„All Cops are Bastards“ ist sexistisch

Ich habe viele Sympathien für die Antifa und trotzdem finde ich den Spruch „All Cops are Bastards“ nicht so super, nicht zuletzt weil ich persönlich (Ex-)Cops kenne und weiß, dass die jetzt echt keine Arschlöcher sind. Ich kann mit dem Spruch trotzdem gut leben, denn er zielt ja nicht auf das Individuum sondern auf die politische Entität mit Macht und außerdem muss ich nicht jedes ACAB-Graffiti bloggen.

Ich würde mich auch, trotz all der nervigen Culture Wars der letzten paar Jahre, immer noch als Feministen bezeichnen – oder vielleicht genauer: Random Guy, der dem Feminismus wohlwollend zugeneigt ist, ohne sich aktiv zu beteiligen, weil er diesen Kampf als den Kampf der Damen sieht und die das halt machen sollen wie sie für richtig halten, auch wenn da manchmal Unfug passiert, so wie bei allen Dingen ever –, weil mir viele der politischen Ziele ziemlich vernünftig vorkommen, nur ist Besserstellung von Care-Arbeiterinnen und Müttergeld halt nicht so outragememefähig wie etwa sexistische Löffelchenstellung. Naja, als Linker hat man's halt nicht leicht in diesen Tagen, nicht wahr.

Having said that: Ich finde dieses Bit hier sehr amüsant: Die Antifa und der Bastard – In der Asta-Zeitung der Frankfurter Uni geht man der Frage nach, ob man als Linker „All Cops Are Bastards“ sagen darf. Übrigens gilt auch hier: Natürlich darf man diese Frage diskutieren, sollte man wahrscheinlich sogar, grade im akademischen Umfeld – und ich verstehe sogar, was die Queere Antifa mit ihrer ACAB-Kritik zum Ausdruck bringt. Amüsant bleibt es dennoch.

Warum gehört es sich für einen Linken nicht, „All cops are bastards“ zu brüllen? Dieser für den Demonstrationsalltag hochrelevanten Frage geht in der jüngsten Ausgabe der Frankfurter Uni-Asta-Zeitung ein anonymes Autorenkollektiv der queer-feministischen Antifa nach. Unter der Überschrift „Sexismus in der linksradikalen Szene“ stellen die Verfasser erst mal eines klar: „Selbstverständlich geben Polizist*innen und besonders deren Struktur tagtäglich legitimen Anlass, sie zu beleidigen.“ Zu diesem Zweck allerdings das Wort „Bastard“ zu verwenden, ist nach Auffassung der Autoren politisch inkorrekt: Wer sich dieser Bezeichnung für eine „Mischform“ bediene, verteidige damit eine „rassistische und sexistische Ideologie von Reinheit“, die unehelich gezeugte Kinder ebenso stigmatisiere wie die Nachkommen hetero-ethnischer Partnerschaften.