24 Hour Party People

21.07.2017 Music #Punk #Techno

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Noch für ein paar Tage auf Arte: Michael Winterbottoms 24 Hour Party People, eine Mockumentary über Tony Wilson, die Haçienda und Factory-Records, wo nicht weniger als der Grundstein für das gelegt wurde, was man heute mit Pop und Party verbindet. Dort verbanden sie die Party-Kultur des Chicago House mit Rock und eroberten dann als Raver die Welt. (via Mediasteak)

1976 bis 1992 in Manchester: Der Musikliebhaber Tony Wilson sieht in den jungen Bands seiner Stadt großes Potenzial und wird zum leidenschaftlichen Musikmanager. Ein filmischer Exzess zwischen Drogen, Gewalt, Sex und großartiger britischer Musik.

Der Lokalreporter Tony Wilson versucht sich in einer Art Gleitschirmfliegen ohne eine einzige Übungsstunde. Er segelt wie Ikarus euphorisch durch die Luft und landet mit dem avantgardistischen Projekt, dem er sich verschrieben hat, oft unsanft: der Musikszene Manchesters zu einem Höhenflug zu verhelfen. So beginnt es damals mit einem mickrigen Publikum von 42 Zuschauern. Auf einer kleinen Bühne spielen zum ersten Mal die Sex Pistols, die aus ihrem überschaubaren Kosmos in Manchester heraus die Welt erobern werden. Tony sieht in der neuen Musik großes Potenzial – von Punk und Rock über Brit Pop bis zur elektronischen Tanzmusik. Erst präsentiert er die neuen britischen Bands nur in seiner Sendung, irgendwann begleitet er sie auf ihren Reisen im Tourbus, bei Sex- und Drogenexzessen. So kommt es, dass er Manager wird und den ganzen Wahnsinn der jungen Musiker mitfinanziert. Er sieht sein Label Factory Records als menschliches Experiment an, nicht als Goldgrube, und lässt den Musikern ihre künstlerische Freiheit. Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander in diesen Zeiten. So wie Ikarus zu nah an die Sonne flog, war auch Manchesters Musikszene im Höhenrausch. Eine spannende Dokumentation mit alten Originalaufnahmen und teilweise fiktiven Elementen aus der Sicht des 2007 verstorbenen Tony Wilson, herrlich gespielt von Steve Coogan.