Das hier wollte ich schon lange mal formulieren aber es spukte nur als Geist in meinen Untiefen:
Blogger stehen für einen anderen Traum – ob sie es aussprechen oder nicht. Blogger stehen für eine gewisse Rückeroberung der Welt durch Verständigung und Dialog. Eine Kommunikation, die nicht mehr zu der Einbahnstraßen-Lyrik großer Medienapparate passt. Sicher das klingt sentimental. Aber ich glaube dennoch – und gerade wenn man sich die Auseinandersetzungen zwischen Bloggern und staatlichen Behörden in autoritären Regimes anschaut – , dass die Blogger dabei sind, sich eine neue Agora zu schaffen, jenen klassischen Treffpunkt der untergegangenen griechischen Polis, auf dem einstmals in der Antike die öffentlichen Angelegenheiten ausgiebig besprochen werden konnten. Auf dieser neuen Internet-Agora mag es zwar lärmend und raunend zu gehen, Gerüchte und Modewellen mögen die Runden machen, und die großen und kleinen Beschallungsmedien am Rande weiter tönen. Aber die Diskussion und damit auch das kritische Hinterfragen, die Argumentation, die Rede und Widerrede hat sich einen eigenständigen Platz geschaffen.
Blogism als neue Plattform des öffentlichen Diskurses. That’s what we are here for.





Find ich nicht ganz richtig, das auf Blogs einzuschr?§nken. Blogs sind ja doch relativ einseitig in der Kommunikationsrichtung. Mehr auf Selbstdarstellung fixiert, oder dieser alte “Kiek ma, was ick da jefunden habe!”-Effekt.
Kommunikativer als Medium sind Foren, weil man auf die publizierten Meinungen gleich Feedback bekommt, u.U. auch schonmal von jemandem, der ?ºberhaupt nicht deiner Meinung ist. Die Gegenseite verkommt nicht zum “Kommentar”, sondern zu einem “Beitrag”, der mit deinem gleichberechtigt ist. Foren sind freier von Eitelkeit und Attit?ºde, weil sich hier die Meinungen mit Argumenten messen m?ºssen.
w?ºrd ich nicht uneingeschr?§nkt zustimmen. foren leben durch die lust an der diskussion, das nimmt dann aber mitunter so bizarre ausw?ºchse, das das thema egal wird. es geht nur noch darum zu diskutieren und zu , naja, “gewinnen”. foren sind quasi ein textbasiertes counterstrike. mit blogs verh?§lt es sich anders. hier entsteht in den comments eine diskussion zu einem vorgelegten thema. ich poste einen artikel und sage “so, jetzt seht mal was ihr hiermit macht.” wenn ich nat?ºrlich die ganze zeit nur schreibe wie es gestern in der schule war, was ich heute gegessen habe, wohin ich in den urlaub fahre etc., dann ist es nat?ºrlich eine reine selbstdarstellung und f?ºr leute die mich nicht kennen relativ uninteressant. in solch einem fall ist so ein blog eine art offener brief an meine bekannten. im idealfall aber ist er eine pinnwand. dah?§ngen dann auch pers??nliche sachen dran, aber eben auch flugbl?§tter, postkarten, rechnungen, schl?ºssel, comics, wasweissich. und die leute die im flur vorbeikommen bleiben einen augenblick lang stehen und kommentieren die fundst?ºcke. die haben alle was mitmir zu tun, aber sie handeln eben nicht alle von mir.
bevor ichs vergesse: supersch??ner artikel rene!
der artikel ist ja gar nicht von mir sondern von Julio. Eigentlich geh??ren die Kommentare dort hin.
Ach, lass die Kommentare schon bei dir. Ihr wisst schon am besten, was davon stimmt und was nicht. Ich bin nicht der authentische Theoretiker des Bloggerwesens, und der Praktiker auch nicht. Ich habe dich (”Saustall”!) oder Elfengleich oder ix oder Jens vor mir gehabt, als ich es schrieb. Und jede dieser Thesen liegen Bemerkungen von Euch zugrunde – zuletzt noch von Spreeblick und Meonly.
Ein Banner in den Boden zu rammen auf einen Grund, den ihr schon lange erk?§mpft hat, ist einfach. Es macht zwar Spass, aber bitte sch??n, ihr wisst am besten, ob das eingestickte Muster stimmt, welche Parolen treffen etc.
Und mich entspannt’s, wenn ich die Thesen nicht verteidigen muss… ;-)