Prelude
Dieser elende Gedanke macht mich noch ganz krank, es ist ein böser, dunkler, poetischer und radikaler Gedanke, der nicht weichen will, will nicht still sein, will sich nicht zeigen, wie ein Schatten, wie ein Phantom und sagt: “Wir sind frei” Und ER ist frei, jagt in meinen Eingeweiden die Wände hoch und runter und bohrt sich immer tiefer in meine Gehirnrinde, immer weiter bis ins Zentrum. Dies wird eine Tour de Force für alle Vernünftigen, für alle die, die sich ihren Platz gesucht haben und – scheinbar – hier und dort gefunden haben. Für Euch alle, die ihr vernünftig, gemäßigt und satt seid, noch könnt Ihr aufhören. Ein Klick, und ich bin weg. Es ist ganz einfach, und noch habt Ihr eine Chance, denn gleich wird es dunkel, es wird verstörend für Euer festgezurrtes Weltbild, ich werden Euch die Hölle und den Himmel zeigen, wir werden im Bruchteil einer Sekunde den Erdball umfliegen, und noch könnt Ihr raus. Doch genau jetzt ist es zu spät.
Imagine there’s no heaven it’s easy if you try
no hell below us above us only sky
imagine all the people living for today
imagine there’s no countries it isn’t hard to do
nothing to kill or die for and no religion too
imagine all the people living life in peace ooh
You may say I’m a dreamer but I’m not the only one
I hope some day you’ll join us and the world will be as one
Imagine no possession I wonder if you can
Die Abrechnung
Stell Dir vor, Besitz gäbe es gar nicht. It’s easy if you try. Ich schreibe ein Lied und schenke es Euch, und ihr dürft anstellen damit, was auch immer ihr wollt, weil Ihr dürft, weil Ihr könnt. Kopiert es, fickt es und scheißt darauf, es ist mir egal, Ihr nehmt mich wahr und mit Eurer Anteilnahme gebt Ihr mir mehr, als es Geld und Ruhm und Spaß jemals könnten. Für einen Kreativen ist es das der größte Lohn, dieser eine kurze Moment, in dem Menschen auf mein Werk blicken und innehalten müssen, nach Atem ringen, um es zu begreifen. Dieser kurze Moment ist alles, was ich mir wünsche, wenn ich ein Logo gestalte, ein Lied oder einen Text schreibe. Findet dieser Moment nicht statt, ist meine Arbeit für den Arsch und gehört verbrannt und ausgelöscht. Aber manchmal, nicht oft, aber doch, ab und zu, geschieht es, dass ein Mensch meine Ausdünstung anschaut und ich kann sehen, wirklich sehen, wie sich die geistigen Grenzen dieses einen Individuums erweitern und seine Gedanken neue Dimensionen erkunden. DAS ist ALLES, was zählt, der Rest ist nur BWL-Bullshit. BWL. Bull. Shit.
Stell Dir vor, Besitz gäbe es gar nicht. It’s easy if you try. Stell Dir vor, die Konzerne lägen in Trümmern, wie grandios sähe die Welt aus. Bevölkert von Mini-Netzwerken, die ihren Scheiß zum Runterladen ins Netz stellen, deren Shirts Du auf den Konzerten kauftst, und die so Millionen scheffeln. Für die Arctic Monkeys die Villa am Strand. Für mich diese Platte. Gebt mir meine Freiheit, und ich gebe Euch meine Liebe. Jedoch: versperrt Ihr meine Sicht auf Kreativität, wagt es und beschränkt den Genuß von Kunst, dann bekommt Ihr meine geballte Kraft zu spüren, ich werde Euch aussaugen, bis ihr verdorrt und leer und tot auf dem Tanzboden liegt, und den Staub fresst, der von meinen Docs rieselt. Und glaubt mir, entgegen meiner tiefen Überzeugung, werde ich dann nochmal zutreten.
Und schon höre ich alle Vernünftigen, denen ich riet, doch bittesch??n einfach wegzuklicken, doch bitte bitte zum PR-Blogger zu surfen oder zu ihrem OpenBC-Account, ich h??re sie anklopfen und raunen: Das sind doch Ideen von Gestern, Visionen aus den Sechzigern. Schön, na klar, aber nicht machbar. Man muss doch Interessen miteinander verheiraten und ausgleichen. Man muss doch eine Regelung finden. Wie SEHR ich sie beneide um Ihre Schranken, um diese Abwesenheit von Ideen, um diese konsensfixierte Idee einer Welt. Wie gerne hätte ich ein Leben ohne den beißenden Gestank wilder Hunde in meinem Kopf, ohne den schreienden Tanz der Derwische, schlußendlich ohne Kreativität. Doch so bin ich geboren, dazu, Euer Bild der Welt umzusto?ßn und, einfach so, einen Tanz auf den Knochen Eurer geistigen Kinder zu aufzuführen. Wir sind der singende und tanzende Abschaum der Welt, und wir blasen Euch die Kohle in Euren Arsch, oder auch nicht.
Denn letztendlich habe wir es immer noch in der Hand, was erfolgreich wird und was nicht, wir treffen die Entscheidung, wir müssen es nur wissen. Wir müssen uns um unserer Macht bewusst werden, die uns zufälligerwiese durch des US-Militärs Arpanet und dank Tim Burners Lee in die Hand gegeben wurde, und es wird ein Aufschrei durch die Welt gehen. Wie kann sich der Pöbel nur erheben? Es ist ganz einach. Klick auf “Veröffentlichen”.
