Schorsch Kamerun: Kann mir nicht vorstellen, dass es weiter geht

Schorsch Kamerun: Kann mir nicht vorstellen, dass es weiter geht (MP3): Großartiges Hörspiel über LSD, luzide Wahrnehmung, Freaks und das Ende der Kultur, das die Frage stellt, „ob das wirklich eine ausweglose Situation ist“: „Seit einigen Jahrzehnten bestätigen wir uns, dass es nicht weiter voran gehen wird und das Ende des Wachstums erreicht ist. Zweifelsfrei!“ (WDR, Hier als CD.)

Seit einigen Jahrzehnten bestätigen wir uns nun schon, dass wir uns auflösen - in Photos und kleinen Filmen, in Kettenläden und Selbst-Optimierungsspiralen. Dem funkelnden Unbekannten haben wir eine Selbstauslöserkamera um den Hals gehängt. Jetzt, wo wir alles kennen, sind wir Lamas und Vampire zugleich geworden, wir spucken und saugen. Als flüchtende Alleinstellungsmerkmale in vollflexibler Lebenscollage flattern wir so lose wie Börseneffekte auf Diskokugelkurven.

Das versprochene Glück ist dabei nicht nur vorübergehend abwesend. Wie rauskommen aus dem Enttäuschungsreflex? Was könnte eine nähere Menschenqualität sein, wenn es schon nicht mehr so bedingungslos weit weg gehen wird wie beim "unvorstellbaren" Mondspaziergang? Einige beginnen jetzt ganz vorsichtig, neben die Tastatur zu greifen und treffen sich wieder mit Haut und Haaren auf der Agora, dem alten Stadtplatz, weil sie verstanden haben: Nur zusammen sind wir nicht allein.

Mit Lena Lauzemis, Martin Reinke, Karin Pfammater, Peter Brombacher, Axel Olsen, Sandra Flubacher, Zenzi Huber, Schorsch Kamerun und Franziska Hartmann
Vokalisten: Julia Schmelzle, Franziska Hartmann, Schorsch Kamerun
Musiker: Philip Frischkorn (Klavier), Henrik Baumgarten (Saxophon), Evgeny Ring (Saxophon), Artem Sargsyan (Saxophon), Sebastian Wehle (Saxophon)