Wer hätte das gedacht? “Mission Impossible 3″ ist ein total genialer Actionkracher geworden, der richtig rockt!
Zuerst aber das: Brian de Palmas erster Teil war auf jeden Fall auch schon voll okay und hat ja sogar mit einigen Sequenzen (z. B. der Abseil-Aktion und der Tunnel-Zugfahrt) Filmgeschichte geschrieben. Ich bin außerdem ein alter John-Woo-Fan und liebe ihn unter anderem gerade wegen seiner überstilisierten “Action-Ballett”-Sequenzen, die allerdings in seinem “M:I 2″ bereits recht abgedroschen waren und daher teils fast schon unfreiwillig für Heiterkeit sorgten.
Nun dies: “M:I 3″ kommt diesmal vom “Lost”- und “Alias”-Schöpfer, und der hat ihn actionmäßig wieder total geerdet und ihm einen absolut schnörkellos-nüchtern-dokumentarischen Handkamera-Stil verpasst – ohne aber dabei auf spektakuläre Schauwerte zu verzichten (und das ist in etwa vergleichbar mit den Actionszenen in den ähnlich guten “Bourne”-Filmen). Teilweise ist es sogar wie in einem knüppelharten Kriegsfilm inszeniert. Das Ganze wirkt wie ein beschleunigter Bond-Streifen, der nach der Dauer-Hochspannungs-Dramaturgie von “24″ funktioniert! Mit anderen Worten: Keine Popcorn-Scheiße für Nullraff-Teenies – nein, das sieht alles ziemlich echt, brutal, gefährlich und schmerzhaft aus und wirkt daher erst recht umso heftiger. Allein die dramatische Anfangssequenz gibt da schon ziemlich hammermäßig böse den Ton vor. Mich hat das alles voll umgehauen, denn ich hatte eigentlich keine großen Erwartungen. Ich bin völlig begeistert und muss ihn mir nächste Woche unbedingt gleich nochmal reinziehen.
Die 135 Minuten werden wirklich nie langweilig, die ganzen Hightech-Gadgets sind auch wieder total abgefahren, es gibt eine tricktechnisch und künstlerisch oberperfekt gemorphte Maskenanpassungsszene (also vorher Tom Cruise mit Maske, und nachher per nahtlosem Übergang der Schauspieler, den die Maske darstellt), bei der man den Trick nur bemerkt, wenn man absolut genau hinsieht. Und sogar emotional nimmt einem das Teil ziemlich mit, weil es dabei eigentlich um die Frage geht, ob und wie Geheimagenten mit dem (potenziellen) berufsbedingten Verlust von Menschen umgehen, die sie lieben. Und noch was: Der gerade für “Capote” oscargekrönte Philip Seymour Hoffman hat zwar keine besonders große Rolle, aber wie er sie – ohne zu chargieren (!) – ausfällt, ist sowas von krass und genial, dass er damit sofort in die Top-Five der fiesesten Bösewichter der Filmgeschichte aufsteigt!
Die interessanteste Frage ist, ob der neue James-Bond-Film das alles überhaupt noch toppen kann! Ich glaube es eigentlich nicht.





Der neue Bond basiert immerhin auf dem allerallerallerersten James-Bond-Roman.
Wieso siehst Du eigentlich immer schon Filme vor dem offiziellen Filmstart? Der ist doch erst n?§chste Woche.
ich freu ich auch schon so sehr auf das teil….da hab ich schon kleine tr??pfchen in der hose.
Also ich (Jugendlicher ohne jegliches Verst?§ndnis von Aussagen a la “Kein Actionfilm ist besser als ein Bond-Film” …) w?ºrde sagen, dass ich pers??nlich die M:I Filme (ja auch den zweiten Teil) besser finde als die neuen Bondschinken. Die alten James Bond Sachen sind klasse, aber wenn ich mir heute nen guten Actionfilm reinziehen will, dann tendiere ich lieber zu Tommy und Mission Impossible.
@ sureshot: Wie bereits an anderer Stelle erw?§hnt, lautet die Antwort, dass ich beruflich als Online-Redakteur und Filmkritiker t?§tig bin und daher regelm?§?üig zu Vorab-Pressevorf?ºhrungen eingeladen werde. Ich wei?ü: Das Leben ist ungerecht. ;-)
seit ich ?ºber tommys vorliebe f?ºr gebratene plazenta bescheid weiss, ist der so ziemlich unten durch..
toleranz hin oder her… das ist pervers
der ist bei mir schon allein durch sein scientology-alarm auf ewigkeiten unten durch!
das alles tangiert die filme zum gl?ºck sehr, sehr wenig…
@ jt + HerrVegas: Wer Filme mit Tom Cruise als reine Tom-Cruise-Filme betrachtet, ist doch selbst schuld und bestraft sich mit Boykotten in den meisten F?§llen auch selbst! Solange dieser Nicht-Schauspieler die Filme durch sein Mitwirken nicht ungenie?übar macht, ist es doch egal. Okay, strenggenommen unterst?ºtzt man damit schon indirekt Scientology, weil sicher ein nicht unerheblicher Teil von Tommyboys Gehalt dorthin flie?üt. Aber hey: Er kann doch damit machen, was er will. Und solange keine Scientology-Propaganda mit den Filmen transportiert wird, kann’s uns auch wirklich ziemlich egal sein. Ich lasse mir jedenfalls nicht den Filmgenuss durch das Privatleben der Mitwirkenden kaputtmachen!
