Trust-me-I'm-lying-Guy on How to Deal with AltRight-Trolls

61iZ7pa-XWL._SX329_BO1,204,203,200_Ryan Holiday, der vor ein paar Jahren das Buch Trust me, I'm lying (Amazon) schrieb, über Fuckopoulus: I Helped Create the Milo Trolling Playbook. You Should Stop Playing Right Into It.

Den Text kann man mal lesen, nicht zuletzt wegen Sätzen wie diesem: „Numerous leaders of the alt-right movement read the book I published in 2012, which outlined exactly how this media strategy works. Several have told me Trust Me, I’m Lying is their bible.“

Ein paar Worte dazu: 1.) Das Buch ist ziemlich langweilig und er wiederholt darin in Variationen die Aussage, dass man Medien einen Hoax unterschieben kann, vor allem Online-Medien und Clickbaitern. Das war schon 2012 langweilig und große Passagen des Textes wiederholen diese Punkte nochmal. 2.) Er liegt mit diesem Satz falsch: „There is absolutely nothing that Milo has said (and more importantly, done) that ought to revoke his First Amendment right to give a speech on a college campus.“ Yes he did.

Ich hatte das in vergangenen RechtsLinks-Sammlungen schon impliziert und gestern in einem Comment ausformuliert. An dieser Stelle möchte das nochmal in aller Deutlichkeit loswerden:

Milo Fuckopoulus hat auf seinen vergangenen Shows transsexuelle Schüler gedoxt und auf der Bühne verhöhnt. Das waren Menschen, die dort studieren, auf einem Campus-Gelände. Das ist ein vollständiges No-Go. Damit hat er jegliches Recht auf einen Auftritt in bildungsinstitutionellen Einrichtungen verwirkt, denn diese (oft öffentlichen) Einrichtungen haben nicht nur eine Verantwortung gegenüber Free Speech, sondern auch gegenüber ihren Studierenden und den Menschen, die da leben, insbesondere Minderheiten.

Wenn Fuckopoulus seine Auftritte für auch nicht nach amerikanischem Recht (google mal Civil Rights Act) gedecktes Arschlochverhalten nutzt und die Verwaltung von Berkley NICHT einschreitet und den Auftritt verhindert, zum Schutz, wie oben bereits dargelegt, ihrer *SCHUTZBEFOHLENEN*, dann sind Proteste das MINDESTE, was ich erwarte.

Die dort gezeigte Gewalt kann ich dann immer noch verurteilen, aber die Proteste und Verhinderung des Auftritts dieses Arschloch ist moralisch gegeben, wahrscheinlich sogar hinsichtlich der Solidarität innerhalb der Studentenschaft imperativ.

Milo kann sich gerne ne Stadthalle mieten und da seine Arschloch-Show abziehen, aber in Institutionen hat er aus o.g. Gründen nichts, aber auch gar nicht verloren.

Das gilt allerdings erstmal nur für diesen speziellen Dangerous Faggot-Fall, im Prinzip gebe ich Holiday recht, wenn er schreibt:

To me, the most effective retorts against the alt-right were when Trevor Noah had Tomi Lahren on his show and when Elle Reeve profiled Richard Spencer for Vice. Both came off looking mostly like jokes. Tomi Lahren showed her age. Richard Spencer revealed his movement to be mostly a collection of a few thousand sad dorks. Wale’s Twitter exchange with Tomi was effective too—there was no outrage, no opposition, just teasing.

They say sunlight is the best disinfectant. But it is also what allows you to see whether the emperor has any clothes. And it’s this sad, and often pathetic reality, that the collective hysteria has beneficently covered up in those it’s trying to fight. What should be seen as farce somehow looks like real fascism.

I realize there is legitimate fear of normalizing repulsive behavior. I’m not suggesting anyone give credence to real Nazi doctrine. However, historically, it’s usually true that banning and blocking usually has the opposite of its intended effect. Effective counterinsurgency usually involves bargaining, partnering and the reestablishment of norms—not hardlines. And this is already happening, Politico Magazine’s profile reveals that the jockeying for power and mainstream acceptance is pitting various factions of the alt-right against each other.

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