Stell Dir vor, all die grauen Herren in ihren Anzügen in ihren Lofts hätten keine Macht über den Klang in unseren Ohren, über die Flächen unserer Städte, über die Dinge, die wir lesen. Marktanalysen würden nichts zählen, weil der Markt, genau wie wir, ein Schwarm Schmeißfliegen ist, der sich nicht vorhersagen läßt. Die Straße wäre voller arbeitsloser Juristen. Die zögen dahin, wo sie bluten für ihre Sicht auf alles, zusammen mit ihren Kumpels, den Betriebswirtschaftlern, den Marketingheinis, den Bänkerspacken, den Versicherungsheinzes. Weil sie nicht begreifen, was es bedeutet, wenn wir uns zusammentun und vernetzen, miteinander reden. Der Mensch ist die kleinste wirtschaftliche Einheit? Fuck you, der Mensch ist alles, was wir haben. Und das ist wirklich viel, wenn man nur einmal wagt, darüber nachzudenken.
Epilog
Ich bin nicht der radikale Klugscheißer von vor ein paar Zeilen da oben, ich bin nur ein harter Knochen, dem so einige Sachen im heutigen Urheberrecht furchtbar auf den Sack gehen, und ich bin gelangweilt, unfassbar gelangweilt von allen Entwürfen und Statements, die neue und neueste Entwicklung in der Vernetzung der Menschheit nicht wahrnimmt oder einfach ausblendet. Ich bin aufgebracht von Auswürfen der Lobbyisten, die nichts anderes sehen, als ihre Felle, die davonschwimmen in den endlosen Strömen des Web. Das Recht der Kreativen auf ihre Idee muss novelliert werden in einer Form, die neue Rezeptionsmöglichkeiten nicht nur in Betracht zieht, sondern unterstützt und fördert. Es wird Zeit für eine Kulturflatrate, die einen Quantensprung im gesellschaftlichen Rahmen darstellen würde, den man aus heutiger Sichtweise gar nicht hoch genug anpreisen kann. Was würde das für das Bildungswesen bedeuten? Wenn die Kiddies sich mal eben schnell den Steppenwolf runterladen könnten, als Hörbuch oder als PDF? In einer Informationsgesellschaft, die wir so gerne wären, muss es eben möglich sein, Information frei abzurufen, auch und vor allem künstlerische. Deshalb dieser Text. Ich bin gespannt. Wie ein Flitzebogen.





schade, keine bilder. dann so:
BRAVO!!!
Doch doch, Bilder gehen. Einfach per HTML-Tag.
hab ich versucht. dann hier nochmal:
har har :)
na also, geht doch.
“Kopiert es, fickt es und scheißt darauf” ist übrigens nahezu eins zu eins Mike Patton zitiert. (Ich glaube, er sagte “Mix it, rape it, steal it”.)
Prinzipiell nach wie vor ein guter Ansatz. Und wenn Tonträger, dann ohne Vertriebsnetz, mit eigenem Label o.ä.
Ich bin immer schon ein Freund des “freien Schaffens”. Aber ein wenig erinnert mich das auch an eine länger zurückliegende Situation in der deutschen Shareware-Szene, in der viele Entwicklungen komplett eingestellt wurden, weil eben keiner freiwillig Kohle abgedrückt hat, wenn er das Tool toll fand.
Sind wir, dank Internet, Open-Source, Creative Commons, weiter? Denn ganz ohne Geld kann auch kein Musiker, Künstler oder Coder leben. Kommt an dieser Stelle vielleicht eine Schnittmenge zu weiteren Gedanken wie bedingungslosem Grundeinkommen? Darf Kunst nur noch Hobby sein?
Ein weites Feld schneidest Du da an, René – sicherlich kein neues, und sicherlich brauchen wir uns nicht lange über den Sinn der heutigen Groß-Plattenfirmen unterhalten. Aber ganz durch ist das Thema auch trotz Phänomenen wie den Monkeys noch lange nicht…
Aber vor der Revolution müssen wir das mit den Trackbacks unbedingt hinbekommen!
“..der Mensch ist alles, was wir haben. Und das ist wirklich viel, wenn man nur einmal wagt, darüber nachzudenken..” ist für mich die Kernaussage. Der Satz bei dem sich die Grenzen des Denkens verschieben, da hattest Du deinen einen Moment.
Als ich den Text las, dachte ich mir, in 50 Jahren wird man sich daran erinnern, hoffentlich als Statement eines Visionäres, der – anders als die Industrie – die Zeichen der Zeit erkannt hat, und der wusste dass die Art wie der Mensch lebt, kommuniziert und vernetzt sich am verändert ist, zum schnelleren, zum besseren. Und aus dem grauen Einheitsbrei der 20th Century Medien wird ein bunter Fruchtcocktail.
bis dato braucht man aber noch eine Ändern-Funktion um peinliche Rechtschreibefehler zu korrigieren, natürlich hab ich Text gelesen und nicht einfach gelassen.
not that bad :)
Achso, Tschuldigung, PS: Bei MAKE PASSION A FASHION misch ich doch gleich mit. Ehrensache.
(ich, geläutert): absolut beeindruckend. Du hast Soul, babe.
Einer der Söhne Bukes liebt dich, behalt deinen Groove.
“Ich kann beim Lesen die Spucketropfen spüren, die jedes einzelne Wort versprüht”
Yeah, danke Johnny, denn so war es.
Wir sollten alle poetischer werden.
@ WTF: Danke mein Lieber, Mösen sind aber nich grün…
bei der tv-flatrate (gez) heult jeder, man will nicht für den ganzen scheiss der da fabriziert wird zahlen. warum sollte ich also für den gesamten musik-kack da draußen bezahlen, oder kultur kack, oder what ever. und wieviel vom flatrate kuchen bekommt madonna und wieviel der kleine barpianist der seine cds noch von hand verkauft ab? solange künstler weltweit ohne skrupel täglich millionenfach um ihr geistiges eigentum und um ihren lohn und brot bestohlen werden, kann ich nur müde lächeln über diese zeilen.
