David Foster Wallace' „Unendlicher Spaß“ als 80stündiges Hörspiel

Vor genau 1 Jahr minus 1 Tag hatte ich über das Mammut-Projekt Unendliches Spiel vom WDR gebloggt, ein Hörspiel von Andreas Ammer, Andreas Gerth und Martin „Acid Pauli“ Gretschmann, die David Foster Wallace' eklektisches Drogen/Tennis/WTF-Epos „Unendlicher Spaß“ mit nicht weniger als 1400 Stimmen als das „größte Hörspiel aller Zeiten“ umsetzten, das laut WDR genau 3 Tage, 6 Stunden, 48 Minuten, 45 Sekunden oder auch 78 Stunden und 49 Minuten beziehungsweise über 13000 Minuten lang ist. Und als wäre das noch nicht super genug, konstruierten sie für den Soundtrack eine goldene Maschine, die nun ein Jahr lang ununterbrochen Live-Musik im Museum K20 in Düsseldorf produzierte.

Jetzt sind alle Seiten fertig aufgenommen, produziert und geschnitten und das Hörspiel kann hier in insgesamt 189 MP3-Files runtergeladen werden, hier der direkte Link zum ZIP mit allen Dateien (Vorsicht, drölfzigtausend Gigabyte).

BR2s Hör!spiel!art.mix hatte neulich ein Interview mit Hörspielmacher Andreas Ammer (MP3 hier) und mit WDR3 Hörspiel-Redakteurin Christina Hänsel (MP3 hier).

Ich habe mir erlaubt, das erste Kapitel aka die erste halbe Stunde in meine Soundcloud hochzuladen. Sollte der WDR demnächst eine gekürzte Version mit ein paar Stunden anbieten, erfahrt ihr es hier als erstes – und wenn er es nicht tut, werde ich die MP3-Files höchstpersönlich in ein gigantisches File zusammenbacken und irgendwo bunkern, ich sag dann Bescheid. Und nicht zu vergessen: Das ist alles schon sehr, sehr geil.

Im März 2016 hatte das Kulturradio seine Hörerinnen und Hörer zum Mitmachen aufgerufen. Die Resonanz war enorm: Innerhalb von nur 70 Tagen waren alle 1.400 Seiten des Romans „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace eingelesen. Die Bandbreite der Stimmen ist immens: Männer, Frauen, jung, alt, erprobt, unverbraucht. Gemeinsam haben sie dieses Hörspielmammutprojekt entstehen lassen.

„Eine solch große Beteiligung an einem anspruchsvollen Mitmachprojekt des Genres Hörspiel haben wir nicht erwartet. Wir freuen uns sehr, dass dieses vielstimmige Kultur-Projekt nicht nur zum „größten Hörspiel aller Zeiten“ geworden ist, sondern tatsächlich auch zu einem akustisch reizvollen „unendlichen“ Hör-Spaß“, sagt WDR 3 Programmchef Prof. Karl Karst.

Die vom Publikum interpretierten Seiten wurden um die Fußnoten des Übersetzers Ulrich Blumenbach ergänzt und von den Künstlern Andreas Ammer, Andreas Gerth und Acid Pauli zu einer Symphonie aus unterschiedlichsten Stimmen und sich ständig erneuernden Klängen verwoben.

(Bild oben von Corrie Baldaufs Infinite Jest-Project)