sonstwas). Man hat noch Dinge entdeckt und heute? Man wird doch ?ºberall nur noch mit Einheitsmusik bombardiert Radio, Clubs oder Coverbands…. Da ist doch klar das die Jugend gar nicht so viel neues entdecken kann geschweige denn einen Wert drin sieht, oder?

    Ich f?ºr meinen Teil kaufe. Nicht alles aber doch recht viel, ?ºber Flohm?§rkte, eBay und Amazon ersteigert man sich damit doch recht g?ºnstig eine gut sortierte Sammlung zusammen. Das st??bern , sammeln und jagen wird durch das Internet nicht wenig unterst?ºtzt und die meisten Lieder die mir gefallen werden dann im Album gekauft sobald sie etwas g?ºnstiger sind – diesen Kompromiss muss ich als Sch?ºler eingehen.

    Ich bin gerade mal ?ºberschlagsm?§?üig die CDs in meinen Regalen durchgegangen. 280 CDs (SP/LP) ich m??chte zwar nicht wissen wieviel Geld ich jetzt insgesamt ausgegeben habe, aber missen? Meine Musik geh??rt zu mir und Musik die es mir nicht wert ist gekauft zu werden, welches Armutszeugnis stelle ich dann ?ºber meinen Musikgeschmack aus?

    29# - Anselm - 28. April 2007 @ 12:24 Uhr Reply to this comment
  30. F?ºr manche – gerade die angesprochenen ‚ÄúPlastikmusiker‚Äù – w?§re das bestimmt ein heilsamer Schock f?ºr Geld arbeiten zu m?ºssen.

    Mist. Immer, wenn ich so einen Satz gelesen habe, kann ich den Rest des Kommentars nicht mehr ernst nehmen.

    30# - Armin - 28. April 2007 @ 12:35 Uhr Reply to this comment
  31. Zu den kleinen bands: ohne Internet, illegale downloads und dergleichen h?§tte ich niemlas von Car Bomb geh??rt. Deren CD ist in Europa extrem schwer zu bekommen, hab mir sie dann aber bestellen k??nnen und siehe da – ich hab seit dem 16.3.07 bis heute (4.5.07) 850 plays.(last.fm l?§uft bei mir immer mit) F?ºr kleine Bands ist das Internet IDEAL, um sich mitzuteilen, oder habt ihr schnmal bei Saturn oder dergleichen eine Underground CD gefunden die euch umhaut?

    Nat?ºrlich werden kleine bands mit ihrer musik nicht reich, aber gute musik setzt sich immer durch. Dank Musikliebhabern.

    Und als Drummer einer Underground band sag ich euch ganz ehrlich: lieber nur 500 Alben verkaufen und 1000mal runtergeladen werden, dabei aber Menschen mit meiner Musik zu erreichen, als wie Madonna Millionen alben zu verkaufen, die aber letztendlich jedem am Arsch vorbeigehen.

    Kunst ist eben nicht mit Geld zu messen.

    31# - Jan - 04. Mai 2007 @ 13:50 Uhr Reply to this comment
  32. die künstler , die kapiert haben, was man machen muss, sind monty python und u2. beide zeigen auf eigene kanäle auf youtube besondere extras und produzieren auf die platte wiederum extras, also die man nicht so schnell runterkopieren kann, weil einfach zum produkt gehören, schau dir die neue u2 platte, da gibt e salle mögliche formate, verpackungen, film inklusiv, booklet, book, magazin….also wenn man liebt diese künstler kann eigentlich nur kaufen statt runterladen, weil es macht einfach mehr spass es zu besitzen

    32# - rilla - 15. März 2009 @ 12:40 Uhr Reply to this comment

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