@ andi: danke für die spucke, war nötig um dieses vehikel zum laufen zu bringen. lass dir von deiner radikaliatät nicht den hals umdrehen, sie ist wie eine gehässige verflossene und will Dir nur an die Gurgel, glaub mir…
“Wenn die Kiddies sich mal eben schnell den Steppenwolf runterladen könnten, als Hörbuch oder als PDF?” — Ich fürchte, das würde auch wieder nur eine Minderheit tun. Die Masse greift zu Harry Potter, und leider Gottes gibt es kranke äquivalente in allen anderen Kunstbereichen.
Generell sind dieser Artikel und seine Idee wundervoll. Leider habe ich den Verdacht, dass sie (wie alle guten Theorien) praktisch umgesetzt nicht so funktionieren würden, wie gedacht. Vgl. Sozialismus ;-)
Zugang für alle und Zugriff auf alles.
@ Yellow: Wenn die Masse zu Harry Potter greift und nicht zur Bild, dann ist die Welt schon ein kleines bischen besser imho, denn schlecht ist der Kram von Rowling nicht.
Mit der Praxis hast Du aber, leider und wahrscheinlich, Recht.
Das “Problem” ist und bleibt vermutlich, dass der Massengeschmack sich seinen eigenen, meist merkwürdigen Weg bahnt. Dazu muss man eigentlich nur mal vergleichen, wieviele Menschen sich halbwegs individuelle Handy-Klingeltöne noch selber basteln und wieviele irgendwelche Frösche, Elche oder ähnliche Ausgeburten für unverschämt viel Geld erwerben.
@ Jan: “Sind wir, dank Internet, Open-Source, Creative Commons, weiter? Denn ganz ohne Geld kann auch kein Musiker, Künstler oder Coder leben. Kommt an dieser Stelle vielleicht eine Schnittmenge zu weiteren Gedanken wie bedingungslosem Grundeinkommen? Darf Kunst nur noch Hobby sein?
Ein weites Feld schneidest Du da an, René – sicherlich kein neues, und sicherlich brauchen wir uns nicht lange über den Sinn der heutigen Groß-Plattenfirmen unterhalten. Aber ganz durch ist das Thema auch trotz Phänomenen wie den Monkeys noch lange nicht!”
Bedingungsloses Grundeinkommen schließt an diesen Text nahtlos an, in der Tat. Es wird Zeit, die Früchte der Produktivität auf die Gesellschaft zu verteilen und nicht in den Villas der Vorstände verrotten zu lassen.
ach ist das alles furchtbar radikal hier, gääähn. radikal wäre das in die tat umzusetzen. diese gedanken gibt es seit jahrtausenden, spätestens seit sie namen haben wie utopie, anarchie, egalitarismus, basisdemokratie, gleichheit etc. kennt sie jeder unter der schutzschicht aus eingebleuten konventionen die die oberen 10 tausend in ihren privilegien schätzen sollen.
so etwas mit etlichen entschuldigungen in seinem blog zu posten ist nicht radikal, es ist eher retro.
und auf musik bezogen ist das schon fast mainstream, denn die netaudio-szene die ihre werke verschenkt steht kurz vor dem ultimativen durchbruch.
nur weil wir uns in einer epoche der regression befinden sind uralte ideen des gesellschaftlichen fortschritts und der freiheit nicht plötzlich radikal. ausser man setzt die massstäbe der hegemonie an.
radikal ist es solche lebensentwürfe vorzuleben ohne sich dafür zu entschuldigen.
Hey, die Zeit arbeitet auch schon Sonntags. Revolution? Angst? Oder doch nur Reaktion? ;-)
Klar wird bei der Zeit auch Sonntags gearbeitet (wenn auch nur von sehr wenigen) – aber in dem Fall sitz ich gemütlich in meiner Berliner Wohnung und frühstücke dabei…
@ Sum1: Tja mein Lieber, jeder der schonmal ein Mixtape aufgenommen hat, lebt das vor und wird heutzutage von der Musikindustrie verklagt, und ja, das ist schon Mainstream und die veranzugten Herren wissen das auch und deshalb geht ihnen der Arsch auf Grundeis.
Und nur weil man sich ach so abseitig vom Mainstream bewegt, muss man nicht alles, gähn, langweilig finden, dass sich damit beschäftigt.
Pop kommt von poppen, oder?
@ Falk: guten Appetit. Frühstück um 12.23 Uhr ist auch nicht übel.
isn hier los? ;)
schön, das noch ne diskussion draus wurde. hatte nämlich schon befürchtet, durch mein dilettantisches startposting dat dingen kaputtgemacht zu haben
Danke, René. Muss auch mal sein.
“Anarchie ist machbar, Herr Nachbar”
Der Sponti Spruch ist genauso schnarchig wie der Text von Rene.
Stell dir vor es gäbe keinen Besitz?
Stell dir vor es gäbe keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen?
Stell dir vor alle fahren Fahrrad?
Was soll das? Wie alt bist du? 14?
Tu nicht so erwachsen, Herr Nachbar.
Klingt für mich wie ein Text eines Hippies, der zu oft Fight Club geschaut hat. ;-)
“…Beschränkt den Genuß von Kunst”
Ich sehe nirgendwo eine Beschränkung von Kunst, höchstens in vielen Fällen eine Fehlinterpretation dieses Wortes. Aber hier geht es ja hauptsächlich um Musik, und die kann sich jeder kaufen.
Weiterhin ist das alles viel zu stark auf das Internet bezogen. Vernetzung der Menschheit? Das sind für mich auch nur Marketing Schlagworte von den von Dir offensichtlich so sehr gehassten PR Agenturen. Es gibt auch noch ein Leben samt Kultur ausserhalb des Wohnzimmers, fernab vom Rechner!
