Podcasts: Trolle und Nazi-Rhetorik, Schriftzeichen nationaler Identität und Auricula – der Ohrwurm des Schreckens

WDR Hörspiel: Auricula – Der Ohrwurm des Schreckens (MP3, Info):

Gigantische Monster - immer wieder greifen sie New York, Tokio oder die kalifornischen Strände an. Zumindest in zahlreichen Horror- und Monster-Filmen. Aber Riesen-Bestien in Ostwestfalen?

Der Konzertveranstalter Jürgen Vahle steckt mitten in den Vorbereitungen für Bielefelds beliebtes Stadtfest, den Leinewebermarkt, als plötzlich eine merkwürdige Alte in seinem Büro auftaucht. Die verschrobene Gerda Richter glaubt, dass sich eine gefährliche Bestie im Teutoburger Wald herumtreibt und verlangt von Vahle, das Fest abzusagen. Vahle glaubt ihr natürlich kein Wort. Doch der Journalist Michael Thamm geht der Sache nach - und entdeckt tatsächlich einen meterlangen Riesenohrwurm, der die Stadt bedroht.

Das Subgenre des "Tierhorrorfilms" erfreut sich seit den 50er Jahren ungebrochener Beliebtheit. "Auricula - Ohrwurm des Schreckens" ist Parodie, Hommage und Analyse zugleich - und holt das Genre endlich in heimische Gefilde.

HR2 Der Tag: Hacker, Bots und Fake News – Na und? (MP3): „Kriege gewinnt nicht, wer Waffen besitzt. Kriege gewinnt, wer die Informationen steuert. So ist das auch mit Wahlen. Wer die Informationen steuert, hängt vor allem von digitaler Kreativität, Kompetenz und Geschwindigkeit ab. Deswegen rauchen die Köpfe vor den Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland: Wie können wir verhindern, dass die Wahl manipuliert wird? Wie können wir Angriffe abwehren? Sie entwerfen Strategien und beschäftigen Heerscharen von Experten und Beratern. Aber wozu die Mühe? Tatsächlich ist der kritische Geist - oder soll man es Misstrauen nennen - in der Bevölkerung schon so sehr gewachsen, dass rund die Hälfte der Deutschen gar nicht mehr daran glaubt, dass es bei allen Themen klare Fakten gibt. Wahr und falsch - das sind Kategorien von gestern, was juckt uns da die ein oder andere Falschmeldung?“

HR2 Der Tag: Wenn's kracht und stinkt. Im Labor der AfD (MP3): „Kreisverbände der AfD lösen sich auf. Vorstände treten geschlossen zurück. Der Thüringer Fraktionsvorsitzende Björn Höcke soll aus der Partei ausgeschlossen werden. Statt einer Führungsfigur gibt es nur ein zerstrittenes Führungsteam, und Abweichler gründen in Sachsen eigene Gruppen. Zu viele Alternativen in einer Partei, die eine Alternative für Deutschland sein will? Zu unterschiedliche Flügel, um dauerhaft vom Aufwind profitieren zu können? Die AfD ist nach wie vor stark genug, um andere Parteien in immer breitere Koalitionen zu treiben. Aber einen großen Teil ihrer Sprengkraft richtet sie mittlerweile gegen sich selbst.“

Breitband: Trolle und Nazi-Rhetorik: Ist doch nur ein Witz! Oder etwa nicht?: „Welche Wirkung haben menschenverachtende Rhetorik und rechtsextreme Tabubrüche auf das Publikum? Beeinflussen sie damit die politische Meinungsbildung und das Wahlverhalten?“

Ein paar Worte zu dem Viertelstünder von Breitband oben: Der Einstieg, der Felix Kjellberg (PewDiePie) als „rechten Internet-Troll“ bezeichnet und direkt mit Milo Fuckopoulos in einen Topf schmeisst, ist fantastisch grandios schlecht geschrieben. Kjellberg ist kein „rechter Internet-Troll“ sondern ein Youtuber, der in dröllfhundert Clips mit soundsoviel Stunden Videomaterial an 9 Stellen antisemitische Witze gerissen hat. Schlimm genug und man muss dem dafür definitiv einen Einlauf verpassen, auch jetzt noch, da ich nicht denke, dass der wirklich gerafft hat, was das Problem mit solcherlei „Witzen“ ist.
Aber den als „rechten Internet-Troll“ zu bezeichnen ist schlichtweg super-schlampige Arbeit. Genauso der sich verbietende Vergleich mit Milo. Fuckopoulos ist ein rechter Troll und Provokateur, aber auch Journalist, politischer Kommentator und gründete ein international bekanntes Online-Tech-Magazin (The Kernel), den mit einem Youtuber und Comedian bezüglich rechter Rhetorik zu vergleichen ist grob falsch und Fuckopoulos arbeitet(e) da auf einem ganz anderen Level. Die einzige Ebene, auf der ein solcher Vergleich zulässig ist, ist die der Publikumsgröße. Genau wegen solcher (unnötig) schlechten Detail-Arbeit treibt man die Leute den Fickern in die Arme und ich wünschte, Journalisten würden an solchen Stellen genauer formulieren.
(Der Rest des Beitrages ist allerdings hinsichtlich Medienwirkung im Kontext von Nazi-Jokes von Trollen sehr interessant, deshalb hab ich den ja auch verlinkt.)

