Human Fetuses prefer „face-like“ Shapes

Vor einer Woche bloggte ich über Gesichter, die man aus den „Gesichtserkennungs-Neuronen“ von Makaken-Affen rekonstruiert hatte. Damals schrieb ich: „Der Erkenntnisgewinn der Studie ist, dass Gesichtserkennung anscheinend nicht, wie angenommen, über eine Art Meta-Information 'Gesicht' funktioniert, sondern die Gesichtserkennung tatsächlich jedes mal im 'Face-Space zusammengepuzzelt' wird.“

Was ich damals nicht dazuschrieb: Sollte sich herausstellen, dass diese „Konstruktion von Gesichtern“ beim Menschen nicht ähnlich nachweisbar ist und es sich herausstellen sollte, dass Menschen ihre Gesichtserkennung indeed über eine „hartcodierte Meta-Information 'Gesicht'“ erreichen – dann wäre das a) ein Hinweis auf die Existenz von Jungs Archetypen b) ein Hinweis für die Richtigkeit der darauf aufbauenden Thesen von Dr. Petersons „archetypischer Mythologie“ und c) ein Hinweis auf das, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Ein archetypisches „Menschsein“, das genetisch weitergegeben wird.

Anders gesagt: Könnte man die Ergebnisse des Makaken-Experiments beim Menschen replizieren, hätten die Sozialkonstruktivisten Recht (und u.a. Gesichtserkennung des Menschen ist sozial gelernt und in „Neuronen geformt“, wie möglicherweise bei den Makaken), oder eben nicht. Und genau zu diesem „eben nicht“ gibt es nun einen ersten Anhaltspunkt in diesem sehr interessanten Paper von Vincent M. Reid von der Uni Lancaster: The Human Fetus Preferentially Engages with Facelike Visual Stimuli (PDF).

Discover Mag: Visual Face-preference in the Human Fetus?

British researchers Vincent M. Reid and colleagues of the University of Lancaster used lasers to project a pattern of three red dots onto the abdomen of pregnant women. The lasers were bright enough to be visible from inside the womb. The dots were arranged to be either “face-like”, i.e. with two “eyes” above one “mouth”, or inverted. The inverted condition was a control.

reid_dotsBecause the fetus is thought to have better peripheral than central vision, the stimuli were presented at the edge of their visual field and were made to move laterally over about five seconds. Using 4D ultrasound to record fetal movements, Reid et al. found that a fetus was more likely to turn its head towards the moving “face-like” pattern, compared to the inverted control pattern.

This is a striking result. Previously, it has been shown that three-dot face-like stimuli engage the attention of newborn babies more than inverted stimuli, but this is the first study to look at prenatal visual preferences.

Sollte es sich tatsächlich herausstellen, dass „Menscherkenntnis“ – also die Grundlage aller „menschsozialen Funktionen“ – fest im Code unserer Art verankert ist, dann können die Sozialkonstruktivisten zumindest ihre puristischen und fundamentalistischen Ausprägungen komplett in die Tonne treten.