In diesem Leben arbeitet man auf unterschiedliche Art und Weise um sich vom Verdienten Dinge kaufen zu können, z.B. Musik. “Vernetzung” findet dabei schon immer in jeder Kneipe statt.
Und weil ja immer wieder der Band Name Arctic Monkeys fällt: Auch diese Band hat ein Management und eine Plattenfirma, die wieder ein Management hat, die mit einem Vertrieb zusammen arbeitet, der auch ein Management hat. Das geht auch nicht anders. Frag doch mal die unzähligen fantastischen unbekannten Bands, die sich jahrelang den Arsch abspielen und kaum die Miete für den Proberaum zusammen kriegen. Auch diese Bands haben Homepages und Blogs und Foren, etc. Aber da tut sich trotzdem nix. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie keine Plattenfirma haben die sie unterstützt!
Untertütz doch mal solche Bands! Schreib darüber Artikel, weise auf sie hin! Nicht immer nur diese ganzen Modebands aus bestimmten Spex, Intro, oder was auch immer für hippen Szenen. Die sind langweilig und brauchen Dich nicht mehr.
Du tust so, als wäre das Erstellen eines einfachen Mixtapes schon strafbar. Das ist eine absolute Übertreibung.
Ich sehe das ähnlich wie im Kommentar von Andi Nr.20. Täglich werden Künstler/Musiker um ihr geistiges Eigentum beschissen. Teils im kleinen, und immer häufiger im großen Rahmen.
Informationen frei abzurufen ist die eine Sache, Musikern/Künstlern ihr Eigentum und damit eventuell eine Existenzgrundlage zu stehlen aber eine ganz andere!
Kultur Flatrates sind Blödsinn. Man kann nicht alle Inhalte und Produkte gleich behandeln. Vielmehr ist es wichtiger gezielt zu konsumieren. Aber auch das bedeutet für jeden Menschen etwas völlig anderes. Jeder hat andere Schwerpunkte und Vorlieben. Wozu also sollte ich Geld für Produkte ausgeben, die mir nicht gefallen?
Ich bin auch kein großer Freund der Musikindustrie, das hat Herr Gebhard in der Vergangenheit mit seinen abstrusen Veröffentlichungen zu verhindern gewusst. Aber trotzdem bin ich ein Teil dieser Industrie und möchte darauf trotz aller Kritik auch nicht verzichten.
Ich kann dieses pseudo-aufgeklärt-intellektuelle Gefasel nicht mehr hören.
Natürlich ist die Idee uralt. Natürlich hat man die am ehesten mit 14, bevor einem langweilige Schnarchnasen und Sesselfurzer alle Ideale verhagelt haben. Schön, dass sich nicht alle die verhageln lassen oder sich in ihrem “Wir-sind-doch-jetzt-erwachsen”-Turm verkriechen. Hat hier irgendwer behauptet, er wäre toll, weil er ja ach so radikal ist? Meine Fresse.
Und @marius: Danke für ernsthafte Beteiligung an der Diskussion. Längere Antwort kommt gleich noch, muss mich dank der anderen Beiträge erstmal abreagieren…
Yeah, haut rein! Rammt diesen Text unangespitzt in den Boden, dazu ist er da, der räudige Hund. Hauptsache, Ihr kommt aus Euren Löchern und zeigt, aus welchem Holz Ihr geschnitzt seid.
@ Marius: Die Übertreibung ist reine, b??se Absicht.
René, ich hoffe, es war klar, das ich mich nicht auf deinen Beitrag bezog. Du hast ja scheinbar und zum Glück deine Ideale noch.
Klaro is das klar, Jan. Ich finde, alle Kommentare haben ihre Berechtigung hier und ich finde gut, dass meine Grundhaltung zu dem Thema einfach mal ins Extrem gedehnt, eine Diskussion auslöst.
Meine Position ist, hoffe ich, deutlich geworden: wir sind dabei, wie etwas Neues entsteht und wie etwas Altes wegstirbt. Dieser Vorgang ist weder revolutionär oder radikal, der hat einen ganz anderen Namen: Evolution.
Das betrifft nicht nur Musik oder Blogs oder das Web. Das bezieht sich auch darauf, dass allerorten mittlerweile Bloglesungen stattfinden, die Vernetzung findet also AUCH außerhalb des Web statt, und ich finde das gut, denn das löst etwas aus, wir stoßen da etwas an, dass gerade erst ins Rollen gerät, und wenn es fertig ist, Scheiße, dann werden wir die Welt verändert haben.
Und dass ist immer noch besser als nichts.
also, ick würde mal behaupten,
wer rene nicht versteht, war nie 14 und wird auch nie 14 werden! arme sau!
“Es wird Zeit, die Früchte der Produktivität auf die Gesellschaft zu verteilen und nicht in den Villas der Vorstände verrotten zu lassen.”
Noch so’n Satz von dir der mich lachen lässt.
Klingt nach autonomer 1. Mai Parole..
Gestriger gehts wirklich nicht!
BTW: Auch ich habe mir ein paar Ideale bewahrt – die wirklich wichtigen ( Nächstenliebe, Bescheidenheit, Rücksicht etc…)
Aber dieser Umverteilungsscheiss, (der ja meistens von Leuten kommt die nix leisten, aber alles haben wollen) der gehört glücklicherweise nicht mehr dazu.
Get a life
Nee, Peter, leb deinen eigenes klein-klein.
Ich kann nicht für René sprechen, aber würde seinen Satz unterschreiben. Und das kommt von einem Selbständigen, der seine Wochenstunden mitunter nicht mehr zählen kann und sich alles selbst erarbeitet.
Mann, hast Du da einen Nerv getroffen, René. Wie war die Frage nochmal?
My dearest Peter, lass mich raten: BWL?
