Psy-Infection through Fecal Transplant

Wissenschaftler haben gestern auf einer Konferenz in Australien ein Paper vorgestellt, laut dem man sich per Fäkalientransplantation (also die Zuführung von Scheiße einer anderen Person in meinen Darmtrakt zur Beeinflussung der Darmflora) die Persönlichkeitsmerkmale des Kacke-Spenders einfängt, was wohl so weit gehen soll, dass man sich als Mensch so mit der Depression des anderen „anstecken“ kann. Holy crap!

Das Paper ist noch nicht raus und es finden sich sehr möglicherweise ganz andere Erklärungen für die Übertragung von Persönlichkeit per Kacke Darmfloramanipulation, aber sollte das Ergebnis so bestehen, dann wirft das tausendmillionen neuer Fragen auf: Wird die Darmflora von der Persönlichkeit beeinflusst? Oder umgekehrt? Kann Kacke zur Psychoanalyse verwenden? Kann ich Menschen manipulieren, indem ich geheime Zutaten in Joghurt mische? Erfinden wir demnächst Psycho-Alchemie für Fäkalien? Wenn das mit der Transplantation von Scheiße funktioniert, und es bereits ein Substitut in Pillenform gibt, gibt es dann demnächst Psychopharmaka mit Kacke? Wenn Affen mit Kacke rumschmeißen, bewerfen sie die Leute dann mit sich selbst? Und ist Memetik am Ende einfach nur die Lehre der Scheiß-Analyse (denn manche Memes legen das ja nun durchaus nahe)?

Außerdem möchte ich unbedingt diese zwei Phrasen loswerden: „Bakterielle Persönlichkeits-Infektion“ und „Weird Shit“. (Im Ernst: Das ist kein Witz, die Quellen sind beide große TV-/Radio-Angebote in Australien. Wenn ich mehr davon höre und/oder das Paper raus ist, sag ich Bescheid. Die Meldung hat noch keinen Splash gemacht, weil Australien und frisch. Mal schauen, was hierbei rumkommt.)

Anecdotal evidence that recipients of a faecal transplant - a procedure to restore the gut microbiota - mimick the mood and other characteristics of their donor will be presented at the Royal Australasians College of Physicians (RACP) annual Congress in Melbourne on Tuesday.

Associate Professor Patrick Charles from the Department of Infectious Diseases at Austin Health says they have heard of some "very interesting" things from faecal transplant recipients, including stories about patients experiencing fluctuations in mood.

"There have even been reports that patients with no prior history of depression have become depressed after receiving a transplant from someone with depression," he said. "There have also been cases where dramatic body changes have occurred - both rapid weight gain and weight loss, each time aligned to the donor." […]

Despite more research being needed, Ass Prof Charles [ed: I see what you did there] says its only now that scientists are beginning to recognise and understand the influence of the microbiome on both the mind and body.

Hier ein Podcast darüber: Strange stools: Side effects of faecal transplants (MP3)