Das Thema hat mich ja mehr beschäftig, als ich bereit bin, zuzugeben. Man macht sich ja schon so Gedanken, wie man von irgendwelchen PR-Heinis und Unternehmen gesehen wird. Deren Perspektive läßt sich an zwei Szenen aus diesem PR-Filmchen mit Blogger-Staffage ausmachen:
1.) Blogs sind ein Markt.
Völliger Unsinn. Blogs sind Mikro-Gemeinschaften, die gemeinsam Kreise bilden, die mit anderen Kreisen anderer Mikro-Gemeinschaften nichts zu tun haben (müssen) und die vor allem kommunizieren. Kneipen sind übrigens dasselbe. Man hat zwei oder drei Stammkneipen, andere haben andere Stammkneipen und es gibt Überschneidungen. Blogs sind also ein Abbild dieser Gesellschaft, so heterogen wie es eben geht, und eine Gesellschaft als „Markt“ zu bezeichnen ist Mumpitz. Angler sind ein Markt für Angelbedarf. Blogs über das Angeln sind Kommunikation über die Tätigkeit, für deren Ausübung man Produkte am Angelbedarfs-Markt kauft, Blogs kommunizieren also extern über Märkte, aber nicht nur über diese, sondern auch über die dickste Forelle, die jemals gefangen wurde. Wahrscheinlich nicht von einem PR-Heini.
2.) PR-Agenturen sehen sich immer noch als Gatekeeper zwischen Unternehmen und Kunden.
Als Cornelia Kunze von Edelmann diesen Satz sagte, wiegelte Jens sofort ab mit den Worten: „That’s over“ und sie so: „Najaaa“… Klar sagt sie das, alles andere würde ihren Job kompletto in Frage stellen. Sind wir doch mal ehrlich: echte Kommunikation von Unternehmen mit Kunden gibt es nicht. Alles wird verpackt und einem Unternehmensziel unterjocht, klare Ansagen sind äußerst selten. So selten, dass ich kein Beispiel nennen kann. Echte Kommunikation läuft außerhalb der Unternehmen ab. In der Kneipe erzählt man sich, wie scheiße doch der neue Laptop von Firma X doch sei und man könne davon nur abraten. Diese Kommunikation läuft jetzt eben öffentlich in einem viel größeren Rahmen ab, per Google von jedem auffindbar. Gewöhnt Euch daran: Eure Kunden stehen mitten in Euren Großraumbüros und erzählen Euch in ungewohntem Un-Corporate-Sprech, wie scheiße (oder wie gut!) Eure Produkte sind. Dafür braucht ihr keine Public Relations, denn die besorgen wir mittlerweile selbst.
(File under: unqualifizierte Bemerkungen über Public Relations von einem gelangweilten Beobachter)





Gut gebr?ºllt, L??we.
Aber eines vergisst du (l?§sst du bewusst weg?): PR-Agenturen wollen nicht kommunizieren, sie wollen helfen zu manipulieren. Enstprechend ist es auch nicht ihr Ziel bei der Kommunikation zu helfen, sondern Einflu?ü zu nehmen durch die Kommunikation.
Sie suchen also nicht, wie sie wieder in Dialog kommen, sondern wie sie der heterogenen Masse Herr werden.
Oder so ?§hnlich
Genau in der Manipulation liegt ja ihr Ende vergraben. Die Manipulation funktioniert nicht mehr, wenn die Menschen weltweit mitbekommen, was f?ºr Drecks?§cke da in den Leitstellen der Unternehmen stecken. Manipulation funktioniert nicht, weil einer es immer rausbekommt, und wenn das Kind erstmal in den Brunnen gefallen ist, kann das B??se enden, siehe Edelmann.
So die Theorie…
Aber das hat man von “den klassischen Medien” auch mal sich erhofft
Du kannst 100 Medien kaufen und tausend Johurnalisten. Aber von 100.000 Bloggern brauchst du erstmal die Adressen, du musst wissen, wer die Bombe z?ºndet, und du kannst sie nicht alle kaufen.
Und Edelman verliert gerade sein deutsches Blognetzwerk. Wegen solcher Geschichten.
manipulation kann in zukunft nur funktionieren, wenn das internet massiv zensiert wird. also haben alle, die auf manipulation angewiesen sind ein interesse an massiver zensur des internet. ich glaube, in ein paar jahren werden die gewonnen haben, und wer eine eigene internetseite betreiben will, braucht eine sondergenehmigung.
blogs sind sehr wohl m?§rkte. nur wird nicht mit geld bezahlt, sondern mit kommentaren.
soweit die theorie …
soziale systeme bestehen nur aus kommunikationen und aus nichts anderem. “echte” kommunikation gibt es sowenig wie “unechte” kommunikation. und daher ist der kauf von waschmittel, gummib?§rchen oder langstreckenraketen nichts anderes als kommunikation im symbolisch generalisierten kommunikationsmedium geld.