Der Gewinn, der durch Produktivitätssteigerung erzielt wird, ist NICHT das Verdienst irgendwelcher Firmen und NICHT das Verdient irgendwelcher Politiker. Dieser Gewinn ist dem technologischen Fortschritt immanent und deshalb das Verdienst ALLER. Diesen Gewinn nicht zu verteilen ist also in höchstem Maße ungerecht und daher klingen die Wörtchen Nächstenliebe, Bescheidenheit und Rücksicht zwar ganz schön, aber leider etwas hohl aus Deinem Mund.
@ Diaet: Keine Ahnung. Wer geht Bier holen?
Achso ja, und: meine Wochenarbeitszeit beträgt so circa 55 Stunden, und diese Leistung-Leistung-Schreie sind sowas von gestrig, dass es knallt.
Meine Herren, geht das auch mit 10 Kilo weniger pathetischem Getriefe? Sorry, aber ioch halte das in der Tat für 100% unreflektierten Hippie-Quatsch, der vor allem vergisst, dass es bei ihm selber anfängt.
Wenn Deine “die grauen Herren in ihren Anzügen in ihren Lofts” (Himmel!) über Deine Musikauswahl bestimmen, bist Du selber Schuld. Wenn Du Madonna-T-Shirts kaufst anstatt welche von Bands auf Indie-Labels, die in schlecht gewarteten Vans zu den Clubs fahren müssen um vor 10 Zuschauern zu spielen, bist Du selber Schuld. Wenn Du glaubst, das Qualität sich durchsetzt, bist Du wirklich sehr naiv. Und wenn man in Bamberg keine Miete zahlen muss, dann: Herzlichen Glückwunsch.
“Nächstenliebe, Bescheidenheit und Rücksicht” klingen m.E. in keinster Weise hohl, denn sie Beschreiben etwas, das beim ständigen Haben-Wollen, Fordern und Herbeigeschreie von allen möglichen Dingen gerne mal vergessen wird: If you want it to be done, do it yourself.
Ich empfehle die Letüre von Agamben.
Haarbüschel: ich glaube, wir sind nicht weit auseinander. Wer ändern will, muss tun, klar. Aber: wir tun ja. Wir ändern schon. Wollen nicht mehr nur konsumieren, was uns andere vorkauen.
Aber die größten Vorkauer ignorieren das. Wollen lieber kriminalisieren, statt Meinungen zu hören, Veränderungen wahrzunehmen und sich selber zu ändern.
Deswegen angepisst zu sein, und auch mal ins andere Extrem Vorschäge zu machen, hat nichts mit Nur-Haben-Wollen und Herbeigeschrei zu tun. Vielleicht ist es eher wichtiger Teil des Änderns, mal rauszurotzen, was gar nicht mehr geht.
Pathetisch? Gerne, muss mal, wir sind schliesslich Deutschland, Papst und Bundeskanzlerin.
du hast den nagel auber mal sowas von auf den kopf getroffen, was nicht zuletzt das klägliche aufbäumen der 20.jh-fraktion in den comments deutlich zeigt! chapeau!
Nur um das klarzustellen: Ich will gerne 14 sein. Ich war’s mal und bin es zum Teil (und wirklich gerne) auch noch. Denn wenn die Anderen Hippie, “get a life” oder (find ich pers??nlich am besten) “zuviel Fight Club geguckt” schreien, dann weiß ich, auf welcher Seite ich bin.
Und danach dürfen wir gerne darüber diskutieren, ob eine Kulturflatrate das richtige Mittel ist, meine Meinung da ist ja bekannt.
Ach so: Bierholen klingt nach nem Job für mich. Prost! (Und das ich keinen Tatort gucken kann, weil da son Flaggenwedelprogramm im ersten läuft, ist ein weiteres Problem, dem man sich annehmen sollte.)
@ Haarbüschel: Das sollte ja auch alles völlig unreflektiert sein, ich wollte nicht schon wieder so einen differenzierten Müll lesen, also hab ich einfach mal gekotzt. Und da bin ich immer pathetisch, beim kotzen. Geht ja auch gar nicht anders, wenn man würgt und um Atem ringt.
“Nächstenliebe, Bescheidenheit und Rücksicht” klingen m.E. in keinster Weise hohl
Natürlich nicht und das hatte ich so auch nicht gesagt, nur dass es hohl klingt, wenn es Lippenbekenntnisse sind, dann kann man die drei Teile nämlich wupp in die Tonne treten.
Zum Thema: Bei Kulturflatrate drängt sich ja erstmal der GEZ-Gedanke auf, wie in Nr.20 bei Andi. Und wenn ich tatsächlich ein kindischer Blödmann wäre, würde ich mich auch aufregen, weil warum sollte ich bezahlen für ein Programm, dass ich nicht nutze? Aber da ich kein kindischer Blödmann bin, habe ich diese Einstellung schon lange verworfen, irgendwann als mir klar wurde, dass meine Jack-Arnold-Sammlung aus SWR3-Mitschnitten besteht, ich fast täglich die Tageschau sehe und mir im HR3-Fernsehtext jeden morgen im Winter die Temperaturen abfrage um festzustellen, ob ich heute ohne Shirt unterm Pulli rauskann. Den Rest muss ich nicht nutzten, das reicht schon, ein bißchen Olympia, WM oder Report oder Kulturzeit ist dann auch noch drin. Ach ja, einige Konzertmitschnitte von 3Sat. Und Arte nicht vergessen.
Wenn dann rumgealbert wird mit “warum sollte ich also für den gesamten musik-kack da draußen bezahlen, oder kultur kack, oder what ever”, dann kann ICH mal nur müde lächeln, weil man bezahlt doch nur für den Scheiß den man nutzt, und wenn Du unbedingt Madonna hören willst, dann mach das einfach, und wenn Du Nada Surf hören willst: mach! Und das kann man auch ruhig gezielt tun, wie vom Herrn Einbecker gefordert, das müssen wir ja sogar, oder hab ich etwa den ganzen Tag die Glotze an, nur weil ich könnte? Nö.