Also wenn man die finale Kampfszene von M:I:2 betrachtet, f?§llt schon auf, dass dort zwischen den Actionsequenzen diese rauschende Brannung als Zeichen der Reinung permanent ( nicht blo?ü ein- oder zwei- odre dreimal, sondern sehr h?§ufig ) dazwischen geschnitten wurde. Fazit: Ich verhaue den B??sewicht und befreie damit meinen Geist. Aha! Und in M:I:1 kann man in einer Szene einen Bildschirm sehen, worauf Namen von Agenten deren Einsatzgebiet gegen?ºbergestellt wird. Ein Spanischer Name: ETA, ein irischer: IRA usw. Man erkennt den Zusammenhang, oder? Bei Ethan Hunt ( Tom Cruise ) steht dort: Hezbollah, somit k??nnte man annehmen, er sei Jude, ist er aber nicht! Dass sich die Scientologen immer mit den Juden vergleichen, ist schon eine Schande f?ºr sich, aber diese filmische Pseudoholzhammerbeweisf?ºhrung geht dann schon sehr auf die Nerven. Dazu kommen die Martial-Arts-Effekte, die eine Unbesiegbarkeit implizieren. Sorry, aber wer Tom Cruise mag, den verstehe ich einfach nicht.
@ catalus: Ich verstehe auch nicht, wie man Tom Cruise m??gen kann. Aber man kann doch trotzdem Filme m??gen, in denen er mitspielt!
@ Binding: Das eine ist f?ºr mich mit dem anderen untrennbar verbunden. Au?üerdem denke ich, dass auch in M:I:III Werbeszenen dabei sind. Die zu finden, das k??nnte sogar Spa?ü machen.
Ich muss hierzu vielleicht erkl?§ren, dass ich einerseits Tom Cruise auch vorher nicht gerade als talentiert empfand ( kann ich deshalb auch nicht boykottieren, weil ich ihn eh nie im Kino gesehen habe ) und einige B?ºcher ?ºber die Organisation gelesen habe. Es beunruhigt mich allerdings, wenn Schauspieler, die bei Scientology aussteigen ( Emilio Estevez, Patrick Swayze ) daraufhin keine Hauptrollen mehr bekommen.
Der letzte Bruce-Willis-Film liegt auch schon eine Weile zur?ºck. Es gab Meldungen ( siehe google ), nach denen er sich von Demi Moore scheiden lie?ü, weil sie zu Scientology wollte und er nicht.
Der Einfluss dieser Leute ist meiner Meinung nach das bestgeh?ºtetste Geheimnis in ganz Hollywood.
Daher: Tom Cruise? Never ever! Ich warte lieber auf den n?§chsten Bond…
@ catulus: Nat?ºrlich ist Scientology ein gro?ües Problem, und ich bin auch immer gegen jedwede propagandistische Einflussmahme von Interessengruppen auf Filme. Aber zu meinen, diese Praxis sei die Ausnahme, w?§re reichlich naiv, weil – man kennt es ja zur Gen?ºge aus der Politik – hundertttausende von Lobbyisten und PR-Fachleuten tagt?§glich mit nichts anderem besch?§ftigt sind, als ihre Produkte und Ideologien m??glichst aggressiv und erfolgreich zu vermarkten und unter die Leute zu bringen. Man denke nur an das Product Placement, f?ºr das ?ºbrigens gerade auch die Bond-Filme schon seit Jahrzehnten die extremsten Beispiele sind. Strenggenommen m?ºsste man als kritischer Konsument also auch diese Filme boykottieren!
Ich sehe das Ganze eher so: Bei den gro?üen Hollywood-Studios z?§hlt aus Sicht der Produzenten ohnehin nur das Geld und der Gewinn, und deswegen kommt es lediglich auf den Marktwert eines Filmes oder eines Stars an. Wer einen Oscar gewinnt, gilt deswegen zum Beispiel gerade als hip, erh??ht damit seinen Marktwert und kann ab sofort ein paar Milli??nchen Gage mehr pro Film verlangen – die er auch sogar dann immer bereitwillig bezahlt bekommt. Aber wehe, ein gro?üer Film floppt – dann gibt’s pl??tzlich keine guten Angebote mehr, weil der Marktwert wieder gesunken ist. Tom Cruise gilt als einer der Schauspieler mit dem zurzeit h??chsten Marktwert ?ºberhaupt, und ich glaube nicht, dass sich irgendein Produzent ?ºberhaupt f?ºr dessen Scientology-Zugeh??rigkeit schert – Hauptsache, die Kasse klingelt.
In Amerika ist das mit Scientology ?ºbrigens seltsamerweise so, als w?ºrdest Du hier bei uns sagen “Ich bin evangelisch”. Die betrachten das einfach als eine Religion unter vielen. Und deswegen werden die heftigen Gegenreaktionen speziell aus Deutschland in den USA auch immer mit v??lligem Unverst?§ndnis quittiert und sogar als totalit?§res, undemokratisches Verhalten gebrandmarkt. Ich will hier allerdings keinesfalls Scientology verteidigen, weil ich grunds?§tzlich der Meinung bin, dass alle Religionen totalit?§re und freiheitsbeschneidende Systeme sind! Ich will nur klarzumachen versuchen, dass ?§hnlich wie die Trennung von Staat und Religion auch eine Trennung von Filmrezeption und Religion gelten sollte. Denn ein Film ist – unabh?§ngig vom Inhalt – immer auch ein abgeschlossenes, eigenst?§ndiges (Kunst-)Werk f?ºr sich, das sich offen der gesellschaftlichen und kulturellen Debatte stellen muss. Boykotte sind diesbez?ºglich eher kontraproduktiv und helfen nicht weiter. Und als Cineast muss ich sie ohnehin ablehnen.
PS: Bruce Willis ist gerade mal wieder in “16 Blocks” in den Kinos zu sehen, und seine letzten beiden Filme davor – “Hostage” und “Sin City” – sind auch noch nicht sehr lange her.
Genau!