Neil Blomkamps Rakka feat. Sigourney Weaver

Neil Blomkamp hat den ersten Kurzfilm Rakka (feat. Sigourney Weaver) seiner Oats Studios online gestellt, hier der Plot: „RAKKA is the story of broken humanity following the invasion of a technologically superior alien species. Bleak harrowing and unrelenting, the humans we meet must find enough courage to go on fighting.“

Ich bin gleichzeitig sehr begeistert und ein bisschen enttäuscht. Letzteres, weil der Kurzfilm nach wie vor unter genau denselben Problemen leidet, wie seine Filme Elysium und Chappie: Die Charaktere bleiben Abziehbilder und sind bei weitem nicht genau genug gezeichnet, um einen Scheiß auf ihr Schicksal zu geben.

Dafür sieht Rakka natürlich exzellent aus, die FX sind wie immer bei Blomkamp sehr innovativ, die Visuals spielen mit allen möglichen Einflüssen und zeigen das für seine Settings typische Amalgam aus seinen afrikanischen Wurzeln und Hard-SciFi. (Ich weiß allerdings immer noch nicht, was an diesem Kurzfilm experimentell sein soll. Er ist gut und innovativ, vor allem in der Distro, aber sicher nicht experimentell.)

Bei Rakka wird nun auch klar, wie das Geschäftsmodell der Oats Studios aussehen soll: Die Kurzfilme selbst gibt's in HD für lau auf Youtube, während man auf Steam zusätzlich Download-Content für 5 Euro kaufen kann: HD-Video-File mit 5.1 Soundmix, Concept-Arts, Scripts und – wahrscheinlich am interessantesten – die 3D-Modelle.

Blomkamp hatte auf Twitter bereits gesagt, dass diese Files ausdrücklich für Remix-Arbeiten und 3D-Prints gedacht sind. In einem Interview mit Den of Geek hat er diesen Ansatz neulich erklärt:

One way to think of it would be, if you take something like Spider-Man, right, the studio's going to view Spider-Man as IP. But there's millions of Spider-Man fans out there. And if film school students or someone online makes a short film with Spider-Man, then there's a possibility that they're going to get a call to pull that down, because it's not their IP, it's not their material.

Our approach is the exact opposite of that. We're kind of opening it up as much as possible, so that if there's anyone who's interested in it, they're free to do what they want with it, and we'll also give them the assets and tools we used to make it. Just so that it doesn't feel like it's locked up in a vault somewhere.

Auf Twitter spielt er auch mit innovativen Voice-Acting-Ideen für eine Stop-Motion-Show: „We release puppet show. With sound design and music. But users who are interested do voices themselves?“

Das ganze Projekt ist also, neben einer Selbstverwirklichungsplattform für großartig aussehende Kurzfilme (mit Spielfilm-Option) von Blomkamp vor allem auch eine Distro-Versuchsplattform mit neuen Ansätzen für den Umgang mit Copyright, Fair Use und Customer-Relationship-Management-via-Creativity (wahrscheinlich meinen sie das mit experimentell). Oder in seinen eigenen Worten: „[Oats is] an umbrella that is covering a whole bunch of crazy creativity“.

Needless to say: Ich bin sowas von am Start und ziehe mir grade eben den Download-Content für 'nen Fünfer.