Und der verschwundene Tatort ist eine Frechheit!
Wenn die Argumente ausgehen, wird gerne mal auf dem Alter rumgehackt. Bischen dünn! (Und dazu auch noch völlig falsch)
@Johnny, die Revolution der Trackbacks ist just a 2.0.1 Version away. Das sollte bei Dir also eigentlich nun wieder klappen.
Für mich geht es bei der Umverteilung nicht darum den Reichsten was wegzunehmen, nur um es unteren Schichten zu geben, damit die mehr Scheiß konsumieren können, sondern:
Wer viel hat, soll auch viel für die Erstellung ÖFFENTLICHER GÜTER beitragen, allen voran Schulen. Klassenschülerzahlen radikal senken!
Dafür braucht es viel Geld und einige Leute haben deutlich mehr als sie brauchen und verdienen.
Daher langfristige Ziele:
Kampf dem Steuerdumping und den Steueroasen
Weltweiter Mindeststeuersatz
Erbschaftsteuer für große Vermögen extrem erhöhen
@ Marius: Exakt, Kinder an die Macht.
Und: Ich war noch nie auf einer Ü30-Party, könnte aber.
@Rene: könnte ich auch, sogar mit Perso.
Ach nochwas: Wechsel doch mal den Provider, wenn Du Zeit und Lust hast. Dieser Server hier ist grotten lahm.
Ich verstehe es nicht. Wieso wettern alle gegen die Bonzen? Neid der Armen und Besitzlosen?
du bist trotz deines wohlstandes punk geblieben, in jeder zeile, dafuer liebe ich dich!
Danke, Gruß nach Hamburg. Keep on rocking (in a free world)
Übrigens, für alle, vor allem für Peter: der zentrale Satz dieses Textes stammt nicht von mir, sondern von John:
You may say I’m a dreamer but I’m not the only one
Kinidsche Blödmänner haben wenigstens verstanden, dass trotz der hanebüchenen Aktionen der ifpis/warners/gvus es da draußen immernoch Künstler gibt, die gerne ihr geistiges Eigentum wahren möchten. Wenn irgend ein Troll da draußen eure RSS Feeds zusammen klaut und eure Beiträge ungefragt auf seiner Seite gebündelt veröffentlicht, dann schreit ihr laut auf, dann weint ihr, dann verbündet ihr euch, dann pocht ihr auf euer urheberrecht.
“Kopiert es, fickt es und scheißt darauf, es ist mir egal, Ihr nehmt mich wahr und mit Eurer Anteilnahme gebt Ihr mir mehr, als es Geld und Ruhm und Spaß jemals könnten.”
Andi, Du hast insofern absolut Recht, wenn sich Blogger aufregen, wenn klassische Medien aus Blogs oder Wikis klauen.
ICH für meinen Teil, könnte nicht nur damit leben, wenn Du meinen Scheiß klaust und veröffentlichst, ich würde es sogar unterstützen.
As I mentioned 1 Comment above:
You may say I’m a dreamer but I’m not the only one
Aber ICH bin da auch sehr – wie sagt man in BWL-Sprech so schön – sehr flexibel.
Ich hoffe du kennst die Version von ‘Imagine’ von A Perfect Circle.
Die passt wieder Hammer aufs Auge zu deinen Ausführungen!
Okay, meckern können wir alle. Wie wäre es mit etwas Konstruktivem, Mr. Kreativ…? Ich hätte mir am Ende des Artikels schon ein paar mehr Fakten erwünscht. So bleibt es einfach nur ein billiger Abklatsch von Weisheiten, die wir schon aus “Fight Club” kennen. Sorry. Von Leuten, die auf hohem Niveau meckern, halte ich GAR NICHTS.
Deshalb meckerst du selbst lieber gleich auf niedrigem Niveau?
Das alte “dann mach’s doch besser”-Argument langweilt. Faszinierend aber unter dem Aspekt, wie man von jemandem, der kostenlos und unter CC-Lizenz Infos und ein offenes Forum zur Verfügung stellt, mehr Konstruktives fordern kann. Jeeez!
Es gibt dazu viel Material unter
http://www.archiv-grundeinkommen.de/
Gruss.
An alle, die mir mit Konstruktivismus und Differenziertheit und Fight Club kommen wollen: Ihr seid hier falsch, ich wollte weder begründen noch ausführen noch argumentiere.
Ich wollte völlig unsachlich einfach die Maximalforderung stellen und Euch Euren spießigen Arsch aufreißen. Und scheinbar hab ich da irgendwo was getroffen.
Jetzt aber mal ehrlich: wer das Internet als Chance für Kreative ob der vermeintlichen Freiheit und erweiterten Möglichkeiten preist und dann einen gmail-Account benutzt, also praktisch seine Identität und Kommunikation schon an der Eingangstür an das große Böse verkauft, der hat da irgendetwas nicht ganz verstanden… Das Imperium schlägt zurück, und keiner merkts. Also entweder ganz oder gar nicht. Gehe zurück zum Start, gehe nicht über Los und ziehe nicht 4000 Euro ein.
Na, dann leg’ ich mir mal auch lieber schnell einen voll geheimen Codenamen zu, damit mich das Imperium nicht erwischt. Schlauer Fuchs, du!
