Podcast: Eine Lange Nacht über Laurel und Hardy

DLF Eine Lange Nacht über Laurel und Hardy – Zwei, die der Himmel geschickt hat (MP3): 166 Minuten vom Deutschlandfunk über Stan Lauren und Oliver Hardy: „Stan Laurel (1890 - 1965) und Oliver Hardy (1892 - 1957) waren das berühmteste Komikerduo der Filmgeschichte. Der Schriftsteller J. D. Salinger bezeichnete sie als 'zwei, die der Himmel geschickt hat'.“

Und today I learned: Laurel & Hardy haben Quantified Laughter als Timing-Tool für ihre Comedy genutzt und in Testvorführungen gemessen, wie lange die Leute lachen, um ihre Gags zu platzieren.

Der Laurel-und-Hardy-Biograph John McCabe schreibt: "Ein Dummkopf braucht ganz einfach eine gewisse Zeit, um zu begreifen, was passiert ist. Darum zählte Babes Blick in die Kamera schon bald zu seinem Standardrepertoire. Das Publikum erhält dadurch immer ausreichend Zeit, nicht nur über Stans Dummheit zu lachen, sondern auch über Ollies entsprechende Reaktion darauf. Und auf geradezu magische Art und Weise folgt der nächste Gag in den Filmen von Laurel und Hardy immer erst dann, wenn das Gelächter des Publikums über den vorangegangenen Gag bereits abgeebbt ist. Was allerdings kein Zufall ist.

Denn als Stan noch ein eher unbekannter Solo-Schauspieler war, hatte er des Öfteren das Gefühl gehabt, dass seine Regisseure ab und zu einen Gag gewissermaßen verschenkten - nämlich immer dann, wenn das Publikum noch über einen Gag lachte, während schon der nächste folgte. Das wollte er bei den Laurel-und-Hardy-Filmen unbedingt verhindern. Darum hat er, zusammen mit ein paar Studio-Mitarbeitern, regelmäßig Vorab-Aufführungen des neuesten Laurel-und-Hardy-Films besucht.

Mit Hilfe einer Stoppuhr haben sie dann genau aufgeschrieben, an welchen Stellen das Publikum wie lange lachte. Dann gingen sie zurück ins Studio, und Ollies entgeisterte Blicke in die Kamera wurden am Schneidetisch in den einzelnen Szenen entweder verlängert oder auch schon mal ganz heraus geschnitten - je nachdem, wie das Publikum in den Probeaufführungen reagiert hatte. Auf diese Weise konnte man die jeweiligen Filme ganz genau auf ein durchschnittliches Kinopublikum im wahrsten Sinne des Wortes zuschneiden, ohne einen einzelnen Lacher zu vergeuden."