Podcast: Wenn Science-Fiction Recht hat

Schöner Podcast vom BR über korrekte Zukunftsvorhersagen der Science-Fiction: Die Wahrheit von Visionen – Wenn Science-Fiction Recht hat (MP3).

Der Flugpionier Orville Wright besucht im Jahr 1909 Berlin und stellt stolz seinen Motorflieger vor. Die gesamte Berliner Gesellschaft kommt, um sich dieses Wunderwerk der Technik anzuschauen. Nach den ersten Flügen wird er von einem Journalisten gefragt, wie es denn mit dieser Fliegerei denn weiter gehen wird. Orville Wright winkt ab und sagt, es werde nie eine Flugmaschine geben, die von Paris nach New York fliegt, die Luftströmungen über dem Atlantik sind nicht in den Griff zu bekommen. Diese Aussage geht um die Welt. Ihm glaubt man natürlich, er ist ja der Experte!

Oder eben gerade nicht. Herbert George Welles nämlich - der Autor der "Zeitmaschine" und "Krieg der Welten" - veröffentlicht im selben Jahr seinen Roman "Der Luftkrieg". In dem schildert Welles den modernen Luftkrieg, mit Jägern, Luftkämpfen und dem Bombardement von Städten. Im Roman wird auch wie selbstverständlich der Atlantik überflogen.

Und nur zehn Jahre später fechten die Europäer tatsächlich ihren Krieg im Himmel aus. Wie kann es sein, dass Experten so spektakulär daneben liegen, während Science Fiction Autoren Recht behalten? Für Literaturwissenschaftler und Zukunftsforscher ist klar: Nur, wer den Blick auf das große Ganze wagt, der kann auch Visionen entwickeln.