Sepp, Du kommst mir mit Ernst und hackst auf einem G-Mail-Account rum? Jetz mal ehrlich, noch banaler geht’s wohl kaum. Ist schon komisch, was manche Leute absondern, wenn man mal ein bißchen Blut verschüttet.
ach ja, lolli, danke! kannte ich zwar, aber der link gehört in der tat mal hier rein…
Genau: ach wie gut dass niemand weiss, … hehe. Jedenfalls gehts ja ums Prinzip. Und die Konzerne seh ich schon erzittern. Ein Schuh wird dann daraus, wenn man anfängt, dass Marketing nicht mehr allzu ernst zu nehmen. DRM? Das gabs nie und das wirds nie geben, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie uns das bestimmte, interessierte Kreise weismachen wollen. Und wie ich schliesslich schon an anderer Stelle bemerkte: bei “Eigentum ist Diebstahl” schliesst sich ja dann auch endlich im Urheberrecht der Kreis von rechts nach links. Wenn auch im gedrehten Sinne.
“If they’re shooting at you, you must be doing something right”
Aufschlussreich wie viele hier anstatt auch nur die Spur einer Gegenposition zu vertreten bloß mit dem Finger zeigen und “Hippie! Kommunist! Student!” schreien. Falls Fox News mal einen deutschen Ableger macht werden die sicher schnell genug Personal zusammen kriegen.
Danke jedenfalls für das Auskotzen René, vieles von dem was du beschreibst liegt mir auch quer im Magen.
Nochmal nachgedacht: das mit gmail ist natürlich unangebracht, ist doch auch scheißegal, wie jemand seine Mails verschickt (jedenfalls in Bezug auf dieses Thema). Zun schnell “Veröffentlichen” geklickt (s.o.). Sorry. Glückwunsch jedenfalls für die vielen Reaktionen. Sepp.
Jaja, Fight Club. Als ich den Artikel das erste mal las, war das ganz oben stehende Zitat tatsächlich aus Tylers Monolog (daß wir eben NICHT alle Filmstarts werden können etc.)
Ich dachte, das wäre kein Zufall gewesen…
Ich möchte zwar nie wieder 14 sein, aber wenn die BWLer hier meinen, daß man mit Renés Argumentation gestrig oder Hippie ist, dann will ich eben gestrig und Hippie sein. Ein Gedanke, der mir beim Ansehen von Johnnys Posting über Google Epic und dem Film darüber kam: inwiefern ist die darin vorgestellte Utopie realistisch? Wir Blogger sind schon irgendwie in einem Elfenbeinturm, was die Beschäftigung mit den ganzen technischen Neuerungen angeht. Ich kenn 25-jährige, die keinen e-mail-Account haben, ohne Mist! Und trotzdem glaube ich, daß die “Revolution” der Rechteverwertung und Honorierung von Künstlern fernab von Konzernen, Produzenten und Management im und durch das Netz stattfinden wird. Gleichzeitig teile ich die Ansicht von Nr. 25: bis jetzt ist es so, daß der Massengeschmack “moderiert” werden will, solange wie im Radio eben immer der gleiche Müll präselektiert wird, der Fernsehkonsument nur scheinbar Interaktivität durch die Fernbedienung spürt (um dann die RTL2-”Nachrichten” zu kucken), aber auch die dpa den Journalisten die Meldungen vorkaut, wird es keine lobbyfreie Präsentation von Kultur und Nachrichten geben und die stille Masse goutiert das noch aus Faulheit: bloß nicht selbst für den eigenen Grad an Involviertheit sorgen müssen, womit wir wieder bei Fight Club wären.
Die Zeit schreit doch förmlich nach einer neuen “Moderation”: Präsentier dich selbst übers Netz und laß über dich abstimmen, dich empfehlen. Ziehe Geld für deine Leistung auf fairen Vertriebskanälen ein. Und nicht zuletzt: mach die Idee publik, bei allen Cybermuffeln. Ich weiß, wie utopisch sich das anhört und welchen Rattenschwanz es nach sich zieht, aber wofür vernetzen wir uns denn eigentlich gerade?!
“Ich träume von einer Welt, in der du in den Ruinen des Rockefeller-Center Elche jagst und Lederklamotten trägst, die dein ganzes Leben lang halten werden.”
Keuch, René, jetzt weiß ich, wie man sich in Rage schreibt…
Yeah, gotcha!
Wir dürfen auch nicht vergessen, das Web ist grade mal 13 Jahre alt, wir stehen noch ganz, ganz am Anfang. Und unsere Kinder werden über solche Kerle lachen, die nicht verstehen was hier passiert, weil es passiert. Mit jeder neuen Zeile.
Ich erwartete keine Lösungen! Ich wollte keine Anleitung! Ich wollte einen Aufschrei, der das Gefühl in mir wiederspiegelt. Ungebremst, ohne Rücksicht auf Verluste, gut geschrieben, einfach raus damit.
Wenn es gut war wird es leben, wenn nicht wird es sterben. Das ist Evolution! Danke für die Lieferung.
Bleib 14, René!
“Für einen Kreativen ist es das der größte Lohn, dieser eine kurze Moment, in dem Menschen auf mein Werk blicken und innehalten müssen, nach Atem ringen, um es zu begreifen. Dieser kurze Moment ist alles, was ich mir wünsche, wenn ich ein Logo gestalte, ein Lied oder einen Text schreibe.”
René, diesen Moment haben Sie mir zugefügt; verdient! Wir letzten Hippies halten zusammen… start spreadin’ the news!
diaet schrieb:
Muss Kunst dem Wertschöpfungsprozess unterworfen werden?
Schön übrigens, Nercore nun auch auch als Verfechter des Grundeinkommens kennenzulernen.
