Doku: Im Netz der Lügen - Falschmeldungen im Internet

Nette Doku von Mario Sixtus über die Psychologie der Fake News.

Der Einstieg der Doku ist mir ein wenig zu oberflächlich und ich nehme von der „Gründerin von BuzzFeed Deutschland“ Ex-Chefin des Deutschlandbüros der Firma, die (neben Gawker) die Clickbait-Industrie groß machte auch ganz sicher keine Ratschläge über „die Verantwortung der sozialen Medien in dieser neuen Ära der Informationsökonomie“ an. Aber die Doku wird hintenraus besser, wenn sie über Psychologie reden und schließlich auch bemerken, dass auch Leute wie Herr Sixtus in einer Bubble arbeiten und der Fake-News-Mechanismus „möglicherweise“ für alle gilt. Bisschen zaghaft, die Selbsterkenntnis, aber immerhin.

Sixtus spricht mit dem Autoren und Psychologen Sebastian Bartoschek über die Mechanismen von Falschmeldungen und Hetze im Netz; mit Juliane Leopold, der Gründerin von BuzzFeed Deutschland, über die Verantwortung der sozialen Medien in dieser neuen Ära der Informationsökonomie. Außerdem lässt er sich von Journalistik-Forscher Gerret von Nordheim am konkreten Beispiel erklären, was es heißt, in einer Filterblase gefangen zu sein. Nordheim hat zu diesem Zweck rund 80 000 Tweets während des Amoklaufs von München ausgewertet und erkannt: Die Ereignisse rund um den vermeintlichen Terroranschlag auf das Olympia-Einkaufszentrum fand in zwei voneinander getrennten Universen statt - das der offiziellen Stellen und klassischen Medien, und das der AfD-Sympathisanten und rechten Verschwörungstheoretiker. Was bedeuten solche Parallelwelten für unsere Gesellschaft?

An der Universität Oxford konnte Sixtus erleben, welche Manipulationsmöglichkeiten in der Zukunft auf uns warten und im Gespräch mit Philipp Müller, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Mainz, verstehen, wie sich die Wahrnehmung von Informationen in Zeiten der sozialen Netzwerke gewandelt hat. Ein Unterfangen, in dem sich der erfahrene Journalist Sixtus irgendwann selbst fragen musste: Bin ich selbst in einer Blase gefangen?