Wissenschaft im Brennpunkt: Postfaktische Forschung - US-Wissenschaft wappnet sich gegen Trump (MP3): „Umweltauflagen? Überflüssig. Impfen? Gefährlich. Der Klimawandel? Eine Erfindung der Chinesen. Fakten? Eine Frage der Sichtweise. Donald Trump hat nicht nur die US-Forschungslandschaft mit vielen seiner Aussagen in eisige Stimmung versetzt, sondern auch das international eingespielte Ökosystem Wissenschaft gestört. Doch inzwischen regt sich Widerstand.“

DRadio Kultur: Schriftzeichen und nationale Identitäten – „Zeige mir deine Zeichen, und ich sage dir, wer du bist“: „Schriften und ihre Typografie demonstrieren Machtansprüche und erzeugen Identitäten. Das zeigt sich am Beispiel der gebrochenen Fraktur, die 400 Jahre lang die wichtigste Buch- und Verkehrsschrift der Deutschen war. Oder in der Türkei, wo Atatürk 1928 die arabische Schrift durch das lateinische Alphabet ersetzte.“

Sein und Streit: Braucht die Demokratie Eliten? (MP3, Info): „Die Eliten sind in Verruf geraten: Sie tun nichts für die Allgemeinheit, heißt es, sondern sind korrupt, abgehoben und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Trifft das zu? Und wie können die Eliten wieder dem Gemeinwohl verpflichtet werden?“

Frys English Delight: Watchmen artist Dave Gibbons on comic-book onomatopoeias

WDR Hörspiel: Mein prähistorisches Hirn (MP3): „Meier ist Hirnforscher. Er weiß alles über seine Krankheit. Sein Hirn macht nicht, was Meier will, sein Körper macht nicht, was Meier will. Was Meier bleibt: seinen Zerfall beobachten, mitdenken, mitteilen.“

BR Kultur: "Früher war die Zukunft" - literarische Utopien (Teil 1)
BR Kultur: "Früher war die Zukunft" - literarische Utopien (Teil 2)
BR Kultur: "Früher war die Zukunft" - literarische Utopien (Teil 3) (MP3, Info): „Auch wenn nunmehr Utopien als naiv gelten und ihr Ende beschrien wird: an den Träumen von einer alternativen, besseren Welt halten wir Menschen hartnäckig fest, insbesondere in der Literatur. Das Genre der Utopie ist eine der einflussreichsten literarischen Denkströmungen der abendländischen Tradition, beginnend mit den antiken Mythen des Goldenen Zeitalters bis zu den Schreckensvisionen des 20. Jahrhunderts. In drei Folgen begeben sich die radioTexte auf eine Odyssee durch das jahrhundertealte Universum der schriftstellerischen Fantasien - von Cyrano de Bergerac bis zu Oskar Maria Graf.“

Off Panel #83: The Real Origin of Image Comics with Jim Valentino (MP3, Info): „In another special edition of Off Panel, Image Comics co-founder Jim Valentino joins the show to share his perspective on the origins of Image. Valentino talks how everything came together, what the biggest motivator was to break away from Marvel, why Image worked and other similar ventures didn’t, why expanding beyond superheroes was important, whether it was always their intent to offer the Image deal to others, how Robert Kirkman joined up, Eric Stephenson’s influence, what Image’s “i” means today, how Image’s role in the industry has changed over the years, and more.“

DRadio Kultur: Fantastische Literatur – Diese Science-Fiction-Romane sollten Sie lesen - gerade jetzt! (MP3, Info)

Wenn die Zeiten unsicherer werden und die Menschen sorgenvoll in die Zukunft blicken, schlägt auch die Stunde der Science Fiction. Insbesondere Dystopien scheinen derzeit populär zu sein, zum Beispiel in Form von Klassikern wie Orwells 1984.

"Aber auch aktuelle Science-Fiction-Phänomene wie zum Beispiel die 'Tribute von Panem' gehen ja in die ähnliche Richtung", sagt Sascha Mamczak, seit vielen Jahren Verlagslektor und Herausgeber von Science-Fiction-Werken. "Zum einen nimmt sie Gegenwartsströmungen auf, zieht sie in eine fast schon groteske Überspitzung und will uns damit halt sagen: Passt auf, wenn es so weitergeht, dann könnten wir in diese Richtung gehen und das wäre dann ungut."

Im Gegensatz zu diesen Dystopien, steht eine andere Science-Fiction-Literatur, die die Zukunftsschilderung nicht im Spiegel der Gegenwart betreibt. Sondern die einfach eine mögliche Welt beschreibt, so Mamczak im Deutschlandradio Kultur:

"Und als Leser bin ich herausgefordert, selbst eine Perspektive zu dieser Welt einzunehmen und mir zu überlegen: Könnte das wirklich funktionieren und welche Haltung habe ich überhaupt dazu? Also, ich mache es mir quasi im Kopf ein bisschen geräumiger als vorher. Ich habe etwas, was über die Gegenwart hinausweist, was nicht nur ein Spiegel der Gegenwart oder eine Verlängerung der Gegenwart ist."

Dradio Wissen: Star Trek und Star Wars - Wenn Galaxien kollidieren (MP3, Info): „Würde die Enterprise gegen eine Sternenzerstörer im Kampf bestehen? Solche Fragen überlassen wir lieber den Trekkies und Jedis. Wir schauen lieber auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beide Mega-Epen. Zusammen mit Medienwissenschaftler Andreas Rauscher. Solche Fragen stellt sich der Medienwissenschaftler und Filmkritiker Dr. Andreas Rauscher von der Universität Siegen. Denn: Die Mythen Star Trek und Star Wars leben. Sie atmen. Die Fernseh- und Kino-Serien sprechen mit sich selbst, reflektieren die eigene Geschichte. Wie die TV- und Kino-Filme konzipiert wurden und was die Fans daraus gemacht haben, erklärte der Forscher am 22. Januar 2016 im Berliner Museum für Film und Fernsehen auf Einladung der Deutschen Kinemathek und des Einstein Forums Potsdam anlässlich der Tagung Things to Come.“