Und alle so Yeaahh!! im Meme-Museum

Eine der ersten Memes hierzulande inklusive Offline-Magic ist gestern abend im Meme-Museum gelandet: Und alle so Yeaahh!!, neben Harlem Shake und Grumpy Cat.

Happy Yeaahh!! an Miguel, Just, Johnny & Tanja und yours truly und danke Dirk! (Und ich hab' jetzt nicht nur 'nen Tanz erfunden, sondern auch offiziell einen „affirmative[n] Freudesausdruck“.) 🤘

Meme ins Museum zu bringen ist eigentlich unmöglich. Und gerade deshalb ist der Versuch so faszinierend. Meme sind Ideen, Trends und Moden, die hoch beweglich und schwer greifbar sind. Vor allem aber entziehen sich Meme fast allen zentralen Begriffen der Ausstellungskultur, ohne die Museen bisher nicht denkbar sind: Autorschaft, Werkbegriff und Kunstverständnis werden von den vernetzten Ansätzen der Webkultur unterwandert und geremixt. Wer ist der Autor eines Mem genannten Trends, den man ja eben deshalb so bezeichnet, weil eine singuläre Urheberschaft nicht mehr erkennbar ist? Wie grenzt man das auszustellende Werk gegen all die Adaptionen und Referenzen ab, die unermüdlich erstellt werden? Denn – Meme führen es eindeutig vor Augen – in Zeiten der digitalen Kopie ist jeder ein Urheber: die Erstellung von Kunst steht jedem offen. Wie kann man diese Form der digitalen Volkskunst werten, katalogisieren und unterscheiden? […]

Im Bundestagswahlkampf 2009 kündigte ein Plakat der Hamburger CDU eine Veranstaltung mit Angela Merkel am Gänsemarkt an. Hinter den Titel „Die Kanzlerin kommt“ hatte jemand „Und alle so: Yeeahh“ gekritzelt. Das Bild wurde fotografiert, ins Netz geladen, geteilt – und zum Anstoß für zahlreiche Adaptionen und vor allem für einige Zwischenrufe auf CDU-Wahlkampfveranstaltungen. Diese wurden als Offline-Mem bekannt – und medial verbreitet. […]

GRUND FÜR DIE AUSWAHL
„Und alle so Yeeahh“ ist ein frühes deutschsprachiges Mem, das es in die Mainstream-Medien geschafft hat. Durch seinen Charakter als Offline-Aktion (Flashmob) zeigt es zudem die Verbindung zwischen Netz- und Popkultur – und es trägt eine politische Dimension in sich.

REFERENZEN
Die Autorin Rebecca Martin veröffentlichte ein Buch mit diesem Titel (2012) und die Band Saalschutz schrieb einen gleichnamigen Song (2013). Der Ausspruch selber löste sich über die Jahre vom konkreten Wahlkampf-Ereignis und wird heute in anderen Kontexten als affirmativer Freudesausdruck genutzt.