Podcasts: Gegen den Zorn und Homo Deus: A Brief History of Tomorrow

Zwei weitere Podcasts, die am Wochenende in meinem Feedreader aufgeschlagen sind und die beide superinteressant klingen: Das Philosophiemagazin Sein und Streit mit einer ganzen Sendung über Wut und Zorn, unter anderem mit Martha Nussbaum über das Verzeihen und einer Analyse der „Radikalisierung der Mitte“; sowie ein dreiteiliger Podcast über Yuval Noah Harari und sein neues Buch Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen. (via Swen)

Sein und Streit: Gegen den Zorn (MP3)

Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen, Teil 1, Teil 2, Teil 3 (MP3, Info): „Der Mensch ist Homo Deus: gottgleich, mächtig, schöpferisch und bald sogar dazu fähig, den Tod abzuschaffen. Aber auf dem Weg dorthin hat er Technologien und künstliche Intelligenzen erfunden, die ihn bald übertreffen werden, sagt der Historiker Yuval Noah Harari. Werden sie ihn auch abschaffen?“

Der Mensch hat viel erreicht. Krankheiten sind besiegt, Kriege gehen zurück, Wohlstand und hohe Lebensqualität herrschen vielerorts. Längst hat der Mensch seine Geschicke selbst in die Hand genommen, sich die Natur nutzbar und sich selbst zum Zentrum seiner ideologischen oder religiösen Anstrengungen gemacht. Nicht zuletzt arbeitet er daran, auch noch den Tod zu überwinden. Weit davon ist der Mensch nicht mehr entfernt, sagt der israelische Historiker Yuval Harari, der schon in seinem Bestseller „Eine Kurze Geschichte der Menschheit“ die Karriere des Menschen bis kurz vor ihr Ende nachvollzog und jetzt in seinem neuen Buch „Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen“ in die Zukunft blickt. Dort findet er einen gottgleichen Menschen, der durch Wissenschaft und Technologien eine bisher ungekannte Macht erlangt hat, die sich aber zu verselbständigen droht.

Ganz in der Tradition von Science-Fiction-Erzählungen, aber doch als sehr reale Zukunftsvorstellung entwickelt, werden nach Harari künstliche Intelligenzen, die unabhängig von Formen des Bewusstseins funktionieren, schlauer, schneller und lebensfähiger sein als der Mensch, der längst nur noch als Datenprozessor konzipiert wird. Dieser kann dann nur hoffen, dass die zukünftigen Computer oder Mensch-Maschinen-Hybride freundlicher mit ihm umgehen, als er es heute mit den Tieren tut. Die Menschheit wird sich ohnehin in zwei Lager spalten. Auf der einen Seite eine technologisierte Elite mit unerschöpflicher Macht. Auf der anderen Seite die Klasse der Nutzlosen, denen aufgrund der technologischen Errungenschaften Arbeit und Sinn des Lebens genommen, aber der Genuss der virtuellen Realität gegeben wurde.