Was macht denn nun die “allgemeine” Schlechtheit aus, was unsere Gesellschaft und damit eng verbunden ihre manuellen und somit mangelhaften (nobody’s perfect!) Strukturen betrifft? Diese stetig enger zusammendriftende Vernetzung ist ein “Teufel”, steht er hier und so doch für all das Übel unserer Welt, die nicht schlecht ist, weil sie schlecht geboren wurde aus dem spirituellen Mantel des universellen Kosmos, sondern die schlecht ist, weil sie verdorben wird. Tjaha und ich brauche wohl keinen Schwafel darüber anfangen, wodurch sie so verdorben ist, nicht oder? Es ist wohl wahr, dass dem Menschen die Eszenz der Kreativität gegeben ist, doch was tut er damit? Was IST denn KUNST? Welch eine Ironie darin doch lungert, schon allein die Tatsache, dass ich mich nun zu dieser Zeit an diesem fiktiven Ort aufhalte…Haha und nur, um jetzt den ultimativen Nierenstein der Weisen von mir zu geben – Die menschliche Spezies vernichtet diesen Planeten einzig, damit er sie demnächst los ist, denn wer da versucht, über den Raum hinauszuwachsen, der ihn in sich beheimatet, der wird schon bald kein Zuhause mehr haben. Was tun die Menschen denn bloß? Sie versuchen, sich selbst aus der Welt zu sprengen und redet er (der Mensch) hier noch von Werten, die er an sich selbst schon längst und immer weiter, tiefer vernichtet hat. Und wie verdorben der Mensch nun selbst geworden ist durch seine verkommenen Werke – seht euch selbst an, erkennt doch einmal nur. Oder auch nicht, denn warum auch? Ja genau, warum solltet ihr euch auch über den Himmel Gedanken machen, wenn ihr auf der Erde schon nicht zurecht kommt, nicht oder?! Wie eitel der Mensch ist mit den Werken seiner Kreativität…allein sich selbst ehrt er mit seiner Kunst, mit seiner Eszenz der ihm gegebenen Kreativität. Das ist wie Wixen, wenn man weiss, wie das ist. Retroieren, vielleicht. Wie ein Vampir, der an den eigenen Venen saugt, indiente? Anstatt diese Welt mit dem Banner unserer positiven Euphorie zu erLEBEN, wollen wir sie lieber beherrschen, sie uns “untertan” machen. Wir ehren sie nicht mit unserer Kunst, wir verspotten sie, schlagen blind und grausem in das Antlitz Terra’s, die uns auf sich mit all ihrer Liebe erträgt. Doch diese begradigte Schönheit, die ihr durch den Menschen aufgezwungen wird, wirft einen hässlichen Schatten und NIEMAND hier und NIEMAND sonst kann dies bezweifeln oder leugnen. Es ist so. Und warum frisst Pikaya (Der Mensch) sich selber auf? Na weil ihn niemand auffressen kann, dafür hat dieses ausgefuchste Schweineohr schon gesorgt. Und niemand dezimiert seine Art und darum führen Menschen Kriege und darum morden sie und darum eskaliert immer die Situation und viele, viele müssen unkontrolliert drauf gehen. Unkontrolliert. Pikaya hat hier überhaupt nichts unetr Kontrolle, er ist bloß ein Täuscher. Die menschliche Art ist ein Geschöpf der Täuschung, so hat sie sich ihren vermeintlichen “Thron” erworben. Doch zu welchem Preis? Wir sind fähig zu überdenken und fressen dann doch das, was uns vorgesetzt wird ohne zu fragen. Scheinheilig, oberflächlich, arrogant und selbstdestruktiv. Mag sein, dass dieses Erscheinungsmuster in gewisser Weise seine “Schönheit” erzeigt in seiner unbegradigten Haltung, doch auch dies ist eine Ironie und keine anstrebenswerte Lebensweise, selbst dann nicht, wenn gesellschaftliche Normen einmal gänzlich aussen vor gehalten werden. Und so geht alles dahin in der Hand des Menschen, bis ihm nichts mehr verbleibt und er tot in den Satub kriecht. Und dann feiert der Frieden seine Auferstehung, oder wie? …Nein, das ist nicht das was ich sagen wollte, aber ich bin’s allmälich gewohnt, missverstanden zu werden-:) …Warum könnt ihr, meine werten Artgenossen, euch nicht einfach daran gewöhnen, dass die Welt, die wir bewohnen nun einmal ihre Spielregeln hat und dieses Schicksal bestimmt euch der Zufall, so ist das. Kein Scheißkonsum, kein Scheißinternet, kein Scheißhochmut. Zumindest nicht, wenn ihr leben wollt. Aber was bedeutet auch schon Leben für einen, der nicht einmal den Tod erfasst und wo wir schon mal dabei sind – was bedeutet wach sein für einen, der sein Träumen nicht einsieht? Wir brauchen mehr aktive Sterbehilfe für schwer Kranke, manisch Depressive, Drogenabhängige oder sonstwie “überflüssige” Individuen, wir sollten sehr viel weniger sein, dann hätten wir auch weniger Angst voreinander und diese ganze postmoderne paronide Abgefucktheit hätte endlich ihr wohl verdientes Ende erreicht. Aber das wollt ihr nicht, nicht oder? Ihr liebt euren Plastikmüll, euren Netzwerkschrott, eure Verlogenheit, eure bequemen Ärsche. Ihr liebt all dieses Schlechte und ihr liebt sogar euren Hass. Ich kann nicht mit euch sein und ich verstecke mich hier und bin halb inspieriert und was werde ich tun? …Was sagen, wie ich aufgefordert wurde und mich wieder verpissen, denn weil ich fast so klein wie ihr sein muss in meinem humanoidem Seelenthron eingekerkert, erkenne ich, wie leise mein Wort gegen das Gewirr eurer verknoteten Stimmen erschallt und was nützt es da, dass ich es zumindest versucht habe? Was versucht? Na nichts natürlich, das alles ist völlig bedeutungslos und diese Bedeutungslosigkeit ist ja der Sinn, warum ich mich an diesen Kontroversen hier beteilige: Sie passt zu euch.